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T70-72, Die Insel Resö

Die Insel RESÖ liegt bummelig 20 Seemeilen (40 Kilometer) südlich von STRÖMSTAD in den schwedischen Westschären. Eigentlich war es mal eine richtige Insel, also per Definition einer Insel vollständig von Wasser umschlossen. Doch irgendwann hat man einen Damm zu der nach GOOGLE MAPS (unglaublich, namenlosen oder? GOOGLE weiß doch nicht alles!) Nachbarinsel und dem Festland gebaut. Dadurch wurde der Autoanschluss an die E6 Schnellstraße zur Minutensache.

Straßenverbindung auf die Insel RESÖ

Und so kommt es vermutlich das eine eigentlich einsame Insel im großen Nationalpark KOSTERHAVETS geradezu durchsetzt mit schwedischen Ferienhäusern ist. In der Nähe des Damms gibt es tatsächlich richtige Bauernhöfe, ansonsten nur unendlich viele Ferienhäuser. Manche einsam und malerisch in die Landschaft eingebettet, viele andere in regelrechten Siedlungen, die jetzt in den schwedischen Sommerferien auch gut belebt wirken. Jeder so wie er will.

Fereinhaus auf der Insel RESÖ

Wir sind nun offiziell südgehend und liegen ein paar Tage auf dem sehr guten Ankerplatz vor LÖNNTÄG im Südosten (Position 58° 47,9’N 11° 11,7’E, 6M) von RESÖ. Vor ein paar Wochen, noch nordgehend hatten wir das Ziel KOSTER INSELN vor Augen und sind nur eine Nacht vor RESÖ ohne Landgang geblieben, jetzt erkunden wir ausführlich mit dem Dingi die Insel. Zunächst zu Fuß über einen gut markierten Wanderweg (“grün”) in den kleinen Ort am Westende der Insel. Später fahren wir tatsächlich noch mal mit dem Dingi außen um die Insel herum. Eine Reise von gut 2,5 Seemeilen – one way! Das ist insofern erwähnenswert als das das Vertrauen in den lange meckernden Außenborder wieder hergestellt ist. Ein neuer Vergaser bewirkt wahre Wunder bei so einer kleinen Höllenmaschine.

Ankerplatz vor der Insel RESÖ

Der Ort RESÖ bietet einen kleinen Supermarkt, eine Landbäckerei samt Café vom feinsten und einen Hafen, vornehmlich für kleine Motorboote, aber an den Außenstegen liegen auch größere Segelyachten und richtige Motorkreuzer. Drei Fischkutter finden auch ihren Platz. Recht harmonisch in die Landschaft passend.

Bäckerei und Cafe PANGET auf RESÖ
Bäckerei und Cafe PANGET auf RESÖ

Direkt bei unserem Ankerplatz bei LÖNNETAG gibt es nur eine kleine Pier für einheimische Motorboote. Hervorragend als Dingipier geeignet. Dort angelandet werden die mitgebrachten Wanderschuhe angezogen und es geht ein kurzes Stück westwärts durch die kleine Ansammlung von Ferienhäusern. Dann verlässt man die autotaugliche Schotterpiste und biegt rechts auf den Wanderweg “grün” ab, direkt in den dichten Wald. Der Pfad ist nicht zu verfehlen und windet sich munter durch die Bäume und das Gebüsch. Ein verwunschener See entlang des Weges und schon ist man im Außenbezirk des Ortes RESÖ. Logisch: Nur Ferienhäuser, was auch sonst. Hier ist die Straße nun asphaltiert und per GOOGEL MAPS orientieren wir uns dorthin, wo wie einen Supermarkt vermuten.

Steg auf der Insel RESÖ. Sieht wacklig aus, ist es auch

Zuhause ist Einkaufen oft eher eine Pflicht, auf so einer langen Reise in unbekanntem Revier sind die kleinen Supermärkte entlang des Weges so etwas wie eine Mission. Hier gibt es immer wieder was zu entdecken, in der Regel die ein oder andere Leckerei, natürlich. Berge von Lebensmittel kann man so nicht einkaufen, der Rückweg wäre viel zu lang. Einen soliden Grundstock an Lebensmitteln haben wir ja sowieso immer an Bord. Aber das I-Tüpfelchens darf durchaus so gesucht werden.

Im Hafen von RESÖ
Im Hafen von RESÖ

Direkt neben dem kleinen Supermarkt ist die Bäckerei PANGET. Durch eine offene Tür können wir eine Palette mit 25 Kilo Mehlsäcken in der Backstube sehen, hier wird tatsächlich selbst gebacken!  Die Erkenntnis alleine ist schon Grund genug, sich hier nieder zu lassen, einen Kaffee zu schlürfen und eine süßes Gebäck zu vernaschen. Und die vorbei kommenden Leute zu beobachten. Keiner geht hier mit einer kleinen Tüte weg. Manche müssen warten, bis alle Tüten mit gebackenen Köstlichkeiten zusammen gestellt sind. In der Regel blendend aussehende junge Eltern mit ihren noch bezaubernder wirkenden Kinder. Absolute Bullerbü Idylle wohin man blickt. In dieser Massivität fast schon ein wenig bizarr, denn das ist natürlich nicht die Wirklichkeit in der wir in Westeuropa leben.

Dingitour um RESÖ

Coffee-Refil, so wie in Amerika üblich, erleben wir in den schwedischen Cafés auch allerorten. Nix mit der deutschen Frage nach “Kännchen oder Tasse?”. Man bekommt einen frisch gespülten Pott und geht zur Kaffeestation, an der Milch, Zucker und eben der Kaffee steht und bedient sich selbst. Man geht noch mal hin, wenn der Kaffee schmeckt. Und nochmal, wenn man noch bleiben möchte und das Treiben um einen herum weiter beobachten möchte. Und vielleicht nochmal, wenn man immer noch keine Lust auf den Rückweg hat.

Klare Sache: Wir sind im KOSTERHAVETS NATIONALPARK

An einem anderen Tag spazieren wir ostwärts, landen leider relativ früh´ auf der engen Straße die auf das Festland führt und machen uns wenigstens ein Bild von dem Damm. Die Mannschaft möchte nicht darüber gehen – einen eigenen Fußweg gibt es nicht und trotz Ausweichbuchten ist die Fahrspur so eng, das die Mannschaft um ihre körperliche Unversehrtheit fürchtet. Alleine möchte der Skipper des STORMVOGELS sich auch nicht in unnötige Gefahr begeben, also pilgern wir auf gleichem Wege zurück.

Im Hafen von RESÖ
Im Hafen von RESÖ

Der Vorteil an so einem einsamen Ankerplatz (wir waren die ganze Zeit alleine) ist, das man schwimmen gehen kann, wenn man will. Jederzeit. Nun, ganz alleine waren wir da draußen dann doch nicht. Denn ab und zu trieb eine der furchterregenden Feuerquallen vorbei und vermieste uns kurzfristig die Aussicht auf eine (erhebliche) Abkühlung. Die Strategie der ansonsten eher furchtlosen (andere sagen naiven) STORMVOGEL  Crew ist folgende: Aufmerksamer Rundgang an Deck, das Wasser in der nähren Bootsumgebung fest im Blick. Kein rotes Monster in der Nähe – ab ins Wasser. Das wird wie gewohnt und dem Alter entsprechend über die Badeleiter und die Badeplattform am Heck einigermaßen komfortabel erreicht. Der Skipper, ausgerüstet mit Taucherbrille und Schnorchel, selbstverständlich zuerst. Keine Sorge, davon wird es nie Bilder geben.

Die gemeine rote Feuerqualle – ein rotes Monster im Meer

Kurzer Rundumblick unter Wasser. Ist kein rotes Monster in Sicht, folgt die Mannschaft. Sind beide im Wasser, wird auf der Sonnenseite zum Bug geschwommen, immerhin satte 14,5 Meter. Der Skipper als Scout voraus, die nähere Unterwasserumgebung fest im Blick. In der Regel kann er die ein, zwei Meter in die Tiefe zeigende Ankerkette erkennen, aber dann verliert sich ihre Spur. Obwohl nur auf fünf bis sieben Meter Wasser liegend, kann man nie den Grund erkennen. Kein Vergleich zu anderen Orten auf der Erde. Auch nicht so wichtig. Irgendwo da unten wird der Anker schon sein. Ein rotes Monster mit seinen elendig langen Tentakeln frühzeitig in der Nähe zu sehen schon eher.
Elegant wird schwimmender Weise die Ankerkette gekreuzt um dann auf der Schattenseite des Bootes die 14,5 Meter zum Heck zurück zu schwimmen. Je nach Lust und Laune wird noch eine zweite Runde gedreht, eher selten eine Dritte. Man bedenke: Das wären ja auch schon knapp 100 Meter und Olympia ist eh´ schon vorbei.

EIne Feuerqualle dicht an Land – gefangen in den Algen

Doch während die Mannschaft einfach nur vergnügt so durch das Wasser planscht, hat der Skipper mit seiner Schnorchelbrille neben der Beobachtung der roten Monster gleich zwei weitere ernsthafte Aufgaben zu erledigen. Als da wäre zum einen: Reinigen des weißen Wasserpasses mit dem Zauberschwamm. Üblicherweise ist dieser nach einem Aufenthalt in einem Hafen nicht mehr weiß. Das geht natürlich gar nicht. Makelloses Auftreten ist des STORMVOGELS erste Pflicht. Zum anderen gilt es, die Funktion der unter Wasser befindlichen Logge wieder herzustellen. Die Logge misst mit einem kleinen Schaufelrad die Geschwindigkeit, die das Boot durch das Wasser macht. Nach ein paar Tagen des Stillstands nisten sich irgendwelche Meeresbewohner in den komfortablen Schaufelrädern ungefragt ein und blockieren dieses mit ihrer bloßen Anwesenheit. Das geht so natürlich nicht! Wenn die Bordelektronik nicht weiß, wie schnell das Boot durch das Wasser fährt, kann sie auch nicht die wahre Windgeschwindigkeit und die wahre Windrichtung errechnen und dem Skipper anzeigen. Also taucht der Skipper kurz ab, dreht die Schaufelräder mit der Hand und schmeißt somit die unliebsamen Passagiere aus ihrem Versteck und fertig ist.

Kleiner Etikettenschwindel: Das Bier wird nicht auf RESÖ gebraut, sondern in STRÖMSTAD



Nun werden die wahren Seeleute unter uns erwidern:

Was braucht ein echter Skipper denn die Navigationselektronik um den wahren Wind zu erkennen?

Tja, an dieser Frage ist leider was dran und ich werde darüber noch eine kleine Weile nachdenken müssen.

Peter.

Im Wald von RESÖ
Verwunschener See auf RESÖ
Weg auf RESÖ
Einfacher, aber sichtbare Markierung des “grünen” Wanderwegs

T58-T63, nach KOSTER in vier Etappen

Planmäßig nehmen wir in FREDIKSHAVN die Segelfreunde auf, denen wir es im positivsten aller Bedeutungen zu verdanken haben, das wir damals die ALGAVE abgesegelt sind.

Doch kaum nimmt man erfahrende Segler an Bord, ist der Wind weg!

Was soll denn das bitte?

Normaler Weise würde man ja nun den JONAS in der Mannschaft suchen, der dafür verantwortlich ist. Und ihn kurzerhand einfach über Bord werfen, um wieder an Wind zu kommen.

Jedoch ist zu bedenken:
Die Zeiten sind wahrlich andere als früher und Freunde wirft man ja wohl schon gar nicht über Bord. Heute wie damals nicht.

Traditionssegler vor LYR
Traditionssegler vor LYR

Und so ergab es sich tatsächlich, das wir in den Etappen FREDIKSHAVN (Hafen) – LYR (53sm, Anker) – VALÖN/FURÖN (41sm, Anker) – GREBBESTSAD (28sm, Hafen) – RESÖ (18sm, Anker) – KOSTER (12sm, Hafen) insgesamt vielleicht für 2 Stunden ein Segel oben hatten. Ansonsten die eiserne Unterwassergenua. Wer weiß schon, wozu das gut war? Unter Maschine kann man auf jeden Fall mehr und in Ruhe die wunderbar bizarre Schärenlandschaft von Nord-West SCHWEDEN in sich aufsaugen.

Schärennavigation

Die lange Passage von FREDIKSHAVN nach LYR (Ankerposition 58°04,2’N 11°32,1’E, 7 Meter) war völlig ohne besondere Vorkommnisse. Normalerweise wäre sie mangels Wind auch noch langweilig gewesen, doch mit der frischen Mannschaft waren die Stunden auf See eher kurzweilig. Ab und zu mal ein Dampfer, der nach seinem Wegerecht verlangt. Oder der Versuch, bei sehr wenig Wind mit dem blauen Monster zu segeln. Mehr Show als Nutzen.
Den Ankerplatz von LYR hatten wir ja schon im letzten Jahr für uns entdeckt und auch diesmal hielt es uns direkt zwei Nächte in der kleinen Bucht. Etwas busy in der Hochsaison, aber nun sind ja wirklich überall Ferien. Ein historischer Segler legt sich auch in die Bucht und wir schwanken bei dessen Beobachtung zwischen “Beeindruckt” und “Besorgt” ob des straffen Regiments, das die Mannschaft mit der an Bord befindlichen Jugendgruppe führt. Am Morgen und am Abend Appell auf Deck – mit Händen hinter den Rücken. An Land wird gerudert. Und auch dort ist eine straffe Ordnung, eine starke Anleitung zu sehen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum diese Jungendgruppe in absoluter Nähe wahrlich nicht als Belästigung wahrgenommen wird.

Fischer bei der Arbeit

Wir verlassen den Ankerplatz von LYR und sind etwas in Sorge, einen so guten Platz noch mal in Nord zu finden.

Finden wir aber.

Einfach durch Blick auf die Karte. Beuteschema wie üblich: Große Bucht mit kleiner Einfahrt, nach möglichst vielen Windrichtungen geschützt und zum Ufer hin langsam abflachende Wassertiefen. Das bietet de Ankerplatz vor VALÖN/FURÖN (Ankerposition 58°29,4’N 11°18,0’E, 7 Meter). Für bestimmt 30 oder 40 Boote in großzügigem Abstand. Wie auch schon in LYR gibt es ein paar blaue Mooringbojen der schwedischen Segelvereinigung, freier Anker ist überhaupt kein Problem. Das obligatorische Bad im Meere aber kein Landausflug.

Offenbar ein guter Rasenmäher vorhanden

Irgend jemand an Bord isst zu viel. Vom trinken ganz zu schweigen. In der Folge setzt die Kombüse Einkaufen auf die Tagesordnung. Zunächst hoffen wir, auf dem Weg nach Norden im HAMBURG SUND einen kurzen Shopping-Anleger zu fahren. Doch wir sind schon um kurz nach Neun dort und es ist absolut kein Liegeplatz zu ergattern – auch für ein paar Stunden nicht. Und auch nicht am extra vorhandenen ICA (Supermarktkette in Schweden) Anleger. Alles voll.
Also beschließen wir nach GREBBESTAD zu laufen. Dort kommen wir am frühen Nachmittag an und der Skipper bekommt schon beim Einlaufen kalte Füße. Gefühlt eine Millionen Boote auf dem Wasser, laute Musik dröhnt vom Ufer aufs Wasser und so fällt es dem Skipper sehr schwer, in dem Trubel den Überblick zu behalten. Kein Liegeplatz in Sicht. Auch nicht im Päckchen, auch nicht “mit ohne” Landzugang. Einfach gar nichts.

Grebbestad
Grebbestad
Grebbestad

Beim ratlosen herum kurven fällt eine Lücke zwischen kleinen, im Päckchen liegenden Segelbooten (2*2) und einem einsamen kleinen Motorboot auf. Je weiter man weg ist, um so größer wirkt die Lücke! Ein Probeanleger zeigt jedoch auf, das gut zwei Meter fehlen. Ein Skipper eines der kleinen Segelboote bewegt alleine das kleine Motorboot einen Meter Richtung Ufer, gibt aber dann auf. Also setzten wir einen Mann auf der nahe gelegenen Fischereipier ab und zu zweit gelingt es, mehr Platz zu schaffen. Immerhin so viel, das vorn und achtern 50 Zentimeter Platz sind und wir den STORMVOGEL sauber an die Pier bekommen. Das kleine Motorboot liegt nun zwar sehr weit vorne am Ufer, ist aber mit einer zusätzlichen Leine des STORMVGELS gut gesichert. Der Skipper vom kleinen Segelboot meint, er habe da seit Tagen niemanden gesehen. Auf uns wirkt das kleine Motorboot leicht marode.

Grebbestad

Es dauert keine zwei Stunden, da haben wir zwei weitere Boote im Päckchen an Steuerbord und die Besatzung des kleinen Motorboots erscheint dann auch noch. Zunächst nicht erfreut, doch wir entschuldigen uns wortreich und bieten Hilfe beim Ablegen an – denn das könnte durchaus schwierig werden, so dicht, wie das kleine Motorboot nun am Ufer liegt. Doch das Hilfsangebot wird abgelehnt und der Ableger geht (natürlich) schief, zu großer Wendewinkel und zu wenig Wasser in unmittelbarer Ufernähe. Doch mit viel Gas kommt er frei und ist erst mal weg.

Nord-Koster

Wir liegen technisch zwar gut, doch an der Pier gibt es weder Wasser noch Strom. Strom brauchen wir auch nicht, so viel Maschine, wie wir gelaufen sind. Aber Wasser wäre schon gut. An der gegenüberliegenden Dauerliegerpier für kleine Motorboote gibt es Wasser. Also bauen wir einen Schlauchadapter, verlängern den vorhandenen Schlauch mit einem Bordschlauch und bringen beides mit dem Dingi über die Boxengasse auf unsere Pier. Herrlich, wenn man Mannschaft hat!

Der zuvor helfende Skipper des kleinen Segelboots bekommt das mit und fragt, ob er auch den quer durch die Boxengasse laufenden Schlauch haben könnne?

Urwald auf Nord-Koster

Hallo? Selbstverständlich!

Wir bauen die gewagte Konstruktion gerade zurück, als die Besatzung des ganz außen in unserem Päckchen liegenden Motorboots aus NORWEGEN zurück kommt und etwas enttäuscht fest stellt, zu spät gekommen zu sein.

Müll ist wie immer ein Problem. Wenn man unterwegs ist produziert man Müll. Erschreckend viel Müll. Wenn man zu viert ist, noch mehr Müll. Eine yachtgerechte Entsorgungsstation finden wir nicht. Also stopfen wir unsere Beutel notgedrungen in die Mülleimer, die an der Hafenpromenade herum stehen.

Beschweren können wir uns nicht. Alle Versorgungsaufgaben inklusive Einkaufen sind gelöst worden, es kommt niemand, um Liegegeld zu kassieren. Merkwürdiger Hafen.

Tagsüber läuft ein Oldtimer-Rave mit mörder lauter Musik durch die Straßen, abends beschallt uns bis 0300 die sehr nahe gelegene Disko. OK, thats life.

Nord-Koster

Alles im allem ein Platz zum Versorgen aber dann so schnell wie möglich wieder weg!

Auch, wenn diesmal im SKAGERAK draußen ordentlich Wind pustet. Eigentlich wollen wir in einem Rutsch nach KOSTER, doch das Fahrwasser führt uns einmal “nach draußen” (also da, wo die Schären das offene Meer nicht mehr abschirmen) und wir beschließen einmütig, einen Ankerplatz zu suchen.

Anker vor Resö

Den finden wir auch vor RESÖ (Ankerposition 58°47,9’N 11°11,6’E, 6 Meter). Wir drehen zwar noch eine sehr vorsichtige Ehrenrunde im Flachwasser nach einem besseren Platz, finden ihn aber nicht und so legen wir uns da hin, wo schon zwei andere Boote liegen. Später kommt dann noch das kleine schwedische Boot aus GREBBESTAD mit dem hilfreichen Skipper, was für ein Zufall.

Nord-Koster

Ein wunderbarer Abend, gefolgt von einem wunderbaren Morgen.

Was will man mehr? Was kann man mehr erwarten?

Die letzte Etappe nach KOSTER ist mit 12 Seemeilen sehr kurz. Die Welle ist weg und als wir den immerhin 200 Meter tiefen KOSTER SUND überqueren haben wir einen spiegelglatten Ententeich unter unserem Boot.

Die kleine Pier im Fahrwasser zwischen Nord- und Süd-KOSTER ist rappelvoll. Eigentlich hoffnungslos. Wir fahren einmal auf und ab, da signalisiert ein Norweger, das sich das Päckchen demnächst auflösen wird. Also warten wir und gehen schließlich als zweiter ins neue 3er Päckchen. Was für ein Glück, vielleicht auch ein wenig Planungserfolg, weil wir vor 1200 hier auflaufen?

Deutlich mehr NORWEGER als SCHWEDEN hier. Dann DÄNEN und ganz vereinzelt auch mal DEUTSCHE. Aber egal welcher Nation die Menschen hier zugehörig sind, es sind viele, sehr viele!

Diese Menschenmassen mögen auch an der im Halb-Stundentakt verkehrenden Fähre von STRÖMSTAD liegen.

Doch das ist eine andere Geschichte.

Nord-Koster

Unsere Mannschaft mustert leider schon wieder per Fähre ab. Termine zu Hause. Und Geburtstag, den man (natürlich!) im Kreise der Familie verbringen möchte. Also früher, da hätte man diese beiden Menschen einfach Schangheit und gut wär´s gewesen.

Ja, ja. Früher, das hatten wir ja schon.

Peter.