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T77-81, Vrangö

Da sind wir also nun wieder auf der kleinen, südlich von GÖTEBORG noch in den Schären gelegenen Insel VRANGÖ. Um von Tradition zu sprechen sind noch nicht genügend Segeljahre vergangen, hier Station zu machen ist für uns eher eine willkommene seemännische Konsequenz auf dem Weg nach Süden.

STORMVOGEL vor GÖTEBORG – endlich mal wieder unter Segeln

Und obwohl wir schon öfters hier waren, entdecken wir diesmal zwei neue wesentlichen Dinge auf der Insel:

1) Hafen für Gastlieger
Der Hafen ist viel größer als jemals gedacht! Wir kannten bisher nur die Pier mit den Heckleinen und dem Schwimmponton direkt an Steuerbord bei Einlaufen. Aber wenn man gerade aus durch fährt kommen im hinteren Hafenbereich an Steuerbord locker noch mal 20 oder 30 Liegeplätze mit Heckbojen. Beim Einlaufen vermutet man das nicht, denn man sieht an Backbord nur viele kleine Motorboote und denkt, da muss es wohl flach sein. Ein Hinweisschild oder ähnliches erkennen wir nicht. Tolle Wurst.

Im Hinterhof des Hafens von VRANGÖ

2) Wanderwege
Wir sind zwar oft zu Fuß über die kleine Insel gepilgert, aber die beiden sehr guten Wanderwege (einmal Nordhälfte, einmal Südhälfte) kannten wir tatsächlich noch nicht. Doch Segelfreund Michael F. aus HH auf A. kannte schon die Nordtour und nahm uns auf die wunderschöne Runde mit. Zünftiges kleines Frühstück mit vorher geschmierten Stullen und heißem Kaffee auf einem Schärenfelsen unterwegs. Die Tage darauf sind wir den Weg Morgens alleine gelaufen und hatten den Eindruck, das man die Strecke noch gut 10 mal laufen könnte, um wirklich alle Facetten zu erfassen. So abwechslungsreich, so viel zu sehen. So schön.

Quelle: Ortsschild in VRANGÖ mit den beiden Wanderwegen
Ausblick auf den Ort und den Hafen (ganz links)

Nun denn. Hängen wir also hier ab und warten auf Wetter für den anstehenden Südkurs. Es kachelt aus Südwest. Um und bei 30 Knoten. Theoretisch machbar, aber klarer Fall von Finger weg! Fast schon ein wenig beängstigend ist, das die Wettervorhersagen der unterschiedlichen Systeme (ECWMF, GFS) für nur zwei Tage im voraus zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Das ist ja immer ein Zeichen dafür, das keiner von beiden es so richtig weiß, was da kommen wird. Also immer schön abreisebereit bleiben und die Chance zum gut 50 Seemeilen Sprung nutzen, wenn sie denn kommt.

Heidelandschaft auf VRAGÖ

Auf VRANGÖ ist die Saison ganz offensichtlich auch schon vorbei. Am Sonntag Nachmittag verlassen die letzten Eingeborenen Segler die Insel und fahren nach Hause. Wohl in der Regel in den Großraum von GÖTEBORG, das geht gerade so bei diesem Schietwetter. Richtig kalt ist es zwar noch nicht, aber in den heftigen Regenschauern ist es schon sehr, sehr ungemütlich. Wie schön ist es da unter Deck im Deckshaus oder auch ganz unten im Keller des STORMVOGELS, dem fast nie genutzten Salon!

Jungfrauen-Hummer in Groß auf VRANGÖ

Ein paar neue Fressbuden haben auf der Pier von VRANGÖ aufgemacht. Da kann man jetzt auch Krabben kaufen. Die sehen aus wie die Jungfrau-Hummern aus ANHOLT, nur in viel größer. Bei denen kann man tatsächlich sogar etwas Krabbenfleisch aus den Scheren pulen. So groß wie die toten Tiere auch sind, so groß ist leider auch der Preis. Die Viecher sind so teuer, das wir uns den Spaß nur einmal erlauben. OK, gegenüber den kleineren Artgenossen aus ANHOLT sind sie veredelt: Bereits gekocht, in einen Sud aus Gewürzen und Salz eingelegt und in einem tollen Plastikeimer zum Mitnehmen. Wie immer: Verpackung ist alles. Jedenfalls für die, die sich blenden lassen (wollen). So richtet sich dieses Krabbenangebot wohl auch nicht an wissende Segler im Hafen, sondern eher an die vielen Tagestouristen, die mit der Personenfähre hier herüber kommen und was schönes zum Essen für zu Hause mitnehmen wollen.

ANICO vor GÖTEBORG

Wer nun denkt, wie langweilig können denn wohl vier Tage und Abende auf einer kleinen Insel am südlichen Ende der schwedischen Westschären sein (?), der liegt falsch! Tagsüber wandern, herumstrolchen, einkaufen und Wäsche waschen. Leben an Bord halt. Völlig normal und besser als sonst wo.
Abends, sehr zur Freude der STORMVOGEL Mannschaft, lauschen wir nach dem gemeinsamen Abendessen gespannt den Erzählungen von Michael. Zusammen mit seiner Frau hat er eine völlig andere Route für die Reise seines Lebens als die unsere gewählt: “Mal eben” Südamerika im Osten runter, Patagonien, Südamerika im Osten wieder rauf. Getroffen haben wir uns dann nach diesem sehr besonderen Reiseabschnitt erstmalig auf der kleinen Pazifikinsel NIUE. Long Ago And Far Away.

Sommerweide auf VRANGÖ

Bilder aus Patagonien hat er zufällig auf einer externen Festplatte auch dabei – was für ein Glück für uns! Mit den sehr authentisch wirkenden Fotos bekommen seine Erzählungen eine im Gedächtnis hängen bleibende Tiefe, die nicht nur zum Nachdenken anregt. Nur damit das klar ist: Wir haben Michael innig um seine Geschichten gebeten – und werden das wieder tun, wenn wir ihn wieder sehen 😉

Für Montag sind schwache nördliche Winde, um und bei 6 bis 8 Knoten angesagt. Damit sollte, könnte, müsste es mit dem Leichtwindsegel eventuell nach ANHOLT klappen?

Schauen wir mal.

Peter.

STORMVOGEL im Hafen von VRANGÖ

T73, Langö, Furön, Valön

Passiert uns wirklich nicht oft.

So ganz genau wissen wir diesmal nicht, wo wir sind. Geografisch, nach Länge und Breite natürlich schon. Die zeigt das GPS Gerät mit 58°29,4’N 11°18,0’E klar und deutlich an. Immerhin etwas.

Schwedische Westschären: Bei Langö, Furön, Valön

Dem Namen nach wissen wir aber diesmal nicht, wo wir sind. Liegen wir nun auf Anker vor Langö, vor Furön oder gar vor Valön?

Schwedische Westschären: Bei Langö, Furön, Valön

Nicht, das es wirklich eine Rolle spielen würde. Hier ist es schön, ruhig und dem nahen Saisonende entsprechend auch fast einsam. Wer braucht da schon einen genauen Ortsnamen? Doch unterschwellig kommt man sich schon recht doof vor. Offenbar so eine Art Zwangserdung für ansonsten alles wissende Skipper. So jedenfalls die Selbsteinschätzung eben jenes handelnden.

Schwedische Westschären: Bei Langö, Furön, Valön

Wie geplant kommen wir am frühen Nachmittag auf dem sehr großzügigen Ankerplatz an und haben daher genug Zeit, mit dem Dingi das Land ein wenig zu erkunden. Spektakuläre Aussichten ergeben sich, als wir den dicken Felsbrocken direkt vor des STORMVOGELS Bug erklimmen. Der Aufstieg ist wie so oft einfach, herunter müssen wir an anderer Stelle doch auch mal auf dem Hosenboden rutschen. Seeleute sind halt keine Bergsteiger. So nackt wie die Felsen auf den ersten Blick hin wirken, sind sie bei näherer Betrachtung gar nicht. In Kuhlen haben sich kleine Regenwasser gespeiste Tümpel gebildet, oft umsäumt von Heidekraut, das bereits in prächtigen Farben blüht.

Schwedische Westschären: Bei Langö, Furön, Valön

Die dichten Wolken über uns wirken mittlerweile bedrohlich, doch auch die gehören eindeutig zum schwedischen Sommer. Das einzige, sehr einfache Ferienhaus weit und breit, erhaben über der Bucht thronend, hat schon was besonderes. Lage, Lage, Lage. Es stehen Autos vor der Tür, also muss es irgendwo einen Weg zum Festland geben. Wäre bestimmt reizvoll, von dort oben das Kommen und Gehen der Segelyachten in der Bucht bei dem ein oder anderen Glas Rotwein zu beobachten. Und zwischendurch vielleicht ein paar Zeilen zu schreiben?

Schwedische Westschären: Bei Langö, Furön, Valön
Schwedische Westschären: Bei Langö, Furön, Valön. Kühe am Strand.

Ein kleines Rätsel geben uns die Kühe am Strand auf. Am Sandstrand, wohlgemerkt. Woher wissen die Tiere, das es am Strand am schönsten ist? Würden Kühe nicht einfach saftige Wiesen, gleich nebenan großzügig vorhanden, bevorzugen? Sind das eventuell auch solche Luxuskühe wie ihre damals auf dem Berg in England sonnenbadenden Artgenossen? Ist Höhenluft besser als Seeluft? Oder umgekehrt? In jedem Fall scheinen sie intelligent zu sein.

Schwedische Westschären: Bei Langö, Furön, Valön. Kühe am Strand

Denn am nächsten Morgen verlagern die Kühe ihr beschauliches Beachcamp von dem einen Strand unterhalb des Ferienhauses an einen anderen, etwas südlicher gelegen Strand. Doch der einzige Weg dahin führt durch das Wasser. Durch das salzige Meer! Wie kommt man wohl als gemeine Kuh auf solch komischen Ausflüge? Einfach Rätselhaft.

Schwedische Westschären: Bei Langö, Furön, Valön. STORMVOGEL vor Anker

Die Nacht verläuft sehr ruhig und am nächsten Morgen geht es gleich weiter, weil wir uns in MARSTRAND neu verproviantieren wollen und, viel wichtiger, einen Segelfreund treffen möchten, den wir vor langer Zeit im Pazifik auf der Insel NIUE kennen gelernt haben.

So werden wir das Geheimnis der schlauen Kühe von Langö, Furön oder Valön in diesem Jahr wohl nicht mehr lösen. Und schon gar nicht heraus finden, wo wir da eigentlich genau geankert haben.

Ist vielleicht auch besser so.

Wer keine Namen kennt, der kann wenigstens auch keine vergessen.

Peter.

T64-69, KOSTER

Der Besuch ist weg, doch wir bleiben noch zwei weitere Tage am über belegten Schwimmsteg im Fahrwasser zwischen NORD- und SÜD KOSTER mit dem schönen Namen GÄSTBRYGGA KOSTERLÄNKEN, bevor wir uns für zwei weitere Tage auf den Ankerplatz KOSTERHAMMEN (58° 52,8’N, 11°03,1’E, 7M) an der Ostseite von SÜD-KOSTER vorholen.

Einlaufen KOSTER Fahrwasser

Die Nordinsel ist deutlich kleiner als die im Süden. Unsere Segelfreunde aus NORWEGEN meinten beim kurzen Treffen in SKAGEN im letzten Jahr, ihnen gefalle NORD-KOSTER besser und man solle ruhig ein paar Tage dort verbringen.

Päckchen an der GÄSTBRYGGA KOSTERLÄNKEN

Quasi an jeder Ecke liegt eine kleine Wanderkarte für beide Inseln zum Mitnehmen aus. Verlaufen wird somit unmöglich. Der Rundgang auf der Nordinsel hat eine Länge von ca. 6 Kilometern und führt über Stock und Stein, sehr viel Stein und manchmal auch über sehr großen Stein. Denn eigentlich ist KOSTER auch nur wieder ein Felshaufen im Meer, der aber über die Jahrhunderte tatsächlich bewachsen ist.

Ferienhaus auf NORD KOSTER

Es gibt richtige Urwälder, Steinwüsten und sogar auch Sandstrände. Letztere sind in den Schären recht selten und in diesen Ferientagen sehr gut besucht, denn neben den vielen Familien, die in den zahlreichen Ferienhäusern im Sommer hier leben gibt es noch sehr viele Tagestouristen, die mit der im Stundentakt verkehrenden Fähre vom nahe gelegenen STRÖMSTAD (4 Seemeilen, 8 Kilometer) vom Festland auf die Inseln kommen.

Frischwasser in Mangelware auf den KOSTER Inseln (hier in BREVIK)

Die Versorgung auf KOSTER ist durchaus ein kleines Problem. Auf den Stegen gibt es zwar Strom, aber kein Wasser. Einen Wasserhahn mit Trinkwasser findet man nur am Toilettenhaus, ca 300 Meter vom Steg entfernt. Zu erreichen über einen bei der aktuellen Trockenheit sehr staubigen Weg der entlang der alten Fischerhütten führt.

Geschlossener Supermarkt auf NORD KOSTER

Der einzige Kaufmann auf NORD-KOSTER hat im letzten Jahr Corona-bedingt geschlossen und nun gibt es nur noch einen ICA im Herzen der Südinsel, zu erreichen über eine kleine gelbe Kabelfähre und einen anschließenden Fußmarsch von gut 2 Kilometern. Es ist auch nicht so, das es besonders viele Cafe´s oder Restaurants auf beiden Inseln gibt.

Geschlossener Supermarkt auf NORD KOSTER

Mit anderen Worten: Wer zu den KOSTER Inseln segelt, der sollte gut verproviantiert und mit vollen Wassertanks dort ankommen.

Das STRANDKATEN Restaurant auf NORD KOSTER, direkt am Hafen. Im Regelfall Schlange stehen…

An den Schwimmstegen im Fahrwasser von VÄSTRA BRYGGAN dürfen maximal nur 3er Päckchen gebildet werden. Das kann man aber leider erst lesen, wenn man auf einem der Stege steht. Der Grund ist einfach: Die großen Fähren brauchen tatsächlich ein wenig Fahrwasser für ihre Manöver.

Päckchen auf den KOSTER Inseln – am Schwimmsteg wird tatsächlich auch geschwommen
Die kleine gelbe Kabelfähre, die NORD mit SÜD KOSTER verbindet – bei wenig Schiffsverkehr

Die kleine gelbe Kabelfähre, die in unmittelbarer Nähe die Nordinsel mit der Südinsel verbindet ist eigentlich eine selbst fahrende Fähre, die mit einer Chipkarte bedient wird. In der Saison jedoch, mit vielen unbedarften Touristen, gibt es tagsüber einen Fährmann in Form junger Studenten und Studentinnen, die sich hier ihr Geld verdienen. Eine einfache Fahrt kostet 15 schwedische Kronen, also etwa 1,50 €.
Wie unterschiedlich man seinen Job als Fährmann auf dieser wohl einmaligen Fähre ausfüllen kann, erleben wir an zwei aufeinander folgenden Tagen. Zunächst eine engagierte, freundliche und flinke junge Frau. Der Zugang zur Fähre ist auf beiden Seiten mit großen Stahlrohrtoren gesichert, die vom Fährmann händisch per Magnetschalter geöffnet werden müssen.

Kleine gelbe Kabelfähre: Blick vom SÜD Ponton zum Anleger auf NORD KOSTER

So schreitet die Fährfrau also flinken Schrittes voran und bringt die ankommenden Fährgäste durch das Tor an Land und nimmt dort die neuen auf, denn es wartet immer jemand. Doch nur 12 Fahrgäste auf einmal. Danach schließt sie das Tor und läuft der Gruppe hinterher zur Fähre. Auch auf der kleinen gelben Fähre selbst muss nun noch ein Tor gesichert werden und los geht die kurze, aber sehr langsame Fahrt am unter Wasser liegenden Drahtseil entlang. Kassiert wird mit einem mobilen Kartenlesegerät, Bargeld geht nicht. Dabei muss die Fährfrau natürlich auch noch den Boots- und Schiffsverkehr im Fahrwasser beobachten, denn dieser hat hier Vorfahrt. Bei Sportbooten hält die kleine gelbe Fähre dann mitten im Fahrwasser an, damit sie passieren können. Ist eine der großen Passagierfähren in der Nähe, fährt sie gar nicht erst los.

Kleine gelbe Kabelfähre – Ankunft auf SÜD Koster

Oft kommt es vor, das auf beiden Seiten lange Schlangen mit Menschen entstehen, die übersetzten wollen. Drei, manchmal vier Fahrten muss man dann warten, bis man endlich dran ist.
Das die Fähre nicht besonders schnell fährt ist wohl technisch bedingt.

Die junge Fährfrau jedenfalls hat den Bogen raus und wickelt den Verkehr so schnell wie möglich, und das auch noch super freundlich, ab.

Statt der kleinen gelben Kabelfähre mit dem eigenen Dingi: Mit Kinderwagen, Baby und beide am Handy. Ein Hund ist auch noch dabei. Ganz modern elektrisch.

Im Kontrast dazu der junge Mann am Folgetag. Schlaftablette wäre noch beschönigt. Schlurfend, schleppend und ganz offenkundig lustlos bewegt er sich über die Stege um die Fährgäste aufzunehmen oder abzusetzen. Die Magnetschlösser der großen Tore an Land werden von See kommend mit einem kleinen elektrischen Schalter geöffnet. Diese sind ca. 3 Meter vor dem Tor angebracht. Wie es dieser Fährmann zu Stande bringt zu vergessen, das der Knopf gedrückt werden muss bleibt ein Rätsel. Dann muss er eben noch mal zurück um den Knopf zu drücken.
Wirklich unsympathisch ist allerdings seine Art an Bord der Fähre zu kassieren. Statt mit dem mobilen Kartenleser herum zu gehen und freundlich abzukassieren, nimmt er erst mal wie ein König auf seinem Thron Platz und lässt dann alle Fährgäste zum Bezahlen antanzen. Erst danach setzt er die Fähre in Bewegung. Das kostet alles wertvolle Zeit. Sicher, man ist im Urlaub und hat jede Menge davon, aber sich diese von einem solchen offenkundigen Zeitdieb stehlen zu lassen kann ja auch niemand wollen.

Fischerhaus am SÜD-Anleger

Es ist nicht an uns Gästen, diesen Menschen zu kritisieren, aber ein Eingeborener hätte wohl durchaus mal das Wort ergreifen können. Die missmutigen Mienen einiger mitwartenden Männer sprachen Bände des Ärgers.

Auf der Südinsel kann man Fahrräder mieten!

Oder besser: Fahrradschrott zu sagenhaften Preisen, um genau zu sein. Unterschieden wird nach einem Fahrrad mit Gangschaltung, das kostet mal eben 200 schwedische Kronen am Tag, oder ohne Gangschaltung, das kostet “nur” 150 SEK.
Ohne Gangschaltung heißt aber nicht, das das Fahrrad keine hat, sondern das diese einfach nur nicht funktioniert. Nicht wirklich prickelnd, wenn man so im dritten Gang vor sich hin treten soll. Das bemerkt der Skipper aber erst später und tüftelt immer wieder daran, permanent den zweiten Gang eingelegt zu haben. Immerhin ohne Werkzeug, mit Erfolg, dafür aber mit schmutzigen Fingern.
Die Jungs, die beim Fahrradverleih arbeiten und in aller Seelenruhe bei den vielen Ausleihern die Sattelhöhe richtig einstellen haben wenigstens gute Laune und versprühen diese auch entsprechend. So bedenken wir sie bei Abgabe der Drahtesel auch untypisch mit einem kleinen Trinkgeld – und ernten überschwänglichen Dank dafür.

Ferienhaus auf NORD KOSTER (nähe Leuchttürme)

Eigentlich brausen wir ohne festes Ziel mit den Fahrrädern über SÜD-KOSTER, doch es ergibt sich, das wir alle möglichen Liegeplätze für Yachten abklappern. Muss irgendwas mit unserer Art des Reisens zu tun haben?
An viele Orte würden wir mit dem Boot nicht gehen wollen, doch BREVIK im Südwesten ist ein mögliches Ziel, wäre der Hafen nur nicht so brechend voll. Außer Natur ist da nix.

Hafen von BREVIK (SÜD KOSTER), Blick auf die Fischerhütten

Manchmal kann man mit den Fahrrädern auch die Wanderwege befahren, aber oft bleiben einem nur die größeren, ungeteerten Wege. Privaten Autoverkehr gibt es auf KOSTER zwar nicht, aber die vielen elektrischen Golfcars und die knatternden Dreirad-Mofas sorgen auch so für genug Verkehr, auf den man achten muss.

Dieser rustikale Wegweiser gehört zu…
…diesem geleckt schwarzen Ungetüm mit Namen KOSTERGARDEN

Auch auf der Südinsel gibt es sehr viele einzeln stehende Ferienhäuser, aber auch größere Ferienanlagen deren Einbettung in die Landschaft mehr oder weniger geglückt ist. Das riesige schwarze Holzhaus von KOSTERGARDEN wirkt durchaus bedrohlich, die gelb gestrichene Ferienanlage von BERGDALEN hingegen gehört hier einfach hin. Bewährte Regel: Wem es nicht gefällt, muss ja nicht da hin gehen.

Charmantes BERGDALEN
KOSTERS TRÄDGÄRDAR – Gärtnerei mit Cafe, oder auch umgekehrt

Bereits am Steg in KOSTERLÄNKEN wird die Mannschaft von einer ortskundigen Norwegerin darauf hingewiesen, das es auf der Südinsel eine wunderschöne Gärtnerei (KOSTER TRÄDGRÅDAR) gebe, die auch ein tolles Café habe. Schon klar, was das erste Ziel auf KOSTER SÜD sein würde. Die vielen abgestellten Fahrräder lassen schon erahnen, das auch andere diesen Tipp bekamen. Frühstück war wie immer noch nicht, jetzt ist Mittagszeit und die Mannschaft möchte sich im Garten sitzend stärken. Der Skipper auch und besorgt in weiser Voraussicht schon mal ein schattiges Plätzchen und wartet dort geduldig, während die Mannschaft ihre Bestellpflicht am Tresen sorgsam erfüllt. Doch die Mannschaft erscheint nur mit einem Kaffee und einem Bier. Nichts essbaren. Das werde noch in der Küche angerichtet und bald serviert, verspricht die Mannschaft.

KOSTERS TRÄDGÄRDAR – Gärtnerei mit Cafe, oder auch umgekehrt – Am Eingang

Bald, diese absolut undefinierte und somit auch überflüssige Zeiteinheit gefällt dem Skipper bekanntlich gar nicht. Bedeutet “Bald” doch oft, das man “Geduld” aufbringen muss.

KOSTERS TRÄDGÄRDAR – Gärtnerei mit Cafe, oder auch umgekehrt – Im Garten


Und schwups, nach gefühlt 60 Minuten oder so, kommt tatsächlich was essbares auf den Tisch. Kein totes Tier, wie in einer Gärtnerei auch nicht zu erwarten. Doch ein leckerer Salat mit geröstetem Kohl und ein Kartoffelauflauf in einer braunen Soße schmecken so gut, das dem Skipper das angeordnete Teilen recht schwer fällt. Der Verzicht auf ein eigentlich fälliges zweites Bier fällt da schon leichter. Es wird nicht mehr lange dauern und in Schweden herrschen die gleichen Verhältnisse wie in Norwegen oder wie damals in St. Tropez.

KOSTERS TRÄDGÄRDAR – Gärtnerei mit Cafe, oder auch umgekehrt – Im Garten

In der kleinen Gärtnerei, die eigentlich ein großes Restaurant mit ein wenig Garten umzu ist, wird es zunehmend voller und entsprechend lauter.

Zeit zu gehen.

Auf dem Rückweg kommen wir wieder an der prächtigen Kirche von SÜD-KOSTER vorbei. Im Vorgarten probt gerade ein Sänger in Begleitung eines Klavierspielers für einen Auftritt am Abend. Andächtig lauschen wir in der goldgelb strahlenden Spätnachmittagssonne einem vollständig sehr schön vorgetragenem schwedischen Liebeslied. Natürlich haben wir kein Wort verstanden, sind aber beide ganz sicher, das es nur ein Liebeslied sein konnte.

Musikprobe an der Kirche von SÜD KOSTER

Wir wenigen Zaungäste applaudieren freudig, der Sänger freut sich auch und lädt alle ein, am Abend zum eigentlichen Konzert zu kommen. Wirklich gute Stimmung.
Doch wie zu häufig in letzter Zeit, wir sind zu träge und als Ausrede auch nicht vorbereitet. Vom Ausflug erschöpft, hungrig und durstig, auf der falschen Insel (wer weiß schon, wie lange die Fähre fährt? Was ist mit den Fahrrädern?) und sicherlich auch für den Abend unpassend angezogen. Sicher, das könnte man alles ändern und in den Griff bekommen, doch wie schon erwähnt, die Trägheit gewinnt mal wieder.

Leider um ein paar Tage verpasst – es gibt in jedem Jahr Ende Juli ein kleines Musikfestival auf KOSTER.

Blick von den Leuchttürmen von NORD KOSTER auf die Südinsel

An einem anderen Tag drehen wir Morgens zu Fuß eine weitere Runde über NORD-KOSTER. Diesmal wollen wir die Leuchttürme und den Campingplatz erkunden. Auf dem Rückweg wollen wir irgendwo ein morgendliches Bad im Meere nehmen.

Badestelle auf NORD KOSTER bei Westwind
Campingplatz auf NORD KOSTER

Der Campingplatz liegt herrlich in einem Fichtenwald direkt am Wasser. Nur Zelte. Weit verstreut. Bei dem tollen Wetter der vergangenen Tage sicher ein großes Abenteuer für die vielen jungen Familien mit ihren kleinen Kindern, die hierher mit Sack und Pack per Fähre aus STRÖMSTAD kommen. Es gibt kleine Rollwagen, damit das Schleppen nicht gar zu beschwerlich wird. Wir sehen zwei Spülstationen unter freiem Himmel und eine Anordnung von Plumpsklos. Sehr rustikal, das ganze. Die “Brotbutiken” hat kurz vor Mittag geschlossen, doch immerhin scheint sie Morgens geöffnet zu haben. Wir fragen uns ernsthaft, wie man neben der Campingausrüstung auch noch Proviant für vier oder fünf Personen für drei oder vier Tage hierher schaffen soll?

Campingplatz auf NORD KOSTER

Der Aufstieg zu den beiden kleinen Leuchttürmen auf NORD-KOSTER ist kurz, steil und entsprechend anstrengend. Doch einmal oben angekommen erhält man einen grandiosen Blick über beide KOSTER Inseln und man möchte gar nicht wieder absteigen. Selbst die Badebucht nahe unserem Liegeplatz kann man von hier oben gut erkennen.

Badebucht auf NORD KOSTER

An diesem Tag weht ein guter Westwind und das Wasser in der gewählten Badebucht ist entsprechend aufgewühlt. Und kalt. Aber, und das gilt es zu betonen, beide Reisende stürzen sich mutig in die Fluten. Sollten wir immer so machen: Stramm spazieren gehen (um nicht Wandern zu sagen) und dann im kalten Meer baden. OK, das würde voraussetzen, das wir immer ein Meer mit kaltem Wasser in der Nähe haben. Könnte man ja mal daran arbeiten.

Leuchtturm von NORD KOSTER (einer von zwei)
Fahrwasser zwischen NORD- und SÜD KOSTER

Nach ein paar Tagen auf KOSTER übersehen wir beinahe, das wir gar nicht in NORWEGEN sind! Fast jedes hier liegende Boot trägt stolz eine riesige norwegische Flagge, auch das unseres Nachbarn im Päckchen. Ruhige, sympathische Leute, die hier einfach nur Urlaub machen. Überhaupt erleben wir kein Partyboot. Es ist voll, aber erstaunlich ruhig dabei. Wie schön!

Auf der Fähre STRÖMSTAD – KOSTER (Anleger NORD KOSTER)
Auf der Fähre STRÖMSTAD – KOSTER (Anleger NORD KOSTER)

Am Dienstag waren wir mit der Fähre in STRÖMSTAD. Auf Erkundungstour. Wir wollen den STORMVOGEL ein paar Tage hier oben alleine lassen, weil wir (glücklicherweise) einen Impftermin in Elmshorn bekommen haben. Die Mannschaft bekommt schon die zweite Dosis, der Skipper die erste. Irgendwie war der wohl mal wieder nicht systemrelevant. Jedenfalls in dem Land nicht, in dem er nicht zu knapp Steuern bezahlt hat. Von wegen, “in meiner Badewanne bin ich der Kapitän”!

Auf der Fähre STRÖMSTAD – KOSTER (Anleger STRÖMSTAD)

Die STRÖMSTAD MARINA liegt abseits des sehr geschäftigen Stadthafens und gefällt uns sehr gut. Hier buchen wir einen Liegeplatz für eine gute Woche und sehen uns den natürlich auch an. Sieht alles gut und sicher aus. Es gibt sogar einen Werftbetrieb, der über einen großen Kran verfügt. Doch aus dem Wasser wollen wir mit dem STORMVOGEL natürlich jetzt nicht.

Auf der Fähre STRÖMSTAD – KOSTER (Anleger NORD KOSTER) – Tagestouristen am späten Nachmittag, die nach Hause wollen

Im Fahrwasser zu beiden Seiten des KOSTER SUND darf die große Passagierfähre nur 10 Knoten laufen, doch im KOSTER SUND selbst, auf 200 Meter Wassertiefe, da darf sie Vollgas laufen. Gute 20 Knoten fühlen sich nicht schlecht an! Mit anderen als dem eigenen Boot ginge das sogar unter Segeln. Das lassen wir mal lieber den STORMVOGEL nicht hören!

Die letzten beiden KOSTER Tage verbringen wir auf dem großen Ankerplatz von KOSTERHAMMEN .

Das Ankerfeld von KOSTERHAMMEN

Der ist etwas merkwürdig. In der Seekarte ist ganz klar ein Zeichen für “Ankern verboten” eingezeichnet. In der Bucht stehen nördlich drei gelbe Spieren im Wasser die eindeutig ein Sperrgebiet markieren. Und vor dem langen von Nord nach Süd verlaufenden Strand liegen kleine Bojen mit einem Schild darauf, das besagt, das Ankern, Schwimmen und durchfahren verboten sei.

Mondaufgang in KOSTERHAMMEN

Dennoch liegen hier an die 50 Yachten! Und natürlich auch wir mit unserem STORMVOGEL. Während des Ankermanövers müssen wir ein wenig aufpassen, nicht doch in diesem Gewühl in einem Sperrgebiet zu landen. Wir ankern fast schon so eng zu den anderen Booten wie in einer Bucht von MALLORCA. Aber das sehr ruhige Wetter macht es uns ja auch einfach.

Verbotsschilder in KOSTERHAMMEN

Ein Boot versucht sein Glück recht nahe dem Fähranleger von KILESAND, zu gerne hätten wir gesehen ob die Fähre umzu fährt oder Signal gibt. Doch der Anker hielt wohl nicht und das Boot ist längst verschwunden, als die nächste Fähre kommt.
Mit dem Dingi brausen wir zum Steg der Ferienanlage von BERGDALEN und pilgern von dort aus über einen kleinen Dschungelpfad zum ICA Supermarkt im Herzen der Südinsel. Vermutlich ist dieser Pfad im Moment der kürzeste Versorgungsweg für Yachten auf KOSTER.

ICA Supermarkt auf SÜD KOSTER
BERGDALEN auf SÜD KOSTER

So auf Anker liegend kann man natürlich jederzeit auf kürzestem Wege Baden gehen und sich abkühlen. Von dieser Möglichkeit wird auch reichlich Gebrauch gemacht, allerdings laufen wir vorher einmal kurz über Deck und suchen die Umgebung nach Feuerquallen im Wasser ab. Im Moment sind sie noch ganz selten, vielleicht sieht man hier eine am Tag. Aber die würde ja reichen!
Zeit sich mit der Notfallbehandlung nach einer Feuerquallen-Attacke zu befassen. Die betroffene Haut auf keinen Fall trocken reiben, Süßwasser ist erstaunlicher Weise auch nicht gut. Aber, und das ist kein Scherz: Beim Googeln liest man immer wieder von Rasierschaum als bewährtes Heilmittel.

Wie jetzt?

Was war denn noch mal rasieren?

Rasieren mit Rasierschaum?

Glatte Haut. Ach, ist das lange her.

Peter.

STORMVOGEL auf KOSTER
Blumenfahrrad auf KOSTER
Briefkästen auf KOSTER
Ferienhaus und Dreirad-Mofa auf KOSTER
Ferienhaus auf KOSTER

Tag 50: Gullholmen

Obwohl ODA längst in Süd-Norwegen angekommen ist, beeinflusst Per zunächst unseren kleinen Schweden-Ausflug.

Gullholmen sei ein muss, wenn man schon mal in der Gegend ist. Der Ort läge auf einer kleinen Insel und die zahlreichen Häuser seien so dicht aneinander gebaut, das man kaum dazwischen laufen könne. Nun, das hört sich interessant an. Der dazugehörige Hafen ist auf der Seekarte einziges WirrWarr an Zu- und Abfahrten. Nach dem Ankern in freier Wildbahn also mal wieder eine kleine Herausforderung für den Skipper bei Ankunft.

Die 12 Seemeilen nach Norden spulen wir unter Maschine ab. Segelwind wäre vielleicht so gerade eben, doch wird das Fahrwasser durch die Felsen so eingeengt, das der Skipper auf die großen weißen Dinger lieber verzichtet. Die Eingeborenen hingegen segeln überwiegend…oder Motorsegeln bei genauerer Betrachtung 😉

An der ohne Ortskenntnisse kaum zu erkennenden Hafeneinfahrt fahren wir fast vorbei. Als wir das bemerken, haben wir vor lauter Schiffsverkehr Schwierigkeiten, auf die andere Fahrwasserseite zu kommen. Doch wenn man sich einfach mal quer zum Fahrwasser legt wird den anderen Booten schnell klar, wo man hin möchte und es tun sich Lücken auf in den Ameisenkolonnen ähnelnden endlosen Schiffsverkehr.

Genau so viel Verkehr ist im kleinen Hafenbecken. Rein, Raus, Liegeplatz wechseln und dann noch wir. Ein junger Mann (offenbar eine Art Hafenmeister) fragt, ob wir über Nacht bleiben wollen…dann wäre da hinten neben dem gelben Boot ein Platz für uns. Da kommen wir aber erst mal gar nicht hin, weil ein anderer Dampfer seinen Liegeplatz wechseln möchte. Als geklärt ist, das der Deutsche Gast ist, kommen wir um dieses schwimmende Hindernis herum. Zu freundlich, diese Schweden!

Stehen wir nun unmittelbar vor dem zugewiesenen Liegeplatz, erkennen wir, das ein Boot, drei Plätze weiter, dorthin vorholen will. Hallo? Hafenmeister hat gesagt…ach ja, dann vorhole ich eben nicht, bitte sehr, Dein Platz. Zu freundlich, diese Schweden!

Rückwärts quetscht sich der Stormvogel endlich an seinen Platz, die Nummer mit dem Grundgeschirr kennen wir ja schon. Doch es dauert seine Zeit, bis man die Vorleine zwischen den ganzen Fendern nach vorne gezottelt hat. Wie schon öfters mal überragt das Vorschiff des Stormvogels die umliegenden Boote um ein weites. Alle drei Personen an Bord haben unmittelbar das Gefühl, in einem Bienenstock gelandet zu sein. Liegt das nur am Kontrast der einsamen Ruhe des Ankerplatzes die Tage zuvor oder steppt hier wirklich der Bär?

Schnell ist die Umgebung abgechekt: Supermarkt in unmittelbarer Nähe, Duschen und WC sowie ein Hotelrestaurant, in dem man Take Away Pizza bekommen kann. Schon mal gut.

Ob der frühen Stunde am frühen Nachmittag machen sich Mannschaft und Skipper auf zur Inselerkundung, der Gast beliebt in Ruhe gelassen zu werden. Klar, so alleine auf einem Luxusdampfer zurück bleibend, lässig mit Sonnebrille im Cockpit sitzend und die zahlreichen Komplimente (“I like your boat”, “What a beautiful boat”) entgegen nehmend.

Die Brücke zur kleinen Insel wird gerade saniert und ist eine betretbare Baustelle. Wirkt wirklich alles sehr beengt, klein und lieblich. Wir fragen uns, was die Leute damals wohl geritten hat, ihre Häuschen so dicht aufeinander zu bauen. Vermutlich Armut. Doch heute sind die hübsch zurecht gemachten Häuschen allesamt Feriendomizile. Jedes Haus, das irgendwie einen Blick auf das beidseitig verfügbare Wasser hat, verfügt auch irgendwie über eine Terrasse, auf der man sitzen könnte, würde man ein solches Haus bewohnen.

Beide Inseln sind Autofrei. Klar, ein paar Servicevehikel kurven hier rum, um z.B. das Gepäck der Feriengäste zu befördern, die hier zahlreich mit der Fähre ankommen oder abfahren.

Auf dem Weg zur Badestelle an der Westseite kommen wir an einem großen Kinderspielplatz, einem Picknickbereich sowie einem Fussballplatz vorbei. Alles im satten Grün. Doch Wiese und Rasen hören schnell auf und die Felsen dominieren wieder. Eine kleine kurze Kraxelei und wir erreichen die Badestelle: Eine Leiter, die hinunter ins Meer führt. Die Temperaturen verlangen nach einem Bade im Meere, die zahlreichen Feuerquallen wohl auch, allein die Furcht der kleinen Reisegruppe vor diesen Dingern überwiegt und wir verlassen diese Mondlandschaft.

Doch nun wird es gespenstisch: Rasch und unbemerkt breitet sich mitten am Nachmittag Seenebel aus und hüllt alles und jeden in ein ein kühles Wattepäckchen. Erst als wir wieder den Hafen erreichen wird uns klar, wie schwierig die Situation werden kann, wenn man noch im Fahrwasser mit dem Boot unterwegs ist: Zahlreiche Boote legen an und warten auf den Abzug des Nebels. Scheint hier wohl gar nicht so selten vorzukommen. Der Skipper möchte nicht darüber nachdenken, ohne Sicht unterwegs zu sein.

Nun, der Inselrundgang hat ein paar Eindrücke und Bilder gebracht, doch die Entscheidung steht fest. Am nächsten Morgen schnell weiter.

Bienenstöcke waren noch nie unser Ding. Zu geschäftig hier.

Peter.