Bei der Überlegung was man sich denn auf TENERIFFA ansehen möchte, stolpert man über die höchste Erhebung Spaniens, den VOLCANO TEIDE. Bereits von LA GOMERA, ja sogar von EL HIERRO öfters man am Horizont zu sehen gewesen. Mit Schneekuppe.
Und wenn man sich also mit der Erkundung von dem knapp 4.000 Meter Eumel beschäftigt stellt man fest: Da fährt eine Seilbahn, fast bis ganz rauf!

Die letzten hundert Meter muss man zu Fuß gehen, wenn man denn eine Genehmigung dafür hat. Damit es auf dem Gipfel nicht zu Massenandrang und langen Menschenschlangen kommt, wurde der Zutritt über das Erteilen von Genehmigungen begrenzt. Vermutlich geht das nur so?
Nun auf den Gipfel muss man ja nicht unbedingt, aber mit der Seilbahn komfortabel auf gut 3.500 Höhenmeter aufsteigen, das wäre doch was schön einfaches?
Von Wegen!
Nix ist einfach. Karten muss man online kaufen und sich auf Datum und ein Zeitfenster festlegen. Wenn man relativ spontan buchen möchte, so ein, zwei Tage im voraus vielleicht, kann man davon ausgehen, das man keine Fahrkarten bekommt, weil ausverkauft. Allerdings sagen wohl auch immer mal wieder Leute ab (vmtl. Tourveranstalter?) und es werden kurzfristig Fahrkarten frei.

Am ersten Abend auf dem staubigen Parkplatz von PLAYA DEL TEJITA gab es im Nahbereich nur noch Fahrkarten für Montag, späten Nachmittag. Vermutlich nicht die beste Uhrzeit (wg. sichtbehindender fauler Ozeanwolken) und außerdem muss man ja auch noch aus dem Nationalpark wieder heraus kommen, um zu übernachten.
Am nächsten Morgen dann auf einmal freie Karten für den Folgetag, 1120. Super! Geschwind für zwei mal vierzig Euro gebucht. Gar nicht mal so wenig Geld für eine Fahrt von je 8 Minuten?
Nun, auf TENERIFFA wird der Anhänger „TENDER TO KNAUSi“ wieder stoisch hinter her gezogen, weil es keinen zentralen Rückkehrort gibt. Die Fähre nach GRAN CANARIA fährt im Nordosten ab. Früh´ am Morgen los, fast schon obligatorisch das Anlaufen eines Servicepunktes, um Toilette und Spülwasser zu entsorgen. Damit bekommt man wieder zwei neue Parkplatztage hin
Die Fahrt führt zunächst nach VILAFLOR. Um die frühe Uhrzeit kaum etwas los auf der Straße. Viel angenehmer zu befahren als gedacht. Eigentlich geht es vom Strand weg nur noch steil bergauf. Das wird wohl daran liegen, das die Talstation der TEIDE Seilbahn bereits auf über 2.000 Höhenmeter liegt. Von Osten her schmeißt sich eine faule Ozeanwolke an TENERIFFA heran, aber die wird hoffentlich wohl erst nach dem eigenen Gipfelsturm zum Problem werden?

Die Autofahrt über die TF-64 und später TF-21 ist schon mal spektakulär. Als wenn man drei oder vier komplett verschiedene Landschaften im kurvenreichen Zeitraffer bereisen würde. Auf über 2.000 Meter angekommen ist man optisch auf dem Mond. Bizarre Lavalandschaften, riesige Felsen, steile Schluchten. Unwirklich.
Die Seilbahn kommt früh´ in Sicht, doch merkwürdig, man kann gar keine Gondeln erkennen? Wenn die immer ausgebucht sind, müssten die doch permanent fahren? Nahezu zeitlich zu dieser Beobachtung des aktuellen KNAUSi Fahrers prüft die aktuelle Beifahrerin die Handys auf den Eingang neuer Nachrichten.
Und siehe da:
Bereits um 0810 hat VOLCANO TEIDE die heutigen Seilbahnfahrten wegen widriger Wetterbedingungen abgesagt. Man möge einen neuen Termin vereinbaren oder eine Stornierung beantragen, damit man sein Geld zurück erhält.
Ach je.
Soll man sich nun über die Absage der Seilbahnfahrt ärgern? Oder darüber das man die Absagenachricht verpennt hat?
Hm. Aber dann wäre man vielleicht gar nicht zwei Drittel des TEIDE mühsam mit dem Auto herauf gekrochen und hätte das alles nicht gesehen?
Nö, so wie es ist ist es gut.

Erstmal im Auto frühstücken und sich was warmes anziehen, um sich dann wenigstens zu Fuß die Talstation anzusehen. So kurz vor Mittag tauchen fast schlagartig mehr und mehr Mietwagen auf und es wird wirklich voll. Verrückt!
Zumal die Seilbahnbetreiber die Touristen eindringlich bitten, nicht mit dem eigenen Auto auf den Vulkan zu fahren, da es kaum Parkplätze gebe und die Straße so viel Verkehr gar nicht hergeben könne.
Für sehr wenig Euro mehr kann man sich vom Hotel mit einem Reisebus abholen lassen und wird selbstverständlich nach der Seilbahntour auch wieder zurück gebracht.
Gar nicht mal so blöd. Macht (scheinbar) nur keiner.
Mit dem widrigen Wetter ist nicht der strahlend blaue Himmel gemeint, nicht die lausig kalten Temperaturen. Es ist mal wieder der blöde starke Wind, der die Seilbahnfahrt nachvollziehbar verhindert.
Wie schade!
Die Bearbeitung der beantragte Rückerstattung dauert keine zwei Stunden. Macht der Betreiber auch nicht zum ersten mal.
Die Talstation ist völlig unspektakulär, doch zweifelt der interessierte Betrachter, das in diese kleine Gondel 35 oder 45 (es gibt unterschiedliche Angaben) Passagiere Platz finden sollen. Vermutlich gibt es hier oben ein spezielles Stapelverfahren?
Die Weiterfahrt nach PUERTO DE LA CRUZ über die TF-21 wird nicht so schön wie die Anfahrt. Unglaublich viele Mietwagen auf der Straße, jeder, wirklich jeder Parkplatz ist überfüllt, Selfiewahnsinnige aller Orten.
Die Endlose Abfahrt auf der Nordwest Seite der Insel führt eine Zeitlang durch einen großflächig verbrannten Wald, an vielen eigentlich verbrannten Bäumen kann man neue grüne Triebe erkennen.
Irgendwie geht es ja immer weiter.
Bis irgendwann mal Schluss ist.
Peter.