Nach so einem begeisternden Highlight wie DOUIRET erwartet man ja eigentlich nichts mehr für den Folgetag. Doch die kleine Rundfahrt östlich von TATAOUINE entpuppt sich als wahre Fotostrecke, die Stadt TATAOUINE als ideale Einkaufsstadt, der ursprünglich für die Übernachtung vorgesehene Platz als Flop, dafür der klug gefundene Alternativplatz weiter im Norden als Top.
Das alles an einem Tag.
Nun, der Weg vom Westen nach Osten führt zurück über TATAOUINE. Auch wenn es in größeren tunesischen Städten immer Supermärkte gibt versuchen wir unsere Lebensmittel auf den Straßenmärkten zu kaufen. 1A Ware, Gemüse zu günstigen, Fleisch zu fairen Preisen. Nur muss man diese Straßenmärkte erst mal finden. Je größer die Stadt, je größer die herumkurverei. Einfaches Navigationsmittel: Immer da hin wo sich ein Gewühl an Autos und Menschen abzeichnet.
Hat man so ein Gewühl gefunden steht man selbstverständlich vor dem Problem das Auto los zu werden. Hatten wir Anfangs noch Bedenken KNAUSi in Straßen von großen Städten zu parken fühlen wir uns jetzt 100% sicher und können uns nicht vorstellen das hier finstere Menschen herumstrolchen die fremde Autos aufbrechen. Klar, wir bleiben vorsichtig, aber nicht übertrieben vorsichtig. In einer Seitenstraße parken die Autos halb auf dem Bürgersteig, da bekommen wir auch KNAUSi samt TENDER TO KNAUSi rauf. Und auf geht es in das Getümmel!
Und was man hier leckeres alles kaufen kann. Eigentlich bräuchte man einen Hackenporsche um die ganze Beute zum Auto zurück zu bekommen. Aber des KNAUSi´s Beifahrerin reicht auch der lebenslange treudoofe Packesel. Schließlich ist ER mit Abstand der größte (in jeder Hinsicht) Nutznießer von solchen kulinarischen Kaufattacken. Klassiker wie Gurken und Tomaten sind einfach, eingelegte Oliven, Peperoni, Rind- und Hühnerfleisch schon schwieriger. Denn das Problem liegt, mal wieder, in der Sprache. Wenn da zwar ein halbes Rind beim Schlachter hängt ist es uns dennoch unmöglich zu erklären, was wir davon gerne hätten. Besser ist es daher, wenn das Tier schon teilweise zerlegt ist und die einzelnen Teile in der Auslage liegen. Mit dem Finger drauf zeigen, bei Steaks die Scheibendicke anzeigen und schon geht es los!
Bepackt mit Köstlichkeiten für die kommenden drei Tage ergibt sich zunächst das kleine Problem KNAUSi wieder zu finden. Die grundsätzliche Richtung stimmt, nur die falsche Seitenstraße zunächst ausgesucht. Kann ja mal passieren, so als stinknormaler Packesel. In der Rolle als goldbedresster Navigateur selbstverständlich unverzeihlich.
Dann in den langen Rundkurs östlich der Stadt. Im Wesentlichen geht es diesmal darum historische überirdische Behausungen zu bestaunen, die sich aber nicht auf Berggipfeln befinden. Davon gibt hier reichlich und tatsächlich entbrennt eine kleine, nur klitzekleine Diskussion darüber ob Herr HUNDERTWASSER sich hier hat inspirieren lassen? Die Antwort darauf bleibt offen, auch die auf die Frage ob man hätte so wohnen wollen? Teilweise sind das ja reine Bettenburgen und/oder Wohnsilos.
Erschreckend, das man daraus nicht viel gelernt hat?
Der Ortsname „KSAR HEDADDA“ stand mit Sicherheit bei STEFAN RAAB´s „WADDE HADDE DUDDE DA“ Pate.
Entlang der Rundfahrt die folgenden Orte besucht:
BENI BARKA
KSAR DAGHARA
KSAR TAMELEST
KSAR OULED SOLTANE
KSAR ZAHRA (EZZAHRA)
Im östlichen Abschnitt hat die Straße keine Asphaltdecke sondern eine sehr breite Schotterpiste, in exzellentem Zustand.
Ansonsten gleichen die „KSAR“ (Festungen) in dieser Gegend nahezu einander. Was ja durchaus ein wenig verwunderlich ist denn die Kommunikationsmöglichkeiten waren damals ja doch recht eingeschränkt. Jedenfalls scheint sich die tunesische Regierung des Überflusses an historischen Bauwerken durchaus bewusst zu sein und lässt die Meisten davon einfach verfallen. (Zynismus AUS).
Nicht, das dem Schreiberling besonders viel an diesen Ruinen liegt doch statt sie einfach weiter der Natur zu überlassen werden sie als Mülldeponie und Materiallieferant missbraucht und das ist wirklich Sau doof.
Der Mensch an sich: Denkt von Hier bis zur Tür.
Höchstens.
Überall auf der Welt.
Das an sich ist ja dann auch mal wieder beruhigend.
Peter.
P.S.: Der Übernachtungsplatz lag in der Nähe von KSAR HADDADA, Dinosaurier auf dem Berg, riesiger Grenzstein an der Straße.



