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Bye, bye, Peter. Sankt-Peter.

Na, wie war der Rutsch?

War ja nix mit rutschen. Viel zu warm!

Wintersonne Sankt Peter Ording

Stattdessen böllern, als wenn es kein Morgen gäbe. Also, wir natürlich nicht!

Andere!

Wie immer, andere!

Traditionell zum Jahreswechsel ein Ausflug nach Sankt Peter Ording. Die eine oder andere tote Tante besuchen. Die mit Rum und Sahne drin. Im Eiseskalten Wind. Die Idee hatten viele andere auch. Sogar das Ordnungsamt der Gemeinde. Haben, so kurz vor Jahresende, noch mal ordentlich Kasse gemacht. Da fährt man gut 100 Kilometer, findet keinen freien Parkplatz, parkt wirklich abseits, stört niemanden und doch ein Bon. 15 Euro, also knapp drei tote Tanten.

Wintersonne Sankt Peter Ording

Nun ist es mit solchen Lustkurzreisen ja schon die eine Sache in Zeiten von Umwelt-, Sprach- und Besserwisser-Polizisten. Und dann auch noch falsch parken um eine tote Tante verzehren…

Abendstimmung Sankt Peter Ording

Nehmen wir die 15 Euro Strafe doch als ein nach Veränderung rufendes Zeichen.

Machen wir doch einfach mal Schluss mit der Sankt-Peter-Ording Tradition…

…und fahren nach Wendtorf!

Kieler Förde, Wendtorf / Heidkate

Direkt ausprobiert am ersten Tage des neuen Jahres. Kostenloses Parken, Sandstrand und wenn man nur lang genug läuft immerhin auch ´ne Bude mit irgendwelchen Heißgetränken.
Oder, noch besser: Rucksack mit Thermoskanne packen und los geht’s. Wie früher!

Kieler Förde, Wendtorf / Heidkate

Ach früher!

Da war alles besser.

Bestimmt.

Peter.

Kieler Förde, Wendtorf / Heidkate

Weihnachten 2019

In der dunkelsten Jahreszeit über Licht und Schatten zu schreiben ist natürlich so ein Ding. Schatten lässt ja immerhin ein wenig Restlicht vermuten, nur wenn wirklich gar kein Lichtlein mehr scheint, dann ist es wirklich dunkel. Tiefschwarz. Und das ist ja eher ganz selten der Fall und daher ist dieser Lebenszustand hier und heute zu vernachlässigen. Begründung: Bei Lichte betrachtet ist unsere dunkle Jahreszeit gar nicht so dunkel, erst Recht nie tiefschwarz.

So fangen wir hier mal mit den Schattenseiten an, denn die sind schnell erzählt: Unser Boot STORMVOGEL ist immer noch kaputt und nach jedem kleinen Rückschlag während der Reparatur denken wir, OK, jetzt geht es aufwärts. Doch bisher lagen wir immer falsch. Auf der Suche nach dem Positiven: Kann nur besser werden.

Das war er, der Schatten.

Das Licht, das Licht, jetzt das Licht: Viel und gut gereist in diesem bald abgelaufenen Jahr. Norwegen, Australien und Schottland gemeinsam, zum Jahresende Spanien und Dänemark getrennt. Für uns ungewöhnlich, doch völlig normal.

Das Licht, das Licht, jetzt das wahre Licht: Alle sind gesund und munter.

Wie schön!

Vom Herzen hoffen wir, allen anderen die wir kennen oder kannten geht es genauso. Fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Peter.

London 2019

Hey, was machen Wiedekamms, wenn sie in LONDON sind und nicht zu einem MARILLION Konzert (oder zwei) gehen?

London, Themse, Tower Bridge

Sie suchen Wasser.

Unbewusst.
Ungeplant sowieso.

Und wenn sie schließlich Wasser gefunden haben?

Dann fahren sie darauf.

Skyline London

Nun, der gemeine Londonfahrer denkt da sicher unvermittelt an die THEMSE und ja, auf der THEMSE waren wir an Bord einer Fähre natürlich auch, doch nein: London hat noch mehr Wasser. Nicht zu verwechseln mit Meerwasser.

Regents Canal

Da wäre dann zum Beispiel der REGENTS CANAL.

Regents Canal

Typischer englischer Kanal, typisch englische Kanalboote, typisch wirr in die Landschaft gesetzt. Oder hier besser: In die Stadt gesetzt. Straßen, Häuser? Kein Problem. Muss man eben Tunnel bauen. Den MAIDA HILL TUNNEL zum Beispiel. Als Skipper muss man für die Durchfahrt wohl Drogen nehmen. Was für ein Albtraumtunnel! Beruhigend: Das Licht am Ende des Tunnels kann nicht von einem entgegen kommenden Zug stammen. Soviel ist sicher!

Unterwegs gibt es viel zu sehen. Stadt halt. Die Kanaltour geht von CAMDEN MARKET entlang des LONDON ZOO´s und man kann auf diesem Abschnitt vom Boot aus tatsächlich auch mal Tiere sehen.

Regents Canal

Die Hausboote erinnerten mich denn auch mal wieder an lange verschollene Musik. Long ago and far away. 1990 entstand das Weltmusikprojekt ONE WORLD ONE VOICE. Einer der vielen mitwirkenden Künstler war DAVID GILMOUR (PINK FLOYD), der ein kleines aber absolut unverkennbares Gitarrenriff an Deck seines Hausbootes einspielte. Die Szene habe ich nie vergessen und nach unserer Rückkehr nach ELMSHORN denn auch direkt mal wieder reingehört. Starke Sache das. 29 Jahre später. Und, das sind die Zeichen der Zeit, bei YOUTUBE das Video dazu angesehen. Wer Zeit hat…

Regents Canal

Unsere kleine Kanalfahrt endete in LITTLE VENICE, genauer im BRIDGE HOUSE, einer recht netten Kneipe in guter Lage. Von da aus sind wir dann zu Fuß in die Stadt zurück marschiert. Alles nur eine Frage der Einstellung. Auch Entfernungen. Städte erkundet man bekanntermaßen immer am Besten zu Fuß.

Bridge House in Little Vernice, London

Übernachtet haben wir diesmal im Clubhaus von unserem englischen Segelclub CRUISING ASSOCIATION. Die haben im Gebäude für Mitglieder günstige Gästezimmer, CABINS genannt. Nicht größer als eine Kammer an Bord einer kleinen Yacht, aber durchaus funktional. Wie es der Zufall so wollte, hatte der Club an unserem freien Abend gerade Hauptversammlung und so haben wir mal eben, by the way, neue Segelfreunde kennen gelernt.

Eigentlich eine eigene kleine Geschichte, doch hier will ich nur schnell davon berichten, wie die zu ihrem großen Clubhaus in den LONDON DOCKLANDS gekommen sind: In der Bibliothek des traditionsreichen Clubs befanden sich einige sehr alte Segelhandbücher, auf die ein Museum scharf war. Tja, so dachten sich die damaligen Clubmanager, verticken wir doch die Bücher und bauen ein Haus…

Cruising Association Club Haus

…nun bauten sie das Haus aber so groß, das dessen Unterhaltskosten ein paar Jahre später zum Problem wurden. So vermieteten sie seit Jahren ein paar Räume und decken damit die Betriebskosten. Wo ein Wille ist, da ist ein Weg. Wie immer.

Wir haben uns von einem Geldautomaten voll abzocken lassen. WIR! Wir REISEEXPERTEN! 13,5% Wechelkursaufschlag wollte ich nicht. Also, ohne den Text GENAU zu lesen auf dem Bildschorm “NO” gedrückt. Und trotzdem kam das Geld raus.

Schweine-Geldautomat – Moderne Wegelagerer…

Entrüstet, sauer weiter gegangen, doch dann umgekehrt und noch mal Geld geholt. Jeden Bildschirm abfotografiert. Und schließlich die Frage, auf die ich mit “Nein” geantwortet hatte, vollständig gelesen und endlich auch verstanden. Merke: “Nein” heißt nicht “Abbruch”. Dazu immer hübsch den Abbruch-Knopf an der Tastatur verwenden. Das völlig sinnlos verschwendete Geld habe ich wieder rein geholt. Ein paar (mehr) Bier weniger…

…Strafe muss sein!

(Mal ganz was neues)

Peter.

TRANS-OCEAN e.V.

Es gäbe da zu berichten, das ich nun auch ein Ehrenamt bekleide.

Wie die Frau, so der Mann. Nach 2,5 Jahren endlich eine sinnvolle Aufgabe.

Mit deutlicher Verzögerung zwar, aber nun, seit dem 2. November 2019 bin also auch ich ein Ehrenamtler. Und soviel kann ich schon sagen: Durchaus mit Leidenschaft.

Ich wurde zum Vorsitzenden von “TRANS-OCEAN Verein zur Förderung des Hochseesegelns e.V.” mit Sitz in Cuxhaven gewählt. Der Verein hat eine über 50 jährige Tradition, aktuell etwa 4.400 Mitglieder, drei Mitarbeiterinnen und hat sich mit Haut und Haaren dem Blauwassersegeln verschrieben. In allen Facetten. Egal ob Fahrten-, Regatta oder Extremsegler. Bei uns sind sie alle und unser grandioses Motto “Die See im Herzen” verbindet uns. Wer über die Ozeane segelt, der muss die großen Meere wohl lieben und trotz großem Respekt ein Platz im Herzen dafür haben.

Traditionell veranstalten wir im November unser TRANS-OCEAN Wochenende mit einem Festabend, auf dem wir unsere jährlichen Preisträger würdigen. Jochen Rieker, seines Zeichens Chefredakteur des YACHT Magazin und von YACHT Online, war in diesem Jahr einer der Laudatoren und schrieb später über den Abend:

“Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gibt es im ganzen Land keinen Clubabend, an dem befahrenere Mitglieder das Saisonende feiern.”

Ich glaube, da fühle ich mich wohl. Unter gleichgesinnten, Rückkehrer oder Lossegler. Auf dem langen Schlag, auf Landurlaub oder auf dem Sprung. Die Welt. Das ist das Fahrgebiet.

Hier auf meinem privaten Blog werde ich nicht viel oder auch gar nichts über TO, so die Kurzform von TRANS-OCEAN e.V., schreiben. Einen Vorstandsblog hat TO noch nicht, steht aber durchaus auf dem Wunschzettel.

Die Vereinsarbeit wird keinen Vorwand für weniger Beiträge auf www.wiedekamm.com liefern. Denn, so viel ist klar: Viel weniger als im Moment kann man auf seinem eigenen Blog eigentlich gar nicht schreiben.

Nun denn: Wer sich für´s Segeln interessiert, der möge in Zukunft nach TRANS-OCEAN Ausschau halten!

fair winds!

Peter.

MARILLION Royal Albert Hall 2019 Tag 2

Warum eigentlich nur ONCE IN A LIFE TIME?

Warum, wenn es geht, nicht zwei mal ONCE IN A LIFE TIME?

Oder, wenn sich schon mal die Gelegenheit ergibt, warum nicht auch drei mal ONCE IN A LIFE TIME?

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Tja, und das ist dann wohl das Problem. Diese Unersättlichkeit. Von allem alles. Das ist in wenigen Worten das eigentliche Problem. Das verdrängen wir bitte mal wieder ganz schnell. Denn am gestrigen Dienstag Abend spiele MARILLION zum zweiten Mal in Folge in der wieder ausverkauften ROYAL ALBERT HALL in LONDON. Seit 2017 das Dritte mal.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Und natürlich wäre es nicht MARILLION, wenn sie nicht ein anderes Programm auf die Bühne gestellt hätten. Denn gut die Hälfte des Publikums war wie wir am Tag zuvor auch schon da. Keine halbe Sachen.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Auf den alle zwei Jahre statt findenden Fanwochenenden (“MARILLION-WEEKENDS”) auf der ganzen Welt bringt die Band an drei aufeinander folgenden Tagen drei komplett unterschiedliche Programme zu Stande. Logisch, wenn man 30 Jahre zusammen Musik macht, dann hat man genug Material.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Da es sich bei dieser Musik nicht um ONE HIT WONDER, sondern in diesen 30 Jahren eher um KEIN HIT WONDER handelt, warten die Fans auch nicht auf DEN EINEN Song. Und der eine Welthit, den MARILLION 1985 (mithin vor 34 Jahren mit einem anderen Sänger) hatte, hat nichts mit der aktuellen Musik zu tun. Also kommt auch keiner deswegen. Na ja, vielleicht doch einige wenige ewig gestrige.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Etwas weniger als die Hälfte der Songs blieb diesmal aber im Programm. Das war gut so. GAZA als Einstieg ist ja immer richtig und die Lightshow dazu eine eigene Komposition die man sehr gerne sieht. Oder zweimal. Oder dreimal…

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Tag 1
Gaza
Power
Beyond You
Seasons End
Estonia
A Collection
The New Kings
Man of a Thousand Faces
The Space
Separated Out
This Strange Engine

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Tag 2
Gaza
Fantastic Place
You’re Gone
Seasons End
Estonia
Hollow Man
Ocean Cloud
The Sky Above the Rain
The Great Escape
Afraid of Sunlight
Separated Out
This Strange Engine

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Diesmal saßen wir bewusst wieder wo anders. Ganz oben, auf den billigeren Plätzen. Sicht war OK, obwohl Heidi durch ein Geländer luschern musste. Die ROYAL ALBERT HALL ist wirklich ein toller Ort für ein Konzert der Lieblingsband. Oder zwei. Oder drei.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Der Innenraum war diesmal nicht bestuhlt – für die etwas fitteren Fans. Beim Bier, vorher in der naheliegenden Kneipe GLOUCESTER ARMS, haben wir auch schon einen Rollator deprimiert zur Kenntnis nehmen müssen. Das Alter der Fans, aber durchaus auch das eigene,nimmt der Herr Sänger dann auch zum Anlass, um zu erklären, warum es eigentlich dieses Zugaben-Ritual gebe: Man müsse ja auch als Rockstar mal auf Klo…

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Nun, denn. Das Konzert war der Abschluss der diesjährigen GROß BRITANNIEN Tour und entsprechend gelöst waren die Damen und Herren auf der Bühne. Und das Publikum sowieso.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Was bleibt?

Eine tolle Erinnerung an ein tolles Konzert mit einer lange nicht mehr gesehenen Lightshow.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

Und darum geht es doch.

Peter.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL, LONDON 19th November 2019

MARILLION Royal Albert Hall 2019 Tag 1

Warum eigentlich nur ONCE IN A LIFE TIME?

Warum, wenn es geht, nicht zwei mal ONCE IN A LIFE TIME?

Ja, ja, schon klar: Weil das Wort ONCE eine  Einzigartigkeit ausdrücken soll. Etwas einmaliges, super besonderes, ganz spezielles. Aber wie verhält es sich, wenn die einmalige, ganz besondere und erst recht spezielle Rockband MARILLION ein zweites Mal in der ebenfalls einmaligen, ganz besonderen und speziellen ROYAL ALBERT HALL in LONDON e zwei Jahre nach dem ONCE IN A LIFE TIME Konzert 2017 noch einmal die Bühne betritt?

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL 2019, Day 1

Dann geht man da hin. Da will man da hin. Da muss man da hin.

Und das mit dem ONCE IN A LIFE TIME spielt dann auch keine Rolle mehr.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL 2019, Day 1

Natürlich konnte 2017 nicht überboten werden, denn es war schon im Vorfeld klar, das MARILLION nicht nochmals F.E.A.R. in voller Länge spielen würde. So war die Setlist gestern Abend (Montag, 18.11.2019) denn auch sehr durchmischt und nicht jederzeit nach des Autors Geschmack. GAZA als Einstig war schon mal super und zeigte mitgereisten MARILLION Novizen wo der musikalische Hammer hängt.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL 2019, Day 1

Eigentlich ist MARILLION ja auf der Europatour “MARILLION WITH FRIENDS FROM THE ORCHESTRA”. Also Streicher, Flöte und Horn mit dabei. Was vor 2017 noch eine nette Idee war, geht jetzt aber zumindest in Teilen nach hinten los. BEYOND YOU war schon immer schwach, aber die “Orchester” Version war schlecht.
Wirklich zerstört wurde mein so geliebtes ESTONIA. Die Idee, im Mittelteil das kalte, schaurige Gitarrenintermezzo durch Streicher zu ersetzten, deren Geigen ein lustiges Spiel der Wellen zu Gehör bringen sollen, war einfach nur sch…. (Entschuldigung).

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL 2019, Day 1

Doch es wäre ja nicht MARILLION, wenn nicht auch was für die ganz verwöhnten an diesem ansonsten wunderschönen Abend dabei gewesen wäre. SEASONS END, THIS STRANGE ENGINE, NEW KINGS, MAN WITH A THOUSAND FACES (bei dem am Ende die Halle Kopf stand) und ein sehr grandioses SEPARATED OUT waren echte, einmailige, ONCE IN A LIFE TIME Highlights.

MARILLION, ROYAL ALBERT HALL 2019, Day 1 , Standing Ovations

Das war ein toller Abend, mehr zum London Ausflug später. Eine einzelne Mitreisende drängelt, etwas.

Peter.

Zur Lage XXXV

Fünfundreißig Lageberichte. Genauer: “Segel(boot) Lageberichte”.

Nun, es ist Wintersaison und wir waren bekanntlich in diesem Jahr gar nicht segeln. Also kann der Skipper auch nichts kaputt gemacht haben, denkt der Laie. Die Fachfrau hingegen ist sicher, das der Skipper doch irgendwie Verursacher der aktuellen STORMVOGEL Baustelle sein muss. Und sei es nur der Umstand, das er das Boot mal gekauft hat.

Mobile Schweißerwerkstatt

Der letzte Blogeintrag zu diesem Thema liegt nun schon drei Monate zurück und eigentlich ist in dieser Zeit nicht wirklich viel am Boot selbst passiert. Dafür haben schlaue Köpfe gearbeitet. Doch der Reihe nach:

Alte Rumpfsektion

Nach dem der Ballast komplett entfernt wurde, hat die Werft die beschädigten Stellen mittels Sandstrahl komplett innen und außen gereinigt…danach mussten Heidi und ich den Dampfer vom Sandstrahlen reinigen..trotz Arbeitszelt, Abdeckung und so weiter: Was für ein Dreck! 😉

Großes, für eine Zeit gewolltes Loch im Aluminiumrumpf
Die herausgetrennte Bordwand, Innenseite

Dann schlug die Stunde der Experten: Ein Bootsbau-Gutachter, ein Elektrik-Gutachter und ein Werftchef für die Aluminiumarbeiten. Der Werftchef hatte ja schon im Frühjahr die Steuerbord-Anodentasche als Ursache des Übels ausgemacht. Nun haben die beiden Gutachter sich ebenfalls auf dieses Bauteil als auslösende Ursache fest gelegt. So zerstört wie die sei, könne es gar nicht anders sein. Geht es also demokratisch zu, war es die Anodentasche.

Die alte, herausgetrennte Anodentasche von ihrer Schokolandenseite

Was die beiden Gutachter aber auch sagten:
Teile der Steuerbord-Bordwand müssen erneuert werden. Und ein paar Bodenwrangen auch. Befürchtet hatten wir das ja schon, nun aber quasi amtliche Gewissheit.

Die alte herausgetrennte Anodentasche: Grausame Innenansicht

Jetzt konnten wir die Reparaturpläne also konkretisieren, Aufwände und Kosten ermitteln – und einmal mehr die Entscheidung “Abbruch” oder “Weitermachen” treffen. Hilfreich bei dieser schweren Entscheidung waren die Gutachter, aber auch Makler in Deutschland und den Niederlanden. Allgemeiner Tenor: “Ja, das Boot hat nun einen Makel, aber der Schaden kann gut repariert werden und ein möglicher neuer Eigner hat die Gewissheit, das er ordentlich behoben wurde”.

Also: Weitermachen.

Die Mitarbeiter einer auf Aluminium Boots- und Schiffbau spezialisierten Werft aus Hamburg rückten mit schwerem Gerät nach Glückstadt an und schnitten die beschädigten Aluminiumplatten erst mal raus. Feststellung: Rumpfstärke in diesem Bereich 6mm. Das ist echt ein Brett. 6mm Aluminium…

Na prima!

Hatten wir also erst mal für ein paar Tage ein riesiges Loch im Boot.

Aber wirklich nur für ein paar Tage. Denn wenn die Aluminiummenschen erst mal los legen, dann kann man sie kaum halten. Montags angefangen, Freitags fertig geworden. So lieben wir das!

Die neue Bordwand, noch provisorisch angeheftet

Tja, und nun haben wir per heute **KEIN** Loch mehr im Boot. Kein kleines, kein großes. Wie schön!

Obwohl:
Der Beweis der absoluten Dichtigkeit steht noch aus. Durch einen Schwimmtest (gesichert, im Kran) soll im nächsten Schritt physisch überprüft werden, ob der reparierte Rumpf wirklich zu 100% dicht ist. Aktuell herrscht allerdings gerade Hochbetrieb in der Werft – andere Boote wollen ins Winterlager und wir können für den Schwimmtest den Kran nicht mal eben ein paar Stunden blockieren. Also warten wir geduldig, bis die große Welle vorbei ist.

Neben dem aufregenden großen Loch wurde aber auch im Detail geschweißt: Die Materialstärke des Kielkastens beträgt 10mm, die des Kiels 12mm. Eigentlich, so die Experten müsse dort nichts aufgedoppelt werden, aber der Optik wegen sei es auch nicht verkehrt. Also wurden dort kleine Aluminiumplatten flächig aufgesetzt.

Aufdopplungen an Kielkasten (links) und Kiel (rechts)

Ferner haben wir nun an der tiefsten Stelle im Bleiballast ein Aluminiumrohr, das als Peilrohr wirken soll. Zu Wartungszwecken kann in zukünftigen Winterlagern damit überprüft werden, ob der Bleiballast wie erforderlich trocken liegt, oder ob Schwitzwasser o.ä. vorhanden ist.

Peilrohe (unten, links)

Erst nach dem Schwimmtest geht es dann mit dem Wiedereinbau des Bleiballasts weiter. Doch das wird ein neuer Lagebericht.

Für heute noch wichtig zu erwähnen: Es gibt einen Fertigstellungstermin: 20/02/20

Das Datum ist cool, oder?

Peter.

 

Fazit Schottland 2019

In gut vier Wochen sind wir ziemlich genau 5.000 Kilometer mit KNAUSi von ELMSHORN nach ULLAPOOL und wieder zurück gekurvt.  KNAUSi, so haben wir unser Wohnmobil der Marke KNAUS getauft. Finden wir sehr passend für so einen Luxusschlitten.

In der Vorbereitung auf diese Tour hatten wir uns den PHILIPS NAVIGATOR CAMPING AND CARAVANING ATLAS OF BRITAN Straßenatlas zur besseren Orientierung zugelegt. In Zeiten von GPS gestützten Navigationssystemen mit europäischen Straßenkarten eigentlich ein Anachronismus, aber so ein gut gemachter Papieratlas bleibt wohl auf Lebenszeit unsere erste Wahl.
Der Atlas enthält auch alle Campingplätze in GROSS BRITANTIEN, die Plätze des “The Camping and Caravanning Club” – und so wurden wir mal eben für ein Jahr Mitglied in diesem Club. Dachten, dies sei sehr sinnvoll. Wertvolle Rabatte, exklusive Club-Plätze…

…was für ein Quatsch: Der Club ist m.E. eher so was wie ein Franchise und die Clubplätze sind so teuer, das es sie selbst mit Rabatten völlig überteuert sind. Ja, OK, sie sind besser ausgestattet als die normalen Campingplätze. Aber unser Lieblingsplatz in FLOCKTON beim Kohlemuseum kostete gerade mal 17 GBP plus 50 Pence für das Duschen. Die billigste Club-Site lag bei 41 GPB, incl. Duschen. Camping ist per Definition ja eher das “Einfache”, “Rustikale”. Im Schnitt haben wir auf den nicht-Club-Sites irgendwas um die 30 GBP bezahlt.

Also, die Mitgliedschaft im “The Camping and Caravanning Club” war schon mal überflüssig. Zumal die Meisten Clubplätze auch Nicht-Clubmitglieder zulassen. Die nicht-Clubgebundenen Plätze hatten immer einen Platz für uns, die Club-Plätze  waren auch mal wg. Überfüllung geschlossen.

Nicht überflüssig war die Anschaffung des kleinen Büchleins SCHOTTLAND MIT KINDERN aus dem NATURZEIT REISEVERLAG. Die dort beschrieben kleinen Wandertouren und Spaziergänge kann man natürlich auch eiskalt ohne Kinder zurück legen.

Woran merkt man, dass GROSS BRITANIEN eine Insel ist?

Daran, dass sie ein eigenes System für die Grauwasser (also Spül- und Duschabwasser aus den Wohnmobilen und Wohnwagen) haben: Nur sehr selten findet man auf den Campingplätzen ein überfahrbaren Gully, um das Grauwasser ordnungsgemäß in die Kanalisation zu entsorgen. Stattdessen haben die Fahrzeuge ein mittelgroßes Fass in dem das Grauwasser gesammelt wird. Ich habe mich dann eine Zeitlang gefragt, wie man denn das volle schwere Fass zum Entleeren bringen kann…ganz einfach: Es wird verschlossen, umgekippt und zu einem Ausguss gerollt. Ganz spannend…und irgendwie altertümlich eigentümlich.

Das Fahren auf der falschen Straßenseite war nie ein Problem, jedenfalls nicht für den Fahrer. Die Beifahrerin neigte jedoch ab und zu zur Schnappatmung, wenn auf einer engen Landstraße ein LKW entgegen kam. Die ganz kleinen, einspurigen Straßen waren aber auch für den Fahrer eine Herausforderung. Zum einen hoffte er ständig, nicht auf Gegenverkehr zu treffen und rückwärts in eine der zahlreichen Ausweichbuchten manövrieren zu müssen, zum anderen schafft man vielleicht eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 Km/h und hat dennoch keine Zeit, in die Landschaft zu blicken.

Campen ist in GROSS BRITANIEN mindestens so populär wie in DEUTSCHLAND. Daher bekommt man wirklich überall Ausrüstung und Material, falls man was vergessen hat oder was kaputt gegangen ist. Alle Plätze hatten die blauen drei-poligen CE Stecker für die Stromversorgung.

Diese Popularität führt natürlich dazu, dass man, insbesondere in der Hauptsaison, wirklich nirgendwo mehr alleine ist. Das war manchmal etwas nervig – jedenfalls so lange, bis wir uns daran erinnerten, selbst Teil dieser Campinghorde zu ein.

Für völlig absurd halten wir es, in GROSS BRITANIEN auf den Straßen mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Es gibt so gut wie keine Fahrradwege und die Straßen sind eng: Da wird es schnell gefährlich.

Diesel und Lebensmittel sind nur unmerklich teurer, Alkohol in Form von Wein und Bier hingegen schon. Vermutlich eine erzieherische wirkende steuerliche Maßnahme.

Wie schön zu wissen, dass die britische Regierung sich um das Wohl der Leute kümmert!

Peter.

Zugspitze

Wenn junge Segelpaare Hochzeit feiern, dann entweder auf hoher See oder auf hohen Bergen.

Blühende Lünebruger Heide

In jedem Fall HOCH muss es sein.

Blühende Lünebruger Heide

Und wenn Familie und Freunde dabei sein sollen, scheidet die hohe See relativ schnell aus. Bleiben also die hohen Berge. Gibt es in Deutschland ja auch nicht so besonders viele. Mit knapp dreitausend Metern ist die ZUGSPITZE schon mal erste Wahl. Fehlt noch ein wenig fremdländischer Charme, eine Alm, ein Traktor, Sonne und die bestimmte Abwesenheit von Schnee.

GAMSALM
Porsche Hochzeitstraktor aus den 1960igern. Einzylinder, irgendwas mit 15 PS oder so. Aber Porsche.
Bestes Hochzeitswetter: Sonne, kein Schnee

Die GAMSALM in EHRWALD in ÖSTERREICH erfüllt all diese Kriterien und so waren wir eingeladen dort dabei zu sein. Was lag also näher als bei bestem Wetter ein paar Tage früher als nötig los zu fahren und endlich mal einen Tag in der blühenden LÜNEBURGER HEIDE zu verbringen, Freunde in MANNHEIM zu besuchen und nach vier Reisetagen in ÖSTERREICH anzukommen? Mal richtig ordentlich Hochzeit feiern, fesch in Dirndl und Lederhose. Von C&A, nur nicht übertreiben.

Blick vom Campingplatz des Zuspitzresort auf eben jene…

Auf dem Rückweg bei Segelfreunden in HEIDELBERG Station gemacht – die sind quasi auch frisch verheiratet. Seit 50 Jahren.

Berg vor Berg

Was mich zum Thema “Ziele muss man haben” bringt. In jedem Alter, in jedem Ehejahr. Klar, die letzten 18 Jahre wollen Heidi und ich auch noch schaffen. Wäre doch gelacht! Doch da endet die Einigkeit. Denn (so muss ich hier erklären) zu vorgerückter Hochzeitsstunde kam mir der Gedanke, dass wir im Jahre 2025 doch eigentlich eine Zugspitz-Erstbesteigung in Angriff nehmen könnten. Ziele muss man haben! Einige der Hochzeitsgäste bestärken mich spontan in diesem Vorhaben, die Frau, als sie davon hört, hält mich für betrunken.

Bergwanderer auf dem Weg zum Gipfel der Zugspitze
Bergwanderer auf dem Weg zum Gipfel der Zugspitze
Bergwanderer auf dem Weg zum Gipfel der Zugspitze

Na ja, angetrunken vielleicht. Wie es sich für eine Hochzeit gehört. Aber mehr nicht. Betrunken – auf keinen Fall! Wieso müssen Menschen auf eine einmal geäußerte Idee immer als erstes Nein sagen? Hallo? Ich meine, 2025 ist doch echt noch ein kleines Weilchen. Genug Zeit um fit und vor allem Bergerfahren zu werden. Immer mal wieder ein wenig üben und dann im Juli 2025 das Basislager wie jetzt auch im grandiosen ZUGSPITZRESORT aufschlagen und auf Wetter warten. Ah, da haben wir es ja wieder: Auf Wetter warten! Das beherrschen wir als Schönwetter-Segler perfekt. 

Bergwanderer in der Warteschlange kurz vor dem Gipfelkreuz
Gedränge am Gipfelkreuz der Zugspitze

Der Bräutigam, Schelm der er ist, will mir (ganz modern!) einen Deal aufschwatzen: Wenn ich das wirklich schaffen würde, fährt er ein umfangreiches BBQ nach meiner Rückkehr am Fuße des Berges auf. Durchaus sehr verlockend. Aber wieso müssen Menschen immer erst mal Nein sagen, wenn einer eine Idee hat? Ich habe nein gesagt. Kein Druck. Kein Zwang. Und meine designierte Bergwanderpartnerin muss ich ja auch noch erst überzeugen.

Seilbahn
Die deutsche Bergstation

Ich sage es ja: Ziele muss man haben!

Peter.

WC des Campingplatzes ZUGSPITZRESORT
Private Badezimmer des Campingplatzes ZUGSPITZRESORT
Kommt ´ne Wolke angeflogen, kannste nix mehr sehen…

Heimreise

War ganz schlau, in CANTERBURY drei Nächte zu bleiben um dann am frühen Sonntagmorgen zur Fähre nach DOVER zu fahren und unsere kleine SCHOTTLAND Reise somit offiziell zu beenden. Da kommt man noch mal zur (Reise-)Ruhe…

…viel zu früh in DOVER angekommen wird beim CHECK-IN Mitgeteilt, dass die Fähre nach DÜNKIRCHEN über eine Stunde Verspätung habe und wir “jetzt, sofort” noch nach CALAIS kommen könnten.

JETZT.

SOFORT.

Also nicht WARTEN – das passt uns sehr gut! Also Fahrplanänderung.

Im ENGLISCHEN KANAL einige Schiffe unterwegs, der Riesencontainerjäger MSC DITTE kommt von Steuerbord auf und der Skipper ohne derzeit seetüchtiges Boot fragt sich ob der stehenden Peilung, ob eines der Schiffe wohl seinen Kurs ändern wird? Sieht nicht so aus…doch wer passiert wen zuerst? Ohne technische Hilfsmittel lange nicht zu beurteilen. Das Manöver wäre ohne AIS/RADAR/ARPAR sicherlich anders abgelaufen. Aber 2019 passieren sich große Seeschiffe bei gutem Wetter offenbar auch mal gerne in ein paar hundert Meter Abstand. Nicht nach meinem Geschmack…aber ich habe ja auch im Moment kein Boot, das schwimmt, die beiden Kapitäne schon. Sogar Schiffe, keine Boote.

Den Nachmittag bei Ebbe am Strand verbracht. Endlich mal ein echter Sommertag am Strand, auch wenn es später diesig wird. Ein junger Mann kommt vorbei und sammelt alle Arten von Plastik ein. Alle anderen Menschen liegen wie wir halbnackt am Strand rum, doch der Typ da läuft in voller Montur und Handschuhen rum. Und sammelt Müll.

Logisch. Das muss hinterfragt werden:

Aäron kommt aus dem nahen Belgien und hat sich in den Kopf gesetzt, die Strände in seiner Region sauberer zu machen. Im Internet nennt er sich PLASTC SOUP WARRIOR und dokumentiert im virtuellen Raum das, was er in der realen Welt so findet. Hier, am Strand von DÜNKIRCHEN in unmittelbarer Nähe des Atomkraftwerkes, zeigt er uns kleine Schaumstoffkügelchen, die zu hunderten am Strand herum liegen. Er erklärt uns, dass diese aus dem Atomkraftwerk stammen. Diese Kügelchen würden dazu verwendet um die Rohre des Kühlwassersystems zu reinigen. Durch das Seewasser würden die Rohrwände leicht bewachsen und im Rahmen einer Routine-Reinigung der Rohre würden die Plastikkügelchen durch die Rohre geschossen und die Rohre so gereinigt. Für mich unklar blieb, ob die dann alle ins Meer gespült werden oder ob das hier nur Irrläufer sind. Ist aber eigentlich auch egal, denn hier liegen sowieso viel zu viele herum. Wenn das stimmt, wäre das ja echt der Brüller: Da reden alle von Plastikvermeidung und die Atomkraftwerke hauen das Zeug Routinemäßig einfach so ins Meer.

Am Abend dann im kleinen Ort GRAVELINES den ersten und letzten Cocktail der Reise – war aber auch irgendwie der einzige Ort, wo ein Cocktail im Sonnenuntergang am Meer überhaupt möglich war. Dabei fällt mir auf, dass es noch nicht mal einen Whisky in SCHOTTLAND gab. Waren wir in SCHOTTLAND?

Den letzten Reisetag haben wir auf der Autobahn verbracht. In einem Rutsch mit zwei Pausen von DÜNKIRCHEN nach ELMSHORN. 11 Stunden, gingen erstaunlich gut.

Doch wer jetzt denkt, dies sei der letzte Beitrag zu unserer SCHOTTLAND 2019 Tour, der liegt falsch.

Ein kleines Fazit möchte und werde ich demnächst schon noch ziehen…

Peter.