MA26: Tata, Foum Ziguid

Zwei auf einen Streich, auf dem gar nicht mal so kurzen Weg nach Osten.

Die Reisegruppe möchte eine kurze Etappe fahren und bereits in TATA übernachten. Der aktuelle KNAUSi Fahrer ist zunächst nicht glücklich mit diesem Mehrheitsvotum, auf der Fahrt von TAFRAOUTE nach TATA jedoch wächst seine Begeisterung mit jedem gefahren Kilometer.

Der Grund, einmal mehr, ist die spektakuläre Berglandschaft von MAROKKO!

Wer hat hier die Muster eingebaut? Namenlose Straße zwischen TAFRAOUTE und TATA, MAROKKO

Klar, auf den ersten Blick wirkt alles karg, dröge und staubig. Doch bei genauerem Hinsehen entdeckt man Strukturen, Formen und Farben im Fels die phänomenal anzusehen sind. Das, meine Damen und Herren, das ist Natur!

Am Morgen die Navigation:
Die GIZIMAP Karte kennt mal wieder nicht die Straße, die diesmal TOMTOM und GOOGLE MAPS einhellig vorschlagen. Die sichere Strecke wäre wohl von TAFRAOUTE über die R106 nach Nordosten, nach IGHERM zu fahren und dort wieder herunter (Südost) auf der N7 nach TATA. Da sind sich alle drei Systeme einig. Aber die beiden elektrischen kennen noch einen Weg, der weit südlich vor IGHERM bei AZGOUR nach Osten abbiegt und bei TALBOURTE wieder auf die N7 führt. OK, neue Regel von Nöten: Wenn auf der Straße ein offizielles Straßenschild am Abzweig „TATA“ verspricht, dann wird die kleine Straße auch genommen, sonst wird lieber die extra Runde über IGHERM gedreht.

Nun, in AZGOUR steht tatsächlich ein Schild „TATA“ rechts ab, die Straße ist tatsächlich klein und eng, aber wirklich einmal mehr Extraklasse. Straßenqualität: 50% gut, 25% befriedigend, 25% ausreichend. Sehr wenig Verkehr, spektakuläre Aussichten! Frühstück auf 1.746 Höhenmetern. Die aktuelle Beifahrerin wundert sich das die Frühstückseier ewig brauchen und GOOGLE weiß auf Nachfrage zu berichten, das man auf dem Gipfel des MOUNT EVEREST überhaupt keine Eier kochen könnte, die werden dort niemals gar. Nun, so hoch hinaus wird KNAUSi uns niemals bringen, wissen wir doch das er bei gut 4.000 Metern schwer nach Luft schnappt und jegliche Leistung verweigert.

Hat man erst mal die N7 erreicht und biegt darauf scharf nach Süden ab wird die Fahrt nicht unbedingt langweilig, aber deutlich einfacher. Selbstverständlich sind Nationalstraßen auch in MAROKKO viel besser ausgebaut als all die anderen kleinen.

Sobald es in MAROKKO Wasser gibt, wächst was grünes.

Der vorauseilende Teil der Reisegruppe hat Quartier an einem schicken kleinen Campingplatz im Süden von TATA gemacht. Zu Fuß ein Katzensprung in die am frühen Nachmittag wie ausgestorben wirkende Stadt. Muss man sich schon mal wieder umstellen. Hier im tiefen traditionellen Süden von MAROKKO, in der Grenzregion zu der großen Wüste, ticken die Uhren und vor allem das Leben eben anders. Nachmittags, wenn es am wärmsten oder im Sommer am heißesten ist, dann ruht das Leben eben.
Geht man frühen Abend noch mal in die kleine Stadt darf man sich freuen auf dem bunten Treiben auf der Straße zu sehen zu dürfen. Kein Problem.

Reiseführer und andere reisenden propagieren einen sonntäglichen Wochenmarkt in TATA, doch den gibt es (zumindest an diesem Tag) nicht. OK, man kann auf der Hauptstraße heute eine Millionen verschiedene Sorten Datteln kaufen, die es sonst an dieser Stelle nicht gibt. Aber wer soll das Zeug bloß alles essen? Zum Glück öffnen am Morgen so nach und nach die normalen Geschäfte ihre Pforten und der Lebensmitteleinkauf für den Abend kann noch hier vor Weiterfahrt erledigt werden.

Am Gemüsestadt fordert MURAT den nutzlos herum stehenden Packesel mit dem Fotoapparat auf, ein Foto von ihm zu machen. Weil der stolz darauf sei, was er mache und er wolle, das das alle sehen. Der Gemüsestand ist nur in Wochenendjob für ihn, er studiert im zweiten Semester Medizin und spricht recht gutes Englisch. Was für ein kerniger junger Mann! Notiz an die Bundesregierung: Sofort abwerben, wenn er fertig studiert hat!

Linls: MURAT, Medizinstudent im zweiten Ausbildungsjahr und Obst & Gemüseverkäufer am Wochenende

Die kurze Fahrt von TATA nach FOUM ZIGUID müsste des KNAUSi´s Besatzung eigentlich schon kennen. Schließlich ist sie exakt diese Strecke schon 2022 in entgegen gesetzter Richtung gefahren. Kaum eine Spur von Erinnerung, doch als der spektakuläre Canyon von TISSINT in Sicht kommt dämmert es den Reisenden. Eigentlich müsste man hier in der Gegend mal ein oder zwei Tage Station machen. Noch was für eine neue MAROKKO Reise?

Canyon bei TISSNIT, MAROKKO

FOUM ZIGUID ist erstaunlich stark auf Touristen ausgerichtet, ansonsten gibt es hier so gut wie gar nichts. Na ja, gutes Wetter ist ja nicht gerade gar nichts. Was sonst? Ein toter Hund vor einem Müllcontainer, dessen sehr trauriger Anblick nicht fotografiert wird. Viele Touristen mit ihren Wohnmobilen unterschiedlicher Größe.

Reine Relaistation auf dem Weg nach Osten oder Westen.

Überraschender Weise hat MAROKKO heute am 15. Februar 2026 auf Sommerzeit, eine Stunde zurück, umgestellt. Ein Tankstellenwärter meinte zum anderen Teil der Reisegruppe das dies eher mit dem bevorstehenden Ramadan zu tun habe. In der Tat, am kommenden Mittwoch wird sich das Leben in MAROKKO und unsere Eindrücke von Land und Leuten noch mal sehr stark verändern: Tagsüber wird mindestens mit angezogener Handbremse gelebt, wenn nicht sogar das öffentliche Leben vollständig zum Erliegen kommt.

Schauen wir mal.

Einige, nicht alle, der aktuellen Reisegruppe wollen zeitgleich zum Ramadan dem Alkohol abschwören. Das ist gut und schlecht zugleich, rein technisch dürften die Vorräte durch diese selbstsüchtige Aktion länger halten?

Schauen wir mal.

So viel zu schauen. Nur deshalb geht man auf Reisen. Um zu schauen.

Peter.

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