KANAREN 2024: La Gomera, Mirador De Abrante

Eigentlich liegt der Aussichtspunkt MIRADOR DE ABRANTE nur ein paar hundert Meter entfernt, kurzer Fußmarsch gefällig?

Eigentlich.

Auf den kanarischen Inseln ist es allerdings entscheidend, ob die paar hundert Meter horizontal oder vertikal, also von unten nach oben oder umgekehrt verlaufen. Vom Schlafplatz der interkontinentalen Reisegruppe in AGULO liegt der MIRADOR DE ABRANTE Luftlinie nur vierhundert Meter entfernt.

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Mirador de Abrante, La Gomera. Im Hintergrund Volcano Teide, Teneriffa

Um mit dem Auto dorthin zu gelangen muss man auf der Straße gut 20 Kilometer zurück legen. Angeblich gibt es auch einen Wanderweg mit nur 1,6 Kilometer Länge, doch wird der nur für reinrassige Bergziegen geeignet sein?

Der MIRADOR DE ABRANTE ist so ein neumodisches Ding, garantiert ohne Einfluss von CESAR MANRIQUE und nur für Adrenalinbedürftige. Glasflur inklusive Glasboden, ein paar Meter über die Steilklippe hinaus. Eintritt frei, öffnet um 1000.

Pünktlich um 0955 steht die interkontinentale Reisegruppe nach kurvenreichen Autoaufstieg auf der Matte, doch das eiserne Zutrittstor ist verschlossen. Ein paar Eingeborene warten auch schon.
Gegen 1015 kommt ein altes AUDI A4 Cabrio mit einer ebenfalls älteren Frau an, die, sobald sie ihr Auto verlassen hat, strikt darum bittet, das KNAUSi umgeparkt werden müsse, weil die Besucher ansonsten den Eingang nicht finden würden. Na ja?

Irgendwie rechts rum, nur 1,6 km

Die Frau verschwindet im vollständig aus Glas und Beton gefertigten Gebäude und taucht erst um 1035 wieder auf, um das eiserne Tor zu öffnen. Mittlerweile haben sich locker dreißig Besucher aufgestaut, ein Reisebus ist zum Glück nicht dabei.

In nun über acht Wochen SPANIEN haben wir so eine grobe Unpünktlichkeit noch nicht erlebt. Im Gegenteil. Extreme Pünktlich- und Zuverlässigkeit. Offenbar überprüft hier oben in Luftiger Höhe niemand die Zuverlässigkeit dieser Mitarbeiterin?

Nun ja, der Ausblick ist spektakulär und obwohl die Erbse im Kopf sicher ist, das bei Betreten des Glasflures nichts passieren kann, verweigern die Beine bei Betreten des Glasbodens einfach mal so kurz ihren Dienst und wollen kurz einfach nicht weiter gehen. Bis die Erbse siegt.
Sehr spaßig: Am Rand des Glasflures hängt ein in vier Sprachen handgeschriebener Zettel der darauf hinweist, das man bitte keine Walkingsticks auf den Glasboden aufsetzten soll. Der Zettel hängt bestimmt nicht nur so da. Wie bekloppt können Menschen, besser Touristen, wohl sein?

Auch hier oben findet man das 1,6 Kilometer Wanderschild für eine Rückkehr nach AGULO, aber der genaue Weg ist in diesem steilen Felshang nicht erkennbar. Ein junger Eingeborener kommt leicht schnaufend den Berg hinauf. Der kannte wohl den Weg? Respekt!

OK, das war dann schon mal ´ne besondere Show für den Tagesanfang.

Peter.

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