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KNAUSi Technik: Lautsprecher

Unser Wohnmobil KNAUSi auf Basis FIAT Ducato haben wir 2019 gekauft.

Wir haben es neu von einem KNAUS Händler in Norddeutschland, so wie es bei ihm auf dem Hof stand, gekauft. Außer der Auto- und Wohnmobilserienausstattung waren bereits einige Extras verbaut, die wir mit kaufen „mussten“, wollten wir dieses Wohnmobil unser Eigen nennen. Wollten wir. Schließlich sollte es ja auf Reisen gehen!

PIONEER AVIC-EVO1 ausbauen: Erst mal die geklemmte Frontblende ohne Schrammen aushebeln

So bekamen wir auch an das Autoradio – oder besser Car-Multi-Media-System in unserem DUCATO.

Denn diese Eierlegendewollmilchsau kann nicht nur einfach UKW Radio abspielen, nein, auch das gar nicht mehr so neue Digitalradio DAB+ kann es, über USB Anschlüsse Musik von anderen Datenträgern abspielen, sich über Bluetooth mit Gott und der Welt verwinden, irgendwie ANDROID AUTO oder APPLE CARPLAY verwenden und so weiter und so fort.

PIONEER AVIC-EVO1 ausbauen: Von der Frontblende die beiden Stecker abziehen (auf links/rechts achten)

Europaweit kann es via GPS und entsprechendem Kartenmaterial das Fahrzeug und den Fahrer navigieren. Manchmal auf abenteuerlichen Wegen. Telefonieren kann man dank der eingebauten Freisprecheinrichtung natürlich auch. Und schließlich hat es auch noch die Funktion eines Bildschirms für die Rückfahrkamera bei eingelegtem Rückwärtsgang. Sehr sinnvoll.

PIONEER AVIC-EVO1 ausbauen: Das Autoradio ist (bei uns jedenfalls) mit vier TORX Schrauben in einen Rahmen verschraubt. Alle vier los drehen und aufpassen, das sie nicht in den Spalt fallen 😉

Dieses wahnsinnig vielfältige und edle Teil hat einen Namen und einen Preis: PIONEER AVIC-EVO1, knapp über 1.000 € Neupreis

So weit, so gut. Ging halt irgendwie in der viel üppigeren Fahrzeuganschaffung einfach so unter.

Tragisch nur, das die Helden, die das PIONEER Teil nachträglich in KNAUSi eingebaut haben, sich ganz offenbar nicht die Lautsprecherfrage gestellt haben. Vermutlich haben sie noch nicht mal über die Lautsprecher nachgedacht. Es ging wohl in erster Linie um NAVI und die Rückfahrkamera.

PIONEER AVIC-EVO1 ausbauen: Ein wenig vorsichtiges Gezerre, ein wenig getüddel und schon hat man den Kabelsalat, der hinten aus dem Radio herausragt, in voller Pracht auf dem Armaturenbrett

Denn nur so ließe sich erklären, das sie dieses edle Teil (hallo: 4×50 Watt Musikleistung!) einfach so an die Standard-Fiat-Ducato Lautsprecher angeklemmt haben. Und das sind natürlich die billigsten, die es überhaupt geben kann. Das muss ja so sein, sonst kann man den günstigen Fahrzeugpreis eines DUCATO bei der Herstellung gar nicht erst erreichen. Build to Budget. Wenn diese super einfachen Lautsprecher (bei eBay für unter 5 € zu haben, das Paar!) dann auch noch durch ein simples 08/15 Autoradio bespielt werden, ist die Audiowelt ja noch in Ordnung, weil in sich konsistent. Kann man mit leben, wenn man einfach so nebenbei Radio hören will.

Nun, ein jeder der Musik liebt und mit so einer unglücklichen Kombination konfrontiert ist, wird über kurz oder lang danach streben, bessere Lautsprecher in sein Auto zu verbauen.

So also auch der große Musikliebhaber der derzeitigen KNAUSi Besatzung. Es ist allerdings nicht so, das der andere Teil (oder schreibt man neudeutsch „die andere Teil“?) keine Musik mag. Nur anders. In erster Linie vielleicht leiser?

PIONEER AVIC-EVO1 Bessere Lautsprecher einbauen: Nicht nur auf DUCATO achten, sondern auch auf die Impendanz

Ein mal mehr:
Der sehr große Vorteil des DUCATO besteht darin, das es ein sehr weit verbreitetes Auto ist. Es gibt einfach alle mögliche Teile und viel wichtiger, es gibt eine große Anzahl von Menschen, die die Teile selbst verbauen. Einige dokumentieren als Pioniere ihre Projekte im Internet auf ihren Websites und/oder bei YOUTUBE. Und schon können so einfach gestrickte Menschen wie dieser DUCATO fahrende Musikliebhaber das abkupfern und einen kleinen Erfolg ihr Eigen nennen.

PIONEER AVIC-EVO1 Bessere Lautsprecher einbauen: Alte Lautsprecher in den Türen ausbauen – Abdeckung nur geklemmt

Schon klar:
Bei meinem Daimler stellen sich solche Aufgaben nicht. Da war & ist von Anfang an alles perfekt. Am liebsten höre ich Musik im Daimler 😉

„…wenn sie laut ist.“
(der unvergleichliche Herbert Grönemeyer in „Musik nur, wenn sie laut ist“)

PIONEER AVIC-EVO1 Bessere Lautsprecher einbauen: Alte Lautsprecher in den Türen ausbauen – Abdeckung mit vier Klemmen

Doch wie so oft, wenn man heutzutage ein technisches Problem lösen möchte:
Die Systemauswahl der neuen Komponenten ist extrem schwierig. Das war früher doch echt einfacher. Heute gibt es nicht nur eine Vielzahl von Anbietern und Geräten, sondern auch eine Internet Kakophonie von „Kritikern“, die mehr oder weniger fundiert das eine Gerät in den höchsten Tönen preisen oder ein anderes in Grund und Boden vernichten.

PIONEER AVIC-EVO1 Bessere Lautsprecher einbauen: Neue Lautsprecher in die Türen einbauen. Steckverbindung und Schrauben

Hein Blöd sitzt vor dem Bildschirm, liest, versucht zu verstehen. Und um so mehr Hein Blöd liest, um so mehr ist er verwirrt, verdutzt und wird immer planloser. Nicht das der Kaufpreis das entscheidende Kriterium wäre, es soll halt nur das „richtige Teil“ fürs „richtige Geld“ sein. Alles andere wäre ärgerlich. Früher was das teuerste auch einfach das Beste. Ist heute nicht mehr so. APPLE? Schließlich muss das Teil dann ja mit einigem Zeitaufwand eingebaut werden. Das kann zwar auch Spaß machen, aber eigentlich nur, wenn man dann auch Erfolg hat. Oder?

PIONEER AVIC-EVO1 Bessere Lautsprecher einbauen: Etwas mehr Fummelkram bei den Hochtönern
PIONEER AVIC-EVO1 Bessere Lautsprecher einbauen: Etwas mehr Fummelkram bei den Hochtönern – die Halterung der Sichtschutzbelnde muss gelockert werden.

Nun denn, die Lautsprecher ESX DCS 165, passgenau für unseren DUCATO sollten es also sein.

Mit Hilfe von YOUTUBE und GOOGLE (sprich, anderen Internet Seiten) gelang der Einbau dann auch völlig problemlos, ganz wie versprochen. Beim Ausbau der „alten“ Lautsprecher fiel noch mal deren billigste Machart besonders auf. Membranen aus Pappe, das Magnetgewicht entsprach in etwa dem einer Briefmarke.

PIONEER AVIC-EVO1 Bessere Lautsprecher einbauen: Etwas mehr Fummelkram bei den Hochtönern

Um einen satteren Sound zu erhalten, wurden auch noch schicke ALUBUTYL Dämmplatten in die Fahrzeugtüren geklebt, ganz so wie es die Spezialisten empfehlen. Wenn schon, denn schon.

Das Ergebnis: Sagen wir mal „Überraschend“.

PIONEER AVIC-EVO1 Bessere Lautsprecher einbauen: ALUBUTYL Dämmplatten einseitig selbstklebend

Anders, in den Mitten und Höhen besonders gut. Doch egal was man an der Eierlegendenwollmilchsau auch einstellte, der Bass war mager, sehr mager sogar. Dabei kommt es auf den doch genau an! Jedenfalls wenn man alleine im Auto ist.

Hm, braucht man vielleicht doch noch einen extra Basslautsprecher, auch SUB-WOOFER genannt?

PIONEER AVIC-EVO1 SUB-WOOFER einbauen: TS-WX130EA

UND/ODER habe ich etwa die falschen Lautsprecher gekauft?

Denn, das wurde mir erst viel später bewusst: Auf der Packung der Lautsprecher steht groß und breit: Impendanz 3 Ohm.

Da war doch was?

Im kleingedruckten der Einbauanleitung der Eierlegendenwollmilchsau steht im Abschnitt „Zu Vermeidung von technischen Schäden“:

„Warnung:
Verwenden Sie Lautsprecher über 50 W (maximale Eingangsleistung) und zwischen 4 und 8 Ohm (Impendanzwert). Verwenden Sie für dieses Gerät keine 1 bis 3 Ohm Lautsprecher.“

Tolle Wurst.

Das hatte ich vorher nicht gelesen (weil zu klein, falscher Abschnitt, wer liest schon „Warnung“?) und wenn etwas genau für das Auto angeboten wird, was man gerade fährt, vermutet man ja wohl, das es schon richtig sein wird.
Aber auch richtig: Woher sollen die Lautsprecherleute wissen, welches Autoradio man eingebaut hat?

PIONEER AVIC-EVO1 SUB-WOOFER einbauen: Ausgebaute Mittelkonsole

Dank Herrn GOOGLE erst mal Entwarnung:
Dass das Autoradio wegen der „falschen“ Lautsprecher stirbt, ist wohl recht unwahrscheinlich. Vielleicht, ganz vielleicht, wenn man stundenlang am Strand Poweplay bei voller Lautstärke machen würde. Eher unwahrscheinlich. Also nicht das WÜRDE, sprich WOLLEN, sondern eher das KÖNNEN, oder besser das DÜRFEN.
Aber vielleicht entfalten die Lautsprecher keinen Bass, weil sie die falsche Impendanz haben?

PIONEER AVIC-EVO1 SUB-WOOFER einbauen: Ausgebaute Mittelkonsole – SUB-WOOFER an der Unterseite mit Spitzschrauben über Kopf anbauen
PIONEER AVIC-EVO1 SUB-WOOFER einbauen: Ausgebaute Mittelkonsole – Rückseite: Die vielen flachen Pins sind der Grund für den Ruck. Beim EInbau unbedingt auf richtige Position achten, sonst knicken die einfach so ab

„…gib mir Bass, Bass“
(Jan Delay in „Türlich, türlich“)

Also auch noch ein SUB-WOOFER!

Geht der ganze Scheiß noch mal los!

Welches Teil?

Wie baut man das ein?

Welches Werkzeug?

Welcher Zeitbedarf für Anfänger?

PIONEER AVIC-EVO1 SUB-WOOFER einbauen: Zwei Kabel von oben – CHINCH für das Audiosignal und Steuerleitung

So viel wird schnell klar:
Der Einbau eines SUB-WOOFERS wird deutlich schwieriger als der Austausch der Standardlautsprecher. Grund: Das Teil muss extra an das Radio angeschlossen werden und braucht auch noch eine eigene Stromversorgung direkt von der Autobatterie. Und schließlich muss dieses Teil ja auch irgendwo hin.

Einmal mehr recherchiert was das Zeug hält, eine Kaufentscheidung („PIONEER TS-WX130EA„) getroffen und das Projekt gewohnt beherzt in Angriff genommen.

Wie gut das einen Seemann so leicht nichts erschüttern kann, glaubt man Hans Albers.

PIONEER AVIC-EVO1 SUB-WOOFER einbauen: Abzeig der Steuerleitung

Die schier unendliche Anzahl von Kabeln, die einem entgegen quillt wenn man das PIONEER AVIC EVO1 aus seinem DUCATO ausbaut, könnte einen sonst leicht aus den Socken hauen. Wer diese vielen Kabel wohl alle an dieses kleine Gerät getüddelt hat? Menschen oder Roboter?

Will man ordentlich Bass haben, braucht man Strom. Viel Strom. Daher wird der SUB-WOOFER direkt an die Autobatterie mit einer eigenen Sicherung angeklemmt. Damit der Bassmacher nun nicht die ganze Zeit an ist und so lange Strom verbraucht, bis die Starterbatterie leer ist (und der Anlasser keinen Saft mehr hat), wird das Teil über einen Soft-Switch gesteuert. Die Eierlegendewollmilchsau stellt für solche Fälle eine Steuerleitung zu Verfügung. Wird das Autoradio (egal wie) eingeschaltet, führt die Leitung ein wenig Strom. Darüber wird dann ein Bauteil im SUB-WOOFER wach und schaltet elektronisch den Hauptstrom ein. Und auch wieder aus, wenn das Autoradio aus geht (egal, warum).

PIONEER AVIC-EVO1 SUB-WOOFER einbauen: Funktionstest auf dem Fahrersitz 😉

Nun, die Steuerleitung war dank der Farbcodierung leicht zu finden. Doch da hing frecherweise schon etwas anderes dran: Die aktive DAB+ Antenne.

Na ja, wird schon richtig sein (?).

Das Audiosignal wird ganz normal über eine CHINCH Verbindung übermittelt, ebenfalls eigener Anschluss am Autoradio, ebenfalls leicht zu finden.

Verbaut wurde der SUB-WOOFER unter der Mittelkonsole. Zum einen bekommt man da alle Kabel leicht hin, zum anderen ist da gut Platz und zum Dritten bekommt man die mit einer Schrauber und einem Ruck recht schnell raus – man braucht etwas länger, um sie wieder rein zu bekommen. Aber wieder mit einem Ruck 😉

Nun denn, im wesentlichen hat dieses Projekt auf Anhieb geklappt. Wenn auch mit mehrmaligen Nervenkitzel, denn es sind schon verdammt viele Kabel!

Allein, in der Formulierung „im wesentlichen“ steckt Luft für etwas nicht funktionierendes.

Der SUB-WOOFER schaltet sich in 2 von 10 Fällen einfach nicht mit ein. Schaltet man dann das Autoradio aus und wieder ein, wird der SUB- WOOFER in 10 von 10 Fällen auch mit eingeschaltet.

Nach vielen Überlegungen:
Entweder der SUB-WOOFER hat ´ne ganz besondere Macke oder die DAB+ Antenne klaut beim Einschalten ab und zu zu viel Strom von der Steuerleitung und der SUB-WOOFER bekommt den Einschaltvorgang einfach nicht mit.

Die Dramatik:
Auf unseren gemeinsamen Wohnmobiltouren wird der viele Bass gar nicht unbedingt benötigt.

Oder besser: Nicht gewünscht.

Oder noch besser: Verboten.

Irgendwie beschleicht mich ja gerade der Verdacht, das dies nicht der letzte Beitrag zum Thema Lautsprecher im Wohnmobil gewesen sein könnte.

Peter.

P.S.: Wer auch so ein Projekt vorhat: Es gibt viele Einbauanleitungen. Einfach mal ausgiebig GOOGEL nutzen 😉

KNAUSi Technik: LED Scheinwerfer

Unser Wohnmobil KNAUSi auf Basis FIAT Ducato haben wir 2019 neu gekauft.

Zur Serienausstattung gehörten herkömmliche H4 Scheinwerfer, merkwürdigerweise aber schon ein modernes LED Tagfahrlicht.

Das Foto war gar nicht so einfach zu machen, zeigt aber sehr deutlich den Unterschied von LED zu H4 Birnen

Ein jeder, der den Unterschied zwischen normalen (besser: alten!) H4 Abblend- und Fernlicht zu XENON oder LED Abblend- und Fernlicht kennt, wird zustimmen:

Ein Unterschied wie Tag & Nacht.

(Wie platt)

Man baut den ganzen Scheinwerfer aus – der ist mit nur zwei TORX Schrauben am Fahrzeug montiert.

Das moderne LED Licht ist so viel heller, so viel besser, das man eigentlich heulen müsste, wenn man nur H4 hat.

Und in der Konsequenz auf Nachtfahrten verzichten. Im dunklen mit verheulten Augen, da sieht man wohl gar nix.

Den Anschlussstecker VOR dem Lösen der TORX Schrauben am grauen Sicherungsring entriegeln und abziehen.

Doch hier kommt er, der technische Fortschritt, von denen unter anderem AUDI („Vorsprung durch Technik“) und die FDP („Nix tun, abwarten. Einfach auf den technischen Fortschritt vertrauen“) immer wieder gerne sprechen.

In diesem Fall hat OSRAM was für den technischen Fortschritt getan. Die haben LED Birnen im H4 Sockel entwickelt und sie beim Kraftfahrt-Bundesamt zum nachträglichen Einbau in Fahrzeugen mit H4 Licht zugelassen.

Die neuen OSRAM LED NIGHT BREAKER haben am hinteren Ende einen elektrischen Lüfter und einen eigenen Stecker mit Kabel für den elektrischen Anschluss

Das Problem dabei:
Jedes einzelne Fahrzeug, sogar jeder einzelne Scheinwerfertype muss einzeln zugelassen werden. Hut ab, ihr Leute von OSRAM, das ihr diese Odyssee durch die deutschen Zulassungsbestimmungen auf euch genommen habt! Vermutlich stimmt die Marge.

Nun denn. Im Mai 2021 war es dann soweit. OSRAM hat die Zulassung für ihre OSRAM NIGHT BREAKER LED Birnen auch für den Vorgänger FIAT DUCATO erwirkt und somit stand einer Umrüstung nichts im Wege!

Zieht man den Scheinwerferstecker erst nach lösen der TORX Schrauben ab und hat keine dritte Hand, die einen Putzlumpen zwischen Scheinwerfer und Kotflügel-Plastik bekommt, gibt es halt Kratzer…

Denn, das ist der Clou an der Geschichte: Das kann man beim DUCATO selber machen!

OK, man braucht noch einen TORX Schraubenzieher der Größe 27 und einen ordentlichen Putzlumpen, um Kratzer am vielen Plastik umzu zu vermeiden.

Und YOUTUBE, denn da ist in vielen Videos zu sehen, wie man diesen Umbau am Besten macht.

Wenn selbst der Schreiber dieser Zeilen in weniger als 15 Minuten die (in Fahrtrichtung) Rechte Seite umgerüstet hat (OK, mit Schrammen), die Linke danach aber in 10 Minuten ohne Schrammen, dann kann es wohl wirklich jeder. Oder jede. Neudeutsch.

Eine OSRAM LED Birne kostet 50 €, will man es beim DUCATO richtig machen, braucht man 200 € und den Schraubenzieher.

Es lohnt sich.

Wir sind nun schon öfters in der Nacht gefahren und es ist einfach nur klasse. Und somit jeden Euro wert!

Danke technischer Fortschritt!

Danke OSRAM!

Also nachmachen, wer einen FIAT DUCATO sein Eigen nennt!

Peter.

P.S.:
Der Schreiber dieser Zeilen gibt unter Druck zu, das er zusammen mit seiner lebenslangen Begleiterin 50 (oder so) unglückliche OSRAM Aktien im gemeinsamen Aktiendepot hält, die wir im Rahmen der SIEMENS Abspaltung irgendwann einfach so bekommen haben. Aber die leuchten trauriger Weise bei weitem nicht so doll wie die neuen NIGHT BREAKER unserem DUCATO.

Echt jetzt!

Kein Scheiß.

KNAUSi Technik: Wohnmobil AGM Batterien

Auch wenn dieser Beitrag vornehmlich von den beiden Verbraucherbatterien in unserem Wohnmobil handelt trifft er im wesentlichen auch auf die handelsüblichen Batterien in Yachten und Segelbooten zu.

Und nur weil es da bei mir eine über Jahre aufgebaute Lernkurve gibt die sich durch unsere Erfahrungen an Bord unserer Segelyacht STORMVOGEL ergeben hat, maße ich mir an, hier darüber zu schreiben.

Unser Wohnmobil KNAUSi haben wir nagelneu vom Fachhändler gekauft. An Bord zwei 120 Ah AGM Batterien der Firma BANNER und ein Ladegerät der Firma CBE CB516-3. Keine Ahnung, ob die Batterien durch den Händler oder durch den Hersteller KNAUS eingebaut worden.

Kurz vor Batteriebrand: Geschmolzenes Gehäuse der BANNER AGM Batterie

Direkt auf der ersten Tour in Schottland fingen auf einem Campingplatz unsere neuen AGM Batterien beinahe Feuer, als sie über Landstrom geladen wurden. Die waren also sehr schnell im Eimer und vor Ort konnten wir die nur durch wartungsfreie Bleibatterien ersetzten.

Zeit , sich mal mit der verbauten Technik auseinander zu setzten.

In der Mitte: Das CBE516 Ladegrät der dritten Generation

Das CBE Ladegerät gibt es schon ewig. Über die Jahre hat der Hersteller aber ab und zu so eine Art Facelift durchgeführt, damit man auch neuere Batterietypen damit laden kann. Ursprünglich für die alten & einfachen Blei-Säure Batterien (A) entwickelt, kamen später die Blei-Gel Batterien (B) dazu und noch später die AGM Batterien (C).
Dem entsprechend kann man das Wohnmobil-Ladegerät CBE CB516-3 auf eben einen jener drei Batterietypen einstellen. Doch Achtung: Im Handel gibt es wohl immer noch Modelle der zweiten Generation. Kann man nur durch Blick auf das Gehäuse erkennen: Dort sind die drei Schalterstellungen aufgedruckt – oder eben nur zwei.

Als unsere BANNER AGM Batterien kochten, stand das Ladegerät auf (B), also Blei-Gel.

Links neben dem roten Kabel: Wahlschalter A-B-C zum Einstellen des Batterietypes

Wir hatten natürlich versucht, die kaputten Batterien auf Garantie ersetzt zu bekommen und daher mit unserem Wohnmobilhändler jenseits der ELBE gesprochen. Der war fest davon überzeugt, das die Stellung (B) richtig sei und auch von KNAUS so empfohlen sei. Über die Garantie würde KNAUS entscheiden.
Weil für uns der KNAUS Händler in HEIDE besser erreichbar ist, haben wir dort den Garantieantrag gestellt und die Batterien auch ersetzt bekommen. Jetzt fahren wir zwei schicke VARTA Silver Dynamic G14 AGM mit je 95 Ah.
Der Techniker in HEIDE bestand jedoch darauf, das Ladegerät auf Stellung „A“, also Blei-Säure zu stellen. Sicherheitshalber, damit nichts überhitzt.

Anschluss des Temperaturfühlers im CBE516 (rechts unten)

So ein Mist, dachte ich mir. Kann doch nicht richtig sein? Jetzt muss ich mich also da auch noch komplett einlesen.

Und siehe da:
Das CBE CB516-3 Ladegerät verlangt einen Temperatursensor im Batterieraum, wenn es auf Stellung „C“ (also AGM) betrieben werden soll. Grund ist das andere, nennen wir es mal aggressivere Ladeverhalten im AGM Betrieb.
Das CB510/516 Handbuch ist schon gut gemacht – sehr gut sogar. Dort kann man die Ladezyklen und das unterschiedliche Ladeverhalten gerne mal nachlesen.

Batteriefach
CBE516 Temperaturfühler im Batteriefach – mit Kabelbinder am Pluskabel frei im Raum hängend

Dieser Temperaturfühler ist eigentlich nur ein schwarzes Kabel von 2 Meter Länge für knapp 10 €, das auf der einen Seite im Ladegerät angeschlossen wird und dessen anderes Ende im Batterieraum in unmittelbarer Nähe der Batterien angebracht werden soll.

10 € mehr um zwei mal 150 € länger haltbar zu machen.

Denn, so meine absolute Überzeugung: Werden die AGM Batterien dauerhaft falsch geladen, altern sie schneller und gehen schneller kaputt. Die halten keine drei Jahre.

Und hier schließt sich der Kreis zum STORMVOGEL und der anfangs erwähnten Lernkurve:
Die dortigen VICTRON Ladegeräte kann man nicht mal im Ansatz mit dem CB516 vergleichen. Zwei große Teile von 1995, jedes liefert max. 60 Ah Ladestrom, das CB516 gerade mal 16 Ah. Aber: Die VICTRONS lassen sich nicht auf andere Batterietypen umstellen. Dennoch haben wir damals „auf Rat von Fachleuten“ die alten Blei-Säure Batterien durch AGM´s ersetzt. Und nach drei Jahren nochmal, weil die Batterien schnell (24h) kraftlos wurden. Jedes mal drei riesige 220 Ah Batterien zu je mindestens 300 €.
Nach dem sich in des Skippers Kopf die Überzeugung fest gesetzt hatte, das wir selbst mit den sehr soliden aber alten Ladegeräten die neuen Batterien über die Zeit mutwillig zerstören, haben wir das einzig richtige gemacht: Wir haben wieder ganz normale Blei-Säure Batterien an Bord eingebaut und sind bisher glücklich damit.

Elektrostaufach im KNAUS BOXSTRAR FRFEEWAY 630 – gut erreichbar, aber schlecht belüftet

Nun, für KNAUSi haben wir also den Temperatursensor beschafft (war gar nicht so einfach das Teil zu bekommen) und eingebaut. War auch nicht so einfach wie gedacht, weil es unmöglich war, entlang der vorhandenen Kabel ein weiteres zu verlegen. Am Ende werden Wohnmobile genau so zusammen gezimmert wie moderne Serienyachten. Also flink selbst zwei Löcher gebohrt und gut ist.

Elektrostaufach von unten im KNAUS BOXSTRAR FRFEEWAY 630 – zwei Bohrungen, von oben durch die Geräte verdeckt

Außerdem haben wir in diesem Zusammenhang noch einen weiteren Schwachpunkt der Ladetechnik in unserem Wohnmobil beseitigt:
Das CB516 Ladegrät ist sehr kompakt und wird im Ladebetrieb recht schnell warm. So warm, das es sogar einen temperatur-gesteuerten Lüfter verbaut hat. Das Problem ist nur: Das Staufach, in dem KNAUS die ganze Bordelektrik verbaut hat, hat so gut wie keine Lüftung. Warme Luft steigt nach oben, da gibt es aber nur ein winziges Loch damit man den Wartungsdeckel anheben kann. Also großes Loch ausgesägt und ein lackiertes Lüftungsblech drauf geschraubt. Nun kann die warme Abluft wenigstens entweichen – und heizt vermutlich die darüber liegende Matratze – meine Seite 😉

Neues Lüftungsgitter für die Elektroinstallation im Elektrostaufach des KNAUS BOXSTRAR FRFEEWAY 630

Wie immer verbergen sich hinter den ganzen Links in diesem Beitrag weiterführende und vertiefende Informationen aus anderen Quellen.

In den kommenden Jahren schauen wir denn mal, ob das Vertrauen in die eigene Lernkurve gerechtfertigt war…

Peter.

P.S.:
Mittlerweile hängt das Auto nur noch recht selten am Landstrom, da wir seit einem Jahr zwei 100 Watt Solarpaneele auf dem Dach fahren. Muss doch bei Gelegenheit glatt mal überprüfen, wie wohl der Laderegler eingestellt ist 😉

P.S.2:
Wie äußert sich eigentlich das „kaputt“ gehen?
Na ja: Obwohl einmal voll aufgeladen, verlieren die Batterien recht schnell die Spannung und müssen bald wieder geladen werden. Kann man beobachten, wenn die Spannung schnell von 13,irgendwas Volt auf 12,5 Volt und dann darunter absackt.
In meiner Welt reime ich mir das so zusammen: Erst wenn die AGM Batterien mit ihrer besonders hohen Ladeschlussspannung (14,7 Volt) versorgt werden, setzen sie intern so eine Art chemische Reinigung in Gang und frischen ihre Zellen wieder auf. Bekommen sie beim Laden diesen letzten Kick nicht, „verkleistern“ sie immer weiter und verlieren ihre Kapazität. Oder so ;-.)

Die Presspanplatte haben wir uns selbst ins Auto gelegt, weil wir ja die Matrazen nicht im Kofferraum fahren wollen… 😉