In zwei Etappen nach Süden, Richtung zu Hause.
Kann man die Uhr nach stellen: In der Nacht und am Vormittag dieser Tage grundsätzlich segelbarer Wind, am frühen Nachmittag sterbend.
Also schon wieder ein frühstmöglicher Start aus BALLEN. Ein Morgenkaffee muss natürlich immer sein, es ist wirklich einfach in Juni früh´ aufzustehen. Es wird so herrlich langsam hell, da kann man locker um 0530 mal eben den Wasserkocher bemühen.
Es hat was, am frühen Morgen auf dem Wasser zu sein. Erst Recht wenn man zunächst durch Landabdeckung Null Welle hat und der Dampfer ganz hervorragend vom Wind vorangetrieben wird. Herrlich.
Der Wind erlaubt zwar Süd, aber nicht Südost. Also ist die Route durch den GROßEN BELT gesetzt. Nicht schlimm, nur längere Etappen und weniger zu gucken. Falls möglich soll in einem Rutsch LOHALS im Norden von LANGELAND erreicht werden.
Wie üblich bei Brückenpassagen gibt es eine kurze Unsicherheit bezüglich der Durchfahrtshöhe unseres alten neuen Dampfers. Also noch mal mit Leine und Maßband die Höhen von Mast (12,1m), Aufbau (0,4m) und Rumpf (1,0m) ermittelt und großzügig wg. Antenne und Anbauteilen aufgerundet: 15 Meter stehen jetzt als absolut minimale Durchfahrtshöhe im Logbuch, gewählt wird dann doch das Brückentor des westlichen Fahrwassers mit 18 Metern lichte Höhe und es sieht nicht so aus als ob da noch viel Platz wäre. Na ja, 3 Meter aus der steilen Perspektive sind wohl auch nicht zu erkennen.
Bestes Segelwetter, richtig guter Törn bis südlich der großen Brücke. Wie schön! Dann unvermittelt mit einem Schlag einfach gar kein Wind mehr. LANGELAND klar voraus, schade das man die letzten 10 Seemeilen dann doch motoren muss. Irgendwas ist ja immer. Der Tageswitz besteht darin, das ca. 2 Seemeilen vor LOHALS ein richtig steifer Südwind anfängt zu blasen. Willkommen erfrischend, aber ansonsten völlig nutzlos.
LOHALS ist ein unterschätzter Hafen in DÄNEMARK. Die Nacht fair für unter 200 DKR, kostenlose Leihfahrräder, Grillplätze im Hafen, gute Duschen und eine große Holzpier in der Hafeneinfahrt auf deren bequemen Bänken auch an heißen Tagen eine Abkühlung möglich ist. Die dänische Marine übt immer noch in der kleinen Fahrrinne, die durch die Sandbänke vor der Hafeneinfahrt führt. Kurs halten ist ja nicht nur an Bord eine Tugend.
Im Juli gibt es viel Programm im Hafen, jede Menge Musik. Eigentlich wäre das ja auch mal im Sommer eine Tour wert. Einfach die dänischen Häfen anlaufen, in denen live Musik gespielt wird. Tatsächlich hat jeder Hafen im Juli sein Programm, könnte reizvoll sein. Eine erste grobe Reiseidee allemal.
Das Problem mit dem Wind wird drängender: Auf Tage nun absolut kein Wind mehr angesagt. Das geht nicht. So kommen wir nicht von ÄRÖ in die KIELER BUCHT. Der aktualisierte Törnplan sieht vor, weiter nach SVENDBORG zu laufen, dann durch das Fahrwasser nach ÄRÖSKÖBING und MARSTAL auf ÄRÖ zu gehen und dort auf ein auch noch so kleines Windfenster für die Heimreise zu lauern.
Jeder Tag fängt nun mal wieder an zu zählen obwohl es objektiv keinen Grund dafür gibt. Jedenfalls nicht für den Skipper. Allerdings hat eben jener der Mannschaft versprochen Ende Juni wieder zu Hause zu sein und eben jene erinnert eben jenen nun täglich daran.
Kann man machen nix.
Statt Hafentag in LOHALS also unter Maschine tags darauf nach SVENDBORG.
Bestes Postkartenwetter, kein Wind aber dafür bietet die Kulisse im THURÖ SUND eine herrliche Kulisse. In SVENDBORG kommt es im Stadthafen dann fast zu einer Enterung von STÖRTEBECKER. Auslöser für ärgerliche Skipperworte und damit schlechte Laune an Bord ist einmal mehr der Anleger. Des STÖRTEBECKERS Besatzung kann ganz hervorragend, wirklich bei jedem Wetter anlegen. Egal wo. Egal an was.
Wenn es keine Helfer an Land gibt.
Steht dort jemand geht regelmäßig was schief, selbst bei Windstille.
Hier in SVENDBORG meint es die Helferin vom Nachbarboot ganz besonders „lieb“ und macht die Vorleine nicht wie gewünscht einfach an Land fest, sondern nimmt diese mit zurück auf ihren Dampfer. Ob dieser Eigenmächtigkeit ist der Skipper ist doch recht verdutzt.
Was soll denn das jetzt?
Na ja, ihr habt ja nur eine Heckleine am Pfahl, ihr wollt doch bestimmt noch eine zweite legen und müsst daher ja wieder zurück.
Unter Aufbringung aller Kräfte versucht der Skipper sich für die Hilfestellung freundlich zu bedanken, besteht aber darauf das die Vorleine jetzt einfach mal an Land fest gemacht wird und wir, wie immer, dann ALLEINE (!!!) fest machen.
Natürlich haben alle Kräfte nicht ausgereicht um der Helferin nicht doch verbal vor den Kopf zu hauen, aber mal im Ernst: Das geht doch nicht! Wenn jetzt Helfer an Land darüber bestimmen wollen wie man seinen Dampfer anzubinden hat, dann ist es um jede gute Seemanschaft an Bord geschehen!
Des STÖRTEBECKERS Mannschaft will nicht einsehen, das sie ein Teil des Problems ist. Beim Manöver hat sich niemand an Bord das Heft des Handelns aus der Hand nehmen zu lassen. Basta!
Wie gut das man in SVENDBORG gut shoppen kann und sich die Wege der kleinen Reisegruppe für ein paar Stunden problemlos trennen lassen.
Derweil kommt ein eingeborenes Segelboot und macht auf der anderen Seite fest. Mit Bordhund. Geschätzt 70 Kilo, bestimmt 1,20 Meter groß. Ruhiger Zeitgenosse, so lange kein anderer großer Hund an Land vorbei läuft. Doch soll er, diese männliche stolze dänische Dogge seine Pfoten über eine eigens angebrachte Gangway an Land setzten jault er wie ein Schloßhund ob es vielen Wassers um ihn herum.
Über Wohnmobilhunde wurde ja schon neulich mal kurz geschrieben, Bordhunde scheinen ebenfalls Konjunktur zu haben. OK, solche Großhunde wie hier sieht man eher selten, aber gefühlt hat mittlerweile jedes zweite Boot Vierbeiner in ein paar Nummern kleiner dabei. Keine Ahnung was das soll? Ist das der zweifelhafte Versuch, sich jederzeit um den geliebten Hund selbst kümmern zu können? Wäre es nicht angemessener sein Haustier in liebevolle Pflege zu geben, wenn man selbst segeln gehen möchte?
Zur Hölle, was soll das?
Was hat sich des STÖRTEBECKERS Skipper über die Gepflogenheiten auf anderen Booten zu echauffieren? Sollen andere Skipper doch mitnehmen was und wen sie wollen!
Nun, vielleicht ist es einfach auch nur Zeit um weiter zu reisen?
24 Stunden in einem Hafen müssen ja auch reichen.
Reicht in jedem Fall um sich mit seinem völlig unnötigen Gemecker unbeliebt zu machen 😉
Peter.







