Archiv der Kategorie: Projekt: Beauty Farm

In dieser Kategorie berichten wir vom Refit unserer KOOPMANS 48 Segelyacht STORMVOGEL im Winter 2016/2017.

Tag 13, Haesnes

13 ist nur dann eine Unglückszahl, wenn sie auf einen Freitag fällt. Dann verlässt traditionell kein verantwortungsbewusster Skipper den Hafen. Fällt die 13 hingegen auf einen anderen Wochentag, obliegt es der freien Entscheidung des Skippers, die Leinen zu lösen.

Wetter?

Ach, kein Problem! In diesem Jahr ist es auf der Ostsee wieder einfach da es wieder nur drei Wetterzustände gibt:

1) Sturm
2) (sehr viel) Starkwind
3) Flaute

Also fahren wir immer bei (2). Der Vorteil: Eine schnelle Reise, ganz so wie es James Onedin von seinem ersten Maat Mr. Bains an Bord der Charlotte Rhodes immer gefordert hat. Eine schnelle Reise! Ja, ja, ich weiß: Das war Fiktion. Aber geliebt habe ich diese Fernsehserie immer! Die Onedin Linie vergangener Tage.
Nun, die beiden sind Anfangs England – Portugal Linie gefahren, wir sind als Tramp in der Ostsee unterwegs. Schon ein Unterschied.

Nun also von Lohals (Nordwest Langeland) nach Haesnes (Nordost Falster). Gut 60 Seemeilen, irgendwas zwischen 20 und 25 Knoten Wind angesagt. Wenn man mit dem STORMVOGEL erst mal aus dem Hafen raus ist und die Segel (in einem solchen Fall im 2. Reff) ordentlich gesetzt sind, ist alles gut.

Obwohl viel Schiffsverkehr im Tiefwasserfahrweg des Großen Belts kommen wir ohne Kursänderung über den Verkehrsweg. Wohl auch, weil die Mannschaft ihre Liebe zum Plotter und deren AIS Informationen wieder entdeckt hat. Stolz verkündet sie kleinste Abstände und Zeitpunkt der nächsten Annäherung. Sehr gut!

Danach durch die südlichen Untiefen von Omö. Und während wir da so rumkurven fällt mir ein, warum wir nicht auf Kurslinie sind: Hier herrscht ganz gut Strom herrscht und so können wir nicht wie geplant durch die Flachs brettern. Kurs prüfen, Vorhalten, Aufpassen.

Ein Seemann schaut zwar nie zurück, doch tut er es doch, sieht er womöglich eine viel kleinere Yacht die ihn unter Vollzeug verfolgt. Und, was für ein Ärger: Eine, die näher kommt!

Nun, Vollzeug ist bekloppt. Ganz klar. Böen über 30 Knoten. Was soll denn das?

Da kurven wir doch lieber aufrecht segelnd mit dem 2. Reff im Groß und ausgebaumten Yankee. So geht diese Verfolgungsjagd ein paar Stunden. Für einen zweiten ist es ja immer einfacher: Braucht sich nur am ersten zu orientieren! Obwohl, er fährt auch anders. Eher vor dem Wind kreuzend – hatte unsere Navigationssoftware auch vorgeschlagen. Was für ein Aufwand! Baum raus und gut!

Schließlich passiert, was nicht zu vermeiden war. Der kleine Flitzer “Rosa-Lux” überholt, es gelingen ein paar coole Bilder und zum eigenen erstaunen sitzt in dem Rennboot keine ehrgeizige Altherrenmannschaft, sondern ein junger Kerl mit zwei kleinen Kindern. Na ja. Vielleicht hat ihm auch jemand eine schnelle Reise befohlen?

Wir erreichen das Fahrwasser von Stubbeköbing mit den beiden großen Brücken davor. 26 Meter Durchfahrtshöhe. Kein Problem. Ein Problem hingegen ist aber, das das östliche Fahrwasser der ersten Brücke im Storström gesperrt ist. Mit hübschen kleinen gelben Tonnen, die man bei der Welle dann erkennt, wenn man quasi davor steht.

Ja, ähm, wie kommen wir denn von hier aus in das Ausweichfahrwasser?

Elegant, äußerst elegant durch Auslassen der ersten Tonne ohne Änderung der Segelstellung.

Endlich, die Welle ist weg, der Wind immer mal wieder auch, weil die Wälder den Wind einfach stehlen und ihn in ein großes Rauschen übersetzten. Doch der Strom ist mit uns und so gleiten wir mit 7 Knoten im Fahrwasser. Der Himmel wird immer bedrohlicher. Die Bedrohung äußert sich in Form der Himmelsfarbe SCHWARZ. Tiefschwarz. Was soll das?

Eine heftige kurze Böe lässt uns das Groß einpacken, als wir später die traumhaft schöne Enge von Härbölle Pynt passieren, die die Inseln Mön und Falster trennt, ist es mit dem Segeln ganz vorbei. Im Engen Fahrwasser unter Maschine nach Süden, zunächst wie auf einem windstillen Binnensee, am südlichen Ende so heftig, was wir zwei, drei Brecher über Deck rollen sehen. Aber da führt kein Weg dran vorbei. Außer umkehren. Nachdem die Brecher in den Untiefen der Ansteuerung überstanden sind und wir auf direktem Kurs die letzten zwei Meilen Haesnes ansteuern können ist die Welt fast wieder in Ordnung. Wenn es Nachmittags um vier nicht schon dunkel werden würde, wenn es nicht nieseln würde, wenn es nicht kalt wäre.

Haesnes. Zwei Boote. Jetzt drei. Bei Westwind eine Oase der Ruhe. Fast stilles Wasser. Wie schön. Der Anleger gelingt im zweiten Anlauf, weil ich mich beim Zählen der Pfähle offenbar verzählt habe…nicht schlimm. Schon gar nicht nach so einer schnellen Reise.

Im Regenzeug einen kurzen Ortsrundgang. Den kleinen Kaufmann gibt es nicht mehr. Schade. Aber wovon soll der auch leben?

Und wie die Erinnerung doch einen täuschen kann: Mal eben nachgeprüft. Bereits bei unserem letzten Besuch von Haesnes 2008 (!) gab es den Kaufmann nicht mehr. Wie kann man so was vergessen? Ja, OK es liegt eine größere andere Reise zwischen diesen Besuchen und da kann man schon mal durcheinander kommen.

Die ehemaligen Fischerhäuser sind schön anzusehen, die zurecht gemachte Luxusvilla, vielleicht ist es auch ein mietbares Ferienhaus, auch. Zurück an Bord, die letzten Reste des in Lohals vorgekochten Hühnerfrikassee´s verspeist und mit der Zufriedenheit eines vollen Magens und dem einen oder anderen Anlegerbier eine schwere Entscheidung gefällt:

Morgen direkt weiter nach Stralsund. Denn Donnerstag gibt es keinen Wind mehr, also (3). Also ganz doof für 55 Seemeilen.

Doch wie motiviert man sich, wenn man trotz innerer Zufriedenheit unbedingt mindestens einen Landtag in Haesnes verbringen wollte?

Ganz einfach: Wir kommen wieder!

Bei besserem Wetter, mit leckerm Grillzeug, Wein und Bier!

In diesem Jahr noch!

Das ist ein Plan.

Peter.

Beauty Farm 10 und aus und wech!

Ahoi,

nur ein doofes Handy-Foto zur Hand, aber…

…wir sind fertig!!!

Juhu!

Neue Leekleider, Sprayhood und Lazybag gerade (und endlich!) montiert und Morgen (Mittwoch, 24. Mai 2017, 13:00 Uhr) geht es endlich los zur lang ersehnten Probefahrt in die Ostsee.

Also etwas genauer:

Dänische SÜDSEE

Hallo?

!!!!!!!! SÜDSEE !!!!!!!!

!!! SSSSÜÜÜÜÜÜÜDDDDD !!!!!! SSSSSSSEEEEEEEEEEEEEEEE !!!

Nun weiter packen, die gute Kamera freut sich auch schon und wir werden zusammen bestimmt noch ein paar Star-Fotos vom (ACHTUNG!)

SCHÖNSTEN BOOT IN DER OSTSEE 2017

machen.

Ach, wie aufregend – und wie erfreulich!

Heiter weiter!

Peter.

P.S.: Unser GPS Tracker ist natürlich (ab Morgen) auch wieder in Betrieb. Hier unsere aktuelle (4h alte) Position.

Beauty Farm 9, Bewerbung!

“Bewerbung” ist vielleicht nicht ganz richtig, aber immerhin politisch korrekt.

Wir (insbesondere ich!) “bewerben” uns / unser Boot um den nicht vorhandenen, inoffiziellen und herrlich subjektiven Titel:

“Schönstes Boot 2017 auf der Elbe und der Ostsee”

(Die Wahrheit:  Wir beanspruchen den Titel einfach!)

Hier das “Bewerbungsbild”:

OK, es fehlt der Mast, fällt aber bei dem vielen Glanz und Strahlen kaum auf, gell? Wie geplant, erhofft und angestrebt haben wir gestern, bei Weltklasse Wetter (wie es sich für eine Beauty Queen gehört!) den STORMVOGEL wieder ins Wasser gesetzt. Was für ein aufregender Moment, wenn das Boot die dunkle Halle verlässt und die Sonne den erstmals wieder vollständig hergestellten Luxus-Dampfer anstrahlt.

Wir sind sehr zufrieden mit der Arbeit der Werft und dem Ergebnis. Sieht auch bei (viel) Licht betrachtet super aus! Und wirklich “alle” Teilprojekte (bis auf den Generator-Tagestank) erledigt. Bei 6 Monaten Werftzeit nur zwei Wochen Verzug, nicht schlecht, oder?

Man macht sich ja keine Gedanken über den Druck, der auf dem Skipper lastet, als er den nun wieder sehr stolzen STORMVOGEL aus der Slipbox heraus steuert. Klar, der erste Kratzer im neuen Lack wird sowieso vom Skipper verursacht!

Die Frage ist nur wann!

Aber nicht jetzt!

Das Stellen des ebenfalls neu lackieren Mastes ist die nächste große Herausforderung am gleichen Tage. Gefühlt eine Millionen Leinen, Drahtseile und Kabel wollen so klariert werden, das sie alle in richtiger Position ohne Tüddel zu liegen / stehen kommen.

Nun denn, wir sind im Wasser!

“Nur noch” Segel anschlagen, ein paar Teile montieren, neues Segelkleid und Sprayhood bekommen, sauber machen, einräumen und stauen, Motorwartung und mit Chance gehts Ende nächster Woche los – zur zweiwöchigen Testfahrt in die westliche Ostessee – wäre doch schön, wenn das Wetter auch noch mitspielen würde?!

Ein glücklicher Peter.

P.S.:
Es muss noch erwähnt werden, das der TURBO LADER der Hauptmaschine wieder gemeckert hat – und diesmal kann es nicht an mangelnder Liebe wie in 2015 vermutet (Link incl. ausführlicher Beschreibung) gelegen haben. Wir haben ihn 2016 ordnungsgemäß mit viel Frostschutzmittel eingewintert und doch ist der Rost in der Abgasturbine so rasant “gewachsen”, das das Schaufelrad wieder blockierte. Das finde ich nicht gut und ich werde das mit dem Hersteller NANNI ernsthaft diskutieren müssen – schließlich ist das Teil gerade mal 2 Jahre alt und kostet schlappe 2.500,- €. Zum Glück bin ich ja TURBO LADER Experte und konnte den Mechaniker der Werft entsprechend briefen. Problem erkannt, Gefahr gebannt.

 

beauty farm 8

Wenn man sich so die ersten Bilder dieses Beitrages ansieht, könnte man meinen, wir hätten einen Flohmarkt für hochwertige Yachtbeschläge eröffnet.

Haben wir aber natürlich nicht!

Vielmehr hatten wir ja im letzten Jahr alle Beschläge des STORMVOGELS demontiert und in diesem Jahr nach und nach mit nach Hause genommen, gereinigt und alles was aus Edelstahl ist, wie die Irren poliert.

OK, man sitzt ganz angenehm im Garten, die Sonne scheint und man poliert so vor sich hin…aber bei der Menge an Beschlägen hört der Spaß dann doch schnell auf und das Gefühl von Arbeit macht sich breit!

Wir haben auch alle 8 (in Worten ACHT!) LEWMAR Winschen überholt. Auch eine echte Fleißarbeit aber ich konnte meine Mitarbeiter (ehemals Manschaft) mit dem Hinweis auf den Wert der Winschen gut motivieren: Für alle 8 zusammen bekommt man (Neuwert) auch schon ein schickes Auto!

Die Arbeiten der Werft waren vor ca. 3 Wochen soweit fortgeschritten, das wir mit der Montage unserer Beschläge beginnen konnten und so langsam aber sicher macht der STORMVOGEL durchaus den Eindruck, wieder ein Segelboot zu werden.

Also, wieder ein richtig schönes Segelboot zu werden!

Also, vielleicht, jedenfalls in dieser Saison, das schönste Segelboot auf der Ostsee?

Tja, und man glaub es kaum: Für die kommende Woche ist nun der Krantermin angesetzt – da wollen wir tatsächlich wieder ins Wasser, mit unserem Dampfer. Werden sicher noch ein paar arbeitsreiche Tage, insbesondere aufräumen, sauber machen und Material-stauen wird noch etwas Zeit kosten, aber wir sind ganz klar auf der Zielgeraden.

Ein altes Problem haben wir nun auch gelöst: Die Ankerkette fiel bisher nicht besonders gut in den Kettenkasten und die Mannschaft musste die Kette in der Regel mit der Hand weg stauen.
Die Werft hatte zufällig noch einen 25 Meter Edelstahl-Kettenrest liegen und wir haben uns den für einen großen “Ankerketten-Falltest” geliehen.

Den ganzen Testakt im Video ist für die Nachwelt hier dokumentiert.

Daraus haben wir den Schluss gezogen, für die kommenden Saisons auf eine 50 Meter Edelstahlkette (DIN 766 / Edelstahl 1.4404) umzurüsten. Die Länge reicht für unser Heimatrevier locker. Allerdings wieder viel Geld für einen mittleren Komfortgewinn!

Die Segel habe ich gestern aus Kiel abgeholt – erstaunlich wenig Reparaturaufwand nach vier Jahren. Im wesentlichen wurden nur die Nähte nach genäht – davon aber dann fast alle! Ist es nicht schräg, das man zwar robustes Segeltuch (bei uns: HYDRANET) herstellen kann, aber das Nähgarn immer wieder von der Sonne verbrannt wird?

Also denn: Alles auf “GO” und wir gehen sowieso erst ins Wasser, wenn es 10 Grad wärmer wird und die Sonne scheint!

Mithin Ende der kommenden Woche!

Peter.

Beauty Farm, 7 also kurz vor 10

Im Moment sieht es so aus, als ob wir unter 10 Beauty-Farm Berichten bleiben können…

…mit anderen Worten: WIR SIND AUF DER ZIELGRADEN!

OK, es ist noch eine Menge zu tun, aber das ist eben nur eine “Menge” und nichts kompliziertes mehr. Woran man das merkt?

Relingsdeckel: Pure Kunst!

Während die Werft die letzten Teak-Arbeiten abschließt haben wir angefangen, die ganzen (noch demontierten) Beschläge zu polieren.


POLIEREN!

Normaler Weise ein klares Zeichen von Langeweile an Bord.


Was für ein Fummelkram: Die kleinsten Umlenkrollen, die fettesten Klampen, die längsten Seezäune und die niedlichsten Spannschrauben. Aber besser so: Ganz relaxt im Garten bei Sonnenschein sitzend vor sich her polieren als so: Die Teile im eingebauten Zustand an den unmöglichsten Stellen wieder zu neuem Glanz erwecken!
Wären da nur nicht noch zwei volle Materialkisten! Die Steuerbordkiste haben wir jetzt nach gut 10 Arbeitsstunden durchpoliert, die Backbordkiste und die Winschen warten noch auf ihre Spezialbehandlung.

Andere Boote gehen bei dem tollen Wetter schon ins Wasser, da wird man glatt neidisch!


Also schön mit polieren ablenken, gell?

Was gibt es noch?
Unser Mast ist noch nicht lackiert. Soll direkt nach Ostern an die Reihe kommen. Dann müssen da noch alle Beschläge wieder ran. Unsere Segel sind fertig und liegen in Kiel zum Abholen bereit…wollten wir erst machen, wenn es mal wieder richtig regnet. Bloß keine kostbare Sonne mit langer Autofahrt vergeuden!
Die neue Sprayhood und die Persenninge lassen noch auf sich warten…komisch, das die Damen und Herren Segelmacher so was immer auf den letzten Drücker machen?

Die neuen Decksluken sind montiert und ich werde nun versuchen, die alten bei eBay zu verhökern. Erscheinen mit zu gut, um sie in den Müll zu schmeißen. Ich bin schwer gespannt, was die noch so bringen…

Nun denn: Das Ende ist nah´, die Sonne scheint und es wird wärmer!

Peter.

Beauty Farm, Nummer 6!

Gestern war Weihnachten. Also so in etwa. Fast. Quasi.

Denn auspacken durften wir noch nicht.

Blick auf den Rumpf unter die Abdeckung. Antifouling erst Ende April.

Der STORMVOGEL steht jetzt wieder in der Montagehalle, frisch lackiert. In Hochglanz. Und damit bei den nun folgenden Montagearbeiten der schöne Lack nicht zerkratzt, wurde alles geschickt verhüllt. Natürlich haben wir dennoch einen Blick unter die Schutzhülle geworfen – man will ja schließlich wissen, wie es aussieht!

Ach wie schön!!!

Frisch lackiert, neue Fugen beim Übergang vom Aluminium auf das Teak.

Das Rumpf-Blau haben wir einen Tick dunkler als Ursprünglich gewählt, das Weiß genau so wie es war. Selbst jetzt in der Halle bei diffusem Licht wirkt das alles schon sehr gut! Die Abnahme der Lackierung steht zwar noch aus – dafür brauchen wir natürlich noch richtiges Licht und keine Verhüllung wie jetzt, aber soweit wir das nun  beurteilen können: Astreine Arbeit!

Der Bootsbauer, der nun die Holzarbeiten an Deck ausführen wird, meinte nur: “Klar, sieht noch etwas wüst aus, aber alle Holzteile sind schon vor-gefertigt und fertig zum Einbau. Das geht jetzt schnell!”

Das Teak im Cockpit kommt natürlich wieder – GARANTIERT!

Ich denke ja nur, das hoffentlich bald die Fenster wieder drin sind. Dann sieht das Boot doch gleich wieder sehr manierlich aus. Ich war auch kurz unter Deck und war sehr begeistert von dem Stand der Holzarbeiten dort. Man denkt, die Verkleidungen und Kanten seien alle neu – dabei sind sie “nur” überholt. Auch hier: Echt gute Arbeit.

Decksluken-Einfassung – wie neu!

 

Kombüsen-Schubladen: Wie neu!

Die Sonne scheint ja nun schon wieder öfters, also machen wir Pläne!

Endlich: Lackierte Relingfüße!

 

Wir hoffen, ab Anfang April den STORMVOGEL wieder zurück zu bekommen und unsere Montage-Arbeiten (also alles das wieder anbauen, was wir im September 2016 selbst abgebaut haben) mit Ruhe und Bedacht in der Halle erledigen können. Dann Anfang Mai ins Wasser, auftakeln, Probefahrt, ausrüsten und einrichten.

Ja, und wenn das alles geklappt hat, dann freuen wir uns jetzt schon auf Mitte Mai: Zwei Wochen Dänische Südsee als ausgedehnten Vor-Saison Probeschlag.

Wird auch Zeit.

Runter vom Sofa, raus aufs Wasser!

Peter.

Beauty Farm, Nummer Fünf!

Manchmal kommt ja schon die Sonne in Elmshorn heraus (echt, kein Seemansgarn!) und es wird schon gegen 7 Uhr am Morgen hell.

Das sind die untrüglichen Zeichen einer beginnenden Segelsaison!

Ganz zweifellos.

Wie gut das unser umfangreiches Refit Projekt an unserem schönen STORMVOGEL vom Typ KOOPMANS 48 voll im Zeitplan ist! Natürlich sieht das Boot noch schwer nach Baustelle aus, aber das ist beim lackieren ja auch normal: Sämtliche Vorarbeiten dauern ewig und werden mit Auftrag der Lackschicht auf einmal unsichtbar. Mit einem Schlag sieht das Boot wie neu aus – jedenfalls vom Lack her.

Wie gut, das alle Arbeiten von Seiten der Werft permanent im Bild dokumentiert werden und ich meine eigenen Fotos mache, wenn ich das Boot mal wieder besuche.  Der STORMVOGEL ist immer noch in der Lackierhalle. Nach dem Vorschleifen wurden die Korrosionsflächen gestrahlt, grundiert und gespachtelt. Der Auftrag der Epoxyspachtelmasse ist wohl die wahre Kunst des Lackierers, denn die Flächen müssen vollkommen glatt werden und nahtlos an vorhandene Oberflächen anschließen. Immer wieder Zwischenschleifen und auf-spachteln. Das dauert seine Zeit, wenn es gut werden soll – und das soll es!

Bei meinem letzten Besuch war das Boot kurz vor “fertig zum lackieren”. Entsprechend bin ich gespannt, wann ich zum “gerade fertig lackiert” kommen darf!  

Im folgenden ein paar Highlights:

a) Anker
Den Anker habe ich vom Feuerverzinker wieder bekommen. Sieht wie neu aus und hat gerade mal 60 € gekostet. Astrein!

b) Borddurchlass für Heizungs-Auspuff
Wie bereits beschrieben gab es hier eine unliebsame Überraschung – mittlerweile wurde das Loch ausgeschnitten und mit einem neuen Aluminium-Stück zu geschweißt und gespachtelt. Später dann wird wieder an gleicher Stelle ein Loch für den Auspuff der Heizung gebohrt und so das Problem fachmännisch gelöst.

c) Neue Decksluken
Unsere neuen Decksluken von GOIOT sind gekommen. Klar, “ganz neu” sieht immer gut aus. Was ich aber wirklich gut finde ist, das die wirklich 1:1 genau so gebaut sind, wie die alten. Schön massiv und solide. Es gibt tatsächlich Produkte und Hersteller, die nicht dem Zeitgeist hinterher hecheln.

d) Kleinteile
Die Werft hat alle Kleinteile aus Alu extern zum Sandstrahlen gebracht und pulverbeschichten lassen. Somit sind die Teile optimal vorbereitet, um sie mit der richtigen Farbe lackieren zu können.

Soweit diese Akualisierung.

Peter.

Beauty Farm, schon die Vierte!

Erstmals in diesem Jahr waren wir wieder auf der Werft und haben unseren STORMVOGEL besucht.


Unsere Aluminium Yacht steht mittlerweile in der gut beheizten Lackierhalle und wird für die Lackierung vorbereitet. Alle von Korrosion betroffenen Oberflächen wurden mittels Sandstrahlen auf ihre ursprüngliche Beschaffenheit zurück geführt. Im Detail gab es hierbei noch kleine Überraschungen und wir müssen noch etwas mehr Teak weg nehmen, als wir ursprünglich gedacht haben.

Insbesondere das Aluminiumfundament der Doradenlüfter muss großflächiger behandelt werden, als zunächst gedacht.

Schön war diese Überraschung nicht, bedeutet dies doch erwähnenswerten Mehraufwand. Aber natürlich ist es besser, diese Stellen jetzt auch ordentlich mit zu machen als dort zu pfuschen.  


Nach dem Sandstrahlen wurden die Flächen fünf mal mit einer jeweils hauchdünnen Schicht Grundierung überzogen. Erst darauf wird dann gespachtelt und später dann lackiert.


Mit den auf den Bildern sichtbaren roten Klebestreifen haben wir das Boot in Abschnitte unterteilt um so zu dokumentieren, in welchen Bereichen gearbeitet wurde und wo nicht. Das ist für die spätere Garantiephase wichtig.


Ansonsten geht das Projekt seinen Gang. Sehr viel Hand- und Detailarbeit. Das dauert.

Peter.

Beauty Farm, die Dritte

Kurz vor Weihnachten nochmal unser Boot besucht.

Was für eine Freude, diesen tollen Arbeitsfortschritt zu sehen, aber es gab auch eine unangenehme Überraschung. Dazu später mehr.

Die Flächen, auf denen das Teak OK ist, werden nur angeschliffen

Aufgrund von internen Arbeitsabläufen in der Werft wurde entschieden, bereits jetzt die zu ersetzenden Teak-Leibhölzer komplett samt Sperrholz-Unterbau herzustellen und einzupuzzeln. Das ist wirklich eine Puzzel! Wenn das erledigt ist, geht es an die Vorbereitung der Aluminiumhülle.

Ich denke, die Bilder sind fast selbst erklärend – man erkennt sehr gut den Ansatz und das Vorgehen.

Hier erkennt man sehr gut die neuen Leibhölzer um den Aufbau herum

Eine fast Böse Überraschung war die Demontage des Auspuff-Rohrs für die Heizung. Das Edelstahl-Teil war völlig un-isoliert in den Aluminium-Rumpf montiert und die durch die unterschiedlichen Metalle entstandene galvanische Korrosion hat die Aluminium-Hülle angefressen. Also quasi die Bohrung größer gemacht. Gehalten wurde das nur noch durch den Epoxy Spachtel und auch nur dadurch war es dicht – denn das Auspuffrohr liegt nur knapp über der Wasserlinie!

Das ist das tolle an Aluminium: An der Kante angefressen, aber Milimeter weiter wieder gesundes Material

Der alte Auspuffstuzten – aus Edelstahl

Wir ärgern uns kurz darüber. Nicht, das das passiert ist. Nein, wir ärgern uns weil die Werft in NEUSEELAND bereits den Job hatte, das zu verbessern. Offenbar haben die aber den Abgasstutzen nicht ausgebaut, sondern einfach nur rund herum die Korrosion beseitigt, munter auf- und angespachtelt und lackiert. Sah´ eine Zeitlang wirklich gut und OK aus – aber, wie sich nun heraus stellt, eben mangelhaft ausgeführt.

Was für eine Augenweide! Alle Stoßkanten/Kanten geschliffen und lackiert

OK, das ist Schnee von gestern (von 2014) und eigentlich keine Aufregung wert. Erst Recht wenn wir jetzt die Gewissheit haben, das die Werft in Deutschland einen astreinen und sehr professionellen Job macht. Das Problem ist heilbar. Wir warten noch auf die Aufwandsschätzung für (a) Neues Stück einschweißen und dann neue Bohrung herstellen oder (b) Bohrung vergrößern und einen größeren Abgas-stutzen einbauen.
Und letztlich: Besser jetzt entdeckt und behoben als später auf See ein Leck eben über der Wasserlinie.

Wer mit Teak arbeitet, muss wohl aucch gut puzzeln können

So gehen wir also alle beruhigt in die Weihnachtspause – und mit dem guten Gefühl, den STORMVOGEL wieder ordentlich in Form zu bringen.

Hier noch ein paar Bilder mehr – weiter gehts im Januar 2017.

Peter.

Beauty Fram, zum Zweiten

Freitag waren wir beim STORMVOGEL in GLÜCKSTADT!

Die Budget- und Gewährleistungsverhandlungen hatten sich aus Termingründen ein wenig in die Länge gezogen. Nun aber ist der formale Teil unter Dach und Fach und die Bootsbauer legen richtig los! Wird auch wirklich Zeit – bei der Menge an Arbeit wird es jetzt schon knapp mit dem hoffentlich bald kommenden Frühjahr.

Die Werft verspricht: Wird klappen.

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Wassergraben, Seezaun-Stütze und äußeres Leibholz demontiert.

Im Moment ist das Projekt noch in der Demontagephase. Jedenfalls an Deck. Die Leibhölzer und der Relingsdeckel sind komplett ab. Wie vermutet (…und durchaus auch gehofft) ist das pure Aluminium-Deck im perfekten Zustand. Das wird nun abgeschliffen und mit Sand gestrahlt – dann ist es wieder wie neu.

Ach, wie liebe ich diese dicken Materialstärken!

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Zerbröseltes Bootsbausperrholz von der Außenkante

Unter dem Teak liegt Bootsbausperrholz, ebenfalls aus Teak. Im Bereich des Wassergrabens ist das recht stark zerbröselt und wird komplett erneuert. Dadurch bekommt das neue Teak ein ordentliches Fundament. Wir denken über mögliche bauliche Verbesserungen nach – denn so viel ist klar: Die äußere Naht am Wassergraben muss in Zukunft alle zwei Jahre genau untersucht oder einfach auch pauschal erneuert werden, damit von dort aus kein Seewasser unter das Teak gelangt. Wäre doch prima, wenn man diese Wartung bei montiertem Relingsdeckel vereinfachen könnte!

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Keine Korrosion unter dem Relingsdeckel

Ob man den Relingsdeckel tatsächlich abnehmen musste? Wir sehen jedenfalls keine Spuren von Korrosion auf dem Aluminium-Winkel. Aber das weiß man ja nur, wenn man ihn abbaut. Klarer Fall von hinterher ist man immer schlauer und Besser ist Besser.

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Portlights schon raus, große Fenster nur noch wg. Staubschutz drin

Die Fenster sind alle raus – die großen sind nur noch provisorisch mit ein paar Schrauben fixiert, damit kein Staub in das Deckshaus kommt.

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Die meist benutzte Stufe im Boot – frisch lackiert!

Denn da hat der Lackierer schon ein paar Stellen testweise bearbeitet – Mann, sieht das klasse aus! Wirklich wie nagelneu! Wir fragen uns bereits, wie wir unseren STORMVOGEL jemals wieder betreten, geschweige denn segeln wollen, wenn alles so schön neu ist? Geht wohl nur mit Gummischuhen und Samthandschuhen 😉

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In der Lackierkammer

Wir dürfen auch noch einen Blick in die vorbereitende Lackierkammer werfen. Hier liegen die ersten Bodenbretter und der Niedergang. Komplett abgezogen und vorlackiert – sieht ebenfalls wie neu aus! Die werden dann noch mal zwischen geschliffen und kommen danach in die richtige, staubfreie Lackierkammer. Dort wird dann die Matte-Endlackschicht aufgetragen.

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OK, hier braucht man noch (!) Phantasie…

Es ist uns eine echte Freude, diese Zwischenergebnisse zu sehen. Denn sie beweisen eindrucksvoll, das unser STORMVOGEL vom Typ KOOPMANS 48 mehr als genügend Substanz hat, um so ein umfangreiches optisches Refit durchzuführen. Ob nun das Aluminium, das Teak oder der Bubinga-Ausbau – alles lässt sich 1A auf- und ausarbeiten. Logisch: Wenn zum Beispiel das Bubinga-Funier des Ausbaus 6 mm stark ist, kann man das komplett abschleifen und eine saubere, neuwertige Oberfläche herstellen. Oder das Teak: Das ist so dick, das man die alten Nähte heraus schneidet, anschleift und das ganze Element wieder einbaut – wie neu!

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Ein Teak-Element aus dem Cockpit – wie neu!

Beachtenswert: All die technischen Reparaturen, Erneuerungen und Verbesserungen der vergangenen vier Jahre haben auch Zeit, Geld und Nerven verschlugen – aber dieses nun laufende optische Refit ist wirklich eine Freude – für Augen und Herz!

Bleibt noch zu erwähnen, das uns einige befreundete Segler sowie alle (!) bisherigen Interessenten für den STORMVOGEL für völlig bescheuert halten. So viel Arbeit und Geld in die Kombination von ALUMINIUM + LACK + TEAK zu stecken!

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Leibholz am Deckshaus demontiert, Portlight raus.

Das muss wohl rational unsinnig sein…

…aber es ist (es wird!) herrlich schön!!!

Peter.

P.S.: Und überhaupt: Wer sagt denn, das segeln rational ist? Und billig schon gar nicht ;-(