Tunesien: Kerkennah Abreise, nach Süden

Vermutlich sind vier Nächte auf KERKENNAH genug. Jedenfalls stellt sich nicht der Eindruck von etwas neuem Entdecken ein, wenn man nach drei Tagen noch mal mit dem Motorroller über die Insel streift.

In der Nacht zum geplanten Abreisetag schüttet es wie aus Kübeln. Blitz und gewaltige Donner, aber keine schweren Windböen. Ob der Boden das viele Wasser wohl aufnehmen kann? Das wird vermutlich eine interessante Abreise von diesem direkt am Meer gelegenen Wasserplatz?

Maison du Sal, KERKENNAH, Tunesien

Nun, faktisch ist es ja so das nichts fest gebucht wurde und es völlig egal ist ob & wann man weiter fahren kann. Also mal ganz in Ruhe weiter schlafen.

Die aufgehende Sonne beleuchtet überraschend wenige Pfützen am Stellplatz, kein Problem voraus.

Auf dem Weg zur Fähre noch mal kurz zur Salzfabrik der Insel in der entgegen gesetzten Richtung. Fahrrad fahrende Mitreisende haben dieser am Tag zuvor einen Besuch abgestattet und waren begeistert von der Anlage, Salzrosen und einem Glücksstein. Dessen Wirkung wurde beim abendlichen MEXICAN TRAIN so deutlich unter Beweis gestellt das die aktuelle Beifahrerin darauf bestand, diesen Stein am nächsten Morgen auch einmal zu berühren. Als wenn sie nicht schon alles Glück dieser Erde hätte? Der aktuelle Fahrer könnte darauf verzichten, genug Salz im Leben gesehen.

Ein Sack Salz.

Die vermutlich zu frühe Uhrzeit macht diesem Plan allerdings einen ungewollten Strich durch die Rechnung. Außer einem einzelnen Arbeiter der wohl Wache schiebt ist niemand auf der Anlage. Wir dürfen zwar durch viel Lehm- und Salzmatsch stapfend die Hütte in der sich der Glücksstein befinden soll besuchen, doch ist diese fest verschlossen und man kann nur einen Blick durch die Fenster ins dunkle innere erhaschen.

Zurück am Fabrikgebäude wird nach käuflich zu erwerbenden Salz und Salzrosen gefragt, doch der Arbeiter versteht nur Bahnhof. Offenbar ist des KNAUSi´s Besatzung doch nicht so besonders gut in der Hand&Fuß Kommunikation?
Der Fabrikarbeiter drückt der aktuellen Beifahrerin einen „kleinen“ Plastiksack mit gut 5kg Salz in die Hand. Nein, nein, so viel wollen wir dann doch nicht kaufen! Geht es nicht auch kleiner? Es dauert bis uns der Arbeiter in eine Nachbarhalle führt und auf kleine, zu zehnt oder mehr fest abgepackte kleinere Beutel zeigt. Ja, das passt schon eher. Ja, aber die könnt ihr nicht haben. Natürlich auch nicht die riesigen Säcke mit chinesischer Aufschrift die nicht fotografiert werden dürfen. Vermutlich Exportware?
Möglicher Weise ist dem immer noch sehr freundlichen Arbeiter die ganze Aktion jetzt allerdings zu viel denn er bedeutet eindeutig das wir jetzt mal den 5kg Sack nehmen sollten und gut wäre es. Keine Bezahlung, kein Tauschgeschäft.

MV CERCINA, Fähre im Hafen von KERKENNAH

Tja, und nun schleppt KNAUSi also auch noch einen großen Sack Salz durch die Gegend. In diesem Leben vermutlich nicht mehr zu verbrauchen? Kurze Gegenrechnung: 6 Gramm Salz pro Tag sind maximal empfohlen, bummelig noch 20 Restjahre geben über 40 kg Salzbedarf. Pro Person, versteht sich! Na super.

Die Fährstation von SIDI YOUSSEF ist gleichzeitig auch einer Fischereihafen. Von den zwanzig Fischerbuden sind nur drei geöffnet. Leider werden nur Minifische angeboten, da hat man mehr Mühe als Genuss. Schade. Die Tiere stammen vermutlich aus den millionen kilometerlangen Netzanlagen die im flachen Wasser rund um die Insel zu erkennen sind.

Die Fähre MV CERCINA kommt pünktlich aber nur sehr wenige Menschen und Autos wollen an diesem Mittag zum Festland übersetzten. Diese Tour bringt schon mal kein Geld. Der ganze Ladeablauf ist auf der Insel besser als in SFAX organisiert. Hier gibt es am Fährterminal drei klare Schilder: Hier Fußpassagiere, hier Fahrzeuge mit Reservierung und hier Fahrzeuge ohne Reservierung. Die Fahrkarten werden direkt an der jeweiligen Fahrspur gekauft. Genügend Einweiser.

Einer von einer Million tunesischen Koffer PickUps auf dem Weg zum Festland

Die Verladung geht fix von statten, kaum auf dem Sonendeck angekommen kommt ein Mann in Uniform vorbei und stellt sich Kapitän der CERCINA vor. Er würde uns jetzt nach SFAX bringen. Tolle Sache! Vielen Dank!
Aber, verdammt wie war das noch mal? Hatte ein Kapitän nicht vier Streifen am Ärmel? Bei der Uniform des vermeintlichen Kapitäns konnte man höchstes drei erkennen? Darf man ihn fragen, wo der fehlende Streifen denn wohl geblieben sei? Ach, besser nicht. Vielleicht hat die Heuer ja schlicht nicht für eine neue Uniform gereicht?

Die Überfahrt, langweilig. Obwohl die super klare Sicht nach dem großen Regen der Nacht wirklich grandios ist.

Zack, Dampfer anlegen lassen, runter von der Fähre und über die Nationalstraße N1 auf den Weg nach Süden.

Ob des nun sehr bald endenden RAMADAN´s sind die Straßen nur spärlich bevölkert, aber durchaus belebt. Ist der unschöne Großraum von SFAX erst mal verlassen und kurvt man wieder durch die Landschaft macht die Autofahrt auch wieder richtig Spaß. Unabhängig voneinander kommt des KNAUSi´s Besatzung in den Sinn, die Fahrt könnte auch irgendwo durch AUSTRALIEN führen?

Selbst die kleinen staubigen Dörfer entlang des Weges könnten passen. Nur nicht die zahlreichen Lamm/Schafschlachter und die zahllosen Mofas auf der Straße. Wird endlich mal Zeit das der RAMADAN zu Ende geht und das Land wieder zum Leben erwacht.

Irgendwie haut das mit dem Wetter noch nicht hin…

In unmittelbarer Nähe der Stadt OUDHREF gibt es einen Bouleplatz auf dem man übernachten darf. Die Anlage scheint uns der seltene Versuch zu sein, irgend etwas für die Freizeit taugliches herzurichten. Kaum sind alle Fahrzeuge eingetroffen und in Parkposition kommt ein einzelner Jogger vorbei, der hier einsam seine Runden dreht und heißt die Reisegruppe herzlich willkommen. Selbstverständlich dürfen ihr hier übernachten und euch wohl fühlen! Nur bitte kein Feuer machen! Nun, die Nummer mit dem Feuer trägt er so ernsthaft vor, das es sich wohl nicht um eine Bitte handelt. Hatten wir sowieso nicht vor, der aufkommende starke Wind und Regen drängt uns außerdem erst mal zurück in die Autos.

Das mit dem wechselhaften Wetter ist schon ein wenig befremdlich. Selbst wenn die Sonne scheint braucht man mindestens eine Strickjacke. Hatte nicht irgendwer mal was von Sonne und Wärme in TUNESIEN herum geschwärmt?

Nun, entscheidend ist wie immer die Richtung, die man nimmt.

Süden, Süden, Süden!

Da muss es doch wärmer werden (?).

Peter.

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