KANAREN 2024: La Gomera, Agulo

Hauptdarsteller in diesem Beitrag:

a) die Wohnmobile E.T. und KNAUSi
b) deren Fahrer
c) das verschlungene Straßennetz von LA GOMERA
d) eine verdammt hohe Hebebühne
e) zwei coole Bauarbeiter

Für die anstehende Übernachtung wurde die etwas abseits liegende Bucht PLAYA DE LA CALETA auserwählt. Das die nicht ganz einfach zu erreichen ist wird beim Blick auf die Straßenkarte von LA GOMERA klar, aber Hallo?, welche Bucht auf den kanarischen Inseln ist schon wirklich leicht zu erreichen?

Genau hinsehen: rotes Haus in unterer Bildmitte, rote Hebenbühne und kleiner weißer PKW

Nun, nicht besonders hilfreich ist, das die bordeigenen Navigationssysteme auf Basis NAVIEXTRAS von E.T. und KNAUSi den Weg nicht kennen, oder besser die Straßen auf LA GOMERA nicht so abgespeichert haben, wie sie in Wirklichkeit sind. OK, da kann zunächst mal wieder GOOGLE helfen.

Doch auch GOOGLE hat natürlich keine Ahnung von der wirklichen Welt.

Den Nationalpark verlässt die interkontinentale Reisegruppe über eine nicht näher benannte Ministraße, die man vermutlich besser nicht genommen hätte. Kein Gegenverkehr, das ist gut und sagt ja auch etwas aus. Dann auf die recht bequemen GM-1, was für eine fahrerische Entspannung!

Abzweig nach LA CALETA, sieht langweilig aus, wie immer bei zweidimensionalen Bildern

Aber nur kurz, natürlich. Wäre ja auch zu schön. Sämtliche in Betrieb befindliche Navigationssysteme sind der Ansicht, bei SANTA CATALINA auf die CV-3 (keine Ahnung, wieso eine Straße auf LA GOMERA auf einmal „CV“ heißen darf?) abzuzweigen.
Nun denn, mal wieder deutlich schmaler, und scheißen steil bergab. Muss wohl so sein. Elegant um parkende Autos herum zirkeln, E.T. fährt vor.

Um eine unübersichtliche 160° Kurve herum.

E.T. steckt fest.

Zur linken eine hübsche weiße Steinmauer, zur rechten eine rote Hebebühne und darauf in schwindel erregender Höhe ein Bauarbeiter, der die Fassade eines alten großen Hauses ausbessert.

Es geht nicht vor und nicht zurück.

Jedenfalls nicht ohne das die Hebebühne zusammengefahren und dann bewegt wird. So richtig erfreut sind die beiden Bauarbeiter darüber natürlich nicht, aber vermutlich arbeiten sie an dieser Stelle und um diese Uhrzeit auch ohne Genehmigung? Denn ohne Zweifel hätte man für diese Bauarbeiten wohl die Straße bereits weiter oben besser sperren müssen?

AGULO, besser als gedacht

Nun denn, nach zwanzig Minuten sortieren kann passiert werden und es geht ohne besondere Blessuren weiter. Allerdings sind spezifisch männliche Fahrnerven der beteiligen Fahrer nun etwas verspannt. Während des KNAUSi´s Fahrer noch mal eben einen Fotostopp bei PESCANTE DE HERMIGUA einlegen muss, fährt E.T. schon mal weiter vor.

Deren Besatzung ruft dann per Telefon an: Abbruch, Umkehr!

Die Abzweigung nach PLAYA DE LA CALETA ist für E.T. nicht passierbar. Zu steil, das Heck des Wohnmobils sitzt massiv auf.

OK verstanden, aber so ein Mist!

Schon wieder auf engstem Raum wenden, schon wieder leichte Orientierungsschwierigkeiten und vor allem: Schon wieder die Engstelle mit der Hebebühne und den beiden Bauarbeitern passieren – denn, so denken die Fahrer der interkontinentalen Reisegruppe: Kein anderer Weg führt aus diesem Labyrinth heraus!

Irgendwie sind alle ein wenig genervt und der Wunsch nach einer einfachen Problemlösung kann nicht erfüllt werden. Die beiden Bauarbeiter sehen die beiden Wohnmobile schon von weitem und fahren bereits ihre Hebebühne wieder ein, um sie dann ein paar Meter weiter zu fahren, damit die interkontinentale Reisegruppe nun ohne Aufregung passieren kann.
Eilig werden kleine metallische Zylinder aus dem Kühlschrank gezogen, um sich bei den beiden Bauarbeitern für diese touristische Peinlichkeit einer erneuten Arbeitsunterbrechung zu entschuldigen.

Zurück auf der nun eindeutig als luxuriös ausgebaut zu bezeichnenden GM-1 kehrt E.T. nach AGULO zurück, irgendwo soll es am Stadtrand einen halbwegs guten Stellplatz geben?

Des KNAUSi´s Fahrer mag die Niederlage selbstverständlich nicht so einfach akzeptieren und will noch einen anderen Weg zur PLAYA DE LA CALETA finden. Kann ja wohl nicht sein? Mit einem Anhänger wären die zahlreich folgenden Manöver sicher nicht machbar gewesen, die aktuelle Beifahrerin wünschte wohl, das Teil mit den Motorrollern hinge noch hinten dran, dann hätte des KNAUSi´s Fahrer bestimmt früher aufgeben?

Nun denn.

Als ehemaliger Navigateur mit ausreichender professioneller Ausbildung findet des KNAUSi´s Fahrer das obere Ende der CV-3 und auch den unpassierbaren Abzweig zur PLAYA DE LA CALETA.

OK, der um einen Meter kürzere KNAUSi wäre dort sicher herauf gekommen, überraschend das E.T. hier passen musste. Bisher, trotz seines langen Hecküberhang, höchstens mal leicht an einer Fährrampe gekratzt, aber nie ernsthaft aufgesessen?

AGULOA, besser als gedacht

Ob der ganzen Kurverei hat sich des KNAUSi´s Fahrer mittlerweile auch wieder beruhigt und findet selbstverständlich auch direkt den Weg zur Hauptstraße GM-1 zurück.

Also dann eben: AGULO.

Warum auch nicht?

Der terrassenartig angelegte Parklplatz am Ortsrand ist viel besser als gedacht, das fast verlassen wirkende Urlaubsdorf AGULO mit vielen alten, schick zurecht gemachten Häusern kann man über viele kleine Gassen und Treppen gut zu Fuß erkunden und in der örtlichen Kneipe gibt es auch noch Bier.

LA GOMERA, so viel ist an diesem Abend schon mal sicher, ist nicht unbedingt eine Wohnmobilinsel.

Peter.

P.S.: PESCANTE DE HERMIGUA
Der Zugang zu PESCANTE DE HERMIGUA ist deutlich sichtbar für jeglichen Besucherverkehr gesperrt, natürlich hält sich kaum jemand daran. Das Bild der Anlage hat sich in des Schreiberlings Hirn schon vor Jahren eingebrannt. Der Film „ENDLICH WITWER – ÜBER ALLE BERGE“ mit dem wunderbaren JOACHIM KROLL wurde mal im Fernsehen gezeigt. Der Film hat damals die hohen Erwartungen der Vorankündigungen nicht erfüllen können, doch die die Kulisse von PESCANTE DE HERMIGUA auf LA GOMERA blieb in dauerhafter Erinnerung.
Unerreicht zerbrochen bleibt JOACHIM KROLL als TATORT Kommissar FRANK STEIER. Mit der ebenfalls wunderbaren, superstarken NINA KUNZENDORF als CONNY MEY an seiner Seite. Macht nix, wenn Männer zerbrechen. Solange es starke Frauen gibt, die sie wieder zusammensetzen.




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