Wohnmobil KNAUSi

Für Landreisen in Europa haben wir uns ein kleines Wohnmobil angeschafft. Campen waren wir früher schon immer, insbesondere als Kinder und Budget (sehr) klein waren. Während unserer langen Segelreise mit unserem Boot STORMVOGEL haben wir immer mal wieder Wohnmobile in Australien, Neuseeland und der Türkei gemietet um auch das Land und nicht nur die Küste zu erkunden. Von daher wussten wir, dass für unsere Zwecke ein einfacher Kastenwagen mit Bett, WC, Dusche und Küche perfekt ist.

Dieser Beitrag beschreibt unser Landreisegefährt, das Wohnmobil KNAUSi. Der Name ist natürlich simpel gestrickt. Der Ausbau stammt von der Firma KNAUS, deren Schriftzug am Fahrzeug haben wir einfach um ein “i” ergänzt, das Auto mit Sekt aber ohne Jungfrau in den Niederlanden auf standesgemäß auf einem Campingplatz mit Freunden auf der Durchreise nach Schottland getauft und gut ist.

Der KNAUS Freeway Boxstar wird auf Basis des FIAT Ducato Kastenwagens gebaut. Dieses Auto kann man mit einem Super-Hochdach bekommen, damit auch größere Menschen volle Stehhöhe im Auto haben. Dadurch hat das Auto eine Höhe von 2,90 Metern. Mit einer Gesamtlänge von 6,40 Metern und einer Breite von 2,20 Metern entspricht das Wohnmobil einem ganz normalen Lieferwagen und sollte überall hin- und durchkommen.

Was uns beim FIAT schon immer gestört hat ist die niedrige Straßenlage und der seitlich heraus geführte Auspuff. Wenn man mal abseits der Autobahn unterwegs ist, schreit das Teil förmlich nach Ärger. Daher haben wir KNAUSi direkt mit neuen Federbeinen (VM Coli Spring) und großen Rädern (ORC Rad Typ 22 mit Universal Grabber Reifen 255/55R18) ausgerüstet. Das bringt so ungefähr fünf bis sechs Zentimeter mehr Bodenfreiheit und gute Bodenhaftung auf unbefestigten Wegen und nassen Wiesen. Ein Nebeneffekt ist, das man damit das Auto zum LKW ummelden könnte, da das zulässige Gesamtgewicht damit bei 4,7 Tonnen liegt. Das machen wir aber nicht, weil PKW´s in Europa besser sind.

Ferner haben wir eine stabile Aluminiumplatte unter dem Motor montieren lassen, damit im Falle eines Aufsitzens die Ölwanne nicht beschädigt wird. Eine gute Adresse für solche Fahrzeugverbesserungen ist ORC Exklusiv.

Unser Auto hat ein so genanntes automatisiertes Schaltgetriebe. Das muss man sich so vorstellen, das da zunächst ein ganz normales 6-Gang Schaltgetriebe verbaut ist. Davor sitzt dann eine elektro-hydraulische Box, die bei Bedarf die Kupplung tritt und die Gänge einlegt. Das funktioniert ganz prima. Neben zwei Bergfahr-Assistenten gibt es noch einen Traktions-Assistenten für die Fahrt auf unbefestigten Wegen.

Der 2.3 Liter Vierzylinder Dieselmotor ist Turbo-aufgeladen, hat 150 PS und entspricht der Abgasnorm EURO 6b. Ein Argument für KNAUSi war der 120 Liter Dieseltank. Wenn der Tank halbvoll ist kann man in aller Ruhe nach einer günstigen Tankstelle suchen und schon ordentlich sparen.

Eine weitere Verbesserung ist die Abstützung des Fahrradträgers. Der hängt beim FIAT Ducato einfach an der rechten Hecktür und ist für 35 kg zugelassen. Unsere Fahrräder bringen zusammen 38 kg auf die Wage. Für den Träger sicher kein Problem, aber den Scharnieren der Hecktür trauen wir selbst die 35 kg nicht zu. Daher eine selbst gebaute Abstützung auf die Anhängerkupplung.

Fiamma Wohnmobil Fahrradträger verstärkt durch Auflage auf Anhängerkupplung

Wir fahren zwei mal 110 Ah Batterien für die Verbraucher im Wohnmobil, die im Normalfall über zwei 100 Watt Solarpaneele auf dem Dach geladen werden. So lange die Sonne scheint, reicht das locker für den merkwürdigen Kühlschrank als Hauptverbraucher.
Unverständlich ist, wie man so ein Fahrzeug ohne Außenlicht ausliefern kann. Daher haben wir über der Schiebetür eine gute LED Lichtleiste nachgerüstet, die auch als Regenrinne funktionieren soll…Licht super, Regenrinne na ja.

Warmes Wasser und die Luftgebläseheizung stammt von TRUMA. Besonders ist hier eigentlich nur die TRUMA iNET Box. Wird diese mit einer SMS fähigen SIM Karte ausgerüstet, kann man die Anlage komplett per Handy fernsteuern und überwachen. Gemeldet wird neben der Wasser- und Wohnraumtemperatur auch die Spannung des Bordnetzes, aber nicht der Motorbatterie.

Das Auto verfügt über je einen 100 Liter Frischwassertank und Abwassertank für das Grauwasser. Die WC-Fäkalien werden in einer gesonderten WC Kassette gesammelt.

Eigentlich bietet KNAUSi eine zugelassene Fahrgelegenheit für vier Personen, aber man kann wirklich nur zu zweit im Fahrzeug leben. Mitreisende brauchen also mindestens ein Zelt, wollen sie nicht im freien übernachten.

Das passt zusammen mit Tischen und Stühlen recht gut in den Kofferaum, wenn man gut staut. Wir haben eine weiß beschichtete Pressspanplatte als Abtrennung zwischen Kofferraum und Unterkante Lattenroste eingelegt. Dadurch wird der Kofferraum von den Betten nach oben klar abgetrennt. Ist aber natürlich etwas umständlich, wenn man das große Teil mal raus nehmen muss, um z.B. was zu transportieren.

Soweit also die kurze Vorstellung von KNAUSi – einem ganz normalen Wohnmobil 😉

So lange wir ein See- und ein Land “Reisemobil” haben, machen wir beides.

Nicht, weil wir es müssen…

…nein, weil wir es können 😉

Peter.


…neues von Familie, Segeln und Fotos