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T92, Grossenbrode

In der Tat machen wir uns auch nach vielen Segeljahren vor jedem Törn “Gedanken”. Um nicht zu sagen “einen Plan”.

Wie wird das Wetter?

Route?

Ausweichhäfen?

Besonderheiten?

Proviant?

Wenn wir von Starkwind ausgehen müssen, stellt sich die Frage: Segeln wir in eine Wetterbesserung oder werden die Bedingungen eher schlechter? Der letzte Starkwindtörn von ANHOLT nach HELSINGÖR war zwar anfangs anstrengend und doof, aber wir wussten ja: Mit jeder Stunde wird es besser und leichter. Das motiviert ungemein!

Nun denn.

Bei der jetzt anstehenden 55 Seemeilenpassage von HESNAES nach GROSSENBRODE ist es leider genau umgekehrt. Geschützt von der Landmasse von FALSTER werden wir auf Südkurs bis GEDSER ganz gute Bedingungen haben, doch dann geht es gen West-Süd-West und der Wind wird auffrischen und auf Nordwest gehen. Ein weiser Segler meinte neulich: Wieso schaust Du überhaupt noch auf die angesagte Windgeschwindigkeit? Starke Böen sind doch eigentlich nur das Problem (?).

Stimmt.

Die Wettervorhersage von WINDY und vom DMI stimmen für den Nachmittag überein: Böen um und bei 34 Knoten. Bedeckt, Regenschauern.

So binden wir schon bei Abfahrt in aller Ruhe das zweite Reff ins Groß und gehen mit beiden Vorsegeln auf die Reise. Wie erwartet Bilderbuch-Talsperren-Downwind-Schnellsegeln mit ausgebaumten YANKEE. Bei GEDSER Riff shiften wir das YANKEE, nehmen den Baum weg und kürzen etwas ab. Die Untiefentonne bleibt heute mal an Backbord liegen. Nächstes Highlight ist das ungehinderte Passieren der Fahrrinne der Fähre, die gerade vor GEDSER dreht um nach ROSTOCK zu gehen.

Der Wind ist nun ohne Landabdeckung in der vollen Stärke von 25+ Knoten da, die Welle auch.

Das Verkehrstrennungsgebiet der KADETTRINNE liegt klar östlich von uns, daher gelten hier die normalen Ausweichregeln der Seeschifffahrtsstrassenordnung. Wir kommen für den West gehenden überholenden Verkehr unter Segeln diagonal von Steuerbord.
Dann hoffen wir mal, das die beiden fast parallel fahrenden Containerjäger uns auch sehen. Der eine läuft mit 14 Knoten, der andere mit 13,x Knoten. Elefantenrennen auf See.

Die eigene Mannschaft beobachtet auf dem Plotter die AIS Signale der beiden Dampfer ganz genau. Entscheidend ist der Wert CPA – “Closest Point of Approach”.
Eigentlich könnte unser Plotter anzeigen, ob die angezeigten 800 Meter Passierabstand VOR oder HINTER dem Dampfer liegen. Also ob wir ihn am Bug oder Heck passieren. Heck wäre ja zu schön, weil absolut sicher. Alle Daten dafür sind vorhanden, aber die Software gibt das leider nicht her. So eine permanente Vektorberechnung braucht wohl zu viel Rechenkraft.
In so engen Revieren wie hier zwischen FALSTER und FEHMARN ist CPA sowieso nur mit Vorsicht zu genießen. Denn die großen Dampfer müssen dem Fahrweg folgen und ändern entsprechend oft den Kurs. Was eben noch klar gehen würde, kann einen Moment später schon sehr eng werden.
Also beobachten wir die beiden Situationen sehr genau, elektronisch und optisch. Es ist trocken und die Sicht gut. Schließlich passieren wir beide Dampfer ein paar hundert Meter vor deren Bug. Bei beiden vermuten wir, das sie ihren Kurs um ein paar Grad nach Steuerbord geändert haben, um genug Abstand zu uns zu halten.

Ostverkehr haben wir gerade nicht, freie Fahrt.

Es sind nur sehr wenige Boote unterwegs. Auf dem AIS können wir vor uns einen anderen Segler auf gleichem Kurs ausmachen, der ein paar wilde Manöver fährt um den dicken Pötten nicht zu nahe zu kommen.

Der Wind frischt weiter auf und wir können mittlerweile gar nicht mehr so genau unterscheiden, ob wir in einer Böe stecken oder ob der viele Wind jetzt zum Dauerzustand wird. Mittlerweile ist das Groß weit offen, das Yankee dritten Reff und die Fock im zweiten Reff.

Knapp 5 Seemeilen vor der Ostspitze von FEHMARN (STABERHUK) wird die Welle sehr unangenehm. Regelrechte Brecher laufen voraus an Steuerbord auf. Ganz selten steigt mal eine am Bug ein, ansonsten nur jede Menge Spray über Deck und manchmal auch im Cockpit. Kein Wunder bei dem Wind. Wir lassen den STORMVOGEL auf maximal-Geschwindigkeit laufen, denn wir gehen davon aus, das die Welle hinter der Landabdeckung stirbt und die knappe Stunde kann man die Waschmaschine wohl gerade so ertragen.
Über FEHRMARN ziehen raabenschwarze Regenwolken und entladen sich kurz vor uns, die LÜBECKER Bucht ist zeitweise nicht mehr zu erkennen. So unangenehm die Situation jetzt auch ist: Unser Boot tanzt zuverlässig wie ein Korken auf den Wellen. Im Deckshaus ist es fast still und absolut gemütlich, kein Wunder das die Mannschaft sich auf der Bank verkeilt hat. Aber so ist unsere Arbeitsteilung an Bord ja häufig. Skipper draußen im tosenden Wind, Mannschaft lesend unter Deck.

OK. Wir ertragen ja viel.

Zu viel Wind.
OK, wenn es sein muss.

Mistige Welle gegenan.
OK, wenn es nicht anders geht.

Aber heftiger (kalter) Regen noch dazu, das geht ja wohl gar nicht!

Dafür fahren wir nicht zur See.

Und irgendwie klappt es tatsächlich mit dem trocken bleiben! Kein Ölzeug auf der ganzen Reise.

Auf der Südseite von FEHMARN ist die bösartige Welle wie erwartet weg. In solchen Reiseabschnitten hat der Skipper oft den Eindruck, das noch mal zwei, drei besonders heftige Brecher um die Ecke kommen, bis es dann schlagartig ruhiger wird. Dennoch sind wir erstaunt, wie hoch und kurz die Welle trotz Landabdeckung noch ist. Was für eine unglaubliche Energie dafür nötig ist?
Jetzt haben wir aber eher das Problem, das wir mehr Höhe laufen müssen, wollen wir die Ansteuerung von GROSSENBRODE ohne Kreuz erreichen. Auf den letzten Meilen locker eine Meile nach Süd versetzt. Auf was man auf dem (!) OSTSEE alles aufpassen muss?

An der Ansteuerungstonne von GROSSENBRODE bergen wir die Segel. Immer noch viel Wind und die Gefahr einer schweren Regenschauer, aber durch den Landschutz überhaupt keine Welle mehr. Die Anspannung legt sich etwas, jetzt nur noch einen passablen Anleger hin legen und gut ist.

Wir gehen erstmals in den Hafen der KLEMENS YACHTWERFT. Da haben wir uns für die kommende Woche einen Liegeplatz organisiert, denn wir “müssen” mal wieder eine Woche nach Hause. Impfen und Familie.

Der Anleger ist super einfach, denn man hat uns den einzigen Liegeplatz mit beidseitigen Schwimmstegen zugewiesen. Fest montierte Fender rundum. In diese Luxusbox kann man vermutlich auch bei 50 Knoten Wind einlaufen.

Später stellt sich beim Hafenmeister heraus, das gar nicht so klar ist, ob die Box die Woche frei ist. Können wir auch nicht ändern. Wir lassen den Bootschlüssel im Büro und versprechen telefonisch Hilfe zu leisten, falls die Werftcrew den Dampfer vorholen muss. 

Es ist nicht so, das dieser Törn richtig scheiße war.

Aber brauchen tun wir so was wirklich nicht.

Peter.

P.S.: Bilder gibt es natürlich nicht. Titelbild aus dem Archiv, gemacht von einem sehr guten Segler, der in seinem Blog im Mai schrieb, das er bei angesagtem Sturm nie wieder segeln würde…kuckst Du hier!

P.S.2: Macht sowieso mal wieder Sinn, im Blog von MAUNIE OF ARDWALL nachzusehen, denn die Sommertour von Dianne und Graham durch Schottland lieferte sensationell tolle Bilder! Und Geschichten sowieso!

T89-91, Hesnaes

Da sind wir also endlich wieder in HESNAES, diesmal mit mehr Zeit, gutem Wetter und vollem Kühlschrank.

Aber im weiteren Gegensatz zum Vorjahr sind wir nicht alleine. OK, ein paar andere Boote wird man sicher in jedem Hafen in dieser Ecke der Ostsee erwarten müssen. Neuerdings auch ein paar Wohnmobile, und sei der Stellplatz am Hafen dafür auch noch so abweisend.

Aber so viele Menschen haben wir hier in HESNAES niemals, also wirklich noch nie, erlebt.

Alte Fischfabrik und Waschhaus (ganz links) im Hafen von HESNAES

Auf den ersten Blick wirkt der sehr kleine Hafen wie immer. Alles so, wie es sein soll. Erst bei der kurzen Pilgerreise zum Waschhaus fällt auf, das auf der Wiese bestimmt zwanzig oder mehr Autos stehen und das ehemalige Fischfabrikgebäude in pastellrot seine großen schwarzen Tore geöffnet hat. Was ist denn da wohl jetzt drin?

Im Eingangsbereich ein paar Tische mit abgegriffenen Büchern darauf. Aha, wohl wieder so ein typisch dänischer Garagenflohmarkt? Nur langsam gewöhnen sich die Augen nach dem prallen Sonnenschein draußen an die relative Dunkelheit in der linken Halle der ehemaligen Fischfabrik zu HESNAES. Und wir erkennen: Nix Gragenflohmarkt!

Das ist jetzt eine Bäckerei!

Sparsames Hinweisschild auf das neue Café im Hafen von HESNAES

Im hinteren Teil sind die Öfen und Arbeitstische samt Roll-Regalwagen mit Brot darauf zu erkennen, etwa in der Mitte der Halle steht eine große Theke die den Publikumsbereich vom Arbeitsbereich trennt. Links sind ein paar einfache Kisten aufgebaut, in denen allerlei Backkram (Zutaten, einfache Küchengeräte) zum Kauf angeboten werden. Auf der rechten Seite stehen große Kühlschränke mit Softdrinks. Und Weißwein, Sekt und lokalem FALSTER Bier.

In der rechten Halle sind Esstische und ein Tresen aufgebaut, aber dort sitzen keine Menschen. Die Gäste habe es sich vor den beiden Hallen in der Sonne gemütlich gemacht und vernaschen super entspannt aussehend alles, was hier so angeboten wird.

Hafen von HESNAES / Falster

Nun, heute werden wir hier nichts probieren. Aber Morgen! Bestimmt.

Was folgt sind drei Nachmittage im Café von HESNAES.

Die Leute kommen aus der Umgebung tatsächlich hier her, um Kaffee zu trinken oder einfach nur vorzügliches Brot zum mitnehmen zu kaufen. Wer hätte das gedacht? Ein einfach gehaltenes Lokal bringt am Ende der (dänischen) Welt zu FALSTER das Leben in fast ein verlassenes Dorf zurück? Mehr braucht es scheinbar nicht.

Steilküste von HESNAES, im Hintergrund der Hafen

Gehen wir erst mal wandern.
Die Nordtour. Wie mittlerweile üblich finden wir den Anfang des Rundweges nicht und laufen daher am Wasser zum Fuße der brüchigen Steilküste über allerhand Steine und Seegras. Mühsam. Tritt man in Seegras, scheucht man Millionen von Ostseefliegen auf. Ab und zu hängt von der Oberkante der Steilküste eine alte Festmacherleine herunter, die ganz verwegene wohl für einen Aufstieg verwenden könnten. Doch nicht wir.

Keine Ahnung, wer da aufsteigen möchte…

Irgendwann finden wir einen Aufstieg ganz ohne Leine und landen prompt auf den zuvor gesuchten Wanderweg. Von hier oben ist die Kulisse doch etwas eindrucksvoller, als der von Seglern gewohnte Blick von der Wasseroberfläche. Herrlich gerade gewachsene, riesige Buchen stehen an der Kante. Bei genauerer Überlegung sind sie dem Tode geweiht, denn anders als in HERR DER RINGE können sie ja nicht wandern sondern nur geduldig darauf warten, das die Erdkante abbricht und sie in den Abgrund gerissen werden. Was für ein bestimmtes Schicksal!

Steilküste bei HESNAES
Abbruchkante der Steilküste bei HESNAES

Wir finden zwei kleine Ferienhäuser mit Seeblick auf Lichtungen im Wald. So schön der Anblick auch ist, so bitter ist wohl der Gedanke, das die Bewohner hier wohl niemals schwimmen gehen können. Kein Weg führt nach unten zum Wasser. Und selbst wenn, die Küste und das braune Wasser davor sieht hier nicht besonders badefreundlich aus.

Kleines Haus im Wald von HESNAES / FALSTER auf Lichtung
Kleines Haus im Wald von HESNAES / FALSTER: Blick aufs Meer, die Tage das Baumes sind wohl gezählt…

Der Rundweg wäre noch viel länger, wir gehen jedoch ins Landesinnere auf großen Forstwegen zurück zum Hafen von HESNAES. Was für ein riesiger Wald. Die Reifenspuren von großem Arbeitsgerät und die vielen Holzstapel lassen auf eine intensive Waldbewirtschaftung schließen. Doch wir hören nichts. Absolut nichts. Keine Maschinen, aber auch keine Vögel. Kein rascheln um Gehölz. Schon etwas merkwürdig?

Ganz schön viel gefällts Holz in der Nähe von HESNAES
Wald bei HESNAES

Zurück im Hafen wird im Café das FALSTER Bier, Kaffee und Kuchen getestet. Köstlich, alles samt.

Irgendwann stehen mehr Wohnmobile neben dem Café als Boote im Hafen liegen. Den Betreibern wird es egal sein, woher ihre Kunden kommen.

Anderntags machen wir uns auf den Südweg, der letzten Endes wohl bis GEDSER führen würde, würde man ihn denn vollständig abwandern. Daran ist natürlich nicht zu denken. Schließlich sind wir offizielle Segler, die sich nur mal ordentlich die Beine vertreten wollen.
Auf diesem Weg trifft man sogar Menschen! Das mag daran liegen, das hier noch ein weiteres, viel länger existierendes Lokal mit Namen POMLE NAKKE mitten im Wald, nahe der Steilküste gibt. Treue Gesellen, wie wir nun mal sind, kehren wir aber dort nicht ein, sondern freuen uns wieder auf “unser” HESNAES Café bei unserer Rückkehr.

Hinweisschild auf das Café POMLE NAKKE

Auch am dritten Tag sind wir unterwegs. Trotz der gut geplanten und auch durchgeführten Bunkeraktion in RÖDVIG hat sich unerwartet Mangel an Traubensaft ergeben. Das Wetter ist zunächst lausig, also mit dem Bus nach Stubbekøbing.
Der fährt fast jede Stunde einmal. So weit so gut. Nur kann man keine Fahrscheine kaufen. Dafür bräuchte man mal wieder eine HANDY APP mit einem besonderen Zahlungsmittel und so bleibt nur die an den Busfahrer gerichtete Bitte, uns auch ohne Fahrschein mit zu nehmen. Geht klar. Besser zwei nicht zahlende Fahrgäste in dem großen Bus als gar keine Fahrgäste.

Trostloses Stubbekøbing

Sollte eine Fernsehproduktionsgesellschaft eine Kulisse für einen Endzeitfilm suchen, in Stubbekøbing würde sie wohl fündig werden. Natürlich, der Ort kann nichts für das trübe Nieselregenwetter, aber so sterbend haben wir noch keine dänische Stadt gesehen. In der “Innenstadt” steht mindestens jeder zweite Laden leer. Viele auch schon länger. Außer einer Döner und einer Pizzabude gibt es kein Lokal. Der einzige Bäcker hat zwei Tische mit vier Stühlen im Regen stehen. Kaum ein Mensch auf der Straße. Wir besinnen uns auf den Anlass der heutigen Mission, besorgen den Traubensaft aus einem der beiden Discounter und sind in weniger als einer Stunde wieder mit dem Bus auf dem Rückweg nach HESNAES. Wieder erbettelt, denn auch in Stubbekøbing gibt es keine Automaten, an denen man einen Fahrschein käuflich erwerben könnte.

Trostloses Stubbekøbing

So oder so. Wir werden weiterreisen. Das Wetter scheint am nächsten Tag eine Weiterreise in den Großraum FEHMARN zu ermöglichen.

Mit Wind, mit Starkwind zwar, aber besser Starkwind als kein Wind.

So denken wir jedenfalls am Vorabend eines ungewollt anstrengenden Segeltages.

Peter.

Am Hafen von HESNAES
Wald in der Nähe von HESNAES

T87,88, Rödvig, Hesnaes

Bei bestem Segelwetter verlassen wir Morgens den Museumshafen von HELSINGÖR und versuchen zunächst, mit dem großen WINGAKER ordentlich Fahrt zu machen. Aber irgendwie will dieses monströse Teil heute nicht richtig zum stehen kommen und so passiert mal wieder das, was man bei Strecke machen (immerhin 53 Seemeilen togo) eigentlich vermeiden möchte: Wir verlieren Zeit!

Also fix auf weiße Segel gewechselt und dann läuft es überraschend auch ganz vernünftig. Vorbei an KOPENHAGEN mit (gezählt) 20 riesigen Baukränen. Was die wohl vor haben? Auf Höhe DRAGÖR wird der Wind so wenig, das der Skipper an Abbruch denkt. Denn bis RÖDVIG ist es noch ein gutes Stück (über 20 Seemeilen). Mit “ohne Wind” ganz schön doof. Die Mannschaft braucht man eigentlich auch nicht mehr um ihre Meinung zu fragen. Deren Antwort ist ja immer “weiter!”.

So motoren wir das letzte Drittel tapfer um STEVNS KLINT herum und rechnen am Wochenende um diese späte Uhrzeit mit einem vollen Hafen. Pustekuchen. Nicht leer, aber beileibe auch nicht voll. Wir bekommen sogar unseren Luxusplatz im Fischerreihafen, den wir im letzten Jahr belegt hatten.

Einziger Grund in diesem Jahr für RÖDVIG ist bunkern. Der Supermarkt liegt zwar gut 800 Meter vom Dampfer entfernt, aber ein wenig laufen ist bestimmt nicht verkehrt. Wer nach HESNAES will, muss verproviantiert sein! Denn da gibt es nichts. Gar nichts. Jedenfalls in den letzten Jahren nicht.

So kaufen wir Leckerreien was das Zeug hält und schleppen uns auf dem Rückweg einen Wolf.

Essen kochen, essen, abwaschen, duschen, schlafen gehen. Leben an Bord halt. Nix besonderes.

Direkt am nächsten Morgen weiter. Mittlerweile dreht der zunehmende Wind langsam auf OST und wir Segeln, sobald die Messgeräte 8 Knoten Wind anzeigen. Bis MÖN können wir uns dann auch nicht beschweren, doch dann geht es auf Westkurs, vor den Wind. Das können wir auch! Baum ans YANKEE und “weiter geht die gute Fahrt!”.

Denkste.

3, auch mal 4 Knoten Fahrt sind Mist! Dümpel, Dümpel, Dümpel. Da hilft nur abwarten. Muss irgendwas mit “zu nah” unter Küste sein. Strom und Wind. Oder so.

Nach ´ner halben Stunde (gefühlt EINE!) ist der Spuk vorbei und der STORMVOGEL nimmt wieder Fahrt auf. Je weiter der Tag voran schreitet, um so mehr Boote sehen wir. War gestern auch schon so. Klar. Wochenende und viel näher an Deutschland.

Als wir am späten Nachmittag HESNAES nach nur 36 Seemeilen erreichen, sind wir überrascht. Bestimmt 10 Boote im Hafen und merkwürdig viele Menschen auf der Pier.

Was ist denn hier los?

Das, liebe Leser, verraten wir erst im nächsten Beitrag!

Peter.