Tunesien: Kerkennah Inseln Anreise

Von der etwa 60 Kilometer südlich von EL JEM gelegenen Großstadt SFAX setzten im zwei Stundentakt Fähren auf die KERKENNAH Inseln über.

Insel?
Fähre?
KNAUSi?

Irgendwann demnächst müsste man (ich!) mal eine Liste mit genutzten Fährverbindungen zusammen stellen, die KNAUSi absolviert hat. Am Ende kommt da noch raus das KNAUSi gar kein Wohnmobil sondern ein verkapptes Boot ist?

KERKENNAH Fähre: Ladedeck achtern: Leer, reichlich Platz für Autos die nicht reserviert haben

SFAX ist jedenfalls die zweitgrößte Stadt in TUNESIEN und alleine der Blick auf die Landkarte reicht um sehr viel Autoverkehr in und um die Stadt herum zu vermuten. Bereits 10 Kilometer vom Fähranleger mitten in der Stadt wird es spannend. Da braucht man schon volle Aufmerksamkeit, wenn auf vierspurigen Straßen Gegenverkehr auf der eigenen Spur auftaucht weil die andere Spur gerade zugeparkt ist. Angeblich ist es so, das man nicht in die Rückspiegel sehen soll, sondern „nur“ auf den Verkehr im vorausschauenden Gesichtsfeld achtet. Macht irgendwie Sinn, nur muss man doch ab und zu nach hinten sehen, ob der Anhänger auch wirklich sauber um ein parkendes Auto herum kommt.

KERKENNAH Fähre: Eine kommt, eine geht

In der Theorie kann man die Fähre nach KERKENNAH im voraus buchen. SONOTRAK.TN heißt die eigentlich gut gemachte Website. Doch nach dem man alle Daten mühsam eingetragen hat und zur Kreditkarte (nur diese Zahlart ist möglich) kommt, scheitert schon die Eingabe einer jeden Kreditkartennummer, ohne das überhaupt ein Zahlungsdienstleister in Aktion tritt. Vermutlich werden hier generell ausländische Kreditkarten, egal ob VISA oder MASTERCARD anhand von irgendwelchen Kennungen direkt auf der Website blockiert.

Also sich traditionell zum Fährterminal durchschlagen und vor Ort eine Passage buchen. Um 1230 geht die nächste Fähre, um 1130 ist der Schalter im Fährterminal noch unbesetzt. Gegen 1200 taucht dann ein (!) Mitarbeiter auf und erklärt den wartenden Touristen, das sie hier falsch seien und sie sich bitte mit ihren Autos in die Autowarteschlange einreihen mögen. Da bezahle man dann auch.
Schon klar, allerdings passen in die überdachte Halle große Autos, besser Raumschiffe, gar nicht erst rein. Ja, wenn das so wäre, dann eben zum LKW Tor auf der anderen Seite. Ohne Ticket? Ja, ja, das machen die da schon.

KERKENNAH Fähre: Land in Sicht!

Also im dichten Verkehr zum LKW Tor. Das Raumschiff voraus, will links zum LKW Tor abbiegen, doch das ist zu. Rückstau, Hupen, Streß, Da geht das Tor auf und das Raumschiff fährt auf die super enge Pier direkt vor den Rampen der Fähren und wird dort abrupt gestoppt. Hallo? Fahrschein bitte?

Erstaunlicher Weise gibt es direkt hinter dem Rolltor einen Schalter in dem ein Mann sitzt der die Fahrkarten verkauft. Wenn man das weiß hält man da, wenn nicht, wird man gestoppt. So oder so. Große Fahrzeuge kosten pauschal 30 TDN, ein wahres Schnäppchen für eine einstündige Meeresüberfahrt. Kaum ist das Ticket gelöst wird man professionell auf die richtige Fahrspur der Fähre eingewiesen. Handbremse an, Motor aus, Spiegel rein. Und gut ist.

Allein, die innere Logik dieser Art des Ticketverkaufs und Verladetaktik erschließt sich einfach nicht. Vermutlich funktioniert dieses chaotische System nur, weil die Fähren Überkapazitäten bereit stellen und nicht jeder Lademeter tatsächlich gebraucht wird? Woher sollen die Lademeister wissen, wie viel große Autos, Autos mit Anhängern usw. tatsächlich kommen?

Dadurch das die Fähren rund um die Uhr alle zwei Stunden fahren wird man wohl irgendwann mit kommen. In jedem Fall ist es Schlau, deutlich VOR der Abfahrt in der Gegend zu sein. Wie immer, eigentlich.

Nun denn, Passkontrolle bei Abfahrt und Ankunft durch die Polizei. Ganz einfach nur Überprüfung der Einreisestempel, mehr nicht. Der Polizist auf der Insel hat noch zusätzlich die Nummernschilder der Autos mit dem Handy photographiert. Keine Ahnung, was der damit will?

KERKENNAH Fähre: Warteplatz in SFAX

Die Überfahrt einfach, offenbar viele Untiefen und flaches Wasser. Aber diese Art von Fähren haben ja ohnehin nur einen geringen Tiefgang. Die übermalten griechischen Schriftzeichen verraten die Herkunft der MV ELMOUHIT. In ihrer Bauart erinnert dieser Dampfer doch sehr an die Fähre, die uns damals über die MAGELLAN Straße geschippert hat. Vielleicht gleiche Werft? Bereits bei Annäherung an die kleine Inselgruppe fällt auf: Keine Erhebung, kein Fels, kein Berg. Die Inseln sind flach wie eine Flunder.

Sehr, sehr viele Reisende sind zu Fuß unterwegs und drängen sich beim Einlaufen in den Hafen von SIDI YOUSSEF vor der noch geschlossenen Laderampe der Fähre. Wieso der Aufstand? Na ja, wer zuerst von der Fähre kommt ist auch zuerst im Linienbus der in die 10 Kilometer entfernte Hauptstadt fährt. Allerdings haben wir nur zwei Ziehharmonikabusse gesehen. Rappelvoll, selbstverständlich.

Das hat ja mal wieder alles vorzüglich geklappt. Am späten Nachmittag trifft noch ein weiteres bekanntes Raumschiff auf dem recht guten Stellplatz von EL ATTAYA ein und erweitert so die aktuelle Reisegruppe von drei auf vier Fahrzeuge und von fünf auf sieben Personen. Neben den Zufälligkeiten des Reisens gibt es in den kommenden Tagen aber auch einen Geburtstag zu feiern.

Da ist man natürlich gerne mit dabei!

Peter.

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