MA26: Nähe Nador, ein Todestag und ein Geburtstag

Genau heute vor einem Jahr, am 8. März 2025 ist mein ehemaliger Kollege Jörg H. aus HH für vermutlich alle völlig unerwartet verstorben. Ich habe leider erst viele Monate später davon erfahren, das ist nicht die Schuld anderer, sondern meine ureigene. Mann (ich!) hätte sich mehr um ehemalige Kollegen kümmern können. Kann man machen nix. Im Nachhinein.

MAROKKO baut keine Wohnungen, MAROKKO baut Städte!

Jörg war dem Alter nach einer der wenigen Senioren in unserem Team, aber durch seine extrem ruhige und besonnene Art der ideale Konterpunkt für heißspornige Junginformatiker die denken, sie könnten die Welt mit ihrem jungen Wissen verändern. Ich weiß es noch genau wie ich beeindruckt davon war wie einfach sich Jörg in ein junges Team von Datenbankentwicklern integrierte und sehr, sehr schnell schlicht durch seine große Erfahrung ein wesentlicher Bestandteil davon wurde.
Ich denke rückblickend, das war sowieso ein Erfolgsfaktor: Die Mischung von (dem Alter nach) jungen und alten Softwareentwicklern machte die Stärke der jeweiligen Kundenteams aus. Deutschland hat keinen Fachkräftemangel. Deutschland hat nur keinen Mut, Menschen 50+ eine neue berufliche Chance zu geben, wenn sie eine brauchen.

Anyway. Der Verlust von Jörg trifft uns völlig egoistisch auch ganz pragmatisch: Hatte Jörg doch via Blog Kommentar einmal angeboten, mit mir des KNAUSi´s Bremsklötze beim nächsten Mal zu tauschen. Er, leidenschaftlicher Biker, war sicher das die Aktion bei Zwei- und Vierrädern ganz ähnlich ablaufen möge.

Ja, und nun?

Jörg, wo bist Du nur?

Ich hoffe sehr das seine Familie seinen kleinen Reiseblog so lange wie möglich im INTERNET am Leben erhält, schließlich hatte er eine gute Art zu schreiben und machte damit Lust das heimische Sofa zu verlassen.

Nun denn, lieber Jörg: Farewell! Wirklich schade das wir uns nicht beim Bremsklötze tauschen doch noch näher kennen lernen konnten!

In der Fischhalle von RAS EL MAR (MAROKKO)

Nun, der eigene Geburtstag wurde anständig auf dem Campingplatz „RIAD OCEAN VIEW“ in der Nähe von NADOR begangen. Mit Freunden, zum Glück. Nicht, das die Lebenslange Begleitung alleine nicht gut genug für diesen Tag gewesen wäre. Die Frau ist mir seit über vierzig Jahren wahrlich gut genug für jeden einzelnen Tag.

Nein, mit Freunden, mit neu gewonnenen Reisefreunden ist so ein Tag vielleicht nur eine Spur schöner. Erst Recht wenn man zusammen kocht und viel lustige Zeit miteinander verbringt! Auf dem Weg zum Stellplatz in der Fischhalle von RAS EL MAR fangfrische, aber schon tote Meeresbewohner erstanden. Glück gehabt, das die Fischer in RAMADAN Zeiten schon Mittags ihre Ware heraus rücken, wenn man sie nett danach fragt!
Ein kleine Unachtsamkeit: Hier verkauft der Fischer seine Ware selbst, möchte man die Fische ausgenommen und geputzt haben macht das nicht der Fischer selbst sondern ein anderer, der separat mit 10 DH zu bezahlen ist. OK, verlässt man die Fischhalle ohne den Putzer zu bezahlen wird man selbstverständlich zurecht gewiesen. Normale Peinlichkeit für ahnungslose Reisende.

Die wieder zusammen gefundene Reisegruppe unternimmt eine gewagte Kletterpartie zum Meer durch eine enge, tiefe Schlucht. Schon spaßig wenn drei sich Sorgen um einen machen und der eine überhaupt kein Problem sieht. Einfach unschlagbar, so eine Gott gegebene männliche Selbstüberschätzung! Allein, sämtliche Herausforderungen auf dieser kleinen Tour wurden von allen ordentlich absolviert, von einigen vielleicht schneller als von anderen. Aber was meint das schon?

In einer namenlosen (?) Schlucht (MAROKKO)

Das bevor stehende Ende dieser MAROKKO 2026 Reise ist mit jedem Tag klarer absehbar. Bereits jetzt schon macht sich so etwas wie Sehnsucht nach den leeren, verlassenen Wüstenplätzen im Süden des Landes breit. Wenn MAROKKO in diesem hohen Entwicklungstempo weiter macht, sind diese ganz besonderen Plätze in vielleicht 10 Jahren für immer verloren.

Fortschritt.

Nicht immer der richtige Weg, oder?

Peter.

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