KANAREN 2024: Nach La Gomera

Die Fahrt von ARENAS BLANCAS in den Hafen von LA PALMA verläuft sehr, sehr ruhig. Schließlich ist es Sonntagmorgen und auch eingeborene Inselbewohner haben mal Wochenende. Herrlich super klare Luft, aber im Schatten deutlich zu kalt. Der anstehende Inselwechsel wird daran nicht viel ändern, denn dazu liegen die kanarischen Inseln eindeutig viel zu dicht beieinander.

BENCHIJIGUA EXPRESS in LA PALMA

Im Hafen von SANTA CRUZ DE LA PALMA gelingt noch mal ein gutes Bild der FRED.OLSEN Schnellfähre, die uns bald nach TENERIFFA zurück bringen wird. Dieses vollständig aus Aluminium gebaute Teil sieht einfach zu futuristisch aus um sie als normal zu übersehen. Der australische Teil der interkontinentalen Reisegruppe kann seinen Stolz kaum verbergen, wurden doch diese weltweit größte Dreirumpf-Schnellfähre in AUSTRALIEN, genauer TASMANIEN, gebaut. Dort hat eine US Werft eine Niederlassung und hat die BENCHIJIGUA EXPRESS für die Reederei FRED.OSEN gebaut. Das KnowHow dazu, also wie man große, sehr schnelle Alukisten für das Wasser baut hat die US Werft durch eine Reihe von US NAVY Aufträgen erlangt. Denn man glaubt es kaum, der größte Aluminium Trimaran ist ein Kriegsschiff.

Nun, dieses eine Bild entstand unter den kritischen Augen eines patrouillierenden Hafenpolizisten, denn der Fotograf befand sich hinter einer Absperrung. Aber das ist auch was schönes auf den KANAREN. Alle sind freundlich, hilfreich und bemüht, sicher auch mal strikt und ernsthaft, aber in erster Linie sehr gelassen. So auch der Herr Hafenpolizist.

Im Hafen von LA PALMA

Mal wieder zu früh´ da und erster in der Warteschlange. Kein Problem, denn die Wartezeit bis zum Verladen kann man sich mal wieder mit Nahrungsaufnahme vertreiben, Frühstück in diesem Fall.

In 2,5 Stunden düst die BENCHIJIGUA EXPRESS nach LOS CHRISTIANOS auf TENERIFFA.

LOS CHRISTIANOS ist so was wie der zentrale Umsteigehafen auf den KANAREN. Wer nach LA GOMERA, EL HIERRO oder LA PALMA will muss hier einsteigen. Bedient wird der Hafen von zwei Reedereien, entsprechend gibt es auch genau zwei Fähranleger mit jeweiligem Wartebereich davor. Der ist aber viel zu klein, um überhaupt nur eine Fährladung vor zu parken. Entsprechend quirlig und dicht gedrängt geht es also zu, wenn Fähren ankommen und kurze Zeit später auch wieder abgehen.

Im Falle der interkontinentalen Reisegruppe liegen zwischen Ankunft in LOS CHRISTIANOS und erneuter Abfahrt ab LOS CHRISTIANOS (diesmal nach LA GOMERA) genau drei Stunden. Diese Zeit soll zwar geschickt für eine mal wieder notwendige Waschsalon Attacke genutzt werden, doch die Waschmaschinen sind nur 900 Meter vom Hafen entfernt. Des KNAUSi´s Fahrer bringt Fahrzeug, Anhänger samt schmutziger Wäsche und Wäscherin also im Automatenladen vorbei und fährt langsam 900 Meter zurück zum Hafen. Das erneute Beladen der BENCHIJIGUA EXPRESS hat zwar schon längst begonnen, aber in diese große Parkgarage zur See gehen echt viele Autos rein. Keine Chance, jetzt schon im Wartebereich zu parken. Noch zu voll.

Woanders auch nicht. Es ist Sonntag, der nahe Strand, die Bars und Restaurants quellen über vor Menschen, die Straßen und Parkplätze voller Autos.

Nach zwei mal neunhundert Meter Ehrenrunden ist der Wartebereich fast geleert und die freundlichen FRED.OLSEN Mitarbeiter lassen das Abstellen von KNAUSi für die nächste Fähre zu. Ungewöhnlich, in der ersten Reihe zu stehen und den Dampfer vor der Nase ziehen zu lassen.

Die BENCHIJIGUA EXPRESS ist schließlich weg, der Wartebereich verlassen. KNAUSi steht gut und des KNAUSi´s Fahrer macht sich zu Fuß auf um beim Transport der nun gereinigten Wäsche über die mehrfach bekannte 900 Meter Distanz zu helfen.

BENCOMO EXPRESS im Hafen von LOS CHRISTIANOS, TENERIFFA

Als die BENCOMO EXPRESS eintrifft ist längst alles organisiert und verstaut und die Wohnmobilbesatzungen warten auf das Zeichen zum verladen. Doch wenn man es sich gar zu bequem macht kommt immer mal gerne eine Überraschung um die Ecke:

Diesmal in Form des Ladeoffiziers. Dieser gibt zu verstehen, das die BENCOMO EXPRESS sehr voll wird und man daher das zweite Autodeck im Betrieb habe. Dadurch verringert sich die Durchfahrtshöhe und deshalb können die Wohnmobile nicht vorwärts auf die Fähre fahren und darin wenden, sondern sie müssen allesamt rückwärts einparken.

OK?!

KNAUSi mal wieder als letztes. Wegen dem Anhänger.

Das garantiert die meisten Zuschauer auf dem Außendeck.

Das Gespann geschwind im nun leeren Wartebereich vor der Fähre gewendet und rückwärts auf die Fähre rauf.

Zack!

Fertig!

In echt jetzt. Nicht einmal vorwärts gerade ziehen oder so. Zack, rein und fertig.

Nicht nur des KNAUSi´s Fahrer ist selbst etwas verdutzt, nein, auch die Beifahrerin sieht sich zu einem (kleinen) Lob genötigt. Sicherlich Glück gehabt, aber auch mittlerweile mehr Übung im rangieren des Anhängers.

Nach nur fünfzig Minuten erreicht die BENCOMO EXPRESS SAN SEBASTIAN DE LA GOMERA und spuckt ihre rollende Ladung auch direkt wieder aus.

Parkplatz in LA GOMERA, SAN SEBASTIAN

Für den Rest des Tages und die erste Nacht soll ein bezahlter Parkplatz direkt am Hafen, in unmittelbarer Stadtnähe herhalten. Der ist eigentlich nur für PKW´s ausgelegt, beherbergt aber im hinteren Teil auch Wohnmobile und verfügt über eine Ver- und Entsorgungsstation. Nun, ein 11 Meter Gespann kann die Schranke unmöglich in einem Rutsch passieren.
Das sieht des KNAUSi´s Fahrer aber erst, als es zu spät ist, die Dame im Büro kommt schockiert heraus, dabei hat sie natürlich nur Angst um ihre doofe Schranke. Noch ist ja nichts passiert, außer das es weder vor noch zurück geht.

Also mal wieder etwas in Ruhe sortieren:
Abkuppeln, Auto ganz rein, Schranke zu, Schranke auf, Anhänger rein schieben, wieder ankuppeln und parken.

Merke:
Wenn Du denkst, Du bist der Held des Tages (siehe oben), dann verlass Dich darauf: Du bist es nicht!

Peter.

P.S.: Dafür gibt es später am Abend wenigstens mal eine wirklich köstliche Pizza in der Stadt.

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