MAROKKO 2022: MT 12, ANDORRA

Vom Meer in die Berge.

In die wirklich großen Berge.

In die PYRENÄEN!

Auf dem Weg in die PYRENÄEN

Und aus purer Nostalgie auf alten Pfaden nach ANDORRA. Gar nicht so einfach, die Eierlegende Wollmilchsau an Bord von KNAUSi dazu zu bekommen, den Weg über den PAS DE LA CASA (immerhin 2080 Meter) zu nehmen. Keine Ahnung, wieso die gewünschte und mögliche Route auch bei den Alternativen nicht vorgeschlagen wird. Wir orientieren uns einfach an den Straßenschildern und finden auch so zu recht. Wie gewünscht kommen wir von „oben“ (Norden) nach ANDORRA hinein und fahren in dem Zwergenstaat nur noch bergab. Es bleibt ein Rätsel, warum in dieser unwirklichen Umgebung, über 2.000 Meter hoch, der Diesel mit 1,32 € / Liter sensationell günstig ist. OK, die Steuern werden sehr niedrig sein, aber so ein 30 Tonnentanker muss ja auch erst mal auf den Pass herauf kommen.

Am PAS DEL LA CASA

Der Fahrer hat ob der ganzen Serpentinen ganz schön zu kurven, die Beifahrerin bemerkt aufkommende Seekrankheit. Der Witz: Vor über 30 Jahren haben wir mit einem VW Bus T2, 50 PS und mit Wohnwagen hinten dran und vier Kindern die gleiche Strasse abgefahren. Jetzt, zu zweit und mit 150 PS ist es fast lächerlich.

ANDORRA als Zwergenstaat mitten in EUROPA ist wohl längst überflüssig und nur noch für „Finanzoptimierer“ aller Art von Bedeutung. Der Verkehr in dem endlosen Tal ist einfach irre. So viele Autos, Busse und Trucks wie sonst in den ganzen PYRENÄEN nicht. Was die wohl hier alle zu tun haben?

Der Blick in den Abrgund: ANDORRA / FUNICAMP

Der Campingplatz am südlichen Ende des Landes liegt etwas abseits an der Straße und ist in Terrassenform angelegt. Mit tagsüber 7°C ist es dann doch recht kühl. Die geheizten Sanitärräume sind sehr kuschelig. KNAUSi auch, aber das kostet das eigene Gas. Wat mut, dat mut.

Zwei Plätze neben uns steht ein großer alter Linienbuss mit englischem Nummernschild und bemalten Fenstern, damit man nicht hinein sehen kann. Der Schriftzug „KTM“ prangt überall gut sichtbar daran, auch an einem kleinen Kastenwagen, der gegenüber geparkt ist. Ein Mann, so mitte 50, und ein Hund scheinen die einzigen Bewohner dieser ehemals mobilen Einrichtung zu sein. „KTM“ war/ist wohl eine Motorradmarke. Der Typ sieht so verkommen, so herunter gekommen aus, das da wohl noch viel mehr im Argen liegt, als die Fahrzeuge von außen vermuten lassen. Des KNAUSi´s Fahrer fragt sich still, wie man wohl so tief sinken kann? Und kommt von alleine darauf, das es dafür gar nicht so viel Bedarf.

Wie tief kann man sehen?“ (Stoppok)
Johnny Walker, Du bist mein Bester Freund!“ (Marius Müller Westenhagen)
And If The Bottle Is Not The Solution, Why Does It Feel So Warm?“ (Marillion)

ANDORRA

Und vermutlich geht es noch viel tiefer Bergab. Später, wenn das Geld nicht mal mehr für den Stellplatz auf dem Campingplatz reicht. Vielleicht ist er aber auch nur Barkeeper, arbeitet nachts in der Stadt und sieht tagsüber einfach scheiße aus. Welche Schublade soll es denn wohl sein?

Ebenfalls aus purer Erinnerung wollen wir mit der Seilbahn hoch hinaus. Erst mal heraus finden, welche wir wohl damals genommen haben könnten. FUNICAMP ist die richtige Anlage! Jetzt, Anfang März ist noch richtig Wintersport angesagt. Ski und Snowboard Fahrer werden in den endlos abgespulten Gondeln der riesigen Seilbahn emsig nach oben befördert. Fußgänger sind da schon eher ungewöhnlich. Wir teilen uns die Gondel mit einem älteren Paar und kleinem Hund. Mutter Theresa fragt, ob der winzige Hund die Höhe wohl abkönne…

Fakt ist: Weder den Hund, noch die älteren Leute haben wir nach Verlassen der Gondel jemals wieder gesehen.

FUNICAMP Wintersportler

Auf dem Berg:
Die beiden Bars sind Mittags sehr gut besucht, die vielen, eigentlich nicht zu unterscheidenden Pisten, sind von den Wintersportlern gut besucht. Auffällig viele Männergruppen im Besten aller Schneeoutfit. Wer hat, der hat.
Wir strolchen hier und da herum, passen höllisch auf das wir nicht überfahren werden und machen ein paar Bilder mehr als nötig. Zu beeindruckend, zu ungewohnt diese Kulisse. Doch zu Fuß lässt sich hier wenig ausrichten. Nach etwas über eine Stunde nehmen wir eine Gondel zu Tal. Keine Wartezeit, die echten Wintersportler um uns herum nutzten natürlich das gute Wetter bis zur Dämmerung. Wenn man schon mal da ist.

Im Tal:
Vom Campingplatz zur Talstation von FUNICAMP sind es gut 8 Kilometer. Ganz knapp zu Fuß machbar, doch wir laufen zufällig über den Busbahnhof von ANDORRA und kommen für 1,80 € pro Person mit dem Linienbus mit. Absoluter Wahnsinn, einen großen Bus durch die engen Gassen von ANDORRA zu schicken statt sauber auf der Hauptstrasse zu bleiben. Neben Gehalt bekommen die Busfaher vermutlich noch Valium oder ähnliches. Kein Job für Hektiker.
Es ist laut, trotz der Kälte stickig und einfach ein riesengroßes Gewühle von Menschen und Verkehr.

Selbst gewählt, doch endlich.

Nach zwei Tagen reicht es uns und wir ziehen weiter.

Peter.

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