Das Autofahren auf LA PALMA kann man sich so vorstellen: Auf 600, 700 Metern Höhe umspannt die in der Regel zweispurige Straße LP-2 die Insel. Daran liegen auch mal einige kleine Orte oder Siedlungen, größere Städte eher nicht. Die liegen am Wasser, also „unten“, auf 10 oder 20 Höhenmetern. Die Ab- und Auffahrten dorthin sind in der Regel auch immer gut ausgebaut und außer das die extrem kurvenreich und eben auch mal sehr steil sind kann man sich nicht darüber beschweren.

Diese herumkurverei ist halt nur etwas völlig anderes als mit eingeschaltetem Tempomat bei 95 km/h über eine gut ausgebaute Autobahn zu gondeln.
In der Nacht ziehen schwere Gewitterböen über die SALINAS FUENCALIENTE hinweg, das Auto wird gut durchgeschüttelt, steht aber sehr gut und matschige Erde, Lehm oder ähnliches gibt es auf den Kanaren schlicht nicht. Nur Geröll, Stein und Split. Unvorstellbar, das selbst länger anhaltender Regen hier zum Problem werden kann.
Die interkontinentale Reisegruppe kommt an diesem immer noch regnerischen Morgen einfach nicht in die Gänge. Etwas unmotiviert hocken die Reiseteilnehmer am Vormittag in ihren Autos herum, lesen dummes Zeug im Internet oder schreiben eben solches für eben jenes.

Irgendwann klart es dann doch auf und die beiden Fahrer beschließen im Alleingang, gut 20 Kilometer weiter in den Norden zu ziehen. Denn am nächsten Morgen steht mal wieder ein Inselsprung von LA PALMA nach LA GOMERA über TENERIFFA an. Die erste Fähre geht schon um 1000, um 0900 da sein, also um 0800 aufbrechen.
Mal wieder weitgehend im ersten Gang den Berg hinauf kriechen, auf der LP-2 normal fahren, die nach 10 Kilometern wieder verlassen und eine nicht ganz so steile Abfahrt zum nächsten Leuchtturm, dem FARO DE ARENAS BLANCAS, herunter kurven.
Das Wetter hat sich deutlich verbessert, blauer Himmel mit weißen Wolken, Wind, natürlich. Der Stellplatz am Leuchtturm ist genial, das kleine Urlaubsdorf SALEMERA auch. Das Fischrestaurant PLAYA SALEMERA am Platze, warum also nicht mal ein schönes Mittagessen statt auf staubigen Wanderwegen die Füße und deren Anhängsel zu stressen?
Im Ernst. Dieser super faule Samstag passt so gar nicht zu einem ambitionierten Reiseprogramm mit zwei Wohnmobilen und vier erwachsenen Menschen.

Noch ein fragendes Wort zu dem „Leuchtturm“ FARO DE ARENAS BLANCAS:
Das Teil sieht wie alles mögliche aus, aber sicher nicht wie ein Leuchtturm. WIKIPEDIA behauptet aber, dieser weiße Turm sei einer von vier aktiven Leuchtturm auf LA PALMA. Dann muss das ja wohl stimmen?
Allerdings: Selbst bei absoluter Dunkelheit kann man von unten kein Licht erkennen. Muss ja ein ganz modernes Teil sein? Leuchtturm mit ohne leuchten?
Oder deckt die interkontinentale Reisegruppe hier durch Zufall eine geheime kanarische Verschwörung auf die zum Ziel hat, die Berufsseefahrt mit falschen Leuchttürmen auf eine falsche Route zu lotsen? Gab es ja schließlich alles schon mal, Stichwort „Strandräuber“ und so.
Allein, es fehlt doch der Strand!
Peter.