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Greece 8-10, Notia & Kazarma

So eine Strandrundreise im Herbst ist schon lustig. Immer auf der Suche nach einer noch besseren Bucht, nach einem noch besseren Strand. Dabei weiß man oft erst nach Verlassen eines Ortes, ob der nun gut oder schlecht war. Wobei “schlecht” in diesen Tagen wirklich relativ ist. Denn bisher konnten wir immer in Ruhe stehen, in praller Sonne schwimmen gehen und am Abend lecker kochen. Was bedeutet da schon “schlecht”?

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Schlucht in den Bergen
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Frühstück vor Fels
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Stellplatz von Notia

Nun, vielleicht die Bucht von Notia. Zu nennen wäre hier eine unanständig große Mörderstraße die in die Berge gesprengt wurde um komfortabel zu einer Bucht zu kommen, in der es nur zwei direkt neben einander liegende Tavernen gibt. Und einen riesigen Kieselstrand.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Anfahrt nach Notia
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Bucht von Notia
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Stellplatz von Notia

Ein wenig befremdlich, doch wir beschließen die Gunst des Ortes zu nutzen und an diesem Abend in einer der beiden Tavernen einzukehren und fürstlich zu Abend zu speisen. Doch als wir zu Beginn der Dämmerung dort auflaufen, ist die eine fest verschlossen. Der Wirt der anderen meint, er könne uns was zu trinken geben, aber Essen? Die Saison sei lange vorbei, seine Leute wären schon längst in Athen um dort über den Winter zu arbeiten. Essen gibt es keines.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Kirche in Notia

Nun, sicher Enttäuscht, aber auch so herausgefordert befragen wir die Kühlschränke der Autos und zaubern in kurzer Zeit ein köstliches Dreigängemenü am nächtlichen einsamen Strand von Notia. Der Platz auf dem wir stehen ist der “Parkplatz” der einen geschlossenen Taverne, direkt am Meer und neben einem ausgetrockneten Flußbett. Eigentlich ist alles wie immer, aber dennoch wirkt der Platz wie eine Abstellecke. Also einer der weniger guten.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Ställe von Notia
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Fischerboot in Notia

Daher geht es am nächsten Tag direkt weiter in die Gegend von Astros. Wir versuchen, soweit das geht, immer auf der Küstenstraße zu bleiben. Manchmal gibt es schlicht keine und wir erklimmen in endlosen Serpentinen immer wieder neue Berghöhen und Pässe, nur um direkt danach wieder auf Meereshöhe abzusteigen. So fährt man eher einen Durchschnitt von 30 km/h und hat viel Zeit, die grandiose Landschaft in sich aufzusaugen.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Brackwasser im Hinterland von Notia

Die tägliche Reiseroutine besteht derzeit darin, nach dem frühen Aufstehen so gegen 08:00 Uhr einen Kaffee zu kochen und den Becher in der schon warmen Morgensonne gemütlich zu leeren. Dann, auch wenn es mal schwer fällt, kurz ins Meer zu hüpfen und ein paar morgendliche Bahnen im salzigen Meerwasser zu ziehen. Die einen mehr, die anderen weniger. So gegen 10:00 Uhr fällt die basisdemokratisch getroffene Entscheidung: Weiter oder bleiben?

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Unterwegs

Bleiben ist einfach:
Buch raus, lesen. Computer raus, schreiben. Kamera raus, Bilder machen oder gemachte Bilder sortieren. Gegen Mittag dann Frühstück. Brot vom Bäcker, Schafskäse, Tomaten, wenn vorhanden auch griechische Salami. Und was süßes zum Dessert. Vielleicht noch mal ins Wasser. Wem zu warm ist. Das Wasser ist bisher überall glasklar und verführerisch türkis schimmernd. Zwar nicht direkt warm, aber sehr OK. Und erfrischend. Der restliche Nachmittag wird dann irgendwie verdödelt, was schrauben, was nachsehen und wieder lesen und so weiter. Strandleben halt.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Unterwegs

Weiterfahren ist etwas schwieriger:
Denn, wie immer, zunächst muss ein Ziel her. Neben der App PARK4NIGHT helfen uns die Bücher “Wohnmobil und Wandern Griechenland – Mit dem Wohnmobil und Wanderstock durch den Peloponnes” und “Mit dem Wohnmobil auf die Peloponnes – Womo Reihe Band 19″ bei der Auswahl eines neuen Zieles. 50 bis 80 Kilometer darf so eine Etappe höchstens entfernt sein. Und schön soll das Ziel sein. Und unterwegs noch ein schöner Platz fürs Frühstück wäre auch nicht schlecht. Und einen Bäcker, Markt oder Supermarkt. Und Wasser. Das ist locker, wenn man darauf achtet. Fast in jedem Ort gibt es öffentliche Wasserhähne, mit denen man seinen Wassertank im Auto auffüllen kann. Vermutlich ist es trinkbar, doch wir nehmen es nur als Brauchwasser und trinken lieber gekauftes Wasser aus Flaschen.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Unterwegs

Tag 9&10 führt uns an den Strand von Kazarma. Der liegt in der Nähe des Naturschutzgebietes von Astros. Flache Sumpflandschaft, derzeit ausgetrocknet. Weit und breit kein Haus. Und keine geöffnete Taverne. Da muss mal wieder der Grill ran – was auch sonst. Obwohl, manchmal wird auch ganz normal in Töpfen gekocht. Wir wissen nicht warum, aber das Gemüse schmeckt hier ganz famos. Vermutlich geben sich die zahlreichen Gemüsebauern in dieser Region wirklich viel Mühe mit dem Anbau. Denn einfach wird der Ackerbau hier wegen der Böden und der Trockenheit wohl nicht sein.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Hafen von Kazarma
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Baum am Strand von Kazarma
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Stellplatz am Strand von Kazarma

Wie üblich kommen tagsüber ein paar Leute zum Angeln vorbei, ganz wenige gehen auch Baden. Alle grüßen freundlich und lassen uns in Ruhe, obwohl wir hier “ihren” Strand in Beschlag nehmen.

Sehr freundlich, liebe Griechen, Danke!

Peter.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Strand von Kazarma
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Bucht von Kazarma

Greece 7, Vlychada Beach

Es gibt wohl gleich zwei Vlychada Strände in Griechenland. Einmal da, wo wir gerade auf dem Peloponnes herum kurven und einmal auf der Insel Santorini. Wenn man einmal auf der Insel ist, kommt man auf den Inselstrand wohl relativ gut hin.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Vlychada Beach

Den Vlychada Strand an der Ostküste des dritten Peloponnes Fingers muss man sich erst mal erarbeiten. Der ist so schwierig zu erreichen, da kommen noch nicht mal die Funkwellen der ansonsten in Griechenland hervorragend funktionierenden Handynetze hin. Absolutes Funkloch und ansonsten auch wirklich ab von allen möglichen Schüssenn. Hierhin kommen zwei Gruppen von Menschen: Die einen, die im Meer baden wollen und die anderen, die im Fels klettern wollen. Meistens gehen die Kletterer nach dem Klettern baden, Badende hingegen gehen im allgemeinen wohl eher nicht nach dem Bade im Meere klettern. Verrückte Welt.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Vlychada Beach

Nun, die Beifahrerin hat schon bei der endlosen Serpentinen Abfahrt kalte Füße und braucht daher auch später am Tag keine Abkühlung mehr. Der Fahrer hingegen kann die Ankunft auf Meeresebene gar nicht erwarten, ist die Lenkerei doch trotz Servolenkung echte Schwerstarbeit. Einmal unten angekommen, beschleicht den Fahrer dann das trügerische Gefühl, hier bereits einmal gewesen zu sein. Theoretisch denkbar, führte doch die Mittelmeerroute des Stormvogels in 2015 nur ein paar hundert Kilometer weiter nördlich durch den Kanal von Korinth.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Vlychada Beach

Der Eindruck ist so stark, das er doppelt und dreifach geprüft wird. Nein, dieser Strand ist absolutes Neuland. Hier waren wir noch nie. Jedenfalls nicht in diesem Leben.

Obwohl diese sagenhafte Bucht so schwer zu erreichen ist, sind hier einige Autos zu sehen. Einige kommen nur mal so vorbei und verschwinden alsbald auch wieder im Berg. Andere bleiben, wie wir, über Nacht.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Vlychada Beach

Nach Einbruch der Dunkelheit wird es schnell ruhig, denn natürlich gibt es hier kein Licht…

…na ja, an einem Auto aus dem norddeutschen Bundesland mit den niedrigen Coronaneuansteckungen gibt es eine wunderbar helle LED Lichtleiste an der Schiebetür, deren Strombedarf durch Akkus befriedigt wird, die tagsüber durch die pralle Sonne über Solarpaneele auf dem Dach randvoll aufgeladen werden. Die LED´s würden auch noch lange nach dem Ende der durch Corona bedingten frühzeitigem Ende der Menschheit weiter leuchten. Gäbe es da nicht einen Parasiten mit Namen Dometic RC 10.4 90, der es ebenfalls auf den satten sonnenerzeugten Akkustrom abgesehen hat:

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Vlychada Beach

Der Kühlschrank. Dieser Vogel verlangt geradezu unersättlich nach Strom. Nach sehr viel Strom. Dieser Nimmersatt hat wohl eine echte Meise, schaltet er sich doch eigentlich nie ab. Egal welche Kühlstufe, egal welcher Inhalt. Einfach mal laufen und den schönen Sonnenstrom wieder in Wärme umsetzten. Strom fressen. Nun mag der geneigte Wohnmobilfahrer gerne an einen Defekt denken, löst doch ein vermuteter Defekt jede Grundsatzfrage über Sinn und Unsinn von batteriebetriebenen Kühlschränken die ihre Abwärme an den Innenraum abgeben, in Luft auf. Nun ist ein solches Verfahren nicht nur in Wohnmobilen, sondern auch auf den meisten Produktionsyachten anzutreffen was einzig und allein daran liegt, das es so schön billig ist. Jedenfalls im Vergleich zu anderen Lösungen. Doch was dem nun nicht mehr geneigten Wohnmobilfahrer zornig macht ist der Umstand, das dieses blöde Teil einen Neupreis von 1.300 € hat. EINTAUSENDDREIHUNDERT! Da bauen andere ganze Kühlhäuser für. Oder so ähnlich. Nun, hoffen wir doch einfach auf einen Thermostatdefekt und stellen nicht die Grundsatzfrage.

Immer dieses grundsätzliche. Nervt doch!

Das Jahr 2020.

Wir machen aufwendig aus Sonnenlicht Strom.

Und verplempern ihn dann um schöndes Bier kalt zu stellen.

Ist in Wahrheit kein Bier die Lösung?

Peter.

Greece 5&6, Monemvasia

Wer glaubt schon einem Navi, das für 280 Kilometer 7,5 Stunden Fahrzeit mit dem Auto angibt?

Wir nicht.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: In den Bergen von Aigeira

Die schnellere Strecke über die Maut-Autobahn auf den Dritten Finger im Südosten des Peloponnes soll 340 Kilometer in 4,5 Stunden sein. Auf Autobahnen im allgemeinen sieht man nichts, wir haben die Anreise hinter uns gebracht, das Wetter ist mit Sonnenschein und 24°C optimal und wir haben ja Zeit.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Das Tal von Tripoli

Stellt sich nur die Frage, wieso wir am ersten Tag direkt so weit in den Süden wollen? Das ist einfach zu beantworten: Da sind Freunde von uns. Die gondeln schon seit Wochen in Griechenland herum und wir wollen einige Zeit zusammen verbringen.

Das eingebaute PIONEER NAVGATE EVO Navi an Bord soll die Camperedition sein. Was auch immer dieses Marketingsprech bedeuten mag – wie schon in Schottland im letzen Jahr wählt es Straßen oder besser Wege, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Geschweige denn von einem Wohnmobil befahren wurden. Stimmt im einzelnen natürlich so nicht, kommt uns aber so vor. Als wir schließlich eine Schotterpiste in eine wie eine Sandkuhle anmutende Senke fahren sollen zögert der Fahrer kurz, doch ein Seemann schaut bekanntlich nie zurück, also weiter!

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Unterwegs

Und so kommt es, das wir tatsächlich über sieben Stunden unterwegs sind. Ein paar Pausen zwar, aber die waren kurz. Das Landesinnere ist eigentlich ein grandiose Gebrigslandschaft und so durchfahren wir auch mal einen Gebirgspass in 1.200 Metern Höhe. Gar nicht mal so schlecht, wenn man bei Abreise aus Deutschland nur Strand, Baden und Sonne im Kopf hatte!

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Am Strand in der Nähe von Epidavros Limera (Monemvasia)

Später am Nachmittag wird es noch wärmer, wir durchfahren Gebiete mit Orangenbäumen und Olivenplantagen. Die Straßen sind nun wieder breiter und gegen 17:00 Uhr erreichen wir den Strand in der Nähe von Monemvasia, an dem bereits die Freunde stehen. Strand bedeutet hier in der Gegend wie überall auf der Welt zwar auch irgendetwas mit Meer und Sand, letzterer ist allerdings nur sehr spärlich vorhanden. Auf einem Streifen von 10 bis 30 Metern besteht der Strand direkt am Wasser aus Kieselsteinen aller Größen, mehr oder minder steil abfallend in Wasser. Also ist man entweder im früheren Leben Fakir gewesen und kann ohne Schmerzen Barfuß über den Kiesel laufen, oder man zieht sich Gummilatschen an die Füße um ins erfrischende, aber nicht wirklich kalte Wasser zu gelangen. Das ist, im Gegensatz zur Ostsee ,sehr salzig und es ist klug, den Mund zu halten. Einmal mehr.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Am Strand in der Nähe von Epidavros Limera (Monemvasia)

Am Strand stehen noch einigermaßen weit verstreut vier andere Wohnmobile. Eigentlich ist Wildcampen (“Freistehen”) wie in fast allen anderen Ländern Europas auch in Griechenland verboten, doch genau Griechenland ist dafür bekannt, das es durchaus einige Plätze gibt, in denen das frei stehen geduldet, oder wohl richtiger, ignoriert wird. An vielen solcher Strände gibt es eine Frischwasserdusche und Mülleimer, Toiletten sind hingegen sehr selten. Aber die fährt ja immer mit uns.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Am Strand in der Nähe von Epidavros Limera (Monemvasia)

Vermutlich basiert die Ignoranz auf der Menge. Jetzt, im nahenden Winter sind zwar einige Wohnmobile (die meisten im übrigen aus Deutschland!) hier unterwegs, aber im Sommer werden es ungleich mehr sein und Gastfreundschaft und Toleranz werden mancher Orts offenbar über strapaziert. Daher stellen einige Gemeinden nun explizit “Campen Verboten” Schilder auf. Im Prinzip versuchen wir die zu beachten, wenn aber wirklich nichts (Dörfer, Häuser, Höfe) und niemand (Menschen, Tiere) in der Nähe ist, verstoßen wir gegen diese Gastregel. Nicht schön. Das wissen wir selbst.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Am Strand in der Nähe von Epidavros Limera (Monemvasia)

Griechenland hat nur knapp 11 Millionen Einwohner und in manchen Landstrichen ist es sehr, sehr einsam. Zum Vergleich die Einwohner pro Quadratkilometer: Griechenland 83, Deutschland 232. Da stören wir wohl eher nicht, wenn wir uns abseits der bewohnten Gebiete halten.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Gasse in der historischen Altstadt von Monemvasia
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Kirchturm in der historischen Altstadt von Monemvasia
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Kirchen in der historischen Altstadt von Monemvasia

Am nächsten Tag leihen wir uns den mitgebrachten Motorroller der Freunde und fahren 10 Kilometer in den von außen betrachtet wenig spektakulären Ort Monemvasia. Klar, da liegt ein riesiger Felsen vor dem Ort. Aber solche absurd anmutenden Landschaften gibt es öfters auf der Welt. Über eine kleine Brücke gelangt man zum Felsen und fährt zunächst auf der von unserem Strand aus nicht einsehbaren Seite verwundert eine kleine Küstenstraße längs. Verwundert, weil hier hunderte Autos in Reihe geparkt sind. Wo sind all diese Menschen, die zu diesen Autos gehören?

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Historischen Altstadt von Monemvasia
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Historischen Altstadt von Monemvasia
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Historischen Altstadt von Monemvasia

Die Straße endet an einer kleinen Wendeschleife an deren Kopfseite sich ein kleines Portal aus massiven Steinblöcken befindet. Offenbar was antikes. Gibt es in Griechenland zuhauf. Während sich der Fahrer nun darauf einrichtet, irgend einen Betrag als Eintritt zu berappen nur um dann Ruinen längst vergangener Tage betrachten zu können, trifft ihn fast der Schlag, als er das Portal durchschritten hat:

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Historischen Altstadt von Monemvasia
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Oberstadt der historischen Altstadt von Monemvasia
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Oberstadt der historischen Altstadt von Monemvasia

Aus dem dunklen Gewölbe wieder ins strahlende Sonnenlicht hinaus tretend, erblickt er eine niedliche kleine Gasse mit völlig intakten Häusern, kleinen Läden und Geschäftchen. Die Gasse ist mit groben Felssteinen gepflastert, nur wenige Menschen sind zu sehen. Eine Kasse, an der man einen Eintritt hätte bezahlen müssen, gibt es nicht. Dafür aber eine große Hinweistafel, das es ratsam sei, hier eine Maske wegen COVID-19 zu tragen. Dann mal auf Mund und Nase mit dem Teil, denn bei der engen Gasse ist klar, das man die 1,5 Meter Abstand zum nächsten nicht ernsthaft einhalten wird.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Weg in die Oberstadt der historischen Altstadt von Monemvasia

So pilgern wir staunend die leicht ansteigende Gasse entlang und entdecken neben den Geschäftchen auch urige Restaurants und Bars. Und kleine Gebäude, in denen sich offenbar Rezeptionen befinden. Denn da stehen Menschen mit kleinen Rollkoffern vor dem Tresen und melden sich ab oder an. Später stellen wir dann fest, das man in diesem wunderbar wieder aufgebauten historischen Dorf kleine Häuschen mieten kann. Statt langweiliger Hotelzimmer in Bettenburgen urige Steinhäuser in einer antiken Stadt. Gute Idee!

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Gasse der historischen Altstadt von Monemvasia

Die Gasse führt uns auf einen Marktplatz mit Kirche und eröffnet zur Rechten den Ausblick auf das Meer, zu linken auf den riesigen Felsen, der fast senkrecht die Stadt überragt. Nun, der geneigte Leser ahnt es sicher schon: Es gibt eine Treppe. Eine Treppe zur Oberstadt. Denn wo immer Menschen sich am Fuße eines Berges nieder gelassen haben, gab es auch immer schon Menschen, die den Gipfel dieses Berges erklimmen wollten, um über den anderen zu leben.

Während es die Mitreisende durchaus bestimmt ablehnt, die Treppen empor zu steigen, sieht der Berichterstatter seine persönliche Erstbesteigung dieses Felsbrockens im Meer geradezu als persönliche Pflicht an. So trennt sich die kleine Reisegruppe für eine Weile und verabredet den Marktplatz als Treffpunkt.

Der Aufstieg ist mühsam. Mund-Nasen-Schutz, holprige Treppen aus kleinen Felssteinen und die nachmittagliche Wärme machen neben dem jahrelangen Übergewicht den Aufstieg zur sportlichen Höchstleistung. Doch wie immer, wenn man sich anstrengt: Man wird belohnt. Belohnt mit grandiosen Blicken auf den Ort als ganzes, aber auch auf sehr schön zurecht gemachte einzelne Häuschen. Nachdem die Unterstadt zu Füßen liegt, windet sich in Serpentinen ein Treppenpfad recht schnell in die Höhe. Ein Gewölbe bildet mal wieder den Eingang und dann steht man in der Oberstadt. Jedenfalls in dem, was davon übrig ist. Denn hier sind in der Tat nur Ruinen zu sehen. Nun, was nicht ist, kann ja noch werden.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Unterwegs

Der Abstieg ist wie üblich nicht einfacher als der Aufstieg. Auf dem Marktplatz trifft sich die kleine Reisegruppe wie verabredet wieder und beschließt, in diesem kuscheligen Open-Air Ambiente noch einen Drink zu nehmen. Die eine Kaffee, der andere Bier. Mythos heißt das hier, im eiskalten Glas, leicht angefroren serviert. Oh Mann, wie köstlich! Der Kaffee 😉

Mit dem Motorroller am frühen Abend zurück zum Strand.

Was für ein Gefühl von grenzenloser Freiheit!

Peter.

Greece 3&4 , Fähre, Egialia

Die Fähre!

Die Fähre in Norditalien die uns nach Südgriechenland bringen soll!

Ganz anders als die Fähren in Deutschland, Australien, Dänemark, Schweden und Norwegen (…Angeber!). Statt einfach mit dem Auto an einem Schalter vorzufahren und sein Ticket und die Bordinglane auf dem Warteparkplatz an der Verladestation in Empfang zu nehmen, muss man in Ancona (Italien) erst mal ganz schnöde ins Büro. Das ist zwar auch irgendwo im Hafen, aber eben nicht da, wo die Fähren sind. Nun denn, Büro gefunden, mit Maske das Gebäude betreten und nach 20 Minuten Tickets erhalten und der Schnitzeljagd folgend, das nächste Ziel im Hafen in Angriff nehmend: Die Pier.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Im Fährhafen von Ancona

Wir fahren also wie befohlen zur Pier 16, da gibt es keine nummerierten Wartereihen, sondern einen Typen der meint: Stellt euch mal da hin. Das machen wir auch so, nur damit viel später andere Typen kommen, die meinen, wir stehen da falsch, wir sollten da und da hin. Wohlgemerkt immer noch an Pier 16.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Im Fährhafen von Ancona

Als unsere Fähre, die Helenic Spirit der Anek Line, am Nachmittag in Ancona ankommt, bekommt der eigentlich im Winterlager befindliche Skipper nicht genug zu sehen! Coole Hafenmanöver von einem schnittig großen Dampfer, völlig ohne Schlepperunterstützung. So entstehen ungestört viele Bilder aus nächster Nähe, bis einem Hafenmann auffällt, das da ein Tourist wie doof Fotos direkt an der Pier macht. Der soll da bloß mal ganz schnell verschwinden…ja, ja, schon klar!

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Die Fähre Helenic Spirit im Hafen von Ancona der Fährgesellschaft Anek Lines
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Die Fähre Helenic Spirit im Hafen von Ancona der Fährgesellschaft Anek Lines
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Die Fähre Helenic Spirit im Hafen von Ancona der Fährgesellschaft Anek Lines
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Die Fähre Helenic Spirit im Hafen von Ancona der Fährgesellschaft Anek Lines

Was dann folgt wirkt auf den Außenstehenden wie eine gehobene Form des absoluten Chaos. Die beiden Laderampen öffnen sich und spucken jede Menge große 30-Tonner LKW´s aus. Sie entkommen dem großen Schiffsbauch Vorwärts, Rückwärts, auf der Pier wendent, nur Meter vom nächsten rückwärts fahrenden Truck. Noch haben wir ja keine Ahnung, was im inneren dieses Schiffes gerade abgeht. Dock spätestens als über die eine Laderampe bereits LKW´s an Bord fahren während auf der anderen immer noch die Trucks aus dem Schiff heraus quellen wird klar: Das hat System! Welches ist unklar, aber es hat ein System! Es muss ein System haben!

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Die Fähre Helenic Spirit im Hafen von Ancona der Fährgesellschaft Anek Lines
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Die Fähre Helenic Spirit im Hafen von Ancona der Fährgesellschaft Anek Lines
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Die Fähre Helenic Spirit im Hafen von Ancona der Fährgesellschaft Anek Lines

Wir stehen immer noch auf unserer neuen Warteposition, die meisten der zu verladenen LKW´s sind schon an Bord. Irgendwann kommt ein uniformierter und meint, “to the ship, to the ship!”. Ja ja, schon klar, wir wollen zum Schiff, aber sollen wir jetzt im Ernst in diesem Getümmel etwa los fahren? Ja, sollen wir.

Über die linke Rampe in den Laderaum. Es dröhnen die LKW Motoren, Geschrei aus allen Richtungen, Abgase dringen in die Nase. War es eben noch gleißend Hell in der prallen Nachmittagssonne von Ancona, wird es mit einem Male schummrig dunkel. Wir sollen im Laderaum über eine dort befindliche weitere Rampe ein Deck höher in Richtung Bug fahren.Für uns anspruchsvoll, doch wenn die großen Lastwagen da rauf und runter kommen, werden wir das ja wohl auch hin bekommen. Oben angekommen geht es wieder zurück in Richtung Heck. Zwei laut schreiende Einweiser bugsieren die ankommenden Fahrzeuge in ihre endgültige Parkposition. Laut schreien müssen sie auch. Denn es ist unglaublich laut! Beide Ladedecks sind eigentlich nur rechteckige Schuhkartons die in der Mitte längsschiff durch Treppenhäuser und Versorgungsleitungen getrennt sind. Wir sollen wenden und rückwärts vor einen LKW. Kein Problem, doch jetzt wird es sehr eng und stählerne, gelb gestrichene Stützen die das darüber liegende Deck tragen tauchen unvermittelt im Rückspiegel auf. Die ob der Mannöver arg geforderten LKW Motoren und das Geschrei in allen Sprachen dieser Welt ist ohrenbetäubend. Als es um die Feinarbeit geht vernehmen wir mit einem male Deutsch: Rechts, Links, Weiter, weiter, weiter und schließlich Stop!

Knapp 10 Zentimeter kommen wir vor dem Führerhaus eines LKW´s zu stehen, zu beiden Seiten ist der Abstand etwas größer, aber von einem dieser gelben Stahlträger trennen unsere noch makellose Fahrzeugaußenhaut vielleicht 5 Zentimeter. Derweil kommen weitere LKW´s, die meisten parken nun vorwärts ein. Das heißt, sie müssen bei Ankunft rückwärts wieder raus bugsiert werden.

Unsere Sachen sind schon längst gepackt. Klamotten für eine Nacht, Waschzeug, Computer und Kamera gegriffen, Auto abgeschlossen und sich das Heck von Deck 6 als Parkposition gemerkt. Über das erste erreichbare Treppenhaus nach oben. Komisch, das hier jetzt so gar nichts beschriftet ist? Wohl nicht für Passagiere gedacht. Nicht ein Hinweisschild findet sich und so kommen wir auf Deck 10 heraus und müssen uns erst mal zurecht finden. Mittschiffs ist ja immer gut, zwei Decks runter und schon sind wir da, wo wir sein sollten: An der Rezeption!

Seit dem wir das Auto verlassen haben tragen wir unsere Masken, das wird an Bord auch so verlangt. Wir bekommen unsere Kabinenkarten und ein Page bringt uns mit dem Aufzug zurück auf Deck 10. Welch Luxus!
Die Kajüte ist OK und ähnelt sehr denen auf den Fähren im Norden. Zwei Einzelbetten, Nasszelle und ein leerer Kühlschrank. Eigentlich sind diese Fähren wohl auch gar nicht auf Passagiere ausgelegt, sondern auf den Transport von LKW´s. Die Fahrer sind dann eher Beiwerk. Keine Ahnung, wo die unter kommen. Würde mich nicht wundern, wenn die Fahrer einen Urlaubstag für die gut 20 stündige Passage einreichen müssten und ihr Essen an Bord selbst bezahlen sollten. Bier, so finden wir heraus, bekommen die LKW Fahrer zum halben Preis. Wir nicht. Wir sind halt schnöde Touristen.

Obwohl die beiden Laderäume sehr voll wirkten, laufen auf dem “Vergnügungsdeck” kaum Menschen herum. Schade ist, das man nur achtern nach draußen kann und keinen freien Außenblick nach voraus bekommt. Aber so verfolgen wir am Heck aufmerksam das Ablegemanöver und wundern uns noch immer darüber, das es beim Ent- und Beladen keine Unfälle gegeben hat.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Im Hafen von Ancona

Nach passieren der Hafeneinfahrt gehen wir auf dem Vergnügungsdeck 8 nach vorne in die leere Mythos Bar und genießen den Blick auf eine völlig ruhige Adria. Wir können uns nicht erinnern, jemals ein so ruhiges Meer gesehen zu haben.
Derweil hat unser Gastdampfer nun Reisegeschwindigkeit erreicht und selbst ganz vorne ist die Vibration der Maschinen noch sehr wohltuend zu spüren.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: An Bord der Fähre Helenic Spirit – Auf See

Für den Abend haben wir uns ein Picknick aus dem Auto mitgebracht. Die wie unsere Kajüte auf Deck 10 befindliche Disco ist Coronabedingt geschlossen und so wird das mit dem sowieso nicht vorgehabten Tanzen auch spontan nichts. So eine leicht schwankende und vibrierende Koje ist ja zur Abwechselung auch nicht schlecht.

Bei Sonnenaufgang passieren wir an der Backbordseite Albanien und an der Steuerbordseite Corfu. Tatsächlich waren wir 2015 mit dem STORMVOGEL genau in diesem Revier auf Nordwestkurs, jetzt in die Gegenrichtung und halt ein paar Nummern größer.
Die Handys stellen wir lieber auf Flugmodus, loggen sie sich doch immer wieder in das Mobilfunknetz von Albanien ein – das ist immer noch richtiges Ausland! Nix EU Rooming.

Wir nähern uns dem planmäßigen Zwischenstopp Igoumenitsa in Griechenland und sind gespannt, wie das Hafenmanöver gefahren wird. Gutes Wetter, aber ordentlich ablandiger Wind. Unser Dampfer geht mit dem Heck zu Pier, keine Landverbindung zu beiden Seiten, kurz mal zwei Heckleinen rüber, dann offenbar Maschine langsam voraus und in einem Affenzahn verlassen ungefähr 50 Trucks und ein paar PKW´s das Schiff. Keine 30 Minuten später sind wir wieder unterwegs. Dolle Sache das!

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: An Bord der Fähre Helenic Spirit – Zwischenstop in Igoumenitsa
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: An Bord der Fähre Helenic Spirit – Zwischenstop in Igoumenitsa
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: An Bord der Fähre Helenic Spirit – Zwischenstop in Igoumenitsa
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: An Bord der Fähre Helenic Spirit – Zwischenstop in Igoumenitsa
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: An Bord der Fähre Helenic Spirit – Zwischenstop in Igoumenitsa

Im Prinzip kann man die Küste immer gut erkennen und wir verbringen den Nachmittag auf dem Achterdeck. Direkter Kurs auf Patras, der großen Stadt im Norden des Peloponnes, gleich neben der riesigen Rio Andirrio Brücke, die wir 2015 auf Heimatkurs mit dem eigenen Boot passiert haben.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: An Bord der Fähre Helenic Spirit – Ansteuerung Patras

Gegen 15:00 Uhr ist der Dampfer angebunden und wir sitzen schon seit 20 Minuten startklar in unserem Auto. Doch vor uns stehen viele, sehr viele LKW´s und die müssen alle die schmale eine Rampe runter. So mancher LKW Fahrer macht seine Sache sehr gut, andere brauchen viel Unterstützung von den Einweisern. Die ihre Sache wirklich sehr gut, aber auch sehr riskant machen. Oft sind weniger als 10 Zentimeter Abstand zwischen den Fahrzeugen, das ist eng. Das ist sehr eng. Die Einweiser turnen und wuseln nur so um die LKW´s herum, ein falsches Manöver und sie würden eingequetscht. Spätestens wenn die Trucks dann die Rampe runter fahren wird es noch enger, denn die Außenspiegel sind jetzt ausgeklappt und schleifen manchmal am Geländer. Aber da steht kein Einweiser mehr. Gegen 16:30 Uhr sind wir frei geparkt und wir dürfen los. Endlich!

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: An Bord der Fähre Helenic Spirit – Ansteuerung Patras

Wir verlassen das schwimmende Parkhaus ohne Blessuren am Fahrzeug über die innere und äußere Rampe und sind froh´, die Anreise nach Griechenland hinter uns gebracht zu haben.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: An Bord der Fähre Helenic Spirit – im Laderaum
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: An Bord der Fähre Helenic Spirit – im Laderaum
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: An Bord der Fähre Helenic Spirit – im Laderaum
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: An Bord der Fähre Helenic Spirit – im Laderaum

Nun wird es jedoch noch mal spannend. Wie von Griechenland gefordert, haben wir im Vorfeld der Reise online ein PLF (Passenger Locator Form) ausgefüllt und wie von Griechenland versprochen, haben wir tatsächlich in der Nacht eine eMail mit einem Barcode von der Griechischen Regierung bekommen. Dieser Barcode ist für eine Einreise in Coronazeiten zwingend notwendig. Und, tärä, wir werden tatsächlich angehalten und müssen das PLF Dokument (als eMail Anhang PDF) mit dem Barcode vorweisen. Ein Scan, ein Blick, alles klar.

Nun aber wirklich: Willkommen in Griechenland, willkommen in Patras!

Die Verkehrsführung will uns zügig auf die Autobahn leiten, das wollen wir aber nicht. Ein Supermarkt wäre jetzt nicht schlecht und dank Herrn GOOGLE finden wir auch einen. Auf dem Weg dahin tanken wir das Auto voll mit Diesel. Für 1,019 € je Liter. Sensationell günstig. Jedoch, so denken wir später, irgendetwas stimmt mit dem Stoff nicht. Keine andere Tankstelle ist so günstig (eher 1,109 €) und die Verbrauchsnadel bewegt sich relativ schnell gen leer.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Egialia, PLO Beach Cafe

“Voll” getankt und frisch versorgt machen wir uns auf den Weg zu unserem ersten Übernachtungsplatz. Mal wieder mit PARK4NIGHT ausgekundschaftet. 60 Kilometer in der Abenddämmerung gen Osten, nach Egialia, ins PLO Beach Cafe. Angenehm warm. Und aufregend fremd die Fahrt durch die Straßen. Definitiv Mittelmeer, fast schon ein wenig eine arabische Anmutung. Vielleicht auch Einbildung.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Egialia, PLO Beach Cafe

Den Platz bei Egialia zu finden ist trotz Navi gar nicht so leicht, aber natürlich gelingt es doch. Um diese Jahreszeit sind wir zunächst die einzigen Gäste und der geschäftstüchtige, aber durchaus sehr freundliche Besitzer überzeugt uns schnell, bei ihm zu Essen. Sein Geschäftsmodell: Wenn man 30 € für Essen und Trinken in seiner kleinen Taverne bei ihm lässt, braucht man für den Standplatz nichts zu bezahlen. Das bekommen wir hin, natürlich.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Am Strand von Egialia

Später am Abend kommt nur noch ein weiteres Auto und so bleibt sie sehr ruhig, unsere erste Nacht auf dem Peloponnes.

Nach drei Tagen unterhaltsamer Anreise, 1.700 Autokilometern und gut 20 Stunden Fährfahrt sind wir da, wo wir hin wollten.

Im warmen und sonnigen Griechenland!

Hurra!

Peter.

Greece 2, Offagna

Wer früh´ zu Bett geht, wird auch früh wieder wach!

(So Gott, oder wer auch immer, will!)

Das macht am zweiten Reisetag auch wirklich Sinn, denn wir wollen 650 Kilometer schaffen. Die zu erreichende Fähre nach Griechenland startet am Dienstagnachmittag ab Ancona, das liegt in Nordost Italien. Also besteht der heutige Montagsplan darin, so nah wie möglich an den Fährhafen zu kommen um am Folgetag so stressfrei wie möglich das Schiff zu erreichen.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Offagna in der Nähe des Fährhafens von Ancona

Gegen 06:30 Uhr geht es los, nach 30 Minuten sind wir schon wieder auf der Autobahn Richtung Brenner. Die in Österreich notwendigen Vignetten und Streckenmaut haben wir vorab im Internet gekauft. Nur wenn man sich als Geschäftsmann ausgibt, kann man die elektronische Variante auch noch einen Tag vor der Reise buchen. Das ist mal wieder so ein Verbraucherschutznonsens: Wer als Privatmensch einen Vertrag über das Internet abschließt, hat ein 14-tägiges Widerspruchsrecht. Im Geschäftsleben gilt das nicht. Bedeutet: Man könnte sich eine elektronische Vignette kaufen, damit die Straße in Österreich befahren und dann, innerhalb von 14 Tagen nach Kauf, von eben jenem Kauf zurück treten und sein Geld zurück verlangen. Der Gedanke ist offenbar so verlockend, das vermeintlich clevere Zeitgenossen so was wohl auch glatt versuchen würden. Um jeder Diskussion aus dem Weg zu gehen wird der kurzfristige Vignettenkauf für Privatkunden also einfach vom Betreiber verhindert und man wird ordentlicher Mensch gezwungen, etwas nicht ganz sauberes zu machen, weil nicht ganz saubere Trickser tricksen. Irre!

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Altstadt von Offagna in der Nähe des Fährhafens von Ancona

Die elektronische Vignette und die elektronische Streckenmaut funktioniert anhand des Nummernschilds. Also beim Buchen sicher sein, was da wirklich am Auto dran hängt! Für das Befahren der Brennerautobahn und des Brennertunnels muss man neben der normalen Vignette noch eine so genannte Streckenmaut berappen. Geld, immer kostet alles Geld! Könnte man denken. Doch wenn man die Strecke mal gefahren ist, wird man anerkennen müssen, das solche Bauwerke wohl auch enorm teuer sind.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Offagna in der Nähe des Fährhafens von Ancona

In der Morgendämmerung erheben sich die mächtigen Berge der Alpen entlang der Autobahn. Der Verkehr läuft, aber die Fahrspuren sind so eng, das der Fahrer wohl doch besser immer auf die Straße und nicht auf das grandiose Bergpanorama schaut! So befindet jedenfalls die stets aufmerksame Beifahrerin. Der Brennertunnel hoch oben ist mit ein paar hundert Metern so, das er eigentlich gar keine Show ist. Danach, nun auf der Italienischen Seite, geht es gefühlt endlos bergab.

Aber irgendetwas ist auch anders. Das Verkehrsaufkommen ist eigentlich gleich geblieben, doch wieso sieht sich der Fahrer mit einem Male Streß ausgesetzt?

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Offagna in der Nähe des Fährhafens von Ancona

Nach kurzer, wie immer präziser Analyse:
In Österreich darf man 100, manchmal 110 km/h fahren. Die LKW´s wie bei uns 80 km/h. In Italien dürfen die PKW´s 130 Kilometer pro Stunde zurücklegen – und darauf achten die auch genau. Ferner ist die Nutzung des Blinkers offenbar kostenpflichtig und am Jahresende erhält derjenige Fahrer, der die kürzesten Abstände zum Vordermann ohne technische Hilfsmittel einhalten konnte, die Ehrenmitgliedschaft auf Lebenszeit im Italienischen Automobilclub.

Versucht nun der gemeine Deutsche, mit seinem Bus mit ca. 100 km/h die gleiche Straße wie die Eingeborenen zu befahren, kommt es zu einer Alternativlosen Konfliktsituation. Oder besser: Es könnte dazu kommen, wenn man als gemeiner Deutscher auf sein Europäisches Koexistenzrecht bestehen würde.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Offagna in der Nähe des Fährhafens von Ancona

Die Autobahnmaut in Italien ist klassisch über Mautstationen geregelt: Man zieht ein Ticket und wenn man von der Autobahn abfährt, errechnet ein Blechaffe die zu bezahlende Gebühr. Kann auch mal mehr werden!
Das Tanken ist in Italien zu vermeiden – deutlich teurer als in Österreich oder, in unserem Fall, Griechenland. Wie schön das unser Bus 120 Liter Kraftstoff aufnehmen kann!

Über PARK4NIGHT haben wir uns den Ort Offagna, ca. 20 Kilometer von Ancona entfernt, als Übernachtungsplatz ausgesucht. Historische Altstadt auf einem Berg (andere würden Hügel dazu sagen), offizieller Wohnmobilstellplatz mit allen Versorgungsmöglichkeiten für 5 Euro die Nacht. Prima!

15 Kilometer vor dem Ziel verlassen wir endlich die Autobahn, die Beifahrerin schluckt kurz an der Mautstelle ob der knapp 50 Euro mit denen wir den Straßenbau in Italien zwischen dem Brenner und Ancona finanzieren sollen. Deren Land, deren Regeln. Deren Straßen, unser Geld.

Das Navi führt uns über eine Nebenstrecke auf den Berg, kein Gegenverkehr, kein Problem.

Der Stellplatz ist super gelegen, bietet Platz für 8 Autos, zwei Eingeborene sind schon da. Es ist früher Nachmittag, grandioser blauer Himmel, Sonnenschein und gute Laune! Also Latschen aus, Wanderschuhe an und den Ort erkunden!

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Offagna in der Nähe des Fährhafens von Ancona

Wir sehen kaum andere Menschen, aber die, die wir sehen, tragen alle ihren allseits bekannten Mund-Nase-Schutz. Auch im freien. Auch, wenn sie vollkommen alleine sind. Also Herrn GOOGLE konsultiert und fest gestellt, das hier tatsächlich auch im freien eine Maske getragen werden soll. Also Maske an, fühlt sich nun reichlich bescheuert an, und weiter.

Alle Restaurants sind geschlossen. Das hat aber wohl nichts mit Corona zu tun, sondern mit der Uhrzeit. Siesta gibt es nicht nur in Spanien. Wir scouten die Pizzeria Sotto la Rocca bei der man auch draußen sitzen kann und die schon ab 18:00 Uhr öffnet. Das wird dann wohl die unsere sein!

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Offagna in der Nähe des Fährhafens von Ancona

Eine echte Pizza in Italien muss ja wohl drin sein.

Natürlich sind wir zu früh´ und stellen verwundert fest, das gleich neben an ein Schlachter sein Geschäft hat. Gegen erbitterten Widerstand der Mitreisenden werden überschaubare Portionen von Mortadella, Salami und Schinken gekauft. Made in Italy. So, für unterwegs. Statt Obst.

Die Pizza ist klasse. Das liegt auch am Konzept, das sich der Koch überlegt hat. Eine normale Pizza kostet je Person so zwischen 6 und 8 Euro. Er hat sich aber eine Pizza für zwei Personen ausgedacht, die man mit (anteilig) mit vier verschiedenen Belägen bestücken kann. Die wählt man einfach aus den normal zur Verfügung stehenden Pizzen aus. Die zwei Personen Pizza kostet dann 19 Euro – und ist jeden Cent Wert. Gute Idee, mehr Umsatz, zufriedene Gäste.

Weniger gut war die Idee des berichtenden, so viel davon zu essen und auch noch den örtlichen Wein, Grappa und Nachtisch zu sich zu nehmen. Aber das wäre eine andere Geschichte, wollte man darüber wirklich schreiben.

Die Nacht verbringen wir ruhig und zufrieden im geheizten Auto.

Peter.

Greece 1, Pill

Die aktuelle Reise beginnt vor der Haustür. Mitten in der Nacht. Genauer gesagt um 01:30 Uhr an einem Sonntag Morgen. Das Auto am Samstag gepackt, gewartet und gewienert. Nur noch die warmen Bettdecken und die Kopfkissen rein, Kaffee kochen und in Thermobecher umfüllen und dann los!

Der frühe Start hat Gründe. Wir wollen in einem Rutsch bis an die Grenze nach Österreich kommen. Bei dem Autoverkehr in Deutschland sind gute 900 Kilometer kein Pappenstil. Also haben wir uns folgendes ausgedacht: Wir starten in der Nacht zu Sonntag und brausen mit 100 km/h auf der “Ostautobahn” (A7 bis Hannover, A2 bis Magdeburg, A14 bis Leipzig, A9 bis München, A8 nach Rosenheim, A93 zur Grenze) nach Süden. Die A7 ist schon lange keine Option mehr. Endlose Baustellen und elendig viel Verkehr. Durch den Osten ist die Strecke nur unwesentlich länger. Spätestens alle 350 Kilometer Zwangspause.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Zwischenstop in Pill / Österreich – Plankenhof

Wie erhofft läuft es super, in den ersten Stunden spielt auch die Müdigkeit keine Rolle. Leider auch bei der Beifahrerin nicht und so sind unsinniger Weise beide Reisenden wach und können sich nicht wie geplant gegenseitig beim Fahren ablösen. Der Morgengrauen ist schwierig, doch die zunehmende Helligkeit macht wach! Erst gegen 10:00 Uhr nimmt der Verkehr deutlich zu, bleibt aber gut im Fluss.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Zwischenstop in Pill / Österreich – Plankenhof

So kommt es also, das wir nicht wie geplant auf der Deutschen Seite der Grenze übernachten, sondern gut gelaunt noch ca. 60 Kilometer weiter, in den Österreichischen Ort Pill weiter fahren. Laut PARK4NIGHT gibt es dort einen netten kleine Campingplatz, ohne Umwege zu erreichen. Landschaftlich wirklich gut gelegen, Corona und Saison bedingt natürlich relativ tot. Für ein paar Fotos, aber auch zwecks allgemeiner Ertüchtigung machen wir uns zu einer kleinen Ortsbegehung auf. Der hier fließende Inn führt schon ganz ordentlich Wasser, doch erst bei der Schneeschmelze wird das üppige Flussbett wohl richtig ausgefüllt. Wir lassen uns die Abendsonne auf den Pelz brennen und verkrümeln uns füh´ in den Bus samt Gasheizung.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Zwischenstop in Pill / Österreich – der Fluss Inn

Der kleine Campingplatz gehört zum Hotel Plankenhof. Vom Wirt haben wir erfahren, das er den Platz im Winter nicht offen halten kann, weil die einfachen, aber sehr sauberen sanitären Anlagen bei Frost einfach einfrieren würden. Neben Duschen und WC gibt es sogar eine Spülküche mit Waschmaschine und Trockner. Es hat in den vergangenen Tagen ordentlich geregnet und so ist die große von Bäumen umsäumte Wiese recht matschig. Ein PÖSSL Bus aus Norwegen hat sich bereits auch glatt darin fest gefahren. Wir mit unseren Monsterbreiten Reifen nicht – zum Glück! Am Abend, es ist schon dunkel, kommt noch ein großes Wohnmobil, bemerkt rechtzeitig das vorübergehende Sumpfgebiet und parkt wie wir mutig zwischen den Bäumen.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Zwischenstop in Pill / Österreich – der Fluss Inn

Das war so ziemlich die letzte Beobachtung an diesem langen Tage. Denn der Tag endet für uns früh´, hat er doch auch sehr früh begonnen!

Peter.

P.S.: Griechenland ist im Deutschen ein so langes Wort. Greece im Englischen ist so schön kurz…

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Zwischenstop in Pill / Österreich – Unterwegs


Coroniod 2

Bevor an dieser Stelle in sehr kurzer Kürze mal wieder über eine neue Reise berichtet wird, muss in diesem Beitrag zur Klarstellung einmal mehr auf unsere Haltung zum Coronavirus eingegangen werden. Nicht, das wir am Ende noch als Coronaleugner verleugnet werden 😉

Grundsatz:
Wir halten uns strikt an die im jeweiligen Land geltenden Gesetzte und Verordnungen. Punkt.

Wenn es also ein Reiseverbot geben würde, würden wir nicht reisen. Wenn es eine Anordnung gibt, ein Land zu verlassen, würden wir das Land verlassen. Wenn es ein Einreiseverbot gibt, dann würden wir nicht einreisen. Wenn ein Mund-Nase Schutz getragen werden soll, werden wir ihn tragen. Egal wo.

Nun wird es für uns alle zunehmend schwierig den Überblick zu behalten. Das geht schon los mit den Definitionen. Was ist schon, ganz genau betrachtet, ein Land?

Nun, innerhalb Deutschlands gibt es unsere schönen Bundesländer. Da hat doch unser Heimatbundesland Schleswig Holstein jüngst ein Einreiseverbot für Bewohner von innerdeutschen Risikogebieten verkündet. Genannt hat das unserer Ministerpräsident “Beherbergungsverbot”. Ein Anwalt aus Nordreihnwestfalen hat dieses Verbot vor dem Landesverfassungsgericht von Schleswig Holstein angefochten, verloren und ist trotzdem nach Sylt, welches unzweifelhaft in unserem wunderbaren Bundesland liegt, eingereist. Das Schlupfloch, das er fand: Geschäftliche Reisen sind erlaubt. Schließlich will niemand, auch wir Nordlichter nicht, die Wirtschaft gefährden. Soweit, so trickreich. Hätte er, der Anwalt, jetzt nur nicht seine Familie mit auf die “Geschäftsreise” genommen, wäre das halbwegs glaubhaft. Doch wo leben wir eigentlich, wenn Anwälte vor Gericht ganz offiziell verlieren und dann geltendes das Recht brechen? Haben Anwälte nicht eine besondere Verpflichtung, sich an rechtmäßige Gerichtsurteile zu halten?

Nun, wir sind keine Anwälte. Wir brechen auch kein Recht. Wir halten uns an Recht. Daher brauchen wir auch keinen Anwalt. Wir halten uns an Recht in der einzigen Überzeugung, das sonst das Zusammenleben von 80 Millionen Einwohnern nicht funktionieren kann.

Diese durchaus strikte Haltung haben wir gegenüber Appellen und Hinweisen aller Art nicht. Auch nicht, wenn die Bundeskanzlerin in einem Video dazu auffordert, auf Reisen aller Art zu verzichten, wenn sie nicht unbedingt notwendig seien. Nun haben wir Frau Merkel sicher nicht gewählt, doch respektieren und achten wir sie. Sehr sogar. Doch was wollte sie uns bloß damit sagen?

Allein, über eine Notwendigkeit ließe sich sicherlich vortrefflich diskutieren. Noch viel besser mit einem Bier oder Wein. Endlos. Also macht es gar keinen Sinn, auf eine eventuelle Notwendigkeit einzusteigen.

Die inhaltliche Frage ist doch wohl, WIE gereist wird?

Wenn man, ganz platt betrachtet, im Flieger zum Ballermann brettern würde, dann ist die Gefahr einer Coronainfektion wohl unbestritten hoch. Wenn man im eigenen Auto (Wohnmobil) durch die Gegend kurvt, Restaurants und Lokale aller Art meidet, die AHA Regeln strikt anwendet und sich generell viel alleine zu zweit im Freien aufhält, was bitteschön soll da schon passieren?

Das Thema ist wohl Eigenverantwortung und Augenmaß. Wie wollen wir eigentlich in den kommenden Jahren mit dem Coronavirus leben? Einsam zu Hause auf dem Sofa sitzend und vor der Glotze völlig verblöden? Das Virus wird ja nicht einfach verschwinden. Selbst wenn es mal einen wirksamen Impfstoff gibt, bleibt das Virus. Es hat schon längst unser Leben, unser Handeln für immer verändert.

Die Frage, die wir uns vorlegen müssen ist doch: Wollen wir uns anpassen oder wollen wir uns im nicht vorhandenen Keller verkriechen?

Wir passen uns an und lassen uns unsere Reisen von diesem miesen Virus nicht vermiesen.

Stillstand ist der Tod.

Peter.

Daumen drücken!

Daumen drücken für einen guten Kerl!

Bob McDavitt ist ein pensionierter Meteorologe in Neuseeland. Seit Jahrzehnten kümmert er sich ehrenamtlich um die Segler im Pazifik und versendet einmal pro Woche, immer Sonntags seinen “Bob Blog” Newsletter per eMail mit der aktuellen Wettersituation im Pazifik. Kurz und bündig erläutert er darin die Wetterlage und gibt Hinweise und Tipps für die Passage der Hauptrouten über den größten Ozean der Welt.

Wer will, kann Bob auch individuell buchen um für die eigene Passage eine zweite Wettermeinung einzuholen. Dafür nimmt er Geld, aber so wenig, das es sich wohl eher eine Art Schutzgebühr handelt, um nicht in Arbeit unterzugehen.

Schon im Mai 2013, auf Galapagos haben wir Bob´s kostenlosen Newsletter abonniert. Sieben Monate später, im November 2013 haben wir ihn dann in Opua, Neuseeland auch persönlich kennen gelernt. Wenn er sich nicht gerade sehr gut mit Wetter auskennen würde, könnte er bei seinem perfekten Aussehen auch glatt jeden Job als Weihnachtsmann annehmen. Für unsere Passage von Neuseeland nach Vanuatu im Mai 2014 haben wir ihn dann um eine tägliche, individuelle Wetterberatung gebeten.

Bestes Segelwetter, voll gerefft.

Die durchaus freundlich und herzlich gemeinte Anekdote dazu ist folgende:
In Absprache mit Bob das richtige Wetterfenster für die neun geplanten Seetage abgewartet. Bei gegenläufiger Welle am Wind aufgebrochen, nach zwei Tagen perfektes Hochsee-Segelwetter. Dann per eMail die Warnung von Bob: Nördlich von euch kommt ein Sturmtief durch. Lauft mindestens 7 Knoten um vorher auf Vanuatu anzukommen oder fahrt so langsam wie möglich, damit es vor euch durch zieht.
7 Knoten im Durchschnitt für ein paar Tage sind wirklich eine Menge, also lieber bei Bestem Wetter reffen und mit bummelig 4 Knoten vor sich hin eiern. Doch wir waren wohl immer noch zu schnell: Zwei Tage vor Vanuatu bekommen wir eine mächtige See und gut 40 Knoten Wind. Und der Skipper des STORMVOGELS viele Sorgenfalten ins Gesicht.

Doch wie meinte Per, der unerschütterliche Norweger von der Segelyacht ODA:

“Mensch Peter, 40 Knoten sind überhaupt kein Problem. Solange sie aus der richtigen Richtung kommen!”

Per Mandt, 17. Mai 2014

Stimmt. Raumschots auf offener See vielleicht unangenehm, aber in der Tat kein Problem.

Gestern, am Sonntag den 11. Oktober 2020 erhielten wir nun den kürzesten Bob Blog seit dieser Zeit und darin ein echtes Problem:

“I’m in hospital now (complications with Bone Cancer) and may be in for a while, so this brief blog may be it for a while from me. Bob for MetBob.”

Bob McDavitt, 11. Oktober 2020

Zu Hochdeutsch:
“Ich bin jetzt im Krankenhaus (Komplikationen mit Knochenkrebs) und kann eine Weile in der Klinik sein. Dieser kurze Blog kann es für eine Weile von mir sein. Bob für MetBob”

Umgangssprachlich: Schöne Scheiße!

Also denn mal Daumen drücken – auch wenn das wohl nicht wirklich helfen kann.

Peter.

NEUER Coronia Selbstversuch?

Irritierend viele Monate sind seit dem letzten Geheimbericht von Dr. Peter und Schwester Heidi vergangen. Offenbar gingen sie in der Zwischenzeit einem völlig anderen als dem Forscherleben nach. Soweit bekannt, bereisten sie im Sommer aufwendig an Bord einer Segelyacht die westliche Ostsee, offenbar um ihre wahre Identität und Tätigkeit zu verschleiern. Verwirrend erscheinen die in dieser Zeit abweichend verwendeten Decknamen “Skipper” und “Mannschaft”. Die geheime Forschung nach dem Serum der Serums, der Entdeckung eines universellen Corona-Antivirus zur Befriedigung der gierig mit den Hufen scharrenden Öffentlichkeit geriet unverantwortlicher Weise in den Hintergrund.

Bei Dr. Peter muss man wohl erneut Selbstsucht und Eigennutz unterstellen. Die Motivlage von Schwester Heidi ist selbstverständlich nach wie vor über jede Spekulation erhaben.

Doch nun, Anfang Oktober eines durchaus denkwürdigen Jahres, erreichen uns aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen die neuesten, nicht weniger kühnen Pläne von Dr. Peter und Schwester Heidi zum Jahresende. In berauschender Siegesgewissheit der üblichen Selbstüberschätzung von Dr. Peter sprach eben jener völlig unbefangen in der letzten Woche mit einer langjährig vertrauten Person, die sich vermutlich bereits im neu entdeckten Operationsgebiet befindet. Wir konnten zwar das unverschlüsselte Telefonat abfangen, benötigten aber über eine Woche um die sehr undeutliche Aussprache von Dr. Peter (vermutlich lallen infolge Einnahme gesundheitsbedenklicher Substanzen) auch inhaltlich zu verstehen:

+++ BREAKING NEWS +++
Dr. Peter plant offenbar in neuem Operationsgebiet einen sensationell neuen Coronia-Selbstversuch! Schwester Heidi wird ihn wieder begleiten und Dr. Peter wie üblich auf den Boden der wissenschaftlichen, aber auch zwischenmenschlichen Tatsachen zurück holen!
+++ BREAKING NEWS +++

Quelle: Der Freund eines Freundes.

Die Meldung im Einzelnen:
In den kommenden Tagen, spätestens jedoch in der vierten Oktoberwoche wird Dr. Peter mit Schwester Heidi im geheimen mobilen Forschungslabor auf vier Rädern erneut gen Süden aufbrechen. Der Kohle betriebene Versuchshochofen wurde in der Zwischenzeit durch ein neueres Modell ersetzt. Nach dem frühlingshaften Desaster in Südfrankreich und der überstürzten Abreise soll offenbar diesmal Griechenland die neue Operationsbasis werden. Die genaue Route ist offensichtlich so streng geheim, das sie nicht mal Dr. Peter selbst zu kennen scheint. Unbeabsichtigt gab Dr. Peter einen Hinweis darauf, wie er gedenkt bei der Anreise ins Operationsgebiet seine ansonsten unübersehbaren Spuren zu verwischen. Russische Internet Trolle, aber auch westliche Geheimdienste spielten uns umfangreiche Protokolldateien seines Internetbrowsers zu. Aus dieser Quelle geht klar hervor geht, das er die Fährverbindung von Ancona (Italien) nach Patras (Griechenland, Peloponnes) favorisiert.
Offenbar steht das herbstliche Forschungsvorhaben unter dem Eindruck einer zeitlich hoch optimierten Anreise in das Operationsgebiet. Dabei ist Zeit eigentlich genug vorhanden. Soweit bekannt, setzte sich Dr. Peter selbst offiziell ab Mitte September auf Kurzarbeit Null. Es anzunehmen, das mehr Zeit in den geheimen Forschungslaboren des neuen Operationsgebietes verbracht werden soll als beim letzten Coronia-Selbstversuch Anfang des Jahres in Südfrankreich.

Da sich offenbar enge Vertraute bereits im zukünftigen Operationsgebiet befinden, ist erneut von einem kollaborativen Forschungsansatz auszugehen. Unbestätigten Gerüchten zufolge waren die gleichen, weiterhin noch unbekannten Personen, auch in Südfrankreich Teil des Erkundungsteams.

Aufgrund der vermuteten herbstlichen Witterung auch im Süden Europas sucht Dr. Peter offenbar sichere, im Besonderen um diese Jahreszeit geöffnete Forschungsstätten auf dem Peloponnes. Unter dem Decknamen “Wintercamping” hat er auf Basis dieser Informationsquelle eine Landkarte für die anstehenden Experimente und Selbstversuche in wechselnden Laboren erstellt.

Der genaue Abreisetermin scheint derweil aber noch nicht fest zu stehen. Ganz wie im März dieses Jahres, verfügen spontan lokale Landesfürsten (…in grenzenloser Unwissenheit bezüglich der geheimen Forschungstätigkeit von Dr. Peter und Schwester Heidi) lokalste Reisebeschränkungen. Diese schwer Verständlichen Anordnungen werden vermutlich unmittelbaren Einfluss auf diese lebensnotwendige Forschungsreise haben. Selbst seltene in der Eigenwahrnehmung höchstintelligente Selbstversuchsforscher wie Dr. Peter haben offenbar mittlerweile Schwierigkeiten, der erneut aufkommenden hysterischen Coronia Dynamik zu folgen.

Stay tuned – Ouzo calling!

Der Freund eines Freundes.

(Ausdrücklich nicht der Feind eines Feindes eines Freundes.)


Griechenland 2020

Mit den offiziellen Corona Regeln fest im Blick waren wir im Herbst 2020 mit dem Wohnmobil in Griechenland, auf dem Peloponnes unterwegs.

Drei Wochen WoMo-Leben, Sonnen- und Strandurlaub mit gutem Essen während in Norddeutschland der trübe Herbst Einzug hält.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Am Strand von Kamari

In der Rubrik “Griechenland 2020” haben wir in dreizehn Reiseberichten mit viele Fotos unsere letzte Reisemobil Tour in diesem Jahr “live on the road” beschrieben.

Die Reiseroute führte uns zunächst von Norddeutschland über Österreich und Italien zum Fährhafen von Ancona in Norditalien. Mit der Fähre über Nacht komfortabel nach Patras in im Nordosten des Peloponnes geschippert. Gleich zu Anfang der Reise ein unerwartetes echtes Highlight mit dem Besuch der historischen Altstadt von Monemvasia im Südwesten erlebt. Beeindruckend, aber auch wirklich anstrengend, wenn man die über viele Treppenstufen zu erreichende Oberstadt sehen will.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Taverne in Korfos

Nach Historie und Kultur folgte die absolute Einsamkeit von Vlychada Beach, einem Strand, an dem es außer Felsen, Wasser und Kiesel wirklich gar nichts gibt. Noch nicht mal ein Handynetz. Eigentlich ist man in Griechenland tatsächlich überall erreichbar – aber an diesem auch bei Felskletterern bekannten Ort herrscht absolute Funkstille. Über die beiden Stationen Notia und Kazarma erreichen wir Saladi Beach. Hier steht eine seit vielen Jahren verlassene weltberühmte Hotelruine. Der riesige Strand davor hat uns so begeistert, das wir gleich drei Tage dort geblieben sind.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Historische Altstadt von Monemvasia

Und wie es der Zufall so wollte: Von einem Lost Place zum nächsten. Auf dem Gelände der ebenfalls verlassenen Hotelanlage Club Apollo Beach findet man viele Stellplätze für Wohnmobile, wenn man will auch direkt am Wasser.
Nach so viel Einsamkeit und verlassenen Häusern wollten wir mal wieder einen belebten Ort besuchen. Tagsüber die hübsche Touristeninsel Poros erkundet, übernachtet vor Nisis Soupia und Tags darauf Fischessen in einer Taverne im Hafen von Vathy.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Am Hafen von Korinth

Ein ungeahntes Offroad-Abenteuer in spektakulärer Kulisse erlebten wir in Epidavros. Vielleicht hätten wir den steilen Berg besser nicht mit Wohnmobilen befahren sollen, doch dann würden uns ein tolles Erlebnis und das Titelbild dieses Beitrags fehlen. Das tags darauf besuchte kleine Städtchen Korfos war bereits im Winterschlaf, am Kanal von Korinth bewunderten wir den Mut der Bungeejumper und am wilden Strand von Kamari erlebten wir unsere einzige Griechische-Wilde-Hunde Geschichte der ganzen Reise.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Das Tal von Tripoli

Die Corona Situation hatte sich mittlerweile in Griechenland, aber auch in ganz Europa verschlechtert, doch der dünn besiedelte Peloponnes war nach wie vor kein Risikogebiet. Für den Rückweg nach Deutschland wählten wir die gleiche Route wie für die Anreise über Patras, Fähre und Ancona. Da die unverzügliche Durchreise durch die Risikogebiete Italien und Österreich als Transit und nicht als Aufenthalt bewertet wurde, mussten wir in Deutschland auch nicht in Quarantäne und konnten so unsere wirklich tolle Tour glücklich beenden.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Die Insel Poros

Wie üblich auf unseren Reisen zu Land und See lief unser Satellitengestützter GPS Tracker mit. Alle zwei Stunden wurde die genaue Position protokolliert. Wer sich dafür interessiert kann einfach in die Karte klicken und kommt auf die interaktive Ansicht, in der man alle Details sehen kann.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: GPS Track

Peter.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Auf dem Weg nach Notia
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: In der Nähe von Epidavros