HORNET 33: Boatjobs 03

Heiter weiter!

Das Frühjahr war schon immer die Lieblingsarbeitszeit von Bootsbesitzern. Allerdings, und das ist dieser Tage die Frage aller Fragen: Kann man „Liebling“ und „Arbeitszeit“ überhaupt in einem Wort vereinen? Offenbar ja.

In der Tat macht das Werkeln am Boot Spaß, na ja, meistens. In den Pausen oder beim mithelfen bei Mast setzten oder Slippen von anderen Booten immer ein guter Stegschnack mit Vereinskameraden. Klasse Sache das. Einzige Herausforderung dabei: Sich die vielen neuen Namen merken!

In diesem Beitrag geht es um:

a) Sprayhood
b) Beschriftung
c) Teakleiste
d) Bordwand Innenverkleidung
e) Zu Wasser Slippen

Im Detail:

a) Sprayhood:
Projekt abgeschlossen. Nach der „Wartung“ (siehe BOATJOBS 01) musste das Teil vor zu Wasser gehen ja „nur noch“ an Bord montiert werden. Ging ganz gut, wenn auch an Steuerbord eine kleine Delle im Verdeck entstanden ist. Vermutlich ist ein seitlicher Handlauf nicht genug gespannt? Mal bei Gelegenheit nachbessern. Sieht jedenfalls gut aus, nur muss man sich jetzt beim unter Deck gehen wieder klein machen. Das gelingt der einen gut, dem anderen nicht. Woran das bloß liegt?

HORNET 33: Frisch gewaschen und gefönt: Sprayhood

b) Beschriftung:
Projekt abgeschlossen. Da der Dampfer ja bis auf weiteres weiterhin STÖRTEBECKER heißen wird musste nur der Vereinsname und der Heimathafen am Spiegel (Heck) geändert werden. Zunächst mit dem Heißluftföhn und Spachtel die alte Bezeichnung abgelöst, den Spiegel gereinigt und dann in schön großer ARALGISH Schrift die Abkürzung „W.Y.K.“ für „Wassersport- und Yachthafenvereinigung Krückaumündung“ sowie den neuen Heimathafen „Elmshorn“ angebracht. Das geht relativ einfach, jedenfalls wenn man die Klebefolie bei „KLEBEFISCH.DE“ bestellt. Preis ist OK, drei Wochen Lieferzeit allerdings nicht wirklich.

HORNET 33: Neue Beschriftung für Verein und Heimathafen

c) Teakleiste:
Projekt abgeschlossen. An Steuerbord war auf dem Aufbaudeck eine Teakleiste abgerissen weil eine Schot darunter lief und ein Podest völlig morsch war. Weder komplette (ähnliche) Leiste noch einzelne Podeste im Handel zu bekommen. Der im vorherigen Beitrag erwähnte Fachmann hat die Podeste dann selbst hergestellt und mit der Post geschickt. Postweg für 150 Kilometer Luftlinie: 5 Werktage. Donnerknittel. Deutschland 2026.
OK, sieht vielleicht nicht besonders schön aus, passt aber hervorragend zum sowieso nicht besonders schön aussehenden STÖRTEBECKER Deck 😉

HORNET 33: Teakleiste an Deck

d) Bordwand Innenverkleidung:
Projekt abgeschlossen. Das zweitteuerste Projekt in diesem Jahr war denn auch das (bisher) mieseste. Obwohl generalstabsmäßig geplant, bestes Material besorgt und beliebig viel Zeit zur Verfügung. Klassiker. Wenn was besonders gut werden soll, dann kann man nur verlieren.
Standardmäßig wurden die HORNET 33 Bordwände Ende der 70iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts von innen mit einem rustikalen Filzbelag verkleidet. Schon klar, nach 45 Jahren kann der nicht mehr wirklich frisch aussehen. Wenn man das Zeug mit Textilreiniger bearbeitet wird er aber zumindest technisch sauber. Das haben wir im letzten Jahr bei der Übernahme und vor der Überführung auch gemacht. Dem einen war´s genug, der anderen nicht.

HORNET 33: Neue Bordwandverkleidung (innen) im Vorschiff

Nun, da ja schon zuvor die Bootspolster aufwendig in einen Jungbrunnen getaucht wurden mussten nun also noch die Bordwände verschönert werden. Wie üblich kann man im Zubehörhandel von Boot und Wohnmobilen entsprechende Materialien in allen Preisklassen käuflich erwerben. Acht verschiedene Muster bestellt, eines ausgewählt und dessen Verarbeitungshinweise studiert. An der Bordwand mit Dispersionskleber zu verkleben. Auf saugfähigen Untergründen mit Zahnspachtel aufzutragen.

Hein Blöd, in Form des designierten STÖRTEBECKER Skippers, stellt sich das bei der Planung so ähnlich vor wie Tapezieren.

Weit gefehlt!

HORNET 33: vorbereitung Bordwand Innenverkleidung im Salon (Spanten bereits beklebt)

Tapezieren, das ist für halbwegs begabte Heimwerker absolut kein Problem. Bordwände einer Segelyacht von innen neu zu verkleiden führt hingegen vermutlich auch ausgebuffte Profis über ihre handwerklichen Grenzen hinweg in den schlichten Wahnsinn.

Der Grund:
Es ist nahezu unmöglich passgenaue Schablonen herzustellen oder die neue Verkleidung in Position korrekt zuzuschneiden. So eine Bordwand hat eben nicht nur Ecken und Kanten, sie ist auch der Bootsform folgend unterschiedlich gewölbt.

Nur, über solch massive, zumindest potentiell unüberwindbare Handwerkshürden schweigt der Zubehörhandel natürlich. Sonst würde man ja nix verkaufen können.

Findet man sich also damit ab das die neue Verkleidung nicht wirklich passgenau die alte überdeckt, scheitert man (in Form der aktuellen STÖRTEBECKER Besatzung) am Kleber. Denn der Dispersionskleber ist so flüssig, das man schon beim Auftragen mit dem Spachtel die halbe Kajüte versaut. Besser geht der Kleberauftrag mit der Schaumstoffrolle. Allein, die Ablüft- und Einlegezeit einhaltend, die neue Verkleidung hält einfach nicht. Jedenfalls nicht in dem Moment wo man sie verklebt. Vielleicht würde sie nach einer Woche mal backen bleiben?

Schon klar, das Problem ist der Filzuntergrund. Der ist viel zu doll „saugfähig“. Nach hilfesuchender Internetrecherche könnte die Behandlung mit Tiefengrund eine Verbesserung der Haftung ergeben, das Problem mit der Schweinerei würde aber bleiben.

Der Voreigner hatte im Salon die Bordwand bereits mit ordinärem Schlingenteppichboden beklebt. So dachte man jedenfalls. Bis man daran zupfte. Standesgemäß wurde der Teppich damals mit doppelseitigem Teppichklebeband befestigt. Nun, das ist doch eine (neue) wirklich kreative Idee?
Wenn das Zeug auf dem Filz den schweren Teppichboden seit Jahren tadellos gehalten hat, dann wird das Klebeband doch auch die leichte neue PVC Verkleidung halten?

110 Klebemeter (im Ernst jetzt!) a 55mm später und nach Abschluss der Arbeit kann man nur sagen:

Schauen wir mal!

Schwer vorstellbar das das Zeug von alleine wieder abfällt.

Die Entfernung des alten Filzbelages war im übrigen nie eine Option. Zum einen Mörder aufwendig, weil das Zeug noch immer klebt wie die Hölle, zum anderen hätte man sich Wochenlang mit zu entfernenden Kleberückständen beschäftigen können um Hügelchen in der neuen Beschichtung zu vermeiden.

Die Ecken und Kanten wurden mit einem PVC Eckklebeband von QUEST verschönert. Damit konnten zumindest die schlimmsten Fehlschnitte an den Rändern wunderbar kaschiert werden.

HORNET 33: Bordwand Innenverkleidung, leicht gewellt, ungewollt!

e) Zu Wasser slippen
Dem freundlichen Druck der Hallenwarte nachgebend hat STÖRTEBECKER seinen erst vor kurzen bezogenen Hallenplatz nun schon wieder geräumt. Der Verein verfügt über zwei große Bootshallen und aufgrund seiner Lage im Landschaftsschutzgebiet ist er verpflichtet, die zahlreichen Bootstrailer im Sommer nicht im vereinseigenen Außenbereich zu lagern, sondern „unsichtbar“ in den Hallen.
Das geht natürlich nur, wenn Platz in den Hallen ist. Und so wird Halle 2 zum Sommerparkplatz für mehr oder minder gut rollende Stahlkolosse und Halle 1 zum Parkplatz für Boot die noch nicht ins Wasser gehen (können/wollen).

Nach Abschluss der Holzlackarbeiten, des Polierens und der Beschriftung gab es ernsthaft keinen Grund, weiterhin in der Halle zu bleiben.

HORNET 33: Störtebecker auf dem Weg in seine natürliche Umgebung

Im Vorfeld einige Sorgen wegen den Bordventilen und dem Bootsmotor im stets rotierenden Skipperkopf bewegt. Hoffentlich ist im strengen Winter nichts kaputt gegangen!?

Neben eventuell optischer Verbesserungen des Hafentrailers steht für den kommenden Sommer noch eine wichtige Funktionale Verbesserung des noch namenlosen Stahlmonsters auf den Zettel: Dadurch das der Hafentrailer ja recht schräg auf der Slippbahn steht, das Boot aber Waagerecht darüber schwimmt touchiert STÖRTEBECKERS Bug die vordere Stahlkonstruktion des Hafentrailers. Statt der im Bild zu sehenden Notlösung soll die Stahllasche entfernt werden und ein flaches Bankirai als natürliche Rutschbahn befestigt werden. Kleiner Job, wichtig zu machen.

HORNET 33: Trailerverbesserung notwendig!

Ein eigentlich mit seinem eigenen Boot schwerstens beschäftigter Vereinskamerad wies unmittelbar vor zu Wasser gehen auf das Problem hin und half bei der Notlösung. Tolle Sache das!

Nun, seit heute wissen wir also:

Alles TippiToppi in Ordnung. Der Dampfer hat den Winter gut überstanden!

Die Außenbordventile von Kombüse, WC und Maschine funktionieren einwandfrei, der Bootsmotor startet freudig in die neue Saison!

Wie schön!

OK, schon gut! Zu viel Freude ist niemals gut. Kann man nur fallen tief. Also hier das in unseren Kreisen weit verbreitete Pflichtjammern: Es ist ja noch so viel zu tun!

Nur, im Ernst: Das ist ja auch schön.

Was sollte man auch sonst im Mai tun?

Etwa Rasen mähen? Blumen pflanzen? Beete jäten? Das machen andere.

Echte Seefahrer sind da anders.

Aber so was von!

Peter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert