Ok, das Wort „Wanderung“ im Titel dieses Beitrags mag angesichts von nur knapp drei Kilometern one way wohl etwas übertrieben wirken. Aber vielleicht klingt „Wanderung“ auch einfach nur anstrengender als „Spaziergang“ und stellt so den Bewegungsdrang der interkontinentalen Reisegruppe unter Beweis?
Nach Ankunft der Fähre gegen 2100 folgt eine kurze, aber ruhige Nacht (tatsächlich Totenstille nach dem die mächtig lauten Maschinenraumlüfter der Schnellfähre MV VOLCAN DE TIRAJANA abgestellt wurden) auf dem Parkplatz des Fährhafens PUERTO DE LA ESTACA auf EL HIERRO.

Nun geht es also los mit der Erkundung dieser kleinen kanarischen Insel!
Anhand von Buch und Internet das Inselprogramm für EL HIERRO fest gelegt. Der erste Tag soll mit einer Wanderung von LAS PUNTAS nach LA MACETA beginnen. Die Anfahrt nach LAS PUNTAS folgt dem üblichen Inselmuster: Erst mal vom Hafen (=Meereshöhe) auf ein paar hundert Meter Fels aufsteigen, dann darauf Strecke machen und am anderen Ende wieder ein paar hundert Meter auf Meereshöhe absteigen. Die HI-5 hält kurz vor LAS PUNTAS dafür eine spannende Überraschung bereit: Einen über zwei Kilometer langen Tunnel mit 10% Gefälle. Mitten in den Küstenfels, parallel zum Meer gebohrt. Starke Sache.

Der Wanderweg ist ein sehr gut ausgebauten Fußweg. Allerdings steht dabei gar nicht so sehr die (Land)Landschaft im Vordergrund, sondern eher die spektakuläre Küste mit ihrer mächtigen Brandung.
Eine große brechende Welle jagt die nächste, daran kann man sich einfach nicht satt sehen.
Los geht es beim (angeblich) kleinsten Hotel der Welt. So isoliert betrachtet könnte dieser gedrungene kleine Steinbau auch irgendwo in Schottland stehen: Das Mauerwerk aus schwarzen Felssteinen, kleine Fenster, eine Tür im ersten Stock, einsam auf einem Fels in der ATLANTIK Brandung stehend.
Alle paar hundert Meter gibt es entlang des Wanderweges kleine Aussichtspunkte mit Sitzgelegenheit und Sonnenschutz. Irgendwie hat die interkontinentale Reisegruppe es sich in den Kopf gesetzt, auf jedem dieser Aussichtspunkte eine kleine Rast einzulegen und die Brandung zu bestaunen. Das dauert, aber wirklich schön, sicher an Land zu stehen.

In LA MACETA angekommen werden auf der Steilküste stehend die darunter liegenden Swimmingpools im ATLANTIK betrachtet. Die sind aber jetzt komplett überflutet. Darin zu schwimmen wäre wohl lebensgefährlich. Später am Tage machen das aber ein paar alkoholisierte junge (athletische) Männer. Zum Glück passiert den leichtsinnigen nichts.
Der Rückweg zu den Wohnmobilen beim (immer noch angeblich) kleinsten Hotel der Welt wird durch die pralle Sonneneinstrahlung ein wenig zur Qual, gelingt schließlich und natürlich doch.
Irgendwas ist ja immer.
Peter.