Heimaturlaub

Immer diese komischen Fragen im Kopf!

Sind wir nun auf Heimat- und/oder Landurlaub?

Oder kann man sowieso gar nicht von “Urlaub” sprechen, wenn man eigentlich schon im Segelurlaub ist?

Ist es überhaupt Urlaub, wenn man sich durch zusätzliche Reisen, durch Reise in der Reise, bemüht, die derzeit vornehmste Bürgerpflicht, das Impfen, wahr zu nehmen?

Urlaub von was überhaupt?

Denke positiv oder gar nicht. Und frage schon gar nicht so viel!

STENA GERMANICA in GÖTEBORG

Der STORMVOGEL liegt gut & sicher in einer Marina in STRÖMSTAD. Mit dem Zug entlang der schwedischen Westküste in 2,5 Stunden nach GÖTEBORG gefahren. Die Besonderheit: Es gibt keine Fahrkartenautomaten mehr. Damit man einen ordnungsgemäßen Fahrschein bekommt, muss man die APP VÄSTTRAFIC TO GO auf den Handy installieren und vor allem auch einrichten: Dafür sind die kompletten Kreditkartendaten erforderlich. Allerdings offensichtlich ohne das VISA 3D SECURE Verfahren – merkwürdig, das die das nicht brauchen?

STENA GERMANICA

Das benötigte Ticket kann man nicht im voraus kaufen, sondern erst dann, wenn man auch tatsächlich in den Zug einsteigt. Denn: Es hat eine zeitliche Befristung. Wenn man alle drei Zonen (A,  B und C) kauft, gilt das Ticket drei Stunden ab dem Zeitpunkt, ab dem man in der APP “kaufen” gewählt hat. Wenn man also am Ziel noch umsteigen muss und die Fahrt da hin lange dauert, kann es sein, das man ein neues Ticket braucht, weil das erste zeitlich abgelaufen ist.

STENA GERMANICA – im Kern älter als man denkt

Leider steht das in der APP nicht klar formuliert und man versteht dieses moderne Verfahren nur mit Learning by Doing. An sich keine schlechte Methode. Kostet nur mehr, wenn man zu früh die Fahrkarte kauft 😉

Anfangs ist der Zug sehr leer, eine Stunde vor GÖTEBORG so voll, das wir doch lieber Gesichtsmasken anlegen. Außer der Zugbegleiterin trägt niemand eine und wir kommen uns ein wenig komisch vor. Aber besser komisch fühlen als sich auf einer Impfreise, also auf der Zielgeraden, doch noch CORONA einzufangen.

STENA GERMANICA in KIEL am SCHWEDEN KAI

Wir laufen vom Bahnhof GÖTEBORG zum STENA Fähranleger, knapp 5 Kilometer entfernt. Zu weit mit Gepäck, wie sich unterwegs heraus stellt. Auf dem Rückweg werden wir mal schön die Straßenbahn nehmen. Beim einchecken im Fährterminal will man nur die Pässe und die Buchungsnummer sehen. Nix mit Coronatest oder ähnlichem.

STENA GERMANICA – Rückwärts auslaufend in KIEL, waghalsiges Ruderboot mit Trainer

Dann sind wir also mal wieder auf einem richtigen Schiff! Die STENA GERMANICA hat ja eine durchaus spannende Vergangenheit – der Wikipedia Eintrag dazu lohnt sich durchaus zu lesen. Erster Eindruck an Bord: Was für ein wirklich großer Dampfer!
Wie immer bei STENA: Alles ordentlich, sauber und gepflegt. Und sehr freundlich, nicht zu vergessen.

STENA GERMANICA – Der Yacht Club auf dem Achterdeck
GERMAN NAVAL YARDS – Die Reste einer einst stolzen Werft

Offenbar aus Geizgründen haben wir eine Innenkabine gebucht, das offenbar nur um die Buchung für die Rückfahrt dann doch lieber in eine Kabine mit Fenster zu verändern. Ist halt nix auf einen Schiff in einem Raum ohne Fenster zu sein.

STENA GERMANICA – Wende vor GEOMAR

Des Skippers Versuche das leckere Abendbüffet einfach so leer zu essen scheitern kläglich und enden mit leichten Bauchschmerzen bei eben jenem unersättlichen. Und wie immer auf solchen Reisen: Man kann es kaum erwarten, endlich anzukommen. Die morgendliche Revierfahrt auf der KIELER FÖRDE scheint in Zeitlupe abzulaufen.
Als Fußpassagiere kommen wir recht schnell von Bord und müssen nur gefühlt erst mal 500 Meter durch eine gigantischen Personentunnel in die falsche Richtung laufen. An dessen Ende stehen tatsächlich zwei uniformierte Bundesgrenzschützer, die die Pässe sehen wollen. Auch das, wenn es sein muss.

Tief im Westen, die Einfahrt zum KIEL KANAL (Nord-Ostsee-Kanal)

Dann zu Fuß zum Bahnhof KIEL und in einen bereits bei Abfahrt voll besetzten Zug. Gleich beim Einstieg haben einige fremde Mitreisende Stress miteinander und setzten damit die Stimmung im Großraumabteil. Schon blöd, wenn man auf einmal wieder die gesprochene Sprache der Mitmenschen versteht.

Betroffen schweigend schauen wir in die vorbeihuschende Landschaft von SCHLESWIG HOLSTEIN.

STENA GERMANICA Oberdeck

Die wenigen Tage in ELMSHORN rasen so an uns vorbei und wir werden tatsächlich wie geplant geimpft. Die Erstimpfung des Skippers bleibt folgenlos, die Zweitimpfung der Mannschaft zeigt tatsächlich Wirkung. Ungewohnt, bei dieser ansonsten doch sehr robusten Person.

Nun wieder auf dem Rückweg. Auf gleichem Wege in umgekehrter Reihenfolge.  Mit frischem CORONA Test am Morgen, denn den verlangt SCHWEDEN bei der Einreise. Ist doch völlig normal und auch selbstverständlich. Nur in diesem unserem Lande werden mal wieder Selbstverständlichkeiten tot gelabert, damit die wirklich wichtigen Themen nicht aufs Trapez kommen.

Einfach mal klare Ansagen machen und dann Take it or Leave it.

Wer nicht geimpft ist, wird nicht mehr reisen können. So einfach wird das sein.

Die STENA GERMANICA ist viel zu lang, um vor ihrem Liegeplatz am SCHWEDEN KAI zu KIEL zu drehen. Also läuft sie gefühlt 10 Minuten rückwärts bis auf die Höhe von GEOMAR und dreht dann dort. Wahnsinn, wie gut dieser riesige Dampfer rückwärts läuft! Durch die ganzen Umbauten ist die Brücke ein Deck niedriger als Mittschiffs, optisch nach hinten sehen kann der Herr Kapitän somit nicht. Wäre ja schon cool, mal genaueres zu erfahren…

STENA GERMANICA – Wende vor GEOMAR

Nun denn, wir freuen uns auf den STORMVOGEL, auch wenn das Wetter wohl nicht mehr so phantastisch sein wird, wie bei unserer Abreise.

Wie immer: Locker bleiben. Schauen wir mal.

Peter.

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