T11: Kap Matapan

KAP MATAPAN – allein der Name, wenn man ihn laut ausspricht, verheißt pures Abenteuer, Wildness und Fernweh!

Klarer Fall von: Da muss man hin fahren!

Unterwegs

Das machen wir auch. Über die spektakuläre Ost-Route fahren wir ganz in den Süden des MANI. Der Umriss des PELOPONNES wird gerne mit einer Hand verglichen und die einzelnen „Finger“ dieser riesigen Hand haben natürlich Jahrhunderte alte Namen. Der MANI-Finger ist, so weit möchten wir uns da schon mal festlegen, der Beste, der Tollste, der Spektakulärste!

Wohntürme des MANI, PELOPONNES

Möglicherweise kann nicht jedes (große) Auto die östliche Straße benutzen, so verwinkelt, so verschachtelt, so verzwickt geht es durch die Dörfer auf dem Weg. Aber jede Mühe lohnt sich! Schon klar, beim Autofahren von Mühe zu sprechen ist natürlich sau doof. Das an sich ist wohl wirklich mühelos. Sagen wir also besser: Jeder Nerv, jede Aufregung, jeder Stress beim passieren einer Engstelle oder bei einem großen entgegen kommenden Fahrzeug lohnt sich!

Wohntürme des MANI, PELOPONNES

Wir kommen kaum vorwärts, so viele Bilder wollen gemacht werden.

Die Beifahrerin hat aus den Reiseführern erfahren, das die auffälligen Wohntürme allerorts auf Zwistigkeiten der Dorfbewohner zurück gehen. Man stritt sich vor vielen, vielen Jahren (Jahrzehnten, Jahrhunderten?) so erbittert, das man hohe Wohntürme baute um sich von seinem bösen nächsten Nachbarn abzugrenzen.
Später, viel später, verfielen die Türme wegen Leerstands und kein Mensch kümmerte sich darum.
Erst seit ein paar Jahren hat man offenbar den Wohnwert von solchen Türmen in dieser spektakulären Landschaft erkannt und viele, sehr viele sogar, wurden und werden aufwendig restauriert. Einer sieht schöner als der andere aus. Wenn das mal besser keinen neuen Streit gibt!

Die Südspitze des MANI, PELOPONNES

Je weiter wir nach Süden kommen um so karger, aber paradoxer Weise auch um so beeindruckender wird die Landschaft. Der Fahrer der kleinen Reisegruppe ist regelrecht verzückt, gar begeistert. Dabei sollte er wohl besser auf die enge Straße achten! Meint jedenfalls die Beifahrerin.

Der südlichste Punkt des MANI, PELOPONNES, der mit dem Auto erreichbar ist

Den südlichsten Punkt des MANI, den man mit dem Auto erreichen kann, erreichen wir am frühen Nachmittag. Und haben mehrfach Glück, wie sich später heraus stellen sollte.

Das erste Glück:
Wir finden einen halbwegs ebenen Parkplatz, denn wir wollen hier später auch übernachten. Da ist es immer gut, wenn das Auto gerade steht.

„EInfacher Wanderweg“ zum Leuchttum von KAP MATPAN

Wanderschuhe an und ab auf den „einfachen Wanderweg“ der zum Leuchtturm führt. So steht es jedenfalls im Reiseführer. Und einmal mehr staunt man, wie unterschiedlich die deutsche Sprache ausgelegt werden kann.
Direkt zu Anfang muss man zwei, drei Meter im Fels absteigen. Geht auch ohne Seil, doch manch andere scheitern bereits hier. Kann ja wohl nur besser werden. Der Weg führt über die kargen Hügel und Hänge und ist an einer rötlichen Färbung der Felsen gut zu erkennen. Wenn man gut aufpasst und nach unten schaut, ist dieser Abschnitt auch gut zu gehen.
Das ändert sich dramatisch auf dem letzten Drittel. Da ist zum einen der stürmische Wind, gut und gerne 25 oder 30 Knoten wird der wohl haben. Jedenfalls hat ein übergewichtiger Fahrer durchaus Probleme, aufrecht stehen zu bleiben, geschweige denn über die Felsen zu stolpern. So heftig bläst es. Von wegen Eigengewicht hilft!

„Einfacher Wanderweg“ zum KAP MATAPAN, geht gerade so…

Doch was unterscheidet dieses letzte Drittel vom vorherigen Weg?
Hier ist wirklich jede Resterde aus den Felsen heraus gewaschen und daher gibt es jede Menge Löcher, Miniklippen und Minitäler, in denen Schuhe Größe 46+ einfach mal stecken bleiben können. Das ist wirklich blöd, wenn der riesige Restkörper, der an dem Fuß, der in dem Schuh der Größe 46+ steckt, vorwärts weiter stürmt. Oder zumindest weiter stürmen will.

Dann endlich:
Der Leuchtturm vom KAP MAPATAN!

Hallo?
Im Wort Leuchtturm steckt ja wohl TURM!

Was für ein Türmchen ist das denn hier bitte?

OK, könnte sein, das es durchaus sehr schwierig war, hier am Arsch der Welt (Entschuldigung) überhaupt etwas zu bauen. Für die Schifffahrt scheint es zu reichen, wer will da schon für verwöhnte Touristen, die ganz andere Leuchttürme (wie etwa den grazilen Leuchtturm von ANHOLT in DÄNEMARK, den Fels in der Brandung von UTKLIPPAN in SCHWEDEN oder den fantastischen Leuchtturm von BELITONG in INDONESIEN) gewohnt sind, Meisterwerke errichten?
Und doch, der erste Blick, der täuscht. Wie so häufig. Erschöpft von dem „einfachen Wanderweg“ suchen wir in einer Ecke des Fundamentes Schutz vor dem brausenden Wind und schließen über die Zeit Freundschaft mit dem kleinen Leuchtturm von KAP MATAPAN.

Wind am Leuchtturm vom KAP MATAPAN

Erstaunlich viele Schiffe ziehen vorbei, auch erstaunlich nahe. Jede Seemeile zählt. Bis es mal kracht.

Jeder Kilometer auch.

Es gibt keine Möglichkeit, den Rückweg zu vermeiden, abzukürzen oder zu vereinfachen. Also brechen wir gut erholt wieder auf, diesmal wohl wissend, was auf uns zukommen wird. Die Gazelle in Pink legt mal wieder vor, der Koloss in Schwarz hechelt hinterher.

Zurück am Auto, völlig platt, selbstverständlich, haben wir das Zweite Glück.

Wir treffen zwei Wohnmobilmenschen, die schon des öfteren mit dem Auto in MAROKKO waren.

Leuchtturm von KAP MATPAN

Nun denn. Rotwein, Bier und süßes Gebäck ist selbstverständlich reichlich im KNAUSi vorhanden, doch der stürmische Wind wird ein erstes Treffen mit diesen Menschen im Freien nicht möglich machen.

Oder man trifft sich IM Auto.

Auch wenn man sich nicht kennt.

Kurze Diskussion, der Fahrer entscheidet. MAROKKO Informationen aus Erster Hand am KAP MATAPAN auf der PELOPONNES.

Wo gibt es denn so was?

Nun denn.

An dieser Stelle sollte erwähnt werden, das wir sehr konkret darüber nachdenken, von März bis Mai 2022 in MAROKKO unterwegs zu sein. Reiseführer, Karten und ein wunderschöner Bildband sind an Bord und warten darauf gelesen zu werden.

Wir treffen uns also mit den beiden (Nähe) Berlinern, verbringen auf engstem Raum einen tollen Abend im durch den Wind geschüttelten KNAUSi und werden so was von bestärkt, diese Tour in Angriff zu nehmen, fast könnte man in der Dunkelheit erkennen, wie dem Fahrer der Sabber aus dem Mund läuft.

Irgendwie ist dieser Tag das bisherige Highlight dieser Reise. Erstmal die tolle MANI Fahrt, dann die schwere, aber auch irgendwie tolle Wanderung und dann der tolle Abend mit gleichgesinnten.

Was fehlt?

Ach ja, das tägliche Bad im Meere.

Kann, muss ja nicht täglich sein.

Peter.

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