MAROKKO 2022: MT 14, ANDORRA nach NOCITO

Als nächste Station haben wir uns den Campingplatz in NOCITO ausgesucht. Mitten im Naturschutzgebiet, schwer zu erreichen. Genau das, was wir lieben.

250 Kilometer in 6 Stunden, sagt die Eierlegende Wolmilchsau. GOOGLE MAPS wäre bei gleicher Stecker zwei Stunden schneller. Über Intelligenz lässt sich streiten, doch in Computern ist sie gewiss nicht vorhanden.

Unterwegs

Route:
A260 (normal) -> A1605 (normal) -> HU-V-9601 (wild) -> N260 (wild) -> A1604 (sehr wild)

Insgesamt betrachtet eine wahrlich wilde Strecke, anfangs noch ganz normal, dann immer mehr hohe Berge, tiefe Täler, enge Serpentinen und zum Schluss (ca. 80 KM) eine wahre Schlaglochpiste. Die wäre sogar noch länger gewesen, hätte da nicht, mitten in der Wildnis und Einsamkeit, ein Betonmischer Piste gesperrt. Drei Bauarbeiter schütten Beton. Warum auch immer hier und jetzt.

Wir warten. Natürlich.

Das kann noch etwas dauern. Die Blicke wandern in der Gegend umher. Waren sie doch zuvor sehr auf die Piste fixiert. Bloß kein tiefes Schlagloch übersehen und da mit voller Wucht rein knallen!

Wie jetzt?

Unterwegs

Da steht ja ein einsames Schild „NOCITO“, links ab. In ein Flussbett.

Was soll das denn?

Die Karte im NAVI der Eierlegenden Wollmilchsau vergrößert und tatsächlich: Hier führt ein noch kleinerer Weg direkt zum Ziel, satte 40 Kilometer kürzer! Die Bauarbeiter machen Anstalten, die Straße zu räumen, eine Entscheidung muss her.

Unterwegs

Die Beifahrerin entdeckt ein weiteres Schild: Für Fahrzeuge über 10 Tonnen ist die Abkürzung gesperrt. Ihre Meinung: Also wenn 7,5 Tonner da lang dürfen, dann können wir 3,5 Tonner das ja wohl auch!

Der Fahrer bleibt skeptisch:
Zu absurd scheint die Piste. Also mal zu den Bauarbeitern vor rollen und fragen. Sofern eine Verständigung mit Händen und Füßen hinter dem Lenkrad sitzend überhaupt möglich ist. Doch es klappt. Klar, die Piste sei auch nicht schlechter als bis hierher. Und schließlich: Wenn wir nicht weiter kämen könnten wir ja immer noch umdrehen und hierher zurück kehren. Ganz spanisch pragmatisch.

Na denn mal los.

Natürlich ist diese kleine Piste noch schwieriger. Was auch sonst? Eine solche Abkürzung will ja schließlich erobert werden. Für 10 Kilometer brauchen wir knapp 30 Minuten. Ohne Zwischenfälle, ohne Wende, ohne Stress. Wie schön!

NOCITO

Als wir NOCITO erreichen ahnen wir schon, das der Campingplatz nicht offen sein wird. So einsam, so menschenleer ist die Ansammlung von vielleicht 10 oder 15 Häusern. Wir folgen den Schildern zum Campingplatz und stehen ohne Wendemöglichkeit vor einem verschlossenen Platz.

NOCITO

In PARK4NIGHT wird der Platz als ganzjährig geöffnet geführt. Aber der letzte Eintrag war aus Dezember 2021. Hätte ja sein können. Witzig: Kurz vor unserem Eintreffen hat jemand am gleichen Tag einen neuen Kommentar für den Platz verfasst und mitgeteilt, das die Duschen kalt seien, es keinen Handyempfang gebe und die Betreiber unfreundlich wären. Kann nur ein klarer Fall von Verwechselung sein, denn auf allen Zufahrtswegen ist der Platz verrammelt.

Was nun?

Gegen 1700 wieder auf die wilde Piste und nachher im Dunklen nach einem Stellplatz suchen?

Der Fahrer ist schon durch. Das Fleisch wäre ja noch willig, doch der Geist ist echt alle. Also jedenfalls der Restgeist, der im allgemeinen beim Fahrer nach da ist.

Nö, eher lieber nicht weiter fahren.

Am Ortseingang ist ein kleiner Parkplatz, vielleicht für zwei oder drei Fahrzeuge und ein Brunnen dazu. Da stellen wir uns hin, obwohl überall Schilder mit Camping verboten stehen. Aber was soll man um die Uhrzeit in dieser Wildnis schon machen? Wir sehen weiterhin keinen Menschen.
Während wir mit dem Außengrill totes Tier zubereiten kommt noch ein weiteres Wohnmobil, Spanier. Die meinen, so lange wir nicht aus Russland kämen dürften wir sicher eine Nacht hier stehen und stellen sich neben uns.

Spanisch pragmatisch.

Alles ist gut.

Jedenfalls an diesem Abend in NOCITO, Spanien.

Peter.

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