HORNET 33: Boatjobs 01

Von einer gewissen Ideenlosigkeit geplagt werden technische Berichte zu unserem aktuellen Segelboot STÖERTEBECKER vom Typ HATECKE HORNET 33 im folgenden mit „Boatjobs“ betitelt.
Zu STORMVOGEL Zeiten hießen diese technischen Beiträge ja viel schöner „Zur Lage„, aber dieser Titel hat sich auch erst nach Monaten auf der Reise der Reisen so ergeben.

Nun denn.

Hier im Schnelldurchlauf eine Übersicht der aktuell laufenden Bootsprojekte zur allgemeinen Orientierung. Wo es mir sinnvoll erscheint werden in Zukunft auch detaillierte Berichte über einzelne Baustellen erscheinen wenn die denn mal ein (vorläufiges) Ende finden.

Here we go:

a) Winterlager:
Es scheint so das STÖRTEBECKER den strengen Winter in seinem einsamen, kalten Außenlager an der Elbe halbwegs gut überstanden hat. Leider hat die ursprünglich so toll aussehende Dachkonstruktion der Schneelast nicht stand gehalten und ist weitestgehend eingesackt. Teilweise sind Holzlatten unter dem Gewicht des vielen Schnees gebrochen, teilweise hat es auch simple Spaxschrauben zerlegt. Was für ein eledinger Chinaschrott!

HORNET 33: Unzureichende Dachkonstruktion im Winterlager

Nun, der offenkundig naive Dachstuhlkonstrukteur hatte beim Bau alles außer Schnee im Kopf und war dann doch ob der weißen Pracht etwas überrascht.

Zum Glück war die verwendete Bootsplane nagelneu und hat Schnee, Schmelzwasser und Regen trotz mieser Dachkonstruktion vom Bootsdeck fern gehalten. Während es zu Schneezeiten im Januar unmöglich war die Dachkonstruktion zu stabilisieren waren wir anschließend auf Reisen und konnten daher nach Rückkehr erst Ende März wieder tätig werden.
Zum einen konnten die beiden Deckseen einfach mit einer Teichpumpe abgepumpt werden, zum anderen konnte der Dachstuhl nun notdürftig geflickt werden damit das frühjährliche Regenwasser keine neue große Badeseen an Deck anlegt.

HORNET 33: Schmelzwasser an Deck – zum Glück war die Plane neu!

Unter Deck sieht es gut aus. Es ist kein Wasser in das Boot eingedrungen. An der WC Pumpe scheint Frostschutz ausgetreten zu sein. Warum ist im Moment schleierhaft, aber wenn die Pumpe der einzige Frostschaden wäre, wäre der Schreiberling wirklich happy.
Denn irgendwo in MAROKKO ging ihm des Nachts durch den Kopf das beim Einwintern des Bootsmotors der innere Kühlkreislauf nicht ausreichend auf Frostschutz überprüft wurde. Ein wohlmeinender Mitreisender meinte tröstlich: Du kannst hier & jetzt sowieso nichts ändern. Stimmt.
Nun, der Ausgleichsbehälter am Motor sieht gut aus, wenn der tatsächlich eingefroren wäre, hätte man wohl nun irgendwo Kühlmittel entdecken müssen?

Etwas verwirrend hingegen ist das fehlende Frostschutzmittel im Seewasserfilter. Das rote Zeug kann man aber sehr gut in den Seewasserschläuchen erkennen. Logisch, wir haben ja auch viel Frostschutz in den Seewasserkreislauf gekippt.

HORNET 33: Kühlmittelbehälter des inneren Kreislaufs

Was vermutlich passiert ist:
Beim zweiten Slippen im letzten Jahr haben wir das Seeventil am Saildrive wieder aufgemacht für den Fall das wir die Maschine brauchen und danach offenbar nicht wieder geschlossen und mit Frostschutz erneut aufgefüllt. Vermutlich ist das kein Problem weil ja nur der Frostschutz aus dem Seewasserfilter fehlt und die Zuleitung ganz offensichtlich leer ist. Da kann ja dann auch nichts einfrieren.

Also denn. Allzeit bereit für Überraschungen. Wie immer auf einem Boot.

b) Kajüttüren und Pinne:
Die richtig schicken Türen einer HORNET 33 und die Pinne wurden schon im Dezember zu Haus in ELMSHORN überholt. Komplett bis aufs Holz herunter geschliffen in der kalten Garage, mit MAHAGONI gebeizt und acht mal (!) mit Bootslack im kuschelig warmen Hausflur lackiert. Zwischenschliffe selbstverständlich in der Garage. Wie gut das die lebenslange Begleitung versteht, das im Winter auch das ansonsten klinisch saubere Wohnhaus als Werkstatt herhalten muss.

HORNET 33: Kajüttüren vor Überholung

Nun muss „eigentlich“ nur noch der Holzrahmen am Niedergang abgeschliffen und lackiert werden. Sicher, wenig Fläche, aber durch die vielen aufzutragenden Lackschichten und das Zwischenschleifen braucht man mindestens 8 Kalendertage dafür. Aber erst, wenn STÖRTEBECKER in der Bootshalle steht.

HORNET 33: Überholte Kajüttüren, Rahmen ToDo

c) Sprayhood:
Der Bezug der Sprayhood sollte „nur“ gereinigt und das Gestänge „nur“ poliert werden. Daher komplette Demontage vom Boot und Lagerung in der heimischen Garage. Nach Rückkehr aus MAROKKO den Bezug mit Seifenlauge und weicher Bürste gereinigt und danach drei mal mit wachshaltigem Imprägnierspray aus der Drogerie besprüht. Einen kleinen Grünschimmer kann man noch erkennen, aber irgendwas ist ja immer.
Das Polieren des Edelstahlgestells und der Edelstahlbeschläge war schon fast eine entspannende Stillübung, der Zusammenbau dann absolut nicht. Einen solch unhandlichen Mist mit dem Gestänge muss man erst mal fabrizieren. Eigentlich hätte man das Teil jetzt zu Schrott verarbeiten sollen, aber ein Blick auf die Kosten eines einzelnen Beschlags motivieren dann doch zur Nutzung des vorhandenen.

HORNET 33: Sprayhood zum imprägnieren aufgehangen, Scheiben abgeklebt

Ein paar Madenschrauben in den entsprechenden Größen wurden schon vorher beschafft, denn viele „alte“ waren so verbogen das man sie nicht mehr verwenden konnte. Logisch: Was nicht richtig passt, wird mit viel Kraft passend gemacht und da denkt sich so eine kleine Madenschraube auch ihren Teil und gibt einfach mal nach.

d) Saildrive und Propeller:
Eigentlich wollten wir ja erst dann ernsthaft mit Bootsarbeiten loslegen, wenn wir vor dem zu Wasser lassen noch für ein paar Wochen in eine Bootshalle kommen. Doch die leert sich aktuell zum Saisonbeginn sehr langsam und in der Tat kann man ja auch einige Dinge wirklich im Außenlager gut erledigen, wenn das Wetter mit spielt.

HORNET 33: Saildrive und Propeller vor Wartung

Auf der ultimativen EXCEL Liste steht:
„Wartung Saildrive und Propeller“. Nun ja, etwas mehr darf es dann ja schon sein. Die äußere Gummimanschette sieht gammelig aus, die Farbe am Saildrive ebenfalls und der kostbare VARIOPROP von SWP braucht wohl auch etwas mehr Liebe?

Überrascht, wie schnell und einfach der Propeller demontiert werden konnte. Eigentlich waren alle Schrauben recht locker, das ist wohl gut & schlecht zu gleich. Die Zinkanode am Saildrive muss erneuert werden, das Teil hing nur noch locker an einer Schraube.

HORNET 33: VARIOPROP abschmieren

Neben kleben, schleifen, lackieren und fetten steht noch ein Saildrive Ölwechsel auf dem Zettel. Vermutlich folgt ein detaillierter Bericht nach Projektabschluss, hat doch eine ordinäre Spraydose das bisherige Arbeitsergebnis etwas versaut. Aber dazu später mehr.

Soweit die Übersicht.

Als ehemaliger Projektmanager stört mich ein wenig die aktuelle Vielzahl von laufenden Projekten, aber auf der anderen Seite gibt es im Moment auch bei schlechtem Wetter immer (irgendwo) was zu tun.

Heiter weiter!

Peter.

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