Tag FÜNF

Tag 5, nicht on the Road,

on the Boot (!!!)

Wer hätte das im Frührjahr 2019 gedacht?

Nun, wenn ich jetzt auch noch schreibe das Tag 4 ein extraordinärer, ein Weltspitzentag im Segeln war, dann vermuten wohl nicht wenige Leser, jetzt übertreibt ER aber. Doch nein, das tut ER nicht: Kann man hier auf unserem Tracker selbst überprüfen.

Offenkundig sind wir also mal wieder auf den STORMVOGEL gezogen und nahezu zeitgleich haben die Dänen verkündet, das Deutsche aus Schleswig-Holstein ungehindert einreisen dürfen. Das ist doch sehr freundlich von den Dänen, gell?

Obwohl natürlich auch diskriminierend…jedoch: Würde in diesen Tagen jemand von ganzem Herzen Freunde aus dem Landkreis Gütersloh zu sich nach Hause einladen?

Doch zurück auf den Anfang:
Die Passage der Elbe war kein Problem. Direkt nach dem Öffnen des Sperrwerks in GLÜCKSTADT gingen wir direkt auf dem großen Strom, auch wenn die Flut noch zwei Stunden aufläuft. Mit 2.200 Umdrehungen gute 5 Knoten gegen ordentlich Wind und Strom gelaufen. Das erschien uns ganz schlau, denn wenn der Strom später kentert und das Wasser gen Nordsee strömt, hat man ganz fix die bekannte “Wind gegen Strom” Situation auf der Elbe mit diesen völlig bescheuerten Wellen, die keiner will.

Glück vor der Schleuse in BRUNSBÜTTEL: 4 andere Sportboote und ein Binnenschiff wollen in den Kanal, das Wasser wird bereits kabbelig, schwups, nach 30 Minuten sind wir drin. Die ersten 40 Kanalkilometer abspulen und um 19:45 Uhr fest in GIESELAU Schleuse, dem einmaligen Paradies auf Erden.

Spätestens jetzt sollte erwähnt werden, das wir uns die Kanalpassage ganz PANAMA-Kanal like zwei Linehandler angeheuert haben. In Person sind das die, die wir letztes Jahr in SCHOTTLAND am Ufer des Loch Ness dem dort hausenden Seeungeheuer erfolglos zur Nahrungsaufnahme als Lebendfutter angeboten hatten. Nun, die beiden sind ein Jahr älter und kräftiger und sollten somit in der Lage sein, die leicht lädierte Mannschaft bei den Schleusenmanövern erfolgreich zu unterstützen. Sollten, KONJUNKTIV, denn mit dem Zuhören klappt es auch in diesem Alter nicht so ganz und so misslingt der erste Anleger dann doch etwas. Um es vorweg zu nehmen: Mit jedem der vier folgenden Manöver (Gieselau Schleuse, Zahlstelle Holtenau (35 €, !!!, einer muss ja die neue Schleuse in Brunsbüttel bezahlen!), Schleuse Holtenau, Laboe) wurde es besser. Klarer Fall von Übung macht den Meister!

Für einen Sonntag im Kanal wenig Sportboote. Um 07:15 Uhr Leinen los und 60 km abspulen. Manchmal durchaus langweilig. Und wieder Glück: Ein Tanker von der Förde kommend sollte geschleust werden, die Schleuse war aber Kanalseitig noch offen, wir waren zufällig da und durften mit. In der Südschleuse Holtenau sind 45 Minuten nach unserer Ankunft vielleicht 10 Freizeitfahrzeuge zu zählen – sonst nix. Kein großer Dampfer. Kein Arbeitsgerät. Nix.

Am frühen Nachmittag in LABOE bei wenig Wind fest gemacht. Wie sich das Publikum über die Jahre, die wir die Baltic Bay Marina nun schon kennen, doch geändert hat. Riesige, ich meine wirklich riesige Motorboote, Charterboote ohne Ende, alles etwas wuselig durch die vielen mit Kindern besetzten Dingis und heroischen Stand-Up Paddeling-Typen in den sowieso schon engen Boxengassen. Das Holz der Schwimmstege ist mittlerweile auch ganz schön herunter gekommen. Jedenfalls am Steg “D”. Das man dafür satte 35 € pro Nacht nehmen kann, ist doch klar!
Doch ganz so schlimm ist es wohl nicht. 29 € wären OK 😉

Montag gegen 08:30 Uhr los nach MARSTAL, Insel ÄRÖ. 29 Seemeilen nach NNO. Zu HÄGAR´s Zeiten eine Weltreise. Doch auch der STORMVOGEL will ordentlich gesegelt werden, soll er schnell laufen. Nach der ausgefallenen Segelsaison 2019 muss der Skipper erst mal wieder an allen Tampen ziehen und zerren, lose geben und sich wundern, wie er den Dampfer wohl    aufgetakelt hat. Wie gut das der STORMVOGEL die Strecke in 4,5h abgesegelt hat und ER in Ruhe nachjustieren kann…

…MARSTAL ist gar nicht mehr so einfach zu finden wie früher! Irgendwer hat nicht nur das Schwimmdock geklaut, sondern auch alle Kräne. Da sieht man von See nur noch den Kirchturm. Dafür liegt mitten in der Hafenweinfahrt ein großer Dampfer und löscht Sand. Jawohl: Sand: Den karren Traktoren mit großen Anhängern zum Südstrand. Ist wohl was wech gekommen?

Der Anleger mit Normalbesatzung (die Decksjungen wurden in Laboe an Land verbracht) an den Pfählen kein Problem, wählte der Skipper doch die Knieschonende Heckvariante, bei der ER selbst springen muss, während sich die Mannschaft mit den Vorleinen an den Pfählen verlustiert.

Nun sind wir also mal wieder da, wo wir immer mal wieder hin kommen:

Magisch, Magnetisch, MARSTAL!

Hängen hier noch ein paar Tage ab und vorholen uns dann auf Anker bei LYÖ.

Irgendwie muss ER ja den Mittelwert der horrenden Liegegebühren (Marstal: 28 €) senken!

Peter.

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