KANAREN 2024: Fuerteventura, POZO NEGRO

Die Sache mit „Reiseführen“ ist ja die: Zum einen geben diese teuren Bücher natürlich nur den Geschmack und die Vorlieben der jeweiligen Autoren wieder, zum anderen sind sie schneller veraltet als sie je gedruckt werden können.

Neben „dem Internet“ als Informationsquelle reist die interkontinentale Reisegruppe mit dem Buch „LONLY PLANET Kanarische Inseln“ in der zweiten Ausgabe von 2020. Dort wird POZO NEGRO als träumerisches Fischerdorf mit dem tollen Restaurant „Flip Flop“ gepriesen.

Am Strand von POZO NEGRO, FUERTEVENTURA

Na ja.

Vor vielen Jahren mag POZO NEGRO wohl mal ein Fischerdorf gewesen sein, aber jetzt ist es ein reines Geisterdorf mit einigen wenigen Ferienapartments und zwei Restaurants. Keines davon heißt „Flip Flop“ und keines der beiden wird auch jemals diesen Namen getragen haben.

PARK4NIGHT verspricht einen guten Stellplatz am Dorfrand, ein zu feiernder Tag steht an und zwei Restaurants sind bekanntlich besser als keines.

Den Ortsnamen POZO NEGRO wird das Dorf wohl von seinem rabenschwarzen Steinstrand bekommen haben. In Kombination mit der rauen, tiefblauen Atlantikbrandung gibt dieser steile Strand schon mal gute Bilder. Der Stellplatz ist bis auf ein Wohnwagengespann aus UK völlig leer. Das Dorf auch. Erst später kommen einige Mietwagen mit Flugtouristen hier vorbei, deren Insassen strolchen am Strand entlang und landen, wie die interkontinentale Reisegruppe auch, in einem der beiden Restaurants, besser Essensplätze.

Am Strand von POZO NEGRO, FUERTEVENTURA

Das LOS PESCADORES macht zunächst einen halbwegs guten Eindruck, jedenfalls ist das Bier eiskalt. Doch der Fisch des Tages wird vermutlich niemals im Meer gewesen sein, so trocken wie der daher kommt. Dafür war der windige Laden am Strand wenigstens teuer. Aber sollte Geld an einem solchen Tage überhaupt eine Rolle spielen?

Obwohl es halbwegs gelingt, dem Wind mit der vielen zur Verfügung stehenden Wohnmobilfläche eine Stirn zu bieten, wird eben jener Wind mittlerweile etwas lästig. Sicherlich ist er nicht stark genug um die vielen Steine ähnlich wie am vorherigen Sandstrand aufzuwirbeln, doch ist er auch noch lausig kalt.

Mit dem Fernglas wird ein Nord gehender Segler unter Maschine, nicht mal ein Stützsegel gesetzt, beobachtet. Oft kracht das Segelboot ordentlich in die gegen an stehende Welle, mehr als drei oder vier Knoten Fahrt wird dieser einsame Dampfer nicht machen. Wer sich Stunde um Stunde diesem gegen die raue See anstampfen aussetzt hat entweder einen extrem guten Grund oder schlicht nicht alle Tassen im Schrank.

Einsamer Fischer am Strand von POZO NEGRO, FUERTEVENTURA

Ansonsten ist es in POZO NEGRO sehr, sehr ruhig.

Und das ist vielleicht an einem solchen Tage auch gar nicht mal so schlecht.

Muss Mann (!) doch darüber nachdenken, ob das kalendarische Alter jemals wieder dem gefühlten entsprechen wird?

Peter.

3 Kommentare

  1. Das kalendarische Alter entspricht eigentlich niemals je dem gefühlten Alter.
    Allerdings liegt in den ersten ca. 20-25 Jahren das kalendarische unter dem gefühlten, danach dreht sich das um.
    Es hat viele Jahre gebraucht, bis der Autor dieses Kommentares dies erkannt hat, und noch mehr, bis er es auch akzeptiert hat.
    Viele Glückwünsche nachträglich

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