Die KERKENNAH Inseln liegen vor der Haustür der tunesischen Großstadt SFAX im südlichen Mittelmeer und bestehen aus drei einzelnen Inseln, die über Dämme miteinander verbunden sind. Sie ragen nur sehr wenige Meter aus dem Meer hinaus und sind vollkommen flach. Mit ihren oft traurig daher kommenden Palmen erinnert die Hauptinsel mit der Hauptstadt REMLA ein wenig an die ebenfalls völlig flachen Südseeatolle. Aber die KERKENNAH Inseln haben deutlich mehr Einwohner, WIKIPEDIA spricht von 16.000 Menschen.
Touristen gibt es hier wohl auch? Oder gab es einmal? Jedenfalls gibt es Hotels, die stillgelegt wurden, wenige die in Betrieb sind und viel mehr die sich in irgendeinem Baustadium befinden, ohne das daran gearbeitet wird.
Für Wohnmobilfahrer ergeben sich auf flachen Inseln selbstverständlich manigfache Stellplatzmöglichkeiten direkt am Meer. So auch auf KERKENNAH. Jedoch, und dies sei hier nur einmal und ausdrücklich erwähnt: TUNESIEN hat ein massives Müllproblem. Wir können uns nicht erinnern so viel Müll in einer Landschaft gesehen zu haben wie hier. Da muss gehörig was schief gegangen sein und vermutlich geht die Müllentsorgung immer noch gehörig schief denn man sieht nicht nur alten Müll der da seit Jahrzehnten herum liegt sondern auch frischen. Hier und da gibt es spezielle Plastikflaschen Sammelcontainer. Nur sehr selten Mülltonnen. Unklar, ob die wirklich mal geleert werden (wohin?)?
Vermutlich ist es unmöglich diesen ganzen Müll jemals wieder aus der Landschaft zu bekommen. Die Strände sehen natürlich dann genau so aus. Jedenfalls wenn da keine Hoteltouristen herum stolzieren. Wir haben Beschlossen diesen traurigen Zustand zu ignorieren, vielleicht auch weil wir wissen, das TUNESIEN das Plastik nicht erfunden hat.
Die besuchten Orte auf den KERKENNAH Inseln in der Reihenfolge ihres Auftritts in der englischen Ortsbezeichnung:
1) SIDI YOUSSEF (Fährhafen)
2) ALATAYA (2 Übernachtungen)
3) KRATEN Harbour (Rollerausflug)
4) BORJ EL HASAR FORTRESS (2 Übernachtungen)
5) REMLA (2 Rollerausflüge)
6) SIDI FENKHAL Beach (Rollerausflug)
7) SIDI FREDJ (Rollerausflug)
Im Prinzip nur planlos kreuz&quer über die Inseln gebraust. Was auffällt sind die vielen Ferienhäuser. Auch hier wieder ein krasses Missverhältnis zwischen fertigen Gebäuden und unendlich vielen Bauruninen. Dachten, Griechenland hätte das Abo darauf? Bei einem Fußmarsch in der Gegend der alten Festung BORJ EL HASAR fällt auf, das es in TUNEISEN offenbar erlaubt ist Wassergrundstücke zu bebauen und so den Strand faktisch zu privatisieren. Direkt ans Wasser gebaut, von der Straße aus kein Zugang. Doch manchmal gelangt man zwischen Bauruinen doch zum Strand und fragt sich was die Anwohner eigentlich davon haben? Die Wasserlinie aller Strände auf KERKENNAH verläuft ultraflach, man watet hunderte, tausend (?) Meter durch nur knöcheltiefes Wasser. Klar sieht das Wasser nicht aus, wer weiß schon wer hier wo was einleitet? Und dann eben das massive Abfallproblem (siehe oben). Nein, hier möchte man kein Haus am Strand.
In ALATAYA gibt es so was wie eine Bootswerft für kleine Fischerboote. Nun, wenn man die Grobheit der Spanten und Planken sowie die lässig eingeschlagenen Nägel betrachtet versteht man, wofür die viele schöne Farbe gebraucht wird. Irgendwas muss ja das Boot zusammen halten und abdichten. Was hier an vermutlich kostbarem Material auf einer riesigen Fläche verstreut herum liegt ist verrückt. Das kann ja wohl nur eine noch nicht verstandene Form von Lagerhaltung sein?
Am Fischereihafen von KRATEN, ganz im obersten Norden der Inselgruppe, treffen wir zu spät ein um noch fangfrischen Fisch zu ergattern. Offenbar gab es mal ein großes Subventionsprogramm für die Anschaffung von isolierten Fischtransportern auf PickUp Basis. Jedenfalls fahren hunderte dieser Kisten auf den Inseln herum. Nur wenige haben eine Kühlanlage auf dem Dach. Ganz traditionell wird der frisch gefangene Fisch auf Eis gelegt und in Plastikkisten verladen. Vermutlich geht fast der ganze Fang mit den Fähren aufs Festland?
Die Stadt REMLA ist das Herz der Insel und entspricht so ganz unserem bisher gewonnenen Bild einer tunesischen Stadt auf dem Festland. Hauptstraße, an der sich Tankstelle, KFZ Werkstätten, Schlachter, Gemüsehändler, Mini-Baumärkte, Bäcker und Apotheken wild aneinander reihen. Mit Bürgersteig, aber jedes Haus hat seine eigene Höhe definiert und so klettert man auf und ab und muss aufpassen das man nicht vor lauter Gaffen stolpert. Es macht Spaß, hier herum zu strolchen und ein wenig für den Abend einzukaufen!
SISI FENKHAL Beach erreicht man nur über eine etwa 1 Kilometer lange feste Sandpiste am Ende der Strecke. Vermutlich der schönste, weil einsamste Ort auf der Insel? Auch hier ist ob des super flachen Strandes an ein Bade im Meere nicht zu denken.
Schauen wir mal was die kommenden Tage so bringen.
Der Plan:
In zwei Schlägen schnell nach DJERBA vordringen und da, endlich mal, Baden gehen!
Peter.



