Nun, einen allerletzten Beitrag zur MAROKKO 2026 (MA26) Reise muss es ja wohl noch geben?
Zum Reiseende hier der Versuch einer Zusammenfassung in Form von vier Akten:
a) Erster Akt: Emotional:
War es richtig, nach der MAROKKO 2022 Reise noch mal das Land zu besuchen?
Ja, auf jeden Fall!
Denn die Eingeborenen waren in diesem Jahr viel entspannter und weit weniger aufdringlich als vor vier Jahren. Diese extrem subjektive Wahrnehmungsverbesserung mag an folgenden Faktoren liegen:
a.1) Nach COVID waren die Menschen in MAROKKO 2022 schlicht pleite und jeder musste sehen wie er/sie über die Runden kam. Wenn da ein (vermeintlich) reicher Tourist um die Ecke kam, musste dem auf Teufel komm raus auf jeden Fall was verkauft werden.
a.2) Für uns war MAROKKO 2022 das erste afrikanische Reiseland. Wir hatten keinen Vergleich und keine Erfahrung. Danach haben wir SÜDAMERIKA (SA2223) und TUNESIEN 2025 gemacht und so vermutlich unser eigenes Verhalten im Umgang der Bevölkerung in wirklich fremden Ländern verbessert.
a.3) Im Wesentlichen blieben wir auf dieser Reise abseits der Touristen HotSpots in Gegenden in denen weiße Touristen als Gäste und nicht als Bezahlopfer wahrgenommen werden.
a.4) Wir sind auf dieser Reise locker mit einem anderen Auto zusammen gefahren und haben uns immer mal wieder für ein paar Tage getroffen. Dadurch kann man Erlebnisse direkt auf der Reise besser verarbeiten und bewerten.
MAROKKO 2026 war eine richtig gute, erlebnisreiche und schöne Reise!
b) Zweiter Akt: In Zahlen:
Insgesamt sind wir genau 10.869 Kilometer in 194,5 Fahrstunden und einem Durchschnitt von 55 Stundenkilometern gefahren. Der Gesamtverbrauch lag bei 12 Litern Diesel auf 100 Kilometer. Gemessen am aktuellen Dieselpreis von 2,40 € hätten wir somit über 3.000 € an Diesel verbraten. Plus Fähren (ca. 1.400 €) wäre man in einem Bereich wo man wohl auch eine gute Flug/Hotelreise hätte machen können? Aber, und das gilt es wirklich zu beachten: Das wäre eine ganz andere Reise geworden die diesem wunderbaren Wohnmobilreiseland nicht gerecht wäre.
Außerdem haben wir in MAROKKO immer für maximal 1,10 € getankt, man kann sich eben alles schön oder schlecht rechnen.
70 Reisetage insgesamt, davon 46 in MAROKKO. Im Land haben wir 6.176 Kilometer mit dem Auto zurück gelegt, die gut 4.000 Kilometer mehr ergeben sich durch die weite Anreise nach ALGECIRAS (SPANIEN) weil die ursprünglich geplante Fähre ab/an SETE (SÜDFRANKREICH) auf der Hinfahrt nicht fuhr.
Dadurch ergeben sich rechnerisch 136 im Land gefahrene Tageskilometer, in der Tat gab es natürlich kurze und lange Etappen, aber auch viel Standzeit. Tatsächlich lag eine typische Tagesetappe eher bei 220 Straßenkilometern, mithin 4 bis 5 Stunden Fahrzeit.
Übernachtet haben wir immer da, wo wir es gut fanden. Egal ob freier Stellplatz, Campingplatz oder Parkplatz. Eine Nacht auf einem Campingplatz kostete zwischen 8 und 12 Euro. Zu keiner Zeit fühlten wir uns unsicher oder bedrängt.
Die Ver- und Entsorgung des Wohnmobils war in MAROKKO völlig problemlos. Nur zwei mal musste das Klo in die Botanik entsorgt werden, das ist ein überraschend guter Wert. Landstrom wurde an keinem Tag im Land bezogen, die Solaranlage auf dem Dach war jederzeit völlig ausreichend für die Stromversorgung. Es war hochgradig sinnvoll im Land auf eine lokale Gasflasche zu wechseln, wir haben zwei BUTAN 11kg Flaschen (zu je 6 €) verbraucht.
Mit Glück hatten wir auch mal 20°C Tagestemperatur, im wesentlichen war es gefühlt zu kalt und insbesondere am Anfang an der ATLANTIK Küste auch zu nass. Die Heizung lief fast jeden Abend/Nacht im Bus.
c) Dritter Akt: Die MAROKKO 2026 Rundreise in Worten:
Die Ortsnamen sind auf die jeweiligen Reiseberichte mit dazugehörigen Fotos verlinkt, einfach darauf klicken, falls noch nicht gelesen:
Ankunft in TANGER MED. Entlang der Atlantikküste südwärts über MOHAMMEDIA (326km), dem ewig pulsierenden MARRAKESCH (259km) und SIDI QUASSAI (287km) in das beschauliche EL QUATIA (TAN TAN PLAGE, 287km) um von dort aus erstmalig in die ehemalige WEST SAHARA vorzudringen.
Auf dem Weg zum südlichsten Reiseziel AD DAKHLAR in FOUM EL QUED (187km) und dem tollen Strand bei QUED KAARA (418km) übernachtet. Nach weiteren 129km das im Prinzip überflüssige AD DAKHLAR erreicht. Auf dem Rückweg von AD DAKHLAR noch mal im FOUM EL QUED (458km) übernachtet und unfreiwillig ein kleines Wüstenabenteuer auf der Strecke von SMARA (238km) nach ZAG (424km) erlebt.
Ganze 8 Tage auf „der Platte“ bei TAFRAOUTE (269km) Fahrpause gemacht. Auf diesem vielleicht besten Stellplatz in MAROKKO wird es wohl nie langweilig und man hätte dort auch noch länger bleiben können.
Ostwärts in die Wüste nach M´HAMID über die Stationen TATA (203km), FOUM ZGUID (76km) und BOU RBIA (65km) und schließlich in das schon bekannte Wüstencamp bei M´HAMID (157km) erreicht.
Über AKHLOUF (153km) und OUZARATE (134km) nach OUZUD (253km) um die Wasserfälle und das TRAUMSCHIFF WALHALLA zu besuchen.
Von OUZUD aus in den HOHEN ATLAS zum spektakulären Bergsee LAC DE TISLIT bei IMICHIL (241km) auf über 2.100 Höhenmetern.
Über GOULMIMA (208km) und BOUARFA (309km) in den äußersten Südosten von MAROKKO nach FIGUIG (102km) und schließlich zu der im extremen Osten gelegenen Bergoase ICH (153km), fast vollständig umgeben von ALGERIEN.
Zurück nach BOUARFA (98km) und von dort aus stramm nach Norden mit Stationen in der touristenfreien Metropole OUJDA (249km), in der Nähe von NADOR (95km), in den kleinen Fischereihafen von CALA IRIS (194km), M´DIQ (195km) und schließlich zurück nach TANGER MED (49km).
d) Vierter Akt: Schäden:
Im großen und ganzen sind Auto, Anhänger und Motorroller ganz geblieben. Lediglich auf der Strecke von SMARA nach ZAG sind Offroad ein paar kleinere Sachen kaputt gegangen, die hier Erwähnung finden sollen:
d.1) KNAUSi rechter Hinterreifen:
Hergang im Tagesbericht hinreichend beschrieben. Die finale Reifenreparatur in TAFRAOUTE hat bis jetzt einwandfrei gehalten und der Reifen wird auch so weiter gefahren. In schätzungsweise 5.000 Kilometern müssen alle vier Reifen sowieso mal wieder getauscht werden.
d.2) KNAUSi Trittstufe:
Vermutlich irgendwo aufgesetzt und ein massives Führungsblech so verbogen das die Stufe nicht mehr ausfahren konnte. Einfach mit Gewalt gerade gebogen, funktioniert wieder. Ein Plastikteil der Trittstufe verloren, ein anders zerbrochen. Das zerbrochene konnte geklebt werden, das verlorene wird nicht ersetzt.
d.3) Tender To KNAUSi:
Rechter Radkotflügel aus Kunststoff zerbrochen, vermutlich durch Steinschlag (?). Mit Klebeband geflickt, wird nun durch ein Neuteil ersetzt.
d.4) Motorroller Heidi:
Die vorderen Zurrgurte haben die Kunststoffverkleidung des Motorrollers aus seiner Position gerissen. Vermutlich die Zurrgurte zu stark gespannt gepaart mit starker Erschütterung bei dem Offraod Abschnitt SMARA/ZAG. Die Metallhalterung am Roller wurde zurückgebogen und die Schraubenhalterungen der Kunststoffverkleidung konnte geklebt werden.
d.5) KNAUSi Möbel:
Hier und da ein paar Möbelschrauben nachgezogen und ein Lattenrost neu bestückt.
Das war´s auch schon. Nicht wirklich was passiert.
Das war also MAROKKO 2026.
Mit Chance wird noch ein Fotobuch gebaut, aber dazu braucht der Schreiberling große Muße und vor allem Zeit. Die ist im Moment etwas knapp, das nächste Projekt mit Namen STÖRTEBECKER wartet schon.
Soweit erst mal,
Peter.









