ACHTUNG Kultur: Rand der Welt


Heute geht es endlich mal um das letzte Lied auf der letzten gemeinsamen LP von SPLIFF, der musikalisch wohl besten Deutschen Band, die es je in unserem Land gegeben hat. Steile These, schon klar, aber durchaus haltbar.

RAND DER WELT ist bummelig 6 Minuten lang und befindet sich als letzter Track auf der LP SCHWARZ AUF WEISS, die 1984 erschienen ist. Gleich zu Anfang ein sehr kurzer Text, dann ein sehr rotziges Mini-Gitarrensolo, ein mächtiges Schlagzeug und ein Klavier, das den Song die ganzen 6 Minuten exzellent trägt.   

Im Rahmen der großen Digitalisierungsorgie im Winter 2021/2022 wieder entdeckt. Und direkt ein paar mal hintereinander gehört, denn eigentlich ist es ein wunderschönes Lied über zwei reisesende, die das machen können, was sie wollen. Jedenfalls ist mir das so jüngst durch den Kopf gegangen, als REINHOLD HEIL vom weißen Strand, von Gegenden, in denen keiner wohnt, wo noch niemand war, singt.

Damals, 1984 war das Lied zwar auch schon gut, aber gefühlt doch recht kitschig. So für junge Welteroberer und so. Jetzt, bald 40 Jahre später ist Kitsch (in Maßen!) beim Hörer durchaus akzeptierbar. Altersmilde, vermutlich. Jedenfalls wenn er, der Kitsch, so voller Herzblut, voller Sehnsucht vorgetragen wird, wie in diesem Fall.

Der Text:

====== SCHNIP / SCHNAP =======
Rand der Welt von SPLIFF, Text und Musik von Manfred Mauerbrecher und Reinhold Heil

(01) Hand in Hand in einem heißen Wind
(02) Ganz am Rand der Welt.
(03) Unsere Spur führt durch den weißen Sand,
(04) Und die Sonne fällt.
(05) Frag nicht: Wie viel Zeit ich hab,
(06) Sag nicht: Was ist dann?
(07) Wie ein Schatten stehst du über mir,
(08) Und ich schau dich an.
(09) Pures Gold und Roter Mohn
(10) Brennt in deinem Haar.
(11) Komm mit mir dorthin wo keiner wohnt,
(12) Wo noch niemand war.

Und zu dieser Geschichte gehört noch die wahre Begebenheit, das beim zehnten Durchgang im Januar 2022 im Wintergarten von ELMSHORN, durchaus in lauter Lautstärke die Augen ein wenig feucht wurden…

Wie sentimental.

Wie kitschig.

Wie schön!

Das Lied sicher auch, aber viel bedeutender die Erkenntnis, das die ehemalige Mannschaft, die aktuelle Beifahrerin, oder schlicht die lebenslange Begleiterin noch immer mit dabei ist.

Ob am Rand der Welt oder Mitten im Leben.

Das ist wohl Glück.

Peter.

P.S.: Immerhin, wir beide haben SPLIFF tatsächlich einmal live gesehen! In BREMERHAVEN am 15. November 1984 anlässlich der SCHWARZ AUF WEISS Tour. Drei Erinnerungen sind geblieben: Zum einen wollten sie nicht so recht anfangen, weil die Halle höchstens halb voll war. Der Stern war halt schon am sinken. Der Sound und die Show war klasse! Zum Dritten wären wir auf der Rückfahrt nach Bremen im legendären R4 beinahe liegen geblieben, weil keine Tankstelle mehr auf hatte. Aber das hat ja nichts mit SPLIFF zu tun 😉

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