T77-81, Vrangö

Da sind wir also nun wieder auf der kleinen, südlich von GÖTEBORG noch in den Schären gelegenen Insel VRANGÖ. Um von Tradition zu sprechen sind noch nicht genügend Segeljahre vergangen, hier Station zu machen ist für uns eher eine willkommene seemännische Konsequenz auf dem Weg nach Süden.

STORMVOGEL vor GÖTEBORG – endlich mal wieder unter Segeln

Und obwohl wir schon öfters hier waren, entdecken wir diesmal zwei neue wesentlichen Dinge auf der Insel:

1) Hafen für Gastlieger
Der Hafen ist viel größer als jemals gedacht! Wir kannten bisher nur die Pier mit den Heckleinen und dem Schwimmponton direkt an Steuerbord bei Einlaufen. Aber wenn man gerade aus durch fährt kommen im hinteren Hafenbereich an Steuerbord locker noch mal 20 oder 30 Liegeplätze mit Heckbojen. Beim Einlaufen vermutet man das nicht, denn man sieht an Backbord nur viele kleine Motorboote und denkt, da muss es wohl flach sein. Ein Hinweisschild oder ähnliches erkennen wir nicht. Tolle Wurst.

Im Hinterhof des Hafens von VRANGÖ

2) Wanderwege
Wir sind zwar oft zu Fuß über die kleine Insel gepilgert, aber die beiden sehr guten Wanderwege (einmal Nordhälfte, einmal Südhälfte) kannten wir tatsächlich noch nicht. Doch Segelfreund Michael F. aus HH auf A. kannte schon die Nordtour und nahm uns auf die wunderschöne Runde mit. Zünftiges kleines Frühstück mit vorher geschmierten Stullen und heißem Kaffee auf einem Schärenfelsen unterwegs. Die Tage darauf sind wir den Weg Morgens alleine gelaufen und hatten den Eindruck, das man die Strecke noch gut 10 mal laufen könnte, um wirklich alle Facetten zu erfassen. So abwechslungsreich, so viel zu sehen. So schön.

Quelle: Ortsschild in VRANGÖ mit den beiden Wanderwegen
Ausblick auf den Ort und den Hafen (ganz links)

Nun denn. Hängen wir also hier ab und warten auf Wetter für den anstehenden Südkurs. Es kachelt aus Südwest. Um und bei 30 Knoten. Theoretisch machbar, aber klarer Fall von Finger weg! Fast schon ein wenig beängstigend ist, das die Wettervorhersagen der unterschiedlichen Systeme (ECWMF, GFS) für nur zwei Tage im voraus zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Das ist ja immer ein Zeichen dafür, das keiner von beiden es so richtig weiß, was da kommen wird. Also immer schön abreisebereit bleiben und die Chance zum gut 50 Seemeilen Sprung nutzen, wenn sie denn kommt.

Heidelandschaft auf VRAGÖ

Auf VRANGÖ ist die Saison ganz offensichtlich auch schon vorbei. Am Sonntag Nachmittag verlassen die letzten Eingeborenen Segler die Insel und fahren nach Hause. Wohl in der Regel in den Großraum von GÖTEBORG, das geht gerade so bei diesem Schietwetter. Richtig kalt ist es zwar noch nicht, aber in den heftigen Regenschauern ist es schon sehr, sehr ungemütlich. Wie schön ist es da unter Deck im Deckshaus oder auch ganz unten im Keller des STORMVOGELS, dem fast nie genutzten Salon!

Jungfrauen-Hummer in Groß auf VRANGÖ

Ein paar neue Fressbuden haben auf der Pier von VRANGÖ aufgemacht. Da kann man jetzt auch Krabben kaufen. Die sehen aus wie die Jungfrau-Hummern aus ANHOLT, nur in viel größer. Bei denen kann man tatsächlich sogar etwas Krabbenfleisch aus den Scheren pulen. So groß wie die toten Tiere auch sind, so groß ist leider auch der Preis. Die Viecher sind so teuer, das wir uns den Spaß nur einmal erlauben. OK, gegenüber den kleineren Artgenossen aus ANHOLT sind sie veredelt: Bereits gekocht, in einen Sud aus Gewürzen und Salz eingelegt und in einem tollen Plastikeimer zum Mitnehmen. Wie immer: Verpackung ist alles. Jedenfalls für die, die sich blenden lassen (wollen). So richtet sich dieses Krabbenangebot wohl auch nicht an wissende Segler im Hafen, sondern eher an die vielen Tagestouristen, die mit der Personenfähre hier herüber kommen und was schönes zum Essen für zu Hause mitnehmen wollen.

ANICO vor GÖTEBORG

Wer nun denkt, wie langweilig können denn wohl vier Tage und Abende auf einer kleinen Insel am südlichen Ende der schwedischen Westschären sein (?), der liegt falsch! Tagsüber wandern, herumstrolchen, einkaufen und Wäsche waschen. Leben an Bord halt. Völlig normal und besser als sonst wo.
Abends, sehr zur Freude der STORMVOGEL Mannschaft, lauschen wir nach dem gemeinsamen Abendessen gespannt den Erzählungen von Michael. Zusammen mit seiner Frau hat er eine völlig andere Route für die Reise seines Lebens als die unsere gewählt: „Mal eben“ Südamerika im Osten runter, Patagonien, Südamerika im Osten wieder rauf. Getroffen haben wir uns dann nach diesem sehr besonderen Reiseabschnitt erstmalig auf der kleinen Pazifikinsel NIUE. Long Ago And Far Away.

Sommerweide auf VRANGÖ

Bilder aus Patagonien hat er zufällig auf einer externen Festplatte auch dabei – was für ein Glück für uns! Mit den sehr authentisch wirkenden Fotos bekommen seine Erzählungen eine im Gedächtnis hängen bleibende Tiefe, die nicht nur zum Nachdenken anregt. Nur damit das klar ist: Wir haben Michael innig um seine Geschichten gebeten – und werden das wieder tun, wenn wir ihn wieder sehen 😉

Für Montag sind schwache nördliche Winde, um und bei 6 bis 8 Knoten angesagt. Damit sollte, könnte, müsste es mit dem Leichtwindsegel eventuell nach ANHOLT klappen?

Schauen wir mal.

Peter.

STORMVOGEL im Hafen von VRANGÖ

T74-76, Sotenkanalen, Marstrand und Högö

Vom Ankerplatz ohne echten Namen bis nach MARSTRAND sind es über 40 Seemeilen wilde herumkurverei um die kleinen und großen Felsen der schwedischen Westschären. Die Route führt durch den beschaulichen SOTENKANALEN und am geschäftigen SMÖGEN vorbei.

SOTE KANAL (Sotekanalen)

An diesem Sonntagmorgen ist es sehr still auf dem Wasser. Kaum andere Boote in Sicht und wenn, dann nur kleine Fischerboote in denen gut verpackte Männer mit ihren Angelrouten auf Fisch hoffen. Und so sind wir in der nördlichen Ansteuerung des SOTE-KANALS völlig alleine unterwegs. Das ist gut & schlecht zugleich. Gut, weil man nicht wie ein Schießhund auf viele andere Dampfer aufpassen muss. Schlecht, weil man sich selbst darum kümmern muss, das die einzige Brücke über den Kanal rechtzeitig geöffnet wird.

SOTE KANAL (Sotekanalen)

Am Ufer erkennen wir ein Schild: Ab hier möge man sich bitte bei der Brückenwache melden und die Durchfahrt klären. Der Skipper ist präpariert: Auf UKW Kanal 6 ruft er „SOTENÄS BRIDGE“, teilt seine Position mit und bittet um Brückenöffnung. Eine Frauenstimme antwortet unverzüglich: „STORMVOGEL, you are WELCOME!“. Na, das hört sich doch sehr freundlich an. Doch bedeutet „WELCOME“, dass sie die Brücke auch wirklich aufmacht?
Wir laufen weiter südlich mit knapp fünf Knoten Fahrt und nach einer weiteren Biegung kommt die Brücke in Sicht. Signal auf „Rot“ und noch ist die Brücke nicht geöffnet. Also sehr langsame Fahrt voraus, um einen Wartefestmacher zu vermeiden. Da vernehmen wir das Glockensignal der Straßenschranken und die historisch anmutende Drehbrücke wird recht zügig geöffnet. Lichtsignal auf „Grün“ und los gehts!

Klasse. Das klappt ja wie am Schnürchen!

SOTE KANAL (Sotekanalen)

Nordgehend kommt uns nach der Brückenpassage ein anderer Dampfer entgegen, aber der hat sich nicht über UKW Funk angemeldet und daher schließt die Brücke erst mal wieder. Spaßiger Weise muss man gar nicht funken, man kann wohl auch ein Schallsignal geben: 0,5 Seemeilen vor der Brücke LANG LANG KURZ KURZ für Südgehend und LANG LANG KURZ für Nordgehend. Wenn die Brückenwache das gehört hat, wird sie mit KURZ KURZ antworten. Na denn mal zu, ihr Schiffsschallsignalhörner dieser Welt!

Das Fahrwasser von SMÖGEN ist genau so hässlich und doof wie nordgehend. Nur und das wirklich zum Glück: Immer noch kaum Bootsverkehr, obwohl schon früher Nachmittag.

Großsegler in MARSTRAND, bereits vor ein paar Wochen auf LYR gesehen

In der Nähe von MARSTRAND dann wie üblich und an einem Sonntag ganz erst Recht: Sehr viel Bootsverkehr! Draußen vor den Felsen findet scheinbar eine Regatta statt, Urlaubssegler mischen sich mit Wochenendseglern und ganz bekloppte müssen mal wieder zeigen, wie toll sie sind und durchsegeln kreuzender Weise mit ihren großen Yachten das MARSTRAND Fahrwasser, obwohl sie sicherlich eine gute Maschine im Rumpf führen.

Ankerplatz von HÖGÖ, ca. 3 Seemeilen südlich von MARSTRAND

Nun denn, wir finden schnell einen Platz im Hafen, denn trotz Hochsaison gibt es genug freie Liegeplätze. Der Trick der örtlichen Hafenbetreiber: Mache die Liegegebühren so teuer, das hier keiner länger als nötig rum hängt. So zahlen wir 57 Euro die Nacht – echter Rekord in dieser Saison. Dafür sind die Waschmaschinen immer noch kostenlos und so holen wir uns über das Waschen schmutziger und trocknen sauberer Wäsche einen Teil der Liegegebühren zurück. Und über Müllentsorgung. Und über Wasser tanken. Und über einkaufen. Und über Pizza ToGo und so weiter und so fort.

Ankerplatz von HÖGÖ, ca. 3 Seemeilen südlich von MARSTRAND

Nach zwei Nächten ist alles erledigt und wir vorholen uns auf den Ankerplatz von HÖGÖ (57°50,8’N 11°37,6’E, 3M) etwa 3 Seemeilen südlich von MARSTRAND. Dort treffen wir unseren Segelfreund wieder. Der Ankerplatz ist klasse und so dicht an MARSTRAND, das man mit einem schnellen Dingi da mal eben vorbei brettern könnte, so man denn ein schnelles Dingi hat. Haben wir nicht. Allerdings liegen hier auch schon vier oder fünf feste Mooringsbojen der schwedischen Segelvereinigung herum, so das es hier bestimmt auch mal eng werden kann. Wir sind das zweite Boot, später kommen noch vier oder fünf dazu. Platz bleibt genug.

Ankerplatz von HÖGÖ, ca. 3 Seemeilen südlich von MARSTRAND

Das Wetter ist mittlerweile so lausig, das wir nicht mal mehr an Land gehen. Vom Schwimmen gehen ganz zu schweigen. Da auch die nächsten Tage für Süd gehende Boote nichts gutes verheißen, gehen wir am nächsten Tag direkt weiter. Der ist schließlich der harmloseste der kommenden.

Eindeutig auf Rückreise.

Und wie immer dieses komische Gefühl.

Peter.

T73, Langö, Furön, Valön

Passiert uns wirklich nicht oft.

So ganz genau wissen wir diesmal nicht, wo wir sind. Geografisch, nach Länge und Breite natürlich schon. Die zeigt das GPS Gerät mit 58°29,4’N 11°18,0’E klar und deutlich an. Immerhin etwas.

Schwedische Westschären: Bei Langö, Furön, Valön

Dem Namen nach wissen wir aber diesmal nicht, wo wir sind. Liegen wir nun auf Anker vor Langö, vor Furön oder gar vor Valön?

Schwedische Westschären: Bei Langö, Furön, Valön

Nicht, das es wirklich eine Rolle spielen würde. Hier ist es schön, ruhig und dem nahen Saisonende entsprechend auch fast einsam. Wer braucht da schon einen genauen Ortsnamen? Doch unterschwellig kommt man sich schon recht doof vor. Offenbar so eine Art Zwangserdung für ansonsten alles wissende Skipper. So jedenfalls die Selbsteinschätzung eben jenes handelnden.

Schwedische Westschären: Bei Langö, Furön, Valön

Wie geplant kommen wir am frühen Nachmittag auf dem sehr großzügigen Ankerplatz an und haben daher genug Zeit, mit dem Dingi das Land ein wenig zu erkunden. Spektakuläre Aussichten ergeben sich, als wir den dicken Felsbrocken direkt vor des STORMVOGELS Bug erklimmen. Der Aufstieg ist wie so oft einfach, herunter müssen wir an anderer Stelle doch auch mal auf dem Hosenboden rutschen. Seeleute sind halt keine Bergsteiger. So nackt wie die Felsen auf den ersten Blick hin wirken, sind sie bei näherer Betrachtung gar nicht. In Kuhlen haben sich kleine Regenwasser gespeiste Tümpel gebildet, oft umsäumt von Heidekraut, das bereits in prächtigen Farben blüht.

Schwedische Westschären: Bei Langö, Furön, Valön

Die dichten Wolken über uns wirken mittlerweile bedrohlich, doch auch die gehören eindeutig zum schwedischen Sommer. Das einzige, sehr einfache Ferienhaus weit und breit, erhaben über der Bucht thronend, hat schon was besonderes. Lage, Lage, Lage. Es stehen Autos vor der Tür, also muss es irgendwo einen Weg zum Festland geben. Wäre bestimmt reizvoll, von dort oben das Kommen und Gehen der Segelyachten in der Bucht bei dem ein oder anderen Glas Rotwein zu beobachten. Und zwischendurch vielleicht ein paar Zeilen zu schreiben?

Schwedische Westschären: Bei Langö, Furön, Valön
Schwedische Westschären: Bei Langö, Furön, Valön. Kühe am Strand.

Ein kleines Rätsel geben uns die Kühe am Strand auf. Am Sandstrand, wohlgemerkt. Woher wissen die Tiere, das es am Strand am schönsten ist? Würden Kühe nicht einfach saftige Wiesen, gleich nebenan großzügig vorhanden, bevorzugen? Sind das eventuell auch solche Luxuskühe wie ihre damals auf dem Berg in England sonnenbadenden Artgenossen? Ist Höhenluft besser als Seeluft? Oder umgekehrt? In jedem Fall scheinen sie intelligent zu sein.

Schwedische Westschären: Bei Langö, Furön, Valön. Kühe am Strand

Denn am nächsten Morgen verlagern die Kühe ihr beschauliches Beachcamp von dem einen Strand unterhalb des Ferienhauses an einen anderen, etwas südlicher gelegen Strand. Doch der einzige Weg dahin führt durch das Wasser. Durch das salzige Meer! Wie kommt man wohl als gemeine Kuh auf solch komischen Ausflüge? Einfach Rätselhaft.

Schwedische Westschären: Bei Langö, Furön, Valön. STORMVOGEL vor Anker

Die Nacht verläuft sehr ruhig und am nächsten Morgen geht es gleich weiter, weil wir uns in MARSTRAND neu verproviantieren wollen und, viel wichtiger, einen Segelfreund treffen möchten, den wir vor langer Zeit im Pazifik auf der Insel NIUE kennen gelernt haben.

So werden wir das Geheimnis der schlauen Kühe von Langö, Furön oder Valön in diesem Jahr wohl nicht mehr lösen. Und schon gar nicht heraus finden, wo wir da eigentlich genau geankert haben.

Ist vielleicht auch besser so.

Wer keine Namen kennt, der kann wenigstens auch keine vergessen.

Peter.

T70-72, Die Insel Resö

Die Insel RESÖ liegt bummelig 20 Seemeilen (40 Kilometer) südlich von STRÖMSTAD in den schwedischen Westschären. Eigentlich war es mal eine richtige Insel, also per Definition einer Insel vollständig von Wasser umschlossen. Doch irgendwann hat man einen Damm zu der nach GOOGLE MAPS (unglaublich, namenlosen oder? GOOGLE weiß doch nicht alles!) Nachbarinsel und dem Festland gebaut. Dadurch wurde der Autoanschluss an die E6 Schnellstraße zur Minutensache.

Straßenverbindung auf die Insel RESÖ

Und so kommt es vermutlich das eine eigentlich einsame Insel im großen Nationalpark KOSTERHAVETS geradezu durchsetzt mit schwedischen Ferienhäusern ist. In der Nähe des Damms gibt es tatsächlich richtige Bauernhöfe, ansonsten nur unendlich viele Ferienhäuser. Manche einsam und malerisch in die Landschaft eingebettet, viele andere in regelrechten Siedlungen, die jetzt in den schwedischen Sommerferien auch gut belebt wirken. Jeder so wie er will.

Fereinhaus auf der Insel RESÖ

Wir sind nun offiziell südgehend und liegen ein paar Tage auf dem sehr guten Ankerplatz vor LÖNNTÄG im Südosten (Position 58° 47,9’N 11° 11,7’E, 6M) von RESÖ. Vor ein paar Wochen, noch nordgehend hatten wir das Ziel KOSTER INSELN vor Augen und sind nur eine Nacht vor RESÖ ohne Landgang geblieben, jetzt erkunden wir ausführlich mit dem Dingi die Insel. Zunächst zu Fuß über einen gut markierten Wanderweg („grün“) in den kleinen Ort am Westende der Insel. Später fahren wir tatsächlich noch mal mit dem Dingi außen um die Insel herum. Eine Reise von gut 2,5 Seemeilen – one way! Das ist insofern erwähnenswert als das das Vertrauen in den lange meckernden Außenborder wieder hergestellt ist. Ein neuer Vergaser bewirkt wahre Wunder bei so einer kleinen Höllenmaschine.

Ankerplatz vor der Insel RESÖ

Der Ort RESÖ bietet einen kleinen Supermarkt, eine Landbäckerei samt Café vom feinsten und einen Hafen, vornehmlich für kleine Motorboote, aber an den Außenstegen liegen auch größere Segelyachten und richtige Motorkreuzer. Drei Fischkutter finden auch ihren Platz. Recht harmonisch in die Landschaft passend.

Bäckerei und Cafe PANGET auf RESÖ
Bäckerei und Cafe PANGET auf RESÖ

Direkt bei unserem Ankerplatz bei LÖNNETAG gibt es nur eine kleine Pier für einheimische Motorboote. Hervorragend als Dingipier geeignet. Dort angelandet werden die mitgebrachten Wanderschuhe angezogen und es geht ein kurzes Stück westwärts durch die kleine Ansammlung von Ferienhäusern. Dann verlässt man die autotaugliche Schotterpiste und biegt rechts auf den Wanderweg „grün“ ab, direkt in den dichten Wald. Der Pfad ist nicht zu verfehlen und windet sich munter durch die Bäume und das Gebüsch. Ein verwunschener See entlang des Weges und schon ist man im Außenbezirk des Ortes RESÖ. Logisch: Nur Ferienhäuser, was auch sonst. Hier ist die Straße nun asphaltiert und per GOOGEL MAPS orientieren wir uns dorthin, wo wie einen Supermarkt vermuten.

Steg auf der Insel RESÖ. Sieht wacklig aus, ist es auch

Zuhause ist Einkaufen oft eher eine Pflicht, auf so einer langen Reise in unbekanntem Revier sind die kleinen Supermärkte entlang des Weges so etwas wie eine Mission. Hier gibt es immer wieder was zu entdecken, in der Regel die ein oder andere Leckerei, natürlich. Berge von Lebensmittel kann man so nicht einkaufen, der Rückweg wäre viel zu lang. Einen soliden Grundstock an Lebensmitteln haben wir ja sowieso immer an Bord. Aber das I-Tüpfelchens darf durchaus so gesucht werden.

Im Hafen von RESÖ
Im Hafen von RESÖ

Direkt neben dem kleinen Supermarkt ist die Bäckerei PANGET. Durch eine offene Tür können wir eine Palette mit 25 Kilo Mehlsäcken in der Backstube sehen, hier wird tatsächlich selbst gebacken!  Die Erkenntnis alleine ist schon Grund genug, sich hier nieder zu lassen, einen Kaffee zu schlürfen und eine süßes Gebäck zu vernaschen. Und die vorbei kommenden Leute zu beobachten. Keiner geht hier mit einer kleinen Tüte weg. Manche müssen warten, bis alle Tüten mit gebackenen Köstlichkeiten zusammen gestellt sind. In der Regel blendend aussehende junge Eltern mit ihren noch bezaubernder wirkenden Kinder. Absolute Bullerbü Idylle wohin man blickt. In dieser Massivität fast schon ein wenig bizarr, denn das ist natürlich nicht die Wirklichkeit in der wir in Westeuropa leben.

Dingitour um RESÖ

Coffee-Refil, so wie in Amerika üblich, erleben wir in den schwedischen Cafés auch allerorten. Nix mit der deutschen Frage nach „Kännchen oder Tasse?“. Man bekommt einen frisch gespülten Pott und geht zur Kaffeestation, an der Milch, Zucker und eben der Kaffee steht und bedient sich selbst. Man geht noch mal hin, wenn der Kaffee schmeckt. Und nochmal, wenn man noch bleiben möchte und das Treiben um einen herum weiter beobachten möchte. Und vielleicht nochmal, wenn man immer noch keine Lust auf den Rückweg hat.

Klare Sache: Wir sind im KOSTERHAVETS NATIONALPARK

An einem anderen Tag spazieren wir ostwärts, landen leider relativ früh´ auf der engen Straße die auf das Festland führt und machen uns wenigstens ein Bild von dem Damm. Die Mannschaft möchte nicht darüber gehen – einen eigenen Fußweg gibt es nicht und trotz Ausweichbuchten ist die Fahrspur so eng, das die Mannschaft um ihre körperliche Unversehrtheit fürchtet. Alleine möchte der Skipper des STORMVOGELS sich auch nicht in unnötige Gefahr begeben, also pilgern wir auf gleichem Wege zurück.

Im Hafen von RESÖ
Im Hafen von RESÖ

Der Vorteil an so einem einsamen Ankerplatz (wir waren die ganze Zeit alleine) ist, das man schwimmen gehen kann, wenn man will. Jederzeit. Nun, ganz alleine waren wir da draußen dann doch nicht. Denn ab und zu trieb eine der furchterregenden Feuerquallen vorbei und vermieste uns kurzfristig die Aussicht auf eine (erhebliche) Abkühlung. Die Strategie der ansonsten eher furchtlosen (andere sagen naiven) STORMVOGEL  Crew ist folgende: Aufmerksamer Rundgang an Deck, das Wasser in der nähren Bootsumgebung fest im Blick. Kein rotes Monster in der Nähe – ab ins Wasser. Das wird wie gewohnt und dem Alter entsprechend über die Badeleiter und die Badeplattform am Heck einigermaßen komfortabel erreicht. Der Skipper, ausgerüstet mit Taucherbrille und Schnorchel, selbstverständlich zuerst. Keine Sorge, davon wird es nie Bilder geben.

Die gemeine rote Feuerqualle – ein rotes Monster im Meer

Kurzer Rundumblick unter Wasser. Ist kein rotes Monster in Sicht, folgt die Mannschaft. Sind beide im Wasser, wird auf der Sonnenseite zum Bug geschwommen, immerhin satte 14,5 Meter. Der Skipper als Scout voraus, die nähere Unterwasserumgebung fest im Blick. In der Regel kann er die ein, zwei Meter in die Tiefe zeigende Ankerkette erkennen, aber dann verliert sich ihre Spur. Obwohl nur auf fünf bis sieben Meter Wasser liegend, kann man nie den Grund erkennen. Kein Vergleich zu anderen Orten auf der Erde. Auch nicht so wichtig. Irgendwo da unten wird der Anker schon sein. Ein rotes Monster mit seinen elendig langen Tentakeln frühzeitig in der Nähe zu sehen schon eher.
Elegant wird schwimmender Weise die Ankerkette gekreuzt um dann auf der Schattenseite des Bootes die 14,5 Meter zum Heck zurück zu schwimmen. Je nach Lust und Laune wird noch eine zweite Runde gedreht, eher selten eine Dritte. Man bedenke: Das wären ja auch schon knapp 100 Meter und Olympia ist eh´ schon vorbei.

EIne Feuerqualle dicht an Land – gefangen in den Algen

Doch während die Mannschaft einfach nur vergnügt so durch das Wasser planscht, hat der Skipper mit seiner Schnorchelbrille neben der Beobachtung der roten Monster gleich zwei weitere ernsthafte Aufgaben zu erledigen. Als da wäre zum einen: Reinigen des weißen Wasserpasses mit dem Zauberschwamm. Üblicherweise ist dieser nach einem Aufenthalt in einem Hafen nicht mehr weiß. Das geht natürlich gar nicht. Makelloses Auftreten ist des STORMVOGELS erste Pflicht. Zum anderen gilt es, die Funktion der unter Wasser befindlichen Logge wieder herzustellen. Die Logge misst mit einem kleinen Schaufelrad die Geschwindigkeit, die das Boot durch das Wasser macht. Nach ein paar Tagen des Stillstands nisten sich irgendwelche Meeresbewohner in den komfortablen Schaufelrädern ungefragt ein und blockieren dieses mit ihrer bloßen Anwesenheit. Das geht so natürlich nicht! Wenn die Bordelektronik nicht weiß, wie schnell das Boot durch das Wasser fährt, kann sie auch nicht die wahre Windgeschwindigkeit und die wahre Windrichtung errechnen und dem Skipper anzeigen. Also taucht der Skipper kurz ab, dreht die Schaufelräder mit der Hand und schmeißt somit die unliebsamen Passagiere aus ihrem Versteck und fertig ist.

Kleiner Etikettenschwindel: Das Bier wird nicht auf RESÖ gebraut, sondern in STRÖMSTAD



Nun werden die wahren Seeleute unter uns erwidern:

Was braucht ein echter Skipper denn die Navigationselektronik um den wahren Wind zu erkennen?

Tja, an dieser Frage ist leider was dran und ich werde darüber noch eine kleine Weile nachdenken müssen.

Peter.

Im Wald von RESÖ
Verwunschener See auf RESÖ
Weg auf RESÖ
Einfacher, aber sichtbare Markierung des „grünen“ Wanderwegs

Heimaturlaub

Immer diese komischen Fragen im Kopf!

Sind wir nun auf Heimat- und/oder Landurlaub?

Oder kann man sowieso gar nicht von „Urlaub“ sprechen, wenn man eigentlich schon im Segelurlaub ist?

Ist es überhaupt Urlaub, wenn man sich durch zusätzliche Reisen, durch Reise in der Reise, bemüht, die derzeit vornehmste Bürgerpflicht, das Impfen, wahr zu nehmen?

Urlaub von was überhaupt?

Denke positiv oder gar nicht. Und frage schon gar nicht so viel!

STENA GERMANICA in GÖTEBORG

Der STORMVOGEL liegt gut & sicher in einer Marina in STRÖMSTAD. Mit dem Zug entlang der schwedischen Westküste in 2,5 Stunden nach GÖTEBORG gefahren. Die Besonderheit: Es gibt keine Fahrkartenautomaten mehr. Damit man einen ordnungsgemäßen Fahrschein bekommt, muss man die APP VÄSTTRAFIC TO GO auf den Handy installieren und vor allem auch einrichten: Dafür sind die kompletten Kreditkartendaten erforderlich. Allerdings offensichtlich ohne das VISA 3D SECURE Verfahren – merkwürdig, das die das nicht brauchen?

STENA GERMANICA

Das benötigte Ticket kann man nicht im voraus kaufen, sondern erst dann, wenn man auch tatsächlich in den Zug einsteigt. Denn: Es hat eine zeitliche Befristung. Wenn man alle drei Zonen (A,  B und C) kauft, gilt das Ticket drei Stunden ab dem Zeitpunkt, ab dem man in der APP „kaufen“ gewählt hat. Wenn man also am Ziel noch umsteigen muss und die Fahrt da hin lange dauert, kann es sein, das man ein neues Ticket braucht, weil das erste zeitlich abgelaufen ist.

STENA GERMANICA – im Kern älter als man denkt

Leider steht das in der APP nicht klar formuliert und man versteht dieses moderne Verfahren nur mit Learning by Doing. An sich keine schlechte Methode. Kostet nur mehr, wenn man zu früh die Fahrkarte kauft 😉

Anfangs ist der Zug sehr leer, eine Stunde vor GÖTEBORG so voll, das wir doch lieber Gesichtsmasken anlegen. Außer der Zugbegleiterin trägt niemand eine und wir kommen uns ein wenig komisch vor. Aber besser komisch fühlen als sich auf einer Impfreise, also auf der Zielgeraden, doch noch CORONA einzufangen.

STENA GERMANICA in KIEL am SCHWEDEN KAI

Wir laufen vom Bahnhof GÖTEBORG zum STENA Fähranleger, knapp 5 Kilometer entfernt. Zu weit mit Gepäck, wie sich unterwegs heraus stellt. Auf dem Rückweg werden wir mal schön die Straßenbahn nehmen. Beim einchecken im Fährterminal will man nur die Pässe und die Buchungsnummer sehen. Nix mit Coronatest oder ähnlichem.

STENA GERMANICA – Rückwärts auslaufend in KIEL, waghalsiges Ruderboot mit Trainer

Dann sind wir also mal wieder auf einem richtigen Schiff! Die STENA GERMANICA hat ja eine durchaus spannende Vergangenheit – der Wikipedia Eintrag dazu lohnt sich durchaus zu lesen. Erster Eindruck an Bord: Was für ein wirklich großer Dampfer!
Wie immer bei STENA: Alles ordentlich, sauber und gepflegt. Und sehr freundlich, nicht zu vergessen.

STENA GERMANICA – Der Yacht Club auf dem Achterdeck
GERMAN NAVAL YARDS – Die Reste einer einst stolzen Werft

Offenbar aus Geizgründen haben wir eine Innenkabine gebucht, das offenbar nur um die Buchung für die Rückfahrt dann doch lieber in eine Kabine mit Fenster zu verändern. Ist halt nix auf einen Schiff in einem Raum ohne Fenster zu sein.

STENA GERMANICA – Wende vor GEOMAR

Des Skippers Versuche das leckere Abendbüffet einfach so leer zu essen scheitern kläglich und enden mit leichten Bauchschmerzen bei eben jenem unersättlichen. Und wie immer auf solchen Reisen: Man kann es kaum erwarten, endlich anzukommen. Die morgendliche Revierfahrt auf der KIELER FÖRDE scheint in Zeitlupe abzulaufen.
Als Fußpassagiere kommen wir recht schnell von Bord und müssen nur gefühlt erst mal 500 Meter durch eine gigantischen Personentunnel in die falsche Richtung laufen. An dessen Ende stehen tatsächlich zwei uniformierte Bundesgrenzschützer, die die Pässe sehen wollen. Auch das, wenn es sein muss.

Tief im Westen, die Einfahrt zum KIEL KANAL (Nord-Ostsee-Kanal)

Dann zu Fuß zum Bahnhof KIEL und in einen bereits bei Abfahrt voll besetzten Zug. Gleich beim Einstieg haben einige fremde Mitreisende Stress miteinander und setzten damit die Stimmung im Großraumabteil. Schon blöd, wenn man auf einmal wieder die gesprochene Sprache der Mitmenschen versteht.

Betroffen schweigend schauen wir in die vorbeihuschende Landschaft von SCHLESWIG HOLSTEIN.

STENA GERMANICA Oberdeck

Die wenigen Tage in ELMSHORN rasen so an uns vorbei und wir werden tatsächlich wie geplant geimpft. Die Erstimpfung des Skippers bleibt folgenlos, die Zweitimpfung der Mannschaft zeigt tatsächlich Wirkung. Ungewohnt, bei dieser ansonsten doch sehr robusten Person.

Nun wieder auf dem Rückweg. Auf gleichem Wege in umgekehrter Reihenfolge.  Mit frischem CORONA Test am Morgen, denn den verlangt SCHWEDEN bei der Einreise. Ist doch völlig normal und auch selbstverständlich. Nur in diesem unserem Lande werden mal wieder Selbstverständlichkeiten tot gelabert, damit die wirklich wichtigen Themen nicht aufs Trapez kommen.

Einfach mal klare Ansagen machen und dann Take it or Leave it.

Wer nicht geimpft ist, wird nicht mehr reisen können. So einfach wird das sein.

Die STENA GERMANICA ist viel zu lang, um vor ihrem Liegeplatz am SCHWEDEN KAI zu KIEL zu drehen. Also läuft sie gefühlt 10 Minuten rückwärts bis auf die Höhe von GEOMAR und dreht dann dort. Wahnsinn, wie gut dieser riesige Dampfer rückwärts läuft! Durch die ganzen Umbauten ist die Brücke ein Deck niedriger als Mittschiffs, optisch nach hinten sehen kann der Herr Kapitän somit nicht. Wäre ja schon cool, mal genaueres zu erfahren…

STENA GERMANICA – Wende vor GEOMAR

Nun denn, wir freuen uns auf den STORMVOGEL, auch wenn das Wetter wohl nicht mehr so phantastisch sein wird, wie bei unserer Abreise.

Wie immer: Locker bleiben. Schauen wir mal.

Peter.

T64-69, KOSTER

Der Besuch ist weg, doch wir bleiben noch zwei weitere Tage am über belegten Schwimmsteg im Fahrwasser zwischen NORD- und SÜD KOSTER mit dem schönen Namen GÄSTBRYGGA KOSTERLÄNKEN, bevor wir uns für zwei weitere Tage auf den Ankerplatz KOSTERHAMMEN (58° 52,8’N, 11°03,1’E, 7M) an der Ostseite von SÜD-KOSTER vorholen.

Einlaufen KOSTER Fahrwasser

Die Nordinsel ist deutlich kleiner als die im Süden. Unsere Segelfreunde aus NORWEGEN meinten beim kurzen Treffen in SKAGEN im letzten Jahr, ihnen gefalle NORD-KOSTER besser und man solle ruhig ein paar Tage dort verbringen.

Päckchen an der GÄSTBRYGGA KOSTERLÄNKEN

Quasi an jeder Ecke liegt eine kleine Wanderkarte für beide Inseln zum Mitnehmen aus. Verlaufen wird somit unmöglich. Der Rundgang auf der Nordinsel hat eine Länge von ca. 6 Kilometern und führt über Stock und Stein, sehr viel Stein und manchmal auch über sehr großen Stein. Denn eigentlich ist KOSTER auch nur wieder ein Felshaufen im Meer, der aber über die Jahrhunderte tatsächlich bewachsen ist.

Ferienhaus auf NORD KOSTER

Es gibt richtige Urwälder, Steinwüsten und sogar auch Sandstrände. Letztere sind in den Schären recht selten und in diesen Ferientagen sehr gut besucht, denn neben den vielen Familien, die in den zahlreichen Ferienhäusern im Sommer hier leben gibt es noch sehr viele Tagestouristen, die mit der im Stundentakt verkehrenden Fähre vom nahe gelegenen STRÖMSTAD (4 Seemeilen, 8 Kilometer) vom Festland auf die Inseln kommen.

Frischwasser in Mangelware auf den KOSTER Inseln (hier in BREVIK)

Die Versorgung auf KOSTER ist durchaus ein kleines Problem. Auf den Stegen gibt es zwar Strom, aber kein Wasser. Einen Wasserhahn mit Trinkwasser findet man nur am Toilettenhaus, ca 300 Meter vom Steg entfernt. Zu erreichen über einen bei der aktuellen Trockenheit sehr staubigen Weg der entlang der alten Fischerhütten führt.

Geschlossener Supermarkt auf NORD KOSTER

Der einzige Kaufmann auf NORD-KOSTER hat im letzten Jahr Corona-bedingt geschlossen und nun gibt es nur noch einen ICA im Herzen der Südinsel, zu erreichen über eine kleine gelbe Kabelfähre und einen anschließenden Fußmarsch von gut 2 Kilometern. Es ist auch nicht so, das es besonders viele Cafe´s oder Restaurants auf beiden Inseln gibt.

Geschlossener Supermarkt auf NORD KOSTER

Mit anderen Worten: Wer zu den KOSTER Inseln segelt, der sollte gut verproviantiert und mit vollen Wassertanks dort ankommen.

Das STRANDKATEN Restaurant auf NORD KOSTER, direkt am Hafen. Im Regelfall Schlange stehen…

An den Schwimmstegen im Fahrwasser von VÄSTRA BRYGGAN dürfen maximal nur 3er Päckchen gebildet werden. Das kann man aber leider erst lesen, wenn man auf einem der Stege steht. Der Grund ist einfach: Die großen Fähren brauchen tatsächlich ein wenig Fahrwasser für ihre Manöver.

Päckchen auf den KOSTER Inseln – am Schwimmsteg wird tatsächlich auch geschwommen
Die kleine gelbe Kabelfähre, die NORD mit SÜD KOSTER verbindet – bei wenig Schiffsverkehr

Die kleine gelbe Kabelfähre, die in unmittelbarer Nähe die Nordinsel mit der Südinsel verbindet ist eigentlich eine selbst fahrende Fähre, die mit einer Chipkarte bedient wird. In der Saison jedoch, mit vielen unbedarften Touristen, gibt es tagsüber einen Fährmann in Form junger Studenten und Studentinnen, die sich hier ihr Geld verdienen. Eine einfache Fahrt kostet 15 schwedische Kronen, also etwa 1,50 €.
Wie unterschiedlich man seinen Job als Fährmann auf dieser wohl einmaligen Fähre ausfüllen kann, erleben wir an zwei aufeinander folgenden Tagen. Zunächst eine engagierte, freundliche und flinke junge Frau. Der Zugang zur Fähre ist auf beiden Seiten mit großen Stahlrohrtoren gesichert, die vom Fährmann händisch per Magnetschalter geöffnet werden müssen.

Kleine gelbe Kabelfähre: Blick vom SÜD Ponton zum Anleger auf NORD KOSTER

So schreitet die Fährfrau also flinken Schrittes voran und bringt die ankommenden Fährgäste durch das Tor an Land und nimmt dort die neuen auf, denn es wartet immer jemand. Doch nur 12 Fahrgäste auf einmal. Danach schließt sie das Tor und läuft der Gruppe hinterher zur Fähre. Auch auf der kleinen gelben Fähre selbst muss nun noch ein Tor gesichert werden und los geht die kurze, aber sehr langsame Fahrt am unter Wasser liegenden Drahtseil entlang. Kassiert wird mit einem mobilen Kartenlesegerät, Bargeld geht nicht. Dabei muss die Fährfrau natürlich auch noch den Boots- und Schiffsverkehr im Fahrwasser beobachten, denn dieser hat hier Vorfahrt. Bei Sportbooten hält die kleine gelbe Fähre dann mitten im Fahrwasser an, damit sie passieren können. Ist eine der großen Passagierfähren in der Nähe, fährt sie gar nicht erst los.

Kleine gelbe Kabelfähre – Ankunft auf SÜD Koster

Oft kommt es vor, das auf beiden Seiten lange Schlangen mit Menschen entstehen, die übersetzten wollen. Drei, manchmal vier Fahrten muss man dann warten, bis man endlich dran ist.
Das die Fähre nicht besonders schnell fährt ist wohl technisch bedingt.

Die junge Fährfrau jedenfalls hat den Bogen raus und wickelt den Verkehr so schnell wie möglich, und das auch noch super freundlich, ab.

Statt der kleinen gelben Kabelfähre mit dem eigenen Dingi: Mit Kinderwagen, Baby und beide am Handy. Ein Hund ist auch noch dabei. Ganz modern elektrisch.

Im Kontrast dazu der junge Mann am Folgetag. Schlaftablette wäre noch beschönigt. Schlurfend, schleppend und ganz offenkundig lustlos bewegt er sich über die Stege um die Fährgäste aufzunehmen oder abzusetzen. Die Magnetschlösser der großen Tore an Land werden von See kommend mit einem kleinen elektrischen Schalter geöffnet. Diese sind ca. 3 Meter vor dem Tor angebracht. Wie es dieser Fährmann zu Stande bringt zu vergessen, das der Knopf gedrückt werden muss bleibt ein Rätsel. Dann muss er eben noch mal zurück um den Knopf zu drücken.
Wirklich unsympathisch ist allerdings seine Art an Bord der Fähre zu kassieren. Statt mit dem mobilen Kartenleser herum zu gehen und freundlich abzukassieren, nimmt er erst mal wie ein König auf seinem Thron Platz und lässt dann alle Fährgäste zum Bezahlen antanzen. Erst danach setzt er die Fähre in Bewegung. Das kostet alles wertvolle Zeit. Sicher, man ist im Urlaub und hat jede Menge davon, aber sich diese von einem solchen offenkundigen Zeitdieb stehlen zu lassen kann ja auch niemand wollen.

Fischerhaus am SÜD-Anleger

Es ist nicht an uns Gästen, diesen Menschen zu kritisieren, aber ein Eingeborener hätte wohl durchaus mal das Wort ergreifen können. Die missmutigen Mienen einiger mitwartenden Männer sprachen Bände des Ärgers.

Auf der Südinsel kann man Fahrräder mieten!

Oder besser: Fahrradschrott zu sagenhaften Preisen, um genau zu sein. Unterschieden wird nach einem Fahrrad mit Gangschaltung, das kostet mal eben 200 schwedische Kronen am Tag, oder ohne Gangschaltung, das kostet „nur“ 150 SEK.
Ohne Gangschaltung heißt aber nicht, das das Fahrrad keine hat, sondern das diese einfach nur nicht funktioniert. Nicht wirklich prickelnd, wenn man so im dritten Gang vor sich hin treten soll. Das bemerkt der Skipper aber erst später und tüftelt immer wieder daran, permanent den zweiten Gang eingelegt zu haben. Immerhin ohne Werkzeug, mit Erfolg, dafür aber mit schmutzigen Fingern.
Die Jungs, die beim Fahrradverleih arbeiten und in aller Seelenruhe bei den vielen Ausleihern die Sattelhöhe richtig einstellen haben wenigstens gute Laune und versprühen diese auch entsprechend. So bedenken wir sie bei Abgabe der Drahtesel auch untypisch mit einem kleinen Trinkgeld – und ernten überschwänglichen Dank dafür.

Ferienhaus auf NORD KOSTER (nähe Leuchttürme)

Eigentlich brausen wir ohne festes Ziel mit den Fahrrädern über SÜD-KOSTER, doch es ergibt sich, das wir alle möglichen Liegeplätze für Yachten abklappern. Muss irgendwas mit unserer Art des Reisens zu tun haben?
An viele Orte würden wir mit dem Boot nicht gehen wollen, doch BREVIK im Südwesten ist ein mögliches Ziel, wäre der Hafen nur nicht so brechend voll. Außer Natur ist da nix.

Hafen von BREVIK (SÜD KOSTER), Blick auf die Fischerhütten

Manchmal kann man mit den Fahrrädern auch die Wanderwege befahren, aber oft bleiben einem nur die größeren, ungeteerten Wege. Privaten Autoverkehr gibt es auf KOSTER zwar nicht, aber die vielen elektrischen Golfcars und die knatternden Dreirad-Mofas sorgen auch so für genug Verkehr, auf den man achten muss.

Dieser rustikale Wegweiser gehört zu…
…diesem geleckt schwarzen Ungetüm mit Namen KOSTERGARDEN

Auch auf der Südinsel gibt es sehr viele einzeln stehende Ferienhäuser, aber auch größere Ferienanlagen deren Einbettung in die Landschaft mehr oder weniger geglückt ist. Das riesige schwarze Holzhaus von KOSTERGARDEN wirkt durchaus bedrohlich, die gelb gestrichene Ferienanlage von BERGDALEN hingegen gehört hier einfach hin. Bewährte Regel: Wem es nicht gefällt, muss ja nicht da hin gehen.

Charmantes BERGDALEN
KOSTERS TRÄDGÄRDAR – Gärtnerei mit Cafe, oder auch umgekehrt

Bereits am Steg in KOSTERLÄNKEN wird die Mannschaft von einer ortskundigen Norwegerin darauf hingewiesen, das es auf der Südinsel eine wunderschöne Gärtnerei (KOSTER TRÄDGRÅDAR) gebe, die auch ein tolles Café habe. Schon klar, was das erste Ziel auf KOSTER SÜD sein würde. Die vielen abgestellten Fahrräder lassen schon erahnen, das auch andere diesen Tipp bekamen. Frühstück war wie immer noch nicht, jetzt ist Mittagszeit und die Mannschaft möchte sich im Garten sitzend stärken. Der Skipper auch und besorgt in weiser Voraussicht schon mal ein schattiges Plätzchen und wartet dort geduldig, während die Mannschaft ihre Bestellpflicht am Tresen sorgsam erfüllt. Doch die Mannschaft erscheint nur mit einem Kaffee und einem Bier. Nichts essbaren. Das werde noch in der Küche angerichtet und bald serviert, verspricht die Mannschaft.

KOSTERS TRÄDGÄRDAR – Gärtnerei mit Cafe, oder auch umgekehrt – Am Eingang

Bald, diese absolut undefinierte und somit auch überflüssige Zeiteinheit gefällt dem Skipper bekanntlich gar nicht. Bedeutet „Bald“ doch oft, das man „Geduld“ aufbringen muss.

KOSTERS TRÄDGÄRDAR – Gärtnerei mit Cafe, oder auch umgekehrt – Im Garten


Und schwups, nach gefühlt 60 Minuten oder so, kommt tatsächlich was essbares auf den Tisch. Kein totes Tier, wie in einer Gärtnerei auch nicht zu erwarten. Doch ein leckerer Salat mit geröstetem Kohl und ein Kartoffelauflauf in einer braunen Soße schmecken so gut, das dem Skipper das angeordnete Teilen recht schwer fällt. Der Verzicht auf ein eigentlich fälliges zweites Bier fällt da schon leichter. Es wird nicht mehr lange dauern und in Schweden herrschen die gleichen Verhältnisse wie in Norwegen oder wie damals in St. Tropez.

KOSTERS TRÄDGÄRDAR – Gärtnerei mit Cafe, oder auch umgekehrt – Im Garten

In der kleinen Gärtnerei, die eigentlich ein großes Restaurant mit ein wenig Garten umzu ist, wird es zunehmend voller und entsprechend lauter.

Zeit zu gehen.

Auf dem Rückweg kommen wir wieder an der prächtigen Kirche von SÜD-KOSTER vorbei. Im Vorgarten probt gerade ein Sänger in Begleitung eines Klavierspielers für einen Auftritt am Abend. Andächtig lauschen wir in der goldgelb strahlenden Spätnachmittagssonne einem vollständig sehr schön vorgetragenem schwedischen Liebeslied. Natürlich haben wir kein Wort verstanden, sind aber beide ganz sicher, das es nur ein Liebeslied sein konnte.

Musikprobe an der Kirche von SÜD KOSTER

Wir wenigen Zaungäste applaudieren freudig, der Sänger freut sich auch und lädt alle ein, am Abend zum eigentlichen Konzert zu kommen. Wirklich gute Stimmung.
Doch wie zu häufig in letzter Zeit, wir sind zu träge und als Ausrede auch nicht vorbereitet. Vom Ausflug erschöpft, hungrig und durstig, auf der falschen Insel (wer weiß schon, wie lange die Fähre fährt? Was ist mit den Fahrrädern?) und sicherlich auch für den Abend unpassend angezogen. Sicher, das könnte man alles ändern und in den Griff bekommen, doch wie schon erwähnt, die Trägheit gewinnt mal wieder.

Leider um ein paar Tage verpasst – es gibt in jedem Jahr Ende Juli ein kleines Musikfestival auf KOSTER.

Blick von den Leuchttürmen von NORD KOSTER auf die Südinsel

An einem anderen Tag drehen wir Morgens zu Fuß eine weitere Runde über NORD-KOSTER. Diesmal wollen wir die Leuchttürme und den Campingplatz erkunden. Auf dem Rückweg wollen wir irgendwo ein morgendliches Bad im Meere nehmen.

Badestelle auf NORD KOSTER bei Westwind
Campingplatz auf NORD KOSTER

Der Campingplatz liegt herrlich in einem Fichtenwald direkt am Wasser. Nur Zelte. Weit verstreut. Bei dem tollen Wetter der vergangenen Tage sicher ein großes Abenteuer für die vielen jungen Familien mit ihren kleinen Kindern, die hierher mit Sack und Pack per Fähre aus STRÖMSTAD kommen. Es gibt kleine Rollwagen, damit das Schleppen nicht gar zu beschwerlich wird. Wir sehen zwei Spülstationen unter freiem Himmel und eine Anordnung von Plumpsklos. Sehr rustikal, das ganze. Die „Brotbutiken“ hat kurz vor Mittag geschlossen, doch immerhin scheint sie Morgens geöffnet zu haben. Wir fragen uns ernsthaft, wie man neben der Campingausrüstung auch noch Proviant für vier oder fünf Personen für drei oder vier Tage hierher schaffen soll?

Campingplatz auf NORD KOSTER

Der Aufstieg zu den beiden kleinen Leuchttürmen auf NORD-KOSTER ist kurz, steil und entsprechend anstrengend. Doch einmal oben angekommen erhält man einen grandiosen Blick über beide KOSTER Inseln und man möchte gar nicht wieder absteigen. Selbst die Badebucht nahe unserem Liegeplatz kann man von hier oben gut erkennen.

Badebucht auf NORD KOSTER

An diesem Tag weht ein guter Westwind und das Wasser in der gewählten Badebucht ist entsprechend aufgewühlt. Und kalt. Aber, und das gilt es zu betonen, beide Reisende stürzen sich mutig in die Fluten. Sollten wir immer so machen: Stramm spazieren gehen (um nicht Wandern zu sagen) und dann im kalten Meer baden. OK, das würde voraussetzen, das wir immer ein Meer mit kaltem Wasser in der Nähe haben. Könnte man ja mal daran arbeiten.

Leuchtturm von NORD KOSTER (einer von zwei)
Fahrwasser zwischen NORD- und SÜD KOSTER

Nach ein paar Tagen auf KOSTER übersehen wir beinahe, das wir gar nicht in NORWEGEN sind! Fast jedes hier liegende Boot trägt stolz eine riesige norwegische Flagge, auch das unseres Nachbarn im Päckchen. Ruhige, sympathische Leute, die hier einfach nur Urlaub machen. Überhaupt erleben wir kein Partyboot. Es ist voll, aber erstaunlich ruhig dabei. Wie schön!

Auf der Fähre STRÖMSTAD – KOSTER (Anleger NORD KOSTER)
Auf der Fähre STRÖMSTAD – KOSTER (Anleger NORD KOSTER)

Am Dienstag waren wir mit der Fähre in STRÖMSTAD. Auf Erkundungstour. Wir wollen den STORMVOGEL ein paar Tage hier oben alleine lassen, weil wir (glücklicherweise) einen Impftermin in Elmshorn bekommen haben. Die Mannschaft bekommt schon die zweite Dosis, der Skipper die erste. Irgendwie war der wohl mal wieder nicht systemrelevant. Jedenfalls in dem Land nicht, in dem er nicht zu knapp Steuern bezahlt hat. Von wegen, „in meiner Badewanne bin ich der Kapitän“!

Auf der Fähre STRÖMSTAD – KOSTER (Anleger STRÖMSTAD)

Die STRÖMSTAD MARINA liegt abseits des sehr geschäftigen Stadthafens und gefällt uns sehr gut. Hier buchen wir einen Liegeplatz für eine gute Woche und sehen uns den natürlich auch an. Sieht alles gut und sicher aus. Es gibt sogar einen Werftbetrieb, der über einen großen Kran verfügt. Doch aus dem Wasser wollen wir mit dem STORMVOGEL natürlich jetzt nicht.

Auf der Fähre STRÖMSTAD – KOSTER (Anleger NORD KOSTER) – Tagestouristen am späten Nachmittag, die nach Hause wollen

Im Fahrwasser zu beiden Seiten des KOSTER SUND darf die große Passagierfähre nur 10 Knoten laufen, doch im KOSTER SUND selbst, auf 200 Meter Wassertiefe, da darf sie Vollgas laufen. Gute 20 Knoten fühlen sich nicht schlecht an! Mit anderen als dem eigenen Boot ginge das sogar unter Segeln. Das lassen wir mal lieber den STORMVOGEL nicht hören!

Die letzten beiden KOSTER Tage verbringen wir auf dem großen Ankerplatz von KOSTERHAMMEN .

Das Ankerfeld von KOSTERHAMMEN

Der ist etwas merkwürdig. In der Seekarte ist ganz klar ein Zeichen für „Ankern verboten“ eingezeichnet. In der Bucht stehen nördlich drei gelbe Spieren im Wasser die eindeutig ein Sperrgebiet markieren. Und vor dem langen von Nord nach Süd verlaufenden Strand liegen kleine Bojen mit einem Schild darauf, das besagt, das Ankern, Schwimmen und durchfahren verboten sei.

Mondaufgang in KOSTERHAMMEN

Dennoch liegen hier an die 50 Yachten! Und natürlich auch wir mit unserem STORMVOGEL. Während des Ankermanövers müssen wir ein wenig aufpassen, nicht doch in diesem Gewühl in einem Sperrgebiet zu landen. Wir ankern fast schon so eng zu den anderen Booten wie in einer Bucht von MALLORCA. Aber das sehr ruhige Wetter macht es uns ja auch einfach.

Verbotsschilder in KOSTERHAMMEN

Ein Boot versucht sein Glück recht nahe dem Fähranleger von KILESAND, zu gerne hätten wir gesehen ob die Fähre umzu fährt oder Signal gibt. Doch der Anker hielt wohl nicht und das Boot ist längst verschwunden, als die nächste Fähre kommt.
Mit dem Dingi brausen wir zum Steg der Ferienanlage von BERGDALEN und pilgern von dort aus über einen kleinen Dschungelpfad zum ICA Supermarkt im Herzen der Südinsel. Vermutlich ist dieser Pfad im Moment der kürzeste Versorgungsweg für Yachten auf KOSTER.

ICA Supermarkt auf SÜD KOSTER
BERGDALEN auf SÜD KOSTER

So auf Anker liegend kann man natürlich jederzeit auf kürzestem Wege Baden gehen und sich abkühlen. Von dieser Möglichkeit wird auch reichlich Gebrauch gemacht, allerdings laufen wir vorher einmal kurz über Deck und suchen die Umgebung nach Feuerquallen im Wasser ab. Im Moment sind sie noch ganz selten, vielleicht sieht man hier eine am Tag. Aber die würde ja reichen!
Zeit sich mit der Notfallbehandlung nach einer Feuerquallen-Attacke zu befassen. Die betroffene Haut auf keinen Fall trocken reiben, Süßwasser ist erstaunlicher Weise auch nicht gut. Aber, und das ist kein Scherz: Beim Googeln liest man immer wieder von Rasierschaum als bewährtes Heilmittel.

Wie jetzt?

Was war denn noch mal rasieren?

Rasieren mit Rasierschaum?

Glatte Haut. Ach, ist das lange her.

Peter.

STORMVOGEL auf KOSTER
Blumenfahrrad auf KOSTER
Briefkästen auf KOSTER
Ferienhaus und Dreirad-Mofa auf KOSTER
Ferienhaus auf KOSTER

T58-T63, nach KOSTER in vier Etappen

Planmäßig nehmen wir in FREDIKSHAVN die Segelfreunde auf, denen wir es im positivsten aller Bedeutungen zu verdanken haben, das wir damals die ALGAVE abgesegelt sind.

Doch kaum nimmt man erfahrende Segler an Bord, ist der Wind weg!

Was soll denn das bitte?

Normaler Weise würde man ja nun den JONAS in der Mannschaft suchen, der dafür verantwortlich ist. Und ihn kurzerhand einfach über Bord werfen, um wieder an Wind zu kommen.

Jedoch ist zu bedenken:
Die Zeiten sind wahrlich andere als früher und Freunde wirft man ja wohl schon gar nicht über Bord. Heute wie damals nicht.

Traditionssegler vor LYR
Traditionssegler vor LYR

Und so ergab es sich tatsächlich, das wir in den Etappen FREDIKSHAVN (Hafen) – LYR (53sm, Anker) – VALÖN/FURÖN (41sm, Anker) – GREBBESTSAD (28sm, Hafen) – RESÖ (18sm, Anker) – KOSTER (12sm, Hafen) insgesamt vielleicht für 2 Stunden ein Segel oben hatten. Ansonsten die eiserne Unterwassergenua. Wer weiß schon, wozu das gut war? Unter Maschine kann man auf jeden Fall mehr und in Ruhe die wunderbar bizarre Schärenlandschaft von Nord-West SCHWEDEN in sich aufsaugen.

Schärennavigation

Die lange Passage von FREDIKSHAVN nach LYR (Ankerposition 58°04,2’N 11°32,1’E, 7 Meter) war völlig ohne besondere Vorkommnisse. Normalerweise wäre sie mangels Wind auch noch langweilig gewesen, doch mit der frischen Mannschaft waren die Stunden auf See eher kurzweilig. Ab und zu mal ein Dampfer, der nach seinem Wegerecht verlangt. Oder der Versuch, bei sehr wenig Wind mit dem blauen Monster zu segeln. Mehr Show als Nutzen.
Den Ankerplatz von LYR hatten wir ja schon im letzten Jahr für uns entdeckt und auch diesmal hielt es uns direkt zwei Nächte in der kleinen Bucht. Etwas busy in der Hochsaison, aber nun sind ja wirklich überall Ferien. Ein historischer Segler legt sich auch in die Bucht und wir schwanken bei dessen Beobachtung zwischen „Beeindruckt“ und „Besorgt“ ob des straffen Regiments, das die Mannschaft mit der an Bord befindlichen Jugendgruppe führt. Am Morgen und am Abend Appell auf Deck – mit Händen hinter den Rücken. An Land wird gerudert. Und auch dort ist eine straffe Ordnung, eine starke Anleitung zu sehen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum diese Jungendgruppe in absoluter Nähe wahrlich nicht als Belästigung wahrgenommen wird.

Fischer bei der Arbeit

Wir verlassen den Ankerplatz von LYR und sind etwas in Sorge, einen so guten Platz noch mal in Nord zu finden.

Finden wir aber.

Einfach durch Blick auf die Karte. Beuteschema wie üblich: Große Bucht mit kleiner Einfahrt, nach möglichst vielen Windrichtungen geschützt und zum Ufer hin langsam abflachende Wassertiefen. Das bietet de Ankerplatz vor VALÖN/FURÖN (Ankerposition 58°29,4’N 11°18,0’E, 7 Meter). Für bestimmt 30 oder 40 Boote in großzügigem Abstand. Wie auch schon in LYR gibt es ein paar blaue Mooringbojen der schwedischen Segelvereinigung, freier Anker ist überhaupt kein Problem. Das obligatorische Bad im Meere aber kein Landausflug.

Offenbar ein guter Rasenmäher vorhanden

Irgend jemand an Bord isst zu viel. Vom trinken ganz zu schweigen. In der Folge setzt die Kombüse Einkaufen auf die Tagesordnung. Zunächst hoffen wir, auf dem Weg nach Norden im HAMBURG SUND einen kurzen Shopping-Anleger zu fahren. Doch wir sind schon um kurz nach Neun dort und es ist absolut kein Liegeplatz zu ergattern – auch für ein paar Stunden nicht. Und auch nicht am extra vorhandenen ICA (Supermarktkette in Schweden) Anleger. Alles voll.
Also beschließen wir nach GREBBESTAD zu laufen. Dort kommen wir am frühen Nachmittag an und der Skipper bekommt schon beim Einlaufen kalte Füße. Gefühlt eine Millionen Boote auf dem Wasser, laute Musik dröhnt vom Ufer aufs Wasser und so fällt es dem Skipper sehr schwer, in dem Trubel den Überblick zu behalten. Kein Liegeplatz in Sicht. Auch nicht im Päckchen, auch nicht „mit ohne“ Landzugang. Einfach gar nichts.

Grebbestad
Grebbestad
Grebbestad

Beim ratlosen herum kurven fällt eine Lücke zwischen kleinen, im Päckchen liegenden Segelbooten (2*2) und einem einsamen kleinen Motorboot auf. Je weiter man weg ist, um so größer wirkt die Lücke! Ein Probeanleger zeigt jedoch auf, das gut zwei Meter fehlen. Ein Skipper eines der kleinen Segelboote bewegt alleine das kleine Motorboot einen Meter Richtung Ufer, gibt aber dann auf. Also setzten wir einen Mann auf der nahe gelegenen Fischereipier ab und zu zweit gelingt es, mehr Platz zu schaffen. Immerhin so viel, das vorn und achtern 50 Zentimeter Platz sind und wir den STORMVOGEL sauber an die Pier bekommen. Das kleine Motorboot liegt nun zwar sehr weit vorne am Ufer, ist aber mit einer zusätzlichen Leine des STORMVGELS gut gesichert. Der Skipper vom kleinen Segelboot meint, er habe da seit Tagen niemanden gesehen. Auf uns wirkt das kleine Motorboot leicht marode.

Grebbestad

Es dauert keine zwei Stunden, da haben wir zwei weitere Boote im Päckchen an Steuerbord und die Besatzung des kleinen Motorboots erscheint dann auch noch. Zunächst nicht erfreut, doch wir entschuldigen uns wortreich und bieten Hilfe beim Ablegen an – denn das könnte durchaus schwierig werden, so dicht, wie das kleine Motorboot nun am Ufer liegt. Doch das Hilfsangebot wird abgelehnt und der Ableger geht (natürlich) schief, zu großer Wendewinkel und zu wenig Wasser in unmittelbarer Ufernähe. Doch mit viel Gas kommt er frei und ist erst mal weg.

Nord-Koster

Wir liegen technisch zwar gut, doch an der Pier gibt es weder Wasser noch Strom. Strom brauchen wir auch nicht, so viel Maschine, wie wir gelaufen sind. Aber Wasser wäre schon gut. An der gegenüberliegenden Dauerliegerpier für kleine Motorboote gibt es Wasser. Also bauen wir einen Schlauchadapter, verlängern den vorhandenen Schlauch mit einem Bordschlauch und bringen beides mit dem Dingi über die Boxengasse auf unsere Pier. Herrlich, wenn man Mannschaft hat!

Der zuvor helfende Skipper des kleinen Segelboots bekommt das mit und fragt, ob er auch den quer durch die Boxengasse laufenden Schlauch haben könnne?

Urwald auf Nord-Koster

Hallo? Selbstverständlich!

Wir bauen die gewagte Konstruktion gerade zurück, als die Besatzung des ganz außen in unserem Päckchen liegenden Motorboots aus NORWEGEN zurück kommt und etwas enttäuscht fest stellt, zu spät gekommen zu sein.

Müll ist wie immer ein Problem. Wenn man unterwegs ist produziert man Müll. Erschreckend viel Müll. Wenn man zu viert ist, noch mehr Müll. Eine yachtgerechte Entsorgungsstation finden wir nicht. Also stopfen wir unsere Beutel notgedrungen in die Mülleimer, die an der Hafenpromenade herum stehen.

Beschweren können wir uns nicht. Alle Versorgungsaufgaben inklusive Einkaufen sind gelöst worden, es kommt niemand, um Liegegeld zu kassieren. Merkwürdiger Hafen.

Tagsüber läuft ein Oldtimer-Rave mit mörder lauter Musik durch die Straßen, abends beschallt uns bis 0300 die sehr nahe gelegene Disko. OK, thats life.

Nord-Koster

Alles im allem ein Platz zum Versorgen aber dann so schnell wie möglich wieder weg!

Auch, wenn diesmal im SKAGERAK draußen ordentlich Wind pustet. Eigentlich wollen wir in einem Rutsch nach KOSTER, doch das Fahrwasser führt uns einmal „nach draußen“ (also da, wo die Schären das offene Meer nicht mehr abschirmen) und wir beschließen einmütig, einen Ankerplatz zu suchen.

Anker vor Resö

Den finden wir auch vor RESÖ (Ankerposition 58°47,9’N 11°11,6’E, 6 Meter). Wir drehen zwar noch eine sehr vorsichtige Ehrenrunde im Flachwasser nach einem besseren Platz, finden ihn aber nicht und so legen wir uns da hin, wo schon zwei andere Boote liegen. Später kommt dann noch das kleine schwedische Boot aus GREBBESTAD mit dem hilfreichen Skipper, was für ein Zufall.

Nord-Koster

Ein wunderbarer Abend, gefolgt von einem wunderbaren Morgen.

Was will man mehr? Was kann man mehr erwarten?

Die letzte Etappe nach KOSTER ist mit 12 Seemeilen sehr kurz. Die Welle ist weg und als wir den immerhin 200 Meter tiefen KOSTER SUND überqueren haben wir einen spiegelglatten Ententeich unter unserem Boot.

Die kleine Pier im Fahrwasser zwischen Nord- und Süd-KOSTER ist rappelvoll. Eigentlich hoffnungslos. Wir fahren einmal auf und ab, da signalisiert ein Norweger, das sich das Päckchen demnächst auflösen wird. Also warten wir und gehen schließlich als zweiter ins neue 3er Päckchen. Was für ein Glück, vielleicht auch ein wenig Planungserfolg, weil wir vor 1200 hier auflaufen?

Deutlich mehr NORWEGER als SCHWEDEN hier. Dann DÄNEN und ganz vereinzelt auch mal DEUTSCHE. Aber egal welcher Nation die Menschen hier zugehörig sind, es sind viele, sehr viele!

Diese Menschenmassen mögen auch an der im Halb-Stundentakt verkehrenden Fähre von STRÖMSTAD liegen.

Doch das ist eine andere Geschichte.

Nord-Koster

Unsere Mannschaft mustert leider schon wieder per Fähre ab. Termine zu Hause. Und Geburtstag, den man (natürlich!) im Kreise der Familie verbringen möchte. Also früher, da hätte man diese beiden Menschen einfach Schangheit und gut wär´s gewesen.

Ja, ja. Früher, das hatten wir ja schon.

Peter.

T56, weiter

Die Tage als Hotelschiff auf ANHOLT sind vorbei. Drei Tage nach Abreise der Gäste steht der Wind günstig für einen 60 Seemeilen Schlag nach FREDRIKSHAVN. Da wollen wir neue Besucher aufpicken – aber diesmal segelnde Besucher. Mal was neues, für uns jedenfalls.

Letzter Abend auf ANHOLT

Am Vorabend den Dampfer endlich mal wieder seeklar gemacht und in weiser Voraussicht die Leinen und Blöcke für unser Parasail der Marke Wingaker ausgebracht. Weil der Wind am frühen Nachmittag einschlafen soll, Frühstart um 0600.

Da ist es endlich mal wieder, das große blaue Monster

Raus aus dem Hafen, unter Maschine das große blaue Monstersegel gesetzt und erst 8 Stunden später kurz vor dem Anleger in FREDIRKSHAVN wieder geborgen. Die letzte Stunde war allerdings nicht von wenig, sondern von zu viel Wind geprägt und die Mannschaft hat mehr als einmal darum gebeten, das Segel zu bergen. Doch was soll ein Skipper machen, wenn das Boot ganz hervorragend mit 8 Knoten vor sich her läuft und der Hafen in der Nähe ist?

Eben, nur noch kurz weiter segeln,

Peter-

P.S.:
Von hier aus irgendwie, irgendwo nach Schweden in die Westschären. Und wenn es geht, nach Norden. Schauen wir mal, woher der Wind weht.

P.S.2:
Das blaue Monster fahren wir ja nicht sehr oft. Aber jedes mal denke ich darüber nach, das der STORMVOGEL eigentlich einen Gennakerbaum haben müsste, damit das Vorliek des Wingakers auch wirklich frei von allem (Bugkorb, Yankee) schwingen kann. Ach ja, diese möglichen Projekte…

Vorliek des Wingakers
Vorliek des Wingakers

Yachthafen Anholt

Der Yachthafen von ANHOLT liegt im gleichen Hafenbecken wie die Pier für die Berufsschiffahrt, bestehend aus Fähre, Fischern und Arbeitsschuten. Er ist nahezu perfekt gegen den Schwell des Kattegats durch einen großen Vorhafen und einem verschwenkten Fahrwasser abgesichert. Allerdings kann Starkwind oder Sturm aus NORD, WEST oder SÜD doch dafür sorgen, das man lieber ein paar Stunden an Land verbringt, denn der gesamte Hafen wurde zu Füßen des Nordbjergs ganz im Westen der Insel ins Meer hinein gebaut und ist entsprechend windanfällig.

Ordentlich Wind im Hafen von ANHOLT
Ordentlich Wind im Hafen von ANHOLT

Dadurch, das die Yachten und die Berufsschiffe sich das gleiche Hafenbecken teilen, gibt es zwei Uhrzeiten am Tag, an denen der durch Yachten verursachte Bootsverkehr unerwünscht ist. Nicht direkt verboten, sondern typisch dänisch ausdrücklich, per Aushang im Hafenhaus nachzulesen, unerwünscht. Immer dann, wenn die Fähre ANHOLT – GRENAA – ANHOLT an- oder ablegt, braucht sie die ganze freie Wasserfläche vor ihrer Pier für das Manöver. Morgens legt sie in ANHOLT pünktlich um 0800 ab und muss einmal drehen um dann durch das verschwenkte Fahrwasser die Hafenausfahrt zu erreichen. Am Nachmittag, irgendwann zwischen 1530 und 1600 kommt sie dann wieder und legt an ihrem Liegeplatz in ANHOLT ohne Wende an. Dadurch, das man aus allen Blickrichtungen, von See und im Hafen, erkennen kann, das die Fähre gerade einläuft, kann man sich gut frei halten und wenige Minuten warten.

Freifläche im Hafen von ANHOLT. Die in Husum gebaute Motoryacht SANSOUCI STAR für eine Nacht zu Besuch

Auf keinen Fall sollte man versuchen, kurz vor der Fähre einzulaufen, denn man wird nicht sofort einen Platz im Yachthafen finden und dann wird es schnell unnötig eng.
Die genauen Zeiten sind sehr gut auf der Internetseite der Fährgesellschaft nachzulesen. Samstags in der Hochsaison und Sonntags gibt es abweichende Zeiten.

Hafeneinfahrt, verschwenktes Fahrwasser, Freifläche und Fähre im Hafen von ANHOLT. Rechts hinter der Fähre die Notpier

Außerhalb der Hochsaison (Dänische Schulferien) könnte man den Eindruck bekommen, es gebe keinen Hafenmeister auf ANHOLT. Doch man kann versichert sein, es ist immer einer da und sieht nach dem Rechten. Bezahlt wird, wie in Dänemark üblich, bei einem eisernen Hafenmeister, dem bekannten BEAS Automaten im Hafenhaus.
Doch zur Hochsaison gibt es ein richtiges Hafenmeisterteam, das sich im gut motorisierten RIB um die einlaufenden Yachten kümmert. Also Liegeplatzzuweisung und sogar (auf Wunsch) Hilfe beim Festmachen an der Mooringboje.
Eigentlich ist es nicht notwendig, im voraus Kontakt mit dem Hafenmeister aufzunehmen. Ist bei Ankunft einer mit dem Schlauchboot auf dem Wasser, richtet man sich (selbstverständlich) nach seinen Anweisungen. Ist keiner da, kümmert man sich gefälligst selbst. Wie sonst auch immer. Will man dennoch auf Nummer Sicher gehen, kann man gerne anrufen. Alles was wichtig ist, auch die Kontaktdaten, ist auf der Internetseite der Hafens von ANHOLT nachzulesen.

Einlaufend an Steuerbord die Pier für größere Yachten. Gut zu erkennen die Mooringbojen

Hat man einlaufend das innere Hafenbecken erreicht, befindet sich die Pier der Berufsschifffahrt gleich an Backbord. Sehr viele Hinweisschilder weisen darauf hin, das man dort auf keinen Fall festmachen darf. In der hintersten Ecke, vor dem Kaufmannsladen SPAR KONGE erkennt man an der Pier eine gelb gestrichelte Markierung, dort befindet sich die ebenfalls frei zu haltende Tankstelle.

Ganz hinten die Tankstelle im Hafen von ANHOLT, links daneben die wirklich großen Yachten, dann die Fischer

Ganz an Steuerbord befindet sich eine hohe feste Pier, an der die größeren Yachten fest machen sollen. Die vielen Hinweisschilder weisen jeden Skipper auf eine Mindestbootsgröße von >= 13 bis 15 Meter hin. Wenn kleinere Boote hier fest machen, müssen sie die gleiche Hafengebühr wie die großen bezahlen. Außerhalb der Hochsaison kümmert sich aber nie jemand darum.

Hafenmeister im RIB im Hafen von ANHOLT

Aber in der Hochsaison hält der Hafenmeister aktiv die Liegeplätze für große Yachten frei. So passiert es regelmäßig, das kleine Boote erst mal fest machen und froh´ sind, einen Liegeplatz zu haben und dann kommt der Hafenmeister mit seinem RIB und schickt einen wieder weg.
An einigen der äußeren Plätze hängt ein „Reserviert“ Schild.

Reserviert-Schilder abgehangen, 14-Meter Schild aufgehangen im Hafen von ANHOLT

Doch in Wirklichkeit gibt es keine Reservierung, sondern die Hafenmeister wollen damit nur erreichen, das wenigstens ein paar Plätze für große Boote frei bleiben. Sozusagen als zusätzliche Abschreckung. Ganz große Yachten von 20 oder mehr Metern machen sowieso auf Anordnung des Hafenmeisters in der Nähe der Tankstelle fest. Es gibt zwar einen Plan, eine neue Pier für wirklich große Yachten im Vorhafen zu errichten, doch ob & wann die kommt kann der Hafenmeister nicht sagen.

Doch keine Angst:
Der Hafenmeister schickt einen nicht einfach so weg, sondern bringt einen Falschlieger zu einem geeigneteren Liegeplatz an einem der drei Schwimmstege im zentralen Hafenbecken. Dort sind freie Plätze für Ankommer mitunter gar nicht so leicht zu entdecken. Aber wenn die anderen Boote ein wenig geschoben werden, passt schon noch ein weiteres dazwischen.
Ist kein Helfer auf dem Schwimmsteg, muss man sich auf einen kleinen Sprung vom Bug oder Heck einstellen, denn naturgemäß sind die Schwimmstege sehr flach. Wenn dann wirklich nichts mehr frei ist, wird in zweiter Reihe fest gemacht. Sieht wild aus und ist es wohl auch, man möchte so liegend sicher keinen Starkwind erleben.

Die Zeiten, in denen man per Heckanker in ANHOLT fest machte, sind lange vorbei. Nun gibt es fest verankerte Mooringbojen, die ca. 1 Meter aus dem Wasser ragen. An deren Kopf befindet sich ein Rundauge, in dem idealerweise ein solider Bojenhaken mit einer guten langen Festmacherleine daran eingeklinkt wird. Doch scheinbar nur etwa die Hälfte der Yachten führt diesen nützlichen Helfer mit sich. Alle anderen müssen mehr oder weniger mühsam eine Leine während des Anlegemanövers in das Auge einfädeln. Je nach Windstärke und Windrichtung kann das schon mal schwieriger werden. Ist die Leine dann auch noch zu kurz, misslingt der Anleger, weil das Boot die Pier nicht erreicht.

Es ist nicht so, das jedem Boot eine eigene Mooringboje „zusteht“. Oft muss eine Mooringboje zu zweit oder dritt geteilt werden. Daher ist mit größter Vorsicht in einer Boxengasse zu manövrieren: Häufig sind die Bojen, an denen Boote fest gemacht sind, unter Wasser und als Festmacherleinen werden der Länge wegen oft dünne, fast unsichtbare Schooten verwendet. Dadurch wirkt die Boxengasse viel breiter, als sie in Wirklichkeit ist. Diese Mooringbojen sind schwer zu erkennen und leicht zu überfahren. Also wie immer: So lange wie möglich immer hübsch in der gefühlten Mitte bleiben und dann zügig rechtwinklig in den Liegplatz eindrehen.

Große Motoryachten im Hafen von ANHOLT im Päckchen

Wird es wirklich eng im Yachthafen, wird angefangen am hintersten (innersten) kleinen Schwimmsteg Päckchen zu bauen. Dorthin werden Boote bis ungefähr 12 Meter gelotst, denn die Boxengasse ist wirklich sehr eng.
Liegt man dort ist es klug, sich direkt am nächsten Tag zu vorholen, wenn die ersten Boote wieder auslaufen und einen besseren Platz frei machen. Die großen Motoryachten liegen auch in dieser Ecke. Auch im Päckchen, wenn es sein muss.

Notpier im Aussenhafen von ANHOLT, einlaufend an Backbord – noch leer
Notpier im Aussenhafen von ANHOLT, einlaufend an Backbord – jetzt im 3er Päckchen

Einlaufend an Backbord gibt es im verschwenkten Fahrwasser eine hohe Holzpier an der man längsseits beidseitig fest machen kann. Völlig ab vom Schuss, aber immerhin Landzugang mit Strom und Wasser an der Pier. Bei viel Südwind sehr unruhig weil der Schwell dort ungehindert aufläuft. Also eher ein Notplatz für maximal vier Boote, wenn kein Päckchen gebildet wird. Direkt an der Backbord-Außenmole gibt es auch noch einen Liegeplatz für Großsegler und ähnliche schwer zu manövrierenden Fahrzeuge, ungeeignet für normale Yachten.
Im Vorhafen kann man außerhalb des Fahrwassers (einlaufend an Steuerbord) auf gut haltendem Sandgrund ankern. Platz für zwei, drei oder sogar vier Boote, wenn sich nicht gerade einer genau in die Mitte gelegt hat. Doch Obacht: Auch hier sind die Hafengebühren zu bezahlen.

Ankerlieger im Aussenhafen von ANHOLT

Im Prinzip kann man rund um die ganze Insel ankern, außer natürlich im großen Naturschutzgebiet im Osten beim Leuchtturm von ANHOLT. Sehr beliebt ist der Ankerplatz gleich neben dem Hafen vor dem Weststrand, aber natürlich nur, wenn es die Wind- und Schwellbedingungen erlauben. Denn eine geschützte Bucht oder auch nur Einbuchtung gibt in der ganzen Küstenlinie der Insel nicht. Vor Anker liegt man auf ANHOLT immer zur offenen See.

Einsamer Ankerlieger vor dem Weststrand in der Nähe des Hafens von ANHOLT

Interessant zu sehen ist, das die dänischen Boote eindeutig die Schwimmstege im inneren Hafenbecken bevorzugen. Da findet man kaum deutsche Boote. Die liegen lieber weiter außen. Könnte schlicht an lokalen Revierkenntnissen liegen, oder daran, das die Dänen gerne in der Nähe des öffentlichen Grillplatzes sind.

Grillplatz im Hafen von ANHOLT (Blick vom Hafenhaus)

Schwierig sind eigentlich nur Starkwindverhältnisse aus NORDWEST und SÜDOST. Dann macht man quer zur Windrichtung fest und wird entsprechend schnell vertrieben. Klappt es dann mit der Bojenleine auf Anhieb nicht, ist es keine Schande, mit einer Spring erst mal am Nachbarboot fest zu machen, die Stegleine zu klarieren und dann in Ruhe die Bojenleine klar zu bekommen. Wenn man Glück hat, ist gerade ein helfendes Dingi oder SUP Board in der Nähe. Wenn nicht und die Boje ist unter Wasser, muss wohl einer baden gehen.
Was gar nicht geht ist einen Festmacher ohne ausgebrachte Fender zu fahren. Passiert offenbar nur Charterbooten. Gerade wenn viel Seitenwind herrscht lässt sich ein Bootskontakt zu einem eng liegenden Nachbarboot nicht vermeiden. Ordentlich abgefendert für niemanden ein Problem.

Ist der Hafen leer und kein Nachbar da, kann man ja beliebig oft einen Anlauf nehmen um das Bojenmanöver erfolgreich hin zu bekommen. Allerdings machen viele Boote dann lieber längsseits fest. Vermutlich weil es einfacher erscheint. Allerdings ändert sich die Liegeplatzsituation täglich und so ist es im Juni passiert, das eine kleine Flotte von HALBERG RASSYs durch längsseits liegen alle Plätze für große Boote dicht gemacht hat.

Kleine HALBERG RASSY Flotte längsseits im Hafen von ANHOLT

Das ist für große Neuankommer doof, weil sie auf kleinen Plätzen die Bojenleine dann als Mittschiffsspring legen müssen und die Boje an der Bordwand haben. Kann man versuchen abzufendern, aber schön ist es nicht. In dieser Zeit war der Hafenmeister nahezu unsichtbar, dann hat er wohl doch mal was gesagt…

…und die Boote haben bei Windstille in aller Ruhe den vorgesehenen Liegeplatz eingenommen und gut ist.

Peter.

Zweite Reihe Festmacher im Hafen von ANHOLT
Zweite Reihe Festmacher im Hafen von ANHOLT
Zweite Reihe Festmacher im Hafen von ANHOLT
Nach außen (links) verlängerte Päckchen am Schwimmponton
Zu kleines Boot auf zu großem Platz mit zu kurzen Leinen
Mooringbojen unter Wasser im Hafen von ANHOLT
Hafenmeister weist Neuankommer im Hafen von ANHOLT ein
Leerer Hafen von ANHOLT
Radarturm über dem Hafen von ANHOLT

Tag 49, Anholt

Jeden Tag wird nach dem ersten Morgenkaffee ein Fußmarsch angetreten. Wirklich jeden Morgen. Je nach Gemütslage die schnelle Runde in trauter Zweisamkeit in einer Stunde rund um den Nordbjerg auf der Inselhauptstrasse oder eine ausgeprägte Wanderung über gewundene und kaum sichtbare Trampelpfade mit der ganzen Horde.

Oder Extremtouren.

Eine weitere bisher, um hier genau zu sein und um nicht zu übertreiben.

Leuchttrum von ANHOLT

Nochmal durch die Wüste zum Leuchtturm von ANHOLT. Diesmal „mit ohne“ Fahrräder. Wollten wir unbedingt unseren Besuchern zeigen. Strategisch geplant. 4 Liter Wasser auf zwei halbwüchsige Lastenesel verteilt, die in einem früheren Sommer eigentlich mal als Lebendfutter für nie gesehene Monster herhalten sollten. Merkwürdig. Je älter diese Lastenesel werden, um so störrischer werden sie. Ab wann setzt eigentlich Altersstarrsinn ein?

Düne beim Leuchttrum von ANHOLT

Den Proviant tragen abwechselnd die beiden Frauen. Des Skippers Rücken muss frei bleiben, schließlich hat er mit der mehreren Kilo schweren Kamera und dem lange vorhaltendem Inhalt längst vergangener kleiner zylindrischer Metallcontainer genug zu tun. Lang anhaltend ist nicht gleichbedeutend mit ewig, wohlgemerkt. Strammer Marsch am Morgen durch die Wüste bei nur einer kurzen Pause lautet die in die Tat umgesetzte Strategie. Meilen machen. Wie immer.
Ausgiebiges Picknick in einer netten Düne am Leuchtturm. Ja, ja, in den staubigen Schuhen stecken tatsächlich noch lebende Füße, wenn man sie denn auspackt und das Licht der Sonne erblicken lässt.

Düne beim Leuchttrum von ANHOLT

Der Rückweg vom weit entfernten Leuchtturm von ANHOLT führt uns diesmal am Nordstrand entlang. Nicht einfacher und auch nicht kürzer als durch die Wüste. Aber „schöner“ – so jedenfalls der weibliche Teil der Reisegruppe. Die Lastenesel sehen da keinen Unterschied. Ist halt viel Sand, schwierig zu marschieren und einfach nur unendlich weit. Wir sehen einen toten. Am Strand. Einen toten Seehund. Gammelt da einfach so vor sich hin. Die Möwen scheinen kein Interesse an dem traurigen Gesellen zu haben. Na ja, bei dem Körpergeruch? Ein einsamer Kite-Surfer braust vorbei und freut sich sichtbar, im flachen Wasser die Balance zu halten. Mit dem Picknick mal eben eine 7 Stunden Exkursion für absolut untrainierte. Not that bad für einen Tag, will ich meinen.

Der Nordstrand von ANHOLT

Doch zurück zum normalen Tagesablauf auf der Insel.

Gegen Mittag wird dann endlich Frühstück auf den Tisch des Cockpits gestellt. Wenn man in diesen Tagen als Skipper nicht aufpasst, bekommt man schlicht nichts ab. Ist ja auch nicht wirklich clever, Lastenesel, die sich gelegentlich in gefräßige Löwen verwandeln, am gleichen Tisch wie Eignerin und Skipper abzufüttern.

Ja, früher!
Da gab es wenigstens noch eine Offiziersmesse und eine davon getrennte Mannschaftsmesse. Doch heute? Alles vermischt, vermengt, verhätschelt.

Toter Seehund am Strand von ANHOLT

Des Nachmittags ist in der Regel braten in der Sonne angesagt. Mit Abkühlung im sehr naheliegenden Meere, bei Bedarf. Obwohl der Hafen mittlerweile rappel voll ist, verteilen sich die vielen Menschen am großen Südstrand schnell. Das ist schön, weil sich niemand bedrängt fühlen kann.

Dingifahrschule im Hafen von ANHOLT

Hat die Oma richtig Lust, spielt sie mit den Enkeln „Eine Oma fährt im Hafen von Anholt Dingi, Dingi, Dingi. Eine Oma fährt im Hafen von Anholt…“. Und macht einen auf Fahrschule, obwohl offenbar selbst aus der Übung. Den Anlegern nach zu urteilen. Immerhin kann der Skipper die selbstbewusste Truppe davon abhalten, den großen Vorhafen von ANHOLT in Richtung offenes Meer zu verlassen. Wäre ja noch schöner. Rettungsaktion übermütiger.

Vierbeiniges Sicherheitsschuhmonster bewacht den Eingang zur Wüste von ANHOLT

Charterboote kommen hier kaum noch an. Eher Familiencrews aus Dänemark, Deutschland, Schweden und auch mal Norwegen. Alle Größen, alle Typen. Viele Boote führen ein großes Sortiment an Freizeitgeräten an Deck mit sich. Fahrräder, sogar eBikes, Surfbretter, Stand-Up Paddeling Boards und natürlich das obligatorische Dingi. Sportliche fahren dazu noch ein paar Segelsäcke auf dem Vorschiff. Die mit der Nationalen am Backstag.

Am Leuchtturm ANHOLT

Samstags fährt die Fähre jetzt zwei mal von GRENAA um die ganzen Urlauber vom Festland abzuholen. Neben uns Touristen im Yachthafen gibt es welche auf dem Campingplatz und natürlich viele in den weit über die Insel verteilten Ferienhäusern.

Am Leuchtturm ANHOLT

Das EM 2020 Fußballspiel Dänemark – Tschechien erleben wir in praller Abendsonne im Biergarten des Hostels CASABLANCA im Hafen. Umgeben von Dänen, die tatsächlich erkennbar stolz ihre Nationalhymne mitsingen. Beeindruckend. Gänsehautmoment. Einige tragen Rot-Weiße Kronen, andere Trikots ihrer Nationalmannschaft. Wir haben ein paar kleine Dänemarkflaggen zum wedeln dabei und gehen dem äußeren Anschein nach sicher als Eingeborene durch. Neben uns sitzt eine bereits angeschäkerte Dänin, der es davor graust, die Insel wieder zu verlassen. Denn ihr Freund, völlig auf das in der Abendsonne schwer zu erkennende Fernsehbild fixiert, hat sie überredet, in einem offenen Motorboot mit Außenborder nach ANHOLT zu kommen und das Wochenende im Zelt zu verbringen. Welch romantische Vorstellung, wenn man das Meer nicht kennt. Trotz ruhiger Wetterlage hat es wohl in dem kleinen Boot ganz gut gerappelt. Na ja, einen Tag zum Vergessen hat sie ja noch, dabei mag der Alkohol helfen.
Hat er früher auf See ja auch schon. Wenn der Alte vorher wusste, das es bei KAP HORN keine Kaffeefahrt geben wird gab es schon mal einen Schluck Rum.

Traditionssegler im Vorhafen von ANHOLT
Traditionssegler vom Vorhafen von ANHOLT
Abendstimmung im Hafen von ANHOLT

Aber die Idee, einfach mal so auf die Insel zu kommen ist ja nicht schlecht. Das CASBLANCA zum Beispiel hat offenbar ganzjährig geöffnet. Wenn man mal überlegt, das in der Nebensaison die Fährfahrt nur 20 Euro hin und zurück kostet, ist es doch durchaus mal eine Idee, auch ohne eigenes Boot für ein paar Tage hierher zu kommen. Baden im Meer fiele dann wohl temperaturbedingt eher aus, aber die vielen Pfade und Wege kann man auch im Frühjahr, Herbst oder gar Winter ablaufen.

Dicht gepackt im Hafen von ANHOLT

Was bei den ganzen Spaziergängen und Wanderungen auffällt:
Alles, was jemals auf die Insel gebracht wurde, scheint auch hier zu bleiben. Auf immer und ewig.
OK, der Hausmüll nicht, der wird verdichtet und in blauen Spezialcontainern mit der Fähre auf das Festland gebracht. Vermutlich jetzt in der Hochsaison täglich, denn alleine der Müllplatz am Yachthafen quillt jeden Morgen über.
Aber alte Container, verfallene Baracken, Bauschutt, gammlige Wohnwagen, Schrott aller Art, die bleiben für immer hier. Es sieht nicht vermüllt aus. Im Gegenteil. Die Insel samt Stränden ist so was von sauber, das ist schon fast unglaublich. Doch wenn man auf den großen Schrott achtet, fällt er auf. Wahrscheinlich kostet die Fährpassage für Schrott/Müll genau so viel wie für hochwertige Neuware. Geht ja wohl nur nach Gewicht und Platzbedarf. Neulich war eine Arbeitsschute hier, die zwei alte 40 Fuß Container gebracht hat, die zu Wohneinheiten umgebaut werden. Es gibt zwar erstaunlich viel großes Arbeitsgerät auf der Insel, aber natürlich keinen großen Kran, der solche Ungetüme bewegen kann. Die Schute hatte einen fest angebauten. Auf dem Dach der Container wurde eine Art Hinterachse während der Seereise gestaut. Die provisorische Hinterachse ist eigentlich nur ein Stahlträger mir zwei Reifen an den Stirnseiten. Die Hinterachse wurde zuerst auf die Pier gesetzt, dann darauf eine der Stirnseiten des Containers montiert. Auf der gegenüberliegenden Containerstirnseite greift die Forke eines Gabelstablers und dieser zieht dann das Ungetüm im Schneckentempo durch die kleine Gasse im Hafen in das Containerdorf von ANHOLT.

Dicht gepackt im Hafen von ANHOLT

Im Hinterhof des Hafens gibt es tatsächlich ein kleines Container- und Barackendorf, in dem die vielen Saisonarbeitskräfte hausen. Die meisten Bars und Essensplätze machen jetzt gegen 12:00 Uhr auf und schließen um 23:00 Uhr. Da braucht man sicher schon ein paar Menschen mehr, um den Betrieb über den Tag am Laufen zu halten.
Als es noch etwas ruhiger war hatten wir am Strand Judith und Sam kennen gelernt. Die beiden kommen aus den Niederlanden und jobben hier jetzt ein paar Wochen. Mit dem Inselflieger eingeflogen. Sam arbeitet in der Küche, Judith im Service. Vermutlich Studenten, die es mit ihrer Live-Work-Balance ernst nehmen.

In der Wüste von ANHOLT

So vergehen die Tage auf ANHOLT.

Ganz offiziell mit Nichtstun.

Gar nichts.

Auf einem Boot?

Wer glaubt denn so was?

OK, ertappt.

Habe neulich zum 10 mal oder so den Vergaser vom Außenborder auseinander gebaut. Für den Moment zwar wieder in Gang gesetzt, aber einen neuen bestellt. Das Teil ist einfach innerlich verwest. Keine Ahnung, ob dieser Gammel durch das Benzin selbst entsteht, oder ob das doch Spätfolgen der Wassertaufen von BORA-BORA sind. Eigentlich unwahrscheinlich, denn der Gammel ist ja im Vergaser und da war nach meiner Meinung kein Seewasser.
Am Ende ist das aber wohl eher so eine Nummer von Totgestanden. Wenn der Außenborder regelmäßig in Betrieb wäre, gäbe es solche Probleme eher nicht. Jedenfalls hat er uns vier Jahre zuverlässig durch die Gegend geschoben und kommt seit dem leider nur auf einen Bruchteil seiner ursprünglichen Betriebszeit.

Maschinen aller Art wollen geliebt werden!

Alte Weisheit eines geliebten Motorbootskippers.

Peter.

…neues von Familie, Segeln und Fotos