MAROKKO 2022 MT64,65 Merzouga, Auberge Sahara

Wir schleichen uns also von dem niemals wieder gesehenen unangenehmen Mann aus dem letzten Beitrag fort und fahren ca. 6 Kilometer gen Norden, bleiben aber noch im Ort MERZOUGA. Weit vor Mittag kommen wir im AUBERGE SAHARA an. Eine etwas von der Straße zurück liegende Anlage mit vielen Stellplätzen für Wohnmobile, einem Pool, Terasse, Vorgarten, Palmen und Gästezimmer für Motorrad- und Autoreisende.

Auberge Sahara, Merzouga, auf der Terrasse

Ein anderer Mohemed begrüßt uns sehr freundlich, Pfefferminztee zur Begrüßung und endlich Ruhe und Stille in einer von Mauern umgebenen tollen Anlage. OK, die Stellplätze könnte man mal ein wenig aufräumen, aber alles in allem sehr schön hier!

Bestes Wetter.

Ratten, besser gesagt Leseratten auf der Terrasse der Auberge Sahara in Merzouga

Für ein paar Stunden. Dann kommt leichter Wüstenwind auf. Der wird natürlich stärker und wir parken einmal das Auto in der Hoffnung auf mehr Wind- und damit Sandschutz um. Doch egal wohin wir uns verkrümeln, der Wind pustet uns den Sand und Sandstaub in rauen Mengen hinterher.
Eine ganze Weile haben wir das Gefühl, alleine auf der Anlage zu sein. Doch dann kommt eine Enduro aus Italien, eine Männergruppe aus Frankreich und schließlich eine echte Touristenplage!

Eingang zur Auberge Sahara, Merzouga

Mit einem Male stehen drei große MERCEDES SPRINTER People Mover im Hof und heraus quellen jede Menge bleichgesichtiger Touristen, alle recht jung. Die Mobilfunkzelle, über die der, der nicht nur den Zündschlüssel bewacht, sondern auch noch Blog schreibt, mit dem Internet verbunden ist bricht schlicht zusammen. 50 Selfies, 50 Instagram Stories, 50 Facebookeinträge und 50 was auch immer Nachrichten wollen schließlich verschickt werden.

Mit der Ruhe ist es also vorbei. Doch Mohamed gibt sofort Entwarnung. Die hauen alle gleich wieder ab: Die ganzen Leute gehen auf die vorgebuchte Wüstentour. Na dann ist ja gut!

Lehm und Stroh – so ist die ganze Anlage Auberge Sahra gebaut

Nun kann der, der seinen Blog nicht fertig machen kann, nicht einfach unnütz zu Boden schauen. Also sieht er sich die Neuankömmlinge an und staunt nicht schlecht. Kann ja sein, das man sich in jungen Jahren sehr sexy findet und das auch zeigen will, doch in einem muslimischen Land zieht man sich gefälligst auch als Gast halbwegs bedeckt an. Wieso sagt das keiner? Wieso bringt das keiner diesen ganz offenbar verzogenen Gören bei?

OK, der Schreiberling sagt ja auch nix.

Deren Wüstentour besteht also nun darin, das alle eine halbe Stunde nach Ankunft in der AUBERGE SAHARA zu Fuß (!) über eine (!) kleine Düne stapfen und dann direkt in einem weißen Zelte Flüchtlingscamp bespasst werden. Aaah, wie gemein: Leicht beschürzte werden besonders frieren! Herrlich!

Vorgarten der Auberge Sahara, Merzouga

Die Horde ist weg, der Mobilfunk funktioniert wieder, der Blogeintrag ist fertig und wir haben uns zum Abendessen im Speisesaal angemeldet. Denn Kochen geht bei dem vielen Sand in der heißen Luft nun wirklich nicht. Weder drinnen noch draußen. Sehr schmackhaft das Ganze, fast schon als Normalfall überflüssig zu erwähnen.

Der Sand in der Luft und im Auto fängt an uns auf die Nerven zu gehen. Wir sehen keine Notwendigkeit, hier einen weiteren Tag zu verbringen und planen die Weiterfahrt für den kommenden Morgen.

Ja, ja, schon klar. Gar nicht so einfach als Wüste, einen zufrieden zu stellen.

Peter.

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