BOSCH Powerpack 500 (E-Bike)

[Wem das ganze Gelaber hier oben zu viel ist: Weiter runter zur Checkliste scrollen mit den Links auf die entsprechenden Detailinformationen]

In der Rangliste der liebsten aller Dinge nimmt das E-Bike der lebenslangen Begleiterin einen der ganz vorderen Plätze ein.

Um so ärgerlicher, wenn dieses innig geliebte E-Bike von heute auf morgen den Dienst verweigert! Genauer gesagt, der elektrische Antrieb nicht mehr funktioniert. Also exakt die Komponente, auf die es bei einem E-Bike wohl ankommt.

Das Gefährt wurde vor ca. 3,5 Jahren hier in ELMSHORN bei einem Fachhändler gekauft und es war damals wichtig, das der elektrische Antrieb von einem Markenhersteller stammt. Besser als BOSCH geht wohl nicht, dachte man damals.
Schon bei Kauf des E-Bikes war klar, das das Akku mit dem Namen „BOSCH POWERPACK 500“ ein echter Wertgegenstand ist. Aktueller Neupreis 729,00 €, bei eBAY gibt es Anbieter, die angeblich neue POWERPACKS für 500 bis 600 Euro anbieten, wie auch immer die das machen? Für das Geld allerdings kann man ganze (gute) Fahrräder kaufen, allerdings „mit ohne E“.

BOSCH POWERPACK 500 BMS

Entsprechend sorgsam hat die in ihr E-Bike unsterblich verliebte Pedaltreterin das POWERPACK behandelt. Nach Gebrauch immer ins Haus gebracht, nie Frost, kaum Regenfahrten, nur geladen, wenn es bei ca. 50% Ladezustand war.

Das POWERPACK hat einfach klaglos funktioniert und die schwarze Wolke „teures neues Akku“ hatte sich über die Jahre längst in ein großes NICHTS aufgelöst.

Bis sie letzte Woche wieder aufzog, die schwarze Wolke!

BOSCH POWERPACK 500 Akkustack

Da stellte sich dieses bestens behütete BOSCH POWERPACK 500 von heute auf morgen einfach tot. Und zwar völlig tot. Keine Funktion im E-Bike, selbst die kleinen grünen LED´s am Akku leuchteten nicht mehr auf. Weder beim Laden, noch beim Selbsttest. Gestern noch das radelnde Leben, heute der strampelnde Tot.

Das gute bei der Verwendung von bereits eingeführten technischen Markengeräten ist mittlerweile, das man im INTERNET immer etwas dazu findet. So auch zum BOSCH POWERPACK 500.
Nun wird dieses Gerät viele tausend, wenn nicht gar zehntausend Male verkauft worden sein und im Prinzip tadellos funktionieren. Allerdings fällt schon auf, das recht viele Anwender über den plötzlichen Akkutot klagen und es eine regelrechte Zombiebranche gibt, die anbietet, kaputten oder schlechten Akkus neues Leben einzuhauchen.
Dabei muss man unterscheiden zwischen „ganz tot“ und „schlechter Leistung“. Dadurch, das die POWERPACKS neu sehr teuer sind, lohnt es sich offenbar für einige Anbieter die Reparatur für 300 oder 400 Euro anzubieten, obwohl BOSCH wirklich alles unternommen hat, um eine Reparatur unmöglich zu machen.

Während die verwendeten Akkuzellen (sehen aus wie etwas größere runde AA-Batterien, in den Bilder „grün“) vermutlich nicht von BOSCH selbst hergestellt werden sondern eher Standardkomponenten sind (und damit auf dem freien Markt erhältlich), sind alle anderen Komponenten (z.B. Gehäuse, Stecker, Batterie Management System) BOSCH spezifisch und werden NICHT als original Ersatzteile von BOSCH angeboten.

BOSCH POWERPACK 500, links „neues, gebrauchtes BMS aus einem 400er, rechts altes 500er

Offiziell wird gesagt, Lithium Ionen POWERPACKS sind HighTech Produkte mit hoher Brandgefahr und daher nicht für die Reparatur geeignet.

Na ja, die Praxis ist jedenfalls eine andere.

Es hat sich ganz offenbar ein Mikroökonomiesystem rund um die Reparatur entwickelt. Alte POWERPACKS sind begehrte Objekte, kommen doch nur durch Ausschlachten eben jener (gebrauchte) Ersatzteile in den Umlauf.

Ein echtes Problem beim BOSCH POWERPACK ist das Batterie Management System (BMS).
Das scheint öfters mal „einfach so“ kaputt zu gehen. Insbesondere ein Bauteil, eine Diode im Wert von 0,09 € sorgt gerne mal für einen Totalausfall des BMS und damit für den plötzlichen Tot des ganzen POWERPACKS.
Mit anderen Worten: Obwohl die einzelnen Akkuzellen noch in einem guten oder sogar sehr guten Zustand sind, wird das Akku komplett unbrauchbar, weil die eingebaute Elektronik kaputt geht.

Reparatur offiziell unmöglich.

Das ist weder nachhaltig noch kundenfreundlich. Das ist nicht der gewohnte BOSCH Style.

BOSCH POWERPACK 500 BMS, jede Menge Elektronik

Nun sind die im INTERNET recherchierbaren Reparaturanbieter bestimmt alle super seriös und kompetent, doch braucht man schon eine Menge Vertrauen, um sein 3 kg schweres POWERPACK zur Reparatur zu einem eigentlich unbekannten Anbieter auf die Reise zu schicken und dann für ca. 50% eines neuen POWERPACKS ein hoffentlich repariertes zurück zu bekommen.
Man muss schon blind darauf vertrauen, das man seine eigenen Akkuzellen auch wirklich zurück bekommt, wenn „nur“ das BMS repariert werden musste. Ein jeder muss sich selbst überlegen, ob eine Reparatur für so viel Geld sinnvoll ist. Vermutlich spekulieren die Reparaturanbieter auch darauf, „kaputte“ POWERPACKS als Ersatzteillager behalten zu dürfen, wenn der Kunde die Reparatur aus Kostengründen dann doch ablehnt? „Wir entsorgen für Sie kostenlos“ ist vermutlich nicht die Wahrheit, denn nur durch „aufgegebene“ POWERPACKS kommen gebrauchte Ersatzteile in den Handel, neue gibt es ja nicht.

Und wie immer bei weit verbreiteten Markenprodukten:
Mit etwas Sorgfalt, INTERNET und YOUTUBE Recherche lässt sich schnell genügend Wissen aufbauen, um erst mal selbst zur Tat zu schreiten.

Das ist beim BOSCH POWERPACK auch nicht anders.

Oder doch, man braucht auch noch viel körperliche Kraft, wenn man die Gehäuseschrauben erst mal gelöst hat, um das Gehäuse tatsächlich zu öffnen. Doch auch dazu gibt es ein YOUTUBE Video und nach dem Motto, „ist doch sowieso komplett kaputt, mehr kaputt machen kann man nicht“ gelingt auch dieses.

Nun, dieses hier soll keine Reparaturanleitung werden, das überlässt der Schreiberling mal hübsch den wahren, von Natur aus talentierten Schraubern dieser Welt. Doch zur ersten Orientierung gilt es in absoluter (verlinkter) Kurzform folgende Checkliste abzuarbeiten, wenn das POWERPACK komplett tot ist:

1) Tatsächlichen POWERPACK Tot feststellen

-> Die LED´s direkt am POWERPACK leuchten nicht mehr auf, obwohl sie am Vortag noch Reaktion zeigten

2) Gehäuse auseinander bauen

3) BMS vom Akkustack trennen, dabei unbedingt auf die richtige Abklemmreihenfolge der Kabel achten (Brandgefahr)

4) Akkuzellen durchmessen, nur wenn die noch gut sind lohnt sich eine BMS Reparatur/Ersatz

5) BMS Diode durchmessen

6) (4) und (5) beurteilen und (x) Aufgeben und als Bastelobjekt verkaufen ODER (y) gebrauchtes BMS kaufen ODER (z) jemanden finden, der die BMS Diode tauschen kann

7) BMS wieder am Akkustack anbauen und verkabeln, dabei unbedingt auf die richtige Anklemmreihenfolge der Kabel achten (Bandgefahr)

8) Gehäuse mit viel Geduld und Fingerspitzengefühl wieder zusammen setzten

Zunächst (1) bis (8) alleine versucht und bei (8) völlig entnervt gescheitert. Doch man muss einfach nur gute Nachbarn haben! Zusammen mit einem echten Ingenieur (7) wiederholt (denn die eigenen Lötverbindungen waren wohl zu lausig) und (8) mit der nötigen Ruhe und Überlegung durchgeführt und schon lebt das BOSCH POWERPACK wieder!

Tolle Sache, oder?

BOSCH POWERPACK 500, wieder Leben in der Bude!

Die lebenslange Begleiterin freut sich ganz doll, Ruhm und Ehre bleiben immerhin in der Nachbarschaft, wenn schon nicht im eigenen Hause und ein Projekt weniger auf dem Tisch.

Schon klar, bei dem ganze „E“ Bike, Auto, Scooter oder was auch immer handelt es sich um eine neue Technologie, die erst noch ausreifen muss. Aber vielleicht sollte man nicht ganz vorne („Early Adaptor“) mit dabei sein und schlicht abwarten, bis sich ein solider Service- und Reparaturmarkt entwickelt hat?

Auf jeden Fall müssen die Hersteller dazu verpflichtet werden, neue Ersatzteile anzubieten oder dieses Drittanbietern zu gestatten!

Peter.

P.S:
In Kurzform ergänzendes:

a) Nach Durchmessen der Diode dachte ich, diese sei kaputt. Ein KLEINANZEIGEN.DE Anbieter bot die Reparatur für 60 € an. Also nach PAPENBURG geschickt und erfahren, das die Diode OK sei, aber ein IC kaputt wäre. Den könne man nicht ersetzten. Aber er habe da noch ein funktionierendes BMS aus einem BOSCH POWERPACK 400. Das würde fast 1:1 auch in einem 500er POWERPACK funktionieren, nur die Reichweitenanzeige des Bordcomputers würde ein fünftel zu wenig anzeigen. Also dieses gebrauchte Ersatzteil für 105 € incl. Porto gekauft und verbaut. Mal sehen, wie lange das hält…

b) Warum die eigene Messung der Diode falsch gewesen war, ist unklar.

c) Die Akkuzellen sind tatsächlich noch in einem sehr guten Zustand. Das finde ich nach 3,5 Jahren recht erstaunlich, weil das E-Bike fast täglich genutzt wurde (wenn wir in ELMSHON sind). Aber gute Behandlung scheint zu helfen.

d) Weil man das Gehäuse nie ohne Beschädigung öffnen kann, muss man beim Zusammenbau dafür sorgen, das es wieder Spritzwasserdicht wird. Mit schnödem Klebeband auf der Naht.

e) BOSCH hat echten Handlungsbedarf, soll die Marke nicht beschädigt werden.

2 Kommentare

  1. Bei mir genau das selbe. Nach vier Jahren Akku tot. Kein Laden, kein LED leuchten nichts geht mehr. Auf die Suche nach Anbieter gemacht die Reparaturen anbieten aber schnell zu dem Schluss gekommen neu zu kaufen. Mittlerweile bekommt man den Bosch 500 bei seriösen Anbieter neu für 550€. Von dem her ist mir die Reparatur bei dubiosen Firmen nicht geheuer selbst traue ich mich nicht ran.

    1. Hallo Robert,
      das ist echt ein Mist mit dem Akku und du hast natürlich Recht mit Deiner Überlegung. Der Erfolg unserer Reparatur hing ja auch nur am seidenen Faden. Ich habe die 550 € Angebote auch gesehen und mich gefragt, wo diese Teile wohl herkommen? Kann kaum glauben, das BOSCH den Händlern eine so hohe Marge (739-550) einräumt. Zumal bei 550 € ja auch noch was hängen bleiben muss.
      Auf jeden Fall solltest Du dein kaputtes Akku bei eBAY zum Verkauf anbieten! 100 oder 150 € sollten ja wohl drin sein!

      vg Peter.

      Weil es inhaltlich passt hier noch eine eher allgemeine Abhandlung zum Akkuthema. Habe ich neulich einem Freund geschrieben:

      —————————–
      Hallo Uwe,

      entschuldige das ich jetzt erst zu der Lithium Batterie antworte, aber ich war noch mit Heidi´s eBike Akku beschäftigt. Eigentlich gleiches Thema: Scheiß teure Lithium Batterie kaputt… (739 €!)

      OK, es scheint tatsächlich so zu sein, das „LifePo4“ Batterien mit vielen Standardladegeräten geladen werden können. Aber offenbar nicht mit allen, wenn man dieser Liste folgt:

      https://supervolt.de/lifepo4-batterien-laden-kfz-ladegeraete-kennlinie/

      Interessant finde ich, das unser CBT Ladegerät in KNAUSi das können soll…würde ich trotzdem nicht ausprobieren. Bei Batteriepreisen von 600 bis 800 Euro hätte ich keine Lust, nach drei Jahren ein Problem zu bekommen.

      Und ja, alle „LifePo4“ scheinen mit einer maximalen Ladeschlussspannung von 14,6 Volt auszukommen (hatte mehr in Erinnerung). Allerdings scheinen mir die empfohlenen 50 Ampere Ladestrom recht viel zu sein, die muss ein Ladegerät ja auch erst mal liefern. Folgende Seite nach ganz unten blättern:

      https://supervolt.de/lifepo4-100ah-lithium-batterie-wohnmobil-kastenwagen/

      Die „LifePo4“ haben alle ein BMS (Batteriemanagementsystem) im Akku verbaut. Daher sind die Batterien erst mal etwas schlauer als normale Batterien. Bei Heidi´s eBike Akku ist genau diese Platine mit dem BMS von heute auf morgen gestorben. Die Akkuzellen an sich waren wie neu. Schreibe ich noch einen Blog-Eintrag dazu. Aber mich würde es ja schon mal nerven, wenn so ein BMS einfach so kaputt geht.

      Den Batteriehersteller „Langzeit“ kannte ich noch nicht. Aber deren Website finde ich auch nicht gut, denn sie beschreiben eigentlich gar nicht, wie man laden soll. Wollte das gerade mal bei VARTA überprüfen, aber die haben anscheinend gar keine „LifePo4“ Batterien – nur GEL und AGM. Das sagt ja auch schon was, oder?
      Auf jeden Fall bietet „Langzeit“ aber dann doch spezielle Ladegeräte für „LifePo4“ Batterien an. Verstehe ich dann nicht. Aber wie gesagt, der Anbieter kommt mir sowieso komisch vor.

      Von einem Batteriehersteller würde ich auf jeden Fall ein Handbuch/Spezifikation verlangen. Wie zum Beispiel der hier:

      https://de.renogy.com/12-v-100-ah-lithium-lifepo4-akku-mit-bluetooth/

      Achte auf jeden Fall auf die Batterieterminals. Also da, wo die Kabel angeschlossen werden. Bei den deutschen (europäischen?) Batterien kommt ja der Plus und Minus Pol als dickes Metallteil aus der Batterie und man klemmt eine Schraubklemme darauf. Die meisten „LifePo4“ Batterien die ich mit gerade angesehen habe, haben ein Schraubterminal, man schraubt also eine dicke Schraube „in die Batterie“. Hatten wir einmal auf dem Boot auch und mussten die Terminals ändern.

      Was offen bleibt ist, ob die Lichtmaschine des Autos ohne Zwischengeräte („Booster“) die „LifePo4“ Batterien vernünftig lädt. Die „Ratgeber“ dieser Welt:

      https://www.amumot-shop.de/ratgeber/wohnmobilbatterie-auf-lifepo4-umruesten

      schreiben alle eigentlich, „klar geht schon, kommt im Einzelfall aber darauf an“. Tolle Wurst. Was soll man mit so einer Aussage anfangen?

      Diese Seite fand ich zum Thema auch ganz gut:

      https://www.amumot-shop.de/ratgeber/lithium-batterien-lifepo4-richtig-laden

      Mein Fazit:

      Ich werde KNAUSi nicht auf „LifePo4“ umstellen, weil:

      1) AGM Batterien sind deutlich günstiger

      2) Alles in KNAUSi ist auf maximal AGM ausgelegt
      (…und das ist „verbrieft“, weil die Anleitungen der beteiligten Geräte „LifePo4“ mit keinem Wort erwähnen. Und warum sollte FIAT bei der Lichtmaschine Rücksicht auf „LifePo4“ nehmen?)

      3) Wir haben gar kein Stromproblem. AGM mit Solar läuft bei uns ohne Probleme

      4) „LifePo4“ Batterien sind im Vergleich zu AGM „HighTech“ Batterien mit eingebauter Elektronik und Sicherung. Wieder mehr technische Komplexität, die kaputt gehen kann

      5) „Einfache“ Batterien GEL/AGM findet man weltweit als Ersatz, wenn es mal nötig wird

      6) Eigene Erfahrung mit Lithium Ionen Batterien:

      6.1) Im Notebook
      Immer nur Markenprodukte (DELL), trotzdem müssen nach zwei, drei Jahren die Akkus ersetzt werden, weil kaum noch Leistung (OK, vielleicht weil Poweruser?)

      6.2) In der Kamera
      In den NIKON Kameras halten die Akkus ebenfalls max zwei Jahre die volle Leistung, in 10 Jahren Nikon bestimmt schon sechs neue Akkus gekauft

      6.3) BOSCH Powerpack im eBike
      Nach knapp vier Jahren das im Akku verbaute BMS gestorben. Reparatur nur mit großem Aufwand, BOSCH verkauft keine Ersatzteile

      Und ja, „LifePo4“ sind leichter und würden unser Gewichtsproblem in KNAUSi geringfügig (gemessen am Gesamtgewicht) verbessern. Eine 12 100Ah AGM Battrie wiegt ca. 30 kg, eine gleiche als „LifePo4“ etwa 16 kg. Das würde bei uns also zwei mal 14 kg sparen.

      Aber ich freue mich auf Langzeiterfahrungsberichte von erfahrenen und sehr glaubwürdigen Freunden! Also stelle um und wir werden ja über die Jahre sehen, wie es läuft

      Soweit dazu, wir können ja die Tage noch mal telefonieren,

      viele liebe Grüße,

      Peter.

      ———————————

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