MAROKKO 2022 MT52, Unglaublich

Aus der Abteilung „Das Leben schreibt tagtäglich Geschichten, die sich niemand ausdenken kann“:

Im Beitrag „Campingplatzleben“ wurde unter anderem von den unheimlichen Bewegungen eines kleinen, einfachen blauen Plastiktritts im Gegenwert von vielleicht 5 € berichtet. Und von dessen mit dem Motorroller verunglücktem Besitzer, der sich nun sehr auf seine Heimreise im Rahmen eines Krankenrücktransportes nach Österreich per Flugzeug freute. Das Wohnmobil sollte ein paar Tage später von einem Spediteur abgeholt und auch nach Hause gebracht werden.

Wurde es dann auch in der vergangenen Woche.

Von den beiden niemals ernannten Platzwarten ist der eine schon längst abgereist. „Regen und Sturm, das kann ich auch bei uns zu Hause in Norddeutschland haben! Ich fahre, jawohl!“, waren seine letzten grummelig vorgetragenen Worte.

Der verbleibende niemals ernannte Platzwart sendete mit dem Handy Fotos von der zwischenzeitlich erfolgten Wohnmobil-Verladeaktion ins ferne Österreich. Und erhielt unverzüglich ein elektronisches Dankeschön verbunden mit der Information, das der verunglückte, aber offenkundig wieder genesene Besitzer des Wohnmobils sich nun in Österreich im Krankenhaus befinde…

…und am vergangenen Freitag dann ohne weiteres Zutun des verbleibenden niemals ernannten Platzwarts folgte eine weitere elektronische Nachricht aus Österreich:

Er ist gestorben, der arme Mann!

Mit 72 Jahren.

Unfassbar, unbegreiflich und unbeschreiblich traurig.

Wir haben mit ihm vielleicht nur zehn, fünfzehn Minuten unmittelbar vor seiner Abreise gesprochen. Er stand vor uns, in der prallen Sonne, er selbst strahlte vor Glückseligkeit, nach zwei Monaten der Behandlung in Spanien endlich wieder nach Hause zu kommen und machte in keiner Minute den Eindruck eines verunglückten, kranken alten Mannes. Eher wie jemand, der nach Ankunft in Österreich noch den ein oder anderen Baum heraus reißen möchte.


„Und Nun Ist Er Tot“, sang einst UDO JÜRGENS in „Es Lebe Das Laster„. Aber der ist ja auch tot.

Zack, Bum, Peng. Einfach weg. Einfach mal tot. Hoffentlich hatte er Laster, der Mann aus Österreich, an denen er sich erfreuen konnte. Spekulationen über Ursachen, Gründe und möglicher Behandlungs-/Transportfehler erübrigen sich, das Ergebnis steht ja bereits fest.

Auf der in diesem Fall durchaus sehr schwierigen Suche nach dem ewig Positiven:
Den Campingplatz in TARIFA hat er jedenfalls bei Bestem Wetter, mit jeder Menge Sonne im Herzen und sehr guter Laune verlassen.

Irgendwas ist ja immer.

Peter.

P.S.: Der einfache kleine blaue Plastiktritt mit den kleinen Stummelbeinen zu vielleicht 5 € ist im übrigen nie wieder aufgetaucht. Auch besser so.

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