Zur Lage XXXVII

Nur, weil ich hier nichts schreibe, bleibt die Welt nicht einfach stehen.

Es ist sicher so, das die Welt einen gewissen Stillstand seit Corona erlebt, doch schaut man auf die Details stellt man fest, das einige Menschen weiter arbeiten können, sollen, müssen.

So auch die Mitarbeiter unserer Werft in Glückstadt. Eignerbesuche wollen sie nicht, aber arbeiten, das wollen sie. Und so geht es auf dem STORMVOGEL auch ohne uns jeden Tag ein Stück weiter. Höchste Zeit, mal wieder den Stand der Dinge zu berichten.

Zur Lage, bitte!

Im letzten Lagebericht habe ich über den Abschluss der Schweißarbeiten berichtet.

Nun wurde Außenbords die neue Platte gestrahlt, direkt danach grundiert und mit Antifouling beschichtet. Die Schweißnähte kann man zwar gut erkennen, sie werden aber wohl kaum das Boot langsamer machen.

Die Taschen für die Opferanoden wurden auch gestrahlt, damit wir so eine maximale elektrische Leitfähigkeit der Anoden zum Rumpf erreichen.

Nun sollte also der Bleiballast wieder eingebaut werden. Die Arbeit selbst ist ein Knochenjob, wiegt so ein Barren doch 32 Kilogramm. Aber vorher war noch mal echtes Nachdenken angesagt. Viele unterschiedliche Ansichten über das WIE:

  • Mit oder ohne Isolierung?
  • Je Abteilung eine Wanne zum Schutz des Aluminiums?
  • Vergießen?

Nach einigen Experimenten (u.a. mit Teichfolie) haben wir uns auf unseren ursprünglichen Plan zurück besonnen: Flache PVC Streifen als Unterlage, dann darauf jeden einzelnen Barren sauber eingestaut.

Die untersten, die am Kiel liegen, über Kopf eingebaut damit dahinter ein kleiner Hohlraum entsteht. Durch die PVC Streifen und die untersten, über Kopf eingebaute Barren haben wir nun sicher gestellt, das Feuchtigkeit, egal ob Kondensat oder Seewasser, das durch ein (Gott bewahre!) neues, kleines Leck eventuell eindringen könnte, immer in Richtung Kiel fließen kann.

Dort würde es sich dann sammeln und durch die neuen Peilrohre können wir später jederzeit prüfen, ob an dieser tiefsten Stelle im Rumpf Feuchtigkeit steht.

Auf den ersten Blick ist die (vermeintlich) fehlende Isolierung verwirrend, aber:

1) Die Werften in Holland bauen den Bleiballast auch direkt auf das Aluminium ein
2) Die Backbordseite im STORMVOGEL war völlig in Ordnung. Obwohl die Bleibarren direkt auf dem Aluminium lagen, obwohl wir dort auch ein wenig Seewasser gefunden hatten
3) Nur die Steuerbordseite, wo der Ballast mit einem Kunststoff vergossen war und darin immer wieder Feuchtigkeitsnester entstanden, war die Rumpfplatte zerstört

Also: Wir sind 100% sicher, das wir das richtige gemacht haben.

Nun sind alle Barren bis auf ca. 120 Kg (nachgewogen) wieder drin. Weil wir nichts verkleben oder verspachteln wollen, sind die Barren nun nach oben hin mit passgenauen Holzlagern verkeilt. Sieht alles recht ordentlich aus, oder?

Auf den Bildern kann man gut erkennen, das bereits die Löcher für Verschraubung der Deckel gebohrt sind. Die Deckel waren zum Zeitpunkt der Aufnahmen noch beim Pulverbeschichten.
Dann wird die Baustellenfläche einmal weiß übergemalt, die Kabel für Kompass und Schwenkkiel verlegt, bevor dann die Möbel wieder eingebaut werden können.

Das schlimmste ist als überstanden. Also, genau betrachtet, sind wir eigentlich fast fertig 😉

Schauen wir mal, ob & wann wir zu Wasser gehen (können).

Peter.

CORONIA Selbstversuch

CORONIA weit und breit, keine Impfung, kein Gegenmittel in Sicht.

Weltweit läuft die Forschung nach einem Heilmittel auf Hochtouren, internationale Spitzenkräfte sind zuversichtlich, in den kommenden 12 Monaten eine Lösung zu finden. Doch Abseits der hoch bezahlten Schulmedizin, Abseits der High-Tech Labore in Europa, den USA und China gibt, es eine verwegene Gemeinschaft von verschwiegenen Kleingruppen von Selbsthilfeforschern die immer dann tätig werden, wenn die Not am Größten ist.

Durch Zufall fiel uns das geheime Tagebuch von Dr. Peter und Schwester Heidi in die Hände, aus dem wir hier weltexklusiv zitieren dürfen:

Freitag, der Dreizehnte:

Es wird Zeit. Wenn wir noch rechtzeitig unseren Forschungsstandort in Südfrankreich erreichen wollen, müssen wir unverzüglich aufbrechen! Im Idealfall können wir uns dort am Mittelmeer internieren lassen und unsere lang geplante dreiwöchige Forschungsreihe in aller Ruhe durchführen. Schwester Heidi hat bereits alles Notwendige zusammen gepackt. Aus Sicherheitsgründen reisen wir unbeobachtet und isoliert mit dem eigenen Auto, nur kein Aufsehen erregen!

Samstag, der Vierzehnte:

Die französische Grenze ohne Kontrolle überquert. Was für ein Glück! Hätten die Grenzpolizisten das Auto kontrolliert und unsere umfangreiche medizinische Ausrüstung gefunden, wären wir doch arg in Erklärungsnot gekommen. Insbesondere der kohlebetriebene mobile Hochofen hätte wohl Verdacht erregt. Am Abend ARBOIS im französischen JURA erreicht. Abgeschieden auf einem Campingplatz übernachtet, die Stadt bewusst gemieden.

Einsame Zwischenstation in ARBOIS

Die späte Nachmittagssonne verleitet mich dazu, vielleicht schon jetzt die anstrebte Selbstversuchsreihe zu beginnen. Doch Schwester Heidi interveniert energisch: “Aber Dr. Peter! Sie gefährden noch die ganze Versuchsreihe! Sie selbst haben immer wieder betont, wie wichtig optimale Umgebungstemperaturen und salzhaltige Seeluft für einen Erfolg unserer Mission sein. Nein, nein. Halten Sie durch!”

Sonntag, der Fünfzehnte:

Ziel nicht erreicht. Falsche Route durch die Berge gewählt. Wie deprimierend. Müssen an der ARDECHE übernachten. Vor uns ein Wohnmobil aus ITALIEN. Die Insassen sind nicht zu sehen, wir hören aber auch kein Röcheln oder Husten aus dem Fahrzeug. Schwester Heidi ist davon überzeugt, dass jemand an Bord ist. Bloß Abstand halten, damit die Ausgangsvoraussetzungen der geplanten Versuchsreihe nicht kurz vor Beginn verfälscht werden.

Montag, der Sechzehnte, am frühen Abend:

Endlich! Das Mittelmeer in der Nähe von SETE erreicht! Das Sicherheitspersonal unserer Forschungseinrichtung direkt am Strand empfängt uns mit leicht betretener Miene. Später am Abend wird der französische Präsident zu seinem Volk sprechen. Es steht zu befürchten, dass sämtliche nicht staatlichen Einrichtungen geschlossen werden sollen. Nach gewohnt kurzer, messerscharfer Analyse entscheide ich mich dafür, unverzüglich die lange geplante Versuchsreihe zu beginnen! Schwester Heidi ist, wie so häufig in letzter Zeit, dagegen und warnt vor unvorhersehbaren Risiken. Was wenn etwas schief geht und wir am nächsten Tag abreisen müssen? Doch ich sehe mich zweifellos in einer Reihe mit Robert Koch, mit Louis Pasteur!

Montag, der Sechzehnte, am späteren Abend:

In Windeseile habe ich unser mobiles Labor vorbereitet: Den kohlebetriebenen mobilen Hochofen, die nicht elektrische Beleuchtung, die sichere Sitzgelegenheiten und natürlich die geheimen Versuchssubstanzen ausgepackt und aufgebaut.

Mobiles Labor in unserer Forschungseinrichtung am Mittelmeer

Im Schutze der sich nun überall ausbreitenden Dunkelheit die ersten Versuchssubstanzen geöffnet und mir oral zugeführt. Doch in der uns umgebene unglaubliche Stille habe ich das markante Öffnungsgeräusch der in einem metallischen Zylinder aufbewahrten Substanz nicht bedacht. Schwester Heidi schreckt alarmiert hoch: “Dr. Peter, sind Sie sicher dass sie diese schwere Bürde nach dem Anreisestress jetzt schon auf sich nehmen wollen?”

Montag, der Sechzehnte, noch später am Abend:

Vor einiger Zeit habe ich bereits noch eine zweite Probe aus einem anderen metallischen Zylinder der gleichen Substanz zu mir genommen. Danach einige kleine Schlucke einer besonders ekligen Substanz mit größter Willensanstrengung zu mir genommen. Um den widerlichen Geschmack erträglicher zu machen, hat Schwester Heidi der Substanz ein markantes Lakritz Aroma beigemischt, warnt aber bei jedem Schluck vor weiterer Aufnahme.
In Anbetracht der hastig durchgeführten, nervenaufreibenden und kräftezehrenden Versuchsreihe musste ich eine kurze Pause einlegen. Schwester Heidi serviert zu totem Tier vom kohlebetriebenen mobilen Hochofen frische Grünwaren aus lokalem Anbau. Doch keine Zeit zum wirklichen Genuss. Der Versuch muss unbedingt weiter geführt werden!

Montag, der Sechzehnte, an der Grenze zu Dienstag, dem Siebzehnten:

Endlich konnte ich wie geplant auf die Dritte Substanz der Versuchsreihe umstellen. Die jetzt verwendete dünnflüssige, rote Substanz stammt zwar aus lokaler Produktion, wurde aber von mir sorgfältig ausgewählt und auf etwaige Wechselwirkungen mit den anderen beiden Substanzen untersucht.
Trotz der späten Stunde besteht Schwester Heidi auf Reinigung der aller Versuchsgeräte. Das stellt mich vor ungeahnten Herausforderungen, scheinen doch die mir selbst verabreichten Substanzen Einfluss auf die Erdrotation und Erdanziehungskraft zu nehmen! Nur unter größten Mühen erreiche ich die Reinigungsstation am anderen Ende unseres Forschungsstandortes und erledige heroisch die gestellt Aufgabe.

Gut getarneter Hochsicherheitszaun (rechts im Bild) unserer Forschungseinrichtung

Dienstag, der Siebzehnte in tiefer Nacht:

Schwester Heidi notiert eifrig in ihr Versuchsprotokoll: “Dr. Peter ist nicht mehr Herr seiner selbst! Versucht, sich nur noch sitzend fortzubewegen. Offenbar beeinflussen die verabreichten Substanzen sämtliche Muskeln, sogar der Sprechmuskel scheint betroffen zu sein. Das war so nicht absehbar! Vermutlich befördern die lauen Nachttemperaturen sowie die stark salzhaltige Seeluft die Wirkung der Substanzen. Aber ich habe ihn ja gewarnt!”
Ich fühle mich gut – so gut wie schon lange nicht mehr! Doch plötzlich und unvermittelt überfällt mich mit einem Schlage eine ungeahnte heftige Müdigkeit. Vermutlich wirkt nun die zweite, markant nach Lakritze schmeckende Substanz.

Dienstag, der Siebzehnte, am frühen Morgen, noch dunkel:

Oh, mein Kopf! Oh, mein Kopf! Schwester Heidi! Sie müssen mir helfen! Doch ich brauche gar nicht laut nach ihr zu rufen. Zu meiner Verwunderung liegt Schwester Heidi gleich neben mir im Versuchsbett. Oh je, habe ich in der Nacht eventuell die Kontrolle und jeden Anstand verloren? Schwester Heidi, völlig schläfrig, gibt mir kryptische, kaum verständliche Tipps, wie ich den Notfallkoffer mit Betäubungsmitteln in fester Form in unserem mobilen Versuchslabor finden könnte. Unter Einnahme einer weiteren Substanz, die nichts, aber auch gar nichts mit den in der Nacht zu mir genommenen Substanzen gemein hat, nehme ich die festen, schmerzbetäubenden Mittel einsam zu mir. Schwester Heidi besteht darauf, das zu dieser frühen Stunde ihre Arbeitszeit noch nicht begonnen habe, kann aber auch nicht plausibel erklären, wieso sie neben mir im Bett liegt.

Dienstag, der Siebzehnte, Sonnenaufgang:

Die horizontale Ruhelage ist trotz der Schmerzmittel unbefriedigend. Schwester Heidi keine wirkliche Hilfe. Ich kleide mich an, umwickle mich gegen die Morgenkälte mit einer dieser sterilen Versuchsdecken und setzte mich in die frühe Morgensonne. Schon besser. Aus dem mobilen Labor meldet sich Schwester Heidi: “Ich hab´ es Ihnen ja gesagt, Dr. Peter! Ich hab´ es Ihnen ja gesagt! Passen Sie auf! Nun müssen Sie eben mit den Folgen leben! Machen Sie mich nicht dafür verantwortlich!”
Mein Gehirn, zu sehr von Schmerzen und Schmerzmitteln gelähmt, produziert keine adäquate Antwort. So ist es ja immer mit heroischen Selbstversuchern. Einsam, schmerzhaft einsam muss um jede neue Erkenntnis gekämpft werden. Kann ich einen klaren Gedanken fassen, beschäftigt mich die drängende Frage, welche der drei Substanzen diese verheerende Wirkung verursacht haben könnte? Lag es an der Reihenfolge? Oder war es schlicht die Menge? Wieso ist Schwester Heidi entgegen strikter Weisung nicht energischer eingeschritten? Warum hat Schwester Heidi nicht auf die Einnahme der klaren, völlig geschmacklosen vierten mitgeführten Hilfssubstanz bestanden? Fragen, die einer Antwort bedürfen!

Dienstag, der Siebzehnte, am frühen Vormittag:

Nach dem Schwester Heidi kommentarlos das Bett geräumt hat, versuche ich erneut die horizontale Lagerung meines Körpers. Doch ich finde keine Ruhe. Schwester Heidi tuschelt und kichert mit den Nachbarn. Worüber? Warum?
So langsam wirken die Schmerzmittel und in mir reift der Gedanke, dass feste Nahrung eventuell zur weiteren Verbesserung meiner körperlichen Situation beitragen könnte. Schwester Heidi organisiert einige Stücke von diesem landesspezifisch endlos lang gezogenem Weißbrot und bereitet das Frühstück…noch während der nunmehr überlebensnotwendigen Nahrungsaufnahme erscheint das Sicherheitspersonal unserer Forschungseinrichtung und verkündet, das eben jene am Mittag des gleichen Tages geschlossen werden müsse. Der Präsident persönlich habe dies so verfügt.
Welches Drama! Welche Enttäuschung! Was hat bloß der französische Präsident gegen ein hoch motiviertes deutsches Eigenversucher-Forscherteam? Statt uns nun nach erfolgtem erstem Versuch ein, zwei Tage der Ruhe zu gönnen um dann erneut einen Versuch mit anderen Substanzen unternehmen zu können, zwingt uns der Präsident zu Abreise! Vermutlich gibt es eine undichte Stelle beim Sicherheitspersonal unserer Forschungseinrichtung. Wie sonst sollte der Präsident von unserem Versuch erfahren haben und unter dem Vorwand der CORONIA sämtliche private Forschungseinrichtungen unverzüglich schließen?

Unabdingbare Versuchszutat: Salzhaltige Seeluft

Dienstag, der Siebzehnte, mittags:

Nun denn. Wir beugen uns der angedrohten Gewalt und machen uns auf den Weg nach Norden. Umständlich und in Zeitlupe packen wir die Ausrüstung unseres mobilen Labors zusammen. Der kohlebetriebene mobile Hochhofen ist in einem verehrenden Zustand. Mittags endlich, sind wir reisefertig. Wir kommen gut durch die leeren Straßen, doch ob der späten Abreise erreichen wir am Abend nur einen Schlafplatz an der Rhone, immerhin nördlich von Lyon. Schwester Heidi zeigt sich beeindruckt von meiner körperlichen Leistungsfähigkeit und meinem deutlich erklärten Verzicht auf die Einnahme weiterer Substanzen.

Mittwoch, der Achtzehnte:

Die Nacht an der Rhone verlief völlig ruhig, einsam und vor allem Erholsam! Schwester Heidi notiert in ihr Labortagebuch: “Dr. Peter macht jetzt wieder einen völlig stabilen Eindruck. Der Selbstversuch am Mittelmeer scheint keine bleibenden Schäden hinterlassen zu haben.”
Die Situation im Land der Franzosen ist beängstigend. Mein umfangreiches Wissen als professioneller Selbstversucher habe ich aus vielen Endzeitfilmen zusammen getragen. Jetzt sind wir mit unserem fahrenden Labor selbst Teil einer solchen Situation. Leere Straßen, keine Einwohner zu sehen. Kaum, teilweise sogar gar kein Autoverkehr. Wenn die vielen Polizisten, die an jedem Kreisverkehr aufs Neue prüfen, in welche Richtung wir tatsächlich fahren, wüssten, welch bahnbrechende Erkenntnis ich am Mittelmeer gewinnen konnte! Ich behalte mein Wissen selbstverständlich für mich und habe auch Schwester Heidi auf strikte Verschwiegenheit verpflichtet, so lange wir im Ausland sind.
Den Abend verbringen wir auf einem Sportplatz in der Nähe der deutschen Grenze. Der Grenzübertritt muss gut geplant und in Ruhe durchgeführt werden, gilt es doch bahnbrechende wissenschaftliche Erkenntnisse sicher in die Heimat zu bringen!

Donnerstag, der Neunzehnte, am frühen Morgen:

Nahrungsbeschaffung bei einer lokalen Bäckerei. Schwester Heidi verspürt eine ablehnende Haltung gegenüber uns fremden. Oder ahnen die Mitarbeiterinnen hinter dem Tresen, welche Geheimnisse Schwester Heidi vor ihnen verbirgt?
Die Grenze: Ein Stau, ein Stau! Die Deutschen machen die Grenzen dicht! Eine Katastrophe! Ein Anruf beim deutschen medizinischen Geheimdienst DMG schafft Klarheit. Wir dürfen passieren. Schwester Heidi ist beruhigt. Deutschland! Nun sind wir sicher.

Donnerstag, der Neunzehnte, am Tage:

Merkwürdig. Wieso sind auf deutschen Straßen so viel mehr Fahrzeuge unterwegs? Ist die CORONIA hier bereits überwunden? Sind unsere mühsam erworbenen Erkenntnisse unseres Mittelmeerversuches bereits überholt, gar wertlos?
Wir wollen nur noch ankommen. Schwester Heidi steht elektronisch in permanenten Kontakt zu anderen Wissenschaftlern und Laboren – doch niemand weiß genaueres.

Donnerstag, der Neunzehnte, am Abend:

Wir erreichen erschöpft nach der langen Fahrt unser geheimes Labor in der Nähe der deutschen Nordseeküste und werten noch in der Nacht unsere Versuchsergebnisse aus. Gut 3.000 Autokilometer in 7 Kalendertagen. Drei Substanzen in verschiedenen Dosen im Selbstversuch eingenommen, eine starke, kaum kontrollierbare Reaktion mit sehr überraschenden Nebenwirkungen unter besonderen mediterranen Bedingungen erzielt.

Zeitsprung. Dienstag, der Vierundzwanzigste, Epilog:

Wir zögern immer noch, unsere genauen Versuchsergebnisse in den Fachmedien (Bild, Autor-Motor-Sport, RTL II) zu veröffentlichen. Eigentlich müsste ich unter der strengen Aufsicht von Schwester Heidi noch sieben weitere Tage in Selbstquarantäne verbringen, doch bisher bin ich völlig frei von Symptomen. Daher gehen wir bereits jetzt mit ersten Erkenntnissen in die Öffentlichkeit. Die Sorge, andere könnten uns zuvor kommen und unsere Mühen überflüssig werden zu lassen, treibt uns an. Schwester Heidi hat, in einer Art wissenschaftlichen Höchstleistung die ihres Gleichen sucht, sämtliche Daten meiner Tabellen, Notizen und Skizzen in nur fünf Wörter kondensiert:

ALKOHOL IST AUCH KEINE LÖSUNG

Ach, Schwester Heidi, seien Sie doch nicht so! Immerhin lagen wir schon mal im gleichen Laborbett…ach, Schwester Heidi!

Es war ein Versuch wert! Die CORONIA muss mit allen Mitteln bekämpft werden. Und schließlich: Bin ich nicht völlig frei von den bekannten Symptomen? Ist das etwa kein Erfolg?

Was sagen Sie jetzt, Schwester Heidi?

mit freundlichen Grüßen, Doktor Peter.

Coronoid

CORONOID spricht man CORO-NO-ID. Das Wort gibt es schon lange im medizinischen Bereich. Allerdings eher im Zusammenhang mit müden Knochen und nicht, wie ich es meine, im Zusammenhang mit weichen Birnen.

Die CORONIA (CORO-NIA) grassiert. Egal wie man zu den ergriffenen Maßnahmen steht, es ist eine Drama. Ein Drama, wie unser wunderbares Europa in Einzelstaaten zerfällt, wie sogar unser Deutschland in Bundesländer, Städte und Gemeinden zerbröselt. Jetzt erst.
Also früher, da waren sie schlauer. Da haben sie direkt mal eine Burg mit hoher Mauer gebaut und keiner kam rein oder raus. Da gab es wenigstens eine reelle Chance auf Eindämmung. Ist aber vermutlich auch regelmäßig schief gegangen, weil die Zugbrücke viel zu spät hochgekurbelt wurde.

Hinterher sind immer alle schlauer und mittendrin gibt es auch ein paar Schlauköpfe, die gegen die Vorherrschende Meinung der Vereinzelung schwimmen. Doch jetzt, am Anfang stehend, stellen sich naturgemäß eine Menge Fragen. Antworten und Erklärungen sind Mangelware. Statt dessen werden Statistiken, Fallzahlen und Exponentiell verlaufende Kurven gebetsmühlenartig täglich, ja sogar stündlich herunter gebetet. Weil es so schön einfach ist und kaum einer einen eigenen Gedanken fassen will.

Wir schließen Grenzen, nach dem die Verbreitung des Virus doch sowieso schon längst außer Kontrolle ist. Wir wollen die Ausbreitung verlangsamen um unser Gesundheitssystem nicht an seine obere Leistungsgrenze zu bringen. Dabei war es da doch schon länger. Von Effizienz und Profitstreben getrieben. Wir verhängen Ausgangsperren, weil europaweite Torfköppe nicht kapieren, das Körpernähe die einzige Ausbreitungsmöglichkeit für diese neue Lungenkrankheit ist. Es könnte so einfach sein.

In unserem wunderbaren Europa leben 740 Millionen Menschen. Nur mit großen Mühen ist es gelungen, das wir uns seit 75 Jahren nicht mehr gegenseitig die Köppe einschlagen. Was für ein grandioser Erfolg! Und dann kommt so ein mieser Virus um die Ecke und zerlegt in zwei, drei Wochen wirklich alles. Den Anstand zuerst. Es wird nicht mehr lange dauern, bis wir uns mit gegenseitigen Schuldzuweisungen aufhalten. Italien bezichtigt Deutschland, Deutschland Österreich, Polen meint, es könne eine Insel sein. Wenn man genügend recherchieren würde, könnte man die Liste beliebig fortsetzen.

Wie wäre es mal mit etwas Größe?

Europa hat komplett versagt, also können wir Europäer jetzt nur zusammen stehen und uns gegenseitig helfen. Jetzt geht es mal nicht um Flüchtlinge, sondern um die eigenen Leute. Dumm nur, das unsere Anführer “eigene Leute” mittlerweile auf die kleinste Ebene herunter gebrochen haben und uns damit vom Nachbarn entfremden.

740 Millionen Menschen. Was für ein Potential! Eigentlich. Mit einer guten, einer extraordinär guten Führung hätten wir der Welt zeigen können, wie Demokratie souverän in Krisenzeiten Probleme löst. Putin, Xi Jinping ihr hättet stauen sollen, was das alte Europa so auf die Beine hätte stellen können. Und deren Völker hätten verstanden, das sie im falschen System leben. Doch nun verfallen wir in Kleinstaaterei, in panisch auf die Schlange starren statt die Ärmel hoch zu krempeln und 740 Millionen Menschen in die Kriesenbewältigung einzuspannen.

Wie wäre es mal mit etwas Größe?

Die Chinesen bauen Krankenhäuser in einer Woche?

Top, die Wette gilt.

In Europa brauchen wir zwei, aber dafür sind sie schöner!

Wir haben viel zu wenig Beatmungsgeräte?

Top, die Wette gilt!

In Europa bauen wir alles, wirklich alles!

Wir haben zu wenig Schutzmasken?

Top, die Wette gilt!

740 Millionen Europäer basteln in Heimarbeit je 13,6 Stück, gibt 10 Milliarden Masken in 2 Wochen!

Wir haben Engpässe in einzelnen Regionen?

Top, die Wette gilt!

In Europa haben wir schon länger offene Grenzen und wir helfen uns gegenseitig wirklich gerne!

Doch statt zu führen, statt anzuleiten wird jetzt erst mal die Wirtschaft gerettet. Im reichen Deutschland zuerst. Mit unglaublichen Summen. Mit unglaublich filigranen Regelungen, mit Bürokratiemonstern und Zuständigkeitsirsinn. All inclusive.

Wie wäre es mal mit etwas Größe?

Pro Kopf (!) und Monat 2.000 €, sofort aufs Konto.

Macht 160 Milliarden pro Kriesenmonat. Reicht locker für Miete, Essen und Kleinkram. Wer sparsam ist, spart für die nächste Reise 😉

Wer bescheißt, geht 10 Jahre in den Knast – verjährt nicht.

Italien, Griechenland, ihr habt nicht genug Geld? Kein Problem. Wir geben gerne, wie die anderen reichen Länder auch.

Oh, werde ich CORONOID?

Nein, ich bin längst CORONOID!

Peter.

GENESIS 2020

Wink mit dem Zaunpfahl?

Zufall?

Vorsehung?

Gottes Wille?

Wie kann es angehen, das einen Tag vor meinem Geburtstag angekündigt wird, GENESIS wäre Ende 2020 auf einer kleinen Tour durch GROß BRITANIEN zu sehen?

GENESIS 1981 (von links) Mike Rutherford, Chester Thompsen, Phil Collins

Ja, da muss man sich doch wohl selbst beschenken?

Also nur mal so:

Peter und GENESIS:

  • Erste selbst gekaufte Langspielplatte im Leben (“THE LAMB LIES DOWN ON BROADWAY“)
  • Erstes Konzert im Leben (Sporthalle Köln, 17.10.1981)
  • Gefolgt von Konzerten in Bremen, Hannover, Hamburg über die Jahre
  • Alle regulären Studio-Veröffentlichungen sowie Live-Alben im Schrank
  • Natürlich auch die letzte Studioplatte “CALLING ALL STATIONS” von 1997, die merkwürdiger Weise seit Jahren tot geschwiegen wird. Und das nur, weil Phil Collins darauf nicht zu hören ist? GENESIS war immer mehr, als eine Phil Collins Begleitcombo.
GENESIS 1981 (von links) Daryl Stuermer, Mike Rutherford

Also ja, man sollte sich in solchen Fällen selbst beschenken. Schließlich kokettieren die Herren permanent mit dem Alter und der Gebrechlichkeit, die das fortgeschrittene Lebensalter  somit bringt. Sollten einfach zwischen den Konzerten mal segeln gehen! Den eigenen Zustand gilt es ebenfalls zu bewerten.

Ja, selbst beschenken.

GENESIS 1981: Tony Banks

Zu doof, das die Herren es immer noch nicht gebacken bekommen, sich mit den anderen beiden zu vertragen. Denn bei der jetzt angekündigten Tour treten nur Tony Banks (Keyboards), Mike Rutherford (Bass) und Phil Collins (Gesang) an. Unterstützt von Daryl Stuermer (Gitarre) und Nico Collins (Schlagzeug). Nicht, wie sonst üblich mit Chester Thompsen am Schlagzeug, sondern mit dem jugendlichen Sohn. So läuft es halt. Eigenes Blut wiegt schwerer als Jahrzehnte der Unterstützung, als ein ewiges Schattendasein im Lichte des Über-Musikers Phils Collins. Wie Chester sich wohl fühlen mag?

GENESIS 1981

Doch die beiden anderen, das sind Peter Gabriel und Steve Hackett, der sich seit Jahren mit den Frühwerken von GENESIS live abrackert und viele, viele Menschen damit glücklich macht.

Und wie viele Millionen, ja, Millionen Fans hätte GENESIS beglücken können, wenn sie eine echte Farewell, eine echte ReUnion, eine echte Über-Den-Eigenen-Schatten-Springen Nummer aufgesetzt hätten. Mit der Kerntruppe Gabriel, Collins, Rutherford, Banks und Hackett.
Darum herum die Freunde der Vergangenheit, Stuermer und Thompson und vielleicht, für ein einziges Stück nur, Ray Wilson als Gastsänger?

GENESIS 1981

Ein Zeichen des Happenings, ein Zeichen des “wir alten Männer können auch anders” wäre das gewesen.

Aber gut, das sollte nun nicht sein und wenn es jetzt nicht passiert, dann wird es auch nicht mehr passieren. Zu alt und Grumpy Old Man werden bekanntlich nur noch grumpiger…

GENESIS 1981

Selbst Beschenken. Mitnehmen, was geht.

Um Karten bemüht. Egal in welcher Stadt. Angeblich sollte es Karten für 90 Pfund geben, die, die dann aber tatsächlich verfügbar waren sollten heute Morgen (regulär!) 181,25 Britische Pfund kosten. Pro Stück. Plus Versand. Plus Reise. Plus Hotel. Das war noch günstig. “Exklusive Dinnerkarten” waren für über 700 (!!!) Pfund im Angebot.

Wirklich selbst beschenken?

Wirklich jeden Scheiß mit machen, egal was es kostet, egal wie blöd das Gefühl dabei ist?

GENESIS 1981

Ach nö, lieber nicht. Lieber jetzt nicht.

Mit Chance kommen die Drei von der Insel ja doch in 2021 auf Festlandtour. Wenn ihnen ihr Heimspiel gefallen hat. Und dann gibt es vielleicht Karten zu angemessenen Preisen, wenn schon nicht das große Happening geboten wird.

GENESIS 1981

Zum Trost, für heute: WHEN IN ROME in erhöhter Lautstärke durchs Haus erschallen lassen, auf dem Dachboden den alten Fotoordner aus 1981 heraus suchen und ein paar Bilder vom ersten Konzert des Lebens scannen.

Erinnerungen. Das ist alles, was bleibt.

Peter.

P.S.: Alle Bilder mit einer MINOLTA XD7, ISO400 Negativfilm, KIRON 1,8f 28-85mm am 17. Oktober 1981 in der Sporthalle Köln aufgenommen.

Zur Lage XXXVI

Aha, es geht weiter!

Sogar heiter weiter!

Endlich, werden die wenigen sagen, die unser Reparaturprojekt aufmerksam verfolgen und sich seit Oktober 2019 fragen, wieso es keine Neuigkeiten gibt.

Nun, es gab schlicht nichts zu berichten. Jedenfalls nichts, was irgendwie auf ein Projektende hätte hinweisen können.

Nun aber! Es ist weiter gegangen. Aber Vorsicht, zum Ende hin wird es recht technisch.

Das Deutsche Schweißerteam (“Anlauf 1”) hatte nach in Augenscheinname im Oktober 2019 einen guten Job gemacht. An Land sah´ alles gut aus, die Schweißnähte schön geschliffen, die neue Bordwand, wie neu!
Doch der erste Schwimmtest offenbarte in der neuen Schweißnaht (ca. 4 umlaufende Meter) 8 (ACHT!) Leckagen. Das war dann doch sehr ernüchternd. Für alle. Nun ja, kann wohl passieren. Also nachbessern. In Summe drei mal. Doch jeder erneute Schwimmtest verlief negativ. In der Sekunde, in der der Rumpf vom Wasser umgeben war, diffundierte das Hafenwasser durch die neuen Schweißnähte, immer an verschiedenen Stellen. Das schlägt aufs Gemüt.

OK, wenn etwas nach vier Versuchen nicht gut wird, steht zu befürchten, das es nie gut wird. Und trotz der langen beruflichen Abstinenz kommt dann wieder der Projektleiter in mir durch und zwingt mich zum Handeln.

Kurz vor Weihnachten ein für alle Parteien unangenehmes Gespräch geführt. Ich wollte das Projekt mit dem Deutschen Schweißerteam abbrechen, die Kollegen wollten nachbessern bis es dicht ist. Wenn es sein müsste, auch noch zehn mal…also eigentlich, bis der Arzt kommt.
…solche Trial & Error Versuche sorgen in der Regel nicht für Vertrauen und Vertrauen ist bei der Reparatur des Unterwasserschiffes einer Hochseeyacht wohl der Punkt, auf den es wirklich ankommt.

Trennung, mit Geldverlust und Frust bei allen Parteien.

Schiete sacht Fiete.

Was auch jetzt noch wirklich bedrückt: Das Deutsche Schweißerteam bestand aus Profis, die tagtäglich Aluminium im Boots- und Schiffbau verarbeiten. Wenn die einfach nur doof wären, gäbe es das Unternehmen nicht. Wieso war ihre Arbeit nicht von Erfolg gekrönt?

Also Teamwechsel und nicht, wie im Fußball üblich, Trainerwechsel. Wäre ja auch noch schöner. Einfach den Skipper austauschen…

Das neue Schweißerteam kommt aus den Niederlanden (“Anlauf 2”) und besichtigte STORMVOGEL Anfang Januar 2020. Kurz ein paar Maße nehmen, ein paar Schablonen herstellen und ja klar, das bekommen wir ordentlich repariert, überhaupt kein Problem!
Nun sind wir ja ehrliche Menschen und haben die erfolglosen Versuche natürlich auch bekannt gemacht. Tja, was sollen die Niederländer sagen: Keine Ahnung was schief gegangen ist, aber wir bekommen das hin!
So viel Selbstvertrauen steckt an und so war es auch nicht ganz so schlimm, bis Anfang März warten zu müssen. Erst dann war Zeit für die Reparatur im fernen Deutschland.

Und schon alleine der Zeitbedarf könnte unterschiedlicher nicht sein: Die Niederländer stecken Montags Morgen noch in ihrem Land im Stau fest und kommen erst gegen 13:00 Uhr in Glückstadt an. Gearbeitet bis 17:30 Uhr. Dienstags von 07:00 bis 17:00 Uhr. Mittwoch, 13:00 Uhr Schwimmtest. Erfolgreich. Zwei Stunden warten. Immer noch trocken. Heimfahrt.

Sicherheitshalber das Boot über Nacht im Kran und Wasser gelassen. 24 Stundentest. Absolut trocken.

Das wäre also geschafft!

Anodentasche, Bordwand, 2. Anlauf

Jetzt geht es an den Zusammenbau und das wird sicher eine andere Geschichte. Stand heute planen wir Anfang Mai segelfertig zu sein. Wird auch Zeit, denn unser Verein TRANS-OCEAN e.V. hat zum Sommertreffen nach Fehmarn geladen. Mit Boot, natürlich.

Soweit die organisatorische Entwicklung der Vergangenheit. Hier jetzt noch ein paar technische Details:

Alte, ausgebaute Anodentasche

a) Anodentasche
Die in 2019 neu eingesetzte Anodentasche wurde wieder heraus getrennt und nochmals erneuert. Grund: Das deutsche Team hat die Tasche kreisrund vorgefertigt und konnte diese nur von außen schweißen. Das, so die Niederländer, sei unzulässig: Unterwasser müssten alle Schweißnähte grundsätzlich beidseitig ausgeführt werden. Nun hatten die Deutschen das ja nur gemacht, weil man von innen an den unteren Kreisbogen der Anodentasche nicht heran kam…der Denkfehler: Statt mühsam die Rundung beidseitig zu schweißen, stellt man eine neue Anodentasche her, setzt die auf eine quadratische Platte, trennt großzügig die Bordwand heraus und ersetzt die Bordwand mit der neuen Tasche samt Rahmen. Dadurch kommt man auch in engsten Verhältnissen von beiden Seiten heran.

Neue Andodentasche, 1. Anlauf mit dem Team aus Deutschland, Bordwand vom 1. Anlauf wieder raus
Neue Anodentasche, 2. Anlauf mit dem Team aus den Niederlanden
Schweißnaht Bordwand, innen, 1. Anlauf

b) Bordwand
Die in 2019 neu eingesetzte Platte wurde wieder komplett heraus getrennt und die Reste der alten Bordwand direkt mit. Bis zum Kiel hinunter. Die Idee: Wie beim Neubau möglichst wenig Schweißnähte.

2. Anlauf: Neue Bordwand bis zum Kiel hinunter, Strömungskeil demontiert

Es war wohl generell problematisch, im Kielbereich 2cm der alten Bordwand stehen zu lassen und daran die neue anschweißen zu wollen. Beim Aluminiumschweißen kommt es wohl extrem auf Temperaturen und Wärmeableitung an. Und wenn dann zwei Zentimeter neben einer alten Schweißnaht eine neue entsteht, beschädigt man durch die Hitze auch ganz einfach die alte Naht.
Von außen wurde die neue Platte nur punktuell angeheftet, um dann zunächst von innen mit einer sauberen Vollnaht verschweißt zu werden. Dann wird von außen zwischen alter und neuer Platte und in das volle Material der inneren Schweißnaht ein “V” hinein gefräst. Damit vergrößert man die Fläche, auf die nun die äußere Schweißnaht aufgebracht wird. Man will dabei erreichen, das die Kanten der alten und neuen Platte mit der inneren Schweißnaht verschmilzt.

Schweißnaht Bordwand, innen, 2. Anlauf
Schweißnaht Bordwand, innen, 2. Anlauf, Anodentasche (links), Bordwand (rechts)

Klar: Das Risiko besteht darin, das die innere Schweißnaht an einigen Stellen nicht genug Material aufweist und beim “V”-fräsen von außen Mikro-Löcher entstehen, die dann die äußere Schweißnaht auch nicht mehr ordentlich abdichten kann. Wohl eine Übungs- und Erfahrungssache. Doch der Schweißer aus den Niederlanden ist ganze 26 Jahre alt…

Anströmkeil (vor dem Schwenkkiel, Unterkante Rumpf)
Strömungskeil an Steuerbord, vor 1. Anlauf, nach Sandstrahlen. Dunkler Fleck weist auf Wasser von innen hin.

c) Kielkasten / Anströmung
Das Team aus den Niederlanden war sicher: Die beiden Anströmkeile vor dem Kielkasten müssen auch erneuerst werden. Die sorgen eigentlich nur dafür, das es einen schönen Langkiel gibt und kein senkrecht nach unten heraus ragender Kielkasten irgendwo hängen bleiben könnte. Die Anströmkeile mussten sowieso entfernt werden, weil wir ja nun die neue Bordwand direkt an den Kielbalken anschweißen wollten.

Demontierter Strömungskeil an Steuerbord, Vorderkante Kielkasten. Neue Bordwand (2. Anlauf) bereits eingesetzt. Backbord ist in diesem Bild noch nicht demontiert / erneuert.

Bei der Demontage fiel dann auf, das die Schweißnähte aus der Bauzeit an dieser Stelle durchaus erneuert werden sollten. Also im vorderen Bereich aufdoppeln und komplett neu verkapseln. Dann die Bordwand, dann die neuen Anströmkeile. Auf beiden Seiten, auch wenn Backbord kein Problem zu erkennen war. Sicher ist sicher und wenn man schon mal dabei ist…

Demontierter Strömungskeil

Durch die Geschichte mit dem Anströmkeil haben wir dann auch direkt noch eine neue Theorie, warum wir überhaupt Seewasser im Ballast hatten:
Als wir 2013 auf den TUAMOTOS auf ein Innenriff gelaufen sind, könnte in diesem Bereich an einer Schweißnaht ein Haarriss entstanden sein, durch den über die Folgejahre das Seewasser in den Ballast eingedrungen ist.
Hört sich gut an, doch die Gegenprobe ist schwach: Wenn durch den Haarriss Seewasser eingedrungen wäre, hätte es in den Winterlagern 2016-2019 ja dort auch sichtbar wieder austreten müssen. Ist aber niemanden aufgefallen und es hätte spätestens beim Antifoulingmalen wohl auffallen müssen.

Das war es also erst mal.

Gut zu wissen, das unser Boot wieder schwimmen kann.

Peter.

Bye, bye, Peter. Sankt-Peter.

Na, wie war der Rutsch?

War ja nix mit rutschen. Viel zu warm!

Wintersonne Sankt Peter Ording

Stattdessen böllern, als wenn es kein Morgen gäbe. Also, wir natürlich nicht!

Andere!

Wie immer, andere!

Traditionell zum Jahreswechsel ein Ausflug nach Sankt Peter Ording. Die eine oder andere tote Tante besuchen. Die mit Rum und Sahne drin. Im Eiseskalten Wind. Die Idee hatten viele andere auch. Sogar das Ordnungsamt der Gemeinde. Haben, so kurz vor Jahresende, noch mal ordentlich Kasse gemacht. Da fährt man gut 100 Kilometer, findet keinen freien Parkplatz, parkt wirklich abseits, stört niemanden und doch ein Bon. 15 Euro, also knapp drei tote Tanten.

Wintersonne Sankt Peter Ording

Nun ist es mit solchen Lustkurzreisen ja schon die eine Sache in Zeiten von Umwelt-, Sprach- und Besserwisser-Polizisten. Und dann auch noch falsch parken um eine tote Tante verzehren…

Abendstimmung Sankt Peter Ording

Nehmen wir die 15 Euro Strafe doch als ein nach Veränderung rufendes Zeichen.

Machen wir doch einfach mal Schluss mit der Sankt-Peter-Ording Tradition…

…und fahren nach Wendtorf!

Kieler Förde, Wendtorf / Heidkate

Direkt ausprobiert am ersten Tage des neuen Jahres. Kostenloses Parken, Sandstrand und wenn man nur lang genug läuft immerhin auch ´ne Bude mit irgendwelchen Heißgetränken.
Oder, noch besser: Rucksack mit Thermoskanne packen und los geht’s. Wie früher!

Kieler Förde, Wendtorf / Heidkate

Ach früher!

Da war alles besser.

Bestimmt.

Peter.

Kieler Förde, Wendtorf / Heidkate

Weihnachten 2019

In der dunkelsten Jahreszeit über Licht und Schatten zu schreiben ist natürlich so ein Ding. Schatten lässt ja immerhin ein wenig Restlicht vermuten, nur wenn wirklich gar kein Lichtlein mehr scheint, dann ist es wirklich dunkel. Tiefschwarz. Und das ist ja eher ganz selten der Fall und daher ist dieser Lebenszustand hier und heute zu vernachlässigen. Begründung: Bei Lichte betrachtet ist unsere dunkle Jahreszeit gar nicht so dunkel, erst Recht nie tiefschwarz.

So fangen wir hier mal mit den Schattenseiten an, denn die sind schnell erzählt: Unser Boot STORMVOGEL ist immer noch kaputt und nach jedem kleinen Rückschlag während der Reparatur denken wir, OK, jetzt geht es aufwärts. Doch bisher lagen wir immer falsch. Auf der Suche nach dem Positiven: Kann nur besser werden.

Das war er, der Schatten.

Das Licht, das Licht, jetzt das Licht: Viel und gut gereist in diesem bald abgelaufenen Jahr. Norwegen, Australien und Schottland gemeinsam, zum Jahresende Spanien und Dänemark getrennt. Für uns ungewöhnlich, doch völlig normal.

Das Licht, das Licht, jetzt das wahre Licht: Alle sind gesund und munter.

Wie schön!

Vom Herzen hoffen wir, allen anderen die wir kennen oder kannten geht es genauso. Fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Peter.

London 2019

Hey, was machen Wiedekamms, wenn sie in LONDON sind und nicht zu einem MARILLION Konzert (oder zwei) gehen?

London, Themse, Tower Bridge

Sie suchen Wasser.

Unbewusst.
Ungeplant sowieso.

Und wenn sie schließlich Wasser gefunden haben?

Dann fahren sie darauf.

Skyline London

Nun, der gemeine Londonfahrer denkt da sicher unvermittelt an die THEMSE und ja, auf der THEMSE waren wir an Bord einer Fähre natürlich auch, doch nein: London hat noch mehr Wasser. Nicht zu verwechseln mit Meerwasser.

Regents Canal

Da wäre dann zum Beispiel der REGENTS CANAL.

Regents Canal

Typischer englischer Kanal, typisch englische Kanalboote, typisch wirr in die Landschaft gesetzt. Oder hier besser: In die Stadt gesetzt. Straßen, Häuser? Kein Problem. Muss man eben Tunnel bauen. Den MAIDA HILL TUNNEL zum Beispiel. Als Skipper muss man für die Durchfahrt wohl Drogen nehmen. Was für ein Albtraumtunnel! Beruhigend: Das Licht am Ende des Tunnels kann nicht von einem entgegen kommenden Zug stammen. Soviel ist sicher!

Unterwegs gibt es viel zu sehen. Stadt halt. Die Kanaltour geht von CAMDEN MARKET entlang des LONDON ZOO´s und man kann auf diesem Abschnitt vom Boot aus tatsächlich auch mal Tiere sehen.

Regents Canal

Die Hausboote erinnerten mich denn auch mal wieder an lange verschollene Musik. Long ago and far away. 1990 entstand das Weltmusikprojekt ONE WORLD ONE VOICE. Einer der vielen mitwirkenden Künstler war DAVID GILMOUR (PINK FLOYD), der ein kleines aber absolut unverkennbares Gitarrenriff an Deck seines Hausbootes einspielte. Die Szene habe ich nie vergessen und nach unserer Rückkehr nach ELMSHORN denn auch direkt mal wieder reingehört. Starke Sache das. 29 Jahre später. Und, das sind die Zeichen der Zeit, bei YOUTUBE das Video dazu angesehen. Wer Zeit hat…

Regents Canal

Unsere kleine Kanalfahrt endete in LITTLE VENICE, genauer im BRIDGE HOUSE, einer recht netten Kneipe in guter Lage. Von da aus sind wir dann zu Fuß in die Stadt zurück marschiert. Alles nur eine Frage der Einstellung. Auch Entfernungen. Städte erkundet man bekanntermaßen immer am Besten zu Fuß.

Bridge House in Little Vernice, London

Übernachtet haben wir diesmal im Clubhaus von unserem englischen Segelclub CRUISING ASSOCIATION. Die haben im Gebäude für Mitglieder günstige Gästezimmer, CABINS genannt. Nicht größer als eine Kammer an Bord einer kleinen Yacht, aber durchaus funktional. Wie es der Zufall so wollte, hatte der Club an unserem freien Abend gerade Hauptversammlung und so haben wir mal eben, by the way, neue Segelfreunde kennen gelernt.

Eigentlich eine eigene kleine Geschichte, doch hier will ich nur schnell davon berichten, wie die zu ihrem großen Clubhaus in den LONDON DOCKLANDS gekommen sind: In der Bibliothek des traditionsreichen Clubs befanden sich einige sehr alte Segelhandbücher, auf die ein Museum scharf war. Tja, so dachten sich die damaligen Clubmanager, verticken wir doch die Bücher und bauen ein Haus…

Cruising Association Club Haus

…nun bauten sie das Haus aber so groß, das dessen Unterhaltskosten ein paar Jahre später zum Problem wurden. So vermieteten sie seit Jahren ein paar Räume und decken damit die Betriebskosten. Wo ein Wille ist, da ist ein Weg. Wie immer.

Wir haben uns von einem Geldautomaten voll abzocken lassen. WIR! Wir REISEEXPERTEN! 13,5% Wechelkursaufschlag wollte ich nicht. Also, ohne den Text GENAU zu lesen auf dem Bildschorm “NO” gedrückt. Und trotzdem kam das Geld raus.

Schweine-Geldautomat – Moderne Wegelagerer…

Entrüstet, sauer weiter gegangen, doch dann umgekehrt und noch mal Geld geholt. Jeden Bildschirm abfotografiert. Und schließlich die Frage, auf die ich mit “Nein” geantwortet hatte, vollständig gelesen und endlich auch verstanden. Merke: “Nein” heißt nicht “Abbruch”. Dazu immer hübsch den Abbruch-Knopf an der Tastatur verwenden. Das völlig sinnlos verschwendete Geld habe ich wieder rein geholt. Ein paar (mehr) Bier weniger…

…Strafe muss sein!

(Mal ganz was neues)

Peter.

TRANS-OCEAN e.V.

Es gäbe da zu berichten, das ich nun auch ein Ehrenamt bekleide.

Wie die Frau, so der Mann. Nach 2,5 Jahren endlich eine sinnvolle Aufgabe.

Mit deutlicher Verzögerung zwar, aber nun, seit dem 2. November 2019 bin also auch ich ein Ehrenamtler. Und soviel kann ich schon sagen: Durchaus mit Leidenschaft.

Ich wurde zum Vorsitzenden von “TRANS-OCEAN Verein zur Förderung des Hochseesegelns e.V.” mit Sitz in Cuxhaven gewählt. Der Verein hat eine über 50 jährige Tradition, aktuell etwa 4.400 Mitglieder, drei Mitarbeiterinnen und hat sich mit Haut und Haaren dem Blauwassersegeln verschrieben. In allen Facetten. Egal ob Fahrten-, Regatta oder Extremsegler. Bei uns sind sie alle und unser grandioses Motto “Die See im Herzen” verbindet uns. Wer über die Ozeane segelt, der muss die großen Meere wohl lieben und trotz großem Respekt ein Platz im Herzen dafür haben.

Traditionell veranstalten wir im November unser TRANS-OCEAN Wochenende mit einem Festabend, auf dem wir unsere jährlichen Preisträger würdigen. Jochen Rieker, seines Zeichens Chefredakteur des YACHT Magazin und von YACHT Online, war in diesem Jahr einer der Laudatoren und schrieb später über den Abend:

“Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gibt es im ganzen Land keinen Clubabend, an dem befahrenere Mitglieder das Saisonende feiern.”

Ich glaube, da fühle ich mich wohl. Unter gleichgesinnten, Rückkehrer oder Lossegler. Auf dem langen Schlag, auf Landurlaub oder auf dem Sprung. Die Welt. Das ist das Fahrgebiet.

Hier auf meinem privaten Blog werde ich nicht viel oder auch gar nichts über TO, so die Kurzform von TRANS-OCEAN e.V., schreiben. Einen Vorstandsblog hat TO noch nicht, steht aber durchaus auf dem Wunschzettel.

Die Vereinsarbeit wird keinen Vorwand für weniger Beiträge auf www.wiedekamm.com liefern. Denn, so viel ist klar: Viel weniger als im Moment kann man auf seinem eigenen Blog eigentlich gar nicht schreiben.

Nun denn: Wer sich für´s Segeln interessiert, der möge in Zukunft nach TRANS-OCEAN Ausschau halten!

fair winds!

Peter.

MARILLION Royal Albert Hall 2019 Tag 2

Warum eigentlich nur ONCE IN A LIFE TIME?

Warum, wenn es geht, nicht zwei mal ONCE IN A LIFE TIME?

Oder, wenn sich schon mal die Gelegenheit ergibt, warum nicht auch drei mal ONCE IN A LIFE TIME?

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Tja, und das ist dann wohl das Problem. Diese Unersättlichkeit. Von allem alles. Das ist in wenigen Worten das eigentliche Problem. Das verdrängen wir bitte mal wieder ganz schnell. Denn am gestrigen Dienstag Abend spiele MARILLION zum zweiten Mal in Folge in der wieder ausverkauften ROYAL ALBERT HALL in LONDON. Seit 2017 das Dritte mal.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Und natürlich wäre es nicht MARILLION, wenn sie nicht ein anderes Programm auf die Bühne gestellt hätten. Denn gut die Hälfte des Publikums war wie wir am Tag zuvor auch schon da. Keine halbe Sachen.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Auf den alle zwei Jahre statt findenden Fanwochenenden (“MARILLION-WEEKENDS”) auf der ganzen Welt bringt die Band an drei aufeinander folgenden Tagen drei komplett unterschiedliche Programme zu Stande. Logisch, wenn man 30 Jahre zusammen Musik macht, dann hat man genug Material.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Da es sich bei dieser Musik nicht um ONE HIT WONDER, sondern in diesen 30 Jahren eher um KEIN HIT WONDER handelt, warten die Fans auch nicht auf DEN EINEN Song. Und der eine Welthit, den MARILLION 1985 (mithin vor 34 Jahren mit einem anderen Sänger) hatte, hat nichts mit der aktuellen Musik zu tun. Also kommt auch keiner deswegen. Na ja, vielleicht doch einige wenige ewig gestrige.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Etwas weniger als die Hälfte der Songs blieb diesmal aber im Programm. Das war gut so. GAZA als Einstieg ist ja immer richtig und die Lightshow dazu eine eigene Komposition die man sehr gerne sieht. Oder zweimal. Oder dreimal…

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Tag 1
Gaza
Power
Beyond You
Seasons End
Estonia
A Collection
The New Kings
Man of a Thousand Faces
The Space
Separated Out
This Strange Engine

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Tag 2
Gaza
Fantastic Place
You’re Gone
Seasons End
Estonia
Hollow Man
Ocean Cloud
The Sky Above the Rain
The Great Escape
Afraid of Sunlight
Separated Out
This Strange Engine

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Diesmal saßen wir bewusst wieder wo anders. Ganz oben, auf den billigeren Plätzen. Sicht war OK, obwohl Heidi durch ein Geländer luschern musste. Die ROYAL ALBERT HALL ist wirklich ein toller Ort für ein Konzert der Lieblingsband. Oder zwei. Oder drei.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Der Innenraum war diesmal nicht bestuhlt – für die etwas fitteren Fans. Beim Bier, vorher in der naheliegenden Kneipe GLOUCESTER ARMS, haben wir auch schon einen Rollator deprimiert zur Kenntnis nehmen müssen. Das Alter der Fans, aber durchaus auch das eigene,nimmt der Herr Sänger dann auch zum Anlass, um zu erklären, warum es eigentlich dieses Zugaben-Ritual gebe: Man müsse ja auch als Rockstar mal auf Klo…

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Nun, denn. Das Konzert war der Abschluss der diesjährigen GROß BRITANNIEN Tour und entsprechend gelöst waren die Damen und Herren auf der Bühne. Und das Publikum sowieso.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Was bleibt?

Eine tolle Erinnerung an ein tolles Konzert mit einer lange nicht mehr gesehenen Lightshow.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Und darum geht es doch.

Peter.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

…neues von Familie, Segeln und Fotos