Zur Lage II:

Nack knapp anderthalb Wochen Falmouth steht Morgen unsere Weiterreise über die Biskaya an. Alle Wetterberichte (MIB (Knut!), MAXSEA, DWD, MET OFFICE) sagen eine stabile Hochdrucklage für die nächsten 4-5 Tage voraus.

Die Route ist mit vier Wegepunkten für 435 Seemeilen (sm) eigentlich einfach:

  • Leg 1: Raus aus dem Hafen und Falmouth mit Südkurs (180°) für 6 sm verlassen. Zeit: Donnerstag, 30/08/2012 18:00 Uhr bis 19:00 Uhr.
  • Leg 2: Auf Höhe “The Manacles” Kurs 187° für 87 sm nehmen. Damit erreichen wir die Nordostspitze des TSS (Traffic Separation Scheme) von Quesssant. Zeit: Donnerstag, 30/08/2012 19:00 Uhr bis Freitag, 31/08/2012 09:00 Uhr.
  • Leg 3: Dann Kursänderung auf 208° und für 328 sm Richtung Cabo Prior laufen…zunächst sauber in der ITZ (Inshore Traffic Zone), dann offene See. Zeit: Freitag 31/08/2012 09:00 bis Sonntag, 02/09/2012 16:00 Uhr.
  • Leg 4: Und schließlich die Ansteuerung nach La Coruna für 14 sm mit 191°. Zeit: Sonntag, 02/09/2012 16:00 Uhr bis 19:00 Uhr.

Dabei soll der Wind aus für uns günstigen Richtungen kommen. Für die einzelnen Abschnitte (“Leg”) rechnen wir mit folgenden Winden:

  • Leg 1: N´liche Winde Beaufort (Bft) 5
  • Leg 2: N`liche Winde Bft. 4
  • Leg 3: N´lich zu E drehender Wind Bft. 4 – 7
  • Leg 4: E Bft. 6

Also eigentlich ist alles gut. Vielleicht ist die angesagte Welle mit teilweise 3 Metern doof, in jedem Fall werden wir kurz vor dem Ziel in La Coruna durch einen sogenannten Kap-Effekt (Kap Finestere) wohl eine kurze Starkwindphase (der DWD schätzt in Böen 8 Bft) hinnehmen müssen, aber da kann es sich wohl nur um Stunden handeln.

Wir wollten ursprünglich am frühen Donnerstag Morgen starten – aber wir haben heute eine englische ARC Crew getroffen, die auch vor dem Sprung über die Biskaya stehen. Die meinten, das der Wind und die Welle am Morgen zu viel seien, das man besser Quesssant bei Tageslicht passiert und auch besser bei Tageslicht in La Coruna ankommt.

Also haben wir uns verabredet, gemeinsam am Donnerstag Abend gegen 18:00 Uhr zu starten. Dann haben wir noch drei Stunden Tageslicht um aus der Bucht heraus zu kommen und dabei die zahlreichen Hummer-Bojen rechtzeitig zu erkennen und sind dann in der Weite des englischen Kanals quasi schon auf hoher See.

Der Gedanke, das man mit zwei Booten startet, wirkt auf mich beruhigend!

Soweit die ausführliche Törnplanung – mal sehen, wie die Wirklichkeit ist 😉

Peter.