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Computer sind immer noch doof

Ja ja, ich weiß.

Ich wollte keinen weiteren Beitrag zu meinem liebsten aller Blechaffen schreiben…

…muss ich aber. Sozusagen als emotionalen Befreiungsversuch und sicher auch ein wenig Selbstbeweihräucherung.

Die beim letzten male angesprochene Geschichte mit der Verbesserung der Wärmeabführung von der CPU (genannt “Thermal repaste”) habe ich mittlerweile generalstabsmäßig vorgeplant durchgeführt. Alle Teile (Wärmeleitpaste, Reinigungsalkohol, Tupfer, Thermal Pad und Kupferplatte) hatte ich gemäß dem anleitenden Youtubevideo im Vorfeld beschafft und bin dann beherzt zur Tat geschritten.

Alle Utensilien zusammen…

Ganz schön aufregend!

Aber mit Ruhe und Geduld sehr gut machbar. Das teuerste an der ganzen Sache war die im Video verlangte Kupferplatte – und ausgerechnet die konnte ich gar nicht verbauen, denn bei meinem treuen Rechenknecht ist bereits eine Kupferplatte fest mit dem Heatpipes verlötet. Eine weitere kann nicht sinnvoll sein.

Mitte CPU, rechts etwas oberhalb die GPU und links, noch höher der Chipsatz. Alles muss gekühlt werden…
Die Heatpipe mit den drei Wärmeabnehmern (von oben nach unten: Chipsatz, CPU, GPU) und dem Kühlkörper (ganz unten) sowie alte Bröselplaste

Nun denn. Paste auf die CPU, das Thermal Pad zugeschnitten und auf das Chipset und die GPU geklebt, auch da Wärmeleitpaste drauf und die Heatpipe wieder montiert. Gehäuseboden angeschraubt, Test. Läuft super und gefühlt wird der Rechner auch nicht mehr so schnell heiß.

Neue Wärmeleitpaste auf CPU, Thermal Pad und Wärmeleitpaste auf GPU und Chipsatz

Wie schön. Operation geglückt. Held des Tages.

Könnte man meinen.

Denn am gleichen Tag, nur etwas später begann ein wahrhaft kleines Computerdrama.

Nach der geglückten Operation natürlich einen beobachteten Probelauf gemacht. HWINFO als Informations- und PRIME95 als Stressquelle. Alles wunderbar. Doch irgendwann stutze ich bei einem der vielen angezeigten Werte und fragte mich, wieso eigentlich trotz Superstress durch PRIME95 die CPU nie den vollen Takt von 2,8 GHz erreicht? Hängt wie angenagelt bei 2,18 GHz fest.

Messfehler? Anzeigefehler?

Nun, der normale WINDOWS 10 Taskmanager zeigt genau den gleichen Wert an. 2,18 GHz, 79% CPU Last obwohl es 100% und 2,8 GHz sein sollten.

Schlechtes Beispiel: Wenn “Geschwindigkeit” dauerhaft und deutlich unter “Basisgeschwindigkeit” bleibt, stimmt was nicht

Was soll denn das? Klarer Fall von Fahren mit angezogener Handbremse!

So dasitzend und auf die Zahlen starrend sinniere ich noch, das ich eigentlich seit dem Upgrade von WINDOWS 7 auf WINDOWS 10 denke, das die Kiste etwas langsamer geworden ist. Hatte ich aber (unterbewusst) wohl immer auf WIN 10 geschoben. Kennt man ja. Neue Software macht alte Rechner noch älter. Und langsamer.

Nur, diese 2,18 GHz CPU Taktrate (Geschwindigkeit, CPU Clock) geht ja wohl gar nicht. Wenn Software Leistung anfordert, muss sie kommen und die vollen 2,8 GHz müssen gefälligst geliefert werden. Dafür ist die ganze Technik schließlich da.

Die fragende Saat war somit gesät:

Wer oder was ist hier die Handbremse?

Wenn man das Thema googelt, ahnt man schon, das so was recht häufig vorkommt und das es vor allem keine Universallösung gibt. Ganz skurrile Lösungen (“Löse Schraube C vom unteren Gehäuse” oder “Kaufe neues Netzteil“) gesellen sich zu allgemeinen Vorschlägen für die WINDOWS Stromspareinstellungen oder halbgaren BIOS Einstellungsvorschlägen.

Kann man völlig ohne Gefahr mal rumspielen: Einfach mal z.B. bei Netzbetrieb auf 50% setzten und sehen, wie lahm so eine Kiste werden kann…

Nun, die Wahrheit ist: Ich habe in den vergangene Tagen locker 30 Stunden mit diesem Problem gekämpft und (Stand heute) gewonnen. Wurde wirklich Zeit. Das Teil stand kurz vor Entsorgung via eBAY Auktion! Strafe muss sein!

Zunächst war ich auch auf der WINDOWS Betriebssystemebene unterwegs, dann runter auf die Treiber. Aber das schien mir alles nachvollziehbar und auch OK. Mit den beiden INTEL Tools (Intel Extreme Tuning Utility, Intel Processor Diagnostic Tool) zwar keine Problemlösung erreicht, aber die Bestätigung, das alles technisch OK sei und die CPU auch 2,8 GHz takten könne.

Macht sie aber nicht. Doch wer oder was bremst?

Mit THROTTLESTOP sicher gestellt, das die CPU auf einmal nicht wegen Wärmeentwicklung herunter geregelt wird. Hätte sowieso nicht gepasst, denn auch bei kaltem Rechner war die Handbremse direkt bei Systemstart aktiv.

Also eine Ebene tiefer.

Ins BIOS. Mehr im Vorbeigehen als im vollen Bewusstsein hatte ich vor ein paar Wochen den Blechaffen auf die aktuellste Version A26 gebracht. Ich weiß gar nicht mehr, ob das WIN 10 Update kurz davor oder kurz danach statt fand?

BIOS. Könnte sein.

Durch einen Hinweis im DELL Forum darauf gestoßen, das dieses A26 vielleicht gar nicht so passend sein könnte. Steht zwar eindeutig auf der DELL Treiberseite für den E6420XFR, wenn man aber das Kleingedruckte liest, stellt man fest, das dort namentlich nur die Brüder E6420 und E6420ATG erwähnt werden.

Im BIOS: Intel C Step

Vermutlich ist es bei keinem anderen Computerhersteller einfacher, dem BIOS eine neue/andere Version zu verpassen. Also von der gleichen Seite die letzte BIOS Version in der der E6420XFR tatsächlich erwähnt wird (A24) herunter geladen und installiert.

Ergebnis: Die Handbremse ist weg! 2,8 GHz bei Stress, ganz wie es sein soll. Klasse. Gut gemacht. Der neue Tag war bereits nach wenigen Stunden gerettet.

Heiter weiter…

Doch anmaßend wie ich nun mal bin, Tags darauf, so dachte ich mir, reproduziere ich das mal und schreibe die Lösung ins DELL Forum damit nicht andere auch in diese BIOS Update Falle stolpern und DELL vielleicht diesen Treiber da raus nimmt?

“NEVER TOUCH A RUNNING SYSTEM”

Ja, ja. Ich kenn’ doch die Lösung. Kein Problem! Alles unter Kontrolle.

Also von A24 auf A26 geändert. Sehr schön: Handbremse ist wieder da!

Jetzt der also der finale Beweis: Von A26 runter auf A24 und SCHEIßE: Die Handbremse ist immer noch da! So ein Mist! Und nun?

Ach ja, beim ersten mal hatte ich noch in A26 ein BIOS Reset gemacht, um die Handbremse los zu werden.

Erneut von A24 auf A26. BIOS Reset in A26. Jedes mal Reboot und erhöhter Pulsschlag, ob ich wohl alles BIOS Einstellungen richtig vorgenommen habe?

Im BIOS: Bloß keine Einstellung vergessen

Dann wieder zurück auf A24. Handbremse immer noch da. 2,18 GHz. Nicht ein Takt mehr.

So eine Mist. Und alles nur, weil ich auch öffentlich glänzen wollte? Kann ja wohl nicht wahr sein!

Gestern dann ein Gewaltmarsch durch die verschiedenen BIOS Versionen.

Runter auf A18 und von da aus Schrittweise auf A21 – immer mit BIOS Reset, keine Chance. Die 2,18 GHz sind angenagelt.

Am Abend dann der ernsthafte Gedanke, sich doch von dem alten Teil zu trennen und auf einen neuen umzusteigen. Kein Computer dieser Welt darf so viel Liebe verlangen!

In der Nacht im Tiefschlaf das Problem verarbeitet.

Ein wenig komisch läuft das BIOS Update ja schon.

Bei A26 und A24 bestand der eigentliche Update Prozess aus vier Schritten:

1) Update System Bios
2) Sending Intel Management Engine FW Update
3) Waiting Intel ME Firmware to complete
4) Update EC Bios

Bei den älteren Versionen fehlten die Schritte (2) und (3).

Warum? Und was passiert wohl bei einem Downgrade? Bleiben die eingespielten Informationen von (2) und (3) erhalten oder werden die gelöscht? Keine Ahnung.

Und wie ist das überhaupt mit dem BIOS Reset. Eigentlich heißt die Funktion ja nicht Reset, sondern “Load Default” – damit wird das BIOS auf die jeweiligen Auslieferungswerte zurück gesetzt. Aber nutürlich wohl nur die Werte, die die jeweilige BIOS Version auch kennt. Denke ich.

Was, wenn durch A24 oder A26 etwas ins BIOS geladen wurde, was durch die anderen Versionen nicht gelöscht wird?

Also mal wieder ganz ans eingemachte. Jeder Rechner hat eine Mini-Batterie, mit der der Speicher (CMOS), der die BIOS Einstellungen aufnimmt, betrieben wird. Doch wo steckt diese CMOS Batterie bei meinem Ziegelstein?
Wieder einmal bin ich von DELL begeistert: Das umfangreiche Handbuch beschreibt genau die Position und die Schritte, wie man an das Teil heran kommt. Hatte ich mir noch nie angesehen. Eine Schande, diese Ignoranz.

Die Kiste wieder auseinander gebaut, den Batteriestecker von der Platine abgezogen, etwas gewartet, wieder eingesteckt und los gehts…

CMOS Batterie (Schwarzes rundes Teil mit gauem Aufkleber) und Stecker auf der Platine (gleich dem dem WLAN Modul)

…doch schon beim booten wird klar, das ich keinen Erfolg hatte. Denn der Rechner fährt direkt WINDOWS 10 hoch. Wären alle BIOS Einstellungen gelöscht worden, hätte er das nicht gekonnt. Klar, der Stecker vom Netzteil war gezogen, aber das Akku steckte noch im Schacht. Ist das Teil so clever und bekommt auch darüber Strom, damit die kleine Batterie entlastet wird?

Könnte sein. Also noch mal.

Diesmal wirklich vollständig vom Strom getrennt (Netz, Akku, CMOS Batterie) und noch länger (ca. 30 Minuten) so liegen lassen.

Alles wieder angesteckt und wie erwartet (besser “innig gehofft”!) scheitert der Start von WINDOWS 10, weil das BIOS die Bootpartition nicht finden kann. Im BIOS den SATA Mode auf AHCI umgestellt, UEFI und Bootpartition verdrahtet und neu gestartet.

Gewonnen!

Die Handbremse ist weg!

Volle Leistung!

Ach ist das schön.

Also eigentlich müsste man (ich!) diese Nummer ja noch mal reproduzieren…

Aber mal ganz ehrlich:

“Ich bin zu alt für diesen Scheiß”
(Bruce Willis in Stirb Langsam 2)

Peter.

P.S.1: Theorie “Netzteil”
Es gibt tatsächlich “Experten”, die behaupten, das dieses Problem gerne mal bei DELL Rechnern auftritt, bei denen das Netzteil oder der Stecker, der in den Rechner kommt, defekt sei. Denn ein DELL Rechner “kommuniziere” mit dem Netzteil über den mittleren Pin. Die Theorie: Wenn das Netzteil ein Problem hat oder nicht original ist, drosselt der Rechner seine Leistung.
Kann sein, kann auch nicht sein. Fakt ist, das der Rechner erkennt, wie viel Watt das Netzteil hat. Wenn nicht genug Saft da ist, wird das Akku nicht geladen. Macht ja auch Sinn. Doch wenn der Rechner im Akkubetrieb ist und über den Windows Energiesparplan volle CPU Leistung bringen soll, muss er die gewünschte Leistung auch über Akku liefern können. Das hat mit dem Netzteil wohl nichts bis gar nichts zu tun.
Und doch: In meiner Not war ich kurz davor, ein neues Originalnetzteil zu kaufen und diesen Strohhalm zu ergreifen….

P.S.2: Theorie “Schraube”
Der Hinweis bezog sich zwar auf einen anderen Rechner, klingt aber so abenteuerlich, das ich das nicht zu glauben vermag.

P.S.3: Theorie “CPU defekt”
Na ja, wenn die eine Macke hätte, dann würde dieses höchst komplexe Teil wohl eher gar nicht laufen und nicht mit angezogener Handbremse.

Im BIOS: Intel Speed Step

P.S.4: Theorie “BIOS Einstellungen falsch”
Wird auch gerne angeführt. Doch “INTEL Speed Step” und “C Steps” sind eher Techniken, um die CPU zu drosseln, wenn sie nichts / wenig zu tun hat. Dadurch spart man Energie und erzeugt entsprechend weniger Abwärme. Denn das ist ja absolut geniale an den Computer genannten Teilen: Wenn die nix zu tun haben, rasen sie ungezügelt einfach auf Vollgas. Könnte ja was kommen…Den Wikipedia Artikel dazu sollte man lesen, wenn man auf dieser Fährte unterwegs ist.

P.S.5: Reproduzierbarkeit
Immer dann, wenn Software bei gleichen Voraussetzungen beim zweiten mal zu anderen Ergebnissen kommt, wird es schnell mal fatal. Wieso die Handbremse beim ersten Downgrade verschwunden war bleibt mir ein Rätsel. Aber das werde ich nicht lösen. Es gibt zwar nichts anderes zu tun, aber jetzt ist wirklich genug mit Rechnerbasteln!

Große Festplatten, MBR und GPT

Was technisches.

Nix vom Boot, nix vom Wohnmobil.

Heute mal vom allgegenwärtigen Computer.

Merke:

Computer sind doof. (Spliff, 1982)

Das Problem(chen):

Bedingt durch die ganzen Reise-Bilder und Videos wird der Speicherbedarf über die Jahre immer größer. Anfangs kein Problem. Wir löschen Schrott konsequent, aber dann fängt man ja an sich mit externen Festplatten zu behelfen, auf die die “alten” Reisen abgelegt werden. Damit bei einem Defekt oder Verlust einer solchen externen Festplatte kein echter Schaden entsteht, haben wir mittlerweile drei externe Festplattensets. Ein aktuelles, das immer im Gebrauch ist, im Schrank eine Sicherung davon, die mindestens einmal im Monat aktualisiert wird und an einem externen Ort eine  Jahressicherung. Nun ja, jedes Set hat mittlerweile drei 4-5 TB Festplatten. Was für ein Wahnsinn. Privat. Es ist eine Geschichte für sich, wie man bisher solche Datenberge mit USB2 bewegen musste…

Koffer mit einem Satz externer Festplatten…und Zettel, auf dem steht, was sein soll 😉


…das Problem dabei ist aber: Auf unserem “Hauptnotebook” sind längst nicht mehr alle Bilder und Videos. Wenn man also unterwegs ist, muss man schön die externen Festplatten mitnehmen und gut darauf Acht geben. Wenn man dann mit einigen Bildern oder Videos arbeiten will, muss man jedes mal zunächst ein ausreichend freies Stück Festplatte auf den Notebook finden und den gewünschten Auszug darauf kopieren.

Das nervt, dauert und ist einfach doof.

So sieht ein Vermögen in 8 TB aus…


Also muss eine (viel) größere Festplatte für das Notebook her. Die stand schon länger auf dem Wunschzettel. Eine 8 TB SSD sollte es sein – sehr, sehr, sehr teuer! Also erst mal gewartet bis der Preis fällt und auf dem Weg dahin mit einer eigentlich zu kleinen normalen 4 TB Festplatte leben wollen. Dabei gelernt, das bei den herkömmlichen 2,5 Zoll Festplatten doch tatsächlich eine Reihe von unterschiedlichen Bauhöhen existieren und die frisch gekaufte (natürlich) nicht in das Notebook passt. Zu Dick. Tolle Wurst. Wieder eine neue externe Festplatte im Koffer und im Rechner weiterhin nur 2 TB für Daten.

9,5mm für 8 TB

Nun, die Preise sind gepurzelt und nun haben wir (endlich!) eine SAMSUNG 870 QVO 8 TB SSD. Wahnsinn, wie klein (dünn!) das Teil ist. Absurd hingegen ist die Bezeichnung 8 TB, denn es sind maximal 7,2 TB. Dieser ewige Etikettenschwindel im Marketing bei den Festplattengrößen wird natürlich immer absurder, je größer die Festplatten werden. Seagate erklärt das hier wunderschön blumig 😉

Immerhin kommt Bewegung in die Größenangabe. Denn man liest nun öfters mal von den ehrlicheren Tebibyte (TiB) statt von Terrabyte (TB).

Nun, der Plan:

Nur noch eine Festplatte im Rechner. 512 GB fürs System WINDOWS 10 und der herrlich riesige Rest für Daten bis der Arzt kommt!

Dazu das Betriebssystem von der alten SAMSUNG 1 TB SSD Systemplatte über die vorhandene ICY BOX ohne Rechner geklont. Geht auch anders, zum Beispiel mit der kostenlosen SAMSUNG Data Migration Software. Aber auch das ist immer ein kleines Abenteuer für sich und die Zielfestplatte muss natürlich von SAMSUNG sein.

Nun kommt es aber:

Weder mit WINDOWS, noch mit SAMSUNG Bordmitteln kann man so eine 8 TB SSD einfach so in den Systembetrieb nehmen. Denn in der Regel ist ein MBR (Master Boot Record) am Anfang der Festplatte, der die logische Verbindung zwischen Hardware und dem zu startenden Betriebssystem herstellt. MBR gab es glaube ich schon immer, ist entsprechend alt, kann nur Festplatten bis 2 TB und vor allem nur vier Partitionen.
Hätte man (ich!) wissen können, aber wer denkt denn an so einen Kram, wenn er von den unendlichen Weiten einer riesigen Festplatte träumt?

Wie toll:

WINDOWS zeigt in der Datenträgerverwaltung (ehemals FDISK) fein die 8 TB an, man kann aber nur 2 TB davon bearbeiten. Nicht den Funken eines Hinweises auf das MBR Problem(chen). Muss man halt googeln und dann irgendwie darauf kommen.

Die Lösung:

Natürlich die Festplatte einfach auf das neuere GPT (GUID Partition Table) umstellen. Dieses “Partitionsverzeichnis” kann 9,8 Millionen (!!!) TB und mindestens 128 Partitionen. Klar, das man das nicht so einfach umstellen kann, wenn bereits Daten auf der Festplatte sind. Also müsste man wohl eine neue 8 TB SSD als GPT initialisieren und dann das Betriebssystem installieren (geht) oder darauf clonen (geht nicht). Beim Clone wird eine 1:1 Kopie des Festplatteninhalts hergestellt, also vermutlich wieder mit dem alten MBR.

Wie schön:

Das es kostenpflichtige Software wie zum Beispiel den EaseUS Partition Master gibt! Damit kann man auch Festplatten mit Inhalt von MBR auf GPT umstellen. Kaufen, installieren, laufen lassen…

…tja und dann kommt, was ganz spaßig spannend ist:
Mitten in der Umstellung (bei der mehrmals gebootet wird und man ahnt, das dies ein Eingriff am offenen Herzen ist) meint dann der Partition Master: Jetzt bitte im Notebook-BIOS auf den UEFI Mode umstellen…

Hä?

Zitat Peter W. am frühen Morgen des 4. März 2021 in Elmshorn

Eigentlich logisch:

Wenn der Rechner eingeschaltet wird muss das BIOS ja wissen, wo eigentlich das zu startende Betriebssystem rum lungert. Also suchte es bisher stumpf nach einem MBR. Wenn der nicht mehr da ist, weil die Festplatte auf GPT umgestellt wurde, muss das BIOS also wo anders und auch anders suchen. Schwer erstaunt war ich dann, als mein im Jahre 2013 zusammengeschraubter DELL-Ziegelstein das tatsächlich konnte. Hätte ich eher nicht gedacht.

Dell e6420xfr Bios

Keine Ahnung, ob es mit dem neulich durchgeführten BIOS Update auf A26 kam oder ob das tatsächlich schon immer ging?
Nun muss man “nur” noch wissen, wo das Betriebssystem liegt, denn der UEFI Mode erlaubt ja mehre Bootpartitionen. 

Durch Trial and Error (3 mal!)  die richtigen Einstellungen heraus gefunden und schwups, nach ein paar Stunden Aufwand, ein paar mehr erhöhten Pulsschlägen und weniger Geld auf dem Konto läuft dann die neue 8 TB SSD endlich so, wie sie laufen soll.

Merke:

Nichts, rein gar nichts ist so einfach, wie es die Werbung verspricht.

Peter.

P.S.1:
Nur für den Fall, das hier Fachleute mitlesen: Ja, ja mein schicker DELL E 6420 XFR ist tatsächlich aus 2013. Rein auf Baujahr und Leistung bezogen mit Sicherheit nicht standesgemäß. Da ist ein i7 der zweiten Generation aus 2011 drin. Tastatur und Monitor schon mal billig via eBay getauscht. Der Ersatzteilmarkt bei eBAY ist groß, günstig und gut! Und obwohl DELL schon lange raus aus jeder Garantieverpflichtung ist, gibt es aktuelle Treiber und BIOS Updates für das Gerät. Kein schlechter Service, finde ich.
Für Office und Bildbearbeitung ist das Teil durchaus noch OK, Videoschnitt schon etwas zögerlicher. Daher sollte eigentlich in diesem Jahr ein neuer Blechaffe her, aber neben dem absurd hohen Preis für einen aktuellen rugged Dell 7424 tue ich mich mit dem dort verbauten i7 der achten Generation aus 2018 doch schwer. Intel ist immerhin bereits in der elften Prozessorgeneration und Dell verkauft die meisten Office-Notebooks bereits mit 10 oder 11. Nur eben nicht den Ziegelstein. Der ist wohl bereits alt, wenn man ihn neu kauft. Daher vermutlich auch aktuell ein Wahnsinnsrabatt auf einen ohnehin Wahnsinnsspreis der aber nur dazu führt, das es immer noch ein Wahnsinnspreis bleibt. Und wenn schon Wahnsinn, dann bitte richtig wahnsinnig. Wahnsinnig viel Leistung die wahnsinnig viele Jahre hält.

Also mal wieder warten und sich auf die nächste Migration freuen – dann aber bitte auch mit NVMe M.2 Festplatten 😉


P.S.2:
Durch die ganze Aktion bin ich dann per Zufall darauf gestoßen, das es doch eine richtig gute USB3 Lösung für meinen Rechner gibt. Verbaut ist eigentlich nur USB2, aber über den vorhandenen EXPRESS-Card Schacht gab es schon immer die Möglichkeit für eine Notlösung. Drei verschiedene EXPRESS-Karten habe ich in den vergangenen Jahren ausprobiert – alles Käse: Nach ein, zwei Stunden Dauerstress werden die Teile so heiß, das sie aussteigen und man nur noch Datenmüll produziert. Was will man von Bauteilen erwarten, die 10 oder 20 Euro kosten?

USB3 Einsatz für Dell Media Bay


Jetzt bin ich drauf gestoßen, das es von DELL einen Media-Bay Einsatz mit zwei USB3.0 Anschlüssen gibt. Die Media-Bay ist im Dell E 6420 XFR Gehäuse so eine Eierlegende Wollmlichsau: Alternativ kann man ein CD/DVD Laufwerk, eine zweite Festplatte oder ein zweites Akku da rein schieben. Das wusste ich und habe die Media-Bay ja bisher auch für die zweite Festplatte mit den 2 TB gebraucht. Durch die große Platte ist die Media-Bay jetzt leer…über eBay den Einsatz mit den USB3.0 Ports beschafft und auf Anhieb die 4-fache (!) Leistung gegenüber den USB2 Ports erreicht. Klasse Sache, das.

Media Bay Caddy für 2,5″ HDD, max 10mm dick


P.S.3:
Und wenn mal einmal anfängt am Computer zu schrauben, nimmt es ja kein Ende. Für kommende Woche habe ich einen echten OP-Termin angesetzt. “Thermal Repaste” wird das Thema sein. Wenn Notebooks so alt werden, werden sie gerne auch mal unter Last immer heißer, als das sie es früher mal waren. Das liegt an einer weißen Wärmeleitpaste, die zwischen den super-heiß werdenden Bauteilen CPU und GPU und den Kühlkörpern ihr Werk verrichten soll. Das Problem: Nach ein paar Jahren wird die Paste hart und leitet die Hitze der elektronischen Bauteile nicht mehr an die Kupferkühler vernünftig weiter.
Keine Ahnung, wie das Kühlsystem bei meinem DELL wirklich funktioniert, aber ich befürchte, der elektrische Kühlungslüfter springt nur dann an, wenn die Kupferkühler eine bestimmte Temperatur erreichen – wenn die aber nicht richtig warm (heiß) werden, weil die Hitzeentwicklung der CPU/GPU nicht mehr richtig abgeleitet wird, werden die zu kühlenden Bauteile heiß, richtig heiß – während der Kühlkörper dem Lüfter signalisiert: Alles gut hier.
Im Moment helfe ich mir mit dem genialen HWINFO – damit kann man mutwillig die Lüftersteuerung im DELL übernehmen und so die Temperatur auf einem vernünftigen Niveau halten.



Nun denn.

Mehr Computer kommt nicht. Versprochen.

Wollte eigentlich nur über das MBR/GPT Ding schreiben…

Ich bleibe dabei:
Computer sind doof. Siehe oben.