Am vergangenen Freitag, sehr früh im Morgen (8/7/2014 5:30) haben wir SAUMLAKI mit Ziel MOA verlassen – 220 Seemeilen mit einem geplanten Durchschnitt von 6,5 Knoten sollten eine Ankunft am späten Samstag Nachmittag ermöglichen…
…SAUMLAKI wird ewig in Erinnerung bleiben – nicht, weil es so
wunderschön ist (…ist es in Wirklichkeit nicht!), sondern weil es für
uns das Erste Stück ASIEN überhaupt ist. Alleine der Besuch der Schule
am Mittwoch wäre ein eigener Beitrag wert – abgeholt mit Trommelzug und Polizei, bei Ankunft in der Schule ruhte der Betrieb und die Gäste
wurden freudig Willkommen geheißen und stolz durch die Ausbildungsräume geführt…
…tatsächlich kommen wir am frühen Nachmittag in MOA an. Die Reise war mal wieder viel schneller als gedacht. Eher 7 oder 7,5 Knoten. Dafür aber auch mit ordentlicher Welle. Daher haben wir die Kurslinie nördlich der Inseln gelegt, um so dem schlimmsten Schwell zu entkommen. Das war richtig und gut und so war der lange Übernacht-Törn durchaus erträglich.
Der Ankerplatz vor MOA entpuppt sich schon bei der Ankunft als lausig.
Die Küste in Schwimmweite voraus, Wassertiefe > 100 Meter. Dann geht es innerhalb von 50 horizontalen Metern (also gerade mal 4 Bootslängen!) von 40 auf 3 Meter aufwärts! Und die drei Meter sind ein intaktes Korallenriff, direkt vor der Küste.
Mit anderen Worten, wir müssen an einem Unterwasserberg ankern. Das ist nicht gut, weil die Kette irgendwann in der Luft (äh, im Wasser)
durchhängt, statt lange auf dem Grund zu liegen. Nun denn, wir wollen
ankommen, hier bleiben und
AN LAND ESSEN GEHEN!
Unser Ankunft wurde über nicht vorhandene Buschtrommeln verkündet – der örtliche Navy-Offizier kommt an Bord und überprüft unsere Bootspapiere.
Sehr freundlich. An Land werden wir von Jonny und Eva erwartet, den
örtlichen Tourismus-Beauftragen. Eigentlich sind wir ja zwei Tage zu
früh´ hier und eigentlich wollen wir auch nur was essen gehen.
Das funktioniert in INDONESIEN aber scheinbar nicht. Die beiden haben geschwind einen Reisebus organisiert und wir machen eine Tour durch die „Stadt“. Krasser Unterschied zu SAUMLAKI. Ein Highway mit zwei baufälligen Pisten, in der Mitte großprotzige Straßenbeleuchtung und nur hier und da einmal ein Haus. Natürlich kommen wir am Haus des Regenten vorbei…Palast inmitten der Einöde, dafür aber in Landesfarben geschmückt. Keine Bewachung, auch nicht beim Stellvertreter.
Wir bekommen ein Generatorhaus mit MAN Dieseln zu sehen, das nur Abends in Betrieb genommen wird. Ein kleiner Fussballplatz mit sehr, sehr vielen Zuschauern und dann auf einmal eher kleine Bretterbuden und Häuschen. In einem ist unser „Restaurant“, sehr einfach, aber dafür ist die Chili-Soße UNGLAUBLICH hot, hot , hot!!!
(…was einige der mitreisenden AUSTRALIER erst nach dem dritten Happen bemerken und verzweifelt nach dem Feuerlöscher suchen…).
Das Essen ist trotzdem lecker und sehr günstig. Für fünf Personen
bezahlen wir gerade mal 170.000 Rupien. Das sind ca. 17 AUS$ oder vier Flaschen lokalem BINTANG Bier (ähm 0,6 Liter, die Flasche).
Zurück am Strand stellen wir fest, das die Ebbe eine Rückkehr zu den
Booten unmöglich macht. Das Riff liegt nun fast trocken. Elisabeth, die
an Bord von ODA als Ankerwache freiwillig zurück geblieben ist,
berichtet von heftigem Rollen und hat weiterhin Sorgen, das der Anker
nicht hält.
So warten wir in lauschiger Dunkelheit am Strand auf mehr Wasser, die
lokale Tourismus-Begleittruppe will uns absolut nicht alleine lassen und
plauscht mit uns am Strand…
…na ja, in Wirklichkeit mit Heidi. Unglaublich, wie sich diese Frau
anpassen und verändern kann…
Irgendwann brechen wir auf und kommen zu den Booten zurück. Für den Folgetag haben wir uns mit den INDONESIERN zum Kaffee verabredet. Fotosession an Bord von ODA.
Unser Dampfer rollt wie die blöde und wir haben echt Mühe, an Bord zu kommen…kein guter Platz hier…
…in der Funkrunde am Sonntag Morgen berichten wir den anderen Booten von unserer Einschätzung. Und fast alle hinter uns befindlichen Boote beschließen NICHT nach MOA zu gehen. Es tut uns sehr leid für die lokale Organisation, aber die Sicherheit der Boote und der Komfort der Crew gehen vor. Dieser Ankerplatz ist kein Ankerplatz für Yachten.
Für echte Schiffe schon, zwei davon sehen wir am Sonntag Morgen. Doch die ankern weiter außerhalb in 30-40 Metern Tiefe.
Und so fühlen wir uns auch am Sonntag-Vormittag unwohl an Bord. Als dann das andere deutsche Boot in der Flotte (ELONNISA) an uns vorbei segelt und auf der Nachbarinsel vor LETI einen besseren Ankerplatz findet, brechen wir auf und machen die 8 Seemeilen rüber.
Wir sind betrübt und traurig, einfach so „abzuhauen“, aber was bleibt uns übrig? Über UKW Funk versucht Per, die Gründe zu erläutern aber ob der Sprache oder des Unverständnisses von nicht-Seglern, es gelingt nur ansatzweise.
Auch hier vor LETI ist es landschaftlich unglaublich schön, aber der
Anlerplatz ist viel, viel ruhiger und längst nicht so gefährlich nahe am
Riff.
Für den Abend planen wir mit den vier Booten ein Prawn (Krabben) Essen an Bord von STORMVOGEL. Jeder bringt was mit, die Krabben sind noch aus AUSTRALIEN und lagen im riesigen Gefrierschrank von SOUTHERN STAR auf Eis.
Robbie, der Krabben-Befreier aus Berufung, hat sie nun aus dem ewigen Eis befreit und im super-klaren Seewasser fachmännisch aufgetaut…
…kein Kunststück, das Seewasser hat 26°C 😉
Peter.
Bilder von MOA:
Bilder von LETI: