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Griechenland 2021 – Fazit

Ende 2021 zum zweiten Mal mit dem Wohnmobil nach GRIECHENLAND, genauer gesagt auf den PELEPONNES!

Nach dem wir im letzten Jahr eher den Osten mit unserem WoMo KNAUSi bereist haben, stand in diesem Jahr der Westen auf dem Programm. Keine halbe Sachen und wenn schon, denn schon!
Mal wieder dem Norddeutschen Herbst entkommen, um ein paar Wochen mehr Sonne und Wärme im Jahr aufsaugen zu können!

Wohnmobil-Tour 2021: Griechenland – Peleponnes – West. Quelle: GOOGLE Maps / Yellowbrick

Während der Reise entstanden für unseren Blog www.wiedekamm.com 12 Reiseberichte „on the road“ mit vielen Bildern der besuchten Orte, die wir alle in der Rubrik „GRIECHENLAND 2021“ gesammelt haben.
Mit unserem Wohnmobil KNAUSi auf Basis FIAT DUCATO KNAUS haben wir diesmal genau 4.404 Straßenkilometer zurückglegt. Der Bordcomputer hat einen Verbrauch von 11,2 Litern Diesel auf 100 KM, eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 64 KM/h und eine reine Fahrzeit von 68,41 Stunden errechnet. Stimmt erstaunlich genau mit unseren eigenen Berechnungen überein. Was den Spritverbrauch angeht: Ein FIAT DUCATO ist halt kein MERCEDES SPRINTER.

ANCONA

Da wir im letzten Jahr sehr gute Erfahrungen mit der Anreiseroute ELMSHORN -> ANCONA (Italien) -> ADRIA FÄHRE -> PATRAS (Griechenland) gemacht hatten, wählten wir  diesen Weg auch in diesem Jahr. Nach der stark verspäteten Ankunft der Fähre EUROPA PALACE der Reederei MINOAN in PATRAS kurz vor Mitternacht mussten wir zwar irgendwo in der Pampa kurz übernachten, der gewollte Startpunkt war aber wieder MONEMVASIA im Südosten.

Freistehen am Strand in der Nähe von MONEMVASIA

Die wunderbar zurecht gemachte Altstadt hatten wir schon letztes Mal ausgiebig erkundet, daher blieben wir diesmal bei viel Sonne einfach länger am Strand. Das Freistehen an diesem Ort ist einfach. Es gibt viel Platz, eine Stranddusche und Müllentsorgung. Wenn die Vorräte ausgehen schafft man es über den Strand auch gerade so zu Fuß in die Stadt zum Einkaufen. Nach einer Pause in einer der zahlreichen Tavernen natürlich auch wieder zurück!

Freistehen am Strand in der Nähe von MONEMVASIA
Die Ruinenstadt MYSTRAS in der Nähe von SPARTA

Als das Wetter für einen Tag schlechter wurde machten wir zunächst einen Ausflug in die historische Stadt MYSTRAS in der Nähe von SPARTA und übernachteten später am Strand von VALTAKI. Dort liegt, wirklich direkt am Strand, das spektakuläre Schiffswrack der DIMITRIOS. Wer will kann das Wrack trockenen Fußes sogar anfassen. Je nach Wetter und Licht sicher ein sehr lohnendes Fotomotiv.

Das Schiffswrack DIMITRIOS am Strand von VALTAKI

Die stürmische Einsamkeit von KAP MATAPAN mag sicher nicht jeder. Der südlichste Punkt des PELEPONNES kann nur zu Fuß erreicht werden und führt im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein. Doch jeder Meter, jede Anstrengung lohnt sich. Garantiert!
Die Anfahrt zum KAP MATAPAN über den MANI genannten „Mittelfinger“ des PELEPONNES über die östliche Straße ist spektakulär und sicher das Highlight der diesjährigen Reise.

Der Leuchttrum von KAP MATAPAN

Wer um den 28. Oktober herum in GRIECHENLAND unterwegs ist, sollte in einer Stadt den OCHI-Tag erleben. Wir begehen diesen zweit wichtigsten Feiertag in KALAMATA, passender Weise der zweit größten Stadt des PELEPONNES. Beeindruckender Marsch durch die Stadt, der Freiheit Willen.

Kleines Paradies am Strand von FINIKOUNDA

In FINIKOUNDA entdecken wir auf einem Campingplatz ein kleines Paradies und bleiben dort viel länger als eigentlich gedacht Gutes Wetter, gute Leute, guter Platz: Warum sollte man eigentlich immer weiter reisen, wenn man doch genug Zeit hat?

Die fast kreisrunde Bucht von VOIDOKILIAS, auch Ochsenbauchbucht genannt

In einer Tagestour erkunden wir mit dem Auto die Städte METHONI und PYLOS und überlegen, ob wir in der VOIDOKILIAS Bucht übernachten wollen. Am Ende kehren wir doch lieber nach FINIKOUNDA zurück.

Palmen am Strand von GLIFA

Die letzte Station unserer Reise führte uns an den Palmenstrand von GLIFA, im Nord-Westen des PELEPONNES gelegen. Immer noch schön warm mit viel Sonne, aber bereits winterlich ruhig.
Einen Tag später erleben wir in PATRAS noch eine kleine Räuberpistole, bevor uns die Fähre ZEUS PALACE der MINOAN LINES pünktlich zurück nach ANCONA (ITALIEN) bringt. Mit dieser kleinen Seereise auf der ruhigen ADRIA endet diese sehr schöne Wohnmobilreise, denn über die langweiligen Autobahnstrecken zum Kilometerfressen gibt es nichts sinnvolles zu berichten.

Zurück im trübgrauen ELMSHORN planen wir nun einfach schon mal die nächste Reise.

Vorfreude ist bekanntlich die Beste aller Freuden!

Peter.

P.S.: Wäre da nur nicht dieser CORONA Mist, aber irgendwas ist ja immer…


T22+23: PATRAS Gauner

Wie immer bei anstehenden Fährfahrten kommen wir auch diesmal viel zu früh´ am Hafen von PATRAS an. Kurzer Check-In und dabei die neue Erkenntnis, das auch ITALIEN neuerdings nach einem PLF, einem PASSAGNER LOCATOR FORM, auszufüllen VOR der Einreise nach ITALIEN, verlangt.

Pünktliche Ankunft der Fähre ZEUS PALACE der Reederei MINOAN in PATRAS / PELEPONNES / GRIECHENLAND

Also geschwind den Blechaffen angeschmissen und das überraschend umfangreiche Online-Formular ausgefüllt. Mann (ich!) könnte jetzt ca. 10.000 Wörter über den dort getriebenen Nonsens verlieren und darüber herumheulen, wie viel Geld in dieses saublöde System geflossen sein wird. Doch wozu? Das Problem sitzt immer nur vor dem Computer. Auch bei der Erststellung von mit heißer Nadel gestrickter Weichware („Software„).

Pünktliche Ankunft der Fähre ZEUS PALACE der Reederei MINOAN in PATRAS / PELEPONNES / GRIECHENLAND

Die wahre zu erzählende Geschichte dieses Tages ist eine andere.

Viel spannender.

OK, wichtig vorweg zu erwähnen:
Ein guter Teil der folgenden kleinen Geschichte besteht aus Mutmaßungen. Genau wissen tun wir eigentlich nix. Aber es sind durchaus begründete Mutmaßungen, schließlich waren wir ja mitten drin und live dabei 😉

Nun denn.

Pünktliche Ankunft der Fähre ZEUS PALACE der Reederei MINOAN in PATRAS / PELEPONNES / GRIECHENLAND

Nach dem Check-In haben wir noch gut drei Stunden, bis wir an die Verladepier in den Hafen dürfen. Also parken wir unser Wohnmobil in der Nähe einer kleinen Grünanlage im öffentlichen Bereich des Hafengebiets. Frühstücken mit Hafenblick. Außerdem will der Fahrer später noch den Kofferraum aufklaren. Dort wird in ANCONA Platz benötigt, MORETTI Bier und MORODER Rotwein sollen am Sonntag nach Ankunft im OASI Supermarkt gebunkert werden.

Auf der Pier zu lesen: „ZP“ – genau an der Markierung muss das Heck der ZEUS PALACE liegen, damit die großen Laderampen richtig auf der Pier zu liegen kommen

Der Hafen von PATRAS („NEW PORT OF PATRAS„) besteht aus zwei riesigen Flächen:
Über eine gesonderte Zufahrtsstraße zum Hafengebiet gelangt man von der Stadt in den öffentlichen Bereich des Hafens. Hier sind moderne Bürogebäude, Toiletten, kleine Grünflächen und ein Kiosk mit Minimarkt zu finden. In einem der Bürogebäude befinden sich die Check-In Schalter der verschiedenen Reedereien. In diesem öffentlichen Bereich gibt es sehr großzügige Parkplatzflächen.

Unmittelbar nach Festmachen verlassen die ersten LKW´s die ZEUS PALACE

Hat man seine Papiere vollständig beisammen, fährt man zur Vorgegebenen Uhrzeit zum Security-Check: Hier wird geprüft ob ein gültiger Fahrschein vorliegt und das Fahrzeug wird anschließend kurz inspiziert. Bei unserem Wohnmobil wird im Kofferraum und im Waschraum nachgesehen, ob ein blinder Passagier an Bord ist. Mehr nicht.
Danach ist man im inneren, im gesicherten Hafenbereich auf der riesigen Verladepier.

Viel Betrieb auf der Laderampe

Der öffentliche Hafenbereich wird von der Stadt PATRAS mit einem ca. 2,5 Meter hohen Zaun, der wohl auch Sicht- und Lärmschutz liefern soll, getrennt. Der innere, gesicherte Hafenbereich wird durch einen deutlich aufwendigeren Zaun (größer 3 Meter?) mit Stacheldraht an der Oberkante vom öffentlichen Bereich getrennt. Der innere Bereich kann tatsächlich nur über das Security-Gate mit acht Fahrspuren erreicht werden.

Viel Betrieb auf der Laderampe

Wir sitzen da also bei offenen Fenstern und Schiebetür im Besten Sonnenschein beim Frühstück im öffentlichen Bereich des Hafens von PATRAS. Da sehen wir einen jungen Mann, ganz in schwarz mit Kapuzenpulli gekleidet, natürlich aufgezogener Kapuze und Handschuhen, an uns vorbei rennen. Rennen ist eigentlich untertrieben, man müsste eher von im sauseschritt düsen sprechen, so schnell lief er.

Viel Betrieb auf der Laderampe

Hä, was war das denn für einer?

Oh, sieh mal, da kommt ja auch ein Streifenwagen hinterher gefahren. Hat der jetzt in wildem Zick-Zack laufende junge Mann wohl was ausgefressen?

Was denn bloß?

Ein Polizist steigt aus dem Streifenwagen aus und geht in die eine Richtung, der im Streifenwagen verbliebene Polizist wendet das als Polizeiauto weithin erkennbare Fahrzeug und fährt in die andere Richtung. Offenbar will man dem jungen Mann in schwarz den Weg abschneiden. Klarer Fall von Verfolgungsjagd, aber bei Leibe nicht so wie in einem der anständigen amerikanischen Actionfilme. Eher wie ein gemächliches Räuber Hotzenplotz Schauspiel.

Auch Schiffe müssen mal tanken…Bunkerboot

Der im gemächlichen Schritttempo zu Fuß unterwegs befindliche Polizist verpasst erstaunlicher Weise nur knapp den vom Streifenwagen vor sich her getriebenen jungen Mann in schwarz. Dieser überwindet mühelos den 2,5 Meter hohen Zaun und rettet sich ins Gewühl der Stadt. Der ist damit erst mal weg. Der Streifenwagen pickt den mittlerweile schlendernden Polizisten auf und fährt im spritsparendem Schritttempo auch weg.

Innerhalb einer Stunde verlassen an diesem Abend drei Fähren PATRAS mit Kurs NORD

Tolle Show, aber was zum Teufel war denn das?

Im weiteren Verlauf des Frühstücks passieren nun zwei Dinge:
Zum einen werden um uns herum Trailer mit Containern abgestellt, die wohl erst später verladen werden sollen. Also die Teile „mit ohne“ eigener Zugmaschine. Nur der Trailer (Anhänger) und ein Container darauf.
Zum anderen tauchen immer mehr junge schwarz gekleidete Männer auf, die alle an uns vorbei rennen. Alle tragen Handschuhe, viele haben Kapuzen über dem Kopf.

Abgestellte Trailer ohne eingene Zugmaschine im öffentlichen Bereich des Hafens von PATRAS

Keiner interessiert sich für uns.

Aber so richtig wohl fühlen wir uns jetzt nicht mehr auf unserem zuvor einsamen Parkplatz.

Was ist hier los?

Wenn das Straßenräuber wären, hätten die uns schon längst überfallen können. Der Fahrer lehnt jede auch noch so kleine Sorge aus Prinzip ab. Wir sind hier in Europa, am helllichten Tage am Hafen von PATRAS. Da wird man nicht überfallen.

Aber was sind das bloß für Typen?

Auf Wiedersehen, PATRAS

Die Beifahrerin erkennt, das die mittlerweile 20 (oder so) jungen Männer in schwarz immer wieder wie die Hasen im Zick-Zack über das Gelände rennen und sich dann unbehelligt auf einem Dach (jawohl, DACH!) eines Hafenbürogebäudes treffen.

So viele Fragezeichen bei einem eigentlich als beschaulich geplanten letzten Frühstücks in GRIECHENLAND.

Doch als auf einmal zwei junge Männer in schwarz in unserer unmittelbaren Nähe unter die Hinterachsen eines Trailers kriechen und dort an irgendwas in vielleicht zwei bis drei Minuten herum fummeln dämmert es.

Die verstecken da was!

Die schmuggeln da was!

Bei dem WAS kann es sich ja wohl nur um wirklich verwerfliches Rauschgift handeln. Alles andere wird sich nicht lohnen.

Aber wie cool ist denn dieses Geschäftsmodell?

Abendstimmung im Hafen von PATRAS

Statt einen eigenen Kurier auf die Fähre zu schicken, deponieren sie ihr Transportgut an den Trailern, die ohne eigene Zugmaschine verladen werden. Das spart vermutlich gewaltig Transportkosten (…gute Kuriere sind bestimmt nicht besonders günstig zu haben) und wenn die Drogen doch irgendwie entdeckt werden, kann keiner plaudern. Der Trailer wird nichts sagen. Der Container auch nicht.

Also fast könnte man ja denken, das die vielleicht jetzt fünf, sechs oder sieben Trailer, die in unserer Nähe geparkt wurden, nur deshalb dort im öffentlichen Bereich geparkt wurden, damit die schwarz gekleideten jungen Männer ihre Verladechance bekommen.
Wieso wurden die Trailer nicht direkt im gesicherten Hafenbereich nach dem Security-Check geparkt? Wäre doch viel effizienter, jedes An- und Abkuppeln der Trailer kostet schließlich auch Zeit?

Während der Fahrer des einsam herum stehenden Wohnmobils in aller Seelenruhe mit dem Aufräumen des Kofferraums beschäftigt ist, beobachtet die Beifahrerin, das die jungen Männer in schwarz nun nur noch auf dem Dach des Bürogebäudes sitzen und den Trailer in unserer unmittelbaren Nähe ganz offenbar nicht mehr aus den Augen lassen. Keiner läuft mehr rum. Bis der Trailer schließlich abgeholt wird. Dann sind auf einmal alle (!) vom Dach verschwunden.

Im gesicherten Bereich des Hafens von PATRAS

So viel ist klar:
Das ist eine Gang. Während zwei, drei von den jungen Männern in schwarz vielleicht die Schmuggelware verstecken, lenken die anderen mit ihren irren Laufmannövern nur ab. Lockvögel. Doch wozu? Schließlich sehen wir schon länger keine Polizei mehr. Hütchenspiel für die Videoüberwachung?

Erst viel später, auf der Verladepier im gesicherten Hafenbereich, sehen wir einen (!) Menschen (nicht uniformiert) mit einem Drogenhund an der Leine, der durch die langen LKW Reihen läuft. Beim Security-Check ist pro Fahrspur nur ein Mitarbeiter je Fahrspur, ohne Hund.

Doch wie blöd sollten solche Schmuggler sein?

Wenn sie die Schmuggelware an einem der wartenden LKW mit eigener Zugmaschine anbringen würden, hätten sie immer das Problem das der Fahrer (…und wohl auch die anderen Fahrer der umstehenden LKW´s) das mit bekommen würden. Genauso wie wir selbst an unserem Wohnmobil.
Außerdem hätten ihre Kollegen in ANCONA kaum eine Chance an die Schmuggelware zu kommen. Von der Fähre geht es für diese LKW´s direkt runter, durch die Security und rauf auf die Autobahn. Da müssten sie lange hinterher fahren, bis der LKW mal wieder hält.

Die Nummer mit den Trailern ist da doch viel geschickter. Die werden von den Hafenzugmaschinen von der Fähre geholt, ein paar mal umgeparkt, vermutlich auch außerhalb des Sicherheitsbereiches des Hafens in ANCONA. Recht simpel, das ganze.

Stellt sich die Frage:
Haben wir den Vorfall der Polizei gemeldet?

Nein, haben wir nicht.

Dieses Geschäft ist ganz offensichtlich schon länger etabliert, denn auch im letzten Jahr hatten wir einmal eine Horde junger Männer in schwarz durch den Hafen von PATRAS rennen sehen. Nur konnten wir das damals nicht zuordnen. Die Polizei wird genau wissen, was & wie das da läuft.

Dann stellt sich nur eine weitere Frage:
Warum wird so was überhaupt geduldet?

Kleinkriminalität ist das mit Sicherheit nicht mehr.

So eine Horde muss bezahlt werden.

In beiden Häfen, in PATRAS und in ANCONA.

Nicht gut.

Gar nicht gut.

Peter.

T21: Agkinara Beach

Nun, an diesem Freitag wollten wir trotz prallem Sonnenschein erneut die „Flucht“ aus dem kleinen Paradies von FINIKOUNDA versuchen. Mit gut 250 Straßenkilometern wäre die Distanz nach PATRAS am Samstag schlicht zu viel oder besser, zu stressig.

Farbenfrohe Bungalows direkt am Strand von Agkinara Beach – einige Camper finden das doof…die versperren angeblich die Sicht…

Wir erinnern uns: Auf dem PELEPONNES kalkulieren wir eher mit maximal 50 KM/h Durchschnittsgeschwindigkeit. Will man die Fähre am Abend sicher erreichen, müsste man früh´ los fahren und unterwegs dürfte nichts passieren. Das kann ja auch nicht zielführend sein.

Also gemächlich am Freitag los Richtung NORD-WESTEN. Auch da waren wir ja auch noch nicht. Die freien Stellplätze lesen sich bei PARK4NIGHT alle nicht besonders. Hier und da wird sogar von aktuellen Überfällen berichtet. Last-Minute Abenteuer brauchen wir ganz bestimmt auch nicht.

Der Strand von Agkinara Beach


Der Fahrer vermutet, das diese Ecke des PELEPONNES viel dichter besiedelt ist als der SÜD-OSTEN. Einer eigenen Überlegung folgend gibt es bei einem MEHR der Einwohner auch ein MEHR der Gauner.

Mit anderen Worten:
Wir gehen mal wieder auf einen Campingplatz. Der liegt direkt am Meer, umringt von Olivenhainen, ansonsten irgendwo im Nichts. Und kostet jetzt in der Nebensaison 15 €. Mit Strom, Duschen und Toilette. Warum dann überhaupt noch frei stehen in einer sich unsicher anfühlenden Gegend? Und (wenn auch im schlechtem Gewissen) auch noch die Umwelt belasten?

Der Strand von Agkinara Beach

Die Fahrt reißen wir so runter und gehen fest davon aus, das wir am Abend in der Taverne des Campingplatzes essen gehen können. Daher bis auf frisches Frühstücksbrot kein Einkauf auf dem Weg. Obwohl uns das Einkaufen jedes mal große Freude bereitet. Ein paar Reste werden sich im Kühlschrank im Notfall schon noch anfinden…

Der Campingplatz von Agkinara Beach

…und werden tatsächlich auch benötigt, denn die Taverne hat am Donnerstagabend das letzte Mal in diesem Jahr was für Gäste gekocht. OK, das ist dann eben so. Aber die Beachbar an dem sagenhaften Strand von Agkinara Beach, umringt von Palmen, mit großen Bergen im Hintergrund, die hat noch auf!

Am Strand von Agkinara Beach

Nach dem obligatorischen Bade im Meere und einigem Tüdelüt auf dem Stellplatz sitzen wir dann pünktlich zum Sonnenuntergang in der Strandbar, vermeiden an diesem letzten Abend in diesem wundervollen Land das ansonsten sehr begehrte Bier und trinken Cocktails. Und den ersten und einzigen Ouzo der diesjährigen Griechenlandreise. Sagt ja auch was aus.

Die Beachbar von Agkinara Beach

Durch dieses strategische Vorholen haben wir am Fährfahrt-Samstag Morgen noch mal Zeit hier schwimmen zu gehen. Da Eisbaden in Nord- oder Ostsee für uns absolut nicht in Frage kommt, wird es wohl für einige Zeit das letzte Mal sein.

Dieses begehrte Bad im Meer.

Abschiede.

Wie immer ganz doof.

Peter.

Am Strand von Agkinara Beach
Am Strand von Agkinara Beach
Baum auf dem Campingplatz von Agkinara Beach
Auf dem Campingplatz von Agkinara Beach

T19+20: FINIKOUNDA, zum zweiten

Da sind wir also wieder.

Nur knapp acht Stunden nicht da gewesen und doch von einigen Wiedererkannt! Die denken allerdings, wir hätten nur umgeparkt weil wir einen erste Reihe Strandplatz erspäht hätten. Das wir gut und gerne 90 Kilometer für das Umparken gebraucht haben spielt dabei keine Rolle.

Ein Alltagsfoto, allein der fantastischen Farben willen…

Doch nun stehen wir tatsächlich so schön hinten in einer Ecke, direkt am Strand, da haben wir sozusagen unsere eigenen Duschen und Spülmöglichkeit.

Dieser abgeschiedene Stellplatz führt aber zu kuriosem:
Die Marokko-Fahrer, die wir bei Sturm am KAP MATAPAN über MAROKKO ausgequetscht haben, treffen wir Tags darauf auf dem Platz nun zum dritten Male! Geht zwar nach Bremer Recht, statistisch aber schon wirklich schräg. KAP MATAPAN, KALMATA und nun FINIKOUNDA. Ohne jede Verabredung, ohne jeden Ortsnachweis. Komische Sache das.

Das Wasser auf dem Tisch ist natürlich FAKE NEWS

Und noch mehr:
An einem Abend werden wir von „den anderen Campern“ gebeten, zum gemeinschaftlichen Grillen dazu zu kommen. Das geht im ersten Anlauf erst mal nicht, müssen wir doch mal wieder einen Berg von Schalentieren aus dem Meer pulen und mit Spagetti, Olivenöl und viel Knoblauch zubereiten. Sonst fangen die irgendwann an, wieder zu schwimmen. Das wollen wir ja auch nicht. Aber nach dem Essen, dann kommen wir dazu!

Garnelen mit Kräutern und Knoblauch in der Pfanne, Spagetti im Topf – am Strand

Und so sitzen da bei viel Kerzenlicht vielleicht 20 Menschen aus Deutschland und Österreich und schnacken in Grüppchen einen aus, ohne sich zu kennen. OK, die Familien mit den kleinen Kindern haben auch tagsüber miteinander zu tun und kennen sich daher schon ein wenig.
Der Fahrer schaut aus versehen mal wieder viel zu tief ins Glas, bittet kurz um Ruhe in die Runde, da er eine wichtige Frage habe:

WAS IST EIGENTLICH MIT SEX IN DER WÜSTE?

Peinlich, peinlich, denkt die Beifahrerin. Der Fahrer merkt nichts, hat er doch den ganzen Abend mit einem ehemaligen Rocker der härteren Gangart gesabbelt.

Ah´, da ist sie, die Weinflasche….

Nun, die Runde schweigt betreten und als einige (Kerle) versuchen, eine witzig intelligent anmutende Antwort zu geben gibt der Fahrer doch leicht resigniert auf. Mindestens die Mannschaft aus KÖLN auf einer gewissen BELLA hätten, wären sie an diesem bezaubernden Abend hier, sofort mit mir den langsamen Song von IDEAL namens SEX IN DER WÜSTE angestimmt. Vielleicht auch die Surfer aus HILDEN. Aber hier keiner.

Kann man machen nix.

Oder doch. Glas austrinken und sich in die Gute Nacht verabschieden.

Oft ist das Bett ja eine gute Lösung.

Peter.

T18: Fluchtversuch Ochsenbauchbucht

Wie „versprochen“ regnet es recht ordentlich in der Nacht zu Dienstag und der Morgen beginnt in grau mit Regenschauern. Völlig neue Farben zwar nach der vielen Sonne der vergangenen Tage, aber dieser Farbwechsel ist durchaus unerwünscht.

Das ist unsere Chance, das kleine FINIKOUNDA Paradies zu verlassen. Wann, wenn nicht jetzt?

Lange Pier von METHONI

Das Auto ist viel schneller straßenklar als ein Boot seeklar. Und los kommt man auch einfacher. Die „Ochsenbauchbucht“ heißt eigentlich VOIDOKILIAS und liegt nur gut 50 Kilometer weiter im Norden. Auf dem Weg dahin könnte man kurze Besichtigungen der Städte von METHONI und PYLOS ins Auge fassen, Zeit ist ja genug und beide liegen direkt auf dem Weg.

An der langen Pier von METHONI, jede Menge frei stehende Wohnmobile

Doch wie immer an solch trostlos traurigen Tagen: Gute Stimmung will nicht aufkommen, schon gar keine große Lust auf Besichtigungen jedweder Art.

Spektakulär ins Meer gebaute Runinenstadt von METHONI
Ruinenstadt von METHONI

Und so bleiben wir in METHONI außerhalb des Autos vielleicht eine satte halbe Stunde. Die kühn ins Meer hinein gebaute Altstadtruine darf man sowieso nicht betreten. Vielleicht zu früh am Morgen? Könnte sein, denn auch im Ort sind sämtliche Bürgersteige noch hoch geklappt und es sieht schwer nach Spätherbst in ELMSHORN aus. Erleben wir auch bald wieder, doch noch nicht jetzt!

Ruinenstadt von METHONI

Noch nicht einmal zum Einkaufen kommen wir in METHONI. Irgendwie gleicht der Ort heute dem Modell einer Geisterstadt.

Zum Glück klappt es also nicht mit dem Einkaufen, denn das nur wenig entfernte PYLOS bietet sich zum Einkaufen viel sympathischer an. Rund um den zentralen Dorfplatz gibt es unzählige kleine Cafe´s und Geschäfte, da kann man mit großer Vorfreude auf späteren Genuss nach kleinen und großen Leckerreien stöbern. In einem Fischladen ergattern wir tatsächlich fangfrische Sardinen und Garnelen unbekannter Herkunft. Allerdings muss der Fahrer das halbe Kilo Sardinen später alleine essen und hat den Rest des Tages noch was davon 😉

EInkaufen am zentralen Platz von PYLOS

PYLOS ansonsten: Ja, eine weitere Stand am Meer. Aber mit Yachthafen diesmal. Und einigen Wohnmobilen deren Besatzungen in ihren Autos am Yachthafen sitzen und auf irgendwas zu warten scheinen. Besseres Wetter? Einer Eingebung, was man hier (außer im WoMo zu sitzen und auf die Straße zu starren) machen sollte?

Am zentralen Platz von PYLOS

Überhaupt zum Totlachen:
Viele Besatzungen von Wohnmobilen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kaufen in GRIECHENLAND am liebsten bei LIDL ein. Den gibt es hier fast in jeder Stadt. Wir fragen uns allerdings, welche Gründe es geben könnte, im Ausland zu einem deutschen Discounter zu fahren? Zumal die örtlichen Supermärkte (die kleinen UND die großen) in GRIECHENLAND erstklassige Sortimente und Waren haben.
Die Tomaten und die Gurken für den täglichen griechischen Bauernsalat von einem örtlichen Gemüsehändler kann man mit Geld eigentlich gar nicht bezahlen. So lecker! Sicher anders im Aussehen als die Artgenossen aus Holland, aber am Ende zählt ja wohl der Geschmack, oder?

Irgendwie sind Innenstädte nicht das richtige Revier für Mega-Weltreisemobile. Bereits fünf davon hier gesehen, vier aus der Schweiz

Die Schlachter sind hingegen üblicherweise schwerer zu finden. Wenige haben Schaufenster und/oder Schilder an der Fassade. Will man also ein Stück Fleisch kaufen, muss man erst mal genau hin sehen, denn es gibt tatsächlich überall welche. Und dann beherzt rein gehen. Obacht! Es geht ruppig zu bei einem griechischen Schlachter! Mit langen Messern und Hackebeil wird da hantiert, mindestens. Üblicherweise wird ein Stück Fleisch aus dem Kühlraum geholt und dann so (…und so viel) abgeschnitten oder abgehackt, wie man es gerade will. Bratmett wird immer frisch durch den Fleischwolf gedreht, haben wir tatsächlich aber nur einmal gekauft als die Beifahrerin sehnsüchtig nach Spagetti Bolognese verlangte. Ja, OK, einmal darf man das wohl auch in GRIECHENLAND essen.

Blick auf den Yachthafen von PYLOS, man achte auf die Felsen am Horizont

Nun denn.
Unsere umfangreichen Einkäufe für zwei bis drei Tage sind getätigt und jetzt geht es zum Ziel des heutigen Tages.

Denken wir jedenfalls.

Nach einer kurzen Fahrt durch große Olivenbaumplantagen auf einer sehr engen Nationalstrasse an der Ochenbauchbucht (VOIDOKILIAS) angekommen, werden wir erwartungsgemäß (weil vorher bei PARK4NIGHT gelesen) von blutrünstigen Mücken angefallen. Doch diesmal sind wir vorbereitet und schlagen mit allerlei Chemikalien auf der Haut zurück.

Parkplatz der Ochenbauchbucht

Recht trostlos hier.

Keine anderen Wohnmobile, dafür liegt aber im Gebüsch jeden Menge Toilettenpapier herum. Waren also welche da. Schauen wir mal. Durch ein paar kleine Dünen gelangen wir zur Bucht. Tatsächlich. Fast kreisrund. Wie mit dem Zirkel gezogen. Welcher Landschaftsarchitekt das wohl so genau hin bekommen hat? Der Strand ist OK und es bricht auch immer öfters die Sonne durch. Könnte also gut werden.

Übergang vom Parkplatz zur Ochenbauchbucht

Doch wollen wir hier ein paar Tage bleiben?

Nein, eher nicht.

Da, wo man mit dem Auto etwas abseits stehen könnte, kommen wir gar nicht erst hin. Mega-Weltreisemobile haben Mega-Mörder Fahrspuren hinterlassen. Wahrscheinlich haben die sich wie doof gefreut, endlich mal ihre 30 Tonnen im Matsch zu versenken.

Tiefe Fahrspuren bei der Ochenbauchbucht

Also, wohin?

In näherer Umgebung liest sich bei PARK4NIGHT nichts so richtig gut. Es ist schon 1300 irgendwas.

Wo war es denn richtig gut?

Ochenbauchbucht (VOIDOKILIAS)

Ah ja, da war doch was! So bummelig 50 Kilometer im Süden, da war doch so ein schöner Campingplatz direkt am Meer. Und ab Morgen soll ja auch die Sonne wieder scheinen.
So kehren wir, wie von einem unsichtbaren Gummiband gezogen, zurück zu dem Ort, von dem wir Morgens aufgebrochen waren. Haben wir auch noch nie gemacht. Oder halt, doch, einmal: Mit dem Dampfer. Gescheiterter Fluchtversuch von BORKUM. Selbst nach Jahren noch peinlich.

Ochenbauchbucht (VOIDOKILIAS)

Diesmal ist es anders. Freiwillige Entscheidung und keine ungesühnte Schandtaten auf dem Konto.

Einige wundern sich zwar, wieso wir wieder da sind, aber nach kurzer Erklärung nicken alle nur einmütig: Ja ja, hier in FINIKOUNDA ist es schön und hier kann man es durchaus länger aushalten.

Schön, das wir uns immer noch aussuchen können, was wir machen und wo wir schlafen.

Peter.

Greece 18, Korfos

Das Wetter wird täglich schlechter.

Soll wohl als Zeichen verstanden werden, wieder nach Hause zu fahren?

Der Wind bläst wie doof aus Nord-Irgendwas und daher suchen wir eine Bucht, die nach Norden geschützt ist. Auf dem Weg gibt es eigentlich nur noch eine, die dem neuen Suchmuster entspricht: Korfos ist perfekt – im Norden Berge und nach Süden offen.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Am Strand von Korfos

Wir kurven in den Ort, stellen die Autos am Ortsrand ab und erkunden zu Fuß den kleinen Touristenort. Besteht eigentlich nur aus Tavernen. Ein paar haben geöffnet, die meisten sind aber geschlossen. Zwei Charterboote laufen die Bucht an und ein Tavernenwirt winkt wild gestikulierend, damit sie bei ihm fest machen. Liegeplatz gegen Verzehrumsatz – oder so. Das kennen wir aus eigener Erfahrung…

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Am Strand von Korfos

…ein Boot macht auch tatsächlich bei ihm fest und wir beobachten völlig entspannt den Anleger. Gut 50, 60 Meter vor der Pier wird der Anker fallen gelassen und rückwärts an die kleine Tavernenpier. Das Mannöver fährt der Skipper bestimmt nicht zum ersten mal. Doch die Freude des Tavernenwirts hält sich vermutlich in Grenzen – nur drei Personen ab Bord. Das andere Boot mit 8 Menschen an Bord geht ein paar Tavernen weiter an die Pier einer geschlossenen Taverne. Wollen wohl selbst kochen?

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Alte Olivenmühle in Korfos

Zurück zu den Autos. Es kostet echt Überwindung, wenigstens mal kurz ins Wasser zu gehen. Gefühlt ist das Wasser zwar wärmer als die Luft im Wind – doch kalt fühlt es sich trotzdem an. Ach, die Sonne, warum verlässt Du uns jetzt schon?

Die Luft ist wohl raus.

Es ist Donnerstag, am Samstag geht die Fähre. Wir studieren nun täglich die Coronalage in Deutschland und erfahren, das es zum Wochenende neue Regeln geben soll. Prima – genau dann, wenn wir unterwegs sein werden. Aber gut, wir werden alle Regeln, auch die neuen, beachten.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Am Strand von Korfos

Der Peloponnes ist nach wie vor kein Risikogebiet, auch wenn die Regionen im Norden Griechenlands und rund Athen mittlerweile wieder im Alarmzustand sind. Ist halt nur eine große, fast menschenleere Halbinsel. Unsicherheit besteht, wie die neuen deutschen Coronaregeln unseren anstehenden Transit durch Italien und Österreich bewerten werden. Beide Länder sind eindeutig Risikogebiet, doch bisher war es so, das zwischen „Aufenthalt“ und „Transit“ unterschieden wurde.

Macht ja inhaltlich auch Sinn.

Schließlich werden wir in Italien nicht mal tanken – viel zu teuer! 😉

Peter.

Mit dem Wohnmobil in Griechenland/Peloponnes: Bucht von von Korfos