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ACHTUNG Kultur: Der Letzte Song – Alles Wird Gut

Deutschland im November.

Und täglich grüßt das Murmeltier.

Könnte man denken. Ist aber nicht so!

Immerhin gibt es Musiker, die gerade in dieser Zeit so richtig geile neue Mucke erfinden und veröffentlichen. Und es gibt Fernsehsendungen, meist tief in der Nacht, in der so BOOMER wie ich diese neue Musik entdecken dürfen. INAS NACHT ist so eine Sendung. In acht von zehn Sendungen gibt es mindestens eine sensationelle Neuentdeckung.
Die Trefferquote des ZDF MAGAZIN ROYALE von JAN BÖHMERMANN ist nicht ganz so gut, aber für beide Sendungen gilt gleichermaßen: Wenn schon mal eine exzellente Houseband am Start ist, können die musikalischen Gäste bei ihrem Live-Auftritt ja wohl nur gewinnen!

So auch der ganz neue Song von KUMMER „Der Letzte Song – Alles Wird Gut“ phänomenal live dargeboten bei Herrn Böhmermann am 12. November 2021.

Um mal direkt mit dem Refrain (vorgetragen von Gastmusiker FRED RABE (*1995, Hamm)) einzusteigen:

(01) Alles Wird Gut
(02) Die Menschen sind schlecht und die Welt ist am Arsch
(03) Aber Alles Wird Gut
(04) Das System ist defekt, die Gesellschaft versagt
(05) Aber Alles Wird Gut
(06) Dein Leben liegt in Scherben und das Haus steht in Flammen
(07) Aber Alles Wird Gut
(08) Fühlt sich nicht danach an, Aber Alles Wird Gut

Der absolute Hammer. Die Beschreibung der Wirklichkeit mit einer zunächst absurd anmutenden Schlussfolgerung. Doch sie ist offenkundig absolut richtig. Was wäre denn wohl los, wenn wir nicht daran glauben würden, das ALLES gut werden wird?

KUMMER, mit richtigem Namen FELIX KUMMER (*1989, Chemnitz), kommt also eindeutig aus dem Osten der Republik und hat als solcher schon mal die große Verpflichtung, die Besten Texte zu schreiben. Keine Ahnung, warum sich die deutsche Sprache im Osten besser auszudrücken vermag?
Und während die einen über die vermutete Spaltung von OST und WEST spekulieren, schwarz malen, was das Zeug hält und die beklopptesten der bekloppten öffentlich zu Wort kommen lassen, kommen so wunderbar junge Profimusiker um die Ecke und machen einfach zusammen Musik. Sensationell tolle neue deutsche Musik. Extrem kraftvolle Musik, mit extrem starken Text.

Um nur noch eine weitere Zeile heraus zu greifen:

(09) Wenn Du denkst, daß es immer irgendwie im Leben weitergeht
(10) Holt Dich Krebs ´Straight Back´ in die Realität

Ja, ja, schon klar. Irgendwas kommt ja immer. Irgendwas unvorhersehbares kommt immer dazwischen. Kann man machen nix. Ein Grund mehr, nicht zu weit nach vorne zu denken und einfach Gas zu geben.

Aber woher wissen diese jungen Leute das? Jetzt schon?

Sind die jungen in Wirklichkeit schon älter als wir alten?

Von vorne geht der Text so los:

(11) Ich würde Dir gerne Deine Angst nehmen, alles halb so schlimm
(12) Einfach sagen, diese Dinge haben irgendeinen Sinn
(13) Doch meine Texte taugten nie für Parolen an den Wänden
(14) Keinen Trost spenden in trostlosen Momenten
(15) Im Gegenteil, fast jede meiner Zeilen
(16) Handelt von negativen Seitеn oder dem ´dagegеn sein
(17) Ich habe keinen ´Sicken Flow´ und ich schreibe auch keine Hits
(18) Aber gib mir eine Strophe und die gute Stimmung kippt

(19) Ich wäre gerne voller Zuversicht
(20) Jemand, der voll Hoffnung in die Zukunft blickt
(21) Der es schafft, all das einfach zu ertragen
(22) Ich Schaue Dich an und ich würde Dir eigentlich gern sagen

(Refrain)

(23) Und wäre mein Großvater nicht seit fünfzehn Jahren tot
(24) Würde er jetzt sagen, „Mensch, Kinder, wie die Zeit vergeht!“
(25) Wenn Du denkst, dass es immer irgendwie im Leben weitergeht
(26) Holt Dich Krebs ´Straight Back´ in die Realität
(27) Geile Themen für Songs in diesen Zeiten
(28) Aber ´Glaube an Dich, geh Deinen Weg´, schaffe ich einfach nicht zu schreiben
(29) Tut mir leid, keine Sätze, die Dich aufmuntern zum Schluss
(30) Auch der letzte Track zieht einen noch runter in den Schmutz

(c) 2021 Felix Kummer

Nein. Tut er nicht. Im Gegenteil. Dieses Lied baut auf. Es ist wie es ist.

Aber, und nur das ist wirklich gewiss:

Alles Wird Gut!

Peter.

P.S.:
„Alles Wird Gut“ hat vor fast einem Jahrzehnt eine leider längst aus den Augen verlorene Kollegin des öfteren mal behauptet. Ergänzt um den durchaus bemerkenswerten Nachsatz: „Wir Kommen Alle In Die Hölle“.

P.S.:
Kommt doch wohl nur darauf an, wie man „Gut“ für sich selbst (und nur für sich selbst!) definiert…

Griechenland 2021 – Fazit

Ende 2021 zum zweiten Mal mit dem Wohnmobil nach GRIECHENLAND, genauer gesagt auf den PELEPONNES!

Nach dem wir im letzten Jahr eher den Osten mit unserem WoMo KNAUSi bereist haben, stand in diesem Jahr der Westen auf dem Programm. Keine halbe Sachen und wenn schon, denn schon!
Mal wieder dem Norddeutschen Herbst entkommen, um ein paar Wochen mehr Sonne und Wärme im Jahr aufsaugen zu können!

Wohnmobil-Tour 2021: Griechenland – Peleponnes – West. Quelle: GOOGLE Maps / Yellowbrick

Während der Reise entstanden für unseren Blog www.wiedekamm.com 12 Reiseberichte „on the road“ mit vielen Bildern der besuchten Orte, die wir alle in der Rubrik „GRIECHENLAND 2021“ gesammelt haben.
Mit unserem Wohnmobil KNAUSi auf Basis FIAT DUCATO KNAUS haben wir diesmal genau 4.404 Straßenkilometer zurückglegt. Der Bordcomputer hat einen Verbrauch von 11,2 Litern Diesel auf 100 KM, eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 64 KM/h und eine reine Fahrzeit von 68,41 Stunden errechnet. Stimmt erstaunlich genau mit unseren eigenen Berechnungen überein. Was den Spritverbrauch angeht: Ein FIAT DUCATO ist halt kein MERCEDES SPRINTER.

ANCONA

Da wir im letzten Jahr sehr gute Erfahrungen mit der Anreiseroute ELMSHORN -> ANCONA (Italien) -> ADRIA FÄHRE -> PATRAS (Griechenland) gemacht hatten, wählten wir  diesen Weg auch in diesem Jahr. Nach der stark verspäteten Ankunft der Fähre EUROPA PALACE der Reederei MINOAN in PATRAS kurz vor Mitternacht mussten wir zwar irgendwo in der Pampa kurz übernachten, der gewollte Startpunkt war aber wieder MONEMVASIA im Südosten.

Freistehen am Strand in der Nähe von MONEMVASIA

Die wunderbar zurecht gemachte Altstadt hatten wir schon letztes Mal ausgiebig erkundet, daher blieben wir diesmal bei viel Sonne einfach länger am Strand. Das Freistehen an diesem Ort ist einfach. Es gibt viel Platz, eine Stranddusche und Müllentsorgung. Wenn die Vorräte ausgehen schafft man es über den Strand auch gerade so zu Fuß in die Stadt zum Einkaufen. Nach einer Pause in einer der zahlreichen Tavernen natürlich auch wieder zurück!

Freistehen am Strand in der Nähe von MONEMVASIA
Die Ruinenstadt MYSTRAS in der Nähe von SPARTA

Als das Wetter für einen Tag schlechter wurde machten wir zunächst einen Ausflug in die historische Stadt MYSTRAS in der Nähe von SPARTA und übernachteten später am Strand von VALTAKI. Dort liegt, wirklich direkt am Strand, das spektakuläre Schiffswrack der DIMITRIOS. Wer will kann das Wrack trockenen Fußes sogar anfassen. Je nach Wetter und Licht sicher ein sehr lohnendes Fotomotiv.

Das Schiffswrack DIMITRIOS am Strand von VALTAKI

Die stürmische Einsamkeit von KAP MATAPAN mag sicher nicht jeder. Der südlichste Punkt des PELEPONNES kann nur zu Fuß erreicht werden und führt im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein. Doch jeder Meter, jede Anstrengung lohnt sich. Garantiert!
Die Anfahrt zum KAP MATAPAN über den MANI genannten „Mittelfinger“ des PELEPONNES über die östliche Straße ist spektakulär und sicher das Highlight der diesjährigen Reise.

Der Leuchttrum von KAP MATAPAN

Wer um den 28. Oktober herum in GRIECHENLAND unterwegs ist, sollte in einer Stadt den OCHI-Tag erleben. Wir begehen diesen zweit wichtigsten Feiertag in KALAMATA, passender Weise der zweit größten Stadt des PELEPONNES. Beeindruckender Marsch durch die Stadt, der Freiheit Willen.

Kleines Paradies am Strand von FINIKOUNDA

In FINIKOUNDA entdecken wir auf einem Campingplatz ein kleines Paradies und bleiben dort viel länger als eigentlich gedacht Gutes Wetter, gute Leute, guter Platz: Warum sollte man eigentlich immer weiter reisen, wenn man doch genug Zeit hat?

Die fast kreisrunde Bucht von VOIDOKILIAS, auch Ochsenbauchbucht genannt

In einer Tagestour erkunden wir mit dem Auto die Städte METHONI und PYLOS und überlegen, ob wir in der VOIDOKILIAS Bucht übernachten wollen. Am Ende kehren wir doch lieber nach FINIKOUNDA zurück.

Palmen am Strand von GLIFA

Die letzte Station unserer Reise führte uns an den Palmenstrand von GLIFA, im Nord-Westen des PELEPONNES gelegen. Immer noch schön warm mit viel Sonne, aber bereits winterlich ruhig.
Einen Tag später erleben wir in PATRAS noch eine kleine Räuberpistole, bevor uns die Fähre ZEUS PALACE der MINOAN LINES pünktlich zurück nach ANCONA (ITALIEN) bringt. Mit dieser kleinen Seereise auf der ruhigen ADRIA endet diese sehr schöne Wohnmobilreise, denn über die langweiligen Autobahnstrecken zum Kilometerfressen gibt es nichts sinnvolles zu berichten.

Zurück im trübgrauen ELMSHORN planen wir nun einfach schon mal die nächste Reise.

Vorfreude ist bekanntlich die Beste aller Freuden!

Peter.

P.S.: Wäre da nur nicht dieser CORONA Mist, aber irgendwas ist ja immer…


T22+23: PATRAS Gauner

Wie immer bei anstehenden Fährfahrten kommen wir auch diesmal viel zu früh´ am Hafen von PATRAS an. Kurzer Check-In und dabei die neue Erkenntnis, das auch ITALIEN neuerdings nach einem PLF, einem PASSAGNER LOCATOR FORM, auszufüllen VOR der Einreise nach ITALIEN, verlangt.

Pünktliche Ankunft der Fähre ZEUS PALACE der Reederei MINOAN in PATRAS / PELEPONNES / GRIECHENLAND

Also geschwind den Blechaffen angeschmissen und das überraschend umfangreiche Online-Formular ausgefüllt. Mann (ich!) könnte jetzt ca. 10.000 Wörter über den dort getriebenen Nonsens verlieren und darüber herumheulen, wie viel Geld in dieses saublöde System geflossen sein wird. Doch wozu? Das Problem sitzt immer nur vor dem Computer. Auch bei der Erststellung von mit heißer Nadel gestrickter Weichware („Software„).

Pünktliche Ankunft der Fähre ZEUS PALACE der Reederei MINOAN in PATRAS / PELEPONNES / GRIECHENLAND

Die wahre zu erzählende Geschichte dieses Tages ist eine andere.

Viel spannender.

OK, wichtig vorweg zu erwähnen:
Ein guter Teil der folgenden kleinen Geschichte besteht aus Mutmaßungen. Genau wissen tun wir eigentlich nix. Aber es sind durchaus begründete Mutmaßungen, schließlich waren wir ja mitten drin und live dabei 😉

Nun denn.

Pünktliche Ankunft der Fähre ZEUS PALACE der Reederei MINOAN in PATRAS / PELEPONNES / GRIECHENLAND

Nach dem Check-In haben wir noch gut drei Stunden, bis wir an die Verladepier in den Hafen dürfen. Also parken wir unser Wohnmobil in der Nähe einer kleinen Grünanlage im öffentlichen Bereich des Hafengebiets. Frühstücken mit Hafenblick. Außerdem will der Fahrer später noch den Kofferraum aufklaren. Dort wird in ANCONA Platz benötigt, MORETTI Bier und MORODER Rotwein sollen am Sonntag nach Ankunft im OASI Supermarkt gebunkert werden.

Auf der Pier zu lesen: „ZP“ – genau an der Markierung muss das Heck der ZEUS PALACE liegen, damit die großen Laderampen richtig auf der Pier zu liegen kommen

Der Hafen von PATRAS („NEW PORT OF PATRAS„) besteht aus zwei riesigen Flächen:
Über eine gesonderte Zufahrtsstraße zum Hafengebiet gelangt man von der Stadt in den öffentlichen Bereich des Hafens. Hier sind moderne Bürogebäude, Toiletten, kleine Grünflächen und ein Kiosk mit Minimarkt zu finden. In einem der Bürogebäude befinden sich die Check-In Schalter der verschiedenen Reedereien. In diesem öffentlichen Bereich gibt es sehr großzügige Parkplatzflächen.

Unmittelbar nach Festmachen verlassen die ersten LKW´s die ZEUS PALACE

Hat man seine Papiere vollständig beisammen, fährt man zur Vorgegebenen Uhrzeit zum Security-Check: Hier wird geprüft ob ein gültiger Fahrschein vorliegt und das Fahrzeug wird anschließend kurz inspiziert. Bei unserem Wohnmobil wird im Kofferraum und im Waschraum nachgesehen, ob ein blinder Passagier an Bord ist. Mehr nicht.
Danach ist man im inneren, im gesicherten Hafenbereich auf der riesigen Verladepier.

Viel Betrieb auf der Laderampe

Der öffentliche Hafenbereich wird von der Stadt PATRAS mit einem ca. 2,5 Meter hohen Zaun, der wohl auch Sicht- und Lärmschutz liefern soll, getrennt. Der innere, gesicherte Hafenbereich wird durch einen deutlich aufwendigeren Zaun (größer 3 Meter?) mit Stacheldraht an der Oberkante vom öffentlichen Bereich getrennt. Der innere Bereich kann tatsächlich nur über das Security-Gate mit acht Fahrspuren erreicht werden.

Viel Betrieb auf der Laderampe

Wir sitzen da also bei offenen Fenstern und Schiebetür im Besten Sonnenschein beim Frühstück im öffentlichen Bereich des Hafens von PATRAS. Da sehen wir einen jungen Mann, ganz in schwarz mit Kapuzenpulli gekleidet, natürlich aufgezogener Kapuze und Handschuhen, an uns vorbei rennen. Rennen ist eigentlich untertrieben, man müsste eher von im sauseschritt düsen sprechen, so schnell lief er.

Viel Betrieb auf der Laderampe

Hä, was war das denn für einer?

Oh, sieh mal, da kommt ja auch ein Streifenwagen hinterher gefahren. Hat der jetzt in wildem Zick-Zack laufende junge Mann wohl was ausgefressen?

Was denn bloß?

Ein Polizist steigt aus dem Streifenwagen aus und geht in die eine Richtung, der im Streifenwagen verbliebene Polizist wendet das als Polizeiauto weithin erkennbare Fahrzeug und fährt in die andere Richtung. Offenbar will man dem jungen Mann in schwarz den Weg abschneiden. Klarer Fall von Verfolgungsjagd, aber bei Leibe nicht so wie in einem der anständigen amerikanischen Actionfilme. Eher wie ein gemächliches Räuber Hotzenplotz Schauspiel.

Auch Schiffe müssen mal tanken…Bunkerboot

Der im gemächlichen Schritttempo zu Fuß unterwegs befindliche Polizist verpasst erstaunlicher Weise nur knapp den vom Streifenwagen vor sich her getriebenen jungen Mann in schwarz. Dieser überwindet mühelos den 2,5 Meter hohen Zaun und rettet sich ins Gewühl der Stadt. Der ist damit erst mal weg. Der Streifenwagen pickt den mittlerweile schlendernden Polizisten auf und fährt im spritsparendem Schritttempo auch weg.

Innerhalb einer Stunde verlassen an diesem Abend drei Fähren PATRAS mit Kurs NORD

Tolle Show, aber was zum Teufel war denn das?

Im weiteren Verlauf des Frühstücks passieren nun zwei Dinge:
Zum einen werden um uns herum Trailer mit Containern abgestellt, die wohl erst später verladen werden sollen. Also die Teile „mit ohne“ eigener Zugmaschine. Nur der Trailer (Anhänger) und ein Container darauf.
Zum anderen tauchen immer mehr junge schwarz gekleidete Männer auf, die alle an uns vorbei rennen. Alle tragen Handschuhe, viele haben Kapuzen über dem Kopf.

Abgestellte Trailer ohne eingene Zugmaschine im öffentlichen Bereich des Hafens von PATRAS

Keiner interessiert sich für uns.

Aber so richtig wohl fühlen wir uns jetzt nicht mehr auf unserem zuvor einsamen Parkplatz.

Was ist hier los?

Wenn das Straßenräuber wären, hätten die uns schon längst überfallen können. Der Fahrer lehnt jede auch noch so kleine Sorge aus Prinzip ab. Wir sind hier in Europa, am helllichten Tage am Hafen von PATRAS. Da wird man nicht überfallen.

Aber was sind das bloß für Typen?

Auf Wiedersehen, PATRAS

Die Beifahrerin erkennt, das die mittlerweile 20 (oder so) jungen Männer in schwarz immer wieder wie die Hasen im Zick-Zack über das Gelände rennen und sich dann unbehelligt auf einem Dach (jawohl, DACH!) eines Hafenbürogebäudes treffen.

So viele Fragezeichen bei einem eigentlich als beschaulich geplanten letzten Frühstücks in GRIECHENLAND.

Doch als auf einmal zwei junge Männer in schwarz in unserer unmittelbaren Nähe unter die Hinterachsen eines Trailers kriechen und dort an irgendwas in vielleicht zwei bis drei Minuten herum fummeln dämmert es.

Die verstecken da was!

Die schmuggeln da was!

Bei dem WAS kann es sich ja wohl nur um wirklich verwerfliches Rauschgift handeln. Alles andere wird sich nicht lohnen.

Aber wie cool ist denn dieses Geschäftsmodell?

Abendstimmung im Hafen von PATRAS

Statt einen eigenen Kurier auf die Fähre zu schicken, deponieren sie ihr Transportgut an den Trailern, die ohne eigene Zugmaschine verladen werden. Das spart vermutlich gewaltig Transportkosten (…gute Kuriere sind bestimmt nicht besonders günstig zu haben) und wenn die Drogen doch irgendwie entdeckt werden, kann keiner plaudern. Der Trailer wird nichts sagen. Der Container auch nicht.

Also fast könnte man ja denken, das die vielleicht jetzt fünf, sechs oder sieben Trailer, die in unserer Nähe geparkt wurden, nur deshalb dort im öffentlichen Bereich geparkt wurden, damit die schwarz gekleideten jungen Männer ihre Verladechance bekommen.
Wieso wurden die Trailer nicht direkt im gesicherten Hafenbereich nach dem Security-Check geparkt? Wäre doch viel effizienter, jedes An- und Abkuppeln der Trailer kostet schließlich auch Zeit?

Während der Fahrer des einsam herum stehenden Wohnmobils in aller Seelenruhe mit dem Aufräumen des Kofferraums beschäftigt ist, beobachtet die Beifahrerin, das die jungen Männer in schwarz nun nur noch auf dem Dach des Bürogebäudes sitzen und den Trailer in unserer unmittelbaren Nähe ganz offenbar nicht mehr aus den Augen lassen. Keiner läuft mehr rum. Bis der Trailer schließlich abgeholt wird. Dann sind auf einmal alle (!) vom Dach verschwunden.

Im gesicherten Bereich des Hafens von PATRAS

So viel ist klar:
Das ist eine Gang. Während zwei, drei von den jungen Männern in schwarz vielleicht die Schmuggelware verstecken, lenken die anderen mit ihren irren Laufmannövern nur ab. Lockvögel. Doch wozu? Schließlich sehen wir schon länger keine Polizei mehr. Hütchenspiel für die Videoüberwachung?

Erst viel später, auf der Verladepier im gesicherten Hafenbereich, sehen wir einen (!) Menschen (nicht uniformiert) mit einem Drogenhund an der Leine, der durch die langen LKW Reihen läuft. Beim Security-Check ist pro Fahrspur nur ein Mitarbeiter je Fahrspur, ohne Hund.

Doch wie blöd sollten solche Schmuggler sein?

Wenn sie die Schmuggelware an einem der wartenden LKW mit eigener Zugmaschine anbringen würden, hätten sie immer das Problem das der Fahrer (…und wohl auch die anderen Fahrer der umstehenden LKW´s) das mit bekommen würden. Genauso wie wir selbst an unserem Wohnmobil.
Außerdem hätten ihre Kollegen in ANCONA kaum eine Chance an die Schmuggelware zu kommen. Von der Fähre geht es für diese LKW´s direkt runter, durch die Security und rauf auf die Autobahn. Da müssten sie lange hinterher fahren, bis der LKW mal wieder hält.

Die Nummer mit den Trailern ist da doch viel geschickter. Die werden von den Hafenzugmaschinen von der Fähre geholt, ein paar mal umgeparkt, vermutlich auch außerhalb des Sicherheitsbereiches des Hafens in ANCONA. Recht simpel, das ganze.

Stellt sich die Frage:
Haben wir den Vorfall der Polizei gemeldet?

Nein, haben wir nicht.

Dieses Geschäft ist ganz offensichtlich schon länger etabliert, denn auch im letzten Jahr hatten wir einmal eine Horde junger Männer in schwarz durch den Hafen von PATRAS rennen sehen. Nur konnten wir das damals nicht zuordnen. Die Polizei wird genau wissen, was & wie das da läuft.

Dann stellt sich nur eine weitere Frage:
Warum wird so was überhaupt geduldet?

Kleinkriminalität ist das mit Sicherheit nicht mehr.

So eine Horde muss bezahlt werden.

In beiden Häfen, in PATRAS und in ANCONA.

Nicht gut.

Gar nicht gut.

Peter.

T21: Agkinara Beach

Nun, an diesem Freitag wollten wir trotz prallem Sonnenschein erneut die „Flucht“ aus dem kleinen Paradies von FINIKOUNDA versuchen. Mit gut 250 Straßenkilometern wäre die Distanz nach PATRAS am Samstag schlicht zu viel oder besser, zu stressig.

Farbenfrohe Bungalows direkt am Strand von Agkinara Beach – einige Camper finden das doof…die versperren angeblich die Sicht…

Wir erinnern uns: Auf dem PELEPONNES kalkulieren wir eher mit maximal 50 KM/h Durchschnittsgeschwindigkeit. Will man die Fähre am Abend sicher erreichen, müsste man früh´ los fahren und unterwegs dürfte nichts passieren. Das kann ja auch nicht zielführend sein.

Also gemächlich am Freitag los Richtung NORD-WESTEN. Auch da waren wir ja auch noch nicht. Die freien Stellplätze lesen sich bei PARK4NIGHT alle nicht besonders. Hier und da wird sogar von aktuellen Überfällen berichtet. Last-Minute Abenteuer brauchen wir ganz bestimmt auch nicht.

Der Strand von Agkinara Beach


Der Fahrer vermutet, das diese Ecke des PELEPONNES viel dichter besiedelt ist als der SÜD-OSTEN. Einer eigenen Überlegung folgend gibt es bei einem MEHR der Einwohner auch ein MEHR der Gauner.

Mit anderen Worten:
Wir gehen mal wieder auf einen Campingplatz. Der liegt direkt am Meer, umringt von Olivenhainen, ansonsten irgendwo im Nichts. Und kostet jetzt in der Nebensaison 15 €. Mit Strom, Duschen und Toilette. Warum dann überhaupt noch frei stehen in einer sich unsicher anfühlenden Gegend? Und (wenn auch im schlechtem Gewissen) auch noch die Umwelt belasten?

Der Strand von Agkinara Beach

Die Fahrt reißen wir so runter und gehen fest davon aus, das wir am Abend in der Taverne des Campingplatzes essen gehen können. Daher bis auf frisches Frühstücksbrot kein Einkauf auf dem Weg. Obwohl uns das Einkaufen jedes mal große Freude bereitet. Ein paar Reste werden sich im Kühlschrank im Notfall schon noch anfinden…

Der Campingplatz von Agkinara Beach

…und werden tatsächlich auch benötigt, denn die Taverne hat am Donnerstagabend das letzte Mal in diesem Jahr was für Gäste gekocht. OK, das ist dann eben so. Aber die Beachbar an dem sagenhaften Strand von Agkinara Beach, umringt von Palmen, mit großen Bergen im Hintergrund, die hat noch auf!

Am Strand von Agkinara Beach

Nach dem obligatorischen Bade im Meere und einigem Tüdelüt auf dem Stellplatz sitzen wir dann pünktlich zum Sonnenuntergang in der Strandbar, vermeiden an diesem letzten Abend in diesem wundervollen Land das ansonsten sehr begehrte Bier und trinken Cocktails. Und den ersten und einzigen Ouzo der diesjährigen Griechenlandreise. Sagt ja auch was aus.

Die Beachbar von Agkinara Beach

Durch dieses strategische Vorholen haben wir am Fährfahrt-Samstag Morgen noch mal Zeit hier schwimmen zu gehen. Da Eisbaden in Nord- oder Ostsee für uns absolut nicht in Frage kommt, wird es wohl für einige Zeit das letzte Mal sein.

Dieses begehrte Bad im Meer.

Abschiede.

Wie immer ganz doof.

Peter.

Am Strand von Agkinara Beach
Am Strand von Agkinara Beach
Baum auf dem Campingplatz von Agkinara Beach
Auf dem Campingplatz von Agkinara Beach

T19+20: FINIKOUNDA, zum zweiten

Da sind wir also wieder.

Nur knapp acht Stunden nicht da gewesen und doch von einigen Wiedererkannt! Die denken allerdings, wir hätten nur umgeparkt weil wir einen erste Reihe Strandplatz erspäht hätten. Das wir gut und gerne 90 Kilometer für das Umparken gebraucht haben spielt dabei keine Rolle.

Ein Alltagsfoto, allein der fantastischen Farben willen…

Doch nun stehen wir tatsächlich so schön hinten in einer Ecke, direkt am Strand, da haben wir sozusagen unsere eigenen Duschen und Spülmöglichkeit.

Dieser abgeschiedene Stellplatz führt aber zu kuriosem:
Die Marokko-Fahrer, die wir bei Sturm am KAP MATAPAN über MAROKKO ausgequetscht haben, treffen wir Tags darauf auf dem Platz nun zum dritten Male! Geht zwar nach Bremer Recht, statistisch aber schon wirklich schräg. KAP MATAPAN, KALMATA und nun FINIKOUNDA. Ohne jede Verabredung, ohne jeden Ortsnachweis. Komische Sache das.

Das Wasser auf dem Tisch ist natürlich FAKE NEWS

Und noch mehr:
An einem Abend werden wir von „den anderen Campern“ gebeten, zum gemeinschaftlichen Grillen dazu zu kommen. Das geht im ersten Anlauf erst mal nicht, müssen wir doch mal wieder einen Berg von Schalentieren aus dem Meer pulen und mit Spagetti, Olivenöl und viel Knoblauch zubereiten. Sonst fangen die irgendwann an, wieder zu schwimmen. Das wollen wir ja auch nicht. Aber nach dem Essen, dann kommen wir dazu!

Garnelen mit Kräutern und Knoblauch in der Pfanne, Spagetti im Topf – am Strand

Und so sitzen da bei viel Kerzenlicht vielleicht 20 Menschen aus Deutschland und Österreich und schnacken in Grüppchen einen aus, ohne sich zu kennen. OK, die Familien mit den kleinen Kindern haben auch tagsüber miteinander zu tun und kennen sich daher schon ein wenig.
Der Fahrer schaut aus versehen mal wieder viel zu tief ins Glas, bittet kurz um Ruhe in die Runde, da er eine wichtige Frage habe:

WAS IST EIGENTLICH MIT SEX IN DER WÜSTE?

Peinlich, peinlich, denkt die Beifahrerin. Der Fahrer merkt nichts, hat er doch den ganzen Abend mit einem ehemaligen Rocker der härteren Gangart gesabbelt.

Ah´, da ist sie, die Weinflasche….

Nun, die Runde schweigt betreten und als einige (Kerle) versuchen, eine witzig intelligent anmutende Antwort zu geben gibt der Fahrer doch leicht resigniert auf. Mindestens die Mannschaft aus KÖLN auf einer gewissen BELLA hätten, wären sie an diesem bezaubernden Abend hier, sofort mit mir den langsamen Song von IDEAL namens SEX IN DER WÜSTE angestimmt. Vielleicht auch die Surfer aus HILDEN. Aber hier keiner.

Kann man machen nix.

Oder doch. Glas austrinken und sich in die Gute Nacht verabschieden.

Oft ist das Bett ja eine gute Lösung.

Peter.

T18: Fluchtversuch Ochsenbauchbucht

Wie „versprochen“ regnet es recht ordentlich in der Nacht zu Dienstag und der Morgen beginnt in grau mit Regenschauern. Völlig neue Farben zwar nach der vielen Sonne der vergangenen Tage, aber dieser Farbwechsel ist durchaus unerwünscht.

Das ist unsere Chance, das kleine FINIKOUNDA Paradies zu verlassen. Wann, wenn nicht jetzt?

Lange Pier von METHONI

Das Auto ist viel schneller straßenklar als ein Boot seeklar. Und los kommt man auch einfacher. Die „Ochsenbauchbucht“ heißt eigentlich VOIDOKILIAS und liegt nur gut 50 Kilometer weiter im Norden. Auf dem Weg dahin könnte man kurze Besichtigungen der Städte von METHONI und PYLOS ins Auge fassen, Zeit ist ja genug und beide liegen direkt auf dem Weg.

An der langen Pier von METHONI, jede Menge frei stehende Wohnmobile

Doch wie immer an solch trostlos traurigen Tagen: Gute Stimmung will nicht aufkommen, schon gar keine große Lust auf Besichtigungen jedweder Art.

Spektakulär ins Meer gebaute Runinenstadt von METHONI
Ruinenstadt von METHONI

Und so bleiben wir in METHONI außerhalb des Autos vielleicht eine satte halbe Stunde. Die kühn ins Meer hinein gebaute Altstadtruine darf man sowieso nicht betreten. Vielleicht zu früh am Morgen? Könnte sein, denn auch im Ort sind sämtliche Bürgersteige noch hoch geklappt und es sieht schwer nach Spätherbst in ELMSHORN aus. Erleben wir auch bald wieder, doch noch nicht jetzt!

Ruinenstadt von METHONI

Noch nicht einmal zum Einkaufen kommen wir in METHONI. Irgendwie gleicht der Ort heute dem Modell einer Geisterstadt.

Zum Glück klappt es also nicht mit dem Einkaufen, denn das nur wenig entfernte PYLOS bietet sich zum Einkaufen viel sympathischer an. Rund um den zentralen Dorfplatz gibt es unzählige kleine Cafe´s und Geschäfte, da kann man mit großer Vorfreude auf späteren Genuss nach kleinen und großen Leckerreien stöbern. In einem Fischladen ergattern wir tatsächlich fangfrische Sardinen und Garnelen unbekannter Herkunft. Allerdings muss der Fahrer das halbe Kilo Sardinen später alleine essen und hat den Rest des Tages noch was davon 😉

EInkaufen am zentralen Platz von PYLOS

PYLOS ansonsten: Ja, eine weitere Stand am Meer. Aber mit Yachthafen diesmal. Und einigen Wohnmobilen deren Besatzungen in ihren Autos am Yachthafen sitzen und auf irgendwas zu warten scheinen. Besseres Wetter? Einer Eingebung, was man hier (außer im WoMo zu sitzen und auf die Straße zu starren) machen sollte?

Am zentralen Platz von PYLOS

Überhaupt zum Totlachen:
Viele Besatzungen von Wohnmobilen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kaufen in GRIECHENLAND am liebsten bei LIDL ein. Den gibt es hier fast in jeder Stadt. Wir fragen uns allerdings, welche Gründe es geben könnte, im Ausland zu einem deutschen Discounter zu fahren? Zumal die örtlichen Supermärkte (die kleinen UND die großen) in GRIECHENLAND erstklassige Sortimente und Waren haben.
Die Tomaten und die Gurken für den täglichen griechischen Bauernsalat von einem örtlichen Gemüsehändler kann man mit Geld eigentlich gar nicht bezahlen. So lecker! Sicher anders im Aussehen als die Artgenossen aus Holland, aber am Ende zählt ja wohl der Geschmack, oder?

Irgendwie sind Innenstädte nicht das richtige Revier für Mega-Weltreisemobile. Bereits fünf davon hier gesehen, vier aus der Schweiz

Die Schlachter sind hingegen üblicherweise schwerer zu finden. Wenige haben Schaufenster und/oder Schilder an der Fassade. Will man also ein Stück Fleisch kaufen, muss man erst mal genau hin sehen, denn es gibt tatsächlich überall welche. Und dann beherzt rein gehen. Obacht! Es geht ruppig zu bei einem griechischen Schlachter! Mit langen Messern und Hackebeil wird da hantiert, mindestens. Üblicherweise wird ein Stück Fleisch aus dem Kühlraum geholt und dann so (…und so viel) abgeschnitten oder abgehackt, wie man es gerade will. Bratmett wird immer frisch durch den Fleischwolf gedreht, haben wir tatsächlich aber nur einmal gekauft als die Beifahrerin sehnsüchtig nach Spagetti Bolognese verlangte. Ja, OK, einmal darf man das wohl auch in GRIECHENLAND essen.

Blick auf den Yachthafen von PYLOS, man achte auf die Felsen am Horizont

Nun denn.
Unsere umfangreichen Einkäufe für zwei bis drei Tage sind getätigt und jetzt geht es zum Ziel des heutigen Tages.

Denken wir jedenfalls.

Nach einer kurzen Fahrt durch große Olivenbaumplantagen auf einer sehr engen Nationalstrasse an der Ochenbauchbucht (VOIDOKILIAS) angekommen, werden wir erwartungsgemäß (weil vorher bei PARK4NIGHT gelesen) von blutrünstigen Mücken angefallen. Doch diesmal sind wir vorbereitet und schlagen mit allerlei Chemikalien auf der Haut zurück.

Parkplatz der Ochenbauchbucht

Recht trostlos hier.

Keine anderen Wohnmobile, dafür liegt aber im Gebüsch jeden Menge Toilettenpapier herum. Waren also welche da. Schauen wir mal. Durch ein paar kleine Dünen gelangen wir zur Bucht. Tatsächlich. Fast kreisrund. Wie mit dem Zirkel gezogen. Welcher Landschaftsarchitekt das wohl so genau hin bekommen hat? Der Strand ist OK und es bricht auch immer öfters die Sonne durch. Könnte also gut werden.

Übergang vom Parkplatz zur Ochenbauchbucht

Doch wollen wir hier ein paar Tage bleiben?

Nein, eher nicht.

Da, wo man mit dem Auto etwas abseits stehen könnte, kommen wir gar nicht erst hin. Mega-Weltreisemobile haben Mega-Mörder Fahrspuren hinterlassen. Wahrscheinlich haben die sich wie doof gefreut, endlich mal ihre 30 Tonnen im Matsch zu versenken.

Tiefe Fahrspuren bei der Ochenbauchbucht

Also, wohin?

In näherer Umgebung liest sich bei PARK4NIGHT nichts so richtig gut. Es ist schon 1300 irgendwas.

Wo war es denn richtig gut?

Ochenbauchbucht (VOIDOKILIAS)

Ah ja, da war doch was! So bummelig 50 Kilometer im Süden, da war doch so ein schöner Campingplatz direkt am Meer. Und ab Morgen soll ja auch die Sonne wieder scheinen.
So kehren wir, wie von einem unsichtbaren Gummiband gezogen, zurück zu dem Ort, von dem wir Morgens aufgebrochen waren. Haben wir auch noch nie gemacht. Oder halt, doch, einmal: Mit dem Dampfer. Gescheiterter Fluchtversuch von BORKUM. Selbst nach Jahren noch peinlich.

Ochenbauchbucht (VOIDOKILIAS)

Diesmal ist es anders. Freiwillige Entscheidung und keine ungesühnte Schandtaten auf dem Konto.

Einige wundern sich zwar, wieso wir wieder da sind, aber nach kurzer Erklärung nicken alle nur einmütig: Ja ja, hier in FINIKOUNDA ist es schön und hier kann man es durchaus länger aushalten.

Schön, das wir uns immer noch aussuchen können, was wir machen und wo wir schlafen.

Peter.

KNAUSi Technik: Lautsprecher

Unser Wohnmobil KNAUSi auf Basis FIAT Ducato haben wir 2019 gekauft.

Wir haben es neu von einem KNAUS Händler in Norddeutschland, so wie es bei ihm auf dem Hof stand, gekauft. Außer der Auto- und Wohnmobilserienausstattung waren bereits einige Extras verbaut, die wir mit kaufen „mussten“, wollten wir dieses Wohnmobil unser Eigen nennen. Wollten wir. Schließlich sollte es ja auf Reisen gehen!

PIONEER AVIC-EVO1 ausbauen: Erst mal die geklemmte Frontblende ohne Schrammen aushebeln

So bekamen wir auch an das Autoradio – oder besser Car-Multi-Media-System in unserem DUCATO.

Denn diese Eierlegendewollmilchsau kann nicht nur einfach UKW Radio abspielen, nein, auch das gar nicht mehr so neue Digitalradio DAB+ kann es, über USB Anschlüsse Musik von anderen Datenträgern abspielen, sich über Bluetooth mit Gott und der Welt verwinden, irgendwie ANDROID AUTO oder APPLE CARPLAY verwenden und so weiter und so fort.

PIONEER AVIC-EVO1 ausbauen: Von der Frontblende die beiden Stecker abziehen (auf links/rechts achten)

Europaweit kann es via GPS und entsprechendem Kartenmaterial das Fahrzeug und den Fahrer navigieren. Manchmal auf abenteuerlichen Wegen. Telefonieren kann man dank der eingebauten Freisprecheinrichtung natürlich auch. Und schließlich hat es auch noch die Funktion eines Bildschirms für die Rückfahrkamera bei eingelegtem Rückwärtsgang. Sehr sinnvoll.

PIONEER AVIC-EVO1 ausbauen: Das Autoradio ist (bei uns jedenfalls) mit vier TORX Schrauben in einen Rahmen verschraubt. Alle vier los drehen und aufpassen, das sie nicht in den Spalt fallen 😉

Dieses wahnsinnig vielfältige und edle Teil hat einen Namen und einen Preis: PIONEER AVIC-EVO1, knapp über 1.000 € Neupreis

So weit, so gut. Ging halt irgendwie in der viel üppigeren Fahrzeuganschaffung einfach so unter.

Tragisch nur, das die Helden, die das PIONEER Teil nachträglich in KNAUSi eingebaut haben, sich ganz offenbar nicht die Lautsprecherfrage gestellt haben. Vermutlich haben sie noch nicht mal über die Lautsprecher nachgedacht. Es ging wohl in erster Linie um NAVI und die Rückfahrkamera.

PIONEER AVIC-EVO1 ausbauen: Ein wenig vorsichtiges Gezerre, ein wenig getüddel und schon hat man den Kabelsalat, der hinten aus dem Radio herausragt, in voller Pracht auf dem Armaturenbrett

Denn nur so ließe sich erklären, das sie dieses edle Teil (hallo: 4×50 Watt Musikleistung!) einfach so an die Standard-Fiat-Ducato Lautsprecher angeklemmt haben. Und das sind natürlich die billigsten, die es überhaupt geben kann. Das muss ja so sein, sonst kann man den günstigen Fahrzeugpreis eines DUCATO bei der Herstellung gar nicht erst erreichen. Build to Budget. Wenn diese super einfachen Lautsprecher (bei eBay für unter 5 € zu haben, das Paar!) dann auch noch durch ein simples 08/15 Autoradio bespielt werden, ist die Audiowelt ja noch in Ordnung, weil in sich konsistent. Kann man mit leben, wenn man einfach so nebenbei Radio hören will.

Nun, ein jeder der Musik liebt und mit so einer unglücklichen Kombination konfrontiert ist, wird über kurz oder lang danach streben, bessere Lautsprecher in sein Auto zu verbauen.

So also auch der große Musikliebhaber der derzeitigen KNAUSi Besatzung. Es ist allerdings nicht so, das der andere Teil (oder schreibt man neudeutsch „die andere Teil“?) keine Musik mag. Nur anders. In erster Linie vielleicht leiser?

PIONEER AVIC-EVO1 Bessere Lautsprecher einbauen: Nicht nur auf DUCATO achten, sondern auch auf die Impendanz

Ein mal mehr:
Der sehr große Vorteil des DUCATO besteht darin, das es ein sehr weit verbreitetes Auto ist. Es gibt einfach alle mögliche Teile und viel wichtiger, es gibt eine große Anzahl von Menschen, die die Teile selbst verbauen. Einige dokumentieren als Pioniere ihre Projekte im Internet auf ihren Websites und/oder bei YOUTUBE. Und schon können so einfach gestrickte Menschen wie dieser DUCATO fahrende Musikliebhaber das abkupfern und einen kleinen Erfolg ihr Eigen nennen.

PIONEER AVIC-EVO1 Bessere Lautsprecher einbauen: Alte Lautsprecher in den Türen ausbauen – Abdeckung nur geklemmt

Schon klar:
Bei meinem Daimler stellen sich solche Aufgaben nicht. Da war & ist von Anfang an alles perfekt. Am liebsten höre ich Musik im Daimler 😉

„…wenn sie laut ist.“
(der unvergleichliche Herbert Grönemeyer in „Musik nur, wenn sie laut ist“)

PIONEER AVIC-EVO1 Bessere Lautsprecher einbauen: Alte Lautsprecher in den Türen ausbauen – Abdeckung mit vier Klemmen

Doch wie so oft, wenn man heutzutage ein technisches Problem lösen möchte:
Die Systemauswahl der neuen Komponenten ist extrem schwierig. Das war früher doch echt einfacher. Heute gibt es nicht nur eine Vielzahl von Anbietern und Geräten, sondern auch eine Internet Kakophonie von „Kritikern“, die mehr oder weniger fundiert das eine Gerät in den höchsten Tönen preisen oder ein anderes in Grund und Boden vernichten.

PIONEER AVIC-EVO1 Bessere Lautsprecher einbauen: Neue Lautsprecher in die Türen einbauen. Steckverbindung und Schrauben

Hein Blöd sitzt vor dem Bildschirm, liest, versucht zu verstehen. Und um so mehr Hein Blöd liest, um so mehr ist er verwirrt, verdutzt und wird immer planloser. Nicht das der Kaufpreis das entscheidende Kriterium wäre, es soll halt nur das „richtige Teil“ fürs „richtige Geld“ sein. Alles andere wäre ärgerlich. Früher was das teuerste auch einfach das Beste. Ist heute nicht mehr so. APPLE? Schließlich muss das Teil dann ja mit einigem Zeitaufwand eingebaut werden. Das kann zwar auch Spaß machen, aber eigentlich nur, wenn man dann auch Erfolg hat. Oder?

PIONEER AVIC-EVO1 Bessere Lautsprecher einbauen: Etwas mehr Fummelkram bei den Hochtönern
PIONEER AVIC-EVO1 Bessere Lautsprecher einbauen: Etwas mehr Fummelkram bei den Hochtönern – die Halterung der Sichtschutzbelnde muss gelockert werden.

Nun denn, die Lautsprecher ESX DCS 165, passgenau für unseren DUCATO sollten es also sein.

Mit Hilfe von YOUTUBE und GOOGLE (sprich, anderen Internet Seiten) gelang der Einbau dann auch völlig problemlos, ganz wie versprochen. Beim Ausbau der „alten“ Lautsprecher fiel noch mal deren billigste Machart besonders auf. Membranen aus Pappe, das Magnetgewicht entsprach in etwa dem einer Briefmarke.

PIONEER AVIC-EVO1 Bessere Lautsprecher einbauen: Etwas mehr Fummelkram bei den Hochtönern

Um einen satteren Sound zu erhalten, wurden auch noch schicke ALUBUTYL Dämmplatten in die Fahrzeugtüren geklebt, ganz so wie es die Spezialisten empfehlen. Wenn schon, denn schon.

Das Ergebnis: Sagen wir mal „Überraschend“.

PIONEER AVIC-EVO1 Bessere Lautsprecher einbauen: ALUBUTYL Dämmplatten einseitig selbstklebend

Anders, in den Mitten und Höhen besonders gut. Doch egal was man an der Eierlegendenwollmilchsau auch einstellte, der Bass war mager, sehr mager sogar. Dabei kommt es auf den doch genau an! Jedenfalls wenn man alleine im Auto ist.

Hm, braucht man vielleicht doch noch einen extra Basslautsprecher, auch SUB-WOOFER genannt?

PIONEER AVIC-EVO1 SUB-WOOFER einbauen: TS-WX130EA

UND/ODER habe ich etwa die falschen Lautsprecher gekauft?

Denn, das wurde mir erst viel später bewusst: Auf der Packung der Lautsprecher steht groß und breit: Impendanz 3 Ohm.

Da war doch was?

Im kleingedruckten der Einbauanleitung der Eierlegendenwollmilchsau steht im Abschnitt „Zu Vermeidung von technischen Schäden“:

„Warnung:
Verwenden Sie Lautsprecher über 50 W (maximale Eingangsleistung) und zwischen 4 und 8 Ohm (Impendanzwert). Verwenden Sie für dieses Gerät keine 1 bis 3 Ohm Lautsprecher.“

Tolle Wurst.

Das hatte ich vorher nicht gelesen (weil zu klein, falscher Abschnitt, wer liest schon „Warnung“?) und wenn etwas genau für das Auto angeboten wird, was man gerade fährt, vermutet man ja wohl, das es schon richtig sein wird.
Aber auch richtig: Woher sollen die Lautsprecherleute wissen, welches Autoradio man eingebaut hat?

PIONEER AVIC-EVO1 SUB-WOOFER einbauen: Ausgebaute Mittelkonsole

Dank Herrn GOOGLE erst mal Entwarnung:
Dass das Autoradio wegen der „falschen“ Lautsprecher stirbt, ist wohl recht unwahrscheinlich. Vielleicht, ganz vielleicht, wenn man stundenlang am Strand Poweplay bei voller Lautstärke machen würde. Eher unwahrscheinlich. Also nicht das WÜRDE, sprich WOLLEN, sondern eher das KÖNNEN, oder besser das DÜRFEN.
Aber vielleicht entfalten die Lautsprecher keinen Bass, weil sie die falsche Impendanz haben?

PIONEER AVIC-EVO1 SUB-WOOFER einbauen: Ausgebaute Mittelkonsole – SUB-WOOFER an der Unterseite mit Spitzschrauben über Kopf anbauen
PIONEER AVIC-EVO1 SUB-WOOFER einbauen: Ausgebaute Mittelkonsole – Rückseite: Die vielen flachen Pins sind der Grund für den Ruck. Beim EInbau unbedingt auf richtige Position achten, sonst knicken die einfach so ab

„…gib mir Bass, Bass“
(Jan Delay in „Türlich, türlich“)

Also auch noch ein SUB-WOOFER!

Geht der ganze Scheiß noch mal los!

Welches Teil?

Wie baut man das ein?

Welches Werkzeug?

Welcher Zeitbedarf für Anfänger?

PIONEER AVIC-EVO1 SUB-WOOFER einbauen: Zwei Kabel von oben – CHINCH für das Audiosignal und Steuerleitung

So viel wird schnell klar:
Der Einbau eines SUB-WOOFERS wird deutlich schwieriger als der Austausch der Standardlautsprecher. Grund: Das Teil muss extra an das Radio angeschlossen werden und braucht auch noch eine eigene Stromversorgung direkt von der Autobatterie. Und schließlich muss dieses Teil ja auch irgendwo hin.

Einmal mehr recherchiert was das Zeug hält, eine Kaufentscheidung („PIONEER TS-WX130EA„) getroffen und das Projekt gewohnt beherzt in Angriff genommen.

Wie gut das einen Seemann so leicht nichts erschüttern kann, glaubt man Hans Albers.

PIONEER AVIC-EVO1 SUB-WOOFER einbauen: Abzeig der Steuerleitung

Die schier unendliche Anzahl von Kabeln, die einem entgegen quillt wenn man das PIONEER AVIC EVO1 aus seinem DUCATO ausbaut, könnte einen sonst leicht aus den Socken hauen. Wer diese vielen Kabel wohl alle an dieses kleine Gerät getüddelt hat? Menschen oder Roboter?

Will man ordentlich Bass haben, braucht man Strom. Viel Strom. Daher wird der SUB-WOOFER direkt an die Autobatterie mit einer eigenen Sicherung angeklemmt. Damit der Bassmacher nun nicht die ganze Zeit an ist und so lange Strom verbraucht, bis die Starterbatterie leer ist (und der Anlasser keinen Saft mehr hat), wird das Teil über einen Soft-Switch gesteuert. Die Eierlegendewollmilchsau stellt für solche Fälle eine Steuerleitung zu Verfügung. Wird das Autoradio (egal wie) eingeschaltet, führt die Leitung ein wenig Strom. Darüber wird dann ein Bauteil im SUB-WOOFER wach und schaltet elektronisch den Hauptstrom ein. Und auch wieder aus, wenn das Autoradio aus geht (egal, warum).

PIONEER AVIC-EVO1 SUB-WOOFER einbauen: Funktionstest auf dem Fahrersitz 😉

Nun, die Steuerleitung war dank der Farbcodierung leicht zu finden. Doch da hing frecherweise schon etwas anderes dran: Die aktive DAB+ Antenne.

Na ja, wird schon richtig sein (?).

Das Audiosignal wird ganz normal über eine CHINCH Verbindung übermittelt, ebenfalls eigener Anschluss am Autoradio, ebenfalls leicht zu finden.

Verbaut wurde der SUB-WOOFER unter der Mittelkonsole. Zum einen bekommt man da alle Kabel leicht hin, zum anderen ist da gut Platz und zum Dritten bekommt man die mit einer Schrauber und einem Ruck recht schnell raus – man braucht etwas länger, um sie wieder rein zu bekommen. Aber wieder mit einem Ruck 😉

Nun denn, im wesentlichen hat dieses Projekt auf Anhieb geklappt. Wenn auch mit mehrmaligen Nervenkitzel, denn es sind schon verdammt viele Kabel!

Allein, in der Formulierung „im wesentlichen“ steckt Luft für etwas nicht funktionierendes.

Der SUB-WOOFER schaltet sich in 2 von 10 Fällen einfach nicht mit ein. Schaltet man dann das Autoradio aus und wieder ein, wird der SUB- WOOFER in 10 von 10 Fällen auch mit eingeschaltet.

Nach vielen Überlegungen:
Entweder der SUB-WOOFER hat ´ne ganz besondere Macke oder die DAB+ Antenne klaut beim Einschalten ab und zu zu viel Strom von der Steuerleitung und der SUB-WOOFER bekommt den Einschaltvorgang einfach nicht mit.

Die Dramatik:
Auf unseren gemeinsamen Wohnmobiltouren wird der viele Bass gar nicht unbedingt benötigt.

Oder besser: Nicht gewünscht.

Oder noch besser: Verboten.

Irgendwie beschleicht mich ja gerade der Verdacht, das dies nicht der letzte Beitrag zum Thema Lautsprecher im Wohnmobil gewesen sein könnte.

Peter.

P.S.: Wer auch so ein Projekt vorhat: Es gibt viele Einbauanleitungen. Einfach mal ausgiebig GOOGEL nutzen 😉

T14-17: Sticky FINIKOUNDA

Die Sonne.

Das Licht.

Dieses unbeschreiblich strahlend blaue Licht.

Die sehr angenehme Wärme, die einem am Strand umgibt. Eine leichte Briese weht übers Meer. Die Sonne erhitzt nicht etwa unangenehm, nein, sie wärmt die Haut.

Der Spruch kommt ja sehr cool daher, hinge er nicht…

Wir sind umgeben mit jungen Familien die ihre kleinen Kinder liebevoll umsorgen und die genauso wie wir dieses kleine Paradies Names ANEMOMILOS Campingplatz in der Nähe von FINIKOUNDA lieb gewonnen haben.
Wie immer, durch Zufall hier gelandet. In der ersten Sekunde für SEHR GUT befunden und beschlossen, so lange hier zu bleiben, bis die Sonne nicht mehr scheint. Der Campingplatz, die jungen Familien, die Sonne, das erinnert uns doch schwer an unsere (ur)alten Zeiten auf dem Campingplatz La Plage (längst Appartment-Neubauten gewichen) in MARSEILLAN PLAGE, SÜDFRANKREICH. Erstmals 1989 mit einem Wohnwagen besucht. Und oft wieder gekommen.

…am Eingang dieser Luxus-Appartments in FINIKOUNDA 😉

So kommt es im hier und jetzt dazu, dass der Fahrer Zeit zum Schreiben findet. So kommt es, das die Beifahrerin Zeit um Lesen von Büchern findet. Die Zeiten des Verschlingens sind gerade vorbei, denn die bisher noch nicht verschlungenen Bücher gefallen nicht besonders. Da verfällt man doch wohl wieder eher aufs Lesen.
Der Fahrer würde sich sehr gerne auch mal wieder in einem Buch verlieren, doch die innere Ruhe dafür hat er bisher nicht gefunden. Die kommt erst, wenn es nichts mehr zum Schreiben gibt. Frühestens. Vielleicht.

Am Strand des ANEMOMILOS Campingplatzes

Eigentlich ja auch doof.

Auf den tollen PELOPONNES zu düsen, in der Sonne zu bruzeln, aber im Kopf schon die beiden nächsten Reisen zu haben.

Auf der anderen Seite: Nur wenn man unterwegs ist kann man die weiteren Schritte auch wirklich authentisch planen. Zu Hause auf dem Sofa wird das nix. Da wird nur theoretisiert. Wenn überhaupt. In jedem Fall dummes Zeug gekauft, was in der Praxis völlig unerheblich ist.

Linke Begrenzung des Strandes am Campingplatz ANEMOMILOS , Peloponnes, Griechenland

Nun denn. Der kurze Ortsbericht.

Der Ort FINIKOUNDA ist zwar OK, kleiner Hafen, zwei Schlachter, ein kleiner und ein großer Supermarkt. So weit, so gut. Ungefähr 1.000.000 Tavernen machen ihn aber zu einem Touristenort des höchstem Reinheitsgebots. Jetzt in der Nachsaison sicher überhaupt kein Problem, aber im Sommer wird das hier wohl die Hölle auf Erden sein. Es soll ja Menschen geben, die so eine Hölle gut finden und genau deshalb an solche Orte kommen.

Hafen von FINIKOUNDA, Peleponnes, Griechenland

Ist ja auch gut so, wir können ja nicht alle im Himmel landen. 😉

Der Campingplatz ANEMOMILOS ist in Terrassen perfekt angelegt. Die Sanitäranlagen sehr schick und wenn man was sucht, was doof sein könnte: Es gibt kein Toilettenpapier. Muss man selber mit bringen. Und in Eimer schmeißen. So ein beschissenes Stück Papier ist wohl (immer noch) ein großes Problem bei der Entsorgung.

2021 – Das Jahr des ungelösten Toilettenpapier-Problems:
In der CORONA Kriese weltweit gefühlt zu wenig vorhanden, doch seit Jahrzehnten schwer zu entsorgen. Ebenfalls weltweit.

Stellplatz auf dem Campingplatz ANEMOMILOS bei FINIKOUNDA, Peleponnes, Griechenland

Was für ein Thema.

Für Dienstag ist Regen angesagt, da werden wir mal wieder weiter ziehen. Ein paar Kilometer Richtung Norden, in die Ochenbauchbucht. Soll tatsächlich so heißen.

Samstag müssen wir schon wieder in PATRAS sein, wollen wir die gebuchte Fähre erwischen.

Wollen wir bestimmt.

Weihnachten zu Hause ist auch was sehr schönes.

Peter.

Bei FINIKOUNDA, Peleponnes, Griechenland

KNAUSi Technik: LED Scheinwerfer

Unser Wohnmobil KNAUSi auf Basis FIAT Ducato haben wir 2019 neu gekauft.

Zur Serienausstattung gehörten herkömmliche H4 Scheinwerfer, merkwürdigerweise aber schon ein modernes LED Tagfahrlicht.

Das Foto war gar nicht so einfach zu machen, zeigt aber sehr deutlich den Unterschied von LED zu H4 Birnen

Ein jeder, der den Unterschied zwischen normalen (besser: alten!) H4 Abblend- und Fernlicht zu XENON oder LED Abblend- und Fernlicht kennt, wird zustimmen:

Ein Unterschied wie Tag & Nacht.

(Wie platt)

Man baut den ganzen Scheinwerfer aus – der ist mit nur zwei TORX Schrauben am Fahrzeug montiert.

Das moderne LED Licht ist so viel heller, so viel besser, das man eigentlich heulen müsste, wenn man nur H4 hat.

Und in der Konsequenz auf Nachtfahrten verzichten. Im dunklen mit verheulten Augen, da sieht man wohl gar nix.

Den Anschlussstecker VOR dem Lösen der TORX Schrauben am grauen Sicherungsring entriegeln und abziehen.

Doch hier kommt er, der technische Fortschritt, von denen unter anderem AUDI („Vorsprung durch Technik“) und die FDP („Nix tun, abwarten. Einfach auf den technischen Fortschritt vertrauen“) immer wieder gerne sprechen.

In diesem Fall hat OSRAM was für den technischen Fortschritt getan. Die haben LED Birnen im H4 Sockel entwickelt und sie beim Kraftfahrt-Bundesamt zum nachträglichen Einbau in Fahrzeugen mit H4 Licht zugelassen.

Die neuen OSRAM LED NIGHT BREAKER haben am hinteren Ende einen elektrischen Lüfter und einen eigenen Stecker mit Kabel für den elektrischen Anschluss

Das Problem dabei:
Jedes einzelne Fahrzeug, sogar jeder einzelne Scheinwerfertype muss einzeln zugelassen werden. Hut ab, ihr Leute von OSRAM, das ihr diese Odyssee durch die deutschen Zulassungsbestimmungen auf euch genommen habt! Vermutlich stimmt die Marge.

Nun denn. Im Mai 2021 war es dann soweit. OSRAM hat die Zulassung für ihre OSRAM NIGHT BREAKER LED Birnen auch für den Vorgänger FIAT DUCATO erwirkt und somit stand einer Umrüstung nichts im Wege!

Zieht man den Scheinwerferstecker erst nach lösen der TORX Schrauben ab und hat keine dritte Hand, die einen Putzlumpen zwischen Scheinwerfer und Kotflügel-Plastik bekommt, gibt es halt Kratzer…

Denn, das ist der Clou an der Geschichte: Das kann man beim DUCATO selber machen!

OK, man braucht noch einen TORX Schraubenzieher der Größe 27 und einen ordentlichen Putzlumpen, um Kratzer am vielen Plastik umzu zu vermeiden.

Und YOUTUBE, denn da ist in vielen Videos zu sehen, wie man diesen Umbau am Besten macht.

Wenn selbst der Schreiber dieser Zeilen in weniger als 15 Minuten die (in Fahrtrichtung) Rechte Seite umgerüstet hat (OK, mit Schrammen), die Linke danach aber in 10 Minuten ohne Schrammen, dann kann es wohl wirklich jeder. Oder jede. Neudeutsch.

Eine OSRAM LED Birne kostet 50 €, will man es beim DUCATO richtig machen, braucht man 200 € und den Schraubenzieher.

Es lohnt sich.

Wir sind nun schon öfters in der Nacht gefahren und es ist einfach nur klasse. Und somit jeden Euro wert!

Danke technischer Fortschritt!

Danke OSRAM!

Also nachmachen, wer einen FIAT DUCATO sein Eigen nennt!

Peter.

P.S.:
Der Schreiber dieser Zeilen gibt unter Druck zu, das er zusammen mit seiner lebenslangen Begleiterin 50 (oder so) unglückliche OSRAM Aktien im gemeinsamen Aktiendepot hält, die wir im Rahmen der SIEMENS Abspaltung irgendwann einfach so bekommen haben. Aber die leuchten trauriger Weise bei weitem nicht so doll wie die neuen NIGHT BREAKER unserem DUCATO.

Echt jetzt!

Kein Scheiß.

T12&13: Kalamata, OCHI Tag

Bei strahlend blauem Himmel, aber immer noch mit sehr viel Wind verlassen wir KAP MATAPAN im Süden des MANI.

Am KAP MATAPAN

Für die Rückfahrt nach Norden haben wir uns die Westroute vorgenommen. Wie anders dieser Weg im Vergleich zu der sensationellen Ostroute vom Vortag. Sehr viel touristischer, sehr viel langweiliger. Nun, egal. Wir fahren ja nur hier entlang, weil wir nach KALAMATA wollen. Nach PATRAS die zweitgrößte Stadt der PELOPONNES.

Wie eine Filmkulisse: Die Wohntürme des MANI

Unterwegs machen wir Station in AREOPOLI, eigentlich nur zum Einkaufen. Doch dann laufen wir ein wenig in der geschäftigen Stadt herum, die in den letzten Vorbereitungen für den morgigen OCHI Tag steckt.

Wir bereiten uns auch vor: Bei einem Straßenhändler kaufen wir eine große Griechenlandflage an einem blau-weißen Mast. Wir sind dabei, beim großen Feiertag!

Auf dem Weg nach KALAMATA

Für KALAMATA haben wir uns einen Campingplatz in der Nähe der Stadt ausgesucht, weil wir unser Auto sicher abgestellt wissen wollen und auch ein wenig die Infrastruktur namens Waschmaschine nutzen werden.

Der FARES Campingplatz ist erstaunlich voll und wir bekommen nur noch einen schattiges Plätzchen. Im Sommer sicher sehr begehrt, jetzt im Herbst eher ein Kompromiss. Wir richten uns häuslich ein, denn wir wollen zwei Nächte bleiben. Die teils verschmähenden Kommentare bei PARK4NIGHT über diesen Platz können wir nicht gelten lassen. Alles hier ist ordentlich und sauber, vielleicht nicht ganz neu. Wer goldene Wasserhähne auf einem Campingplatz sucht, soll nach ITALIEN fahren. Die bekommt er da vielleicht auch nicht, aber bezahlt dafür.

 Wir schmücken unser Auto mit der zuvor eigens angeschafften Griechenland-Flagge. Denn wir wollen ja mit feiern.

OCHI-Tag in Griechenland: KNAUSi festlich geschmückt!

Im letzten Jahr sind wir ja eher durch Zufall in den OCHI-Day in NAFPLIO am 28. Oktober eines jeden Jahres gestolpert. Diesmal haben wir uns bei WIKIPEDIA mal richtig schlau gelesen. Das ist ja schon eine tolle Sache, dieses WIKIPEDIA. Findet man in der Regel immer kurz und prägnant alles Wissenswerte zu einem Ort, einem Tag oder Begriff. Daher verlinke ich ja in diesem Blog viel auf WIKIPEDIA und schreibe nicht umformuliert davon ab. Wir spenden seit Jahren monatlich fünf Euro für die Organisation, die das Lexikon der Lexika am Leben erhält. Kann jeder machen. Mit Spendenquittung. Nichts ist umsonst.

OCHI-Tag: Schülerin vorweg, Lehrer (zeitweilig auch als MAN-IN-BLACK tätig) hinterher

Neben dem Beitrag zum OCHI-Day könnte man noch diesen Beitrag über die jüngere griechische Geschichte lesen – fast schon spannend geschrieben. In jedem Fall sinnvoll zu lesen, um diesen OCHI-Day zu verstehen.

Denn an diesem Tag marschieren landesweit die Schulklassen, (politische?) Vereine und wo vorhanden das Militär durch die Städte um das ganze Land, sich selbst zu feiern. Sich dafür zu feiern, einmal an der richtigen Stelle in der Geschichte NEIN gesagt zu haben.
Genau genommen hat zwar der damalige Diktator NEIN gesagt, aber alle fanden es richtig.

Zuschauer beim OCHI Marsch durch KALAMATA

Da stehen wir so in der mit Mund-Nasenschutz geschützten Menschenmenge und der Fahrer denkt: Mensch, so einen „wir feiern uns selber Tag“ sollten wir auch in Deutschland haben!

Und kommt kurz später darauf:
Den haben wir doch längst! Am 3. Oktober begeht Deutschland den Tag der Deutschen Einheit und hat mit diesem durchaus einmaligen Ereignis wohl das Recht, sich ordentlich selbst zu feiern. War schon eine tolle Sache, die deutsche Wiedervereinigung! Doch marschiert da auch nur einer für die erkämpfte Freiheit durch die Städte um an diese grandiose Tat zu erinnern?

OCHI Tag in KALAMATA (Entschuldigung für die schlechte Bildqualität)

Nein, machen wir nicht.

Eine „zentrale“ Feier muss im super effizienten Deutschland reichen. Marschieren ist sowieso verpönt und Nationalstolz sowieso. Müsste man ja nicht übertreiben, das Ganze. Aber uns selbst einmal im Jahr sichtbar für alle Respekt zollen, so schlecht wäre das wohl nicht.

Die Schulklassen werden unauffällig von ihren Lehrern oder (seltener) von ihren Lehrerinnen begleitet. Alle, die marschieren haben eine todernste Miene aufgesetzt. Kein Schulkind feixt, lacht oder albert herum. Dem Ernst der Sache angemessen.
Die Zuschauer entlang des Marsches applaudieren, wenn die ihren vorbei kommen. Und machen Fotos. Stolz darauf, das ihr Kind dabei ist.

OCHI Tag in KAMALATA

Die Marschmusik an diesem 28. Oktober 2021 in KALAMATA kommt die ganze Zeit aus den Lautsprechern. Die Lautsprecher verstummen, als ganz am Ende des Zuges noch eine richtige Blasmusikkapelle marschiert und ordentlich auf spielt. Und nach anderthalb Stunden (oder so) ist die Sache durch und die Menschen ziehen gut gelaunt durch die Straßen von KALAMATA. Ruhig, ausgelassen, besonnen. Keine Schreihälse oder besoffene Idioten weit und breit. Sehr angenehm.

Am OCHI Tag in KALAMATA

Weniger angenehm ist, das an diesem hohen Feiertag die Nahverkehrsbusse (offenbar) nicht fahren. Jedenfalls haben wir Morgens auf dem Weg in die Stadt keinen gesehen/gefunden und entsprechend müssen wir am Nachmittag wohl oder übel den langen Rückweg noch mal zu Fuß hinter uns bringen. Das gelingt, natürlich. Und die geschundenen Knochen werden nach Rückkehr auf den Campingplatz bei einem Bad im Meere unverzüglich besänftigt. 

Geht doch.

Geht alles.

Wenn man nur will.

Peter.