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Ostsee 2020

Bis zuletzt war unklar, ob wir den Sommer auf unserem Boot STORMVOGEL auf der Ostsee verbringen werden. Das Coronavirus machte jede Planung unmöglich. Für uns stand fest: Wenn wir nicht wenigstens nach Dänemark einreisen dürfen, dann lassen wir STORMVOGEL in der Halle und bringen ihn gar nicht erst zu Wasser.

Route Ostsee 2020 – darauf klicken um auf die interaktive Karte zu kommen

Doch Mitte Juni entspannte sich die Cornalage in Europa und Dänemark erlaubte zunächst die Einreise für Deutsche aus Schleswig-Holstein, später dann für alle Deutsche. Einen konkreten Törnplan hatten wir aufgrund der Dynamik der Pandemie nicht erstellt, standen aber in regelmäßigen Kontakt zu Segelfreunden aus Deutschland und Norwegen. Der grobe Plan war, uns irgendwo in der westlichen Ostsee, Kattegatt oder Skagerak mit den Booten zu treffen.

Stormvogel vor Anker auf Lyö (Dänemark)

Immer wenn wir vom Haus auf das Boot ziehen dauert es ein paar Tage, bis wir uns an Bord eingelebt haben. Das hängt wohl auch mit der Verwandlung von „wir“ zu „Skipper“ und Mannschaft“ zusammen. Nicht zu erwähnen sind, wie in jedem Jahr, die ersten Hafen- und Schleusenmanöver zu Beginn der Segelsaison. Aber nach ein paar Tagen läuft es wie am Schnürchen und wir leben auf dem Wasser.

Im Nachhinein betrachtet lässt sich unsere gut zweimonatige Sommereise in fünf Reiseabschnitte unterteilen. In dieser Zeit hat der Skipper einen Reiseblog geführt und tägliche Eindrücke, Erlebnisse und Reisefotos darin festgehalten. Durch Klicken auf die jeweiligen Links (grüne Schrift) kommt man ganz einfach zum jeweiligen Beitrag mit Fotos.

Nach der Passage des Nord-Ostsee-Kanals trieben wir uns in den ersten beiden Wochen in der Dänischen Südsee herum: Einleben an Bord im Hafen von Marstal, Segelfreunde vor Anker auf Lyö (Lyø) treffen, eine Kühlschrankreparatur in Sonderburg (Sønderborg) und unerwartet tolle Livemusik ganz im Norden vor Langeland, in Lohals.

Rödvig / Stevens (Dänemark)

Danach wollten wir uns mit Enkeln, Neffen und einem Bruder auf Rügen treffen. Also auf nach Stralsund in zwei Etappen! Zunächst durch das wunderbare Smaland Fahrwasser im rauhen Wind (Smålandsfarvandet) nach Osten, durch den Grönsund (Grønsund) in Windstille nach Süden und endlich mal wieder im Besten Hafen der westlichen Ostsee übernachtet: Haesnes (Hesnæs). Leider im Regen, leider nur für eine Nacht. Der Wind steht gut. Daher am nächsten Tag direkt weiter in den Stadthafen von Stralsund. Zeitweise haben wir dort acht Gäste an Bord. Unter Deck, es regnet! Doch im Prinzip haben wir Glück mit dem Wetter und verbringen eine gute Zeit auf dem Greifswalder Bodden und den Häfen von Hiddensee und Ralswiek.

Hiddensee / Hafen Langer Ort (Vitte)

Mit Blick auf den Kalender wird klar, das wir uns mal langsam nach Norden aufmachen müssten, wollen wir noch tatsächlich unsere Segelfreunde aus Norwegen irgendwo treffen. Die Route führt uns in einem wunderbaren Übernachter über Rödvig (Rødvig) in den Öresund (Øresund) und zunächst nach Helsingör (Helsingør). Dort bleiben wir ein paar Tage: Die Suche nach einem kleinem Leck kostet uns einen ganzen langen Tag, das unpassende Wetter für den nächsten Schlag nach Anholt trägt auch nicht zu einer schnellen Weiterreise bei. Das ist aber alles weiter nicht schlimm, denn so erkunden wir in aller Ruhe die Stadt und lassen uns es gut gehen.

Nach vier Tagen geht es endlich weiter nach Anholt. Kaum sind wir dort fest kommt eine große Halberg Rassy aus Norwegen und führt das ganz große Hafenkino auf. Unsere Segelfreunde aus Norwegen sind es zum Glück nicht, die liegen derweil auf der Lauer am südlichen Ausgang des Oslofjords und warten auf ein Wetterfenster für den Schlag nach Süden. Das wird aber erst mal nichts, denn es herrschen nur für uns günstige südwestliche Winde, die uns perfekt nach Laesö (Læsø) wehen. Dort bleiben wir eine ganze Weile, oder besser der Skipper bleibt dort lange. Denn seine Mannschaft hat sich schon seit Monaten für einen Familientermin in Berlin verabredet. Selbst an Bord des STORMVOGELS unter dem Kommando seines selbstsüchtigen Skippers kann und darf seine Mannschaft ihre eigenen Prioritäten setzten. Unglaublich, aber wahr.

Strand auf Anholt

Mittlerweile sind die Freunde in Skagen eingetroffen, wir liegen 30 Seemeilen weiter südlich auf Laesö. Wie erwartet, wie erhofft kommt die Mannschaft planmäßig zurück und bringt sogar noch einen Sohn als Gast für die kommenden zwei Wochen mit. So verlassen wir tags darauf Laesö und gehen auch nach Skagen. Da waren wir noch nie. Endlich mal wieder Neuland, auch wenn sich die kleine Stadt so ganz anders als die ländliche Idylle von Laesö (Læsø) anfühlt. Man könnte auch sagen, dieser riesige Fischereihafen ist aufregend anders und das lag sicher nicht nur an der großen Aquavitverkostung in Skagen!

Stormvogel im Fischereihafen von Skagen (Dänemark)

Die Coronasituation ändert sich täglich und die Norweger befürchten, nach Rückkehr aus Dänemark in Quarantäne zu müssen. So trennen wir uns nach drei Tagen wieder. Die einen gehen zurück in den Oslofjord, wir andere in die Schären der Westküste von Schweden, nördlich von Marstrand. Unsere Freunde kennen das Revier recht gut und haben uns ein paar gute Ankerplätze in die Seekarte gesetzt. Die ersten beiden Tage vertrödeln wir vor Anker auf Danholmen. Mit dem Bade im Meere will es aber zunächst nicht richtig klappen. Ausnahmsweise liegt es nicht an den Temperaturen, sondern an den vielen roten Feuerquallen im Wasser. Im folgenden Bienenstock von Gullholmen geben wir uns nur eine Nacht – viel zu viel Menschen auf Booten in Partylaune. Doch die sehr eng mit süßen kleinen Häuschen bebaute Insel war die Nacht auf jeden Fall wert. In Fiskebäckskil treffen wir deutsche Segelfreunde, die wir erstmals vor vielen Jahren im Pazifik, auf Niue kennen gelernt haben. Zusammen verziehen wir auf Anker vor der Insel Lyr und verbringen dort zwei perfekte Sommertage. Inklusive Baden, Campfire und BBQ am Strand. Die Tage waren ein echtes Highlight der Reise.

Lagerfeuer vor Lyr (Schweden)

So langsam wird es Zeit an die Rückreise zu denken. Mitte September hat die Mannschaft einen weiteren wichtigen Termin und wir wollen dann zu Hause sein. Dem Gast sind die Tage mit den Eltern genug und er mustert via Fähren und Bus bereits in Marstrand ab. Wieder alleine machen wir uns also auf den Rückweg und verbringen eine letzte Nacht in Schweden vor Anker auf Vrängö (Vrångö). Tags darauf direkt nach Anholt, unter Maschine. Große Flaute für die kommenden Tage im Norden, südlich von Anholt guter Segelwind für den weiteren Südkurs. Nur eine Nacht in Anholt, aber diesmal mit Sundowner in der Orakelbar.

Abendstimmung auf Samsö

Wetter und Mannschaften anderer Boote machen uns auf Samsö (Samsø) ein wenig zu schaffen. Aber auch die Digitalisierung von Yachthäfen steigert die schlechte Laune des Skippers. Doch im Grunde liegt die schlechte Laune nur an der Rückreise. Rückreisen sind immer doof und der Skipper möchte das Ende dieser schönen Reise eigentlich immer weiter heraus zögern. Doch Middelfart und erneut Lyö (Lyø) bringen uns unweigerlich näher nach Hause. Nach 65 Tagen an Bord machen wir in Wendtorf fest. Zum Glück bei schlechtem Wetter!

Das war er also. Unser Sommertörn 2020 auf der Ostsee.

Stillstand ist der Tot.

Runter vom Sofa, raus in die Welt.

Peter.

P.S: Etwas Statistik

Anhand des wie immer geführten Logbuchs ergibt der Übertrag in EXCEL (12/10/2020) folgende Kennzahlen:

  • 987 Seemeilen
  • 65 Reisetage
  • 35 Segeltage
  • 30 Hafentage
  • 10 Ankertage
  • 1 Übernachter
  • 70 Motorstunden

Wenn wir die Rückreise von Wendtorf nach Glückstadt mit einbziehen, kommen wir auf gut 1.000 Seemeilen – fühlte sich nicht so an!

Zur Lage XXXVIV

Seit mehr als 24 Tagen unterwegs und noch kein Lagebericht?

Kann doch nicht sein. Es ist doch ein Boot! Auf einem Boot passiert immer was! Auf einem Boot geht immer (jedenfalls, wenn es in Fahrt ist) was kaputt!

Aha. Wenn das so ist und jetzt ein Lagebericht kommt, dann ist wohl was kaputt!

Na ja, so platt kann man das nicht sagen. Wie immer muss eine jede Wahrheit differenziert dargestellt werden. Und selbst dann kann man ja mittlerweile bezweifeln, ob eine Darstellung der Wahrheit überhaupt der einen, unzweifelhaft richtigen Wahrheit entsprechen kann.

Wahr oder Falsch?

Schon länger, eigentlich schon seit den ersten Seetagen beobachten wir eine kleine, eine sehr kleine Menge von Seewasser in der Maschinenraumbilge. Vielleicht 100 oder 200 Milliliter. Immer fein aufgewischt, immer fein beobachtet. Keine Ursache erkannt, aber gedanklich über die Tage immer mehr auf eine kleine Leckage im Seewasserkreislauf der Maschine eingeschossen. Die Indizien:

  • Im Hafen kein Wasser
  • Wasser immer nach Maschineneinsatz
  • Mehr Meerwasser, wenn die Maschine mehr Last hatte

Da wir ja nun auf unseren dritten Reiseabschnitt gen Norden ins Kattegatt wollten, kamen Skipper und Mannschaft in Rödvig überein, endlich die genaue Ursache finden zu wollen. Schließlich kann aus einem kleinen Leck immer auch ein größeres werden. Man stelle sich einen seewasserführenden Gummischlauch vor, der an der Schlauchschelle altersbedingt eingerissen ist und im Moment nur leicht tropft…bis der Riss sich unter Last auf einmal weiter öffnet und das Seewasser nicht mehr zirkulieren kann. Zwei Probleme würden folgen: Die Maschine würde überhitzten und wir hätten unkontrollierten Wassereinbuch im Maschinenraum.

Nix gut. Unbedingt vermeiden!

Einmal mehr die Maschine inspiziert. Diesmal als einzigen Tagesordnungspunkt. Mit dem großen Schminkspiegel und Taschenlampe alle seewasserführenden Schläuche in aller Ruhe angesehen. Mit der Hand alle Schlauchschellen ertastet. Letzteres unter Aufgabe einer unversehrten Haut an Hand und Unterarm, denn die Schläuche liegen zwar alle gebündelt an der Backbordseite, doch sämtlich unter dem Wärmetauscher und somit schwer zugänglich.

Nichts, gar nichts. Keine Laufspur, kein getrocknetes Salz, keine Spur.

Maschine an, im Leerlauf auf 2.000 Umdrehungen 30 Minuten laufen lassen. Die Nummer mit dem Schminkspiegel wird nun schwieriger, muss man doch höllisch aufpassen, damit nicht in den rotierenden Keilriemen zu geraten.

Nichts, gar nichts.

Kann ja wohl nicht sein!

Maschine aus. So kommen wir nicht weiter. Kontroverse Diskussion zwischen Mannschaft und Skipper. Externe Hilfe während einer Reise war bisher in der Regel nie so richtig erfolgreich. Doch der Skipper, ganz der erfahrene Projektmanager, besteht darauf.

Zuvor aber noch selbst das Schnüffelventil des Schwanenhalses überprüfen. Vielleicht ist da ja was nicht in Ordnung? Auch (mal wieder) nicht so leicht erreichbar, aber der Skipper bekommt es ab, inspiziert das winzige Jokerventil, findet aber bis auf ganz wenig Ablagerungen nichts. Zusammenbauen. Das war also auch wieder nichts.

Also externe Hilfe suchen.

In Rödvig gibt es eine relativ große Werft, nach kurzem herum fragen findet der Skipper den Motorenmann und der kommt, zum Erstaunen des fragenden, sofort mit an Bord des Stormvogels. Der Herr mittleren Alters spricht leider weder Englisch noch Deutsch, wir (bekanntlich) kein Dänisch. Und so untersucht der die Maschine, versucht den Kühlkreislauf nachzuvollziehen und findet – nichts.
Der Skipper möge bitte die Maschine starten. Gute Idee. Nach ein paar Minuten kommt er strahlend aus der Achterkajüte wieder heraus und meint, Maschine aus, er habe das Leck gefunden!

Klasse! Super, Astrein!

Wo, wo bloß?

Er zeigt mir den Schwanenhals und die Schraubverbindung des Schnüffelventils. Alles nass.

Der Skipper schweigt stille. Deprimiert über diese eigene grandiose (nicht)Leistung. Was für eine Niederlage, was für eine Schmach.

Der Mechaniker schraubt das Schnüffelventil richtig zusammen und ist zufrieden über seine Leistung. Der Skipper signalisiert gespielte Zufriedenheit und ist froh´, als der Mechaniker unter Einstreichung eines angemessenen Lohnes für eine Stunde Arbeit das Boot verlässt.
Das Sprachproblem, der Habitus des Mechanikers und der selbst gebaute Fehler lassen den Skipper erkennen, das er so nicht weiter kommen wird.

Die Fakten:

  • Die Maschine sieht trocken aus
  • Eine Ursache für das Seewasser in der Bilge ist nicht erkennbar
  • Es ist so wenig Wasser, das man daraus wohl kein Drama machen sollte

Die Entscheidung liegt auf der Hand: Weiter fahren und vor allem weiter beobachten!

Die Reise von Rödvig nach Helingör ist rauer, im letzten Drittel sogar viel rauer als gedacht. Die Maschine brauchen wir nur zum Aus- und Einlaufen, in der schrecklichen Enge des Yachthafens von Helsingör und dem vielen Wind muss die Maschine bei den Wenden in den engen Boxengassen öfters mal auf eine hohe, sehr hohe Drehzahl.

Als wir am nächsten Tag die Bilge untersuchen, sind wir beide frustriert. 8-10 Liter holen wir heraus. Das ist viel. Das ist richtiger Mist!

Die Maschine wieder mit dem Spiegel abgesucht, wieder keine Spur.

Da hilft alles nichts. Spätestens jetzt ist Telefonjoker Wolfgang gefragt. In einem langen Telefongespräch wird die Situation erörtert, Prüf- und Testverfahren besprochen und vor allem die Wichtigkeit der Ursachenfindung fest gestellt.

Entsprechend motiviert geht es wieder in die Motorbilge.

Doch was ist das?
Fragt die Mannschaft.

Ja, was ist denn das?
Wieso steht denn da vorne schon wieder eine kleine Mini-Pfütze?

Wir hatten die Bilge doch gestern trocken gelegt?
Da kann so eine Minipfütze ja nicht einfach vom Himmel fallen?
Schon gar nicht vor der Maschine!
Wenn, dann unter oder (weil der Stormvogel achterlich getrimmt ist) hinter der Maschine. Aber doch nicht davor?

Und nun sind wir wieder bei der Wahr oder Falsch Frage.

Was ist die Wahrheit, was ist Irrglaube, was ist Fehleinschätzung? Was ist eine Verdrehung von (vermeintlichen) Tatsachen?

Ab wann verrennt man (im speziellen der Skipper) sich in eine Idee?

Die Mannschaft will wissen, wieso das Wasser vor der Maschine steht. Der Skipper gibt an, das es da vorne eine von oben nicht sichtbare Verbindung zur Wassermacherbilge gebe, aber der Wassermacher könne es nicht sein, da dessen Seeventil seit Reisebeginn geschlossen sei.

Dennoch:
Wassermacherbilge aufmachen und mit der Taschenlampe in Ruhe genauestens inspizieren. Alle Schläuche sehen gut aus, da tropft nix. Das Boot wird im Hafen von Helsingör durch den Wind ganz gut durchgeschüttelt. Da, die Mannschaft bemerkt es schon wieder zu erst: Eine ganz kleine, eine ganz zarte Laufspur auf der Bordwand! Eher eine Reihe von Tropfen als ein Bächlein.

Trotz intensiver Suche: Die Quelle ist nicht zu identifizieren. Vermutlich irgendwo unterhalb des aus Holz gebauten Fundaments des Wassermachers. Im Skipper baut sich ein innerer Widerstand auf: Das Teil will (muss?) ja wohl nicht ausgebaut werden?

Anruf bei Telefonjoker Wolfgang: Erleichterung, das endliche eine heiße Spur gefunden wurde und das die Maschine wohl gar nicht die Ursache ist. Und die klare Ansage: Kann ja wohl kein Problem sein, den Wassermacher auszubauen, oder?

Na ja, irgendwie ist der ja auch da rein gekommen und irgendwie werden wir wohl an die Montageschrauben kommen und irgendwie bekommen wir auch die umfangreiche Elektrik abgeklemmt. Der innere Widerstand bröckelt, die Mannschaft ist hoch motiviert. Das steckt an!

Mittlerweile sind wir seit gut 8 Stunden auf Fehlersuche. Gegen 15:00 Uhr legen wir los, gegen 16:30 Uhr ist das Monster draußen und das Fundament demontiert. Nun haben wir einen klaren Blick auf die Quelle der Tropfenspur und stellen erleichtert fest: Kein Leck der Bordwand, kein verdeckter Schlauch defekt, keinde diffundierende Schweißnaht. Das Wasser kommt innerhalb eines Spantabschnitts von oben. Von oben, von oben!

Da ist ein Borddurchlass. Genau einer. Gerade so über der Wasserlinie. Das Teil ist der Auslass des Wassermachers. Da kommt die Salzlake heraus, die der Wassermacher im Betrieb übrig lässt, nachdem er das Frischwasser über eine andere Leitung abgeführt hat.
Der Wassermacher wurde 2012 in der Karibik eingebaut. Das Loch für den Auslass wurde dort gebohrt und der Auslass ordentlich verschraubt und verklebt. Wir können das Teil nicht richtig sehen und nur ertasten. Keine Spur von Wasser oder Salz. Nichts wackelig. Angeschlossener Schlauch OK.

Ist dieser Borddurchlass wirklich die Ursache für das Seewasser in der Motorbilge?

Die Fakten:

  • Auf der Reise von Stralsund nach Rödvig lagen wir kaum auf der Backe, bei dem wenigen Wind eher aufrecht gesegelt
  • Auf der Reise von Rödvig nach Helsingör lagen wir ordentlich, in den Böen auch sehr ordentlich auf der Backe. Die ganze Zeit. Der Borddurchlass war vermutlich über eine Zeit von 8 Stunden gut einen Meter unter Wasser.

Könnte sein, könnte sein!

Der Dampfer sieht innen aus wie eine Kombination aus Lager und Werkstatt. Mittlerweile ist es nach 18:00 Uhr.

Mit einer Armverlängerung stopfen wir ordentlich viel Löschpapier (in Form von Küchenrollenpapier) in die Umgebung des Borddurchlasses. Wir räumen den Dampfer wieder ein und achten dabei darauf, das wir den Borddurchlass einfacher auch während der Fahrt erreichen können.

Über 12 Stunden Arbeit. Zu zweit. Also eher 24 Stunden.

Doch wir werden belohnt. Zwei Tage später. Auf der Reise von Helingör nach Anholt geht es zwar nicht ganz so doll zur Sache, wie auf der Reise zuvor, doch wir liegen wieder gut auf der Steuerbordbacke und unmittelbar nach dem Festmachen auf Anholt stellt der Skipper fast schon freudig fest: Das Löschpapier ist klitsche Nass!

Nun, die Ursache für das Seewasser in der Maschinenraumbilge ist eindeutig gefunden.

Man muss trotz allem auch das positive sehen. Nur so kommt man weiter.

Bereits in Helingör, also vor der Beweisführung, wurden mit Wolfgang Möglichkeiten einer möglichen Notreparatur erörtert. Denn natürlich ist es zu vermeiden, das Boot vor dem Winterlaqger auf der Durchreise aus dem Wasser holen zu müssen.

Die Lösung in Kurzform: Skikkaflex und Klebefolie.

Wäre da nur nicht das aktuelle Schmuddelwetter auf Anholt. Doch es nützt ja nichts.

Dingi aufbauen, ins Wasser längsseits an der Baustelle fixieren. Reinigungsmittel, Sikka, Spachtel, Schere, Klebefolie und Einmalhandschuhe bereit legen und los geht es. Wir haben Glück, das der starke Wind das Boot nach Backbord krängt und so die Unterkante des Borddurchlass ca. 5 Zentimeter oberhalb der Wasseroberfläche liegt. Wellenschlag durch das Dingi ist zu vermeiden.

Die Außenseite des Borddurchlasses ist schnell gereinigt, dick mit Sikka eingestrichen und kurz vor dem einsetzenden Nieselregen gelingt es auch noch, die Baustelle großflächig mit der Klebefolie abzukleben.

Das war Teil 1. Außen.

Innen folgt Teil 2. Mittels Finger der Mannschaft und Spachtel wird über eine halbe Tube Sikkaflex um den Borddurchlass geschmiert – viel besser geht es nicht und es geht hier ja auch nicht um Schönheit, sondern um Dichtigkeit. Und nur darum.
Eine ähnliche Aktion hatten wir ja mal 2012 auf dem Atlantik: Da war ein Borddurchlass eines Tankverschlusses an Deck undicht. Von außen konnte man damals nicht arbeiten, aber von innen haben wir den Durchlass so eingekleistert, das es für den Rest der ganzen Reise dicht blieb (…und erst beim Refit 2016/2017 ordentlich behoben wurde).

Mit dem guten Gefühl, etwas verbessert zu haben machen wir uns einen Tag später auf nach Läsö, wieder mit ordentlich Wind und Steuerbord Lage. Nach Ankunft ist das eingebrachte Löschpapier trocken, die Bilgen auch. Allerdings ist die in Anholt noch bombenfest sitzende Klebefolie verschwunden. Der Sikkapfropf sitzt aber noch.

Also haben wir erst mal zunächst das Problem gelöst. Mit telefonischer Hilfe von Wolfgang. Aber mit ohne Mechaniker, die auf durchreisenden Booten keine Lust haben.

Könnte sein, das wir vor diesjährigem Reiseende da noch mal ran müssen. Kann aber auch sein, das dieser Flicken noch vier bis sechs Wochen hält.

Jetzt wissen wir ja, wo wir suchen müssen.

Peter.

P.S.: Es gibt noch weitere kleine Bootjobs. Mal sehen, ob sich daraus ein weiterer Lagebericht ergibt 😉

KOOPMANS YACHT zu verkaufen / for sale / te koop

(english version below)
(dutch version below)

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[DEUTSCH]

KOOPMANS YACHT 48 Aluminium zu verkaufen!

Es ist vollbracht! Wir haben unser Projekt „Lange Reise“ am 30. Juli 2016 nach vier Jahren beendet und sind zurück in der Heimat.

Unsere KOOPMANS Segelyacht mit dem schönen Namen „STORMVOGEL“ ist gebaut und ausgerüstet für die großen Weltmeere, für lange Seereisen, für einsame Ankerplätze, für neue Freundschaften und für echte Abenteuer auf See. Dort draußen in dieser Wunderbaren Welt fühlt sich der STORMVOGEL wohl – und die Besatzung auch!

In der Wintersaison 2016/2017 wurde  der STORMVOGEL von einer Werft in der Nähe von HAMBURG optisch (Neulackierung, Teak Ausbesserung) wieder her gerichtet – das lohnt sich bei jeder soliden KOOPMANS Yacht.
Technisch ist der STORMVOGEL in einem guten/sehr guten Zustand – außer normaler Wartung sind in diesem Bereich keine Arbeiten notwendig oder geplant. Seit der Saison 2017 sind wir mit unserer Aluminium Segelyacht auf der Ostsee unterwegs.

Der STORMVOGEL ist das ideale Fahrtenboot für lange Segelreisen. Jeder der auf der Suche nach einem schönen und soliden Boot für den großen Blauwasser-Törn ist, sollte sich mit KOOPMANS Yachten aus Aluminium auseinander setzen und sich natürlich auch unseren STORMVOGEL ansehen!

Wir suchen für den STORMVOGEL einen neuen Eigner, eine neue Eignerin. Mit ähnlichen Träumen, Plänen und Ansprüchen für den großen Segeltörn auf den Weltmeeren, wie wir sie Anfang 2012 hatten.

Die Blauwasser Segelyacht STORMVOGEL wird verkauft.

Jetzt oder später.

Eine detaillierte Bootsbeschreibung in Deutsch befindet sich hier:

Auf unserer neuen Verkaufsseite unter www.koopmans48.de befinden sich weitere Beschreibungen und viel mehr Bilder vom Boot.

Kontaktaufnahme jederzeit über peter(at)wiedekamm.com

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[ENGLISH]

KOOPMANS YACHT 48 Aluminium for sale!

We did it! We have finished our project „Long journey“ on 30 July 2016 after four years of traveling and are back at home now.

Our KOOPMANS yacht with the beautiful name „STORMVOGEL“ is constructed and equipped for the great oceans, for long voyages, for lonely anchorages, for new friends and for real adventure at sea. Out there in this marvelous world of STORMVOGEL feels comfortable – and the crew also!

In the winter season 2016/2017 STORMVOGEL was at a shipyard near HAMBURG to do an optical refit (repainting, repairing teak) – this pays off with every solid KOOPMANS yacht.
Technically the STORMVOGEL is in good / very good condition – except normal maintenance no work is required or planned in this area. Since summer season 2017 we sail this beautiful aluminium sailing yacht at the Baltic Sea.

The STORMVOGEL is the ideal tour boat for long sailing trips. Anyone who is looking for a beautiful and solid boat for the big blue water trip, should look for KOOPMANS aluminum yacht and of course for our STORMVOGEL!

We are looking for a new owner for STORMVOGEL. With similar dreams, plans and requirements for the big cruise at the high seas, as we them had early 2012.

The Blue Water Yacht STORMVOGEL is for sale now.

Now or later.

A detailed boat description is located here:

Additional information could be found at our new sales-website at www.koopmans48.com with more text and much more pictures.

Contacting any time peter (at) wiedekamm.com

 

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[DUTCH]

KOOPMANS YACHT 48 Aluminium te koop!

We hebben het gedaan! We hebben ons project „Lange reis“ geëindigd op 30 juli 2016 na vier jaar van reizen en zijn weer thuis nu.

Onze KOOPMANS jacht met de mooie naam „STORMVOGEL“ is gebouwd en ingericht voor de grote oceanen, voor lange reizen, voor eenzame ankerplaatsen voor nieuwe vrienden en voor de echte avontuur op zee. Daar in deze prachtige wereld van STORMVOGEL voelt comfortabel – en de bemanning zo!

In het winterseizoen 2016/2017 was STORMVOGEL op een scheepswerf in de buurt van HAMBURG voor een optische aanpassing (verversen, repareren van teak) – dit loont bij elk solide KOOPMANS-jacht.
Technisch is het STORMVOGEL in goede / zeer goede staat – behalve normaal onderhoud is er op dit gebied geen werk vereist of gepland. Sinds het zomerseizoen 2017 varen we met dit prachtige aluminium zeiljacht aan de Oostzee.

De STORMVOGEL is de ideale rondvaartboot voor lange zeiltochten. Iedereen die op zoek is naar een mooi en solide boot voor de grote blauwe water reis, shoulderstand zoek naar KOOPMANS aluminium jacht en natuurlijk voor onze STORMVOGEL!

We zijn op zoek naar een nieuwe eigenaar voor STORMVOGEL. Met gelijkaardige dromen, plannen en vereisten voor de grote cruise op de volle zee, zoals wij ze hadden begin 2012 Design.

The Blue Water Yacht STORMVOGEL is te koop nu.

Nu of later.

Een gedetailleerde beschrijving boot is hier te vinden:

Aanvullende informatie kan worden gevonden op onze nieuwe saleswebsite op www.koopmans48.nl    met meer tekst en nog veel meer foto’s.

Contact opnemen met elk moment peter (at) wiedekamm.com