MAROKKO 2022 MARSEILLAN MT07

Wir sind weiter gefahren. Immerhin so ungefähr 15 Kilometer.

Und, geschätzt, 1 kg „mehr“.

Mehr Körpergewicht.

Schuld ist das Lieblingsrestaurant unserer sehr lieben Freunde: Das LA NORIA im nahe gelegenen FLORENSAC. Einmal mehr verblüffte die Beifahrerin ihren zu diesem Zeitpunkt nüchternen Irren am Lenker. Mit der GOOGLE TRANSLATE App und einer gehörigen Portion Selbstvertrauen beschafft sie gegen 1000 einen Tisch für 1200. Auf den Namen HEIDI, WIEDEKAMM war am Telefon zu kompliziert.

Restaurant La Noria in Florensac
Restaurant La Noria in Florensac

Und so hauen wir uns den Bauch für wenig Geld mit viel Köstlichkeiten voll. Schon wieder! Das LA NORIA ist ein Wunderwerk der Effizienz. Fünf Servicekräfte inklusive Chefin wirbeln durch den Gastraum, der bereits kurz nach 1200 vollständig gefüllt ist. Die Gäste sind eher Arbeiter und Monteure aus der Gegend. Zwar nicht im schmuddelligen Overall, aber auch nicht in einem schicken Bürooutfit. Also eher ganz normale Leute die gerne lecker zu Mittag essen. Das hat schon was, dieses Selbstverständnis, dieser sichtbare Anspruch an das (gute) Leben.
Das auf den meisten Tischen eine Karaffe mit einem halben Liter örtlichem Rose steht ist sicher nur dem Klischee geschuldet und hat keine Einflüsse auf die Fahrkünste der Eingeborenen.

Restaurant La Noria in Florensac

Unglaublich clever:
Das Mittagsmenü für 15 € besteht aus drei Gängen. Je Gang kann man aus 4 oder 6 vorbereiteten Speisen wählen. Wer die Landessprache versteht, ist im Vorteil und weiß, was aus der Küche kommen wird. Wer diesbezüglich unvermögend ist, wird überrascht. Eigentlich auch egal was auf den Tisch kommt, lecker ist es allemal.

Der ehemalige Unternehmer denkt (kurz, wirklich nur sehr kurz):
Bestimmt 100 Essen zu Mittag á 15 € sind schon mal 1.500 € Umsatz. Getränke sind normal teuer, der Liter (!) Tafelwein kostet nur 6,50 €. Abends dann noch einmal, aber nicht an jedem Abend. Da kommt locker ein Umsatz von 100.000 € im Monat zusammen. Nicht schlecht, denkt der Specht. Bleibt zu hoffen, das genug Geld beim Chef und seinen Leuten hängen bleibt, bei der vielen guten Arbeit! Betreibt man ein gutes Restaurant nur aus Liebe zum Essen?

Am Strand von Marseillan Plage

Beim CARREFOUR Supermarkt haben wir für 1,66 € / Liter getankt. Keine Ahnung, was das für ein Stoff ist, aber so schlecht wird er ja wohl nicht sein. Und besser wir Deutschen verbrennen den Diesel in Frankreich mit unserem Italienischen Motor als das er in irgendwelchen Russischen Panzern in der Ukraine explodiert.

Na ja, nach dem köstlichen Essen sind wir Luftlinie 15 Kilometer vom letzten Schlafplatz entfernt zum Camperstop von MARSEILLAN PLAGE gekurft. Der hat nun eher den ordinären Charakter eines asphalttierten Großparkplatzes statt eines Lost Places beim letzten Nachtplatz. Aber auch irgendwie OK. Leiser, weil viel weiter weg von Straße und Schiene, aber gerade nur so charmant wie eine große Ausstellungsfläche für gebrauchte Wohnmobile.

Der Nostalgie Willen ein Spaziergang am Strand und die Außenansicht des oft besuchten Campingplatzes LA PLAGE, zuletzt im März 2020. Vor zwei Jahren in weniger als 24 Stunden fluchtartig verlassen anlässlich des gerade ausbrechenden Coronavirus und der allgemeinen Ratlosigkeit in Europa.
Wie die Welt sich einfach weiter dreht: Jetzt kommen wir alle mit CORONA irgendwie klar, aber nun ist eben Krieg. Woanders zwar, aber verdammt noch mal gar nicht mal so weit weg.

Am Strand von Marseillan Plage

Für Morgen (Samstag) steht vermutlich ein Waschsalon, eine Weinkellerei und am Ende des Tages ein Campingplatz auf dem Programm. In genau der Reihenfolge. Letzterer nur 110 km weiter im Süden. Wenn alles klappt, wie es klappen soll treffen wir dort Segelfreunde aus längst vergangenen Tagen die auf Nord- (Heimat)Kurs sind. Wäre ja zu schön, wenn das wirklich klappt!

Schauen wir mal.

Am Strand von Marseillan Plage

Der Autor jedenfalls gibt sein Bestes, das der andere Irre nicht eine Flasche französischen Rotwein mehr bekommt. Sind einfach schlicht alle alle.

Soll er doch Wodka trinken.

Das ist die die Idee! Jetzt kommt eine sensationelle Idee!

Achtung:

Statt französischem Rotwein bekommt der andere Irre ab heute nur noch Wodka Gorbatschow.

Hallo?

GORBATSCHOW!

Nix verstehen?

GLASNOST!

Mit Wodka Gorbatschow bekommen wir doch bestimmt einen Hauch von Glasnost in das vom Kriegsrausch vernebelte Hirn.

Wenn das mal kein genialer Plan ist!

Also der Ideengeber kümmert sich mit vollem Körpereinsatz um die weltweite Knappheit von Rotwein, doch wer bloß übernimmt den Job mit dem Vodka?

Peter.

Camping La Plage in Marseillan Plage
Am Strand von Marseillan Plage
Kleine Fotoausstellung am Strand von Marseillan Plage – vor 70 Jahren

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