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T92, Grossenbrode

In der Tat machen wir uns auch nach vielen Segeljahren vor jedem Törn “Gedanken”. Um nicht zu sagen “einen Plan”.

Wie wird das Wetter?

Route?

Ausweichhäfen?

Besonderheiten?

Proviant?

Wenn wir von Starkwind ausgehen müssen, stellt sich die Frage: Segeln wir in eine Wetterbesserung oder werden die Bedingungen eher schlechter? Der letzte Starkwindtörn von ANHOLT nach HELSINGÖR war zwar anfangs anstrengend und doof, aber wir wussten ja: Mit jeder Stunde wird es besser und leichter. Das motiviert ungemein!

Nun denn.

Bei der jetzt anstehenden 55 Seemeilenpassage von HESNAES nach GROSSENBRODE ist es leider genau umgekehrt. Geschützt von der Landmasse von FALSTER werden wir auf Südkurs bis GEDSER ganz gute Bedingungen haben, doch dann geht es gen West-Süd-West und der Wind wird auffrischen und auf Nordwest gehen. Ein weiser Segler meinte neulich: Wieso schaust Du überhaupt noch auf die angesagte Windgeschwindigkeit? Starke Böen sind doch eigentlich nur das Problem (?).

Stimmt.

Die Wettervorhersage von WINDY und vom DMI stimmen für den Nachmittag überein: Böen um und bei 34 Knoten. Bedeckt, Regenschauern.

So binden wir schon bei Abfahrt in aller Ruhe das zweite Reff ins Groß und gehen mit beiden Vorsegeln auf die Reise. Wie erwartet Bilderbuch-Talsperren-Downwind-Schnellsegeln mit ausgebaumten YANKEE. Bei GEDSER Riff shiften wir das YANKEE, nehmen den Baum weg und kürzen etwas ab. Die Untiefentonne bleibt heute mal an Backbord liegen. Nächstes Highlight ist das ungehinderte Passieren der Fahrrinne der Fähre, die gerade vor GEDSER dreht um nach ROSTOCK zu gehen.

Der Wind ist nun ohne Landabdeckung in der vollen Stärke von 25+ Knoten da, die Welle auch.

Das Verkehrstrennungsgebiet der KADETTRINNE liegt klar östlich von uns, daher gelten hier die normalen Ausweichregeln der Seeschifffahrtsstrassenordnung. Wir kommen für den West gehenden überholenden Verkehr unter Segeln diagonal von Steuerbord.
Dann hoffen wir mal, das die beiden fast parallel fahrenden Containerjäger uns auch sehen. Der eine läuft mit 14 Knoten, der andere mit 13,x Knoten. Elefantenrennen auf See.

Die eigene Mannschaft beobachtet auf dem Plotter die AIS Signale der beiden Dampfer ganz genau. Entscheidend ist der Wert CPA – “Closest Point of Approach”.
Eigentlich könnte unser Plotter anzeigen, ob die angezeigten 800 Meter Passierabstand VOR oder HINTER dem Dampfer liegen. Also ob wir ihn am Bug oder Heck passieren. Heck wäre ja zu schön, weil absolut sicher. Alle Daten dafür sind vorhanden, aber die Software gibt das leider nicht her. So eine permanente Vektorberechnung braucht wohl zu viel Rechenkraft.
In so engen Revieren wie hier zwischen FALSTER und FEHMARN ist CPA sowieso nur mit Vorsicht zu genießen. Denn die großen Dampfer müssen dem Fahrweg folgen und ändern entsprechend oft den Kurs. Was eben noch klar gehen würde, kann einen Moment später schon sehr eng werden.
Also beobachten wir die beiden Situationen sehr genau, elektronisch und optisch. Es ist trocken und die Sicht gut. Schließlich passieren wir beide Dampfer ein paar hundert Meter vor deren Bug. Bei beiden vermuten wir, das sie ihren Kurs um ein paar Grad nach Steuerbord geändert haben, um genug Abstand zu uns zu halten.

Ostverkehr haben wir gerade nicht, freie Fahrt.

Es sind nur sehr wenige Boote unterwegs. Auf dem AIS können wir vor uns einen anderen Segler auf gleichem Kurs ausmachen, der ein paar wilde Manöver fährt um den dicken Pötten nicht zu nahe zu kommen.

Der Wind frischt weiter auf und wir können mittlerweile gar nicht mehr so genau unterscheiden, ob wir in einer Böe stecken oder ob der viele Wind jetzt zum Dauerzustand wird. Mittlerweile ist das Groß weit offen, das Yankee dritten Reff und die Fock im zweiten Reff.

Knapp 5 Seemeilen vor der Ostspitze von FEHMARN (STABERHUK) wird die Welle sehr unangenehm. Regelrechte Brecher laufen voraus an Steuerbord auf. Ganz selten steigt mal eine am Bug ein, ansonsten nur jede Menge Spray über Deck und manchmal auch im Cockpit. Kein Wunder bei dem Wind. Wir lassen den STORMVOGEL auf maximal-Geschwindigkeit laufen, denn wir gehen davon aus, das die Welle hinter der Landabdeckung stirbt und die knappe Stunde kann man die Waschmaschine wohl gerade so ertragen.
Über FEHRMARN ziehen raabenschwarze Regenwolken und entladen sich kurz vor uns, die LÜBECKER Bucht ist zeitweise nicht mehr zu erkennen. So unangenehm die Situation jetzt auch ist: Unser Boot tanzt zuverlässig wie ein Korken auf den Wellen. Im Deckshaus ist es fast still und absolut gemütlich, kein Wunder das die Mannschaft sich auf der Bank verkeilt hat. Aber so ist unsere Arbeitsteilung an Bord ja häufig. Skipper draußen im tosenden Wind, Mannschaft lesend unter Deck.

OK. Wir ertragen ja viel.

Zu viel Wind.
OK, wenn es sein muss.

Mistige Welle gegenan.
OK, wenn es nicht anders geht.

Aber heftiger (kalter) Regen noch dazu, das geht ja wohl gar nicht!

Dafür fahren wir nicht zur See.

Und irgendwie klappt es tatsächlich mit dem trocken bleiben! Kein Ölzeug auf der ganzen Reise.

Auf der Südseite von FEHMARN ist die bösartige Welle wie erwartet weg. In solchen Reiseabschnitten hat der Skipper oft den Eindruck, das noch mal zwei, drei besonders heftige Brecher um die Ecke kommen, bis es dann schlagartig ruhiger wird. Dennoch sind wir erstaunt, wie hoch und kurz die Welle trotz Landabdeckung noch ist. Was für eine unglaubliche Energie dafür nötig ist?
Jetzt haben wir aber eher das Problem, das wir mehr Höhe laufen müssen, wollen wir die Ansteuerung von GROSSENBRODE ohne Kreuz erreichen. Auf den letzten Meilen locker eine Meile nach Süd versetzt. Auf was man auf dem (!) OSTSEE alles aufpassen muss?

An der Ansteuerungstonne von GROSSENBRODE bergen wir die Segel. Immer noch viel Wind und die Gefahr einer schweren Regenschauer, aber durch den Landschutz überhaupt keine Welle mehr. Die Anspannung legt sich etwas, jetzt nur noch einen passablen Anleger hin legen und gut ist.

Wir gehen erstmals in den Hafen der KLEMENS YACHTWERFT. Da haben wir uns für die kommende Woche einen Liegeplatz organisiert, denn wir “müssen” mal wieder eine Woche nach Hause. Impfen und Familie.

Der Anleger ist super einfach, denn man hat uns den einzigen Liegeplatz mit beidseitigen Schwimmstegen zugewiesen. Fest montierte Fender rundum. In diese Luxusbox kann man vermutlich auch bei 50 Knoten Wind einlaufen.

Später stellt sich beim Hafenmeister heraus, das gar nicht so klar ist, ob die Box die Woche frei ist. Können wir auch nicht ändern. Wir lassen den Bootschlüssel im Büro und versprechen telefonisch Hilfe zu leisten, falls die Werftcrew den Dampfer vorholen muss. 

Es ist nicht so, das dieser Törn richtig scheiße war.

Aber brauchen tun wir so was wirklich nicht.

Peter.

P.S.: Bilder gibt es natürlich nicht. Titelbild aus dem Archiv, gemacht von einem sehr guten Segler, der in seinem Blog im Mai schrieb, das er bei angesagtem Sturm nie wieder segeln würde…kuckst Du hier!

P.S.2: Macht sowieso mal wieder Sinn, im Blog von MAUNIE OF ARDWALL nachzusehen, denn die Sommertour von Dianne und Graham durch Schottland lieferte sensationell tolle Bilder! Und Geschichten sowieso!

T89-91, Hesnaes

Da sind wir also endlich wieder in HESNAES, diesmal mit mehr Zeit, gutem Wetter und vollem Kühlschrank.

Aber im weiteren Gegensatz zum Vorjahr sind wir nicht alleine. OK, ein paar andere Boote wird man sicher in jedem Hafen in dieser Ecke der Ostsee erwarten müssen. Neuerdings auch ein paar Wohnmobile, und sei der Stellplatz am Hafen dafür auch noch so abweisend.

Aber so viele Menschen haben wir hier in HESNAES niemals, also wirklich noch nie, erlebt.

Alte Fischfabrik und Waschhaus (ganz links) im Hafen von HESNAES

Auf den ersten Blick wirkt der sehr kleine Hafen wie immer. Alles so, wie es sein soll. Erst bei der kurzen Pilgerreise zum Waschhaus fällt auf, das auf der Wiese bestimmt zwanzig oder mehr Autos stehen und das ehemalige Fischfabrikgebäude in pastellrot seine großen schwarzen Tore geöffnet hat. Was ist denn da wohl jetzt drin?

Im Eingangsbereich ein paar Tische mit abgegriffenen Büchern darauf. Aha, wohl wieder so ein typisch dänischer Garagenflohmarkt? Nur langsam gewöhnen sich die Augen nach dem prallen Sonnenschein draußen an die relative Dunkelheit in der linken Halle der ehemaligen Fischfabrik zu HESNAES. Und wir erkennen: Nix Gragenflohmarkt!

Das ist jetzt eine Bäckerei!

Sparsames Hinweisschild auf das neue Café im Hafen von HESNAES

Im hinteren Teil sind die Öfen und Arbeitstische samt Roll-Regalwagen mit Brot darauf zu erkennen, etwa in der Mitte der Halle steht eine große Theke die den Publikumsbereich vom Arbeitsbereich trennt. Links sind ein paar einfache Kisten aufgebaut, in denen allerlei Backkram (Zutaten, einfache Küchengeräte) zum Kauf angeboten werden. Auf der rechten Seite stehen große Kühlschränke mit Softdrinks. Und Weißwein, Sekt und lokalem FALSTER Bier.

In der rechten Halle sind Esstische und ein Tresen aufgebaut, aber dort sitzen keine Menschen. Die Gäste habe es sich vor den beiden Hallen in der Sonne gemütlich gemacht und vernaschen super entspannt aussehend alles, was hier so angeboten wird.

Hafen von HESNAES / Falster

Nun, heute werden wir hier nichts probieren. Aber Morgen! Bestimmt.

Was folgt sind drei Nachmittage im Café von HESNAES.

Die Leute kommen aus der Umgebung tatsächlich hier her, um Kaffee zu trinken oder einfach nur vorzügliches Brot zum mitnehmen zu kaufen. Wer hätte das gedacht? Ein einfach gehaltenes Lokal bringt am Ende der (dänischen) Welt zu FALSTER das Leben in fast ein verlassenes Dorf zurück? Mehr braucht es scheinbar nicht.

Steilküste von HESNAES, im Hintergrund der Hafen

Gehen wir erst mal wandern.
Die Nordtour. Wie mittlerweile üblich finden wir den Anfang des Rundweges nicht und laufen daher am Wasser zum Fuße der brüchigen Steilküste über allerhand Steine und Seegras. Mühsam. Tritt man in Seegras, scheucht man Millionen von Ostseefliegen auf. Ab und zu hängt von der Oberkante der Steilküste eine alte Festmacherleine herunter, die ganz verwegene wohl für einen Aufstieg verwenden könnten. Doch nicht wir.

Keine Ahnung, wer da aufsteigen möchte…

Irgendwann finden wir einen Aufstieg ganz ohne Leine und landen prompt auf den zuvor gesuchten Wanderweg. Von hier oben ist die Kulisse doch etwas eindrucksvoller, als der von Seglern gewohnte Blick von der Wasseroberfläche. Herrlich gerade gewachsene, riesige Buchen stehen an der Kante. Bei genauerer Überlegung sind sie dem Tode geweiht, denn anders als in HERR DER RINGE können sie ja nicht wandern sondern nur geduldig darauf warten, das die Erdkante abbricht und sie in den Abgrund gerissen werden. Was für ein bestimmtes Schicksal!

Steilküste bei HESNAES
Abbruchkante der Steilküste bei HESNAES

Wir finden zwei kleine Ferienhäuser mit Seeblick auf Lichtungen im Wald. So schön der Anblick auch ist, so bitter ist wohl der Gedanke, das die Bewohner hier wohl niemals schwimmen gehen können. Kein Weg führt nach unten zum Wasser. Und selbst wenn, die Küste und das braune Wasser davor sieht hier nicht besonders badefreundlich aus.

Kleines Haus im Wald von HESNAES / FALSTER auf Lichtung
Kleines Haus im Wald von HESNAES / FALSTER: Blick aufs Meer, die Tage das Baumes sind wohl gezählt…

Der Rundweg wäre noch viel länger, wir gehen jedoch ins Landesinnere auf großen Forstwegen zurück zum Hafen von HESNAES. Was für ein riesiger Wald. Die Reifenspuren von großem Arbeitsgerät und die vielen Holzstapel lassen auf eine intensive Waldbewirtschaftung schließen. Doch wir hören nichts. Absolut nichts. Keine Maschinen, aber auch keine Vögel. Kein rascheln um Gehölz. Schon etwas merkwürdig?

Ganz schön viel gefällts Holz in der Nähe von HESNAES
Wald bei HESNAES

Zurück im Hafen wird im Café das FALSTER Bier, Kaffee und Kuchen getestet. Köstlich, alles samt.

Irgendwann stehen mehr Wohnmobile neben dem Café als Boote im Hafen liegen. Den Betreibern wird es egal sein, woher ihre Kunden kommen.

Anderntags machen wir uns auf den Südweg, der letzten Endes wohl bis GEDSER führen würde, würde man ihn denn vollständig abwandern. Daran ist natürlich nicht zu denken. Schließlich sind wir offizielle Segler, die sich nur mal ordentlich die Beine vertreten wollen.
Auf diesem Weg trifft man sogar Menschen! Das mag daran liegen, das hier noch ein weiteres, viel länger existierendes Lokal mit Namen POMLE NAKKE mitten im Wald, nahe der Steilküste gibt. Treue Gesellen, wie wir nun mal sind, kehren wir aber dort nicht ein, sondern freuen uns wieder auf “unser” HESNAES Café bei unserer Rückkehr.

Hinweisschild auf das Café POMLE NAKKE

Auch am dritten Tag sind wir unterwegs. Trotz der gut geplanten und auch durchgeführten Bunkeraktion in RÖDVIG hat sich unerwartet Mangel an Traubensaft ergeben. Das Wetter ist zunächst lausig, also mit dem Bus nach Stubbekøbing.
Der fährt fast jede Stunde einmal. So weit so gut. Nur kann man keine Fahrscheine kaufen. Dafür bräuchte man mal wieder eine HANDY APP mit einem besonderen Zahlungsmittel und so bleibt nur die an den Busfahrer gerichtete Bitte, uns auch ohne Fahrschein mit zu nehmen. Geht klar. Besser zwei nicht zahlende Fahrgäste in dem großen Bus als gar keine Fahrgäste.

Trostloses Stubbekøbing

Sollte eine Fernsehproduktionsgesellschaft eine Kulisse für einen Endzeitfilm suchen, in Stubbekøbing würde sie wohl fündig werden. Natürlich, der Ort kann nichts für das trübe Nieselregenwetter, aber so sterbend haben wir noch keine dänische Stadt gesehen. In der “Innenstadt” steht mindestens jeder zweite Laden leer. Viele auch schon länger. Außer einer Döner und einer Pizzabude gibt es kein Lokal. Der einzige Bäcker hat zwei Tische mit vier Stühlen im Regen stehen. Kaum ein Mensch auf der Straße. Wir besinnen uns auf den Anlass der heutigen Mission, besorgen den Traubensaft aus einem der beiden Discounter und sind in weniger als einer Stunde wieder mit dem Bus auf dem Rückweg nach HESNAES. Wieder erbettelt, denn auch in Stubbekøbing gibt es keine Automaten, an denen man einen Fahrschein käuflich erwerben könnte.

Trostloses Stubbekøbing

So oder so. Wir werden weiterreisen. Das Wetter scheint am nächsten Tag eine Weiterreise in den Großraum FEHMARN zu ermöglichen.

Mit Wind, mit Starkwind zwar, aber besser Starkwind als kein Wind.

So denken wir jedenfalls am Vorabend eines ungewollt anstrengenden Segeltages.

Peter.

Am Hafen von HESNAES
Wald in der Nähe von HESNAES

T87,88, Rödvig, Hesnaes

Bei bestem Segelwetter verlassen wir Morgens den Museumshafen von HELSINGÖR und versuchen zunächst, mit dem großen WINGAKER ordentlich Fahrt zu machen. Aber irgendwie will dieses monströse Teil heute nicht richtig zum stehen kommen und so passiert mal wieder das, was man bei Strecke machen (immerhin 53 Seemeilen togo) eigentlich vermeiden möchte: Wir verlieren Zeit!

Also fix auf weiße Segel gewechselt und dann läuft es überraschend auch ganz vernünftig. Vorbei an KOPENHAGEN mit (gezählt) 20 riesigen Baukränen. Was die wohl vor haben? Auf Höhe DRAGÖR wird der Wind so wenig, das der Skipper an Abbruch denkt. Denn bis RÖDVIG ist es noch ein gutes Stück (über 20 Seemeilen). Mit “ohne Wind” ganz schön doof. Die Mannschaft braucht man eigentlich auch nicht mehr um ihre Meinung zu fragen. Deren Antwort ist ja immer “weiter!”.

So motoren wir das letzte Drittel tapfer um STEVNS KLINT herum und rechnen am Wochenende um diese späte Uhrzeit mit einem vollen Hafen. Pustekuchen. Nicht leer, aber beileibe auch nicht voll. Wir bekommen sogar unseren Luxusplatz im Fischerreihafen, den wir im letzten Jahr belegt hatten.

Einziger Grund in diesem Jahr für RÖDVIG ist bunkern. Der Supermarkt liegt zwar gut 800 Meter vom Dampfer entfernt, aber ein wenig laufen ist bestimmt nicht verkehrt. Wer nach HESNAES will, muss verproviantiert sein! Denn da gibt es nichts. Gar nichts. Jedenfalls in den letzten Jahren nicht.

So kaufen wir Leckerreien was das Zeug hält und schleppen uns auf dem Rückweg einen Wolf.

Essen kochen, essen, abwaschen, duschen, schlafen gehen. Leben an Bord halt. Nix besonderes.

Direkt am nächsten Morgen weiter. Mittlerweile dreht der zunehmende Wind langsam auf OST und wir Segeln, sobald die Messgeräte 8 Knoten Wind anzeigen. Bis MÖN können wir uns dann auch nicht beschweren, doch dann geht es auf Westkurs, vor den Wind. Das können wir auch! Baum ans YANKEE und “weiter geht die gute Fahrt!”.

Denkste.

3, auch mal 4 Knoten Fahrt sind Mist! Dümpel, Dümpel, Dümpel. Da hilft nur abwarten. Muss irgendwas mit “zu nah” unter Küste sein. Strom und Wind. Oder so.

Nach ´ner halben Stunde (gefühlt EINE!) ist der Spuk vorbei und der STORMVOGEL nimmt wieder Fahrt auf. Je weiter der Tag voran schreitet, um so mehr Boote sehen wir. War gestern auch schon so. Klar. Wochenende und viel näher an Deutschland.

Als wir am späten Nachmittag HESNAES nach nur 36 Seemeilen erreichen, sind wir überrascht. Bestimmt 10 Boote im Hafen und merkwürdig viele Menschen auf der Pier.

Was ist denn hier los?

Das, liebe Leser, verraten wir erst im nächsten Beitrag!

Peter.

T85, Anholt, Nachtrag

Der letzte Abend auf ANHOLT entwickelt sich irgendwie zu etwas ganz besonderem.

Der Skipper beschließt sicherheitshalber noch mal einige dieser kleinen metallischen Zylinder zu kaufen und pilgert daher zum nach wie vor hoch geschätzten SPAR KONGE am Hafen. Mit etwas Wehmut tätigt er seinen letzten Einkauf auf der Insel und verabschiedet sich von der stämmigen Besitzerin. Sie (er)kennt uns. Die Mannschaft hat sogar schon einen Kaffee bekommen – on the house.
Wir sind davon überzeugt: Wenn sich erst mal die Besitzerin eines Supermarkts an einen unter tausenden Sommertouristen erinnert, dann hat man es geschafft!

Dann gehört man dazu!

Dann ist man ohne Zweifel ein ANHOLTER!

Rettungshubschrauber auf ANHOLT. ohne Einsatz

Aber nicht nur das.
Selbst der Hafenmeister nickt uns auf der Straße (an)erkennend zu. Die dem Skipper in der Silhouette optisch ähnelnden alten Männer, die am Nachmittag auf den Holzbänken vor SPAR KONGE sitzend aus ihren eigenen kleinen runden metallischen Zylindern schlürfen kennen den dicken Deutschen auch schon. So oft, wie der hier schon an den Nachmittagen saß. Und so sitzt er also ein letztes mal mit sorgsam in Plastik eingeschweißten kleinen metallischen Zylindern zur linken und einer letzten Dose ELEFANT in der Rechten am Hafen von ANHOLT und denkt, wie gut man es wohl haben kann?

Wie Sau gut?

Megayacht aus Stuttgart mit unsschreibbaren Namen vor SPAR KONGE, ANHOLT

Zurück an Bord gibt es eine kleine Standpauke. Wo der Skipper sich denn wohl herum getrieben habe? Klassiker: “…ich geh´ mal eben ein paar Bier holen…” und dann einfach nicht zurück kommen. Doch die Wehmut erklärend rettet sich der Skipper vor schlimmeren und der Rauch verzieht sich schnell.

Endlich kommt der Skipper dazu, die Nationalflagge der in Luv liegenden X55 Yacht zu recherchieren. Vermutet hat er bisher irgendwas mit Osteuropa. Mazedonien, Serbien oder was auch immer.
Und dann geschieht etwas, was man doch wirklich nur als Wink des Schicksals verstehen kann.
Der geneigte Leser erinnert sich: Ein paar Abende zuvor haben wir gespannt den Patagonischen Reiseberichten von Michael gelauscht. Und damit dem sowieso schon vorhandenen Floh im Kopf neue Nahrung gegeben.

Rettungshubschrauber auf ANHOLT. ohne Einsatz

Nun, die Flagge der X55 ist zweifellos die Nationalflagge von CHILE.

Horizontal weiß/rot gestreift, links ein blaues Quadrat mit einem weißen Stern darin.

Klar. Das gibt es doch nicht! Ganz schön spucky, oder?
Eine X55 aus CHILE ist auf ANHOLT so ziemlich das unwahrscheinlichste, das man hier erwarten kann. Als die Mannschaft der X55 am letzten Abend das Boot verlässt, fängt der Skipper des STORMVOGELS die drei fremden Menschen auf der Pier ab und bittet um ein Wort bei über 20 Knoten Wind. Und erzählt, das ein guter Segelfreund, vor Jahren im Pazifik kennen gelernt, die letzten Abende von Patagonien und der Chilenischen Marine geradezu geschwärmt hat. Und dann treffen wir einen Tag später auf eine Yacht aus CHILE und verpennen es beinahe, die Mannschaft anzusprechen.

Miguel, so der Name des Skippers der X55 erklärt: Das Boot hat er 2019 in Dänemark gekauft und wollte 2020 anfangen, das Boot nach CHILE zu segeln. Ein Satz mit X, das war wohl nix. Corona. In diesem Jahr klappt es beruflich nicht bei ihm, aber immerhin will er am Wochenende bei einer Regatta bei AARHUS teilnehmen. Daher will er so wie wir auch am nächsten Tag los. Er meint, er kenne die “Kanäle” (also die großen Fjorde in Südchile, am Ende der Welt) sehr gut und wenn wir wirklich da unten ankommen würden, sollen wir uns auf jeden Fall bei ihm melden. Wir tauschen Visitenkarten mit Kontaktdaten…

Rettungshubschrauber auf ANHOLT. ohne Einsatz . Der Pilot muss es drauf haben. Landet zwischen Fähre, Fährtterminal und Rettungsschuppen. Cool.

…und wie um dieses besondere Ereignis noch zu toppen:
Miguel ist Winzer. Er würde gerne seinen Wein auch nach Deutschland verkaufen. Wenn ich da wohl einen Importeur kennen würde?

Leider, leider kenne ich niemanden, der im internationalen Weinhandel tätig ist.

Obwohl. Einen Großkonsumenten wüsste ich da schon…

Peter.

T82-85, ANHOLT

Das Geheule in der Takelage geht langsam auf die Nerven!

Der ganze Dampfer hängt mit guter Steuerbord-Schlagseite im Wasser und schaukelt fast so, als ob wir auf See wären. Wer weiß denn schon wirklich, wie viele Tonnen die Heckbojen von ANHOLT halten? Sind daran 19 Tonnendampfer OK, gerade noch OK oder gar nicht OK und somit völlig bescheuert? Wir haben gleich zwei Hilfsleinen an Backbord ausgebracht, damit der seitliche Druck auf die Heckboje ja nicht zu groß wird.

Fähre ANHOLT, fährt fast immer…

Heckboje. Bei uns ja nicht. Wir liegen mal wieder falsch herum in der Box und die Heckboje ist an unserem Bug.

Völlig egal bei dem Wind. Dienstag haben wir neben den 30 Knoten Nordwest auch noch schwere Schauerböen. Die zerren an allem, was den STORMVOGEL über Wasser ausmacht. In der Takelage klappert und rappelt es nur so. Erst mal alle Fallen vom Mast so weit weg gebunden, das mal Ruhe ist.

Auslaufen ANHOLT bei 30 Knoten West

Aber dieses nervtötende Geheule geht davon natürlich auch nicht weg.

Es ist nicht einfach nur beeindruckend, welche Kraft dieser Wind hat. Diese unbändige Kraft lässt erschauern. Eine Regenbö mit 35 Knoten ist, egal ob auf See oder im Hafen, die normative Kraft des unvermeidlich faktischen: Zu viel Segelfläche auf See oder schlecht angebunden im Hafen führt zu jeder Menge Ärger. Wir oder der Wind.

Brandung in ANHOLT

Wie kann es eigentlich sein, das nach einem vier Tage Sturm ein Tag Flaute herrscht, nur damit es dann wieder ein paar Tage stürmt?

Sind wir hier etwa am Kap Horn gelandet?
Hallo?
Ostsee?
Sommer?

Kein schönes (Segel)Wetter in Sicht. Schon klar. Woanders werden im Moment ganze Ortschaften von einer Regenflut weg gespült oder Tornados (Hallo? Tornados!) decken in Deutschland die Dächer ab. Da werden wir auf unserer Luxus-Lieblings-Lust Insel ANHOLT wohl ein paar stürmische Tage mehr abwettern können?

Auslaufen ANHOLT bei West, 25 Knoten

Immerhin schwimmt unser Gefährt ja. Dafür ist es gebaut. Immer schön über Wasser bleiben. Oberstes Gebot auf See. Außer für U-Boote vielleicht.

Die Überfahrt von VRANGÖ nach ANHOLT war im wahrsten Sinne des Wortes zum Kotzen. Nix mit Segeln. Kein Wind, aber dafür elendigen alten Schwell von den stürmischen Vortagen. Nach nur einer Stunde auf See muss der Skipper sich erst mal hin legen und den Magen beruhigen. Das Hirn ist leider noch voll da und fragt nagend, was das denn wohl für ein Skipper sein soll? Wegen eigentlich nix wirklich seekrank? Wie extrem beruhigend, das die Mannschaft, tapfer wie immer, ordentliche Wache geht.
Später geht es dann des Skippers Magen besser und er fängt tatsächlich auch an zu lesen. Natürlich nur eines jener Bücher, das die Mannschaft schon vor Tagen ausgelesen hat und ein paar Buchstaben übrig lies.

Auslaufen ANHOLT bei 30 Knoten, West

Zwei Highlights in 8 Stunden:
Das überqueren der Nord-Süd verlaufenden Schiffsarttrasse. Glück gehabt, die aus großen Dampfern bestehende endlose Perlenkette hat heute so große Lücken, das wir ohne Kursänderungen passieren können.
Und wir müssen sicherheitshalber kurz vor ANHOLT vom Steuerbord-Dieseltank auf den Backbord-Dieseltank umschalten. So wirklich ganz genau weiß man ja nie, wie viel Diesel noch im Tank ist. Und die äußerst unerfreuliche Erfahrung eines leeren Dieseltanks bei einem Einlaufmanöver hatten wir ja auch schon. Es ist halt wirklich so: ERFAHREN kommt von ER FÄHRT. Das Umstellen der Dieseltanks ist nur deshalb etwas besonderes, weil man es so selten macht. Dabei muss man nur kurz die Dieseleitung entlüften. Kein Problem. Nur Aufregung, die es nicht gäbe, wenn man es gewohnt wäre.
Der Anleger in ANHOLT bei immer noch sehr wenig Wind reine Routine. Der Hafen vielleicht nur zu einem viertel belegt. Erschreckend, wie schnell so eine Saison vorbei ist. 80% Deutsche. Geschätzt.
Am Abend rechnen wir noch stark damit am nächsten Morgen weiter gehen zu können, diesmal aber mit Wind. Daher legen wir keinen Strom, packen das Segel nicht ordentlich weg und bleiben reisebereit.

Lieblingsmotiv auf ANHOLT

Doch schon in der Nacht fängt es richtig an zu blasen und in der Takelage fängt es an zu klappern. Gegen 0800 dann schwere Regenböen die schlicht durch ihre Anwesenheit klar machen, heute besser nicht auf See zu gehen. Jedenfalls uns bangbüchsigenen.

Sportlicher Trimaran

Ein mittelgroßer eingeborener Schoner sieht das anders. Die ORION aus AARHUS ist eigentlich ein schöner Dampfer, hat aber mit Sicherheit schon bessere Tage gesehen. Es muss unglaublich schwierig auf aufwendig sein, solche alten Schiffe ordentlich in Schuss zu halten.
ORION liegt ganz außen mit dem Heck zur Pier, 30 Knoten voll auf die Backbordseite. Direkt daneben, an Steuerbord eine neue X55 aus Chile. An Bord der ORION 7 Personen, fünf irren mehr oder weniger planlos über Deck. Ein grauhaariger alter Mann scheint der Skipper zu sein und ein in knallrotem Ostfriesennerz steckender junger Kerl muss so was wie der Bootsmann sein. Immerhin gibt es einen.
Irgendwie kommt ORION nicht los. Schon klar. Mit dem starken Seitenwind wird man die X55 auf jeden Fall touchieren. Da könnten auch die vielen Fender an beiden Booten versagen. Des STORMVOGELS Skipper würde versuchen, mit der Ankerwisch den Bug in den Wind und so längsseits zur Pier zu kommen. Genug Platz wäre ja. Das macht er ständig. Sich bei problematischen Situationen anderer fragen, wie er das selbst lösen würde ohne es selbst lösen zu müssen. Aber natürlich sagt er nichts. Schon gar nicht zu Skippern von schönen, aber herunter gekommenen Segelschiffen (Schiffen! Nix Boote!).
Was genau der Grauhaarige im Schilde führt, kann des STORMVOGELS Skipper von Bord aus nicht nachvollziehen. Pullover an und als Zaungast auf die Pier. Eigentlich widerlich, diese Pontontouristen. Aber geschickt getarnt, denn er bietet ein paar STORMVOGEL Fender als Reserve der X55 an.
Mit einem kleinen Beiboot bringt die ORION Besatzung eine weitere Bugleine an einer weiter windwärts liegenden Boje aus. Diesmal auf Slip, die eigentliche Festmacherleine ist an einer näheren Boje fest geknotet.

Ferienahaus auf ANHOLT

Immer noch keine Ahnung, wie der Skipper der ORION hier raus kommen will.

Achtern, an der Pier ist mittlerweile auch eine Leine auf Slip. Der Steuerstand der ORION ist mittschiffs. Mit einem Male gibt der Grauhaarige Vollgas. Eine kleine schwarze Abgaswolke legt sich um das Schiff, die auf Slip liegende Bugleine wird ohne Probleme gelöst, die Heckleine kommt unter Spannung aber dann auch frei und die sehr lange an der näheren Boje fest geknotete Leine wird aus der Hand gefiert. Doch das Vollgas der Maschine und der Wind sorgen dafür, das die Leine viel schneller zu Ende ist, als gewollt, ausrauscht und ins Wasser fällt.
Entgegen der Überlegung des STORMVOGELS Skipper legt der Grauhaarige bei dem Manöver aber nicht Backbord Ruder, also in den Wind, sondern Steuerbord. Mit dem Wind.

Genial!

Mit dem Wind ablaufen und dadurch Mitschiffs und Heck von der X55 weg drehen.

Natürlich schießt die ORION viel zu schnell in die nahe liegende erste Boxengasse, doch in letzter Minute geht der Grauhaarige auf Backbord und dreht mit Vollgas das schwere Schiff in den Wind. Denn nun gilt es sofort wieder Ruhe in dieses Wildwest Manöver rein zu bringen und die verlorene Leine zu bergen.

Das ist der Job des Bootsmanns.

Fast schon Brandungssegeln

Zusammen mit einem Passagier (o.ä.) steigt er in das kleine feste Beiboot und versucht, gegen den Wind zur der Boje zu rudern. Ein Ding der Unmöglichkeit! Der Wind heult, auf der Pier muss man selbst als übergewichtiger Skipper aufpassen, nicht umgeweht zu werden.
Die Riemen fliegen immer wieder aus den Dollen. Kein Wunder bei der vielen Kraft, die der junge Bootsman in die Riemen legt. Sie treiben ab, erwischen aber noch eine andere Boje und machen dort erst mal fest.

Während dessen die ORION versucht, ihre Position im Innenhafen von ANHOLT gegen den Wind zu halten. Das klappt aber irgendwann nicht mehr und sie muss eine große Runde durch den Vorhafen drehen.

Auslaufen ANHOLT bei West, 25 Knoten POLARIS und LOTTE

Derweil der junge Bootsmann im kleinen festen Beiboot mit einem Tampen die Riemen auf die Dollen benzelt, damit sie unter Krafteinwirkung nicht immer raus fliegen. Wirklich clever.

Und dann rudert dieser tolle junge Mann was das Zeug hält! Gegen 30 Knoten Wind. Gegen eine miese Hafenwelle, die nicht wenig Wasser in das kleine feste Beiboot befördert. Und tatsächlich, nach vielleicht fünf Minuten für 200 Meter erreichen sie die Boje mit der fest geknoteten langen Leine, binden sie ab, bergen sie und rudern zur nun nahe liegenden ORION zurück.

Der junge Bootsmann, in seinem knallroten Ostfriesennerz klettert an Bord und sackt sichtlich erschöpft kurz zusammen, nur um dann sofort das Deck klar zu machen für die große Schaukelei draußen vor dem Hafen von ANHOLT.

Des STORMVOGELS Skipper dackelt beeindruckt und beseelt auf der vom Sturm umtosten Pier zurück zu seinem Boot. Der Grauhaarige hat es echt drauf und ein Schweine Glück, das er so einen famosen Bootsmann an Bord hat. Hoffentlich weiß er das!

ORION ist weg. Das nervtötende Geheule an Bord des STORMVOGELS bleibt.

Also viel Zeit an Land verbringen. Wie wir die Landschaft auf der kleinen Insel lieben!

Brandung auf ANHOLT

Zwei Tage später.

Auch wir denken, zur Not könnte man heute los. Aber so gegen 0900 entscheidet sich der Skipper im Hafen von ANHOLT zu bleiben. Was soll das? Wir haben Zeit, wir brauchen keine Schlechtwetterbestätigung und wir sind am Ende vielleicht einfach auch nur faule Leute. Faule Seeleute.

Ein Dampfer aus der Schweiz macht den Anfang und liefert spektakuläre Bilder beim Verlassen des Hafens. Keine Ahnung, was die Mannschaft im Schilde führt, denn sie motort gegen 25 oder mehr Knoten Wind und eine zwei Meter Welle. Zwei Stunden später kommen sie wieder zurück. Durchaus gute Seemannschaft, wenn man erkennt, das es nicht geht.

Gerade, als die Schweizer wieder einlaufen gehen noch drei andere Dampfer raus, aber auf viel freundlicheren Kursen gen Süden.

Könnte, hätte, sollte man vielleicht auch machen sollen.

Aber wozu eigentlich?

Peter.

T77-81, Vrangö

Da sind wir also nun wieder auf der kleinen, südlich von GÖTEBORG noch in den Schären gelegenen Insel VRANGÖ. Um von Tradition zu sprechen sind noch nicht genügend Segeljahre vergangen, hier Station zu machen ist für uns eher eine willkommene seemännische Konsequenz auf dem Weg nach Süden.

STORMVOGEL vor GÖTEBORG – endlich mal wieder unter Segeln

Und obwohl wir schon öfters hier waren, entdecken wir diesmal zwei neue wesentlichen Dinge auf der Insel:

1) Hafen für Gastlieger
Der Hafen ist viel größer als jemals gedacht! Wir kannten bisher nur die Pier mit den Heckleinen und dem Schwimmponton direkt an Steuerbord bei Einlaufen. Aber wenn man gerade aus durch fährt kommen im hinteren Hafenbereich an Steuerbord locker noch mal 20 oder 30 Liegeplätze mit Heckbojen. Beim Einlaufen vermutet man das nicht, denn man sieht an Backbord nur viele kleine Motorboote und denkt, da muss es wohl flach sein. Ein Hinweisschild oder ähnliches erkennen wir nicht. Tolle Wurst.

Im Hinterhof des Hafens von VRANGÖ

2) Wanderwege
Wir sind zwar oft zu Fuß über die kleine Insel gepilgert, aber die beiden sehr guten Wanderwege (einmal Nordhälfte, einmal Südhälfte) kannten wir tatsächlich noch nicht. Doch Segelfreund Michael F. aus HH auf A. kannte schon die Nordtour und nahm uns auf die wunderschöne Runde mit. Zünftiges kleines Frühstück mit vorher geschmierten Stullen und heißem Kaffee auf einem Schärenfelsen unterwegs. Die Tage darauf sind wir den Weg Morgens alleine gelaufen und hatten den Eindruck, das man die Strecke noch gut 10 mal laufen könnte, um wirklich alle Facetten zu erfassen. So abwechslungsreich, so viel zu sehen. So schön.

Quelle: Ortsschild in VRANGÖ mit den beiden Wanderwegen
Ausblick auf den Ort und den Hafen (ganz links)

Nun denn. Hängen wir also hier ab und warten auf Wetter für den anstehenden Südkurs. Es kachelt aus Südwest. Um und bei 30 Knoten. Theoretisch machbar, aber klarer Fall von Finger weg! Fast schon ein wenig beängstigend ist, das die Wettervorhersagen der unterschiedlichen Systeme (ECWMF, GFS) für nur zwei Tage im voraus zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Das ist ja immer ein Zeichen dafür, das keiner von beiden es so richtig weiß, was da kommen wird. Also immer schön abreisebereit bleiben und die Chance zum gut 50 Seemeilen Sprung nutzen, wenn sie denn kommt.

Heidelandschaft auf VRAGÖ

Auf VRANGÖ ist die Saison ganz offensichtlich auch schon vorbei. Am Sonntag Nachmittag verlassen die letzten Eingeborenen Segler die Insel und fahren nach Hause. Wohl in der Regel in den Großraum von GÖTEBORG, das geht gerade so bei diesem Schietwetter. Richtig kalt ist es zwar noch nicht, aber in den heftigen Regenschauern ist es schon sehr, sehr ungemütlich. Wie schön ist es da unter Deck im Deckshaus oder auch ganz unten im Keller des STORMVOGELS, dem fast nie genutzten Salon!

Jungfrauen-Hummer in Groß auf VRANGÖ

Ein paar neue Fressbuden haben auf der Pier von VRANGÖ aufgemacht. Da kann man jetzt auch Krabben kaufen. Die sehen aus wie die Jungfrau-Hummern aus ANHOLT, nur in viel größer. Bei denen kann man tatsächlich sogar etwas Krabbenfleisch aus den Scheren pulen. So groß wie die toten Tiere auch sind, so groß ist leider auch der Preis. Die Viecher sind so teuer, das wir uns den Spaß nur einmal erlauben. OK, gegenüber den kleineren Artgenossen aus ANHOLT sind sie veredelt: Bereits gekocht, in einen Sud aus Gewürzen und Salz eingelegt und in einem tollen Plastikeimer zum Mitnehmen. Wie immer: Verpackung ist alles. Jedenfalls für die, die sich blenden lassen (wollen). So richtet sich dieses Krabbenangebot wohl auch nicht an wissende Segler im Hafen, sondern eher an die vielen Tagestouristen, die mit der Personenfähre hier herüber kommen und was schönes zum Essen für zu Hause mitnehmen wollen.

ANICO vor GÖTEBORG

Wer nun denkt, wie langweilig können denn wohl vier Tage und Abende auf einer kleinen Insel am südlichen Ende der schwedischen Westschären sein (?), der liegt falsch! Tagsüber wandern, herumstrolchen, einkaufen und Wäsche waschen. Leben an Bord halt. Völlig normal und besser als sonst wo.
Abends, sehr zur Freude der STORMVOGEL Mannschaft, lauschen wir nach dem gemeinsamen Abendessen gespannt den Erzählungen von Michael. Zusammen mit seiner Frau hat er eine völlig andere Route für die Reise seines Lebens als die unsere gewählt: “Mal eben” Südamerika im Osten runter, Patagonien, Südamerika im Osten wieder rauf. Getroffen haben wir uns dann nach diesem sehr besonderen Reiseabschnitt erstmalig auf der kleinen Pazifikinsel NIUE. Long Ago And Far Away.

Sommerweide auf VRANGÖ

Bilder aus Patagonien hat er zufällig auf einer externen Festplatte auch dabei – was für ein Glück für uns! Mit den sehr authentisch wirkenden Fotos bekommen seine Erzählungen eine im Gedächtnis hängen bleibende Tiefe, die nicht nur zum Nachdenken anregt. Nur damit das klar ist: Wir haben Michael innig um seine Geschichten gebeten – und werden das wieder tun, wenn wir ihn wieder sehen 😉

Für Montag sind schwache nördliche Winde, um und bei 6 bis 8 Knoten angesagt. Damit sollte, könnte, müsste es mit dem Leichtwindsegel eventuell nach ANHOLT klappen?

Schauen wir mal.

Peter.

STORMVOGEL im Hafen von VRANGÖ

T74-76, Sotenkanalen, Marstrand und Högö

Vom Ankerplatz ohne echten Namen bis nach MARSTRAND sind es über 40 Seemeilen wilde herumkurverei um die kleinen und großen Felsen der schwedischen Westschären. Die Route führt durch den beschaulichen SOTENKANALEN und am geschäftigen SMÖGEN vorbei.

SOTE KANAL (Sotekanalen)

An diesem Sonntagmorgen ist es sehr still auf dem Wasser. Kaum andere Boote in Sicht und wenn, dann nur kleine Fischerboote in denen gut verpackte Männer mit ihren Angelrouten auf Fisch hoffen. Und so sind wir in der nördlichen Ansteuerung des SOTE-KANALS völlig alleine unterwegs. Das ist gut & schlecht zugleich. Gut, weil man nicht wie ein Schießhund auf viele andere Dampfer aufpassen muss. Schlecht, weil man sich selbst darum kümmern muss, das die einzige Brücke über den Kanal rechtzeitig geöffnet wird.

SOTE KANAL (Sotekanalen)

Am Ufer erkennen wir ein Schild: Ab hier möge man sich bitte bei der Brückenwache melden und die Durchfahrt klären. Der Skipper ist präpariert: Auf UKW Kanal 6 ruft er “SOTENÄS BRIDGE”, teilt seine Position mit und bittet um Brückenöffnung. Eine Frauenstimme antwortet unverzüglich: “STORMVOGEL, you are WELCOME!”. Na, das hört sich doch sehr freundlich an. Doch bedeutet “WELCOME”, dass sie die Brücke auch wirklich aufmacht?
Wir laufen weiter südlich mit knapp fünf Knoten Fahrt und nach einer weiteren Biegung kommt die Brücke in Sicht. Signal auf “Rot” und noch ist die Brücke nicht geöffnet. Also sehr langsame Fahrt voraus, um einen Wartefestmacher zu vermeiden. Da vernehmen wir das Glockensignal der Straßenschranken und die historisch anmutende Drehbrücke wird recht zügig geöffnet. Lichtsignal auf “Grün” und los gehts!

Klasse. Das klappt ja wie am Schnürchen!

SOTE KANAL (Sotekanalen)

Nordgehend kommt uns nach der Brückenpassage ein anderer Dampfer entgegen, aber der hat sich nicht über UKW Funk angemeldet und daher schließt die Brücke erst mal wieder. Spaßiger Weise muss man gar nicht funken, man kann wohl auch ein Schallsignal geben: 0,5 Seemeilen vor der Brücke LANG LANG KURZ KURZ für Südgehend und LANG LANG KURZ für Nordgehend. Wenn die Brückenwache das gehört hat, wird sie mit KURZ KURZ antworten. Na denn mal zu, ihr Schiffsschallsignalhörner dieser Welt!

Das Fahrwasser von SMÖGEN ist genau so hässlich und doof wie nordgehend. Nur und das wirklich zum Glück: Immer noch kaum Bootsverkehr, obwohl schon früher Nachmittag.

Großsegler in MARSTRAND, bereits vor ein paar Wochen auf LYR gesehen

In der Nähe von MARSTRAND dann wie üblich und an einem Sonntag ganz erst Recht: Sehr viel Bootsverkehr! Draußen vor den Felsen findet scheinbar eine Regatta statt, Urlaubssegler mischen sich mit Wochenendseglern und ganz bekloppte müssen mal wieder zeigen, wie toll sie sind und durchsegeln kreuzender Weise mit ihren großen Yachten das MARSTRAND Fahrwasser, obwohl sie sicherlich eine gute Maschine im Rumpf führen.

Ankerplatz von HÖGÖ, ca. 3 Seemeilen südlich von MARSTRAND

Nun denn, wir finden schnell einen Platz im Hafen, denn trotz Hochsaison gibt es genug freie Liegeplätze. Der Trick der örtlichen Hafenbetreiber: Mache die Liegegebühren so teuer, das hier keiner länger als nötig rum hängt. So zahlen wir 57 Euro die Nacht – echter Rekord in dieser Saison. Dafür sind die Waschmaschinen immer noch kostenlos und so holen wir uns über das Waschen schmutziger und trocknen sauberer Wäsche einen Teil der Liegegebühren zurück. Und über Müllentsorgung. Und über Wasser tanken. Und über einkaufen. Und über Pizza ToGo und so weiter und so fort.

Ankerplatz von HÖGÖ, ca. 3 Seemeilen südlich von MARSTRAND

Nach zwei Nächten ist alles erledigt und wir vorholen uns auf den Ankerplatz von HÖGÖ (57°50,8’N 11°37,6’E, 3M) etwa 3 Seemeilen südlich von MARSTRAND. Dort treffen wir unseren Segelfreund wieder. Der Ankerplatz ist klasse und so dicht an MARSTRAND, das man mit einem schnellen Dingi da mal eben vorbei brettern könnte, so man denn ein schnelles Dingi hat. Haben wir nicht. Allerdings liegen hier auch schon vier oder fünf feste Mooringsbojen der schwedischen Segelvereinigung herum, so das es hier bestimmt auch mal eng werden kann. Wir sind das zweite Boot, später kommen noch vier oder fünf dazu. Platz bleibt genug.

Ankerplatz von HÖGÖ, ca. 3 Seemeilen südlich von MARSTRAND

Das Wetter ist mittlerweile so lausig, das wir nicht mal mehr an Land gehen. Vom Schwimmen gehen ganz zu schweigen. Da auch die nächsten Tage für Süd gehende Boote nichts gutes verheißen, gehen wir am nächsten Tag direkt weiter. Der ist schließlich der harmloseste der kommenden.

Eindeutig auf Rückreise.

Und wie immer dieses komische Gefühl.

Peter.

T73, Langö, Furön, Valön

Passiert uns wirklich nicht oft.

So ganz genau wissen wir diesmal nicht, wo wir sind. Geografisch, nach Länge und Breite natürlich schon. Die zeigt das GPS Gerät mit 58°29,4’N 11°18,0’E klar und deutlich an. Immerhin etwas.

Schwedische Westschären: Bei Langö, Furön, Valön

Dem Namen nach wissen wir aber diesmal nicht, wo wir sind. Liegen wir nun auf Anker vor Langö, vor Furön oder gar vor Valön?

Schwedische Westschären: Bei Langö, Furön, Valön

Nicht, das es wirklich eine Rolle spielen würde. Hier ist es schön, ruhig und dem nahen Saisonende entsprechend auch fast einsam. Wer braucht da schon einen genauen Ortsnamen? Doch unterschwellig kommt man sich schon recht doof vor. Offenbar so eine Art Zwangserdung für ansonsten alles wissende Skipper. So jedenfalls die Selbsteinschätzung eben jenes handelnden.

Schwedische Westschären: Bei Langö, Furön, Valön

Wie geplant kommen wir am frühen Nachmittag auf dem sehr großzügigen Ankerplatz an und haben daher genug Zeit, mit dem Dingi das Land ein wenig zu erkunden. Spektakuläre Aussichten ergeben sich, als wir den dicken Felsbrocken direkt vor des STORMVOGELS Bug erklimmen. Der Aufstieg ist wie so oft einfach, herunter müssen wir an anderer Stelle doch auch mal auf dem Hosenboden rutschen. Seeleute sind halt keine Bergsteiger. So nackt wie die Felsen auf den ersten Blick hin wirken, sind sie bei näherer Betrachtung gar nicht. In Kuhlen haben sich kleine Regenwasser gespeiste Tümpel gebildet, oft umsäumt von Heidekraut, das bereits in prächtigen Farben blüht.

Schwedische Westschären: Bei Langö, Furön, Valön

Die dichten Wolken über uns wirken mittlerweile bedrohlich, doch auch die gehören eindeutig zum schwedischen Sommer. Das einzige, sehr einfache Ferienhaus weit und breit, erhaben über der Bucht thronend, hat schon was besonderes. Lage, Lage, Lage. Es stehen Autos vor der Tür, also muss es irgendwo einen Weg zum Festland geben. Wäre bestimmt reizvoll, von dort oben das Kommen und Gehen der Segelyachten in der Bucht bei dem ein oder anderen Glas Rotwein zu beobachten. Und zwischendurch vielleicht ein paar Zeilen zu schreiben?

Schwedische Westschären: Bei Langö, Furön, Valön
Schwedische Westschären: Bei Langö, Furön, Valön. Kühe am Strand.

Ein kleines Rätsel geben uns die Kühe am Strand auf. Am Sandstrand, wohlgemerkt. Woher wissen die Tiere, das es am Strand am schönsten ist? Würden Kühe nicht einfach saftige Wiesen, gleich nebenan großzügig vorhanden, bevorzugen? Sind das eventuell auch solche Luxuskühe wie ihre damals auf dem Berg in England sonnenbadenden Artgenossen? Ist Höhenluft besser als Seeluft? Oder umgekehrt? In jedem Fall scheinen sie intelligent zu sein.

Schwedische Westschären: Bei Langö, Furön, Valön. Kühe am Strand

Denn am nächsten Morgen verlagern die Kühe ihr beschauliches Beachcamp von dem einen Strand unterhalb des Ferienhauses an einen anderen, etwas südlicher gelegen Strand. Doch der einzige Weg dahin führt durch das Wasser. Durch das salzige Meer! Wie kommt man wohl als gemeine Kuh auf solch komischen Ausflüge? Einfach Rätselhaft.

Schwedische Westschären: Bei Langö, Furön, Valön. STORMVOGEL vor Anker

Die Nacht verläuft sehr ruhig und am nächsten Morgen geht es gleich weiter, weil wir uns in MARSTRAND neu verproviantieren wollen und, viel wichtiger, einen Segelfreund treffen möchten, den wir vor langer Zeit im Pazifik auf der Insel NIUE kennen gelernt haben.

So werden wir das Geheimnis der schlauen Kühe von Langö, Furön oder Valön in diesem Jahr wohl nicht mehr lösen. Und schon gar nicht heraus finden, wo wir da eigentlich genau geankert haben.

Ist vielleicht auch besser so.

Wer keine Namen kennt, der kann wenigstens auch keine vergessen.

Peter.

T70-72, Die Insel Resö

Die Insel RESÖ liegt bummelig 20 Seemeilen (40 Kilometer) südlich von STRÖMSTAD in den schwedischen Westschären. Eigentlich war es mal eine richtige Insel, also per Definition einer Insel vollständig von Wasser umschlossen. Doch irgendwann hat man einen Damm zu der nach GOOGLE MAPS (unglaublich, namenlosen oder? GOOGLE weiß doch nicht alles!) Nachbarinsel und dem Festland gebaut. Dadurch wurde der Autoanschluss an die E6 Schnellstraße zur Minutensache.

Straßenverbindung auf die Insel RESÖ

Und so kommt es vermutlich das eine eigentlich einsame Insel im großen Nationalpark KOSTERHAVETS geradezu durchsetzt mit schwedischen Ferienhäusern ist. In der Nähe des Damms gibt es tatsächlich richtige Bauernhöfe, ansonsten nur unendlich viele Ferienhäuser. Manche einsam und malerisch in die Landschaft eingebettet, viele andere in regelrechten Siedlungen, die jetzt in den schwedischen Sommerferien auch gut belebt wirken. Jeder so wie er will.

Fereinhaus auf der Insel RESÖ

Wir sind nun offiziell südgehend und liegen ein paar Tage auf dem sehr guten Ankerplatz vor LÖNNTÄG im Südosten (Position 58° 47,9’N 11° 11,7’E, 6M) von RESÖ. Vor ein paar Wochen, noch nordgehend hatten wir das Ziel KOSTER INSELN vor Augen und sind nur eine Nacht vor RESÖ ohne Landgang geblieben, jetzt erkunden wir ausführlich mit dem Dingi die Insel. Zunächst zu Fuß über einen gut markierten Wanderweg (“grün”) in den kleinen Ort am Westende der Insel. Später fahren wir tatsächlich noch mal mit dem Dingi außen um die Insel herum. Eine Reise von gut 2,5 Seemeilen – one way! Das ist insofern erwähnenswert als das das Vertrauen in den lange meckernden Außenborder wieder hergestellt ist. Ein neuer Vergaser bewirkt wahre Wunder bei so einer kleinen Höllenmaschine.

Ankerplatz vor der Insel RESÖ

Der Ort RESÖ bietet einen kleinen Supermarkt, eine Landbäckerei samt Café vom feinsten und einen Hafen, vornehmlich für kleine Motorboote, aber an den Außenstegen liegen auch größere Segelyachten und richtige Motorkreuzer. Drei Fischkutter finden auch ihren Platz. Recht harmonisch in die Landschaft passend.

Bäckerei und Cafe PANGET auf RESÖ
Bäckerei und Cafe PANGET auf RESÖ

Direkt bei unserem Ankerplatz bei LÖNNETAG gibt es nur eine kleine Pier für einheimische Motorboote. Hervorragend als Dingipier geeignet. Dort angelandet werden die mitgebrachten Wanderschuhe angezogen und es geht ein kurzes Stück westwärts durch die kleine Ansammlung von Ferienhäusern. Dann verlässt man die autotaugliche Schotterpiste und biegt rechts auf den Wanderweg “grün” ab, direkt in den dichten Wald. Der Pfad ist nicht zu verfehlen und windet sich munter durch die Bäume und das Gebüsch. Ein verwunschener See entlang des Weges und schon ist man im Außenbezirk des Ortes RESÖ. Logisch: Nur Ferienhäuser, was auch sonst. Hier ist die Straße nun asphaltiert und per GOOGEL MAPS orientieren wir uns dorthin, wo wie einen Supermarkt vermuten.

Steg auf der Insel RESÖ. Sieht wacklig aus, ist es auch

Zuhause ist Einkaufen oft eher eine Pflicht, auf so einer langen Reise in unbekanntem Revier sind die kleinen Supermärkte entlang des Weges so etwas wie eine Mission. Hier gibt es immer wieder was zu entdecken, in der Regel die ein oder andere Leckerei, natürlich. Berge von Lebensmittel kann man so nicht einkaufen, der Rückweg wäre viel zu lang. Einen soliden Grundstock an Lebensmitteln haben wir ja sowieso immer an Bord. Aber das I-Tüpfelchens darf durchaus so gesucht werden.

Im Hafen von RESÖ
Im Hafen von RESÖ

Direkt neben dem kleinen Supermarkt ist die Bäckerei PANGET. Durch eine offene Tür können wir eine Palette mit 25 Kilo Mehlsäcken in der Backstube sehen, hier wird tatsächlich selbst gebacken!  Die Erkenntnis alleine ist schon Grund genug, sich hier nieder zu lassen, einen Kaffee zu schlürfen und eine süßes Gebäck zu vernaschen. Und die vorbei kommenden Leute zu beobachten. Keiner geht hier mit einer kleinen Tüte weg. Manche müssen warten, bis alle Tüten mit gebackenen Köstlichkeiten zusammen gestellt sind. In der Regel blendend aussehende junge Eltern mit ihren noch bezaubernder wirkenden Kinder. Absolute Bullerbü Idylle wohin man blickt. In dieser Massivität fast schon ein wenig bizarr, denn das ist natürlich nicht die Wirklichkeit in der wir in Westeuropa leben.

Dingitour um RESÖ

Coffee-Refil, so wie in Amerika üblich, erleben wir in den schwedischen Cafés auch allerorten. Nix mit der deutschen Frage nach “Kännchen oder Tasse?”. Man bekommt einen frisch gespülten Pott und geht zur Kaffeestation, an der Milch, Zucker und eben der Kaffee steht und bedient sich selbst. Man geht noch mal hin, wenn der Kaffee schmeckt. Und nochmal, wenn man noch bleiben möchte und das Treiben um einen herum weiter beobachten möchte. Und vielleicht nochmal, wenn man immer noch keine Lust auf den Rückweg hat.

Klare Sache: Wir sind im KOSTERHAVETS NATIONALPARK

An einem anderen Tag spazieren wir ostwärts, landen leider relativ früh´ auf der engen Straße die auf das Festland führt und machen uns wenigstens ein Bild von dem Damm. Die Mannschaft möchte nicht darüber gehen – einen eigenen Fußweg gibt es nicht und trotz Ausweichbuchten ist die Fahrspur so eng, das die Mannschaft um ihre körperliche Unversehrtheit fürchtet. Alleine möchte der Skipper des STORMVOGELS sich auch nicht in unnötige Gefahr begeben, also pilgern wir auf gleichem Wege zurück.

Im Hafen von RESÖ
Im Hafen von RESÖ

Der Vorteil an so einem einsamen Ankerplatz (wir waren die ganze Zeit alleine) ist, das man schwimmen gehen kann, wenn man will. Jederzeit. Nun, ganz alleine waren wir da draußen dann doch nicht. Denn ab und zu trieb eine der furchterregenden Feuerquallen vorbei und vermieste uns kurzfristig die Aussicht auf eine (erhebliche) Abkühlung. Die Strategie der ansonsten eher furchtlosen (andere sagen naiven) STORMVOGEL  Crew ist folgende: Aufmerksamer Rundgang an Deck, das Wasser in der nähren Bootsumgebung fest im Blick. Kein rotes Monster in der Nähe – ab ins Wasser. Das wird wie gewohnt und dem Alter entsprechend über die Badeleiter und die Badeplattform am Heck einigermaßen komfortabel erreicht. Der Skipper, ausgerüstet mit Taucherbrille und Schnorchel, selbstverständlich zuerst. Keine Sorge, davon wird es nie Bilder geben.

Die gemeine rote Feuerqualle – ein rotes Monster im Meer

Kurzer Rundumblick unter Wasser. Ist kein rotes Monster in Sicht, folgt die Mannschaft. Sind beide im Wasser, wird auf der Sonnenseite zum Bug geschwommen, immerhin satte 14,5 Meter. Der Skipper als Scout voraus, die nähere Unterwasserumgebung fest im Blick. In der Regel kann er die ein, zwei Meter in die Tiefe zeigende Ankerkette erkennen, aber dann verliert sich ihre Spur. Obwohl nur auf fünf bis sieben Meter Wasser liegend, kann man nie den Grund erkennen. Kein Vergleich zu anderen Orten auf der Erde. Auch nicht so wichtig. Irgendwo da unten wird der Anker schon sein. Ein rotes Monster mit seinen elendig langen Tentakeln frühzeitig in der Nähe zu sehen schon eher.
Elegant wird schwimmender Weise die Ankerkette gekreuzt um dann auf der Schattenseite des Bootes die 14,5 Meter zum Heck zurück zu schwimmen. Je nach Lust und Laune wird noch eine zweite Runde gedreht, eher selten eine Dritte. Man bedenke: Das wären ja auch schon knapp 100 Meter und Olympia ist eh´ schon vorbei.

EIne Feuerqualle dicht an Land – gefangen in den Algen

Doch während die Mannschaft einfach nur vergnügt so durch das Wasser planscht, hat der Skipper mit seiner Schnorchelbrille neben der Beobachtung der roten Monster gleich zwei weitere ernsthafte Aufgaben zu erledigen. Als da wäre zum einen: Reinigen des weißen Wasserpasses mit dem Zauberschwamm. Üblicherweise ist dieser nach einem Aufenthalt in einem Hafen nicht mehr weiß. Das geht natürlich gar nicht. Makelloses Auftreten ist des STORMVOGELS erste Pflicht. Zum anderen gilt es, die Funktion der unter Wasser befindlichen Logge wieder herzustellen. Die Logge misst mit einem kleinen Schaufelrad die Geschwindigkeit, die das Boot durch das Wasser macht. Nach ein paar Tagen des Stillstands nisten sich irgendwelche Meeresbewohner in den komfortablen Schaufelrädern ungefragt ein und blockieren dieses mit ihrer bloßen Anwesenheit. Das geht so natürlich nicht! Wenn die Bordelektronik nicht weiß, wie schnell das Boot durch das Wasser fährt, kann sie auch nicht die wahre Windgeschwindigkeit und die wahre Windrichtung errechnen und dem Skipper anzeigen. Also taucht der Skipper kurz ab, dreht die Schaufelräder mit der Hand und schmeißt somit die unliebsamen Passagiere aus ihrem Versteck und fertig ist.

Kleiner Etikettenschwindel: Das Bier wird nicht auf RESÖ gebraut, sondern in STRÖMSTAD



Nun werden die wahren Seeleute unter uns erwidern:

Was braucht ein echter Skipper denn die Navigationselektronik um den wahren Wind zu erkennen?

Tja, an dieser Frage ist leider was dran und ich werde darüber noch eine kleine Weile nachdenken müssen.

Peter.

Im Wald von RESÖ
Verwunschener See auf RESÖ
Weg auf RESÖ
Einfacher, aber sichtbare Markierung des “grünen” Wanderwegs

T58-T63, nach KOSTER in vier Etappen

Planmäßig nehmen wir in FREDIKSHAVN die Segelfreunde auf, denen wir es im positivsten aller Bedeutungen zu verdanken haben, das wir damals die ALGAVE abgesegelt sind.

Doch kaum nimmt man erfahrende Segler an Bord, ist der Wind weg!

Was soll denn das bitte?

Normaler Weise würde man ja nun den JONAS in der Mannschaft suchen, der dafür verantwortlich ist. Und ihn kurzerhand einfach über Bord werfen, um wieder an Wind zu kommen.

Jedoch ist zu bedenken:
Die Zeiten sind wahrlich andere als früher und Freunde wirft man ja wohl schon gar nicht über Bord. Heute wie damals nicht.

Traditionssegler vor LYR
Traditionssegler vor LYR

Und so ergab es sich tatsächlich, das wir in den Etappen FREDIKSHAVN (Hafen) – LYR (53sm, Anker) – VALÖN/FURÖN (41sm, Anker) – GREBBESTSAD (28sm, Hafen) – RESÖ (18sm, Anker) – KOSTER (12sm, Hafen) insgesamt vielleicht für 2 Stunden ein Segel oben hatten. Ansonsten die eiserne Unterwassergenua. Wer weiß schon, wozu das gut war? Unter Maschine kann man auf jeden Fall mehr und in Ruhe die wunderbar bizarre Schärenlandschaft von Nord-West SCHWEDEN in sich aufsaugen.

Schärennavigation

Die lange Passage von FREDIKSHAVN nach LYR (Ankerposition 58°04,2’N 11°32,1’E, 7 Meter) war völlig ohne besondere Vorkommnisse. Normalerweise wäre sie mangels Wind auch noch langweilig gewesen, doch mit der frischen Mannschaft waren die Stunden auf See eher kurzweilig. Ab und zu mal ein Dampfer, der nach seinem Wegerecht verlangt. Oder der Versuch, bei sehr wenig Wind mit dem blauen Monster zu segeln. Mehr Show als Nutzen.
Den Ankerplatz von LYR hatten wir ja schon im letzten Jahr für uns entdeckt und auch diesmal hielt es uns direkt zwei Nächte in der kleinen Bucht. Etwas busy in der Hochsaison, aber nun sind ja wirklich überall Ferien. Ein historischer Segler legt sich auch in die Bucht und wir schwanken bei dessen Beobachtung zwischen “Beeindruckt” und “Besorgt” ob des straffen Regiments, das die Mannschaft mit der an Bord befindlichen Jugendgruppe führt. Am Morgen und am Abend Appell auf Deck – mit Händen hinter den Rücken. An Land wird gerudert. Und auch dort ist eine straffe Ordnung, eine starke Anleitung zu sehen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum diese Jungendgruppe in absoluter Nähe wahrlich nicht als Belästigung wahrgenommen wird.

Fischer bei der Arbeit

Wir verlassen den Ankerplatz von LYR und sind etwas in Sorge, einen so guten Platz noch mal in Nord zu finden.

Finden wir aber.

Einfach durch Blick auf die Karte. Beuteschema wie üblich: Große Bucht mit kleiner Einfahrt, nach möglichst vielen Windrichtungen geschützt und zum Ufer hin langsam abflachende Wassertiefen. Das bietet de Ankerplatz vor VALÖN/FURÖN (Ankerposition 58°29,4’N 11°18,0’E, 7 Meter). Für bestimmt 30 oder 40 Boote in großzügigem Abstand. Wie auch schon in LYR gibt es ein paar blaue Mooringbojen der schwedischen Segelvereinigung, freier Anker ist überhaupt kein Problem. Das obligatorische Bad im Meere aber kein Landausflug.

Offenbar ein guter Rasenmäher vorhanden

Irgend jemand an Bord isst zu viel. Vom trinken ganz zu schweigen. In der Folge setzt die Kombüse Einkaufen auf die Tagesordnung. Zunächst hoffen wir, auf dem Weg nach Norden im HAMBURG SUND einen kurzen Shopping-Anleger zu fahren. Doch wir sind schon um kurz nach Neun dort und es ist absolut kein Liegeplatz zu ergattern – auch für ein paar Stunden nicht. Und auch nicht am extra vorhandenen ICA (Supermarktkette in Schweden) Anleger. Alles voll.
Also beschließen wir nach GREBBESTAD zu laufen. Dort kommen wir am frühen Nachmittag an und der Skipper bekommt schon beim Einlaufen kalte Füße. Gefühlt eine Millionen Boote auf dem Wasser, laute Musik dröhnt vom Ufer aufs Wasser und so fällt es dem Skipper sehr schwer, in dem Trubel den Überblick zu behalten. Kein Liegeplatz in Sicht. Auch nicht im Päckchen, auch nicht “mit ohne” Landzugang. Einfach gar nichts.

Grebbestad
Grebbestad
Grebbestad

Beim ratlosen herum kurven fällt eine Lücke zwischen kleinen, im Päckchen liegenden Segelbooten (2*2) und einem einsamen kleinen Motorboot auf. Je weiter man weg ist, um so größer wirkt die Lücke! Ein Probeanleger zeigt jedoch auf, das gut zwei Meter fehlen. Ein Skipper eines der kleinen Segelboote bewegt alleine das kleine Motorboot einen Meter Richtung Ufer, gibt aber dann auf. Also setzten wir einen Mann auf der nahe gelegenen Fischereipier ab und zu zweit gelingt es, mehr Platz zu schaffen. Immerhin so viel, das vorn und achtern 50 Zentimeter Platz sind und wir den STORMVOGEL sauber an die Pier bekommen. Das kleine Motorboot liegt nun zwar sehr weit vorne am Ufer, ist aber mit einer zusätzlichen Leine des STORMVGELS gut gesichert. Der Skipper vom kleinen Segelboot meint, er habe da seit Tagen niemanden gesehen. Auf uns wirkt das kleine Motorboot leicht marode.

Grebbestad

Es dauert keine zwei Stunden, da haben wir zwei weitere Boote im Päckchen an Steuerbord und die Besatzung des kleinen Motorboots erscheint dann auch noch. Zunächst nicht erfreut, doch wir entschuldigen uns wortreich und bieten Hilfe beim Ablegen an – denn das könnte durchaus schwierig werden, so dicht, wie das kleine Motorboot nun am Ufer liegt. Doch das Hilfsangebot wird abgelehnt und der Ableger geht (natürlich) schief, zu großer Wendewinkel und zu wenig Wasser in unmittelbarer Ufernähe. Doch mit viel Gas kommt er frei und ist erst mal weg.

Nord-Koster

Wir liegen technisch zwar gut, doch an der Pier gibt es weder Wasser noch Strom. Strom brauchen wir auch nicht, so viel Maschine, wie wir gelaufen sind. Aber Wasser wäre schon gut. An der gegenüberliegenden Dauerliegerpier für kleine Motorboote gibt es Wasser. Also bauen wir einen Schlauchadapter, verlängern den vorhandenen Schlauch mit einem Bordschlauch und bringen beides mit dem Dingi über die Boxengasse auf unsere Pier. Herrlich, wenn man Mannschaft hat!

Der zuvor helfende Skipper des kleinen Segelboots bekommt das mit und fragt, ob er auch den quer durch die Boxengasse laufenden Schlauch haben könnne?

Urwald auf Nord-Koster

Hallo? Selbstverständlich!

Wir bauen die gewagte Konstruktion gerade zurück, als die Besatzung des ganz außen in unserem Päckchen liegenden Motorboots aus NORWEGEN zurück kommt und etwas enttäuscht fest stellt, zu spät gekommen zu sein.

Müll ist wie immer ein Problem. Wenn man unterwegs ist produziert man Müll. Erschreckend viel Müll. Wenn man zu viert ist, noch mehr Müll. Eine yachtgerechte Entsorgungsstation finden wir nicht. Also stopfen wir unsere Beutel notgedrungen in die Mülleimer, die an der Hafenpromenade herum stehen.

Beschweren können wir uns nicht. Alle Versorgungsaufgaben inklusive Einkaufen sind gelöst worden, es kommt niemand, um Liegegeld zu kassieren. Merkwürdiger Hafen.

Tagsüber läuft ein Oldtimer-Rave mit mörder lauter Musik durch die Straßen, abends beschallt uns bis 0300 die sehr nahe gelegene Disko. OK, thats life.

Nord-Koster

Alles im allem ein Platz zum Versorgen aber dann so schnell wie möglich wieder weg!

Auch, wenn diesmal im SKAGERAK draußen ordentlich Wind pustet. Eigentlich wollen wir in einem Rutsch nach KOSTER, doch das Fahrwasser führt uns einmal “nach draußen” (also da, wo die Schären das offene Meer nicht mehr abschirmen) und wir beschließen einmütig, einen Ankerplatz zu suchen.

Anker vor Resö

Den finden wir auch vor RESÖ (Ankerposition 58°47,9’N 11°11,6’E, 6 Meter). Wir drehen zwar noch eine sehr vorsichtige Ehrenrunde im Flachwasser nach einem besseren Platz, finden ihn aber nicht und so legen wir uns da hin, wo schon zwei andere Boote liegen. Später kommt dann noch das kleine schwedische Boot aus GREBBESTAD mit dem hilfreichen Skipper, was für ein Zufall.

Nord-Koster

Ein wunderbarer Abend, gefolgt von einem wunderbaren Morgen.

Was will man mehr? Was kann man mehr erwarten?

Die letzte Etappe nach KOSTER ist mit 12 Seemeilen sehr kurz. Die Welle ist weg und als wir den immerhin 200 Meter tiefen KOSTER SUND überqueren haben wir einen spiegelglatten Ententeich unter unserem Boot.

Die kleine Pier im Fahrwasser zwischen Nord- und Süd-KOSTER ist rappelvoll. Eigentlich hoffnungslos. Wir fahren einmal auf und ab, da signalisiert ein Norweger, das sich das Päckchen demnächst auflösen wird. Also warten wir und gehen schließlich als zweiter ins neue 3er Päckchen. Was für ein Glück, vielleicht auch ein wenig Planungserfolg, weil wir vor 1200 hier auflaufen?

Deutlich mehr NORWEGER als SCHWEDEN hier. Dann DÄNEN und ganz vereinzelt auch mal DEUTSCHE. Aber egal welcher Nation die Menschen hier zugehörig sind, es sind viele, sehr viele!

Diese Menschenmassen mögen auch an der im Halb-Stundentakt verkehrenden Fähre von STRÖMSTAD liegen.

Doch das ist eine andere Geschichte.

Nord-Koster

Unsere Mannschaft mustert leider schon wieder per Fähre ab. Termine zu Hause. Und Geburtstag, den man (natürlich!) im Kreise der Familie verbringen möchte. Also früher, da hätte man diese beiden Menschen einfach Schangheit und gut wär´s gewesen.

Ja, ja. Früher, das hatten wir ja schon.

Peter.