Archiv der Kategorie: Kultur

Hier geht es um kulturelle Dinge, in der Regel um Musik. Von allem anderen habe ich keine Ahnung.

Bin ich der Einzige?

Bin ich eigentlich der Einzige, der im Fernsehen die geraden und ehrlichen Ermittler früherer Tage vermisst?

Heute, auf den Tag genau ist der Schauspieler Uwe Friedrichsen vor fünf Jahren am 30. April 2016 in Hamburg gestorben. Und just heute, durch absoluten Zufall, habe ich mir die letzte Folge der ARD Serie “Schwarz Rot Gold” auf DVD angesehen. Das war der Abschluss der diesjährigen Sichtung. Seit Anfang April habe ich nahezu täglich eine der 17 Folgen davor am Nachmittag genossen und so meine im allgemeinen mittelprächtige Laune erheblich verbessert. Denn es macht Freude, ehrliche Menschen zu sehen.

Sicher, diese Wirtschaftskrimis wirken dreißig Jahre später ein wenig aus der Zeit gefallen. In 18 Folgen sind nur sehr wenige Tote zu beklagen – in Erinnerung bleibt ein namenloser Drogentoter der sich gleich zu Anfang der Folge “Stoff” (1991) auf einer Bahnhofstoilette selbst zu Grunde gerichtet hat. In über 1.600 Serienminuten wird in Deutschland tatsächlich nur einmal scharf geschossen und der Held der Serie, Zollamtsrat Hans Zaluskowski in Folge “Nicht Schießen” (1985) verletzt. In “Nicht Schießen” geht es um den Schmuggel von Hochleistungscomputern aus den USA in die Sowjetunion, die heute nicht mal mehr als Taschenrechner für Grundschüler taugen würden.

Aber sonst tatsächlich keine Gewalt.

Dafür in jeder Folge gewaltige Dialoge bei denen es sich wirklich lohnt, genau zu zu hören. Ganz deutlich spürt man, das der Autor aller Folgen, Dieter Meichsner, von Hause aus ein echter Dramaturg war und es ganz hervorragend verstand, eine komplexe Geschichte für jeden nachvollziehbar zu erzählen.

Die Europäische Union war in den 80igern und 90igern des letzten Jahrhunderts längst noch nicht so integriert und vernetzt wie heute und Dieter Meichsner sind vermutlich die Geschichten zu Kaffeeschmuggel, leeren Videocassetten oder Schafsmilch einfach so in den Schoß gefallen. Um aus solchen Aufhängern aus dem wahren Leben eine gute Geschichte zu machen, war sicher eine aufwendige Recherche notwendig. Das würde die “nur zwei Folgen” pro Jahr erklären.

In fast jeder Folge windet sich ein Übeltäter mit der Phrase, “wenn ich es nicht mache, macht es ein anderer”. Und in jeder Folge wird dem Übeltäter – und damit auch mir Zuschauer aber klar gemacht, das diese Logik nicht stimmen kann: Wenn alle betrügen, hat keiner mehr einen Wettbewerbsvorteil durch Betrug.

Diese wunderbare Hilfestellung für den eigenen moralischen Kompass findet man im Fernsehen meines Wissens nur noch bei Eva Prohacek, gespielt von Senta Berger in der ZDF Serie “Unter Verdacht“. Doch auch diese ist mittlerweile eingestellt, wenn auch deutlich eleganter durch Ruhestand der Fernsehermittlerin und nicht so völlig fadenlos wie Zaluskowski in der letzten “Schwarz Rot Gold” Folge “Im Sumpf” (1995). Vielleicht hatte man ja gar nicht vor, aufzuhören und eine Fortsetzung hat sich einfach nicht ergeben?

Gleich die Auftaktfolge aus Mai 1982 ist besonders Erwähnenswert: In “Unser Land” geht es um Steuerhinterziehung im Ölgeschäft. Der Titelsong “Unser Land” (vorgetragen von Hans Hartz) hat unter anderem die hervorragende Textzeile “Dies ist unser Land, doch es gehört nicht Dir und mir…” und spiegelt so das ewige Gefühl von “den Bonzen da oben” und “wir hier unten” wieder. Doch die Grenzen zwischen oben und unten verlaufen wie immer schwimmend, damals und jetzt.

Manchmal kommt eine Folge fast wie eine “Sendung mit der Maus” für wirtschaftlich interessierte Erwachsene daher. Durch ein Rollenspiel der Zollfahnder in der Folge “Schwarzer Kaffee” (1988) lernt man erstaunlich schnell, wie unfassbar reglementiert der damalige weltweite Kaffeehandel war und wie Gauner daraus Profit schlagen konnten.

Wenn man fast täglich eine Folge “Schwarz Rot Gold” sieht beschleicht einem das Gefühl, dass Globalisierung und Freihandelsabkommen eigentlich nur als Kapitulation verstanden werden kann, weil eine faire Regelung des weltweiten Handels gescheitert ist.

Ich bin sicher, auch heute gäbe es genug spannende Wirtschaftsgeschichten die man als Krimi im Fernsehen erzählen könnte. Doch solche Geschichten sind natürlich aufwendig in der Erstellung eines glaubwürdigen Drehbuches für einfache Fernsehzuschauer wie mich. Einfacher ist es da wohl, mit Schlägereien, Mördern und Toten zu hantieren. Und mit Ermittlern, die allesamt auch Dreck am Stecken haben und schlicht nicht als Vorbild taugen.

Obwohl jede Folge so bummelig 90 Minuten läuft und nicht geschossen wird, wird nicht die ganze Zeit geredet. Lange Kamerafahrten gleich zu Anfang bringen den Zuschauer erst mal in aller Ruhe an den Ort des Geschehens und auch mitten im Film kann es mal sein, das ein, zwei, drei Minuten “nur” Landschaft, Städte oder Fabriken zu sehen sind. Undenkbar in der heutigen Zeit der absurd schnellen Schnitte.

In der Folge “Der Rubel rollt” (1992) ist es Dieter Meichsner perfekt gelungen, die großen und kleinen Betrügereien im Zusammenhang mit der Deutsche Wiedervereinigung zu thematisieren. Die katastrophalen Arbeitsbedingungen der damaligen Beamten sind hoffentlich überzeichnet, doch man muss wohl befürchten, das die dargestellten Szenen nahe an der Wahrheit waren.

In dem kleinen Booklet der ersten DVD Box wird Uwe Friedrichsen wie folgt zitiert:

“Das öffentliche Bild eines Beamten ist gemeinhin kein gutes. Aus dieser Tatsache heraus entwickelte ich den Ehrgeiz, einmal einen Beamten zu spielen, der Lust hat an seinem Beruf. Also keinen Schreibtischmenschen, sondern einen Mann der in seinem Job ´aufgeht´, um das Bild dieser oft gescholtenen Berufsgruppe wieder ein wenig gerade zu rücken. Und das ist mir, wie ich finde, ganz anständig gelungen.”

Ja, in der Tat!

Vielen Dank dafür.

Peter.

Mark Kellys Marathon

Es geht um Musik, nicht um Sport.

Schon gar nicht um Laufsport. Und doch, Mark Kelly ist auch ein Sportler. Läufer. Sogar Langläufer.

Aber nur, wenn er keine Musik macht. Seit gut 40 Jahren haut er bei MARILLION als Keyboarder in die Tasten. In all den Jahren war ihm der Sport als Ausgleich offenbar genug. Doch im vergangenen Jahr hat er die scheinbar länger gehegte Idee eines Soloprojekts in die Tat umgesetzt. Und so entwickelt sich MARILLION wie GENESIS. Langsam aber sicher starten alle ihre Soloprojekte, das Mutterschiff segelt noch eine Zeit weiter, doch wehe wenn einer der Solotänzer richtig Erfolg abseits des Mutterschiffes damit hat.

Mark Kelly (Marillion, Royal Albert Hall)

Das kann man so sehen, muss man aber nicht.

Denn die Soloprojekte der drei verbliebenen GENESIS Musiker Phil Collins, Tony Banks und Mike Rutherford sind eine musikalische Bereicherung sondergleichen und das das Mutterschiff GENESIS nicht weiter kommt, kann man daher verschmerzen. Erst recht, wenn man die musikalischen Werke von Peter Gabriel und Steve Hacket dazu zählt. Fünf Weltklassemusiker in einer Band können wohl nicht existieren.

Mark Kelly (Marillion, Royal Albert Hall)

Nun, bei MARILLLION ist es sicher noch nicht so weit, obwohl alle bis auf den Schlagzeuger Ian Mosley nun auch Soloprojekte am Start haben. Der Sänger Steve Hogarth wird wegen seiner Soloprojekte wohl nicht so verrückt sein, MARILLION den Rücken zu kehren. Beim Gitarristen Steve Rothery könnte es wohl schon gefährlicher werden. Ob er standhaft wäre, wenn sich eine Supergroup formieren würde? Richtig problematisch ist es beim unscheinbaren Pete Trewavas. Mit EDION´S CHILDREN und TRANSATLANIC zupft er gleich in zwei weiteren Bands sein Bass – TRANSATLANTIC ist schon recht erfolgreich.

Nun also auch noch Mark Kelly. Das gute daran ist ja, das man mehr neue Musik bekommen kann. Denn wie bei den Musikern von GENESIS ist es auch bei den Künstlern von MARILLION nicht so, das sich die Soloprojekte alle ähnlich anhören. Das sind durchaus eigenständige Werke und ich freue mich über diese wachsende Vielfalt.

Mark Kelly (Marillion, Royal Albert Hall)

Das Debütalbum “Mark Kelly´s Marathon” wurde im letzten Jahr in Peter Gabriels Real World Studios unter Coronabedingungen eingespielt. Wie auch schon eine MARILLION Platte und “The Ghosts of Pripyat” von Steve Rothery. Peter Gabriel sollte mal besser auf sein Studio aufpassen – nicht das es einfach von den MARILLION Leuten besetzt wird?

Mit gut 45 Minuten ist das Album kurz. Dadurch, das die einzelnen Tracks auch noch sehr kurzweilig rüber kommen, ist es schlicht und ergreifend zu kurz. Bereits nach einem Monat des täglichen hörens verlange ich nach Nachschlag! Legt man den Maßstab der anderen Marillos an, kann das aber noch vier oder fünf Jahre dauern…

Die CD gibt es in einer Version mit einer zusätzlicher DVD zu kaufen. Darauf findet man eine einfache Aufzeichnung der Aufnahmesession in den Real World Studios und ein paar erhellende Interviews aller beteiligten Musiker.

Wie so oft: Gibt es im bestehenden Musikerumfeld einen absoluten Übervater, wird dieser in eigenen Soloprojekten durch mindestens zwei Musiker vom gleichen Fach ersetzt. Als Beispiel möchte ich die Auftritte von Roger Waters Pink Floyd nennen, bei denen er seinen Ex-Kumpel David Gilmour mit mindestens zwei Gitarristen ersetzt. Oder das letzte Studioalbum von GENESIS (“Calling All Stations“), auf dem Phil Collins durch zwei wahnsinnig junge und extrem talentierte Schlagzeuger sowie einem Sänger ersetzt wurde.

Mark Kelly (Marillion, Royal Albert Hall)

So auch bei Mark Kellys Marathon:
Die Gitarre wird von John Cordy und Pete Woody Wood gespielt. Erster ist recht jung und sehr flink mit den Fingern, Pete Wood ein besonnener, echter Routinier. Zusammen eine sehr gelungene Besetzung mit ihrem eigenen Stil. Das Synchronspiel von zwei Elektrogitarren kommt offenbar wieder in Mode.

Eine echte Wucht ist Oliver M Smith als Sänger. Ebenfalls deutlich jünger als Mark Kelly, mit einer wahnsinnig guten Stimme. Mit zunehmenden Alter wird sie vermutlich noch besser werden? Eigentlich hat Mark Kelly wohl jemanden gesucht, der sich wie Peter Gabriel anhören sollte, ich finde Oliver M Smith hört sich eher wie der junge Tony Hadley von SPANDAU BALLET. Passt super zur Musik. Volumen, klar, charmant.

Am Schlagzeug werkelt Henry Rogers ebenso unscheinbar wie alle anderen Schlagzeuger (mit Ausnahme von von Phil Collins) – sorgt aber für jede Menge Druck.

Dann gibt es da noch den jungen Bassisten Conal Kelly. Nicht der Sohn sondern der Neffe.

Und so schafft Mark Kelly etwas, was einen schon länger umtreibt: Wie schafft man es als Pop/Rock Musiker, das die eigene Musik weiter lebt wenn man selbst in die schwarze Kiste springen musste? Von den sechs MARATHON Musikern sind vier deutlich unter 40 Jahren. Das ist clever und hilft bestimmt dabei, die Musik jung und frisch zu halten. Und am Leben.

Sehr gelungen ist auch der Umstand, das Mark Kelly keine Keyboard-Soloorgien veranstaltet, sondern wie bei MARILLION wahrnehmbarer Teil des Ganzen ist. Na ja, auf dem Intro zu “Twenty Fifty One” (“Search”) vielleicht nicht – ist aber kurz und klasse und somit wohl erlaubt 😉
Später im gleichen Stück (“Trail Of Tears”) muss ich immer kurz grinsen, wenn Mark sich wie Tony Banks und John sich wie Daryl Stuermer (beide GENESIS) anhöhren. Vermutlich als Ovation gemeint?

Das Stück “Puppets” ist mein derzeitiger Ohrwurm. Locker, flockig und voller überspringender Spielfreude. Wenn man den auf Endloswiederholung stellt, merkt die lebenslange Begleitung erst nach Stunden, das es immer das gleiche Lied ist 😉

Also denn. Was zu dieser tollen neuen Platte gesagt werden musste ist nun gesagt.

Mark Kelly (Marillion, Royal Albert Hall)

Ich würde mich sehr freuen, wenn bei den vielen Soloprojekten die neue MARILLION Platte (Arbeitstitel “The Light At The End Of The Tunnel“) nicht leiden muss und das vor allem genug gute Ideen dafür übrig bleiben. Obwohl, bei den Marillos habe ich eigentlich keine Angst um Einfallslosigkeit.

Eher bedrückt mich die Situation bei GENESIS. Seit 24 Jahren (!) keine neue Platte mehr veröffentlicht. Das ist schade, sehr sehr schade.

Doch warum trübsal blasen?

Für den Moment habe ich ja MARK KELLYS MARATHON und demnächst landet auch die neue Scheibe von TRANSATLANTIC in meinen Ohren.

Hurra!

Peter.

Marillion Tour 2021

Hey, in diesen Tagen fällt es wirklich schwer, die Zuversicht zu behalten.

Etwas unsichtbares hat uns unser bisheriges Leben geklaut. OK, wir leben noch. Das ist gut. Wenn man sich beruhigt und drüber nachdenkt, geht es uns selbst zumindest wirklich sehr gut. Geht anderen Leuten bestimmt schlechter. Doch wie immer, wenn ein (kleines) Lebensdetail nicht stimmt, wenn etwas lieb gewonnenes nicht mehr möglich ist, wenn Gewohnheiten fremdbestimmt geändert werden, dann fühlt man sich unwohl.

Sex and Drugs and Rock´n Roll.

Mehr will MANN doch nicht. Wirklich nicht. Mehr braucht MANN auch gar nicht.

Die Tage werden dunkler und verführen gerade zu zum Trübsal blasen. Wo bleibt denn hier und jetzt bitte schön der Rock´n Roll?

Leben? Möglich.

Reisen? Fast unmöglich.

Rock´n Roll (live)? Definitiv unmöglich.

Jetzt, im November und Dezember hatten GENESIS ihre kleine Tour durch ihr Heimatland geplant. Verschoben auf April 2021. Im Leben nicht.

Es wird immer dunkler, je länger man darüber nachdenkt.

Doch dann, relativ unvermittelt: “Marillion 2021 The Light At The End Of The Tunnel”

Für November 2021 wurden jüngst drei Konzerttermine in Deutschland bekannt gegeben.

27. Oktober 2021: Köln

29. Oktober 2021: Frankfurt

30. Oktober 2021: Bremen

Vielleicht. Vielleicht tatsächlich machbar. Wenn die Damen und Herrn Forscher wirklich erfolgreich sind? Und die Investoren die Taschen voller Geld haben? Und wir eine neue Substanz im Körper, die mit Alkohol so gar nichts zu tun hat?

Vielleicht tatsächlich machbar.

Denke positiv! Oder gar nicht.

Mitglieder des deutschen Marillion Fanclubs “The Web Germany” durften vorab Karten direkt beim Veranstalter MFP Concerts kaufen.

Wer weiß denn schon, was am Samstag, den 30. Oktober 2021 ist?

Keiner kann das wissen. Und genau weil das so ist, kann man also einfach mal Eintrittskarten kaufen, bevor es andere tun und es keine Karten mehr gibt.

Denn eines ist Gewiss: Auch wenn der Titel der nun ebenfalls angekündigten neuen Platte “The Light At The End Of The Tunnel” jedenfalls in Deutschland etwas abgedroschen wirkt, die Musik wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit so gut sein, das man (ich!) sich sehr ärgern würde, würde man die Chance auf eine “endlich mal wieder” Live Performance auslassen.

Also bleiben wir bitte mal alle hübsch gesund, blasen kein Trübsal und geben der Dunkelheit keine Chance, uns die gute Stimmung zu versauen. Und falls doch: Hilfe naht! Da ist doch “The Light At The End Of The Tunnel”.

Peter. (es gibt ein PS!)

P.S. Weihnachten mit Marillion
Als Marillion Fanclub Mitglied bekommt man nicht nur einmal im Quartal das phänomenal gut gemachte Club-Magazin “Made Again” ins Haus, sondern zu Weihnachten auch einen besonderen Weihnachtsgruß der Band auf CD oder DVD. Jedes Jahr. Immer for free.
Vor zwei Jahren habe ich mir aus diesen besonderen, oft skurrilen Geschenken der Ausgaben 2004 bis 2018 eine kleine Marillion Weihnachts-Playlist gebaut, die seit dem immer wieder in dieser Jahreszeit heraus gekramt wird, wenn es wirklich dunkel wird. Hilft. Immer!

01 – The Carol Of The Bells (edit).mp3 / XMAS 2013
02 – xmas_2012_jingle_part_1.mp / XMAS 2012
03 – The Erin Marbles.mp3 / XMAS 2005
04 – xmas_2012_jingle_part_2.mp3 / XMAS 2012
05 – The Christmas Song.mp3 / XMAS 2013
10 – xmas_2010_jingle_part_1.mp3 / XMAS 2010
11 – Happy Xmas (War Is Over).mp3 /
12 – xmas_2010_jingle_part_2.mp3 / XMAS 2010
13 – Little St Nick.mp3 / XMAS 2018
14 – Ding Dong Loreley (edit).mp3 / XMAS 2010
15 – Let It Snow (Live).mp3 / XMAS 2012
20 – xmas_2016_jingle_part_1.mp3 / XMAS 2016
21 – Marillion’s Message Remix.mp3 / XMAS 2004
22 – The Christmas Song (Live).mp3 / A Monstrously Festival Christmas
23 – xmas_2016_jingle_part_1.mp3 / XMAS 2016
30 – The Wound (Instrumental).mp3 / XMAS 2017
31 – xmas_2016_jingle_part_1.mp3 / XMAS 2016
32 – Fressing Around The Christmas Tree.mp3 / XMAS 2013
33 – xmas_2016_jingle_part_1.mp3 / XMAS 2016
40 – One Christmas.mp3 / XMAS 2008
41 – Mrs_ Prothero.mp3 / XMAS 2008
42 – Years Ago.mp3 / XMAS 2008
43 – Were There Postmen.mp3 / XMAS 2008
44 – The Presents.mp3 / XMAS 2008
45 – Were There Uncles.mp3 / XMAS 2008
46 – Not Many Those Mornings.mp3 / XMAS 2008
47 – We Walked on the White Shore.mp3 / XMAS 2008
48 – Always on Christmas Night.mp3 / XMAS 2008

Eine Erweiterung um 2019 ging nicht, da war wirklich nichts weihnachtlich vernünftiges drauf. Da war ich doch glatt mal enttäuscht. Und hoffe nun auf 2020. Zeit genug hatten sie ja 😉

Transatlantic

Seit Wochen höre ich Transatlantic.

Wenn man es genau nimmt, ergibt die Addition der Wochen Monate. Sogar mehrere Monate. Vielleicht drei oder vier?

Meine erste Transatlantic CD Kaleidoscope habe ich schon Jahre. 2014 erschienen, da waren wir noch mit dem Segelboot unterwegs und ich war anderweitig beschäftigt. Gekauft wurde die CD Ende 2016 auf der ewigen Suche nach neuer Musik. Als die CD dann hier ankam einmal gehört, doof gefunden und ins Regal gestellt.
Im letzten Jahr, immer noch auf der ewigen Suche nach neuer Musik in einer anderen Lebenssituation eben jene CD aus dem Regal mal wieder in den CD Spieler gesteckt und für gut, später fürsehr gut und noch später sogar für sehr, sehr gut befunden. Wie der Geschmack sich doch ändern kann…oder das emotionale Lebenselexier Musik auch zum jeweiligen Leben passen muss, um für gut befunden werden?

Nun, auf die Studio-CD Kaleidoscope folgte eine echte Welttournee von Transatlanic, die zur Live-CD KaLIVEoscope führte. Klar, wenn man Studio schon gut fand, kauft man Live. Zumal es im Marillion-Shop auch die Deluxe-Box mit einem in Köln gefilmten Konzert gibt. Ebenfalls aus 2014. Das ist insofern doof, als das wir nicht dabei sein konnten. Da waren wir irgendwo in Indonesien, glaube ich. Da gab es auch viel Musik und Karaoke stand ganz oben auf der Liste. Das war aber ganz andere Musik. Wie kann man sich eigentlich darüber ärgern, das man vor Jahren nicht da war, wo man, Jahre später betrachtet, wohl hätte auch sein wollen?

Zeitreisen gehen nicht.

Bleibt also als Ersatz nur der große Fernseher, die große 5.1 Audioanlage und das immer da währende große Sofa. Und während man sich so der Musik hingibt fällt auf, das man als Frau hätte geboren werden müssen. Denn nur so könnte man die Funktion als mitreisendes Groupie einer Supergroup erfüllen, jedenfalls in erster Näherung. Das wäre in diesem Fall insofern wichtig gewesen, als dass das Köln-Konzert ja ganz nett auf DVD und BLURAY gebannt wurde, doch der Knaller war ganz offenkundig das Konzert in Tilburg. Das wurde in der gleichen Box auf CD gebannt und enthält neben dem wohl Besten Prog-Rock Publikum der Welt auch einen dort aufgenommenen extra-Bonus-Track, der Letzte von allen, nach gut drei Stunden Konzert, der es Wert ist, mindestens einmal am Tag gespielt zu werden (“All these things above / Stranger in your soul“). Die Version aus Köln (auf der DVD) fällt weit dagegen ab. Das ist live in echt: Mal so, mal so. Die letzten paar Minuten (ab 18:15) sind das grandioseste, was ich in meinem Leben bisher gehört habe. Jedenfalls meine ich das zur Zeit.

Mit dieser Feststellung stehe ich alleine.

Jedenfalls in dieser meiner Familie.

Das mit Sicherheit qualifizierteste, weil Bestens ausgebildet und als erfolgreicher Jungmusiker weltweit unterwegs befindliche jüngste Familienmitglied ließ sich anlässlich eines Kurzbesuches an Bord unserer luxuriösen Segelyacht in den Schwedischen Westschären in diesem Jahr zu folgender, nur aus der Erinnerung zu zitierender Aussage, hinreißen:

“Das ist ja clever! 20 Minuten Tracks nur um die längsten Gitarrensoli der Welt darin unterzubringen!”

Ach, diese Jugend!

Was soll man dazu sagen? Was kann man dazu sagen? An diesem lauen Sommerabend, in den Schären, umzingelt von Mücken auf dem Wasser erst mal nichts. Ich bin sicher, mit etwas mehr Aufmerksamkeit würde auch dieser junge Musiker das Werk, die Werte des Werkes anderer erkennen können.

Denn Transatlantic ist ja nicht wirklich irgend so eine daher gekommene Combo.

Transaltantic ist eine so genannte Supergroup!

Dabei ist “Super” wohl nicht als besonderes Qualitätsmerkmal gemeint, sondern eher dem Umstand geschuldet, das die vier Musiker eigentlich, so im täglichen Leben, in anderen Bands und Projekten ihr Dasein verdingen.

Also “Super” als über allem erhobene Metaebene. Als leidenschaftliches Hobby sozusagen.

Oh, ich bin Musiker, in meiner Band geht es gerade nicht so richtig weiter, was könnte ich außer Musik schon machen?

Musik! Musik, mit anderen! Neue, andere Musik, als Ergebnis eines anderen Künstlerkollektivs. Musik!

Nun, es mag sein, das Pete Trewavas, seines Zeichens ewiger Bassist von Marillion eben diese jene Gedanken trieb. Vielleicht war es wie so oft auch nur künstlerischer Größenwahn? Warum nur bei Marillion das Bass zupfen? Da geht doch mehr? Da muss doch mehr gehen?
Doch daran glaube ich nicht. So einer ist Pete Trewavas eher nicht. Kommt in Interviews und auf der Bühne eher sympathisch schüchtern rüber. Ich denke, ihm geht wahrhaftig um die Musik.

Nun, gehen wir also davon aus und erklären, das neben dem Briten auch noch der Schwede Roine Stolt mitspielt. An der Gitarre. An der grandiosen, an Understatement nicht zu überbietenden Gitarre. Der Mann hat eigentlich seine eigene Band The Flower Kings. Aber wohl auch zu viel Zeit. Oder, was besser wäre: Zu viel Musik im Hirn, die irgendwie raus muss!

Zum Glück, kann ich da nur sagen!

Damit wäre also diese Seite des Atlantiks geklärt.

Doch die Band heißt Transatlantic.

TRANS!

Also muss es wohl auch irgendwie um die andere Seite des Ozeans gehen. Das tut es auch in Form von zwei ganz besonderen amerikanischen Musikern, die so ziemlich anders sind als die beiden Europäer. Der Schlagzeuger Mike Portnoy (ex. Dream Theater) ist wohl eher auch gar kein Mensch. Er ist vermutlich ein außerordentlich gutes extrovertiertes Schlagzeugtier. Endlich mal wieder einer, der ordentlich drauf haut!
Der Herr an den Tasten, Neal Morese (ex. Spocks Beard), ist wohl so was wie die musikalisch treibende Kraft und übertrifft das Schlagzeugtier in der Selbstdarstellung auf der Bühne um ein vielfaches. Doch das sind, bei beiden, nur Äußerlichkeiten. Amerikaner halt. Schillernd. Laut. Was soll man machen? Nichts, denn was zählt ist: Allesamt exzellente Musiker.

Wer trotz Rock, Jazz und Prog-Rock immer wieder grandiose Harmonien, oft sogar viertstimmige Gesangsharmonieen an den richtigen Stellen hin bekommt, der hat es wohl echt drauf. Und das auch noch live. Das ist Können. Das ist Exzellenz!

Das ist sowieso etwas besonderes an Transatlantic: Neben dem hervorragendem bespielen des eigenen Instruments können alle singen. Richtig singen! Gemeinsam, im Chor. Einzeln, in Passagen oder im ganzen Stück. Fast könnte man meinen, das ist verabredet. Damit es eben nicht den einen gibt, der immer vorne im Scheinwerfer steht und alleine den Ruhm einheimst. Für Musikmänner im fortgeschrittenen Alter durchaus eine gute Idee. Zumal, wenn es alle drauf haben!

Wir nähern uns, trotz der ungebremsten Begeisterung einem Problem. Wie sollte es auch anders sein?

Mitglieder einer Supergroup haben natürlich eine ganze Reihe von anderen Verpflichtungen. Das bremst das gemeinsame musizieren in einer Supergroup wohl ordentlich aus. Und so hat Transatlantic seit 2014 auch nichts neues mehr gemacht und war auch nicht mehr live unterwegs. Das ist für den Moment noch nicht weiter beunruhigend, denn es gab bereits mal sechs Jahre zwischen 2003 und 2009 in denen sich nichts neues bei Transatlantic tat. Doch diese Zeit läuft nun unweigerlich ab und ich hoffe sehr, der Coronawahnsinn führt auch bei diesen vier Musikern zu neuen Ergebnissen.

Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter:
Ich hoffe sehr, es gibt noch mindestens eine weitere Tour von Transatlantic, die ich dann erleben kann. Nicht als mitreisendes Groupie, sondern ganz normal als übergewichtiger Musikliebhaber mittlerem Alters, aber, und das ist wichtig, als einer mit vollem Haar!

Peter.

P.S.:
In Ermangelung eigener Bilder von Transatlantic habe ich diesen Beitrag einfach mit Bildern unserer beiden Atlantiküberquerungen illustriert. Klar, nicht wirklich die gleiche Abteilung. Aber sicher OK. Auf den Links in diesem Beitrag kann man sich auch so ein Bild von den Leuten machen.

Bei YOUTUBE könnte man sich mal zum Einstieg die verschiedenen Versionen von “We all need some light” ansehen. Vielleicht in dieser Reihenfolge:

Köln 2014

London 2010

Tilburg 2001

GENESIS 2020

Wink mit dem Zaunpfahl?

Zufall?

Vorsehung?

Gottes Wille?

Wie kann es angehen, das einen Tag vor meinem Geburtstag angekündigt wird, GENESIS wäre Ende 2020 auf einer kleinen Tour durch GROß BRITANIEN zu sehen?

GENESIS 1981 (von links) Mike Rutherford, Chester Thompsen, Phil Collins

Ja, da muss man sich doch wohl selbst beschenken?

Also nur mal so:

Peter und GENESIS:

  • Erste selbst gekaufte Langspielplatte im Leben (“THE LAMB LIES DOWN ON BROADWAY“)
  • Erstes Konzert im Leben (Sporthalle Köln, 17.10.1981)
  • Gefolgt von Konzerten in Bremen, Hannover, Hamburg über die Jahre
  • Alle regulären Studio-Veröffentlichungen sowie Live-Alben im Schrank
  • Natürlich auch die letzte Studioplatte “CALLING ALL STATIONS” von 1997, die merkwürdiger Weise seit Jahren tot geschwiegen wird. Und das nur, weil Phil Collins darauf nicht zu hören ist? GENESIS war immer mehr, als eine Phil Collins Begleitcombo.
GENESIS 1981 (von links) Daryl Stuermer, Mike Rutherford

Also ja, man sollte sich in solchen Fällen selbst beschenken. Schließlich kokettieren die Herren permanent mit dem Alter und der Gebrechlichkeit, die das fortgeschrittene Lebensalter  somit bringt. Sollten einfach zwischen den Konzerten mal segeln gehen! Den eigenen Zustand gilt es ebenfalls zu bewerten.

Ja, selbst beschenken.

GENESIS 1981: Tony Banks

Zu doof, das die Herren es immer noch nicht gebacken bekommen, sich mit den anderen beiden zu vertragen. Denn bei der jetzt angekündigten Tour treten nur Tony Banks (Keyboards), Mike Rutherford (Bass) und Phil Collins (Gesang) an. Unterstützt von Daryl Stuermer (Gitarre) und Nico Collins (Schlagzeug). Nicht, wie sonst üblich mit Chester Thompsen am Schlagzeug, sondern mit dem jugendlichen Sohn. So läuft es halt. Eigenes Blut wiegt schwerer als Jahrzehnte der Unterstützung, als ein ewiges Schattendasein im Lichte des Über-Musikers Phils Collins. Wie Chester sich wohl fühlen mag?

GENESIS 1981

Doch die beiden anderen, das sind Peter Gabriel und Steve Hackett, der sich seit Jahren mit den Frühwerken von GENESIS live abrackert und viele, viele Menschen damit glücklich macht.

Und wie viele Millionen, ja, Millionen Fans hätte GENESIS beglücken können, wenn sie eine echte Farewell, eine echte ReUnion, eine echte Über-Den-Eigenen-Schatten-Springen Nummer aufgesetzt hätten. Mit der Kerntruppe Gabriel, Collins, Rutherford, Banks und Hackett.
Darum herum die Freunde der Vergangenheit, Stuermer und Thompson und vielleicht, für ein einziges Stück nur, Ray Wilson als Gastsänger?

GENESIS 1981

Ein Zeichen des Happenings, ein Zeichen des “wir alten Männer können auch anders” wäre das gewesen.

Aber gut, das sollte nun nicht sein und wenn es jetzt nicht passiert, dann wird es auch nicht mehr passieren. Zu alt und Grumpy Old Man werden bekanntlich nur noch grumpiger…

GENESIS 1981

Selbst Beschenken. Mitnehmen, was geht.

Um Karten bemüht. Egal in welcher Stadt. Angeblich sollte es Karten für 90 Pfund geben, die, die dann aber tatsächlich verfügbar waren sollten heute Morgen (regulär!) 181,25 Britische Pfund kosten. Pro Stück. Plus Versand. Plus Reise. Plus Hotel. Das war noch günstig. “Exklusive Dinnerkarten” waren für über 700 (!!!) Pfund im Angebot.

Wirklich selbst beschenken?

Wirklich jeden Scheiß mit machen, egal was es kostet, egal wie blöd das Gefühl dabei ist?

GENESIS 1981

Ach nö, lieber nicht. Lieber jetzt nicht.

Mit Chance kommen die Drei von der Insel ja doch in 2021 auf Festlandtour. Wenn ihnen ihr Heimspiel gefallen hat. Und dann gibt es vielleicht Karten zu angemessenen Preisen, wenn schon nicht das große Happening geboten wird.

GENESIS 1981

Zum Trost, für heute: WHEN IN ROME in erhöhter Lautstärke durchs Haus erschallen lassen, auf dem Dachboden den alten Fotoordner aus 1981 heraus suchen und ein paar Bilder vom ersten Konzert des Lebens scannen.

Erinnerungen. Das ist alles, was bleibt.

Peter.

P.S.: Alle Bilder mit einer MINOLTA XD7, ISO400 Negativfilm, KIRON 1,8f 28-85mm am 17. Oktober 1981 in der Sporthalle Köln aufgenommen.

MARILLION Royal Albert Hall 2019 Tag 2

Warum eigentlich nur ONCE IN A LIFE TIME?

Warum, wenn es geht, nicht zwei mal ONCE IN A LIFE TIME?

Oder, wenn sich schon mal die Gelegenheit ergibt, warum nicht auch drei mal ONCE IN A LIFE TIME?

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Tja, und das ist dann wohl das Problem. Diese Unersättlichkeit. Von allem alles. Das ist in wenigen Worten das eigentliche Problem. Das verdrängen wir bitte mal wieder ganz schnell. Denn am gestrigen Dienstag Abend spiele MARILLION zum zweiten Mal in Folge in der wieder ausverkauften ROYAL ALBERT HALL in LONDON. Seit 2017 das Dritte mal.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Und natürlich wäre es nicht MARILLION, wenn sie nicht ein anderes Programm auf die Bühne gestellt hätten. Denn gut die Hälfte des Publikums war wie wir am Tag zuvor auch schon da. Keine halbe Sachen.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Auf den alle zwei Jahre statt findenden Fanwochenenden (“MARILLION-WEEKENDS”) auf der ganzen Welt bringt die Band an drei aufeinander folgenden Tagen drei komplett unterschiedliche Programme zu Stande. Logisch, wenn man 30 Jahre zusammen Musik macht, dann hat man genug Material.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Da es sich bei dieser Musik nicht um ONE HIT WONDER, sondern in diesen 30 Jahren eher um KEIN HIT WONDER handelt, warten die Fans auch nicht auf DEN EINEN Song. Und der eine Welthit, den MARILLION 1985 (mithin vor 34 Jahren mit einem anderen Sänger) hatte, hat nichts mit der aktuellen Musik zu tun. Also kommt auch keiner deswegen. Na ja, vielleicht doch einige wenige ewig gestrige.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Etwas weniger als die Hälfte der Songs blieb diesmal aber im Programm. Das war gut so. GAZA als Einstieg ist ja immer richtig und die Lightshow dazu eine eigene Komposition die man sehr gerne sieht. Oder zweimal. Oder dreimal…

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Tag 1
Gaza
Power
Beyond You
Seasons End
Estonia
A Collection
The New Kings
Man of a Thousand Faces
The Space
Separated Out
This Strange Engine

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Tag 2
Gaza
Fantastic Place
You’re Gone
Seasons End
Estonia
Hollow Man
Ocean Cloud
The Sky Above the Rain
The Great Escape
Afraid of Sunlight
Separated Out
This Strange Engine

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Diesmal saßen wir bewusst wieder wo anders. Ganz oben, auf den billigeren Plätzen. Sicht war OK, obwohl Heidi durch ein Geländer luschern musste. Die ROYAL ALBERT HALL ist wirklich ein toller Ort für ein Konzert der Lieblingsband. Oder zwei. Oder drei.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Der Innenraum war diesmal nicht bestuhlt – für die etwas fitteren Fans. Beim Bier, vorher in der naheliegenden Kneipe GLOUCESTER ARMS, haben wir auch schon einen Rollator deprimiert zur Kenntnis nehmen müssen. Das Alter der Fans, aber durchaus auch das eigene,nimmt der Herr Sänger dann auch zum Anlass, um zu erklären, warum es eigentlich dieses Zugaben-Ritual gebe: Man müsse ja auch als Rockstar mal auf Klo…

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Nun, denn. Das Konzert war der Abschluss der diesjährigen GROß BRITANNIEN Tour und entsprechend gelöst waren die Damen und Herren auf der Bühne. Und das Publikum sowieso.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Was bleibt?

Eine tolle Erinnerung an ein tolles Konzert mit einer lange nicht mehr gesehenen Lightshow.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Und darum geht es doch.

Peter.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

MARILLION Royal Albert Hall 2019 Tag 1

Warum eigentlich nur ONCE IN A LIFE TIME?

Warum, wenn es geht, nicht zwei mal ONCE IN A LIFE TIME?

Ja, ja, schon klar: Weil das Wort ONCE eine  Einzigartigkeit ausdrücken soll. Etwas einmaliges, super besonderes, ganz spezielles. Aber wie verhält es sich, wenn die einmalige, ganz besondere und erst recht spezielle Rockband MARILLION ein zweites Mal in der ebenfalls einmaligen, ganz besonderen und speziellen ROYAL ALBERT HALL in LONDON e zwei Jahre nach dem ONCE IN A LIFE TIME Konzert 2017 noch einmal die Bühne betritt?

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL 2019, Day 1

Dann geht man da hin. Da will man da hin. Da muss man da hin.

Und das mit dem ONCE IN A LIFE TIME spielt dann auch keine Rolle mehr.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL 2019, Day 1

Natürlich konnte 2017 nicht überboten werden, denn es war schon im Vorfeld klar, das MARILLION nicht nochmals F.E.A.R. in voller Länge spielen würde. So war die Setlist gestern Abend (Montag, 18.11.2019) denn auch sehr durchmischt und nicht jederzeit nach des Autors Geschmack. GAZA als Einstig war schon mal super und zeigte mitgereisten MARILLION Novizen wo der musikalische Hammer hängt.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL 2019, Day 1

Eigentlich ist MARILLION ja auf der Europatour “MARILLION WITH FRIENDS FROM THE ORCHESTRA”. Also Streicher, Flöte und Horn mit dabei. Was vor 2017 noch eine nette Idee war, geht jetzt aber zumindest in Teilen nach hinten los. BEYOND YOU war schon immer schwach, aber die “Orchester” Version war schlecht.
Wirklich zerstört wurde mein so geliebtes ESTONIA. Die Idee, im Mittelteil das kalte, schaurige Gitarrenintermezzo durch Streicher zu ersetzten, deren Geigen ein lustiges Spiel der Wellen zu Gehör bringen sollen, war einfach nur sch…. (Entschuldigung).

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL 2019, Day 1

Doch es wäre ja nicht MARILLION, wenn nicht auch was für die ganz verwöhnten an diesem ansonsten wunderschönen Abend dabei gewesen wäre. SEASONS END, THIS STRANGE ENGINE, NEW KINGS, MAN WITH A THOUSAND FACES (bei dem am Ende die Halle Kopf stand) und ein sehr grandioses SEPARATED OUT waren echte, einmailige, ONCE IN A LIFE TIME Highlights.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL 2019, Day 1 , Standing Ovations

Das war ein toller Abend, mehr zum London Ausflug später. Eine einzelne Mitreisende drängelt, etwas.

Peter.

Marillion im Mehr Theater

Einmal mehr MARILLION.

Einmal MARILLION im MEHR THEATER in HAMBURG.

Gesehen am 2.Dezember 2018.

Die Halle heißt wirklich so und befindet sich auf dem Gelände des HAMBURGER Großmarkts. Gar nicht mal so schlecht, aber auch ganz schön groß. 1.500 Menschen gehen da rein, wir waren gestern Abend vielleicht 1.200 Besucher. Und obwohl HAMBURG, norddeutsch zurückhaltend, schwer aufzutauen und so weiter: Wir waren durchaus 1.200 enthusiastische Besucher!

Blick zurück

Na klar, mit fortschreitendem Publikumsalter sind Sitzplätze eigentlich ganz schön angenehm, aber bei dieser Art von Musik nicht wirklich förderlich für die Entfaltung von jeglich möglichen Bewegungsdrang der Zuhörer. Zumal die mobil aufstellbaren Sitzreihen den Nachbarn zum passiv Mitzappeln zwingen – gesundheitlich durchaus vergleichbar mit passiv Rauchen. Könnte ich mir jedenfalls vorstellen, als rücksichtsloser aktiv-zappler.

Blick nach vorn: Man beachte: Ungewohnt breite Bühne, rechts und links locker 4 Meter Platz…

Vor der Darbietung der eigentlichen Helden des Abends trällern Al Bano und Romina Power ein paar Schnulzen von der Bühne. Die drei ersten der gefühlt 50 Stücke wurden von Romina vorgetragenen und waren gerade noch erträglich. Als dann Al Bano neben der überaus theatralischen Bedienung des Tasteninstruments auch noch selbst sehnsuchtsvoll ins Mikrofon schmachtete, fühlte ich mich kurz im falschen Film – sprich, in der falschen Vorstellung! Oh Schreck! Aber auf dem HAMBURGER Großmarkt gibt es nur diese eine Bühne. Keine Verwechselung möglich. Hier muss ich also richtig sein!

Al Bano und Romina Power- alias Jennifer und Riccardo

Der durchaus vorhandene Respekt für den Herrn Vater von Romina, die in Wirklichkeit offenbar Jennifer Rothery heißt, führt anfangs meine Hände am Ende eines Stückes zögerlich zusammen, um ein leise klatschendes Geräusch abzusondern. Aber, wenn man es genau nimmt, war diese Handlung einfach nur heuchlerisch, im Besten Fall vielleicht nett. Familienbande kann man ja für Bühnenauftritte eigener Kinder noch gelten lassen. Machen andere auch. Peter Gabriel hat schon länger Tochter Melanie auf Tour mit dabei. Das hat Charme und ist durchaus ein Privileg eines stolzen Künstlervaters. Aber Freundschaft reicht nicht aus – da muss dann schon auch Leistung eine Rolle spielen. Und die fehlt bei Riccardo Romano, alias Al Bano, völlig. Seine Darbietung muss man als Grausam bezeichnen. Völlig unpassend, völlig schmalzig, völlig für den A…!

Aber hübsch die Ruhe bewahren, auch wenn es schwer fällt. Ist von den hier herrschenden Kräften so gewollt und es kann ja nicht immer nach dem Publikum gehen. Zumal, und das ist schon sehr verwirrend: Einige Zuhörer applaudieren tatsächlich fanatisch (jawohl, FA-NA-TISCH!) Ganz so, als hätten sie gerade Bob Geldorf, Paul McCartney, Bono, Michael Jackson, Madonna, Lady GaGa und den Papst in einer Person auf der Bühne erlebt.

Nach fünf, nicht fünfzig, Liedchen hat die Qual ein Ende. So eine  Vorgruppe hat ja seit jeher eine ganz klare Aufgabe: Die Messlatte so weit abzusenken das die eigentlichen Helden des Abens bei ihrem Auftritt locker darüber springen können. Doch eben jene eigentlichen Helden des Abends betreten immer noch nicht die Bühne. Umbaupause. Fragt sich nur, wieso das Abräumen eines Mikrofonständers und eines Keyboards samt Hocker 25 Minuten dauert. Und Umbaupause heißt. Vielleicht, weil es dann 21:00 Uhr ist und es endlich los gehen kann…

…und wie es los geht: MARILLION eilt auf die Bühne, kein langes rum-gelabere, sondern mal eben kraftvoll THE LEAVERS in allen fünf Akten als Opener aufgeführt. Die Mitmenschen in der Halle sind außer sich. Ich auch!

Pete, ganz hinten, Steve H. vorne

Vom Start weg toller Sound, tolle Lightshow und mindestens die beiden sehr gut gelaunten Steve Hogart (Gesang) und Pete Trewawas (Bass) wirken unmittelbar ansteckend. Der Drummer, Herr Mosly war wohl auch da. Jedenfalls konnten wir die herrlich satt abgemischten Trommeln erfreut in der Magengrube spüren, doch gesehen haben wir ihn nicht wirklich. Das übliche Versteckspiel mit diesem Herrn. Kennt man ja.

Steve Rothery

Steve Rothery, also sozusagen der Vater von oben genannter Romina, war anfangs offenbar nicht gut drauf. Schaute sehr ernst, haderte ein wenig mit den Einstellungen an seinem Gitarrenverstärker, spielte aber mal wieder sehr brillant. Man möge mir meine große Bewunderung und Achtung vor diesem Menschen bitte abnehmen – warum zur Hölle findet sich aber niemand in seinem Umfeld, der Herrn Rothery ein ganz klein wenig, wirklich nur sehr vorsichtig, sehr behutsam, ein paar freundschaftliche Hinweise zu seinem Bühnen-Outfit gibt? Würde ich ihn persönlich kennen, würde ich das machen. Nach ein paar Bier oder so. Dann würde ich mich trauen. Bestimmt! Auf der anderen Seite. Warum habe ich solche Gedanken? Warum schreibe ich das? Ist doch völlig egal, was der Mann anzieht. Ich interessiere mich doch nur für die exzellente Bearbeitung der Saiten seiner vielen Gitarren. So lange er das ehrlich, live und ohne doppelten Boden macht, kann er doch machen, was er will. Oder anziehen, was er will? Die Erklärung für diesen recht bescheuerten Gedanken ist recht einfach: Immer dann, wenn man jemanden besonders gerne mag, möchte man ihn (in der Regel ungefragt) verbessern. Das kennt jeder. Zumindest jeder der in einer seriösen Beziehung lebt. Das Gegenteil ist Gleichgültigkeit – weil einem der/die andere völlig egal ist. Herr Rothery ist mir nicht egal.

Mark Kelly

Mark Kelly hingegen wie immer sehr souverän als Herrscher über allem, hier und da mal ein Lächeln wenn der Herr Sänger mit mäßigem Erfolg das Publikum versucht zu beruhigen. Sein Keyboard-Solo von THIS STRANGE ENGINE: Einmalig! Die Geräusche und Klangeffekte von GAZA bringen einen an einen Ort, an dem man dann lieber doch nicht sein möchte.

Die drei schmerzlos eingestreuten (ich nenne sie mal) alten Schlager NO ONE CAN, BEAUTIFUL und COVER MY EYES muss ich geduldig hin nehmen – frage mich dabei allerdings, wie so was mit GAZA oder QUARTZ zusammen geht. So ist das wohl, wenn man 18 Platten erfunden hat und 1.200 anwesende Geschmäcker auf einmal befriedigen will, oder muss, oder sogar KANN?!

SEASONS END und THE PARTY sehr gut ausgesucht!

Und ganz zum Schluss einer aus der Mottenkiste. GARDEN PARTY. Da bin ich mir ja nicht so sicher, ob das wirklich schlau ist. Der Herr Sänger mag das Asbach-Uralt Lied offenbar nicht – jedenfalls kann er immer noch nicht den ganzen, vom damaligen MARILLION Sänger ausgedachten Text. Warum also wird hier und jetzt dieser sehr schwungvolle Klassiker als Rausschmeißer gespielt? Könnte sein, das Herr Rothery da Meinungsbildend tätig war. Denn eben jener spielt dieses Stück ja auch im zweiten Teil seiner STEVE ROTHERY BAND (SRB) Tour (im übrigen mit dem o.g. Riccardo Romano am Keyboard) und weiß aus eigener Anschauung, das das Publikum dabei regelrecht ausflippt. Doch es gibt zwei gewaltige Unterschiede zum hier und jetzt: Zum einen kann der (Cover-)Sänger der SRB, Martin Jakubski, den Text sehr, sehr gut und weiß auch durchaus ihn zu präsentieren. Zum anderen spielt SRB im unmittelbaren Anschluss, nahtlos an GARDEN PARTY das noch etwas ältere MARKET SQUERE HEREO und erlegt damit das nun vollständig ausrastende Publikum vollends – man ist wirklich froh´ wenn es dann vorbei ist. Weil man körperlich nicht mehr kann! Stimme, Muskeln, Arme, Beine – alles kaputt, ausgelaugt, erschöpft. Also bei SRB. Nicht im hier & jetzt.

OK, die sitzende Tätigkeit als enthusiastisches Publikum (teils in Abendgarderobe) in einer 1.500 Menschen fassende Halle ist offenbar etwas völlig anderes, als die paar hundert stehenden Kerle im KNUST.

Aber das muss ja auch so sein. Denn MARILLION als außerordentlich gut zusammenspielendes Rockkollektiv ist weit MEHR als alle Solo-Ausflüge einzelner Künstler, die ihr Repertoire mit ollen Kamellen aufpeppen wollen. Müssen?

Peter.

Marillion – schon wieder!

Ja ja, ich weiß. Schon wieder was über MARILLION.

Und wirklich: Diese Seite soll nicht zu einem MARILLION Fan-Blog verkommen – dafür gibt es schließlich den Blog des Deutschen MARILLION Fanclubs “THE WEB GERMANY“.

Also keine überflüssige MARILLION-Lobhudelei hier. Versprochen.

Nur hier kurz die hoch emotionale Nachricht, das das jetzt schon legendäre MARILLION Konzert in der ROYAL ALBERT HALL zu London am 6. April 2018 auf Blu-Ray, DVD und CD veröffentlicht wird. Und weil MARILLION echte (im positivsten Sinne) Selbstvermarktungsprofis sind, haben sie vorab auf YOUTUBE zwei Videos veröffentlicht, um die gerade angelaufene  Vorbestellungs-Kampagne zu unterstützen:

THE SPACE – Erste Veröffentlichung auf der LP SEAONS END im Jahre 1989. Kopfrechnen. Neunundzwanzig Jahre ist das her. Das Video zeigt die grandiose Live-Aufführung vom 13. Oktober 2017 in der ROYAL ALBERT HALL. Mit THE SPACE wurde an diesem unvergesslichen Abend der zweite Teil des Konzerts eröffnet.

BEHIND THE SCENES – Kurzer Clip über die Vorgeschichte des Konzerts in der ROYAL ALBERT HALL. Mit einigen (kurzen!) Ausschnitten aus den anderen Stücken. Wenn das mal nicht Appetit macht! 30 Jahre musikalische Weiterentwicklung. Kein Stillstand.  Faszinierender denn je.  Wer ganz genau hin sieht, der erkennt bei Minute 3:04 ganz Rechts unten im Bild einen Kerl mit Mütze… 😉

Oh, wie ich mich auf den 6. April 2018 freue! Heidi nicht so. Sie ist skeptisch. Denn sie ahnt:

ES WIRD LAUT!

ES WIRD SEHR LAUT!

ES WIRD SEHR, SEHR LAUT!

Peter.

P.S.: MARILLION kann man also ab dem 6. April 2018 in offenbar erstklassiger Qualität (Bild & Sound) quasi live auf dem Sofa erleben. Wem das gefällt, der kann MARILLION Ende November / Anfang Dezember 2018 in Frankfurt, Essen, Berlin, Erfurt, Bremen, Hamburg, Stuttgart oder Wien richtig und in echt live erleben. Die Karten für Hamburg, am 2.Dezember 2018 haben wir natürlich schon 😉

Steve Rothery Band 2018

Eines der tollsten (besser: Erschöpfensten!) Konzerte 2017 war sicherlich das der STEVE ROTHERY BAND Anfang Januar in Hamburg. Als dann Ende des Jahres 2017 die Ankündigung kam, er würde mit einem sehr ähnlichem Set und gleicher Besetzung im März 2018 wieder nach Hamburg kommen, waren die Karten schnell gekauft und die Vorfreude hielt sich ganz anständig über den Winter.

Gitarre: Steve Rothery

Während mich im Jahr zuvor DAVE FOSTER als Vorgruppe nicht wirklich in seinen Bann sog, war ich in diesem Jahr von STIJN GRUL sehr begeistert. Somit fing der Abend am 7. März 2018 im Hamburger KNUST schon mal sehr gut an!

Gitarre: Dave Foster

Nach einem schnellen Bühnenumbau kam dann der Meister aller Gitarren auf die Bühne und spielte einige Songs seines letzten Solo-Albums THE GHOSTS OF PRIPYAT. STEVE ROTHERY ist (zumindest auf der Bühne) kein Mann vieler Worte und so wurde nicht viel herum geredet, sondern kraftvoll musiziert. Und live sind die Instrumental-Titel um einiges Besser, als die super sauber abgemischten Studio Versionen.

Bass: Yatim Halimi

Einmal mehr war ich beeindruckt, mit welcher Präzision STEVRE ROTHERY und der zweite Gitarrist auf der Bühne, DAVE FOSTER, synchron spielen können. Für einen nicht-Musiker ist das pure Magie!
Besonders möchte ich an dieser Stelle auch den Schlagzeuger LEON PARR erwähnen. Sitzt da hinten irgendwo fast unsichtbar, haut wie wild auf die Trommlen und sorgt so für den extrem druckvollen Sound. Spitzenklasse!

Keyboards: Riccardo Romano

Nach einer kurzen Pause kommt MARTIN JAKUBSKI zusätzlich die Bühne – denn nun werden alte MARILLION Songs gespielt und deren Darbietung benötigt natürlich einen echten Sänger. Und wie schon 2017 geht das Publikum nun richtig ab.

Vocals: Martin Jakubski

Es entbehrt nicht einer gewissen Tragik, das der ursprüngliche MARILLION Sänger FISH nach vier Platten das Weite suchte, die Musik von MARILLION über die Jahre deutlich anders wurde und sich so in meinen Augen sehr positiv weiter entwickeln konnte. Da passen die alten Songs einfach nicht mehr in ein MARILLION Konzert. STEVE ROTHERY scheint diese Tragik in der MARILLION Bandgeschichte erkannt zu haben und befriedigt dieses unausgesprochene Verlangen nach Altem im Rahmen seiner Solo-Auftritte.

Steve Rothery Band

Elegante Lösung…

…wäre es nur nicht so, das diese alten MARILLION Songs heute einen unglaublichen Wums haben! Wenn ganz am Ende des Konzerts die MARILLION Debüt Singel MARKET SQUERE HERO aus dem Jahr 1984 den Saal 34 Jahre später vollständig zum kochen bringt und man selbst trotz völliger Erschöpfung noch kräftig mit zappelt, dann fragt man sich unwillkürlich, wie das wohl in den nächsten Jahren noch weiter gehen soll?

Nehmen denn diese Musiker niemals Rücksicht auf das willig zappelnde, aber gnadenlos älter werdende Publikum?

Doch, doch, manche Musiker ahnen scheinbar etwas!

So ist zum Beispiel das MARILION Konzert am 2. Dezember 2018 im Hamburger Mehr! Theater wieder bestuhlt. Das mit Sicherheit begeisterte Publikum wird also bequem im sitzen zappeln können.

Steve Rothery Band

Doch das war Herrn ROTHERY am letzten Mittwoch Abend offenbar völlig egal. Schließlich hätte ja jeder Besucher wissen können, worauf er sich einlässt. Also jedenfalls die Besucher, die 2017 auch schon da waren.

Und genau deshalb war ich ja schließlich auch wieder da! 😉

Peter.