Im schönen AEROSKÖBING war die Crew schon lange nicht mehr. Der Ort liegt zwar nicht direkt auf dem Weg nach MARSTAL, aber den Abstecher ist er wohl mal wieder wert?
Brütend heiß, OK, vielleicht nicht ganz so heiß wie im deutschen Binnenland. Aber sicherlich doch sehr, sehr heiß für dänische Verhältnisse!
Das führt direkt nach Ankunft in AEROSKÖBING zu zwei unmittelbaren Aktionen:
Als erste Hilfe Maßnahme gegen die Hitze: Am nicht so schönen Badestrand des Stadthafens ein kurzes Bad im flachen Meere, immer hübsch den harmlosen, aber ekeligen Quallen ausweichend.
Später, nach dem Genuss des gut gekühlten Inhaltes von einigen kleinen metallischen Zylindern am Liegeplatz im Hafen von AEROSKÖBING STÖRTEBECKERS Ruder abgetaucht. Mit Gummischuhen, Taucherbrille und T-Shirt gesichert. Die Sicht unter Wasser ist äußerst beschränkt und man muss eher tasten denn sehen. Keine Auffälligkeiten an der Ruderanlage. Das ist gut, das erkannte Schleifgeräusch bleibt weiter mysteriös.
Die Besatzung hat dankenswerter Weise mit dem Bootshaken für mächtig Bewegung im Hafenwasser gesorgt und die hier noch zahlreicheren Quallen davon abgehalten, den (von weitem) appetitlich (Eigenbild) aussehenden Skipper zu vernaschen.
In der Nacht Public Viewing mit ohne Public am Steg direkt vor dem Boot. Das zweite deutsche WM Spiel gegen die ELFENBEINKÜSTE verläuft äußerst eng, wird aber schließlich gewonnen.
Segelwind ist immer noch nicht in Sicht, obwohl das viele andere Skipper am nächsten Morgen offenbar ignorieren und unter Vollzeug völlig nutzlos im Fahrwasser umher treiben.
Der kurze Schlag unter Maschine nach MARSTAL kommt denn auch recht langweilig daher. Bemerkenswert ist einmal mehr, das MARSTAL immer das windigste Eckchen in der dänischen Südsee ist: Kaum ist der Hafen in Sichtweite brist es auf und man könnte segeln, wenn man in die andere Richtung wollte. Die Besatzungen der Boote, die jetzt aus MARSTAL auslaufen, haben wenigstens ein paar Minuten ein gutes Gefühl, bis sie sich von MARSTAL entfernen und der Wind seinen Dienst völlig einstellt.
Dampfer ohne Probleme am Gästesteg im Hafen von MARSTAL anbinden und ab zum Strand. Alles andere wäre dummes Zeug.
Es ist Sonntag. In den kommenden Tagen gar kein Wind, vielleicht geht es am Donnerstag weiter? Vermutlich gibt es wenige bessere Orte in der Welt um diese herrlichen Hochsommertage am Wasser zu verbringen?
Von herum gammeln zu sprechen wäre übertrieben. Aber irgendwas mit kurz davor beschreibt schon ganz gut das Dasein dieser Tage. Eine Fahrradtour bringt uns eher zufällig noch mal zurück nach AEROSKÖBING, Abendessen bei der örtlichen Räucherei beschaffen.
An einem anderen Tag wird mit dem kostenlosen Inselbus erstmals SÖBY besucht. Für die Fahrt von 24 Kilometern braucht der Bus eine Stunde, sicher auch weil jeder mögliche Umweg gefahren wird um möglichst viele Fahrgäste aufzusammeln. Gefühlt ist so der Bus mindestens immer halb voll. So geht Nahverkehr! Zuverlässig jede Stunde dreht der Bus seine Runde.
SÖBY besteht eigentlich nur aus den Fähranlegern und einem Yachthafen, an dem gerade massiv gebaut wird. Den Ortskern bildet der örtliche BRUGSEN, wie so oft in kleinen dänischen Orten. Gut, das dieser belanglose Ort nur mit dem Bus besucht wurde: Schnell rein, schnell raus.
Der große OSTSEE Sturm von 2023 hat auch auf AERÖ große Schäden verursacht. Insbesondere wurden die hübschen Strandhäuser auf der Landzunge von ERIKS HALE zerstört. OK, das waren nur einfache bunt angemalte Bretterbuden, doch die waren sehr fotogen in die einmalige Landschaft eingebettet.
Ein Haus, das sogenannte Hochzeitshaus war etwas besonders, weil mit Reet gedeckt. Die Hamburger Künstlerin SUSANNE WESTPHAL hat einige davon gemalt. Als besondere Auftragsarbeit für einen Ehrentag der lebenslange Begleitung hat Frau WESTPHAL ein Bild dieses besonderen Hochzeithauses als Unikat angefertigt. Das Bild hängt seit Jahren gut sichtbar in der Küche (derzeit im Exil) der reisenden.
Vielleicht erklärt diese tägliche Erinnerung an MARSTAL die ewige Wiederkehr in diesen schönen Hafen?
Nun, der Punkt ist allerdings:
Die Häuser wurden nach dem großen Sturm zwar schnell wieder aufgebaut, wirken nun aber eher kleiner, nicht mehr so schön und vielleicht sogar etwas lustlos in die Landschaft gestellt?
OK, besser schnell ein Ersatz als gar keine Lösung, wie in einigen deutschen Ostseehäfen zu beobachten. Man nimmt schließlich, was man bekommt.
Und wenn man dann die aktuellen Bilder mit dem letzten MARSTAL Besuch in 2021 vergleicht stellt man ganz erstaunt fest: Die Häuser sind ja gar nicht kleiner geworden! So viel zu Erinnerungen, trügerische Sache das!
Für einen Nachmittag wehen gleich zwei stolze ELMSHORN Flaggen im Hafen von MARSTAL. Ein Vereinskamerad mit seinem Sohn ist eingelaufen, lässt sich nicht lumpen, sucht unter Deck nach der großen ELMSHORN Flagge und hisst eben jene, gefühlt noch vor dem Öffnen kleiner metallischer Zylinder. Damit ist, gemäß der normativen Kraft des Faktischen, der Hafen von MARSTAL für diesen tollen Sommerabend in sehr guter Gesellschaft fest in der Hand von ELMSHORN!
Wer hätte das gedacht?
Elmshorner auf Beutezug in der dänischen Südsee!
Peter.







