UK26: Croyde, Taunton, Portsmouth

Obwohl die möglichen Strecken im äußersten Südwesten von ENGLAND recht kurz sind, kann man nur mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 40-50 km/h rechnen. Sicher, hier und da gibt es auch vierspurige Schnellstraßen, aber sehr oft führt das Navigationssystem über schmale, manchmal auch sehr schmale Straßen zum Ziel.

Das kostet Zeit. Ist aber nicht schlimm. Muss man halt nur versuchen, weniger Strecke am Tag zu machen.

Am Strand von CROYDE (UK)

Für Freitags sind wir mit der Besatzung der stolzen MAUNIE OF ARDWALL, Graham und Dianne, zum Mittagessen in ihrem Dorf verabredet. Keiner hat im Moment Zeit für mehr gemeinsame Zeit, schade. In diesem Jahr schlicht zu kurzfristig geplant.

Nun denn. 

Um pünktlich im Dorfpub zu erscheinen macht es Sinn am Tag vorher schon mal ein paar Kilometer vom Süden in den Norden abzuspulen. Also vorholt sich des KNAUSi´s Besatzung von TREEN nach CROYDE. Ursprünglich wurde aufgrund der Empfehlung von Beach im MINACK Theater APPLEDORE angesteuert, aber die kleine Farmcampsite hat bei Ankunft keine freien Plätze. 

Im Großraum von BARNSTAPLE werden sehr viele Stellplätze bei PARK4NIGHT gelistet, aus unerklärlichen Gründen zieht es die Reisegruppe mal wieder an die Küste. Schließlich landet sie im CROYDE, mitten im NORTH DEVON NATIONAL LANDSCAPE gelegen. 
Das Wetter hat sich hier an der Nordküste mal wieder für absolut lausig entschieden. Trostloser könnte ein Himmel wohl nirgendwo auf der Welt aussehen. Der Stellplatz auf dem nagelneu aussehenden OCEAN PITCH Campingplatz ist schnell bezogen. Alle „Gebäude“ bestehen hier aus fahrbaren Trailern, totschick das Ganze.

HighTec Security am Strand von CROYDE (UK)

Mit Regenjacke auf Wunsch einer einzelnen mitreisenden Frau zunächst in das Dorf, erst danach darf der Strand erkundet werden. Eigentlich auch egal in welcher Reihenfolge man die Gegend erkundet?

Voll das Touristennest mit tausenden von Stellplätzen auf bestimmt 50 Campingplätzen. Doch die Sommersaison scheint fast vorbei zu sein, keine Menschenmassen drücken auf die Stimmung. CROYDE selbst besteht fast nur aus Pubs, Restaurants und Souvenirshops. Logisch: Da wo viele Touristen sind, gibt es überall auf der Welt die gleiche Infrastruktur. 

Der Weg vom Dorf bzw. dem dahinter liegenden Großparkplätzen zum Strand ist erstaunlich lang. Da möchte man gar nicht dran denken, mit Sack & Pack an einem heißen Sommertag an den Strand pilgern zu müssen. Fast schon SANKT PETER ORDING Feeling!

Der weite, große Sandstrand ist klasse. Zunächst fallen drei weiße FORD RANGER PickUps auf. Auf den zweiten Blick sieht man wieder Horden von Wellenreitern im Wasser. Muss ja wirklich der voll angesagte Wassersport in dieser Saison im vereinigten Königreich sein?
Klar, so gut von den Rettungsschwimmern bewacht kann man bei jedem Wetter sein Glück versuchen um auf die Welle seines Lebens zu warten. 

Wie geplant am nächsten Morgen knapp 2 Stunden Fahrt zum Mittagessen und ein freudiges Wiedersehen mit den ewigen Segelfreunden auf der Insel. Kurz zwar, aber besser als jedes Telefonat, so ein persönliches Gespräch.

Am Nachmittag dann zur Übernachtungsstation in TAUNTON. Da waren wir letztes Jahr auf der Rückfahrt vom PENDRAGON WEEKEND in EXETER auch schon mal. Jetzt also auf der Anreise zu MARILLION in PORTSMOUTH.
Der Grund für die Wiederholung: In der ganzen Gegend gibt es nur sehr wenige offizielle Stellplätze. Der CORNISH FARM TOURING PARK ist gut zu erreichen und ermöglicht durch Vorabbuchung und hohe Automation eine späte Anreise. Ideal für einen StopOver, die nächsten beiden Nächte müssen wir frei, ohne Infrastruktur stehen. Da machen frisch geleerte  Abwasser- und Fäkalientanks schon mal Sinn.

Linke Demonstranten in PORTSMOUTH (UK)

Am Samstag Morgen dann nach PORTSMOUTH. Kurz vor Erreichen der Stadt Stillstand auf der Autobahn. Glatt eine Stunde geht so gut wie gar nichts. Bisher in ENGLAND nicht erlebt. Wie schön das wir mal wieder alle Zeit der Welt haben. 

Wie sehr oft in EUROPA haben Großstädte kaum oder auch keine offizielle Stellplätze für Wohnmobile in der Innenstadt. So auch PORTSMOUTH. Mit GOOGLE MAPS & EARTH einen großen Universitätsparkplatz in einem Hinterhof entdeckt. In der Woche dürfen hier nur Studenten mit Parkausweis stehen, am Wochenende darf hier jeder parken, aber nur maximal 15 Stunden für verdammt viel Geld. 
Eigentlich gilt in ganz PORTSMOUTH ein Übernachtungsverbot im Auto. Doch das Unigelände ist ja privat, keine Verbotsschilder zu erkennen. Kurz vor Haarspalterei. 

Der Platz wird bezogen und für gut befunden. Ob er sicher ist wird sich zeigen.

Zu Fuß an die schicke, aus dem Ei gepellte Waterfront. Alles Hochglanz hier, auch die Besucher. Fast auf den Tag genau vor 14 Jahren waren wir hier Südgehend mit dem STORMVOGEL und was damals schon geschrieben wurde, stimmt auch heute noch. 

Erstaunlich wie langsam oder gar nicht sich die Dinge ändern.

Also mal in die damals nicht erkundete „Altstadt“ wackeln. Auf dem Weg liegt auch die GUILDHALL zu PORTSMOUTH, dem Ort, an dem am Abend MARILLION ihr erstes Konzert auf der nun beginnenden britischen Tour geben wird. 

Der Vorplatz der GUILDHALL ist voller Menschen, die sich sauber in drei Gruppen einteilen lassen:

Rechte Demonstranten in PORTSMOUTH (UK)

Auf den Stufen der GUILDHALL offensichtliche Nationalisten, die riesige britische Flaggen schwenken. Einzelne „STOP THE BOATS“ Transparente sind dort auch zu sehen. Davor stehen viele uniformierte Polizisten als menschliche Trennmauer. Denn genau gegenüber der Fahnenschwenker stehen offenbar eher links orientierte Demonstranten die Pappschilder mit „no racism“ hochhalten.

Dadurch das in beiden Gruppen Menschen mit Megaphonen lauthals ihre Botschaften verkünden ist es ungemütlich laut. Vermutlich trennen die Polizisten aus gutem Grund die Demonstranten?

Wohl fühlt man sich hier nicht, also irgendwie durchmogeln um am Bahnhof vorbei in die „alte Innenstadt“ zu kommen. Auf dem Weg dahin immer wieder Polizisten im Laufschritt, eine kleine Rangelei, bestimmt 20 selbst ernannte Handyreporter versuchen die Sensation ihres Lebens einzufangen. Der Schreiberling stellt das Fotografieren ein. Möchte er sich doch nicht mit den sensationsgeilen Aasgeiern gemein machen. 

STEVE HOGARTH, Sänger von MARILLION, wird am Abend die Demonstration nur kurz erwähnen und verkünden, das MARILLION schon immer gegen alles stand, was die Demonstranten forderten.  

Laut britischer Regierung haben 2025 ca. 41.500 Menschen das Land illegal per Boot erreicht um Asyl zu beantragen.  (Quelle: GOOGLE AI)

Trennende Polizisten in PORTSMOUTH (UK)

Stau auf der Autobahn, SchickyMicky Waterfront, aufgeputschte Demonstranten beiderseits, ordnende Polizisten und nun also eine wirklich herunter gekommene Innenstadt mit einem völlig anderen Publikum als das in der schönen Scheinwelt am Wasser. 

Da muss man doch glatt aufpassen das das erlebte nicht auf die Stimmung schlägt und den lang ersehnten Konzertabend versaut! 

Nun, das Konzert selbst verläuft dann ja auch nicht völlig ungestört, doch der kurze Fußweg nach dem Konzert zurück zu KNAUSi verläuft ohne Belästigung und auch die kurze Nacht auf dem immer noch verlassenen Uniparkplatz bleibt völlig ruhig. 

Glück gehabt oder schlafen randalierende Idioten auch mal?

Wieso zur Hölle gelingt es eigentlich nicht mehr die Gemeinsamkeiten zu leben statt lautstark die Differenzen eklatant zu betonen?

PORTSMOUTH 2026. 

Anlass zum Grübeln.

Peter.

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