Schlagwort-Archive: reisemobil

Greece 20-23, Patras, Ancona, Köln

Das letzte Frühstück in Griechenland findet am östlichen Strand von Patras statt. Der Wind bläst immer noch wie verrückt, es ist kühl, aber die Sonne und dieser sagenhaft strahlend blaue Himmel sind zurück! Klasse!

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: An der Brücke Rio Andirrio (Patras)

Doch wie immer an solch besonderen Reisetagen: Eine leichte Anspannung bei den Reisenden liegt in der Luft. Klappt alles mit der Fähre? Gibt es Reisebeschränkungen? Patras ist eine Großstadt. Von den 1,1 Millionen Bewohnern des Peloponnes wohnen hier 200.000 Menschen. Das riecht schon förmlich nach Coronagefahr. Für uns kein Problem, wollen wir die Stadt doch gar nicht besuchen. Wir sehen oft die Polizei, einige Streifen kontrollieren die Eingeborenen. Und wenig Menschen, wenn, dann alle mit Masken.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Wolken über den Bergen von Patras

Unsere kleine Reisegesellschaft löst sich feierlich am Strand auf: Die Autos sind für unterschiedliche Fähren gebucht, unsere geht gegen 17:30 Uhr, die Fähre der Freunde soll um 18:30 Uhr ablegen. Schon irre, oder? Da legen Samstag Abends gleich zwei Fähren, vollgepackt mit großen LKW´s, aus Patras (Griechenland) ab um irgendwelche Güter zunächst nach Ancona (Italien) und von dort aus irgendwo nach Europa zu bringen. Schon klar. Freier Warenverkehr und so. Aber so viel? Wollten wir das so?

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Die Fähre Superfast XI
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Die Fähre Superfast XI

Auf dem Weg in den Hafen den 120 Liter fassenden Dieseltank des Autos noch mal so richtig voll mit gutem griechischen Stoff füllen. Für faire 1,029 € / Liter. Das reicht dann locker bis Deutschland. In Italien kostet der Treibstoff schon mal 1,309 €, oder mehr. Bei einem so großen Tank macht ein Preisvergleich schon ordentlich was aus. In Deutschland verwenden wir übrigens die App “Clever-Tanken” in der Bezahlversion. Kostet pro Jahr 1,99 € und ist damit werbefrei, spart aber, wenn man auf Basis des damit möglichen regionalen Preisvergleiches klug tankt, gerne schon mal 10 Euro, wenn der Tank nur noch 20 Liter hat. Da freut man sich!

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Die Fähre Superfast XI

Obwohl wir schon bei der Anreise in Ancona unsere Rückfahrtickets bekommen haben, schickt uns der Security-Mann an der Zufahrt zum Hafen erst mal an den Schalter der Fährlinie. Die Fährgesellschaft hat eine andere Fähre eingesetzt und wir bekommen neue Tickets. Dann wieder zurück zur Sicherheitskontrolle. Das Auto wird nun tatsächlich genau in Augenschein genommen bevor es in das Sperrgebiet des Hafens einfahren darf. Wirklich nur zwei Personen? Oder etwa einen Flüchtling im Bett versteckt? Nein, natürlich nicht. Gut zu sehen, das die LKW´s auch genau untersucht werden: Die Laderäume werden tatsächlich geöffnet, mit Taschenlampen und Leitern der Inhalt untersucht.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Fähre im Hafen von Patras

Wie gut, das wir durch die neuen Tickets den Schiffsnamen unserer heutigen Fähre wissen: Superfast XI. Keine Schilder weisen im Hafengebiet einem den Weg. Also vielleicht in etwa: “Ancona da lang”. Einfach mal im Hafengewusel die Pier abfahren und zum Heck eines knallroten Dampfers durchdringen. Oh, ich habe ja mal auf einem knallroten Dampfer gearbeitet! Im ersten Leben. Kurze Erinnerung, dann Freestyleparking. Keine Einweiser. Keine Aufseher.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Ankunft der Fähre Cruise Europa der Fährlinie Minoan Lines

Da könnte man ja glatt noch ein paar coole Dampferfotos machen…

…wieder aus nächster Nähe. Bei der Suche nach der richtigen Perspektive darauf aufpassend, nicht von einem der vielen Sattelschlepper überfahren zu werden. Als ich von der kleinen Fotopirsch zurück komme, ist die Beifahrerin in heller Aufregung! Wir sollen unverzüglich an Bord fahren und hier nicht doofe Touristenbilder machen. Ja ja, schon klar 😉

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Ankunft der Fähre Cruise Europa der Fährlinie Minoan Lines

Flugs an Bord gekurvt, wieder über eine innen liegende Rampe ein Deck höher, wieder ganz ans Heck und wieder eine Lücke zwischen den großen eng stehenden Trucks auffüllen. Wozu Reisemobile so alles gut sind? Auto geparkt, Handbremse angezogen, Klamotten gegriffen und ab ins Schiff. Auf der Superfast gibt es zwar auch eine Rezeption, aber die Kabinenschlüssel sind aus Pappe und wir haben sie vorhin im Büro mit den neuen Tickets bekommen. Die Kajüte ist gefühlt etwas kleiner, das Bad aber größer als auf der Hinreise. Prima. Wir freuen uns nach 14 Tagen wassersparendem duschen auf das viele heiße Wasser, das hier mit Sicherheit aus der Wand kommt.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Ankunft der Fähre Cruise Europa der Fährlinie Minoan Lines

Zurück an Deck halten wir Ausschau nach unseren Freunden, die nun auch da unten irgendwo im Gewühl der LKW´s, Trailer und Zugmaschinen sein müssen. Wir entdecken sie tatsächlich und verabreden über Whatsapp eine winkende Vorbeifahrt.
Der Fährhafen von Patras ist eine ganz kluge Geschichte: Es gibt gleich zwei Hafeneinfahrten. Blickt man von der endlos langen Pier aufs Meer, laufen die Schiffe links in den Hafen ein, gehen metergenau rückwärts an einen relativ kleinen, der Schiffsbreite entsprechenden Treppenabsatz an ihren Liegeplatz und verlassen dann vorwärts auf der rechten Seite den Hafen. Also so eine Art Kreisverkehr für Schiffe mit minimalen Hafenmannövern, komplett ohne Wende. Clever, aber so eine Anlage braucht natürlich auch unendlich viel Platz an Land. Hier in Patras, wo der relativ neu wirkende Südhafen einfach weiter südlich der Stadt in die leere Landschaft gebaut wurde, ging das wohl gut. Aber in Ancona wäre ein solches Verfahren undenkbar. Zu viel Stadt um den Hafen herum.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: An Deck der Fähre Superfast XI

Dennoch scheint es eine Art Manöververbot zu geben, wenn gerade eine Fähre einläuft und eine andere auslaufen will. Denn erst als die leicht verspätete Fähre unserer Freunde direkt hinter uns fest macht, legt unsere ab obwohl wir offenkundig schon längst seeklar waren und nun dadurch selbst Verspätung haben. Solche Regeln machen aber auch Sinn, schließlich trennen keine 10 Meter die beiden Dampfer.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Der Hafen von Patras

Tja, und dann sind wir schon weg aus diesem tollen Griechenland. Mittels Straßennavigations-App OsmAnd finden wir heraus, das wir schon gut 25 Knoten laufen. Superfast halt. Das sind fast 50 km/h. Mit unserem Boot Stormvogel schaffen wir vielleicht 16 km/h, wenn es wirklich gut läuft. Kurz vor Mitternacht macht unser Dampfer noch kurz einen Zwischenstopp in Igoumenitsa und dann schließlich direkter Kurs auf Ancona. Das Meer ist auf der Rückreise etwas mehr in Bewegung als auf der Hinfahrt, aber der Dampfer bewegt sich kaum.

Sleep very well in your Bettgestell.

Je näher wir am Sonntag der italienischen Küste kommen, um so dichter wird der Seenebel. Mit OsmAnd schätzen wir nun den Abstand zum Ziel ein, denn diese App funktioniert auch offline, also ohne Handynetz. Die Luft ist raus. Jetzt reicht es uns auch. Ankommen und nach Hause.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Der Hafen von Ancona

Keine Einreisekontrolle in Italien. Doch die örtlichen Behörden wissen auch so, wer wir sind. Beim Einsteigen in Patras mussten wir ein Dokument mit unseren Kontaktdaten abgeben, in dem wir erklären das wir keine Corona-Symthome haben und nur auf der Durchreise sind.

Es ist kalt. Die kurzen Hosen und die blanken Füße werden zum Problem. Ein wenig Seenebel liegt noch über der Altstadt direkt am Hafen und an diesem Sonntagnachmittag wirken die Straßen sehr leer. Coronabeschränkungen. Auch hier.

Wir gehen noch mal kurz Lebensmittel einkaufen um dann direkt auf die Mautautobahn nach Norden zu gehen. Das Ziel für diese Nacht: Die deutsche Grenze. In den seit diesem Wochenende geltenden Coronaregeln für Deutschland wird zum Glück weiterhin zwischen “Aufenthalt” und “Durchreise” unterschieden. Wenn wir in maximal 24 Stunden Deutschland erreichen, haben wir uns nicht in den Risikogebieten Italien und Österreich aufgehalten.

So kommt es, das wir das phantastische Alpenpanorama der Brennerautobahn nicht sehen können. Rabenschwarze Nacht. Das ist schade. Gut, sogar sehr gut ist der sehr wenige Straßenverkehr in dieser Sonntagnacht. Wenn wir uns die Autobahn mit den ganzen wartenden LKW´s (Nachtfahrverbot für LKW´s) teilen müssten, würden wir wohl zwei oder drei Stunden mehr Zeit benötigen und mehr viel mehr Stress haben. Keine sichtbaren Kontrollen an der Grenze Italien / Österreich.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Der Hafen von Ancona

Aber auf der A93 an der Grenze von Österreich nach Deutschland. Montagmorgen, gegen 1:00 Uhr wird die Fahrbahn auf eine Spur verengt und zwei deutsche Grenzpolizisten sehen den im Schritttempo vorbei rollenden Fahrzeuginsassen streng ins Gesicht. Rechts daneben sind provisorische Zelte mit Flutlichtscheinwerfern aufgebaut, in denen offenbar Fahrzeuge unter- bzw. durchsucht werden.

Wir werden durchgewunken und müssen nicht halten. Die Kontrolle hat wohl nichts mit Corona zu tun, sondern mit irgendwelchen Ganoven?

Ein letztes Mal während dieser Reise haben wir mit PARK4NIGHT einen Platz für die Nacht ausgesucht. Wir stellen uns auf den offiziellen Wohnmobilstellplatz in Kiefersfelden um endlich ein paar Stunden zu schlafen. Touristisch beherbergt fühlen wir uns da nicht. Nur Müde.

Familienangelegenheiten führen uns am nächsten Tag nach Köln und nicht nach Hause. Muss so sein. Kann man machen nix.

So endet im tiefsten Bayern mitten in der Nacht völlig unspektakulär unsere außerordentlich schöne Griechenlandreise.

Viel Zeit mit Freunden verbracht.

Sehr gut gegessen.

Und auch was getrunken.

Einige tolle Bilder gemacht.

Jede Menge schöner Landschaften gesehen.

Noch viel mehr positive, gute Eindrücke in uns aufgesaugt.

Peter.

Greece 8-10, Notia & Kazarma

So eine Strandrundreise im Herbst ist schon lustig. Immer auf der Suche nach einer noch besseren Bucht, nach einem noch besseren Strand. Dabei weiß man oft erst nach Verlassen eines Ortes, ob der nun gut oder schlecht war. Wobei “schlecht” in diesen Tagen wirklich relativ ist. Denn bisher konnten wir immer in Ruhe stehen, in praller Sonne schwimmen gehen und am Abend lecker kochen. Was bedeutet da schon “schlecht”?

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Schlucht in den Bergen
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Frühstück vor Fels
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Stellplatz von Notia

Nun, vielleicht die Bucht von Notia. Zu nennen wäre hier eine unanständig große Mörderstraße die in die Berge gesprengt wurde um komfortabel zu einer Bucht zu kommen, in der es nur zwei direkt neben einander liegende Tavernen gibt. Und einen riesigen Kieselstrand.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Anfahrt nach Notia
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Bucht von Notia
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Stellplatz von Notia

Ein wenig befremdlich, doch wir beschließen die Gunst des Ortes zu nutzen und an diesem Abend in einer der beiden Tavernen einzukehren und fürstlich zu Abend zu speisen. Doch als wir zu Beginn der Dämmerung dort auflaufen, ist die eine fest verschlossen. Der Wirt der anderen meint, er könne uns was zu trinken geben, aber Essen? Die Saison sei lange vorbei, seine Leute wären schon längst in Athen um dort über den Winter zu arbeiten. Essen gibt es keines.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Kirche in Notia

Nun, sicher Enttäuscht, aber auch so herausgefordert befragen wir die Kühlschränke der Autos und zaubern in kurzer Zeit ein köstliches Dreigängemenü am nächtlichen einsamen Strand von Notia. Der Platz auf dem wir stehen ist der “Parkplatz” der einen geschlossenen Taverne, direkt am Meer und neben einem ausgetrockneten Flußbett. Eigentlich ist alles wie immer, aber dennoch wirkt der Platz wie eine Abstellecke. Also einer der weniger guten.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Ställe von Notia
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Fischerboot in Notia

Daher geht es am nächsten Tag direkt weiter in die Gegend von Astros. Wir versuchen, soweit das geht, immer auf der Küstenstraße zu bleiben. Manchmal gibt es schlicht keine und wir erklimmen in endlosen Serpentinen immer wieder neue Berghöhen und Pässe, nur um direkt danach wieder auf Meereshöhe abzusteigen. So fährt man eher einen Durchschnitt von 30 km/h und hat viel Zeit, die grandiose Landschaft in sich aufzusaugen.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Brackwasser im Hinterland von Notia

Die tägliche Reiseroutine besteht derzeit darin, nach dem frühen Aufstehen so gegen 08:00 Uhr einen Kaffee zu kochen und den Becher in der schon warmen Morgensonne gemütlich zu leeren. Dann, auch wenn es mal schwer fällt, kurz ins Meer zu hüpfen und ein paar morgendliche Bahnen im salzigen Meerwasser zu ziehen. Die einen mehr, die anderen weniger. So gegen 10:00 Uhr fällt die basisdemokratisch getroffene Entscheidung: Weiter oder bleiben?

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Unterwegs

Bleiben ist einfach:
Buch raus, lesen. Computer raus, schreiben. Kamera raus, Bilder machen oder gemachte Bilder sortieren. Gegen Mittag dann Frühstück. Brot vom Bäcker, Schafskäse, Tomaten, wenn vorhanden auch griechische Salami. Und was süßes zum Dessert. Vielleicht noch mal ins Wasser. Wem zu warm ist. Das Wasser ist bisher überall glasklar und verführerisch türkis schimmernd. Zwar nicht direkt warm, aber sehr OK. Und erfrischend. Der restliche Nachmittag wird dann irgendwie verdödelt, was schrauben, was nachsehen und wieder lesen und so weiter. Strandleben halt.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Unterwegs

Weiterfahren ist etwas schwieriger:
Denn, wie immer, zunächst muss ein Ziel her. Neben der App PARK4NIGHT helfen uns die Bücher “Wohnmobil und Wandern Griechenland – Mit dem Wohnmobil und Wanderstock durch den Peloponnes” und “Mit dem Wohnmobil auf die Peloponnes – Womo Reihe Band 19″ bei der Auswahl eines neuen Zieles. 50 bis 80 Kilometer darf so eine Etappe höchstens entfernt sein. Und schön soll das Ziel sein. Und unterwegs noch ein schöner Platz fürs Frühstück wäre auch nicht schlecht. Und einen Bäcker, Markt oder Supermarkt. Und Wasser. Das ist locker, wenn man darauf achtet. Fast in jedem Ort gibt es öffentliche Wasserhähne, mit denen man seinen Wassertank im Auto auffüllen kann. Vermutlich ist es trinkbar, doch wir nehmen es nur als Brauchwasser und trinken lieber gekauftes Wasser aus Flaschen.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Unterwegs

Tag 9&10 führt uns an den Strand von Kazarma. Der liegt in der Nähe des Naturschutzgebietes von Astros. Flache Sumpflandschaft, derzeit ausgetrocknet. Weit und breit kein Haus. Und keine geöffnete Taverne. Da muss mal wieder der Grill ran – was auch sonst. Obwohl, manchmal wird auch ganz normal in Töpfen gekocht. Wir wissen nicht warum, aber das Gemüse schmeckt hier ganz famos. Vermutlich geben sich die zahlreichen Gemüsebauern in dieser Region wirklich viel Mühe mit dem Anbau. Denn einfach wird der Ackerbau hier wegen der Böden und der Trockenheit wohl nicht sein.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Hafen von Kazarma
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Baum am Strand von Kazarma
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Stellplatz am Strand von Kazarma

Wie üblich kommen tagsüber ein paar Leute zum Angeln vorbei, ganz wenige gehen auch Baden. Alle grüßen freundlich und lassen uns in Ruhe, obwohl wir hier “ihren” Strand in Beschlag nehmen.

Sehr freundlich, liebe Griechen, Danke!

Peter.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Strand von Kazarma
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Bucht von Kazarma

Greece 7, Vlychada Beach

Es gibt wohl gleich zwei Vlychada Strände in Griechenland. Einmal da, wo wir gerade auf dem Peloponnes herum kurven und einmal auf der Insel Santorini. Wenn man einmal auf der Insel ist, kommt man auf den Inselstrand wohl relativ gut hin.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Vlychada Beach

Den Vlychada Strand an der Ostküste des dritten Peloponnes Fingers muss man sich erst mal erarbeiten. Der ist so schwierig zu erreichen, da kommen noch nicht mal die Funkwellen der ansonsten in Griechenland hervorragend funktionierenden Handynetze hin. Absolutes Funkloch und ansonsten auch wirklich ab von allen möglichen Schüssenn. Hierhin kommen zwei Gruppen von Menschen: Die einen, die im Meer baden wollen und die anderen, die im Fels klettern wollen. Meistens gehen die Kletterer nach dem Klettern baden, Badende hingegen gehen im allgemeinen wohl eher nicht nach dem Bade im Meere klettern. Verrückte Welt.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Vlychada Beach

Nun, die Beifahrerin hat schon bei der endlosen Serpentinen Abfahrt kalte Füße und braucht daher auch später am Tag keine Abkühlung mehr. Der Fahrer hingegen kann die Ankunft auf Meeresebene gar nicht erwarten, ist die Lenkerei doch trotz Servolenkung echte Schwerstarbeit. Einmal unten angekommen, beschleicht den Fahrer dann das trügerische Gefühl, hier bereits einmal gewesen zu sein. Theoretisch denkbar, führte doch die Mittelmeerroute des Stormvogels in 2015 nur ein paar hundert Kilometer weiter nördlich durch den Kanal von Korinth.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Vlychada Beach

Der Eindruck ist so stark, das er doppelt und dreifach geprüft wird. Nein, dieser Strand ist absolutes Neuland. Hier waren wir noch nie. Jedenfalls nicht in diesem Leben.

Obwohl diese sagenhafte Bucht so schwer zu erreichen ist, sind hier einige Autos zu sehen. Einige kommen nur mal so vorbei und verschwinden alsbald auch wieder im Berg. Andere bleiben, wie wir, über Nacht.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Vlychada Beach

Nach Einbruch der Dunkelheit wird es schnell ruhig, denn natürlich gibt es hier kein Licht…

…na ja, an einem Auto aus dem norddeutschen Bundesland mit den niedrigen Coronaneuansteckungen gibt es eine wunderbar helle LED Lichtleiste an der Schiebetür, deren Strombedarf durch Akkus befriedigt wird, die tagsüber durch die pralle Sonne über Solarpaneele auf dem Dach randvoll aufgeladen werden. Die LED´s würden auch noch lange nach dem Ende der durch Corona bedingten frühzeitigem Ende der Menschheit weiter leuchten. Gäbe es da nicht einen Parasiten mit Namen Dometic RC 10.4 90, der es ebenfalls auf den satten sonnenerzeugten Akkustrom abgesehen hat:

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Vlychada Beach

Der Kühlschrank. Dieser Vogel verlangt geradezu unersättlich nach Strom. Nach sehr viel Strom. Dieser Nimmersatt hat wohl eine echte Meise, schaltet er sich doch eigentlich nie ab. Egal welche Kühlstufe, egal welcher Inhalt. Einfach mal laufen und den schönen Sonnenstrom wieder in Wärme umsetzten. Strom fressen. Nun mag der geneigte Wohnmobilfahrer gerne an einen Defekt denken, löst doch ein vermuteter Defekt jede Grundsatzfrage über Sinn und Unsinn von batteriebetriebenen Kühlschränken die ihre Abwärme an den Innenraum abgeben, in Luft auf. Nun ist ein solches Verfahren nicht nur in Wohnmobilen, sondern auch auf den meisten Produktionsyachten anzutreffen was einzig und allein daran liegt, das es so schön billig ist. Jedenfalls im Vergleich zu anderen Lösungen. Doch was dem nun nicht mehr geneigten Wohnmobilfahrer zornig macht ist der Umstand, das dieses blöde Teil einen Neupreis von 1.300 € hat. EINTAUSENDDREIHUNDERT! Da bauen andere ganze Kühlhäuser für. Oder so ähnlich. Nun, hoffen wir doch einfach auf einen Thermostatdefekt und stellen nicht die Grundsatzfrage.

Immer dieses grundsätzliche. Nervt doch!

Das Jahr 2020.

Wir machen aufwendig aus Sonnenlicht Strom.

Und verplempern ihn dann um schöndes Bier kalt zu stellen.

Ist in Wahrheit kein Bier die Lösung?

Peter.

Greece 3&4 , Fähre, Egialia

Die Fähre!

Die Fähre in Norditalien die uns nach Südgriechenland bringen soll!

Ganz anders als die Fähren in Deutschland, Australien, Dänemark, Schweden und Norwegen (…Angeber!). Statt einfach mit dem Auto an einem Schalter vorzufahren und sein Ticket und die Bordinglane auf dem Warteparkplatz an der Verladestation in Empfang zu nehmen, muss man in Ancona (Italien) erst mal ganz schnöde ins Büro. Das ist zwar auch irgendwo im Hafen, aber eben nicht da, wo die Fähren sind. Nun denn, Büro gefunden, mit Maske das Gebäude betreten und nach 20 Minuten Tickets erhalten und der Schnitzeljagd folgend, das nächste Ziel im Hafen in Angriff nehmend: Die Pier.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Im Fährhafen von Ancona

Wir fahren also wie befohlen zur Pier 16, da gibt es keine nummerierten Wartereihen, sondern einen Typen der meint: Stellt euch mal da hin. Das machen wir auch so, nur damit viel später andere Typen kommen, die meinen, wir stehen da falsch, wir sollten da und da hin. Wohlgemerkt immer noch an Pier 16.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Im Fährhafen von Ancona

Als unsere Fähre, die Helenic Spirit der Anek Line, am Nachmittag in Ancona ankommt, bekommt der eigentlich im Winterlager befindliche Skipper nicht genug zu sehen! Coole Hafenmanöver von einem schnittig großen Dampfer, völlig ohne Schlepperunterstützung. So entstehen ungestört viele Bilder aus nächster Nähe, bis einem Hafenmann auffällt, das da ein Tourist wie doof Fotos direkt an der Pier macht. Der soll da bloß mal ganz schnell verschwinden…ja, ja, schon klar!

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Die Fähre Helenic Spirit im Hafen von Ancona der Fährgesellschaft Anek Lines
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Die Fähre Helenic Spirit im Hafen von Ancona der Fährgesellschaft Anek Lines
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Die Fähre Helenic Spirit im Hafen von Ancona der Fährgesellschaft Anek Lines
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Die Fähre Helenic Spirit im Hafen von Ancona der Fährgesellschaft Anek Lines

Was dann folgt wirkt auf den Außenstehenden wie eine gehobene Form des absoluten Chaos. Die beiden Laderampen öffnen sich und spucken jede Menge große 30-Tonner LKW´s aus. Sie entkommen dem großen Schiffsbauch Vorwärts, Rückwärts, auf der Pier wendent, nur Meter vom nächsten rückwärts fahrenden Truck. Noch haben wir ja keine Ahnung, was im inneren dieses Schiffes gerade abgeht. Dock spätestens als über die eine Laderampe bereits LKW´s an Bord fahren während auf der anderen immer noch die Trucks aus dem Schiff heraus quellen wird klar: Das hat System! Welches ist unklar, aber es hat ein System! Es muss ein System haben!

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Die Fähre Helenic Spirit im Hafen von Ancona der Fährgesellschaft Anek Lines
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Die Fähre Helenic Spirit im Hafen von Ancona der Fährgesellschaft Anek Lines
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Die Fähre Helenic Spirit im Hafen von Ancona der Fährgesellschaft Anek Lines

Wir stehen immer noch auf unserer neuen Warteposition, die meisten der zu verladenen LKW´s sind schon an Bord. Irgendwann kommt ein uniformierter und meint, “to the ship, to the ship!”. Ja ja, schon klar, wir wollen zum Schiff, aber sollen wir jetzt im Ernst in diesem Getümmel etwa los fahren? Ja, sollen wir.

Über die linke Rampe in den Laderaum. Es dröhnen die LKW Motoren, Geschrei aus allen Richtungen, Abgase dringen in die Nase. War es eben noch gleißend Hell in der prallen Nachmittagssonne von Ancona, wird es mit einem Male schummrig dunkel. Wir sollen im Laderaum über eine dort befindliche weitere Rampe ein Deck höher in Richtung Bug fahren.Für uns anspruchsvoll, doch wenn die großen Lastwagen da rauf und runter kommen, werden wir das ja wohl auch hin bekommen. Oben angekommen geht es wieder zurück in Richtung Heck. Zwei laut schreiende Einweiser bugsieren die ankommenden Fahrzeuge in ihre endgültige Parkposition. Laut schreien müssen sie auch. Denn es ist unglaublich laut! Beide Ladedecks sind eigentlich nur rechteckige Schuhkartons die in der Mitte längsschiff durch Treppenhäuser und Versorgungsleitungen getrennt sind. Wir sollen wenden und rückwärts vor einen LKW. Kein Problem, doch jetzt wird es sehr eng und stählerne, gelb gestrichene Stützen die das darüber liegende Deck tragen tauchen unvermittelt im Rückspiegel auf. Die ob der Mannöver arg geforderten LKW Motoren und das Geschrei in allen Sprachen dieser Welt ist ohrenbetäubend. Als es um die Feinarbeit geht vernehmen wir mit einem male Deutsch: Rechts, Links, Weiter, weiter, weiter und schließlich Stop!

Knapp 10 Zentimeter kommen wir vor dem Führerhaus eines LKW´s zu stehen, zu beiden Seiten ist der Abstand etwas größer, aber von einem dieser gelben Stahlträger trennen unsere noch makellose Fahrzeugaußenhaut vielleicht 5 Zentimeter. Derweil kommen weitere LKW´s, die meisten parken nun vorwärts ein. Das heißt, sie müssen bei Ankunft rückwärts wieder raus bugsiert werden.

Unsere Sachen sind schon längst gepackt. Klamotten für eine Nacht, Waschzeug, Computer und Kamera gegriffen, Auto abgeschlossen und sich das Heck von Deck 6 als Parkposition gemerkt. Über das erste erreichbare Treppenhaus nach oben. Komisch, das hier jetzt so gar nichts beschriftet ist? Wohl nicht für Passagiere gedacht. Nicht ein Hinweisschild findet sich und so kommen wir auf Deck 10 heraus und müssen uns erst mal zurecht finden. Mittschiffs ist ja immer gut, zwei Decks runter und schon sind wir da, wo wir sein sollten: An der Rezeption!

Seit dem wir das Auto verlassen haben tragen wir unsere Masken, das wird an Bord auch so verlangt. Wir bekommen unsere Kabinenkarten und ein Page bringt uns mit dem Aufzug zurück auf Deck 10. Welch Luxus!
Die Kajüte ist OK und ähnelt sehr denen auf den Fähren im Norden. Zwei Einzelbetten, Nasszelle und ein leerer Kühlschrank. Eigentlich sind diese Fähren wohl auch gar nicht auf Passagiere ausgelegt, sondern auf den Transport von LKW´s. Die Fahrer sind dann eher Beiwerk. Keine Ahnung, wo die unter kommen. Würde mich nicht wundern, wenn die Fahrer einen Urlaubstag für die gut 20 stündige Passage einreichen müssten und ihr Essen an Bord selbst bezahlen sollten. Bier, so finden wir heraus, bekommen die LKW Fahrer zum halben Preis. Wir nicht. Wir sind halt schnöde Touristen.

Obwohl die beiden Laderäume sehr voll wirkten, laufen auf dem “Vergnügungsdeck” kaum Menschen herum. Schade ist, das man nur achtern nach draußen kann und keinen freien Außenblick nach voraus bekommt. Aber so verfolgen wir am Heck aufmerksam das Ablegemanöver und wundern uns noch immer darüber, das es beim Ent- und Beladen keine Unfälle gegeben hat.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Im Hafen von Ancona

Nach passieren der Hafeneinfahrt gehen wir auf dem Vergnügungsdeck 8 nach vorne in die leere Mythos Bar und genießen den Blick auf eine völlig ruhige Adria. Wir können uns nicht erinnern, jemals ein so ruhiges Meer gesehen zu haben.
Derweil hat unser Gastdampfer nun Reisegeschwindigkeit erreicht und selbst ganz vorne ist die Vibration der Maschinen noch sehr wohltuend zu spüren.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: An Bord der Fähre Helenic Spirit – Auf See

Für den Abend haben wir uns ein Picknick aus dem Auto mitgebracht. Die wie unsere Kajüte auf Deck 10 befindliche Disco ist Coronabedingt geschlossen und so wird das mit dem sowieso nicht vorgehabten Tanzen auch spontan nichts. So eine leicht schwankende und vibrierende Koje ist ja zur Abwechselung auch nicht schlecht.

Bei Sonnenaufgang passieren wir an der Backbordseite Albanien und an der Steuerbordseite Corfu. Tatsächlich waren wir 2015 mit dem STORMVOGEL genau in diesem Revier auf Nordwestkurs, jetzt in die Gegenrichtung und halt ein paar Nummern größer.
Die Handys stellen wir lieber auf Flugmodus, loggen sie sich doch immer wieder in das Mobilfunknetz von Albanien ein – das ist immer noch richtiges Ausland! Nix EU Rooming.

Wir nähern uns dem planmäßigen Zwischenstopp Igoumenitsa in Griechenland und sind gespannt, wie das Hafenmanöver gefahren wird. Gutes Wetter, aber ordentlich ablandiger Wind. Unser Dampfer geht mit dem Heck zu Pier, keine Landverbindung zu beiden Seiten, kurz mal zwei Heckleinen rüber, dann offenbar Maschine langsam voraus und in einem Affenzahn verlassen ungefähr 50 Trucks und ein paar PKW´s das Schiff. Keine 30 Minuten später sind wir wieder unterwegs. Dolle Sache das!

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: An Bord der Fähre Helenic Spirit – Zwischenstop in Igoumenitsa
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: An Bord der Fähre Helenic Spirit – Zwischenstop in Igoumenitsa
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: An Bord der Fähre Helenic Spirit – Zwischenstop in Igoumenitsa
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: An Bord der Fähre Helenic Spirit – Zwischenstop in Igoumenitsa
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: An Bord der Fähre Helenic Spirit – Zwischenstop in Igoumenitsa

Im Prinzip kann man die Küste immer gut erkennen und wir verbringen den Nachmittag auf dem Achterdeck. Direkter Kurs auf Patras, der großen Stadt im Norden des Peloponnes, gleich neben der riesigen Rio Andirrio Brücke, die wir 2015 auf Heimatkurs mit dem eigenen Boot passiert haben.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: An Bord der Fähre Helenic Spirit – Ansteuerung Patras

Gegen 15:00 Uhr ist der Dampfer angebunden und wir sitzen schon seit 20 Minuten startklar in unserem Auto. Doch vor uns stehen viele, sehr viele LKW´s und die müssen alle die schmale eine Rampe runter. So mancher LKW Fahrer macht seine Sache sehr gut, andere brauchen viel Unterstützung von den Einweisern. Die ihre Sache wirklich sehr gut, aber auch sehr riskant machen. Oft sind weniger als 10 Zentimeter Abstand zwischen den Fahrzeugen, das ist eng. Das ist sehr eng. Die Einweiser turnen und wuseln nur so um die LKW´s herum, ein falsches Manöver und sie würden eingequetscht. Spätestens wenn die Trucks dann die Rampe runter fahren wird es noch enger, denn die Außenspiegel sind jetzt ausgeklappt und schleifen manchmal am Geländer. Aber da steht kein Einweiser mehr. Gegen 16:30 Uhr sind wir frei geparkt und wir dürfen los. Endlich!

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: An Bord der Fähre Helenic Spirit – Ansteuerung Patras

Wir verlassen das schwimmende Parkhaus ohne Blessuren am Fahrzeug über die innere und äußere Rampe und sind froh´, die Anreise nach Griechenland hinter uns gebracht zu haben.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: An Bord der Fähre Helenic Spirit – im Laderaum
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: An Bord der Fähre Helenic Spirit – im Laderaum
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: An Bord der Fähre Helenic Spirit – im Laderaum
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: An Bord der Fähre Helenic Spirit – im Laderaum

Nun wird es jedoch noch mal spannend. Wie von Griechenland gefordert, haben wir im Vorfeld der Reise online ein PLF (Passenger Locator Form) ausgefüllt und wie von Griechenland versprochen, haben wir tatsächlich in der Nacht eine eMail mit einem Barcode von der Griechischen Regierung bekommen. Dieser Barcode ist für eine Einreise in Coronazeiten zwingend notwendig. Und, tärä, wir werden tatsächlich angehalten und müssen das PLF Dokument (als eMail Anhang PDF) mit dem Barcode vorweisen. Ein Scan, ein Blick, alles klar.

Nun aber wirklich: Willkommen in Griechenland, willkommen in Patras!

Die Verkehrsführung will uns zügig auf die Autobahn leiten, das wollen wir aber nicht. Ein Supermarkt wäre jetzt nicht schlecht und dank Herrn GOOGLE finden wir auch einen. Auf dem Weg dahin tanken wir das Auto voll mit Diesel. Für 1,019 € je Liter. Sensationell günstig. Jedoch, so denken wir später, irgendetwas stimmt mit dem Stoff nicht. Keine andere Tankstelle ist so günstig (eher 1,109 €) und die Verbrauchsnadel bewegt sich relativ schnell gen leer.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Egialia, PLO Beach Cafe

“Voll” getankt und frisch versorgt machen wir uns auf den Weg zu unserem ersten Übernachtungsplatz. Mal wieder mit PARK4NIGHT ausgekundschaftet. 60 Kilometer in der Abenddämmerung gen Osten, nach Egialia, ins PLO Beach Cafe. Angenehm warm. Und aufregend fremd die Fahrt durch die Straßen. Definitiv Mittelmeer, fast schon ein wenig eine arabische Anmutung. Vielleicht auch Einbildung.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Egialia, PLO Beach Cafe

Den Platz bei Egialia zu finden ist trotz Navi gar nicht so leicht, aber natürlich gelingt es doch. Um diese Jahreszeit sind wir zunächst die einzigen Gäste und der geschäftstüchtige, aber durchaus sehr freundliche Besitzer überzeugt uns schnell, bei ihm zu Essen. Sein Geschäftsmodell: Wenn man 30 € für Essen und Trinken in seiner kleinen Taverne bei ihm lässt, braucht man für den Standplatz nichts zu bezahlen. Das bekommen wir hin, natürlich.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Am Strand von Egialia

Später am Abend kommt nur noch ein weiteres Auto und so bleibt sie sehr ruhig, unsere erste Nacht auf dem Peloponnes.

Nach drei Tagen unterhaltsamer Anreise, 1.700 Autokilometern und gut 20 Stunden Fährfahrt sind wir da, wo wir hin wollten.

Im warmen und sonnigen Griechenland!

Hurra!

Peter.

Greece 2, Offagna

Wer früh´ zu Bett geht, wird auch früh wieder wach!

(So Gott, oder wer auch immer, will!)

Das macht am zweiten Reisetag auch wirklich Sinn, denn wir wollen 650 Kilometer schaffen. Die zu erreichende Fähre nach Griechenland startet am Dienstagnachmittag ab Ancona, das liegt in Nordost Italien. Also besteht der heutige Montagsplan darin, so nah wie möglich an den Fährhafen zu kommen um am Folgetag so stressfrei wie möglich das Schiff zu erreichen.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Offagna in der Nähe des Fährhafens von Ancona

Gegen 06:30 Uhr geht es los, nach 30 Minuten sind wir schon wieder auf der Autobahn Richtung Brenner. Die in Österreich notwendigen Vignetten und Streckenmaut haben wir vorab im Internet gekauft. Nur wenn man sich als Geschäftsmann ausgibt, kann man die elektronische Variante auch noch einen Tag vor der Reise buchen. Das ist mal wieder so ein Verbraucherschutznonsens: Wer als Privatmensch einen Vertrag über das Internet abschließt, hat ein 14-tägiges Widerspruchsrecht. Im Geschäftsleben gilt das nicht. Bedeutet: Man könnte sich eine elektronische Vignette kaufen, damit die Straße in Österreich befahren und dann, innerhalb von 14 Tagen nach Kauf, von eben jenem Kauf zurück treten und sein Geld zurück verlangen. Der Gedanke ist offenbar so verlockend, das vermeintlich clevere Zeitgenossen so was wohl auch glatt versuchen würden. Um jeder Diskussion aus dem Weg zu gehen wird der kurzfristige Vignettenkauf für Privatkunden also einfach vom Betreiber verhindert und man wird ordentlicher Mensch gezwungen, etwas nicht ganz sauberes zu machen, weil nicht ganz saubere Trickser tricksen. Irre!

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Altstadt von Offagna in der Nähe des Fährhafens von Ancona

Die elektronische Vignette und die elektronische Streckenmaut funktioniert anhand des Nummernschilds. Also beim Buchen sicher sein, was da wirklich am Auto dran hängt! Für das Befahren der Brennerautobahn und des Brennertunnels muss man neben der normalen Vignette noch eine so genannte Streckenmaut berappen. Geld, immer kostet alles Geld! Könnte man denken. Doch wenn man die Strecke mal gefahren ist, wird man anerkennen müssen, das solche Bauwerke wohl auch enorm teuer sind.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Offagna in der Nähe des Fährhafens von Ancona

In der Morgendämmerung erheben sich die mächtigen Berge der Alpen entlang der Autobahn. Der Verkehr läuft, aber die Fahrspuren sind so eng, das der Fahrer wohl doch besser immer auf die Straße und nicht auf das grandiose Bergpanorama schaut! So befindet jedenfalls die stets aufmerksame Beifahrerin. Der Brennertunnel hoch oben ist mit ein paar hundert Metern so, das er eigentlich gar keine Show ist. Danach, nun auf der Italienischen Seite, geht es gefühlt endlos bergab.

Aber irgendetwas ist auch anders. Das Verkehrsaufkommen ist eigentlich gleich geblieben, doch wieso sieht sich der Fahrer mit einem Male Streß ausgesetzt?

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Offagna in der Nähe des Fährhafens von Ancona

Nach kurzer, wie immer präziser Analyse:
In Österreich darf man 100, manchmal 110 km/h fahren. Die LKW´s wie bei uns 80 km/h. In Italien dürfen die PKW´s 130 Kilometer pro Stunde zurücklegen – und darauf achten die auch genau. Ferner ist die Nutzung des Blinkers offenbar kostenpflichtig und am Jahresende erhält derjenige Fahrer, der die kürzesten Abstände zum Vordermann ohne technische Hilfsmittel einhalten konnte, die Ehrenmitgliedschaft auf Lebenszeit im Italienischen Automobilclub.

Versucht nun der gemeine Deutsche, mit seinem Bus mit ca. 100 km/h die gleiche Straße wie die Eingeborenen zu befahren, kommt es zu einer Alternativlosen Konfliktsituation. Oder besser: Es könnte dazu kommen, wenn man als gemeiner Deutscher auf sein Europäisches Koexistenzrecht bestehen würde.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Offagna in der Nähe des Fährhafens von Ancona

Die Autobahnmaut in Italien ist klassisch über Mautstationen geregelt: Man zieht ein Ticket und wenn man von der Autobahn abfährt, errechnet ein Blechaffe die zu bezahlende Gebühr. Kann auch mal mehr werden!
Das Tanken ist in Italien zu vermeiden – deutlich teurer als in Österreich oder, in unserem Fall, Griechenland. Wie schön das unser Bus 120 Liter Kraftstoff aufnehmen kann!

Über PARK4NIGHT haben wir uns den Ort Offagna, ca. 20 Kilometer von Ancona entfernt, als Übernachtungsplatz ausgesucht. Historische Altstadt auf einem Berg (andere würden Hügel dazu sagen), offizieller Wohnmobilstellplatz mit allen Versorgungsmöglichkeiten für 5 Euro die Nacht. Prima!

15 Kilometer vor dem Ziel verlassen wir endlich die Autobahn, die Beifahrerin schluckt kurz an der Mautstelle ob der knapp 50 Euro mit denen wir den Straßenbau in Italien zwischen dem Brenner und Ancona finanzieren sollen. Deren Land, deren Regeln. Deren Straßen, unser Geld.

Das Navi führt uns über eine Nebenstrecke auf den Berg, kein Gegenverkehr, kein Problem.

Der Stellplatz ist super gelegen, bietet Platz für 8 Autos, zwei Eingeborene sind schon da. Es ist früher Nachmittag, grandioser blauer Himmel, Sonnenschein und gute Laune! Also Latschen aus, Wanderschuhe an und den Ort erkunden!

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Offagna in der Nähe des Fährhafens von Ancona

Wir sehen kaum andere Menschen, aber die, die wir sehen, tragen alle ihren allseits bekannten Mund-Nase-Schutz. Auch im freien. Auch, wenn sie vollkommen alleine sind. Also Herrn GOOGLE konsultiert und fest gestellt, das hier tatsächlich auch im freien eine Maske getragen werden soll. Also Maske an, fühlt sich nun reichlich bescheuert an, und weiter.

Alle Restaurants sind geschlossen. Das hat aber wohl nichts mit Corona zu tun, sondern mit der Uhrzeit. Siesta gibt es nicht nur in Spanien. Wir scouten die Pizzeria Sotto la Rocca bei der man auch draußen sitzen kann und die schon ab 18:00 Uhr öffnet. Das wird dann wohl die unsere sein!

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Offagna in der Nähe des Fährhafens von Ancona

Eine echte Pizza in Italien muss ja wohl drin sein.

Natürlich sind wir zu früh´ und stellen verwundert fest, das gleich neben an ein Schlachter sein Geschäft hat. Gegen erbitterten Widerstand der Mitreisenden werden überschaubare Portionen von Mortadella, Salami und Schinken gekauft. Made in Italy. So, für unterwegs. Statt Obst.

Die Pizza ist klasse. Das liegt auch am Konzept, das sich der Koch überlegt hat. Eine normale Pizza kostet je Person so zwischen 6 und 8 Euro. Er hat sich aber eine Pizza für zwei Personen ausgedacht, die man mit (anteilig) mit vier verschiedenen Belägen bestücken kann. Die wählt man einfach aus den normal zur Verfügung stehenden Pizzen aus. Die zwei Personen Pizza kostet dann 19 Euro – und ist jeden Cent Wert. Gute Idee, mehr Umsatz, zufriedene Gäste.

Weniger gut war die Idee des berichtenden, so viel davon zu essen und auch noch den örtlichen Wein, Grappa und Nachtisch zu sich zu nehmen. Aber das wäre eine andere Geschichte, wollte man darüber wirklich schreiben.

Die Nacht verbringen wir ruhig und zufrieden im geheizten Auto.

Peter.

Griechenland 2020

Mit den offiziellen Corona Regeln fest im Blick waren wir im Herbst 2020 mit dem Wohnmobil in Griechenland, auf dem Peloponnes unterwegs.

Drei Wochen WoMo-Leben, Sonnen- und Strandurlaub mit gutem Essen während in Norddeutschland der trübe Herbst Einzug hält.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Am Strand von Kamari

In der Rubrik “Griechenland 2020” haben wir in dreizehn Reiseberichten mit viele Fotos unsere letzte Reisemobil Tour in diesem Jahr “live on the road” beschrieben.

Die Reiseroute führte uns zunächst von Norddeutschland über Österreich und Italien zum Fährhafen von Ancona in Norditalien. Mit der Fähre über Nacht komfortabel nach Patras in im Nordosten des Peloponnes geschippert. Gleich zu Anfang der Reise ein unerwartetes echtes Highlight mit dem Besuch der historischen Altstadt von Monemvasia im Südwesten erlebt. Beeindruckend, aber auch wirklich anstrengend, wenn man die über viele Treppenstufen zu erreichende Oberstadt sehen will.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Taverne in Korfos

Nach Historie und Kultur folgte die absolute Einsamkeit von Vlychada Beach, einem Strand, an dem es außer Felsen, Wasser und Kiesel wirklich gar nichts gibt. Noch nicht mal ein Handynetz. Eigentlich ist man in Griechenland tatsächlich überall erreichbar – aber an diesem auch bei Felskletterern bekannten Ort herrscht absolute Funkstille. Über die beiden Stationen Notia und Kazarma erreichen wir Saladi Beach. Hier steht eine seit vielen Jahren verlassene weltberühmte Hotelruine. Der riesige Strand davor hat uns so begeistert, das wir gleich drei Tage dort geblieben sind.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Historische Altstadt von Monemvasia

Und wie es der Zufall so wollte: Von einem Lost Place zum nächsten. Auf dem Gelände der ebenfalls verlassenen Hotelanlage Club Apollo Beach findet man viele Stellplätze für Wohnmobile, wenn man will auch direkt am Wasser.
Nach so viel Einsamkeit und verlassenen Häusern wollten wir mal wieder einen belebten Ort besuchen. Tagsüber die hübsche Touristeninsel Poros erkundet, übernachtet vor Nisis Soupia und Tags darauf Fischessen in einer Taverne im Hafen von Vathy.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Am Hafen von Korinth

Ein ungeahntes Offroad-Abenteuer in spektakulärer Kulisse erlebten wir in Epidavros. Vielleicht hätten wir den steilen Berg besser nicht mit Wohnmobilen befahren sollen, doch dann würden uns ein tolles Erlebnis und das Titelbild dieses Beitrags fehlen. Das tags darauf besuchte kleine Städtchen Korfos war bereits im Winterschlaf, am Kanal von Korinth bewunderten wir den Mut der Bungeejumper und am wilden Strand von Kamari erlebten wir unsere einzige Griechische-Wilde-Hunde Geschichte der ganzen Reise.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Das Tal von Tripoli

Die Corona Situation hatte sich mittlerweile in Griechenland, aber auch in ganz Europa verschlechtert, doch der dünn besiedelte Peloponnes war nach wie vor kein Risikogebiet. Für den Rückweg nach Deutschland wählten wir die gleiche Route wie für die Anreise über Patras, Fähre und Ancona. Da die unverzügliche Durchreise durch die Risikogebiete Italien und Österreich als Transit und nicht als Aufenthalt bewertet wurde, mussten wir in Deutschland auch nicht in Quarantäne und konnten so unsere wirklich tolle Tour glücklich beenden.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Die Insel Poros

Wie üblich auf unseren Reisen zu Land und See lief unser Satellitengestützter GPS Tracker mit. Alle zwei Stunden wurde die genaue Position protokolliert. Wer sich dafür interessiert kann einfach in die Karte klicken und kommt auf die interaktive Ansicht, in der man alle Details sehen kann.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: GPS Track

Peter.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Auf dem Weg nach Notia
Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: In der Nähe von Epidavros