NASA2627: Vorbereitung II

Gestern, am Dienstag haben wir KNAUSi im Hafen von ANTWERPEN abgegeben, damit unser treues Wohnmobil auf das Schiff GRANDE TIANJIN der Reederei GRIMALIDI verladen werden kann. Dazu später mehr.

Wenn alles planmäßig verläuft wird das Schiff am Samstag (14/10) den Hafen verlassen und am 10. November 2026 in WALVIS BAY, NAMIBIA eintreffen.

Neben den reiseüblichen Flug- und Hotelbuchungen gibt es eine Reihe von Papieren, die für diese Reise in das südliche AFRIKA notwendig sind. Als da wären:

  1. CARNET DE PASSAGE
  2. Visum
  3. Auslandskrankenversicherung

Zunächst ist da das CARNET DE PASSAGE:
Das ist ein Zolldokument für das Auto mit dessen Hilfe nahtlos nachgewiesen werden muss, wann und wo das Wohnmobil im Transit in ein Land eingeführt und später auch wieder ausgeführt wurde. Einige Länder dieser Erde verlangen ein CARNET DE PASSAGE (CDP). Damit stellen diese Länder sicher, das sie für den Fall einer illegalen Fahrzeugeinfuhr (faktisch dadurch möglich, das das Fahrzeug nie wieder das Land verlässt) trotzdem die zu entrichtenden Zollabgaben erhalten können.
Denn um ein CDP zu erhalten muss man beim Herausgeber des CDP eine Sicherheitsleistung hinterlegen. Die ist dem aktuellen Fahrzeugwert entsprechend gestaffelt, für bis zu 50.000 € Fahrzeugwert muss man immerhin 15.000 € beim Herausgeber deponieren.

Carnet De Passage: Titelseite

Wird also das Fahrzeug nicht fristgerecht wieder aus dem Reiseland ausgeführt, kann sich das Reiseland an den Herausgeber des CDP wenden und die Auszahlung der Sicherheitsleistung verlangen.
Ein CDP basiert auf purer Zettelwirtschaft und als Fahrzeugführer muss man an jeder Grenze akribisch darauf achten die Ein- bzw. Ausreisestempel an der richtigen Stelle im Dokument zu bekommen. Erst wenn anhand der Zollstempel nachgewiesen wird, das das Auto wieder in Deutschland angekommen ist, kann man die Rückgabe der Sicherheitsleistung durch den Aussteller des CDP verlangen.
In Deutschland ist der ADAC die erste und wohl auch einzige Adresse für ein CDP. Die Sicherheitsleistung wird auf ein besonders gesichertes Treuhandkonto eingezahlt und ist somit sicher verwahrt.
Im Internet haben schon verschiedene Reisende über die genaue Handhabung eines CDP geschrieben, das muss hier nicht wiederholt werden.

Carnet De Passage: Zettelwirtschaft

    Aber folgendes hilft vielleicht bei der Ermittlung des zugrunde liegenden Fahrzeugwerts:
    Im Normalfall braucht man ein qualifiziertes Wertgutachten für das Wohnmobil damit der ADAC die Höhe der Sicherheitsleitung festlegen kann. Das machen KFZ Sachverständige oder der TÜV. So ein Wertgutachten kann mal eben 500 oder 800 Euro kosten.

    Oder man fragt beim ADAC nach einer Sonderlocke nach:
    In unserem Fall hatten wir ja noch die Originalrechnung des Wohnmobilhändlers auf unsere Namen. Basierend auf diesem Beleg rechnet der ADAC dann bei Neufahrzeugen mit einem Wertverlust von 18% im ersten Jahr und für jedes Folgejahr von 4% und benötigt kein Wertgutachten. Schön pragmatisch!

    Mal sehen, ob wir an wirklich jeder Grenze das CDP richtig ausgefüllt bekommen und ob die Zollbeamten wissen, welche Zettelteile sie aus dem Dokument für ihre eigenen Unterlagen ausschneiden müssen.

    NAMIBIA Visum: eServices – alles online

    Ein weiteres wichtiges Dokument ist das Visum für NAMIBIA:
    Ab 2025 ist auch für Touristen ein Visum Pflicht. Es gab wohl einige Aufregung im Land da viele, die in der Tourismusbranche von NAMIBIA arbeiten die Sorge hatten, das durch komplizierte Visa Anträge die Touristen weg bleiben würden.
    Neben dem bezahlen der Gebühren in Höhe von 1.640 NAD (ca. 89 €) pro Person soll man bei Antragstellung auch eine detaillierte Reiseroute mit Terminen, Adressen und Telefonnummern dokumentieren. Das ist natürlich bei selbst fahrenden Wohnmobilen absoluter Nonsens. Auf der Internetseite des „Ministry of Home Affairs, Immigration, Safety and Security“ werden sieben bis zehn Bearbeitungstage genannt.

      Oh je, das kann ja wirklich kompliziert werden?

      Nein, wird es nicht. Hat man das Onlineformular „irgendwie“ ausgefüllt und die Gebühr bezahlt, bekommt man schon nach wenigen Minuten das Visum per Download. Die Angaben, insbesondere die der Reiseroute, hat in dieser Zeit mit Sicherheit kein Mensch überprüft.
      Mag sein das der jeweilige Grenzbeamte bei Einreise die gemachten Angaben noch mal hinterfragt, aber das VISUM ist ja schließlich bereits erteilt.

      NAMIBIA Visum: Endlose Formularfelder wollen sinnvoll ausgefüllt werden

      Für SÜDAFRIKA hingegen braucht man als deutscher nach wie vor kein Visum. NAMIBIA hat sich offenbar für eine Visumsregel in einer Art Retourekutsche entschieden, denn man wollte auf Augenhöhe mit den Europäern verhandeln. Natürlich verlangen wir auch (schon immer?) ein Visum von Besuchern aus NAMIBIA.

      Einen ähnlichen „auf Augenhöhe“ Anspruch kann man im Bereich mobiles Internet beobachten. NAMIBIA und SÜDAFRIKA wären natürlich erstklassige Einsatzgebiete für STARLINK. Doch beide Länder haben der Firma von Herrn MUSK keine Betriebsgenehmigung ereilt weil die jeweiligen STARLINK Landesgesellschaften mehrheitlich im lokalen Besitz sein sollen. Das lehnt Herr MUSK aber ab. Also kein STARLINK in beiden Ländern. Ganz schön selbstbewusst!

      NAMIBIA Visum: Online bezahlen

      Auslandskrankenversicherung
      Der Nachweis einer eigenen Krankenversicherung wird von NAMIBIA bei der Einreise gefordert. Auch hier Augenhöhe: Fordern wir ja auch von ausländischen Besuchern. Die Recherche brachte extreme Preisunterschiede ans Licht. Wie und ob sich die versprochenen Leistungen im Detail unterscheiden haben wir nicht untersucht. Viel eher stand im Vordergrund die zu zahlende Prämie. Würden jemand ernsthaft erkranken, würde man so schnell wie möglich nach Hause fliegen.

        Schließlich haben wir eine „LANGZEIT AUSLANDSKRANKENVERSICHERUNG“ beim ADAC abgeschlossen.

        So lange keine der reisenden Personen älter als 65 Jahre ist sind die Prämien durchaus akzeptabel. Ein Witz war in diesem Zusammenhang die Recherche per GOOGLE KI: Steif und Fest hat sie behauptet, HANSE MERKUR (für irgendwas über 2.000 €) wäre die Beste Versicherung. Erst mit gezielter Gegenrede kam das Teil auf den Trichter, das die ADAC Versicherung die viel bessere ist. Da könnte man glatt auf den Gedanken kommen, das man durch gezieltes Füttern der GOOGLE KI unsinnige Produkte verkaufen kann?
        Mit anderen Worten: Wenn man nicht „altmodisch“ selbst recherchiert und vergleicht wird man durch die GOOGLE KI zu völlig überteuerten Versicherungen verleitet. Aber das immerhin mit vielen wohlklingenden Worten und völlig überzeugend!

        Peter.

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