MA26: Bou Rbia

Die Vorstellung vom Reisen mit dem Auto könnte in der aktuellen Reisegruppe unterschiedlicher nicht sein. Fokus Distanzen: Während die einen kein Problem damit haben ein paar hundert Kilometer am Tag abzureißen fahren die anderen sehr gerne auch mal nur 100 Kilometer am Tag und investieren lieber die Nicht-Fahrzeit in die Erkundung der neuen Umgebung.

Freier Stellplatz bei BOU RBIA (MAROKKO)

Nur so kann erklärt werden wieso auf dem Weg von FOUM ZIGUID nach M´HAMID noch ein Zwischenstopp eingelegt wird. Na ja, der in PARK4NIGHT ausgelobte mögliche freie Stellplatz abseits der Hauptstraße ist schon eine gute Idee der Kurzstreckenfahrer: Verspricht der Stellplatz doch absolute Einsamkeit und Ruhe in einer Stein- und Geröllwüste. Wenn man schon mit zwei Autos unterwegs ist, dann kann man dieses kleine Abenteuer in absoluter Wildnis auch mal in Angriff nehmen?

Quartier ist schnell gemacht und es ist mal wieder erstaunlich, wie wirkliche absolute Stille auf einen wirkt. Ab und zu kommt zwar ein Auto auf der Nebenstraße vorbei, aber ansonsten ist es absolut Still.

Nebenstraße RP1520 von N17 nach BOU RBIA (MAROKKO)

In der Ferne ist eine Ziegenherde samt Hirte erkennbar, einige der Reisegruppe kramen vorsorglich schon mal ein paar Tage altes Brot zur Fütterung der Tiere hervor, doch leider macht die Herde einen Bogen um den Stellplatz der weißen Touristen in ihren weißen Autos.

Ohne sie zunächst zu sehen kommen hörbar zwei Kinder näher. Auf Fahrrädern, die zwar alt aussehen aber technisch 1A in Schuss sind. Sie kommen aus dem drei Kilometer entfernten Dorf BOU RBIA die Straße herunter und wollen mal guten Tag sagen. Klar, sie wollen mit Sicherheit auch sehen ob es hier was zu erbeuten gibt?

Bei BOU RBIA (MAROKKO)

Logisch, wer des KNAUSi´s Besatzung anständig fragt bekommt auch Bananen, Kekse, Stifte, was zu trinken aber absolut kein Geld. Auch wenn danach mit Hilfe von GOOGLE Translate gefragt wird.

GOOGLE TRANSLATE?

Ja, genau! Die beiden haben gute Smartphones, der zwölfjährige ein SAMSUNG ANDORID, der dreizehn jährige ein APPLE iPHOHNE und können damit sogar umgehen! Gut angezogen sehen beide auch aus. Beileibe keine armen Kinder! Die Frage nach einer Geldzuwendung kann daher nur als sportliche Herausforderung verstanden werden. Schließlich bedanken und verabschieden sich beide, kommen aber nach gut einer Stunde wieder und möchten noch einen weiteren Schnack halten. Komplimente können sie auch: GOOGLE TRANSLATE übersetzt arabisches mit „YOU ARE SO BEAUTIFUL“. Ja, das wäre man wohl gerne, aber gemeint ist hier wohl eher „so freundlich“.

Zufahrt zu einem Mobilfunkmast bei BOU RBIA (MAROKKO)

Ja, in der Tat. Das versuchen wir zu sein.

Am späten Nachmittag erklimmt der Schreiberling in seiner Eigenschaft als Fotograf einen größeren Hügel auf dem mal wieder ein Mobilfunkmast steht. Bei Auf- und Abstieg fragt sich der Fotograf jederzeit wie auf dieser fürchterlich steilen und steinigen Piste jemals ein Auto des Wartungspersonals fahren kann? Oder haben die Techniker auch Esel und Ziegen zum Materialtransport zur Verfügung?

Wie erhofft ergeben sich von oben betrachtet neue Perspektiven auf die neue Umgebung. Der bevorstehende Sonnenuntergang liefert zwar gutes Licht, aber keine spektakulären Himmelsbilder. Egal, die kleine körperliche Anstrengung hat sich dennoch gelohnt.

Die absolute Mehrheit der aktuellen Reisegruppe ist derweil am Stellplatz zurück geblieben und hat den einsamen Wandersmann trotz seiner Körperfülle schnell aus den Augen verloren. Schon klar, aus den Augen aus dem Sinn.

Zumal die derzeit pausierende Stricklisel derzeit lieber ein neues Buch („DIE HUMMERFRAUEN„) mit großer Freude verschlingt und jegliche Ablenkung in Form von eventuell verloren gegangenen KNAUSi Fahrern dabei nicht so recht gebrauchen kann.

Aber wieso sollte so ein Fahrer überhaupt verloren gehen?

War er doch in einem früheren Leben mit Sicherheit eine Bergziege.

Peter.

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