HORNET 33: Boatjobs 02

Hier ein neuer Status zu den zahlreichen STÖRTEBECKER Baustellen. Es geht voran und mittlerweile hat sich sogar ein Segelzeitfenster geöffnet: Im Juni kann und soll gesegelt werden! Da macht es ja wohl durchaus Sinn das der Dampfer fertig wird, denn Juni 2026 ist gemeint. Ach was?

Diesmal geht es um:

a) Saildrive & Propeller
b) Rahmen Niedergang
c) Gelcoat Kratzer, Polieren und Wachsen
d) Neue Winschen und Fallenstopper
e) Pertoleumherd OPTIMUS 155

Wie bereits mal erwähnt ist die Vielzahl der laufenden Boatjobs an STÖRTEBECKER (HORNET 33) nicht nach des Schreiberlings und designierten Skippers Geschmack. Zu viele Aktivitäten gleichzeitig bedeuten in jedem Projekt immer wieder, irgendwann, Chaos.

Im Einzelnen:

a) Saildrive & Propeller
Das Projekt ist tatsächlich abgeschlossen! Hurra! Den alten Anstich von Propeller und Saildriveschaft bis auf das Metall heruntergeschliffen. Die Lackierung des Saildriveschacht war sehr ernüchternd. Die Idee war, einfach Sprayflaschen für Grundierung und Antifouling zu verwenden. Blöd nur das die „HEMPEL PROP PRIMER“ Spraydose ihren Inhalt nicht nur in Zielrichtung versprühte, sondern auch munter um den Spraykopf herum verteilte. Irgendwie kaputt, der Kopf, die Dose oder der Torfkopp von Bediener.

SAILDRIVE SD140 und SWP Varioprop Propeller an einer HORNET 33

Obwohl nie Graffitikünstler gewesen so einige Spraydosen im Leben verbraucht. So ein elendiger Schweinkram war denn mal neu.

So erklärt sich denn auch die etwas verlaufene Oberfläche. Hätte schöner werden können. Sollen. Müssen! Auf der anderen Seite: Das Teil ist ja unter Wasser! Ha, du miese HEMPEL Dose, da staunst Du, was?

Den kostbaren SWP VARIOPROP Propeller mit dem noch kostbareren Spezialfett von SWP („Spezial Fett EP/SAL„) und neuem Schmiernippel nach erfolgter Montage auf der Welle endgültig abgeschmiert und dabei tatsächlich nochmals Seewasser aus dem Gehäuse gedrückt. Aber genau dafür macht man das ja auch. Jedes Jahr.

Die äußere Manschette des VOLVO PENTA SD130B Saildrive gemäß Anleitung von SVB erneuert. Wobei die Anleitung vermutlich recht spaßig am grünen Tisch entstanden ist und dabei die tatsächlichen Gegebenheiten während der Montage unter einem Boot darin keine Beachtung fanden. Das Aufbringen des Klebstoffes kann wohl erst dann erfolgen, wenn die Manschette schon halb aufgezogen ist. Wie man in der Position den Klebstoff gleichmäßig verteilt wissen wohl nur geübte Dauerkleber?

SWP Varioprop an SD130: Madenschrauben zur Sicherung der Hohlschraube, darin Sicherungsschraube

Beim Aufsetzten des Propellers auf der Saildrivewelle noch mal ordentlich das gute SWP Spezialfett verwendet. Die große Propellerholschraube und die kleinere Sicherungsschraube mit LOCTIDE eingesetzt obwohl in dieser fettigen Umgebung Zweifel an der gewünschten Haftbarkeit bestehen. Aber zum einen beide Schrauben fest angezogen und zum anderen gleich zwei Madenschrauben zur Sicherung der Propellerholschraube eingesetzt, ebenfalls mit LOCTIDE. Das wird ja wohl halten (?).

Die Wellenanode ersetzt weil die alte nur noch an einer Schraube hing, die Propelleranode hingegen war noch brauchbar.

Schließlich den Propeller noch mit „YACHTICON Anti Pockenfett“ eingeschmiert. Schauen wir mal, wie dieses edle Teil im Oktober nach fünf Monaten im Wasser aussieht.

b) Niedergang Rahmen
Auch die Lackierarbeiten sind abgeschlossen. Juchhu. Nach dem im Winter ja schon im häuslichen Flur die Kajüttüren und die Pinne lackiert wurden, musste nun noch der Holzrahmen am Niedergang geschliffen, gebeizt und lackiert werden. Letzteres wieder acht mal mit Zwischenschliff. Wenig Fläche, aber an acht aufeinander folgenden Tagen zu erledigen.

HORNET 33: Vernachlässigter Holzrahmen am Niedergang

Das ging natürlich erst als STÖRTEBECKER einen Platz in der Bootshalle ergattern konnte. Merkwürdiger Weise gehen in diesem Jahr die Boote nur recht langsam ins Wasser – alle warten wohl auf das schöne Wetter?

c) Gelcoat Kratzer, Polieren und Wachsen
Schon von Vorteil wenn in der Familie ein Fachmann für alle GELCOAT Arbeiten verfügbar ist. Der auf der Überführung von TRAVMÜNDE nach ELMSHORN auf FEHMARN eingefahrene schlimme GELCOAT Kratzer wurde in zwei Tagen (wg. zwischenzeitlich notwendiger Aushärtung des Materials) fachmännisch unsichtbar ausgebessert.

HORNET 33: Übler Gelcoatkratzer durch Fahrfehler am ersten Seetag

Blöd nur das eben jener familiär sehr nahestehende Fachmann sinngemäß meinte:
„Ey, Alter, den Dampfer musst Du aber schon noch polieren und wachsen. Das lohnt sich!“.

Der Schreiberling möchte an dieser Stelle nicht von Motivation schreiben sondern eher von massiven Sozialdruck der ihn dazu bewog, das ganze Überwasserschiff zu polieren und zu wachsen. Eigentlich ist eine solche Aufgabe ja nur ein verkapptes Trainingsprogramm für vernachlässigte Schreibtischarme. Nach anderthalb, maximal zwei Stunden nichts als Pudding in den Oberarmen und, natürlich, am nächsten Tag Muskelkater. Wieso hat eigentlich noch keiner freischschwebende Poliermaschinen erfunden, die man nur an die Bordwand andrücken muss? Wie jetzt, Schwerkraft? Im Ernst?

HORNET 33: Zwischenstand Kratzer vor Schliff und Politur

Nun, irgendwann entstand dann doch so was wie Motivation denn der VORHER / NACHHER Unterschied entpuppt sich schon auf den ersten Blick als gravierend. Dachte man vorher die Bordwand sei auspoliert und völlig im Eimer denkt man nun eher an einen Spiegel. Unglaublich wie gut dieses 45 Jahre alte GELCOAT noch in Schuss ist! Vermutlich hielt sich die Polierleidenschaft der Voreigner ebenfalls sehr in Grenzen und ließ so über die Jahre genügend Substanz für den aktiven Restverwerter über?

HORNET 33: Links nicht poliert, rechts poliert

Unglaublich, was für ein Bohay um polieren und wachsen von Booten gemacht wird. Tausende Mittelchen in allen Preisklassen versprechen einfachste Anwendung und schnellste beste Ergebnisse.

Der Fachmann im Hause hingegen gibt einfach nur klare Order:
Zum Polieren nimmst Du eine Maschine mit regelbarer Drehzahl, so langsam wie möglich einstellen. Auf den festen Schaumstoffteller legst Du einen Streifen „MIRKA 45 POLARSHINE„, massierst das Zeug mit der Maschine ordentlich & kraftvoll ein und wischst hinterher mit einem Mikrofasertuch die Reste ab bis es schön glänzt. Danach dann „3M Perfect It Boat WAX“ mit einem Mikrofasertuch kreisend verteilten und direkt im Anschluss mit einem sauberen Microfasertuch sauber wischen.

Tja, die Arme sind nach Tagen des polieren und wachsens gefühlt zwar abgefallen aber der Dampfer sieht außenbords so was von schick aus! Kein Gedanke mehr daran das die Außenhaut mal lackiert werden müsste. Nie und nimmer!

d) Neue Winschen und Fallenstopper
Ein größeres, noch laufendes Projekt ist der Ersatz der nicht selbstholenden Winschen und Curryklemmen im Cockpit. Die HORNET 33 fährt hier noch ein altes Layout in dem die Klemme hinter der Winsch sitzt.
Heutzutage hat man einen Fallenstopperblock vor einer selbstholenden Winsch. Das ist so was wie Evolution, weil einfach schlauer, weil einfach einfacher zu bedienen.

HORNET 33: Altes Cockpit Winsch/Klemmen Layout

Neben den horrenden Kosten für selbstholende Winschen und Fallenstopper die letztlich ja nur weh tun gibt es bei deren Montage aber ein echtes Problem. Das Deck im Cockpit der HORNET 33 ist nicht plan sondern verfügt auf jeder Seite über drei GFK Podeste, auf denen die alten Winschen und Klemmen montiert wurden.
Die radikale Idee wäre, die Podeste abzusägen und ein neues, planes GFK Deck darauf zu bauen.

Die kreative Idee, Urheberschaft familiär nahestehender Fachmann (siehe oben), besteht darin, auf die GFK Podeste eine massive Edelstahlplatte zu setzten und diese in die vorhanden Bohrlöcher samt vorhandenen Gewinden zu verschrauben.

HORNET 33: Neues Winsch/Fallenstopper Layout – eigentlich ganz einfach: Ersetzte Karton durch Edelstahl

Also muss eine Schablone angefertigt werden damit ein Metallbauer die Platte samt Bohrlöchern herstellen kann. Man ahnt es schon, die Herausforderung besteht in der Genauigkeit der zu platzierenden Bohrlöcher für die Verschraubung an Deck.
Aber der Metallbauer hat auch eine gute Idee. Aus der Pappschablone macht er erst mal eine Konstruktionszeichnung im Computer, damit die computergestützte Schneide- und Bohrmschiene ein dünnes Blech zur Anprobe herstellen kann. Wenn diese dünne Metallschablone dann 1A passt, wird erst die dicke Platte (angepeilt sind 8mm) gebaut. Weil ja schon alles im Computer ist, geht das dann schnell.
Klar, so was kostet echtes Geld (ist ja auch echte Arbeit) aber im Fahrwasser der teuren Winden und Fallenstopper geht das Teil einfach so unter. Gebrauchte Komponenten waren keine Option: Kaum Angebote und wenn, dann teurere als die Weihnachtsangebote der Wassersportversender.

Schauen wir mal, wie das weiter geht. Rückfallposition ist die Montage der alten Gerätschaft. Echt ungern, aber machbar.

e) Petroleumherd OPTIMUS 155
Nach Recherche wurden die HORNET 33 Yachten damals mit Petroleumherden vom Typ OPTIMUS 155 ausgerüstet. Kardanisch in einer entsprechend groß dimensionierten Herdmulde der Kombüse aufgehangen. Vielleicht nicht wirklich schön, aber enorm zweckmäßig.

HORNET 33: OPTIMUS 155 – genau da soll das Petroleum nicht verbrennen!

Die Lücke:
So ein Herd fehlt an Bord des STÖRTEBECKER´s. Die Voreigner haben im Hafen mit 220 Volt elektrisch auf einem mobilen Ceranfeld gekocht. Unterwegs oder vor Anker vermutlich mit einem mobilen Gaskocher, jedenfalls fand sich so einer samt Gasflaschen an Bord. Mobiles Gas ist an Bord eines Bootes wohl keine gute Idee. Der Aufwand für eine moderne stationäre Gasherdlösung, die auch noch abnahmefähig wäre, ist enorm.

Also Rückbau auf altbewährtes und via KLEINANZEIGEN.DE einen alten OPTIMUS 155 beschafft. Nur eine handvoll Menschen kümmert sich noch aktiv um diese Geräte, entsprechend hoch werden Ersatz- oder Zubehörteile auf dem Gebrauchtmarkt gehandelt.

HORNET 33: Links ein sehr schöner Brenner, Rechts Flammenwerfer

In welchem Zustand genau man einen ganzen Herd erwirbt stellt sich wohl immer erst hinterher heraus, aber OPTIMUS 155 Herde mit Topfhaltern und vollständiger Kardanischer Aufhängung samt Kontergewicht sind extrem selten zu finden. Mit Glück zu einem wirklich vernünftigen Preis so ein Teil geschossen, leider stellt sich im Probebetrieb heraus das ein Brenner dicke Backen macht und das unter Druck stehende Petroleum unterhalb der Brennschale austritt und Flammenwerfer mäßig seitwärts verbrennt. So kann man den Herd vergessen.

Einzig wirklich sinnvolle Lösung:
Einen nagelneuen Brenner vom Typ „HANSE No. 1“ kaufen und einbauen. Der kostet in diesem Fall leider genau so viel wie der ganze Herd, aber, so die Hoffnung, er hält denn auch ein Leben lang. Jedenfalls Restleben, vom wem oder was auch immer.

Aus Respekt vor dem Kaufpreis wird der Einbau und Test des neuen Brenners munter verschoben, muss man wohl auch in der richtigen Stimmung für sein. Immerhin wird in der Zwischenzeit immer mal wieder der Herd poliert und optisch auf Vordermann gebracht. Einbauen kann man ja den Herd immer mal bevor es mit der Segelei wirklich los geht.

Soweit zu den aktuellen Projekten.

Many more to go.

Peter.

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